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Groups > de.sci.physik > #94182 > unrolled thread
| Started by | Hans-Peter Diettrich <DrDiettrich1@aol.com> |
|---|---|
| First post | 2016-02-07 14:22 +0100 |
| Last post | 2016-02-07 23:16 +0100 |
| Articles | 18 — 6 participants |
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Konstruktion von Zustandsreglern Hans-Peter Diettrich <DrDiettrich1@aol.com> - 2016-02-07 14:22 +0100
Re: Konstruktion von Zustandsreglern Peter Thoms <dl6lat@darc.de> - 2016-02-07 14:39 +0100
Re: Konstruktion von Zustandsreglern Der Mandarin <germanmidnightrunner@gmail.com> - 2016-02-07 07:44 -0800
Re: Konstruktion von Zustandsreglern Peter Thoms <dl6lat@darc.de> - 2016-02-07 14:41 +0100
Re: Konstruktion von Zustandsreglern Volker Meyer <vhfmeyer@t-online.de> - 2016-02-07 12:23 -0800
Re: Konstruktion von Zustandsreglern Hans-Peter Diettrich <DrDiettrich1@aol.com> - 2016-02-09 04:32 +0100
Re: Konstruktion von Zustandsreglern Volker Meyer <vhfmeyer@t-online.de> - 2016-02-12 13:26 -0800
Re: Konstruktion von Zustandsreglern Hans-Peter Diettrich <DrDiettrich1@aol.com> - 2016-02-13 10:51 +0100
Re: Konstruktion von Zustandsreglern Volker Meyer <vhfmeyer@t-online.de> - 2016-02-13 11:46 -0800
Re: Konstruktion von Zustandsreglern Hans-Peter Diettrich <DrDiettrich1@aol.com> - 2016-02-14 14:58 +0100
Re: Konstruktion von Zustandsreglern Volker Meyer <vhfmeyer@t-online.de> - 2016-02-14 12:59 -0800
Re: Konstruktion von Zustandsreglern Hans-Peter Diettrich <DrDiettrich1@aol.com> - 2016-02-15 17:45 +0100
Re: Konstruktion von Zustandsreglern Volker Meyer <vhfmeyer@t-online.de> - 2016-02-18 12:28 -0800
Re: Konstruktion von Zustandsreglern Hans-Peter Diettrich <DrDiettrich1@aol.com> - 2016-02-19 09:45 +0100
Re: Konstruktion von Zustandsreglern Reinhardt Behm <rbehm@hushmail.com> - 2016-02-19 23:13 +0800
Re: Konstruktion von Zustandsreglern Hans-Peter Diettrich <DrDiettrich1@aol.com> - 2016-02-26 11:27 +0100
Re: Konstruktion von Zustandsreglern Volker Meyer <vhfmeyer@t-online.de> - 2016-02-19 14:54 -0800
Re: Konstruktion von Zustandsreglern Hans-Bernhard Bröker <HBBroeker@t-online.de> - 2016-02-07 23:16 +0100
| From | Hans-Peter Diettrich <DrDiettrich1@aol.com> |
|---|---|
| Date | 2016-02-07 14:22 +0100 |
| Subject | Konstruktion von Zustandsreglern |
| Message-ID | <56B744FA.4050208@aol.com> |
Kann mir jemand mit Literatur (Tutorials?) zur Konstruktion von
Zustandsreglern weiterhelfen, zum Einsatz auf Mikrocontrollern?
Da die Aufgabenstellung mehrere Fachgebiete tangiert, habe ich mich
ausnahmsweise für Crossposting entschieden. Folgende Fragen wären zu klären:
1. Erstellung des Modells der Regelstrecke
2. Ermittlung der Parameter
3. Z-Transformation
4. Konstruktion eines Reglers
5. Implementierung des Reglers
Im Studium hatte ich (vor 40 Jahren) Vorlesungen zu solchen Reglern
gehört, mangels späterer Anwendung leider ohne bleibenden Effekt. Die
zugehörigen Skripte sind ebenfalls nicht mehr vorhanden :-(
[1] Der erste Punkt war garnicht dabei, d.h. ich habe keine Ahnung, wie
man von einem vorgegebenen System auf die zugehörigen Gleichungen kommt.
Beispiele waren damals haupsächlich Lageregler für Satelliten, also eher
nicht das, was einem nachher an konkreten Regelstrecken unterkommt.
[2] Bei einfachen Systemen (1. Ordnung?) kann man - soweit praktisch
möglich - die Sprungantwort analysieren. Geht das auch für komplexere
Systeme, oder was für Verfahren gibt es dazu überhaupt?
[3] Wenn man das Gleichungssystem hat (Matrix), wie wird das vom Zeit-
in den Zustandsraum transformiert?
[4] Wie wird die Matrix der Regelstrecke in die Matrix des Reglers
überführt? Dunkel erinnere ich mich noch an inverse und transponierte
Matrizen, das war's aber auch schon :-(
[5] Wie wird daraus die Struktur des Reglers (Schieberegister für
Zustandsvektoren) festgelegt, und wie werden die Koeffizienten für die
Rückführung und das Stellsignal bestimmt?
Konkret hätte ich gerade das Beispiel eines Heizungsreglers zu beackern.
Naiv würde ich das in zwei Teile zerlegen, den Heizkörper und seine
Umgebung (Wohnraum). Als elektrisches Modell fällt mir dazu ein:
^ Uh Ur
Uv ---[/]---[]-+--[]-+--[]--- Ua
Regler | |
= =
| |
Gnd -----------+-----+-------
mit dem ersten RC Glied für den Heizkörper und seine Temperatur (Uh),
dem zweiten für den Raum (Ur). Eingang ist die Vorlauftemperatur (Uv)
und das Stellglied (Ventil), Störgröße die Außentemperatur (Ua).
