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| Started by | Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> |
|---|---|
| First post | 2017-01-31 12:25 +0000 |
| Last post | 2017-02-02 22:37 +0100 |
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Special relationship Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2017-01-31 12:25 +0000
Re: Special relationship Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> - 2017-01-31 13:51 +0100
Re: Special relationship Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2017-01-31 13:18 +0000
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Re: Special relationship Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2017-02-02 20:25 +0000
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Re: Special relationship Heiko Rost <heiko.rost@gmx.de> - 2017-02-03 15:57 +0100
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Re: Special relationship Wolfgang Enzinger <we_usenet@nurfuerspam.de> - 2017-02-01 22:39 +0100
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Re: Special relationship Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> - 2017-02-03 11:45 +0100
Re: Special relationship Wolfgang Kynast <wky@gmx.de> - 2017-02-03 16:05 +0100
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Re: Special relationship Emil Schuster <emil@wieslauf.sub.de> - 2017-02-02 07:35 +0100
Re: Special relationship Bernd Schwegmann <berndschwegmann@web.de> - 2017-02-02 22:37 +0100
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| From | Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> |
|---|---|
| Date | 2017-01-31 12:25 +0000 |
| Subject | Special relationship |
| Message-ID | <o6pvne$8jm$1@news.albasani.net> |
Echt schlechtes Timing für Miss May und die Brexiteers... https://www.theguardian.com/uk-news/gallery/2017/jan/31/signs-of-the-times-the-best-anti-trump-placards-from-across-the-uk-in-pictures -- please forgive my iPhone typos -sent via Newstap
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| From | Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> |
|---|---|
| Date | 2017-01-31 13:51 +0100 |
| Message-ID | <o6q14m$7ic$1@dont-email.me> |
| In reply to | #295043 |
Salve allerseits, Dr. Joachim Neudert schrieb: > Echt schlechtes Timing für Miss May und die Brexiteers... > > https://www.theguardian.com/uk-news/gallery/2017/jan/31/signs-of-the-times-the-best-anti-trump-placards-from-across-the-uk-in-pictures > --- <hier abknabbern> --- Am Montag hatte die NatWest Bank in einer Pressemitteilung bekannt gegeben, sie habe mit RT eine Übereinkunft gefunden und werde das Einfrieren der Konten des Senders wieder rückgängig machen. Im Oktober 2016 hatte die Bank ohne offizielle Erklärung die RT-Konten gesperrt, auf russischer Seite sprach man von Zensur. Willy Wimmer, ehemaliger Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung der OSZE, deutet das Rücksetzen der Entscheidung als ein Signal der Entwarnung und zeigt sich erfreut über diese Entwicklung. „Das ist hervorragend und auch dienlich für die Pressesituation in Europa, wenn nicht diese handschellenartige Vorgehensweise gegenüber Russia Today durch britische Finanzinstitute an den Tag gelegt wird. Das ist ja alles bloßes Wegbeißen eines unliebsamen und sehr effizienten russischen Nachrichtensenders durch das Mutterland von Staatssendern, in Form von BBC, Großbritannien.“ Hinter dem Richtungswechsel stehe möglicherweise das Treffen der britischen Premierministerin Theresa May mit dem US-Präsidenten Donald Trump vergangenen Freitag. --- </hier abknabbern> --- ©<https://de.sputniknews.com/panorama/20170131314340650-rt-konten-wimmer/> M.f.G. -- Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie wird praktisch nie gelesen. Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur etwas komisch... ;-)
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| From | Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> |
|---|---|
| Date | 2017-01-31 13:18 +0000 |
| Message-ID | <o6q2qs$3jh$1@news.albasani.net> |
| In reply to | #295052 |
P.S. Livestream der Brexit Debatte im britischen Unterhaus: https://www.theguardian.com/politics/blog/live/2017/jan/31/article-50-debate-brexit-government-lying-about-how-easy-brexit-will-be-says-owen-smith-politics-live -- please forgive my iPhone typos -sent via Newstap
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| From | Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> |
|---|---|
| Date | 2017-01-31 14:27 +0100 |
| Message-ID | <o6q38q$fee$1@dont-email.me> |
| In reply to | #295057 |
Salve allerseits, Dr. Joachim Neudert schrieb: > P.S. Livestream der Brexit Debatte im britischen Unterhaus: > --- <hier abknabbern> --- Lukjanow schreibt in einem Gastbeitrag für die Onlinezeitung gazeta.ru, das politische Europa sei derzeit äußerst verwirrt: „Unten den Füßen schwankte plötzlich jene Grundlage, die bisher unerschütterlich und alternativlos wirkte, und zwar das transatlantische Verhältnis.“ „Die Einstellung zur intensiven militärpolitischen Mundschaft durch die USA war in Europa immer unterschiedlich gewesen. Genauer gesagt, gab es auch Frondeur-Stimmungen vor dem Hintergrund einer harten atlantischen Disziplin. Als gemäßigter Störenfried trat Frankreich traditionell auf, das versuchte, eine erhöhte Souveränität bei einer vollständigen Loyalität zu demonstrieren (…) Niemand konnte sich aber im Ernst vorstellen, dass sich das Modell der Beziehungen mit Amerika ändern wird“, so Lukjanow. „Kein US-Präsident hatte bisher Amerikas globale Führung angezweifelt, wobei diese ursprünglich auf einer Führung eben in der westlichen – also in der atlantischen – Gemeinschaft basiert hatte. Trump, der nach eigenen Worten Amerika wieder groß machen will, bezieht sich jedoch auf ein anderes Modell (in seiner Rede beim Amtsantritt wies er deutlich darauf hin). Es handelt sich dabei um eine strahlende Stadt auf dem Hügel, die zwar als Vorbild den Weg zeigt, aber niemanden irgendwohin führt. Diese Stadt hat keineswegs vor, die Verantwortung für jemanden oder für etwa zu übernehmen“, heißt es im Kommentar. Ein Verzicht auf die Nato als Instrument der US-Politik sei selbst in dieser Situation unvorstellbar, doch die Frage nach der Verteilung der Finanzbürde bleibe aktuell: „Was soll Europa nun tun? Trotz seiner Befürchtungen, die amerikanische Stütze zu verlieren, beeilt sich Europa nicht, seine militärischen Ausgaben und Kapazitäten zu erhöhen.“ Da komme die Frage nach dem Ziel der europäischen Verteidigungspolitik auf. Nach dem Kalten Krieg habe die Nato es nicht geschafft, eine neue Mission zu finden. Deshalb nehme sie nun wieder Russland ins Visier: „Trump fordert auf, sich auf den Kampf gegen den Terrorismus umzuorientieren, doch eine klassische militärpolitische Allianz wie die Nato ist für Anti-Terror-Aufgaben wenig geeignet. Um die Allianz umzugestalten, wäre nicht nur ein politischer Willen erforderlich, an dem es Europa mangelt, sondern auch ein ernsthaftes Umdenken durch die ganze atlantische Gemeinschaft.“ „Wenn man den Gedanken von Frank-Walter Steinmeier fortsetzt, wonach das 20. Jahrhundert mit Trumps Amtsantritt politisch endgültig zu Ende sei, so ist das Schicksal der Nato nicht zu beneiden. Die Allianz ist ja die wichtigste Hinterlassenschaft des vergangenen Jahrhunderts“, postuliert Lukjanow. --- </hier abknabbern> --- ©<https://de.sputniknews.com/politik/20170131314341671-usa-eu-schicksal-nato/> M.f.G. -- Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie wird praktisch nie gelesen. Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur etwas komisch... ;-)