Ist dieses Modell halbwegs realistisch, und zum Testen des Reglers zu
gebrauchen?
Mit Uv=5V (50°) wären das handliche Spannungen, und die Zeitkonstanten
lassen eine schnellere Simulation zu als mit einem realen Heizkörper.
Wie geht es nun weiter?
Ein erstes Erfolgserlebnis wäre ein Beobachter, der neben der
Raumtemperatur auch die Temperatur des Heizkörpers (Rücklauf?) liefert,
die dann mit den realen Spannungen im Modell verglichen werden können.
Dieser Beobachter sollte doch auch verwendbar sein, um später die
Parameter der realen Heizung zu bestimmen?
Als erster Schritt in die Literatur ist mir
http://www.mb.uni-siegen.de/mrt/lehre/dr/skriptdr.pdf
untergekommen, aus dem ich allerdings nicht ganz schlau werde, und das
etliche Fragen (s.o.) offen läßt. Hilfreich wäre vor allem eine
Formelsammlung für die Nachbildung realer Regelstrecken.
TIA
DoDi
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| From | Peter Thoms <dl6lat@darc.de> |
|---|---|
| Date | 2016-02-07 14:39 +0100 |
| Message-ID | <n97he9$4rq$1@news.albasani.net> |
| In reply to | #94182 |
Am 07.02.2016 um 14:22 schrieb Hans-Peter Diettrich: > Kann mir jemand mit Literatur (Tutorials?) zur Konstruktion von > Zustandsreglern weiterhelfen, zum Einsatz auf Mikrocontrollern? ... Hallo, scilab. Zeit/Frequenztransformierte Funktionsblöcke sind, glaub ich, unter XCOS zu finden (durch Menüaufruf). Peter
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| From | Der Mandarin <germanmidnightrunner@gmail.com> |
|---|---|
| Date | 2016-02-07 07:44 -0800 |
| Message-ID | <5b00d20e-4eef-498a-947b-bc6139049ec4@googlegroups.com> |
| In reply to | #94183 |
Am Sonntag, 7. Februar 2016 14:39:22 UTC+1 schrieb Peter Thoms: > Am 07.02.2016 um 14:22 schrieb Hans-Peter Diettrich: > > Kann mir jemand mit Literatur (Tutorials?) zur Konstruktion von > > Zustandsreglern weiterhelfen, zum Einsatz auf Mikrocontrollern? > ... > Hallo, > > scilab. > Zeit/Frequenztransformierte Funktionsblöcke sind, glaub ich, unter XCOS > zu finden (durch Menüaufruf). > > > Peter :-( ... Herr Thoms, also was ist jetzt eine Z-Transformation ? Schreiben Sie einfach was Ihnen dazu einfällt !
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| From | Peter Thoms <dl6lat@darc.de> |
|---|---|
| Date | 2016-02-07 14:41 +0100 |
| Message-ID | <n97hi2$4rq$3@news.albasani.net> |
| In reply to | #94182 |
Am 07.02.2016 um 14:22 schrieb Hans-Peter Diettrich: > Kann mir jemand mit Literatur (Tutorials?) zur Konstruktion von > Zustandsreglern weiterhelfen, zum Einsatz auf Mikrocontrollern? ... Hallo, scilab. Zeit/Frequenztransformierte Funktionsblöcke sind, glaub ich, unter XCOS zu finden (durch Menüaufruf). Und wenn das dann steht, kann man irgendwie in ein Standalone-µC-C umwandeln oder exportieren. Peter
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| From | Volker Meyer <vhfmeyer@t-online.de> |
|---|---|
| Date | 2016-02-07 12:23 -0800 |
| Message-ID | <6028b0fe-a75f-4594-8f3f-9fbb06560b9c@googlegroups.com> |
| In reply to | #94182 |
Am Sonntag, 7. Februar 2016 14:22:15 UTC+1 schrieb Hans-Peter Diettrich: > Kann mir jemand mit Literatur (Tutorials?) zur Konstruktion von > Zustandsreglern weiterhelfen, zum Einsatz auf Mikrocontrollern? > > Da die Aufgabenstellung mehrere Fachgebiete tangiert, habe ich mich > ausnahmsweise für Crossposting entschieden. Folgende Fragen wären zu klären: > > 1. Erstellung des Modells der Regelstrecke > 2. Ermittlung der Parameter > 3. Z-Transformation > 4. Konstruktion eines Reglers > 5. Implementierung des Reglers > > Im Studium hatte ich (vor 40 Jahren) Vorlesungen zu solchen Reglern > gehört, mangels späterer Anwendung leider ohne bleibenden Effekt. Die > zugehörigen Skripte sind ebenfalls nicht mehr vorhanden :-( > > [1] Der erste Punkt war garnicht dabei, d.h. ich habe keine Ahnung, wie > man von einem vorgegebenen System auf die zugehörigen Gleichungen kommt. > Beispiele waren damals haupsächlich Lageregler für Satelliten, also eher > nicht das, was einem nachher an konkreten Regelstrecken unterkommt. > > [2] Bei einfachen Systemen (1. Ordnung?) kann man - soweit praktisch > möglich - die Sprungantwort analysieren. Geht das auch für komplexere > Systeme, oder was für Verfahren gibt es dazu überhaupt? > > [3] Wenn man das Gleichungssystem hat (Matrix), wie wird das vom Zeit- > in den Zustandsraum transformiert? > > [4] Wie wird die Matrix der Regelstrecke in die Matrix des Reglers > überführt? Dunkel erinnere ich mich noch an inverse und transponierte > Matrizen, das war's aber auch schon :-( > > [5] Wie wird daraus die Struktur des Reglers (Schieberegister für > Zustandsvektoren) festgelegt, und wie werden die Koeffizienten für die > Rückführung und das Stellsignal bestimmt? > > > Konkret hätte ich gerade das Beispiel eines Heizungsreglers zu beackern. > Naiv würde ich das in zwei Teile zerlegen, den