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| From | Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> |
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| Date | 2017-02-02 20:25 +0000 |
| Message-ID | <o704k0$o8i$1@news.albasani.net> |
| In reply to | #295052 |
https://www.theguardian.com/world/2017/feb/02/european-union-trump-ambassador-ted-malloch-parliament Der Guardian hat es als erster exclusiv. Sehr gut... die EU will den auserkorenen US Botschafter nicht akkreditieren, sondern zur persona non grata erklären. Weil er die EU und den Euro erklärtermassen zerstören will. Dieser Trump tut mehr für die europäische Einigung, als Kohl und Mitterand je tun konnten... -- please forgive my iPhone typos -sent via Newstap
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| From | Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> |
|---|---|
| Date | 2017-02-03 10:55 +0100 |
| Message-ID | <o71jun$fc8$1@dont-email.me> |
| In reply to | #295496 |
Salve allerseits, Dr. Joachim Neudert schrieb: > https://www.theguardian.com/world/2017/feb/02/european-union-trump-ambassador-ted-malloch-parliament > > Der Guardian hat es als erster exclusiv. > > Sehr gut... die EU will den auserkorenen US Botschafter nicht > akkreditieren, sondern zur persona non grata erklären. > --- <hier abknabbern> --- Im Europaparlament formiert sich Widerstand gegen den mutmaßlichen Kandidaten von US-Präsident Donald Trump für den Posten des US-Botschafters bei der EU. Die Fraktionschefs der Christdemokraten und der Liberalen riefen in einem Brief an EU-Ratspräsident Donald Tusk und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker dazu auf, dem Wirtschaftsprofessor und Unternehmer Ted Malloch die Akkreditierung zu verweigern. [...] Damit ein Botschafter bei der Europäischen Union offiziell anerkannt wird, sind mehrere Schritte nötig. Hat nur ein EU-Staat Vorbehalte, scheitert der Kandidat. Im letzten Schritt wird der Kandidat vom Ratspräsidenten eingeladen und schließlich offiziell akkreditiert. --- </hier abknabbern> --- ©<https://www.tagesschau.de/ausland/eu-botschafter-malloch-101.html> Und Du glaubst ernsthaft, EU-Ratspräsident Donald Tusk, EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker oder sonst ein EU-Staat wird sich trauen, gegen den mutmaßlichen Kandidaten des US-Präsidenten zu votieren? Wovon träumst Du nachts? M.f.G. -- Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie wird praktisch nie gelesen. Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur etwas komisch... ;-)
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| From | "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> |
|---|---|
| Date | 2017-02-03 11:21 +0100 |
| Message-ID | <o71lit$1aq$1@news.albasani.net> |
| In reply to | #295542 |
Am 03.02.17 um 10:55 schrieb Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara: > Salve allerseits, > > Dr. Joachim Neudert schrieb: >> https://www.theguardian.com/world/2017/feb/02/european-union-trump-ambassador-ted-malloch-parliament >> >> Der Guardian hat es als erster exclusiv. >> >> Sehr gut... die EU will den auserkorenen US Botschafter nicht >> akkreditieren, sondern zur persona non grata erklären. >> > --- <hier abknabbern> --- > Im Europaparlament formiert sich Widerstand gegen den mutmaßlichen > Kandidaten von US-Präsident Donald Trump für den Posten des > US-Botschafters bei der EU. Die Fraktionschefs der Christdemokraten und > der Liberalen riefen in einem Brief an EU-Ratspräsident Donald Tusk und > EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker dazu auf, dem > Wirtschaftsprofessor und Unternehmer Ted Malloch die Akkreditierung zu > verweigern. > > [...] > > Damit ein Botschafter bei der Europäischen Union offiziell anerkannt > wird, sind mehrere Schritte nötig. Hat nur ein EU-Staat Vorbehalte, > scheitert der Kandidat. Im letzten Schritt wird der Kandidat vom > Ratspräsidenten eingeladen und schließlich offiziell akkreditiert. > --- </hier abknabbern> --- > > ©<https://www.tagesschau.de/ausland/eu-botschafter-malloch-101.html> > > Und Du glaubst ernsthaft, EU-Ratspräsident Donald Tusk, EU-Kommissionschef > Jean-Claude Juncker oder sonst ein EU-Staat wird sich trauen, gegen den > mutmaßlichen Kandidaten des US-Präsidenten zu votieren? Wovon träumst > Du nachts? > > M.f.G. > Absolutely werden sie das. Sonst können sie alle Selbstachtung abgegeben. Tusk hat in einem Brief an die EU-Staatschef offiziell vor Trump gewarnt, als eine der Gefahren für den Fortbestand der EU, gleichrangig mit der Ukraine-Krise. Klarer kann man es nicht sagen. 460 Millionen EU-Bürger nehmen das Hardball-Spiel nun auf. Lies den Guardian-Artikel, was dieser Mr. sagt und plant. Wenn sie DEN zulassen und ihm die Akkreditierung geben, können sie sich sofort vom Kliff stürzen. So ist das seit Jahrhunderten in der Diplomatie: Um Botschafter zu sein, braucht man zwei Zustimmungen. Trump kann im Dreieck hüpfen, wenn die EU den Mann nicht will dann kommt er nicht.
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| From | "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> |
|---|---|
| Date | 2017-02-03 11:35 +0100 |
| Message-ID | <o71me2$tkr$1@news.albasani.net> |
| In reply to | #295547 |
>> Und Du glaubst ernsthaft, EU-Ratspräsident Donald Tusk, EU-Kommissionschef >> Jean-Claude Juncker oder sonst ein EU-Staat wird sich trauen, gegen den >> mutmaßlichen Kandidaten des US-Präsidenten zu votieren? Wovon träumst >> Du nachts? >> >> M.f.G. >> > > Absolutely werden sie das. Sonst können sie alle Selbstachtung abgegeben. > > Tusk hat in einem Brief an die EU-Staatschef offiziell vor Trump > gewarnt, als eine der Gefahren für den Fortbestand der EU, gleichrangig > mit der Ukraine-Krise. > > Klarer kann man es nicht sagen. > > 460 Millionen EU-Bürger nehmen das Hardball-Spiel nun auf. > > Lies den Guardian-Artikel, was dieser Mr. sagt und plant. Wenn sie DEN > zulassen und ihm die Akkreditierung geben, können sie sich sofort vom > Kliff stürzen. > > So ist das seit Jahrhunderten in der Diplomatie: Um Botschafter zu sein, > braucht man zwei Zustimmungen. > > Trump kann im Dreieck hüpfen, wenn die EU den Mann nicht will dann kommt > er nicht. > Dazu kommt: Trump will pokern. Er provoziert mal. Und hat Lust am Spiel. Schlappschwänze die daraufhin gleich einknicken, achtet er nicht.
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| From | Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> |
|---|---|
| Date | 2017-02-03 15:59 +0100 |
| Message-ID | <o725pc$hk6$1@dont-email.me> |
| In reply to | #295550 |
Salve allerseits, Dr. Joachim Neudert schrieb: > >>> Und Du glaubst ernsthaft, EU-Ratspräsident Donald Tusk, EU-Kommissionschef >>> Jean-Claude Juncker oder sonst ein EU-Staat wird sich trauen, gegen den >>> mutmaßlichen Kandidaten des US-Präsidenten zu votieren? Wovon träumst >>> Du nachts? >> >> Absolutely werden sie das. Sonst können sie alle Selbstachtung abgegeben. >> >> Tusk hat in einem Brief an die EU-Staatschef offiziell vor Trump >> gewarnt, als eine der Gefahren für den Fortbestand der EU, gleichrangig >> mit der Ukraine-Krise. >> --- <hier abknabbern> --- Wie kann und soll Europa auf einen amerikanischen Präsidenten reagieren, der sich scheinbar um liberale Werte foutiert und mit dem Weltbild eines rechtspopulistischen EU-Gegners über den Atlantik blickt? Diese Frage beschäftigt die Gemüter in Brüssel und wird im Zentrum des Mittagessens beim informellen Gipfel stehen, zu dem sich die 28 EU-Regierungschefs heute Freitag in der maltesischen Hauptstadt Valletta einfinden werden. *Tusk sieht dramatische Lage* In seinem Einladungsschreiben an die Teilnehmer des Gipfels liess EU-Rats-Präsident Donald Tusk keinen Zweifel daran aufkommen, dass er die Lage als dramatisch erachtet. Tusk sieht den Fortbestand der Union nicht nur durch Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit in den EU-Staaten und das Verzagen der proeuropäischen Eliten gefährdet. Vielmehr schrieb er von «besorgniserregenden Bekanntmachungen der neuen amerikanischen Regierung», die er neben russischer Aggression, chinesischen Ambitionen sowie dem islamistischen Terror zu den grössten geopolitischen Risiken für die EU zählte. «Vor allem der Wechsel in Washington bringt die EU in eine schwierige Lage. Die neue Regierung scheint die vergangenen 70 Jahre der amerikanischen Aussenpolitik infrage zu stellen.» In der Tat sitzt erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg ein Präsident im Weissen Haus, der im Fortbestand der EU kein strategisches Interesse Amerikas sieht und daher nicht nur den Brexit ausdrücklich begrüsst, sondern weitere Mitgliedstaaten zum EU-Austritt zu ermuntern scheint. Die Geringschätzung für die Institutionen der westlichen Nachkriegsordnung teilt Trump mit dem russischen Autokraten Wladimir Putin, der die EU und die Nato schwächen oder zu Fall bringen will. Auf ein selbstbewusstes Auftreten gegenüber Trump dringt das EU-Parlament, wo die Einreisesperren gegen Menschen aus sieben muslimisch geprägten Ländern als kontraproduktiv im Kampf gegen den Terrorismus und als unvereinbar mit den Grundwerten westlicher Demokratien verurteilt wurden. Bereits sind Stimmen laut geworden, die Ted Malloch, den Trump angeblich als Botschafter zur EU nach Brüssel schicken will, das Agreement verweigern wollen. Die Ernennung des erklärten EU-Gegners, der die EU mit der Sowjetunion verglich, käme einem Affront gleich, den man Trump zutraut. Nicht nur gut angekommen ist Tusks Einladungsschreiben derweil bei einigen EU-Mitgliedstaaten, welche die Nennung der USA im gleichen Atemzug wie die terroristische Bedrohung als unglücklich betrachten. Ein hochrangiger Diplomat betont die langfristige Bedeutung der transatlantischen Beziehung und fordert eine koordinierte Kommunikationsstrategie. Die EU-Staaten könnten nicht einzeln auf jeden Tweet von Trump reagieren. Während der französische Präsident François Hollande eine starke Antwort an Trump fordert, macht der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban aus seiner Bewunderung für den US-Präsidenten kein Hehl. Offen ist darum, ob es den EU-Regierungschefs gelingen wird, das von Tusk eindringlich geforderte Signal der Einigkeit auszusenden. Beim Gipfel in Rom zu ihrem 60-jährigen Bestehen will die EU im März Prioritäten für die Zeit nach dem Brexit präsentieren, doch die Suche nach einer gemeinsamen Zukunftsvision verläuft harzig. [...] Merkel hat bisher betont gelassen, aber keineswegs kalt auf die Entwicklungen in den USA reagiert. Bereits bei der Gratulation zu Trumps Wahlsieg hatte sie es für nötig befunden, den höflichen Glückwünschen ihre praktisch als Bedingungen für die gedeihliche Zusammenarbeit formulierten Erwartungen nachzuschieben: eine Art von moralischer Versicherung dessen, was das transatlantische Verhältnis ausmacht. Als die letzte Gralshüterin des Westens möchte Merkel aber nicht wahrgenommen werden. Die Kanzlerin hat das Bild von der einsamen Verteidigerin des Westens mehrmals zurückgewiesen und im Gegenteil das Engagement vieler Europäer eingefordert, um für die eigenen Werte einzustehen. Sie tat dies aus persönlichen Erwägungen, aber auch, weil sie weiss, dass Deutschland nicht zum Anführen des Westens taugt. [...] Hinter den kleinen und grossen Gesten steckt auch eine grosse Portion Ratlosigkeit. Für Deutschlands Aussenpolitik sind funktionierende Institutionen essenziell. Sie schaffen erst den Rahmen für deutsche Entfaltung. Und weil bis zur Wahlnacht auch in Berlin kaum jemand ernsthaft mit einem Sieg Trumps gerechnet hatte, hatten nur wenige Parlamentarier, Diplomaten und Regierungsberater Kontakt zu dessen Team aufgenommen. Umso harziger verläuft die Anbahnung von Gesprächen. Der neue Aussenminister Sigmar Gabriel bezeichnete gleichwohl in seiner Antrittsrede die transatlantische Partnerschaft als einen der Grundpfeiler deutscher Aussenpolitik. Manch ein Politiker in Berlin wünschte sich härtere Worte als die der Kanzlerin; andere warnen vor Hysterie. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz begeisterte auch da seine Anhänger, indem er selbstbewusst erklärte, als Kanzler würde er Trump sagen, es sei nicht die Politik Deutschlands und Europas, mit der Abrissbirne durch diese Werteordnung zu laufen. Schulz bedient damit ein – bis auf die Trump lobende AfD – weitherum verbreitetes Gefühl. Ob er als Politiker mit Regierungsverantwortung tatsächlich so sprechen würde, ist fraglich. Die Gefahr, dass die deutsche Abscheu vor Trump eher den Antiamerikanismus bedient, besteht. --- </hier abknabbern> --- ©<https://www.nzz.ch/international/verunsicherte-fuehrung-des-alten-kontinents-europa-ringt-um-seine-haltung-zu-trump-ld.143394> > > Dazu kommt: Trump will pokern. Er provoziert mal. Und hat Lust am Spiel. > > Schlappschwänze die daraufhin gleich einknicken, achtet er nicht. > --- <hier abknabbern> --- Nach dem ersten Schock über die Wahl von Donald Trump hatten sich viele Beamte, Diplomaten und Politiker in Brüssel in die Hoffnung geflüchtet, am Ende werde alles nur halb so schlimm werden. Wie alle seine Vorgänger seit dem Zweiten Weltkrieg werde auch der