Heizkörper und seine > Umgebung (Wohnraum). Als elektrisches Modell fällt mir dazu ein: > > ^ Uh Ur > Uv ---[/]---[]-+--[]-+--[]--- Ua > Regler | | > = = > | | > Gnd -----------+-----+------- > > mit dem ersten RC Glied für den Heizkörper und seine Temperatur (Uh), > dem zweiten für den Raum (Ur). Eingang ist die Vorlauftemperatur (Uv) > und das Stellglied (Ventil), Störgröße die Außentemperatur (Ua). > > Ist dieses Modell halbwegs realistisch, und zum Testen des Reglers zu > gebrauchen? > Mit Uv=5V (50°) wären das handliche Spannungen, und die Zeitkonstanten > lassen eine schnellere Simulation zu als mit einem realen Heizkörper. > > Wie geht es nun weiter? > > Ein erstes Erfolgserlebnis wäre ein Beobachter, der neben der > Raumtemperatur auch die Temperatur des Heizkörpers (Rücklauf?) liefert, > die dann mit den realen Spannungen im Modell verglichen werden können. > Dieser Beobachter sollte doch auch verwendbar sein, um später die > Parameter der realen Heizung zu bestimmen? So kompliziert musst Du es Dir nicht machen. Heizungsregelungen sind einfach. Im Wesentlichen hast Du es mit einem einfachen Integrator zu tun: Wärme rein, Temperatur raus. Dazu kommt noch ein ausgeprägtes Tiefpassverhalten durch die Wärmekapazität der Wohnung. Das ist eine unkritische Regelstrecke, die Du leicht mit einem klassischen PID-Regler regeln kannst. Da sich die Störgrösse Aussentemperatur nicht sprunghaft ändert, kannst Du auch bequem den differentiellen Teil weglassen und kommst ebensogut mit einem PI-Regler zurecht. Also machst Du die gelieferte Wärme abhängig von der Soll/Ist-Tempraturdifferenz plus noch einem kleinen Teil Fehlersumme, sodass der Regelfehler auf die Dauer Null wird. Wenn Du einen kleinen Regelfehler akzeptierst, tut's sogar ein einfacher P-Regler. Lageregelungen sind dagegen deutlich schwieriger, da sie im allgemeinen einen doppelten Integrator darstellen: Beschleunigung rein, Lage raus. Da musst Du sehen, dass Du mit Deiner Ortskurve schön frei von der Minus-Eins bleibst, sonst hast Du einen Oszillator gebaut. Grüsse, Volker Meyer
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| From | Hans-Peter Diettrich <DrDiettrich1@aol.com> |
|---|---|
| Date | 2016-02-09 04:32 +0100 |
| Message-ID | <dhte6oFprvuU1@mid.individual.net> |
| In reply to | #94207 |
Volker Meyer schrieb: > Am Sonntag, 7. Februar 2016 14:22:15 UTC+1 schrieb Hans-Peter > Diettrich: [...] > So kompliziert musst Du es Dir nicht machen. Heizungsregelungen sind > einfach. Sagen wir eher *anspruchslos*, wenn man die Erfahrungen und Erwartungen der Anwender einbezieht ;-) > Im Wesentlichen hast Du es mit einem einfachen Integrator zu > tun: Wärme rein, Temperatur raus. Dazu kommt noch ein ausgeprägtes > Tiefpassverhalten durch die Wärmekapazität der Wohnung. ... und des Heizkörpers. Und da (Identifikation) fehlen mir und vielen Bastlern schon mal wesentliche Grundlagen. > Das ist eine > unkritische Regelstrecke, die Du leicht mit einem klassischen > PID-Regler regeln kannst. Da sich die Störgrösse Aussentemperatur > nicht sprunghaft ändert, kannst Du auch bequem den differentiellen > Teil weglassen und kommst ebensogut mit einem PI-Regler zurecht. Der I-Anteil hat sich als eher schlecht herausgestellt, zumindest hat er beim Betroffenen nach einer Änderung der Stellgröße zu heftigem Überschwingen geführt. Ich vermute, daß das auch daran liegt, daß sich die Heitzung nicht auf Kühlung umschalten läßt. Wären da für eine gute Regelung nicht noch Fallunterscheidungen notwendig (Hoch-/Runterfahren/Halten)? > Also machst Du die gelieferte Wärme abhängig von der > Soll/Ist-Tempraturdifferenz plus noch einem kleinen Teil Fehlersumme, > sodass der Regelfehler auf die Dauer Null wird. > > Wenn Du einen kleinen Regelfehler akzeptierst, tut's sogar ein > einfacher P-Regler. Nun ja, bei einer Heizung kann man Abstriche bei der Regelgüte machen. In anderen Fällen eher nicht, und deshalb möchte ich mir einen Überblick über die Problematiken und prakxisnahe Vorgehensweisen verschaffen. > Lageregelungen sind dagegen deutlich schwieriger, da sie im > allgemeinen einen doppelten Integrator darstellen: Beschleunigung > rein, Lage raus. Da musst Du sehen, dass Du mit Deiner Ortskurve > schön frei von der Minus-Eins bleibst, sonst hast Du einen Oszillator > gebaut. Dumme Frage, fällt mir gerade ein: wie wird das bei den Quadrokoptern gemacht? Akzelerometer, Gyrometer und Kompaß sind ja billig zu bekommen, aber wie geht's dann weiter? Möglichst noch unter Berücksichtigung variabler Zuladung (Pakete, Kamera...)? Kann man da die Regelung auch so vereinfachen, daß eine simple Steuerung herauskommt, wenn der Benutzer eines Tablet o.ä. mit den gleichen Sensoren die Sollwerte durch Neigung und Drehung vorgibt? DoDi
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| From | Volker Meyer <vhfmeyer@t-online.de> |