künftige amerikanische Präsident die geopolitische Bedeutung der Nato und der EU erkennen. Genährt wurden diese Hoffnungen durch die künftigen Aussen- und Verteidigungsminister Rex Tillerson und James Mattis, die sich bei den Anhörungen im Senat jüngst kritischer gegenüber Russland und verlässlicher gegenüber der Nato äusserten als Trump. *Brüskierender Rundumschlag* Umso grösser waren am Montag die Irritationen über ein Interview, das Trump kurz vor der Amtsübernahme vom Freitag im seinem Turm in Manhattan der deutschen «Bild» und der britischen «Times» gewährt hatte. Erstmals seit der Wahl äusserte sich der «president elect» ausführlich zu Europa – wobei er der deutschen Autoindustrie mit WTO-widrigen Strafzöllen drohte, die Nato als «obsolet» und den Brexit als «grossartig» bezeichnete und seinen Rundumschlag mit der Prognose krönte, der EU stehe der Austritt weiterer Länder bevor. Trumps Betrachtungen sind erratisch genug, dass Österreichs Aussenminister Sebastian Kurz am EU-Aussenrat in Brüssel beschwichtigen konnte, man könne die neue Regierung erst an ihren Taten messen. Auch Sprecher der EU-Kommission und der Nato reagierten betont gelassen auf das Interview. Der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier zeigte sich zwar tief besorgt, betonte aber, er gehe davon aus, dass die USA auch künftig an einer Partnerschaft mit Europa interessiert seien. Doch Trumps Aussagen zeigen, dass der künftige US-Präsident eine Zeitenwende einleitet, weil er mit einem ganz neuen Weltbild über den Atlantik blickt. Bisher hatten Republikaner wie Demokraten nicht nur die Nato als Grundpfeiler amerikanischer Sicherheitspolitik betrachtet. Auch dass es im strategischen Interesse der USA liegt, dass die EU Europa politisch stabilisiert und für marktwirtschaftliche Verhältnisse sorgt, war unbestritten. Beim Nato-Gipfel im Juli in Polen hatte Barack Obama die Europäer noch eindringlich zum Schulterschluss und zu einem sanften Brexit angehalten, um vor dem Hintergrund der russischen Aggressionspolitik eine Schwächung des Westens und der US-Nachkriegsarchitektur zu verhindern. Trump hingegen ist ein «grosser Fan» von allem Möglichen, doch für die EU hat er wenig übrig. Er erklärte gar, es sei ihm gleichgültig, ob die EU weiter existiere. Die Union sieht er als Vehikel zur Durchsetzung deutscher Interessen, das gegründet worden sei, «um die USA im Handel zu schlagen». Den Briten versprach er nach dem Brexit den schnellen Abschluss eines Handelsabkommens. Schneller als gedacht bewahrheiten sich damit die Befürchtungen des abtretenden US-Botschafters in Brüssel, Anthony Gardner. Dieser hatte jüngst erklärt, der frühere Chef der britischen Nationalistenpartei Ukip und Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage habe grossen Einfluss auf Trumps Sicht auf Europa. Den künftigen US-Präsidenten warnte Gardner vor dem «Wahnsinn», die Zerschlagung der EU zu unterstützen. *Auftrieb für EU-Gegner* Mit seinem Wirtschaftsprotektionismus, der Skepsis gegenüber Migration und der Kritik an Angela Merkels Entscheidungen in der Flüchtlingskrise bestärkt Trump nicht nur rechtspopulistische EU-Gegner in Westeuropa. Trumps Geringschätzung für die EU, die freie Presse und die Gewaltentrennung geben auch dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban und dem starken Mann in Polen, Jaroslaw Kaczynski, Auftrieb. Bisher hatten deren autoritäre Verstösse gegen rechtsstaatliche Prinzipien auch Mahnungen aus Washington zur Folge gehabt. Nun hoffen die beiden auf einen Verbündeten gegen die EU, von der sie Kohäsionsgelder und einen offenen Binnenmarkt erwarten, aber keinerlei politische Einmischung. --- </hier abknabbern> --- ©<https://www.nzz.ch/international/trump-nato-ld.140147> M.f.G. -- Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie wird praktisch nie gelesen. Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur etwas komisch... ;-)
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| From | Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> |
|---|---|
| Date | 2017-02-03 11:37 +0100 |
| Message-ID | <o71mde$o3u$1@dont-email.me> |
| In reply to | #295547 |
Salve allerseits, Dr. Joachim Neudert schrieb: > Am 03.02.17 um 10:55 schrieb Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara: >> Dr. Joachim Neudert schrieb: >>> https://www.theguardian.com/world/2017/feb/02/european-union-trump-ambassador-ted-malloch-parliament >>> >>> Der Guardian hat es als erster exclusiv. >>> >>> Sehr gut... die EU will den auserkorenen US Botschafter nicht >>> akkreditieren, sondern zur persona non grata erklären. >>> >> --- <hier abknabbern> --- >> Im Europaparlament formiert sich Widerstand gegen den mutmaßlichen >> Kandidaten von US-Präsident Donald Trump für den Posten des >> US-Botschafters bei der EU. Die Fraktionschefs der Christdemokraten und >> der Liberalen riefen in einem Brief an EU-Ratspräsident Donald Tusk und >> EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker dazu auf, dem >> Wirtschaftsprofessor und Unternehmer Ted Malloch die Akkreditierung zu >> verweigern. >> >> [...] >> >> Damit ein Botschafter bei der Europäischen Union offiziell anerkannt >> wird, sind mehrere Schritte nötig. Hat nur ein EU-Staat Vorbehalte, >> scheitert der Kandidat. Im letzten Schritt wird der Kandidat vom >> Ratspräsidenten eingeladen und schließlich offiziell akkreditiert. >> --- </hier abknabbern> --- >> >> ©<https://www.tagesschau.de/ausland/eu-botschafter-malloch-101.html> >> >> Und Du glaubst ernsthaft, EU-Ratspräsident Donald Tusk, EU-Kommissionschef >> Jean-Claude Juncker oder sonst ein EU-Staat wird sich trauen, gegen den >> mutmaßlichen Kandidaten des US-Präsidenten zu votieren? Wovon träumst >> Du nachts? > > Absolutely werden sie das. Sonst können sie alle Selbstachtung abgegeben. > Das glaube ich erst, wenn ich es schriftlich vor mir habe... > Tusk hat in einem Brief an die EU-Staatschef offiziell vor Trump > gewarnt, als eine der Gefahren für den Fortbestand der EU, gleichrangig > mit der Ukraine-Krise. > > Klarer kann man es nicht sagen. > > 460 Millionen EU-Bürger nehmen das Hardball-Spiel nun auf. > --- <hier abknabbern> --- Ich möchte eine Wette abschließen. Auf diesen Kommentar hin wird es mindestens eine Leserzuschrift geben, die folgendes Zitat enthält: "Der Balkan ist mir nicht die gesunden Knochen eines einzigen pommerschen Grenadiers wert." Reichskanzler Otto von Bismarck sagte dies auf der Berliner Balkan-Konferenz des Jahres 1878. Ist also schon lange her, den Deutschen aber ist der Satz bis heute geläufig geblieben. Er kommt ihnen leicht über die Lippen. Denn hinter der Autorität Bismarcks können sie ihre eigene Bequemlichkeit leicht verbergen. Balkan? Bitte nicht! Wir haben doch schon Trump und den Brexit, die Flüchtlinge und die Populisten. Es