|---|---|
| Date | 2016-02-12 13:26 -0800 |
| Message-ID | <a4ef41df-1960-4a06-a1ae-f1c9ea32f8cf@googlegroups.com> |
| In reply to | #94229 |
Am Dienstag, 9. Februar 2016 07:10:34 UTC+1 schrieb Hans-Peter Diettrich: > > So kompliziert musst Du es Dir nicht machen. Heizungsregelungen sind > > einfach. > > Sagen wir eher *anspruchslos*, wenn man die Erfahrungen und Erwartungen > der Anwender einbezieht ;-) Nein, sie sind auch regelungtechnisch einfach. > > Im Wesentlichen hast Du es mit einem einfachen Integrator zu > > tun: Wärme rein, Temperatur raus. Dazu kommt noch ein ausgeprägtes > > Tiefpassverhalten durch die Wärmekapazität der Wohnung. > > ... und des Heizkörpers. Und da (Identifikation) fehlen mir und vielen > Bastlern schon mal wesentliche Grundlagen. Die Wärmekapazität des Heizkörpers kannst Du gegen die Wohnung vernachlässigen. > > Das ist eine > > unkritische Regelstrecke, die Du leicht mit einem klassischen > > PID-Regler regeln kannst. Da sich die Störgrösse Aussentemperatur > > nicht sprunghaft ändert, kannst Du auch bequem den differentiellen > > Teil weglassen und kommst ebensogut mit einem PI-Regler zurecht. > > Der I-Anteil hat sich als eher schlecht herausgestellt, zumindest hat er > beim Betroffenen nach einer Änderung der Stellgröße zu heftigem > Überschwingen geführt. Eher unwahrscheinlich. Wahrscheinlich war es ein falsch eingestellter D-Anteil. Damit kannst Du auch harmlose Regelstrecken zum Schwingen bringen. Deshalb rate ich dazu, auf den differentiellen Teil zu verzichten, wenn man ihn nicht braucht. > Ich vermute, daß das auch daran liegt, daß sich > die Heitzung nicht auf Kühlung umschalten läßt. Wären da für eine gute > Regelung nicht noch Fallunterscheidungen notwendig > (Hoch-/Runterfahren/Halten)? Nein. > > Also machst Du die gelieferte Wärme abhängig von der > > Soll/Ist-Tempraturdifferenz plus noch einem kleinen Teil Fehlersumme, > > sodass der Regelfehler auf die Dauer Null wird. > > > > Wenn Du einen kleinen Regelfehler akzeptierst, tut's sogar ein > > einfacher P-Regler. > > Nun ja, bei einer Heizung kann man Abstriche bei der Regelgüte machen. > In anderen Fällen eher nicht, und deshalb möchte ich mir einen Überblick > über die Problematiken und prakxisnahe Vorgehensweisen verschaffen. Bei komplizierteren Fällen musst Du zunächst einmal das Übertragungsverhalten der Regelstrecke durchmessen. Und wissen, wie es sich vielleicht ändert. > > Lageregelungen sind dagegen deutlich schwieriger, da sie im > > allgemeinen einen doppelten Integrator darstellen: Beschleunigung > > rein, Lage raus. Da musst Du sehen, dass Du mit Deiner Ortskurve > > schön frei von der Minus-Eins bleibst, sonst hast Du einen Oszillator > > gebaut. > > Dumme Frage, fällt mir gerade ein: wie wird das bei den Quadrokoptern > gemacht? Akzelerometer, Gyrometer und Kompaß sind ja billig zu bekommen, > aber wie geht's dann weiter? Möglichst noch unter Berücksichtigung > variabler Zuladung (Pakete, Kamera...)? Kann man da die Regelung auch so > vereinfachen, daß eine simple Steuerung herauskommt, wenn der Benutzer > eines Tablet o.ä. mit den gleichen Sensoren die Sollwerte durch Neigung > und Drehung vorgibt? Keine Ahnung. Da die Dinger funktionieren, waren offensichtlich Profis am Werk. Es ist vermutlich keine gute Idee, daran rumzubasteln. Grüsse, Volker Meyer
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| From | Hans-Peter Diettrich <DrDiettrich1@aol.com> |
|---|---|
| Date | 2016-02-13 10:51 +0100 |
| Message-ID | <di8f64Fkc62U1@mid.individual.net> |
| In reply to | #94322 |
Volker Meyer schrieb: > Am Dienstag, 9. Februar 2016 07:10:34 UTC+1 schrieb Hans-Peter > Diettrich: Ich möchte nicht auf alle Punkte eingehen, in denen wir anderer Ansicht sind. >> Der I-Anteil hat sich als eher schlecht herausgestellt, zumindest >> hat er beim Betroffenen nach einer Änderung der Stellgröße zu >> heftigem Überschwingen geführt. > > Eher unwahrscheinlich. Wahrscheinlich war es ein falsch eingestellter > D-Anteil. Damit kannst Du auch harmlose Regelstrecken zum Schwingen > bringen. Deshalb rate ich dazu, auf den differentiellen Teil zu > verzichten, wenn man ihn nicht braucht. Der Regler hatte keinen D Anteil. Der I Anteil führte nach Stellgrößenänderung langsam aber stetig zum vollen Aufdrehen der Heizung, bis der Raum die Solltemperatur erreicht hat. Danach wurde die Zufuhr ebenso langsam reduziert, d.h. effektiv wurde nachfolgend nicht nur die überschüssige Wärme im Heizkörper an den Raum abgegeben, sondern auch noch weitere Wärme zugeführt. Die resultierende Übertemperatur führte zu längerem Einschwingen auf die Solltemperatur. >>> Lageregelungen sind dagegen deutlich schwieriger, da sie im >>> allgemeinen einen doppelten Integrator darstellen: Beschleunigung >>> rein, Lage raus. Da musst Du sehen, dass Du mit Deiner Ortskurve >>> schön frei von der Minus-Eins bleibst, sonst hast Du einen >>> Oszillator gebaut. >> Dumme Frage, fällt mir gerade ein: wie wird das bei den >> Quadrokoptern gemacht? Akzelerometer, Gyrometer und Kompaß sind ja >> billig zu bekommen, aber wie geht's dann weiter? Möglichst noch >> unter Berücksichtigung variabler Zuladung (Pakete, Kamera...)? Kann >> man da die Regelung auch so vereinfachen, daß eine simple Steuerung >> herauskommt, wenn der Benutzer eines Tablet o.ä. mit den gleichen >> Sensoren die Sollwerte durch Neigung und Drehung vorgibt? > > Keine Ahnung. Da die Dinger funktionieren, waren offensichtlich > Profis am Werk. Es ist vermutlich keine gute Idee, daran > rumzubasteln. Mir geht es erst mal um die Verwendung o.g. Sensoren. Bei der Lageregelung scheint es sich um ein System mit Durchgriff zu handeln, da die Änderung der Stellgröße zu einer Vergrößerung der (gemessenen) Beschleunigung führt, d.h. zu einer Vergößerung der Regelabweichung. Ist das (physikalisch) richtig gedacht? DoDi
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| From | Volker Meyer <vhfmeyer@t-online.de> |
|---|---|
| Date | 2016-02-13 11:46 -0800 |
| Message-ID | <e6eff7c6-3401-4bda-89b0-cb62ce118e71@googlegroups.com> |
| In reply to | #94335 |
Am Samstag, 13. Februar 2016 11:34:47 UTC+1 schrieb Hans-Peter Diettrich: > Der Regler hatte keinen D Anteil. Der I Anteil führte nach > Stellgrößenänderung langsam aber stetig zum vollen Aufdrehen der > Heizung, bis der Raum die Solltemperatur erreicht hat. Danach wurde die > Zufuhr ebenso langsam reduziert, d.h. effektiv wurde nachfolgend nicht > nur di überschüssige Wärme im Heizkörper an den Raum abgegeben, sondern > auch noch weitere Wärme zugeführt. Die resultierende Übertemperatur > führte zu längerem Einschwingen auf die Solltemperatur. Dann war der I-Anteil deutlich grösser als der P-Anteil eingestellt. Sowas sollte man nicht tun. Wie bereits erwähnt, dient der I-Anteil dazu, den Regelfehler des P-Reglers auf die Dauer zu Null zu machen. Dazu kann man ihn zum Beispiel etwa auf ein Zehntel des P-Anteils einstellen. > >>> Lageregelungen sind dagegen deutlich schwieriger, da sie im > >>> allgemeinen einen doppelten Integrator darstellen: Beschleunigung > >>> rein, Lage raus. Da musst Du sehen, dass Du mit Deiner Ortskurve > >>> schön frei von der Minus-Eins bleibst, sonst hast Du einen > >>> Oszillator gebaut. > >> Dumme Frage, fällt mir gerade ein: wie wird das bei den > >> Quadrokoptern gemacht? Akzelerometer, Gyrometer und Kompaß sind ja > >> billig zu bekommen, aber wie geht's dann weiter? Möglichst noch > >> unter Berücksichtigung variabler Zuladung (Pakete, Kamera...)? Kann > >> man da die Regelung auch so vereinfachen, daß eine simple Steuerung > >> herauskommt, wenn der Benutzer eines Tablet o.ä. mit den gleichen > >> Sensoren die Sollwerte durch Neigung und Drehung vorgibt? > > > > Keine Ahnung. Da die Dinger funktionieren, waren offensichtlich > > Profis am Werk. Es ist vermutlich keine gute Idee, daran > > rumzubasteln. > > Mir geht es erst mal um die Verwendung o.g. Sensoren. Bei der > Lageregelung scheint es sich um ein System mit Durchgriff zu handeln, da > die Änderung der Stellgröße zu einer Vergrößerung der (gemessenen) > Beschleunigung führt, d.h. zu einer Vergößerung der Regelabweichung. Ist > das (physikalisch) richtig gedacht? Vermutlich nicht. Wenn ich Dich richtig interpretiere, verstehst Du unter Stellgröße den Sollwert der Regelung. Dann führt eine Veränderung dieses Sollwertes natürlich zu einer Beschleunigung, aber nicht in Richtung einer Vergrösserung der Regelabweichung sondern in Richtung der Verkleinerung. Grüsse, Volker Meyer
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| From | Hans-Peter Diettrich <DrDiettrich1@aol.com> |
|---|---|
| Date | 2016-02-14 14:58 +0100 |
| Message-ID | <dic0udFi86pU1@mid.individual.net> |
| In reply to | #94366 |
Volker Meyer schrieb: > Am Samstag, 13. Februar 2016 11:34:47 UTC+1 schrieb Hans-Peter > Diettrich: > >> Der Regler hatte keinen D Anteil. > Dann war der I-Anteil deutlich grösser als der P-Anteil eingestellt. > Sowas sollte man nicht tun. Wie bereits erwähnt, dient der I-Anteil > dazu, den Regelfehler des P-Reglers auf die Dauer zu Null zu machen. > Dazu kann man ihn zum Beispiel etwa auf ein Zehntel des P-Anteils > einstellen. Das dürfte zutreffen. Ich frage mich nur bei so langsamen Vorgängen wie dem (erstmaligen) Aufheizen eines Heizkörpers, ob sich da nicht auch ein kleiner I-Anteil schon heftig aufsummiert. Sollte man da nicht eingreifen und den I Anteil unterdrücken, solange die Regelabweichung sehr groß ist (Regler am Anschlag)? [Quadrocopter] >>> Keine Ahnung. Da die Dinger funktionieren, waren offensichtlich >>> Profis am Werk. Es ist vermutlich keine gute Idee, daran >>> rumzubasteln. Es gibt sogar schon Arduino-Code für eine Drohne (BlueCopter), der Autor