reicht! Nun, es reicht nicht. Der Balkan gehört auf die Tagesordnung der Europäischen Union, und zwar weit nach oben. Das mag jetzt etwas seltsam klingen angesichts der Tatsache, dass ein wütender, unberechenbarer Mann das mächtigste Amt der Welt bekleidet, der es vermutlich darauf angelegt hat, die Europäische Union zu zerlegen. Doch wenn Europas Welt zerbricht, tut sie es dort, wo sie bereits äußerst fragil ist, und wo mächtige Kräfte von außen auf sie einwirken. Das ist auf dem Balkan der Fall. Vor mehr als 25 Jahren wurde dort der letzte einer Reihe von Kriegen ausgefochten. Die Nato bombardierte Jugoslawien mit deutscher Beteiligung. Seitdem schweigen die Waffen. Es begann in der Region das lange Warten auf eine Mitgliedschaft in der EU. Kroatien und Slowenien haben es geschafft. Serbien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Mazedonien, das Kosovo und Albanien stehen in der Schlange. Nach vielen Jahren des Wartens werden ihnen langsam die Beine müde. Da das Ziel in immer weitere Ferne rückt, breitet sich zunehmend Unruhe aus. Viele beginnen sich zu fragen, ob sie denn nicht woanders hingehen sollten, vielleicht gibt es ja bessere Möglichkeiten als die EU. An Angeboten fehlt es nicht. Wladimir Putin aus Moskau lockt nach Kräften, Recep Tayyip Erdoğan aus der Türkei ebenfalls, und die extremistischen Islamisten aus den Golfstaaten, die in Europa gern einen Fuß in der Tür hätten, pumpen kräftig Geld in die Region. Es gehört zu den Lebenslügen der Europäischen Union, zu glauben, der Balkan könne ihr nicht verloren gehen, weil diese Staaten keine Alternative zur Mitgliedschaft in der EU hätten. Die Alternativen mögen schrecklich sein, aber sie sind da, und sie gewinnen an Attraktivität. Die Nationalisten des Balkans testen angesichts der Schwäche der EU schon mal aus, wie weit sie gehen können. Am 14. Januar fuhr ein Zug von Belgrad in den Kosovo. Das Ziel war die serbische Stadt Mitrovica. Der Zug war mit Ikonen und Motiven der orthodoxen Klöster des Kosovos ausgeschmückt. Er trug die in mehreren Sprachen angebrachte Aufschrift "Kosovo ist Serbien". Die Albaner des Kosovos konnten das nur als Provokation empfinden. Der Präsident des Kosovos schickte dem Zug Grenzschützer mit gepanzerten Fahrzeugen entgegen, bewaffnete Serben des Kosovos machten sich auf zur Grenzstation. Die serbische Regierung stoppte den Zug im letzten Moment. Wäre das nicht geschehen, es wäre zum gewaltsamen Konflikt gekommen. Und wer soll so etwas eigentlich verhindern können? Die paar Tausend Soldaten der multinationalen KFor-Mission? Das kann man sich derzeit kaum vorstellen. Selbst wenn sie militärisch dazu in der Lage wären, es fehlt ihnen die entschlossene Führung. Es fehlt der politische Wille der Europäischen Union. Niemand glaubt, dass sie entschieden dazwischengehen würde. Sie scheut den Konflikt. Das gilt für die schleichende Abspaltung der Teilrepublik Republika Srpska von Bosnien-Herzegowina, das gilt für den gefährlichen Stillstand in Mazedonien, das gilt für Montenegro und seinen undurchsichtigen Kampf zwischen prorussischen Serben und prowestlichen Montenegrinern. Nicht Amerika, nicht Russland und nicht die Türkei – die Europäische Union ist die Ordnungsmacht auf dem Balkan. Ob sie es will oder nicht. Die EU muss diese Rolle ausfüllen, sonst nimmt sie in der Region niemand mehr ernst. Sonst öffnen sich die Einfallstore für Putin, Erdoğan, die Golfstaaten und nun auch für Trump wie von selbst. --- </hier abknabbern> --- ©<http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-02/balkan-europaeische-union-konflikte-5vor8> M.f.G. -- Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie wird praktisch nie gelesen. Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur etwas komisch... ;-)
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| From | "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> |
|---|---|
| Date | 2017-02-03 12:26 +0100 |
| Message-ID | <o71pdu$lvj$1@news.albasani.net> |
| In reply to | #295551 |
Am 03.02.17 um 11:37 schrieb Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara: > Salve allerseits, > > Dr. Joachim Neudert schrieb: >> Am 03.02.17 um 10:55 schrieb Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara: >>> Dr. Joachim Neudert schrieb: >>>> https://www.theguardian.com/world/2017/feb/02/european-union-trump-ambassador-ted-malloch-parliament >>>> >>>> Der Guardian hat es als erster exclusiv. >>>> >>>> Sehr gut... die EU will den auserkorenen US Botschafter nicht >>>> akkreditieren, sondern zur persona non grata erklären. >>>> >>> --- <hier abknabbern> --- >>> Im Europaparlament formiert sich Widerstand gegen den mutmaßlichen >>> Kandidaten von US-Präsident Donald Trump für den Posten des >>> US-Botschafters bei der EU. Die Fraktionschefs der Christdemokraten und >>> der Liberalen riefen in einem Brief an EU-Ratspräsident Donald Tusk und >>> EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker dazu auf, dem >>> Wirtschaftsprofessor und Unternehmer Ted Malloch die Akkreditierung zu >>> verweigern. >>> >>> [...] >>> >>> Damit ein Botschafter bei der Europäischen Union offiziell anerkannt >>> wird, sind mehrere Schritte nötig. Hat nur ein EU-Staat Vorbehalte, >>> scheitert der Kandidat. Im letzten Schritt wird der Kandidat vom >>> Ratspräsidenten eingeladen und schließlich offiziell akkreditiert. >>> --- </hier abknabbern> --- >>> >>> ©<https://www.tagesschau.de/ausland/eu-botschafter-malloch-101.html> >>> >>> Und Du glaubst ernsthaft, EU-Ratspräsident Donald Tusk, EU-Kommissionschef >>> Jean-Claude Juncker oder sonst ein EU-Staat wird sich trauen, gegen den >>> mutmaßlichen Kandidaten des US-Präsidenten zu votieren? Wovon träumst >>> Du nachts? >> >> Absolutely werden sie das. Sonst können sie alle Selbstachtung abgegeben. >> > Das glaube ich erst, wenn ich es schriftlich vor mir habe... Langsam wird auch unsere Presse aufmerksam: http://www.sueddeutsche.de/politik/die-usa-und-europa-der-mann-der-die-eu-in-die-naehe-der-sowjetunion-rueckt-1.3362386
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| From | "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> |
|---|---|
| Date | 2017-02-03 12:40 +0100 |
| Message-ID | <o71q7l$can$1@news.albasani.net> |
| In reply to | #295574 |
> Langsam wird auch unsere Presse aufmerksam: > > http://www.sueddeutsche.de/politik/die-usa-und-europa-der-mann-der-die-eu-in-die-naehe-der-sowjetunion-rueckt-1.3362386 > Und die NYT: https://www.nytimes.com/2017/02/02/world/europe/trump-european-union.html?hp&action=click&pgtype=Homepage&clickSource=story-heading&module=a-lede-package-region®ion=top-news&WT.nav=top-news&_r=0 "One impact of Mr. Trump that Mr. Tusk is clearly hoping for, Mr. Grant said, is “to reinforce a feeling of solidarity among mainstream European politicians.”