redet da von PID Reglern für die Motordrehzahl. >> Mir geht es erst mal um die Verwendung o.g. Sensoren. Bei der >> Lageregelung scheint es sich um ein System mit Durchgriff zu >> handeln, da die Änderung der Stellgröße zu einer Vergrößerung der >> (gemessenen) Beschleunigung führt, d.h. zu einer Vergößerung der >> Regelabweichung.. Ist das (physikalisch) richtig gedacht? > > Vermutlich nicht. Wenn ich Dich richtig interpretiere, verstehst Du > unter Stellgröße den Sollwert der Regelung. Dann führt eine > Veränderung dieses Sollwertes natürlich zu einer Beschleunigung, aber > nicht in Richtung einer Vergrösserung der Regelabweichung sondern in > Richtung der Verkleinerung. Ich meinte schon die Stellgröße. Wenn das Ding sich zur Seite neigt, ergibt das einen Ausschlag in dieser (X/Y) Achse. Gibt man dann Gas (Erhöhung der Stellgröße), um diese Seite wieder nach oben zu kriegen, ergibt sich daraus eine zusätzliche Beschleunigung auf diese Achse. Wirkt die dann (rein physikalisch) mit oder gegen die Beschleunigung durch die Neigung? Im einachsigen Fall (Raketenstart) *addiert* sich ja die Beschleunigung zur Erdanziehungskraft, wenn man die Rakete nach oben bringen will. Und da verknotet sich bei mir irgendwas... DoDi
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| From | Volker Meyer <vhfmeyer@t-online.de> |
|---|---|
| Date | 2016-02-14 12:59 -0800 |
| Message-ID | <a6091675-a9fb-4689-86ce-f62eacff8ae8@googlegroups.com> |
| In reply to | #94384 |
Am Sonntag, 14. Februar 2016 19:56:15 UTC+1 schrieb Hans-Peter Diettrich: > Das dürfte zutreffen. Ich frage mich nur bei so langsamen Vorgängen wie > dem (erstmaligen) Aufheizen eines Heizkörpers, ob sich da nicht auch ein > kleiner I-Anteil schon heftig aufsummiert. Sollte man da nicht > eingreifen und den I Anteil unterdrücken, solange die Regelabweichung > sehr groß ist (Regler am Anschlag)? Kann man machen. Oder noch einfacher: Nur steuern, solange die Regelabweichung gross ist und erst regeln, wenn man sich im Zielbereich befindet. > [Quadrocopter] > >>> Keine Ahnung. Da die Dinger funktionieren, waren offensichtlich > >>> Profis am Werk. Es ist vermutlich keine gute Idee, daran > >>> rumzubasteln. > > Es gibt sogar schon Arduino-Code für eine Drohne (BlueCopter), der Autor > redet da von PID Reglern für die Motordrehzahl. > > >> Mir geht es erst mal um die Verwendung o.g. Sensoren. Bei der > >> Lageregelung scheint es sich um ein System mit Durchgriff zu > >> handeln, da die Änderung der Stellgröße zu einer Vergrößerung der > >> (gemessenen) Beschleunigung führt, d.h. zu einer Vergößerung der > >> Regelabweichung.. Ist das (physikalisch) richtig gedacht? > > > > Vermutlich nicht. Wenn ich Dich richtig interpretiere, verstehst Du > > unter Stellgröße den Sollwert der Regelung. Dann führt eine > > Veränderung dieses Sollwertes natürlich zu einer Beschleunigung, aber > > nicht in Richtung einer Vergrösserung der Regelabweichung sondern in > > Richtung der Verkleinerung. > > Ich meinte schon die Stellgröße. Wenn das Ding sich zur Seite neigt, > ergibt das einen Ausschlag in dieser (X/Y) Achse. Gibt man dann Gas > (Erhöhung der Stellgröße), um diese Seite wieder nach oben zu kriegen, > ergibt sich daraus eine zusätzliche Beschleunigung auf diese Achse. > Wirkt die dann (rein physikalisch) mit oder gegen die Beschleunigung > durch die Neigung? Die wirkt dann dagegen (dazu ist der Regler da). Hast Du vielleicht versucht, das Verhalten eines Regelkreises zu verstehen, indem Du in einem geschlossenen Regelkreis gemessen hast? Das ist nicht sonderlich sinnvoll, da sich Ursache und Wirkung da nicht unterscheiden lassen. Deshalb wird auch alle Analyse mit der Ortskurve des _offenen_ Regelkreises gemacht. > Im einachsigen Fall (Raketenstart) *addiert* sich ja die Beschleunigung > zur Erdanziehungskraft, wenn man die Rakete nach oben bringen will. Und > da verknotet sich bei mir irgendwas... Eine Rakete ist ein inhärent instabiles System: als wenn Du einen Bleistift auf der Fingerspitze balanzieren willst. Das sind die schwierigsten Systeme, die erst durch den Regler stabil werden. Mit spektakulären Folgen, wenn's schief geht. Grüsse, Volker Meyer
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| From | Hans-Peter Diettrich <DrDiettrich1@aol.com> |
|---|---|
| Date | 2016-02-15 17:45 +0100 |
| Message-ID | <dieiu6F7rv5U1@mid.individual.net> |
| In reply to | #94390 |