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| From | Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> |
|---|---|
| Date | 2017-02-03 13:42 +0100 |
| Message-ID | <o71too$jjf$1@dont-email.me> |
| In reply to | #295574 |
Salve allerseits, Dr. Joachim Neudert schrieb: > Am 03.02.17 um 11:37 schrieb Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara: >> Dr. Joachim Neudert schrieb: >>> Am 03.02.17 um 10:55 schrieb Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara: >>>> Dr. Joachim Neudert schrieb: >>>>> https://www.theguardian.com/world/2017/feb/02/european-union-trump-ambassador-ted-malloch-parliament >>>>> >>>>> Der Guardian hat es als erster exclusiv. >>>>> >>>>> Sehr gut... die EU will den auserkorenen US Botschafter nicht >>>>> akkreditieren, sondern zur persona non grata erklären. >>>>> >>>> --- <hier abknabbern> --- >>>> Im Europaparlament formiert sich Widerstand gegen den mutmaßlichen >>>> Kandidaten von US-Präsident Donald Trump für den Posten des >>>> US-Botschafters bei der EU. Die Fraktionschefs der Christdemokraten und >>>> der Liberalen riefen in einem Brief an EU-Ratspräsident Donald Tusk und >>>> EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker dazu auf, dem >>>> Wirtschaftsprofessor und Unternehmer Ted Malloch die Akkreditierung zu >>>> verweigern. >>>> >>>> [...] >>>> >>>> Damit ein Botschafter bei der Europäischen Union offiziell anerkannt >>>> wird, sind mehrere Schritte nötig. Hat nur ein EU-Staat Vorbehalte, >>>> scheitert der Kandidat. Im letzten Schritt wird der Kandidat vom >>>> Ratspräsidenten eingeladen und schließlich offiziell akkreditiert. >>>> --- </hier abknabbern> --- >>>> >>>> ©<https://www.tagesschau.de/ausland/eu-botschafter-malloch-101.html> >>>> >>>> Und Du glaubst ernsthaft, EU-Ratspräsident Donald Tusk, EU-Kommissionschef >>>> Jean-Claude Juncker oder sonst ein EU-Staat wird sich trauen, gegen den >>>> mutmaßlichen Kandidaten des US-Präsidenten zu votieren? Wovon träumst >>>> Du nachts? >>> >>> Absolutely werden sie das. Sonst können sie alle Selbstachtung abgegeben. >>> >> Das glaube ich erst, wenn ich es schriftlich vor mir habe... > > > Langsam wird auch unsere Presse aufmerksam: > > http://www.sueddeutsche.de/politik/die-usa-und-europa-der-mann-der-die-eu-in-die-naehe-der-sowjetunion-rueckt-1.3362386 > --- <hier abknabbern> --- Die Achillesferse deutscher Sicherheitspolitik war gut sichtbar, als die Bundeskanzlerin kürzlich mit Hollande die Verlängerung der Sanktionen gegen Russland vorgab. Deren Wirkungskraft hängt aber seit 2013 von der militärischen Rückendeckung durch die USA ab. Trump, so scheint es, will ein anderes, weniger transatlantisch gefärbtes Verhältnis zu Putin. Gegen die USA lässt sich Merkels Russland-Kurs jedoch nicht durchhalten. Das wird sie im Frühjahr 2017 zu spüren bekommen. Putin weiß das. Sollte Trump seinen pro-russischen Kurs im Amt fortsetzen – und es sieht alles danach aus – wird die zentrale strategische Grundlage deutscher Sicherheitspolitik erschüttert: der Wegfall der konventionellen und nuklearen Abschreckung gegenüber Russland durch die NATO. Die Antwort auf den Wegfall des strategischen Schutzes für unsere nationale Sicherheit muss daher lauten: Deutschland braucht Atomwaffen. Es scheint aber, dass viele Deutsche, die sich an Sicherheit und Wohlstand gewöhnt haben oder schlicht darin aufgewachsen sind, nicht wissen, warum diese strategische Absicherung sowohl von unmittelbarer militärischer als auch von existentiell politischer Bedeutung ist. Dass dieses Thema bisher tabuisiert wird, zeigt gleichzeitig, wie wenig der wichtige Anstoß Gaucks aus dem Jahre 2014 tatsächlich die strategischen Instinkte der sicherheitspolitischen Elite geschärft hat. Tatsächlich besteht die Bedrohung durch Putins Russland in dem strategischen und konventionellen Ungleichgewicht, das beim Wegfall der Abschreckung entstünde. Es ist mithin unschwer zu erkennen, dass Putin ein solches militärisches Machtungleichgewicht schonungslos zu seinem politischen Vorteil ausnutzen würde. Putin will kein demokratisches und marktorientiertes Europa – das hat er unüberhörbar wieder und wieder klar gemacht. Zuletzt in der Ukraine. Putin will vielmehr das Trauma von 1991 revidieren. Aber genau das, seine sogenannte europäische Friedensordnung von Wladiwostock bis nach Lissabon, verbietet sich als außenpolitischer Grundrahmen für uns und nicht zuletzt die Osteuropäer. Hier geht es um die Essenz unserer vitalen Interessen und politischen Lebensvorstellungen. Ein Deutschland hingegen, das die Macht von Putins Russland begrenzen will, um unabhängig und damit politisch unbeugsam ein Europa aufrechtzuerhalten, das unseren innen- und außenpolitischen Handlungsspielraum erhält, muss dies militärisch und damit nuklear tun. Alles andere ist Illusion, da es Putins wachsende, revisionistischen Machtansprüche in einem nicht-US-geschützten Europa naiv unterschätzt. Denn, historisch betrachtet: Erstarkende Großmächte reden solange täuschend über die Gleichheit unter Großmächten, bis sie sie haben. Wenn sie diese dann haben, reden sie nicht mehr von Gleichheit gegenüber kleineren Staaten. Viel (Handlungsspiel-) Raum für Deutschland ist in solchem Denken nicht vorhanden. Staaten sind nun einmal nur nach dem Völkerrecht formal gleich. Abgesehen von Fundamentalkritikern der Bewaffnung Deutschlands mit Nuklearwaffen entgegnen einige nun, dass die vorhersehbare Reaktion der Nachbarn die Anschaffung ohnehin scheitern lassen würde. Ob das wirklich so wäre, lässt sich bezweifeln. Betrachtet man die euphorischen Rufe nach mehr und vor allem militärischer deutscher Führung in der Ukraine-Krise, nicht zuletzt und besonders stark bedingt durch die enorme Angstperzeption derer, die sich vor nur 25 Jahren von der sowjetischen Diktatur freigekämpft haben, dann ist es auf keinen Fall zwingend, dass sich eben diese Staaten einem atomaren Deutschland in den Weg stellten. Der Zweck der nuklearen Machtprojektion ist legitim, weil er geteilt wird. Berlin bräuchte unter solchen existentiellen Umständen auch nicht erst den Konsens der anderen 27 EU-Mitglieder einzuwerben; ein Unterfangen, das anderenfalls Russland reichlich Zeit geben würde, dies in hybrider Form zu konterkarieren. Deutschland muss Gauck ernst nehmen und in einer solchen Situation initiativen Führungswillen zeigen. Andere Kritiker sagen, man solle etwaige Überlegungen doch mit Frankreich und Großbritannien zusammen anstellen. Betrachtet man die Arsenale der beiden Sicherheitsratsmitglieder jedoch, fällt auf, dass sie zu geringen Umfangs, zu taktisch ausgerichtet und teilweise veraltet sind und damit in keiner Weise umfassende Abschreckung liefern können. Und zum anderen gilt auch hier die realistische Erkenntnis, sich auf sich selber zu verlassen. Das Konzept der erweiterten Abschreckung beinhaltet nämlich immer auch die zentrale Schwäche von Bündnissen: Kann sich der schwächere Partner (hier ein nicht-nukleares Deutschland) wirklich darauf verlassen, dass sich der stärkere Partner (z.B. Großbritannien) im Ernstfall atomar für ihn verbürgt und Russland atomar entgegenstellt? In einem worst-case Szenario muss Deutschland hingegen für sich selber einstehen können. Das ist es seiner Bevölkerung schuldig. Und schließlich warnen manche davor, dass Deutschland aus dem nuklearen Nichtverbreitungsvertrag austreten müsste, dies aber nur dann möglich sei, wenn Zweifel an gegebene (US-) Nukleargarantien de facto bestätigt seien. Anders gesagt: Wir sollen abwarten, bis Trump seine Politik formalisiert hat. Aber kann es sich Deutschland leisten, solange zu warten? Ist nicht die öffentliche Infragestellung der Glaubwürdigkeit der NATO (‚obsolete‘) ein hinreichender Grund, die deutsche Sicherheitspolitik grundlegend neu zu denken? Sicherheitspolitik kann nicht nur reaktiv sein, sie muss in kritischen Zeiten initiativ und präventiv sein. Die zentrale strategische Frage für 2017 lautet also: Wie kompensiert Deutschland den möglichen Wegfall des nuklearen Abschreckungsschirms? Die umfassende atomare Bewaffnung Deutschlands ist das zentrale Mittel, um ein Europa, das nicht durch die USA abgesichert ist, so zu erhalten, wie es unseren liberalen Lebensvorstellungen entspricht. --- </hier abknabbern> --- ©<https://causa.tagesspiegel.de/politik/europa-und-die-weltweiten-krisen/deutschland-braucht-atomwaffen.html> M.f.G. -- Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie wird praktisch nie gelesen. Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur etwas komisch... ;-)
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| From | Holger Marzen <holger@marzen.de> |
|---|---|
| Date | 2017-02-03 12:44 +0000 |
| Message-ID | <o71tvb$qap$1@news.marzen.de> |
| In reply to | #295589 |
* On Fri, 3 Feb 2017 13:42:39 +0100, Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara wrote: >> http://www.sueddeutsche.de/politik/die-usa-und-europa-der-mann-der-die-eu-in-die-naehe-der-sowjetunion-rueckt-1.3362386 >> > --- <hier abknabbern> --- > Die Achillesferse deutscher Sicherheitspolitik war gut sichtbar, als die > Bundeskanzlerin kürzlich mit Hollande die Verlängerung der Sanktionen > gegen Russland vorgab. Deren Wirkungskraft hängt aber seit 2013 von der > militärischen Rückendeckung durch die USA ab. Trump, so scheint es, will > ein anderes, weniger transatlantisch gefärbtes Verhältnis zu Putin. > Gegen die USA lässt sich Merkels Russland-Kurs jedoch nicht durchhalten. > Das wird sie im Frühjahr 2017 zu spüren bekommen. Putin weiß das. > > Sollte Trump seinen pro-russischen Kurs im Amt fortsetzen – und es sieht > alles danach aus – wird die zentrale strategische Grundlage deutscher > Sicherheitspolitik erschüttert: der Wegfall der konventionellen und > nuklearen Abschreckung gegenüber Russland durch die NATO. Die Antwort > auf den Wegfall des strategischen Schutzes für unsere nationale > Sicherheit muss daher lauten: Deutschland braucht Atomwaffen. Auf die Idee, mit Russland Handel zu treiben, kommt die Süddeutsche nicht. Mein lieber Mann, die transatlantische Umerziehung hat eine ganze Generation von Journalisten unbrauchbar gemacht.
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| From | Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> |
|---|---|
| Date | 2017-02-03 15:13 +0100 |
| Message-ID | <o7232i$7lf$1@dont-email.me> |
| In reply to | #295590 |
Salve allerseits, Holger Marzen schrieb: > * On Fri, 3 Feb 2017 13:42:39 +0100, Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara wrote: > >>> http://www.sueddeutsche.de/politik/die-usa-und-europa-der-mann-der-die-eu-in-die-naehe-der-sowjetunion-rueckt-1.3362386 >>> >>| --- <hier abknabbern> --- >>| Die Achillesferse deutscher Sicherheitspolitik war gut sichtbar, als die >>| Bundeskanzlerin kürzlich mit Hollande die Verlängerung der Sanktionen >>| gegen Russland vorgab. Deren Wirkungskraft hängt aber seit 2013 von der >>| militärischen Rückendeckung durch die USA ab. Trump, so scheint es, will >>| ein anderes, weniger transatlantisch gefärbtes Verhältnis zu Putin. >>| Gegen die USA lässt sich Merkels Russland-Kurs jedoch nicht durchhalten. >>| Das wird sie im Frühjahr 2017 zu spüren bekommen. Putin weiß das. >> >>| Sollte Trump seinen pro-russischen Kurs im Amt fortsetzen – und es sieht >>| alles danach aus – wird die zentrale strategische Grundlage deutscher >>| Sicherheitspolitik erschüttert: der Wegfall der konventionellen und >>| nuklearen Abschreckung gegenüber Russland durch die NATO. Die Antwort >>| auf den Wegfall des strategischen Schutzes für unsere nationale >>| Sicherheit muss daher lauten: Deutschland braucht Atomwaffen. > > Auf die Idee, mit Russland Handel zu treiben, kommt die Süddeutsche > nicht. > Der Tagesspiegel ist aber eine Berliner Regionalzeitung – und daraus stammt die obige Kolumne, was ich BTW auch angegeben habe... > Mein lieber Mann, die transatlantische Umerziehung hat eine ganze > Generation von Journalisten unbrauchbar gemacht. > --- <hier abknabbern> --- Eigentlich war das Treffen der Außenminister der USA und Deutschlands ein Routinetermin. Schließlich sind beide Minister neu im Amt und da gehören solche Treffen zum Protokoll. Doch in einer Zeit, in der der US-Präsident schon kurz nach seiner Amtseinführung von der politischen Klasse auf eine Ebene mit Putin gestellt wurde und ein FDP-Politiker sogar ein Einreiseverbot ins Gespräch brachte, hat dieses Treffen doch mehr Aufmerksamkeit erregt. Nun sind die Verbalinjurien zwischen Trump und deutschen Politkern das eine, für das alltägliche Geschäft sind dann die Außenminister zuständig. Das zeigte sich schon beim Telefongespräch zwischen Merkel und Trump. Das Presseamt der Bundesregierung erklärte, beide Seiten hätten betont, "wie wichtig eine enge deutsch-amerikanische Zusammenarbeit für Sicherheit und Wohlstand ihrer Länder sei". "*Ausgezeichnete bilaterale Beziehungen*" Beide wollten "die ohnehin schon ausgezeichneten bilateralen Beziehungen in den nächsten Jahren noch vertiefen". Nun wird diese Art von postfaktischer Wahrheit nicht Lüge oder Fake-News, sondern Diplomatie genannt. Die Mischung aus diesen Phrasen von ausgezeichneten Beziehungen und die gegenseitigen Drohungen werden aber sicherlich auch in Zukunft das Verhältnis zwischen Deutschland und den EU bestimmen und haben mit dem Regierungsantritt von Trump nur teilweise zu tun. Der Theaterdonner der letzten Tage im deutsch-amerikanischen Verhältnis hat neben viel Rhetorik und Egomanie einen realen Hintergrund. Deutschland und USA treten als Kontrahenten auf dem kapitalistischen Weltmarkt gegeneinander an. Da werden natürlich weiter auch gemeinsame Interessen ausgelotet und es wird Gebiete mit begrenzter Kooperation geben. Aber die Grundtendenz des deutsch-amerikanischen Verhältnisses ist die eben die Konkurrenz. "*Trump-Psychologie" statt Debatte über deutsch-amerikanische Interessen* Dabei ist es fatal, dass sich die Trump-Kritiker vor allem auf die besonderen Charaktereigenschaften, die Egozentrik und die Psychologie des neuen US-Präsidenten kaprizieren, die sicher nicht unwichtig sind, aber eben auch verhindern, dass der eigentliche Grund für die deutsch-amerikanische Entfremdung zur Sprache kommt: Die Interessen sind in vielen Bereichen verschieden und gehen weiter auseinander. Da beschäftigte sich die Kritik von Trumps Handelsberater Peter Navarro an Deutschland schon viel konkreter mit den realen Gründen für die unterschiedlichen Interessen. Wenn er Deutschland vorwirft, dass es den stark unterbewerteten Euro einsetzt, um seine Handelspartner in Europa und in den USA "auszubeuten", dann trifft er den Nerv vieler Menschen in europäischen Ländern (Trump gegen Merkel, die USA gegen Deutschland?[1]). Die These von Navorra ist weder neu noch besonders originell. Trumps innenpolitischer Gegner George Soros äußerte[2] bereits vor fast fünf Jahren: "Deutschland muss führen oder aus dem Euro austreten." In vielen Ländern der europäischen Peripherie wird Trump mit seiner Kritik an der wirtschaftlichen Rolle Deutschlands auf offene Ohren stoßen. Schließlich wurde vor 5 Jahren in vielen europäischen Ländern "Deutsch-Europa" als Hegemon gesehen, der den Rest der EU ausbeuten und unterwerfen will. Merkel war nicht nur in Griechenland, sondern auch in Portugal und Italien die unbeliebteste europäische Politikerin. Die Unterwerfung der von der Syriza geführten griechischen Regierung unter das Austeritätsprogramm von "Deutsch-Europa" hat die Kritik an Deutschland, aber auch die Angst vor Deutschland erhöht. Vor allem in vielen Ländern der europäischen Peripherie wurde die Unterwerfung Griechenlands durchaus als Gewalt gesehen. Die Spaltung der EU in ein "Deutsch-Europa" und den Rest der Länder ist seitdem Realität. Da aber der Rest der Länder selber ganz unterschiedliche politische Bedingungen hat, konnte Deutschland die innereuropäische Opposition bisher weitgehend ignorieren. *Die von Deutschland beherrschte EU ist fragil* Diese Spaltung könnte auch innerhalb der EU durchaus noch zu Zerreißproben führen. Daher auch die Angst, dass die EU durch Trump, Putin und Erdogan manipuliert und bedroht wird, die einen sehr realen Hintergrund hat. Die EU nach dem Nutzen Deutschlands ist ein solch fragiles Gebilde, die Widersprüche sind hausgemacht und brauchen dann nur von wem auch immer ausgenutzt werden. Dass Widersprüche zwar nicht von außen geschaffen, aber natürlich instrumentell