Volker Meyer schrieb: > Am Sonntag, 14. Februar 2016 19:56:15 UTC+1 schrieb Hans-Peter > Diettrich: >> Ich meinte schon die Stellgröße. Wenn das Ding sich zur Seite >> neigt, ergibt das einen Ausschlag in dieser (X/Y) Achse. Gibt man >> dann Gas (Erhöhung der Stellgröße), um diese Seite wieder nach oben >> zu kriegen, ergibt sich daraus eine zusätzliche Beschleunigung auf >> diese Achse. Wirkt die dann (rein physikalisch) mit oder gegen die >> Beschleunigung durch die Neigung? > > Die wirkt dann dagegen (dazu ist der Regler da). Hast Du vielleicht > versucht, das Verhalten eines Regelkreises zu verstehen, indem Du in > einem geschlossenen Regelkreis gemessen hast? Nein, es geht immer noch um das Modell der Regelstrecke. Was mißt denn ein Sensor für eine 3D Lageregelung? Drehbeschleunigung ist für die Lageregelung unbrauchbar, die ist im stationären Zustand in jeder beliebigen Orientierung Null. Bleiben IMO nur die Beschleunigungen, die im stationären Fall alle aus der Erdbeschleunigung resultieren. Bei einer Neigung geht ein Anteil der Gravitation in die X bzw. Y Beschleunigung ein, nach unten (zum Erdmittelpunkt) zeigend. Soll dieser Neigung/Beschleunigung entgegengewirkt werden, muß der betreffende (tiefer liegende) Motor mehr Schub (nach oben) liefern. Wie wirkt sich das auf den betroffenen Beschleunigungssensor aus? Erfährt der nicht (aufgrund Beharrung) eine zusätzliche Beschleunigung entgegen der Schubrichtung, also *ebenfalls* in Richtung Erdmittelpunkt? Andererseits erfährt der Sensor ja schon beim ursprünglichen Neigen aufgrund Beharrung ebenfalls eine Beschleunigung, die IMO gegen die Komponente aus der Gravitation gerichtet ist? Immer noch ziemlich verwirrt :-( DoDi
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| From | Volker Meyer <vhfmeyer@t-online.de> |
|---|---|
| Date | 2016-02-18 12:28 -0800 |
| Message-ID | <d3ceba5d-4c9d-4a89-bfeb-c6054a539c79@googlegroups.com> |
| In reply to | #94414 |
Am Montag, 15. Februar 2016 19:15:37 UTC+1 schrieb Hans-Peter Diettrich: > Nein, es geht immer noch um das Modell der Regelstrecke. > > Was mißt denn ein Sensor für eine 3D Lageregelung? Drehbeschleunigung > ist für die Lageregelung unbrauchbar, die ist im stationären Zustand in > jeder beliebigen Orientierung Null. Wenn es Dir um ein Modell der Regelstrecke geht, woher kommt dann Deine Fixierung auf die Sensorik? Natürlich kannst Du mit Beschleunigungssensoren keine Lageregelung realisieren. Du musst in irgendeiner Weise eine Lageinformation erhalten, sonst kann Dein Regler die Lage nicht regeln (er vergleicht ja den Sollwert mit dem Istwert und ohne Istwert geht das nicht). Auf welche Weise diese Information erfasst wird, hat aber auf die Regelstrecke absolut keine Auswirkung, und also auch nicht auf die Frage, wie man sie stabilisiert. > Bleiben IMO nur die > Beschleunigungen, die im stationären Fall alle aus der Erdbeschleunigung > resultieren. Bei einer Neigung geht ein Anteil der Gravitation in die X > bzw. Y Beschleunigung ein, nach unten (zum Erdmittelpunkt) zeigend. Soll > dieser Neigung/Beschleunigung entgegengewirkt werden, muß der > betreffende (tiefer liegende) Motor mehr Schub (nach oben) liefern. Wie > wirkt sich das auf den betroffenen Beschleunigungssensor aus? Erfährt > der nicht (aufgrund Beharrung) eine zusätzliche Beschleunigung entgegen > der Schubrichtung, also *ebenfalls* in Richtung Erdmittelpunkt? Der Beschleunigungssensor erfährt die gleiche Beschleunigung wie die Rakete (inklusive Erdbeschleunigung). Er könnte hilfreich sein, wenn ich einen gestaffelten Regelkreis aufbaue: Der Lageregelkreis sagt dem Geschwindigkeitsregelkreis, welche Geschwindigkeit erwünscht ist. Der Geschwindigkeitsregelkreis vergleicht Soll- und Istgeschwindigkeit und sagt dem Beschleunigungsregelkreis, welche Beschleunigung erwünscht ist. Der Beschleunigungsregelkreis könnte bei Vorhandensein eines Beschleunigungssensors sehr viel unmittelbarer auf Störungen reagieren, als wenn diese erst aus der Lageinformation abgeleitet werden müssten (durch zweimalige Differenzierung). Grüsse, Volker Meyer
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| From | Hans-Peter Diettrich <DrDiettrich1@aol.com> |
|---|---|
| Date | 2016-02-19 09:45 +0100 |
| Message-ID | <dio5dqFlu9cU1@mid.individual.net> |
| In reply to | #94524 |
Volker Meyer schrieb: > Am Montag, 15. Februar 2016 19:15:37 UTC+1 schrieb Hans-Peter > Diettrich: > Der Beschleunigungssensor erfährt die gleiche Beschleunigung wie die > Rakete (inklusive Erdbeschleunigung). Vergiß die Rakete, es geht um die Lageregelung einer Drohne (Quadrocopter), erst mal im Stillstand (ohne Translation). Dann kann die Beschleunigung in jeder Achse von 0-1 g reichen, wobei 0 waagerecht ist, und 1 senkrecht. Da muß nichts integriert werden, um die Lage zu bestimmen. Offensichtlich muß dann der Motor, der sich nach unten neigt, schneller drehen, damit diese Achse wieder in die Horizontale kommt. Wie wirkt sich dann die vom Propeller erzeugte Kraft auf den Beschleunigungssensor (dieser Achse) aus? DoDi
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| From | Reinhardt Behm <rbehm@hushmail.com> |
|---|---|
| Date | 2016-02-19 23:13 +0800 |
| Message-ID | <na7b8j$7ut$1@dont-email.me> |
| In reply to | #94547 |
Hans-Peter Diettrich wrote: > Volker Meyer schrieb: >> Am Montag, 15. Februar 2016 19:15:37 UTC+1 schrieb Hans-Peter >> Diettrich: > >> Der Beschleunigungssensor erfährt die gleiche Beschleunigung wie die >> Rakete (inklusive Erdbeschleunigung). > > Vergiß die Rakete, es geht um die Lageregelung einer Drohne > (Quadrocopter), erst mal im Stillstand (ohne Translation). Dann kann die > Beschleunigung in jeder Achse von 0-1 g reichen, wobei 0 waagerecht ist, > und 1 senkrecht. Da muß nichts integriert werden, um die Lage zu > bestimmen. Offensichtlich muß dann der Motor, der sich nach unten neigt, > schneller drehen, damit diese Achse wieder in die Horizontale kommt. Wie > wirkt sich dann die vom Propeller erzeugte Kraft auf den > Beschleunigungssensor (dieser Achse) aus? > > DoDi Typisch hat man da Sensoren für lineare und für Rotationsbeschleuningung. Die werden zusammen betrachtet - Stichwort Sensorfusion. Damit kann man die "Verfälschung" der linearen Beschleunigung korrigieren. Hier kannst Du Dir den Source Code eines Quadrocopters holen <https://www.bitcraze.io/>. -- Reinhardt
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| From | Hans-Peter Diettrich <DrDiettrich1@aol.com> |
|---|---|
| Date | 2016-02-26 11:27 +0100 |
| Message-ID | <djat95Ffn9dU2@mid.individual.net> |
| In reply to | #94556 |
Reinhardt Behm schrieb: > Typisch hat man da Sensoren für lineare und für Rotationsbeschleuningung. > Die werden zusammen betrachtet - Stichwort Sensorfusion. Damit kann man die > "Verfälschung" der linearen Beschleunigung korrigieren. > Hier kannst Du Dir den Source Code eines Quadrocopters holen > <https://www.bitcraze.io/>. Danke, werde ich mir mal anschauen. Leider war mein Telefon und Internet 1 Woche abgeklemmt, da hat sich viel aufgestaut :-( DoDi
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| From | Volker Meyer <vhfmeyer@t-online.de> |
|---|---|
| Date | 2016-02-19 14:54 -0800 |
| Message-ID | <6c2f048a-1837-4b91-8fcb-1cd5af18be17@googlegroups.com> |
| In reply to | #94547 |
Am Freitag, 19. Februar 2016 10:26:19 UTC+1 schrieb Hans-Peter Diettrich: > Vergiß die Rakete, es geht um die Lageregelung einer Drohne > (Quadrocopter), erst mal im Stillstand (ohne Translation). Dann kann die > Beschleunigung in jeder Achse von 0-1 g reichen, wobei 0 waagerecht ist, > und 1 senkrecht. Da muß nichts integriert werden, um die Lage zu > bestimmen. Offensichtlich muß dann der Motor, der sich nach unten neigt, > schneller drehen, damit diese Achse wieder in die Horizontale kommt. Wie > wirkt sich dann die vom Propeller erzeugte Kraft auf den > Beschleunigungssensor (dieser Achse) aus? Du bist konfus. Die vom Propeller erzeugte Kraft bewirkt eine Beschleunigung, die der Sensor misst, wie jede andere Beschleunigung auch. Aber egal ob Rakete oder Quadrokopter, mit einem Beschleunigungssensor allein kannst Du keine Lageregelung durchführen. Grüsse, Volker Meyer
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| From | Hans-Bernhard Bröker <HBBroeker@t-online.de> |
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| Date | 2016-02-07 23:16 +0100 |
| Message-ID | <dhpu23Ftj4gU2@mid.dfncis.de> |
| In reply to | #94182 |
Am 07.02.2016 um 14:22 schrieb Hans-Peter Diettrich: > Kann mir jemand mit Literatur (Tutorials?) zur Konstruktion von > Zustandsreglern weiterhelfen, zum Einsatz auf Mikrocontrollern? Mit dieser Frage bist du in mindestens zwei von den drei Newsgroups, an die du sie gerichtet hast, falsch. Regelungstechnik ist längst Ingenieursgeschäft, also nicht wirklich mehr Wissenschaft. Physik ist es schon erst recht nicht. Elektrotechnik wäre es an sich auch nicht, aber traditionell wird es dennoch den E-Ingenieuren mit am intensivsten beigebracht. > Da die Aufgabenstellung mehrere Fachgebiete tangiert, habe ich mich > ausnahmsweise für Crossposting entschieden. Wenn du schon weißt, dass ein X-Post eine Ausnahme sein sollte, müsste dir auch klar sein, dass du den F'up2 vergessen hast. Ich hol' das hiermit nach. > Folgende Fragen wären zu klären: > > 1. Erstellung des Modells der Regelstrecke Klassische Regelungstechnik wendet man eigentlich dann an, wenn man gerade _kein_ Modell hat, aber trotzdem irgendwie regeln muss. > Konkret hätte ich gerade das Beispiel eines Heizungsreglers zu beackern. Dafür braucht man keine komplizierten Regler. Das kriegt regelmäßig in simpler digitaler 2-Punkt-Regler schon völlig ausreichend hin, also: heiz' so lange, bis es warm genug ist, dann hör' wieder auf. Dass das so einfach ist, liegt nicht zuletzt daran, dass die Messglieder bei so einer Zimmerheizung praktisch immer viel zu ungenau, und dazu noch notgedrungenerweise an völlig ungeeigneten Orten verbaut sind. Dadurch scheitert jede bessere Regelung schon daran, dass man gar nicht genau genug messen kann, um deren "höhere" Funktionen anpassen zu können.
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