genutzt werden können, ist eine Erkenntnis, die sich auch im Zusammenhang mit der EU-Krise durchsetzen sollte. In erster Linie sind nicht Trump, Putin oder Erdogan dafür verantwortlich, sondern Deutschland, das in seiner Rolle als Hegemonialmacht Europas immer mehr infrage gestellt wird. Man sieht aktuell, dass Ungarn sich mit Putin wesentlich besser versteht als mit Merkel und dass gleichzeitig die "Deutsch-EU" einen innenpolitischen Streit in Rumänien über eine Amnestie - nicht nur für korruptionsverdächtige Politiker - zu einer massiven Einmischung in die rumänische Innenpolitik nutzt. Auch dieses Mal wird viel von europäischen Werten geredet. Doch eigentlich geht es darum, ob die pro-deutsche Fraktion, die von den rumänischen Präsidenten repräsentiert wird, oder die eher russlandfreundlichen Kräfte im Land an Einfluss gewinnen. Die von der "Deutsch-EU" unterstützen Kräfte scheuen wie beim Umsturz in der Ukraine weder den Kontakt zur offenen Rechten, noch wollen sie auf Gewalt gegen die bürgerlich-demokratisch zustande gekommene Regierung verzichten. So werden die so viel strapazierten europäischen Werte als Waffe zur Disziplinierung unbotmäßiger Regierungen genutzt. Dass dann die britische Bevölkerung mit dem Brexit-Votum signalisierte, dass es auch die eigentlich nicht vorgesehene Exitstrategie aus der EU gibt, ist die Nervosität in der "Deutsch-EU" noch gewachsen. Dabei gibt es durchaus Ökonomen, die auch im Brexit eine Entscheidung sehen, die der deutschen Wirtschaft nutzt. Doch das Signal der Brexit-Abstimmung - "Es gibt auch ein Leben ohne die EU" - besorgt die Sachverwalter der deutscheuropäischen Interessen, so dass die Denunziation des Brexit überwiegt. --- </hier abknabbern> --- ©<https://www.heise.de/tp/features/Aussenminister-Gabriel-in-den-USA-3616978.html?view=print> Deutsch-Europa wird ergo schlicht Atomwaffen brauchen, um seine höchst fragile Hegemonie weiter aufrechtzuerhalten... M.f.G. -- Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie wird praktisch nie gelesen. Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur etwas komisch... ;-)
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| From | Heiko Rost <heiko.rost@gmx.de> |
|---|---|
| Date | 2017-02-03 14:14 +0100 |
| Message-ID | <o7238m.378.1@ID-23555.user.uni-berlin.de> |
| In reply to | #295589 |
Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara schrieb:
> Die zentrale strategische Frage für 2017 lautet also: Wie kompensiert
> Deutschland den möglichen Wegfall des nuklearen Abschreckungsschirms?
> Die umfassende atomare Bewaffnung Deutschlands ist das zentrale Mittel,
> um ein Europa, das nicht durch die USA abgesichert ist, so zu erhalten,
> wie es unseren liberalen Lebensvorstellungen entspricht.
Genau, scheiß auf irgendwelche friedliche Beziehungen mit anderen
Staaten, Kalter Krieg 2.0 ist die Lösung. Wenn andere, sagen wir mal am
Persischen Golf, zur Sicherung ihrer Lebensvorstellungen Atomwaffen
haben wollen, dürfte die ziemlich schnell Besuch ausländischer Truppen
bekommen, um ihnen klar zu machen, daß sowas eine gefährliche Bedrohung
der freien Welt ist und auf keinen Fall toleriert werden kann.
Gruß Heiko
--
Die Seele ist eine treulose Tomate. Wenn es ihr gut tut, belügt sie auch
sich selbst.
Tom Borg
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| From | Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> |
|---|---|
| Date | 2017-02-03 15:30 +0100 |
| Message-ID | <o7243k$bem$1@dont-email.me> |
| In reply to | #295596 |
Salve allerseits, Heiko Rost schrieb: > Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara schrieb: > >>| Die zentrale strategische Frage für 2017 lautet also: Wie kompensiert >>| Deutschland den möglichen Wegfall des nuklearen Abschreckungsschirms? >>| Die umfassende atomare Bewaffnung Deutschlands ist das zentrale Mittel, >>| um ein Europa, das nicht durch die USA abgesichert ist, so zu erhalten, >>| wie es unseren liberalen Lebensvorstellungen entspricht. > > Genau, scheiß auf irgendwelche friedliche Beziehungen mit anderen > Staaten, Kalter Krieg 2.0 ist die Lösung. Wenn andere, sagen wir mal am > Persischen Golf, zur Sicherung ihrer Lebensvorstellungen Atomwaffen > haben wollen, dürfte die ziemlich schnell Besuch ausländischer Truppen > bekommen, um ihnen klar zu machen, daß sowas eine gefährliche Bedrohung > der freien Welt ist und auf keinen Fall toleriert werden kann. > Das könnte auch auf D treffen! Aber was ist die Alternative? Glaubst Du ernsthaft, dass Marine Le Pen das Leben auch nur eines Fremdenlegionärs für D riskieren wird? Vor allem, da die OLAF-Kampagne gegen Le Pen ausgerechnet von Schulz an den Haaren herbeigezogen wurde? M.f.G. -- Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie wird praktisch nie gelesen. Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur etwas komisch... ;-)
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| From | Heiko Rost <heiko.rost@gmx.de> |
|---|---|
| Date | 2017-02-03 15:57 +0100 |
| Message-ID | <o7298d.1i8.1@ID-23555.user.uni-berlin.de> |
| In reply to | #295615 |
Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara schrieb:
> Das könnte auch auf D treffen! Aber was ist die Alternative? Glaubst Du
> ernsthaft, dass Marine Le Pen das Leben auch nur eines Fremdenlegionärs
> für D riskieren wird?
Ich hatte eher gehofft, daß die Zeiten vorbei sind, zu denen sich
Staaten nur dann sicher fühlen, wenn sie den Rest der Welt auslöschen
können.
> Vor allem, da die OLAF-Kampagne gegen Le Pen
> ausgerechnet von Schulz an den Haaren herbeigezogen wurde?
Paßt doch zu Kalter Krieg 2.0: Mit Soldaten bekämpfen geht nicht, also
nimmt man Diplomaten oder Spione.
Gruß Heiko
--
Es gibt ein Auge der Seele, mit ihm allein kann man die Wahrheit sehen.
Platon
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| From | Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> |
|---|---|
| Date | 2017-02-03 16:14 +0100 |
| Message-ID | <o726l4$l40$1@dont-email.me> |
| In reply to | #295618 |
Salve allerseits, Heiko Rost schrieb: > Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara schrieb: > >> Das könnte auch auf D treffen! Aber was ist die Alternative? Glaubst Du >> ernsthaft, dass Marine Le Pen das Leben auch nur eines Fremdenlegionärs >> für D riskieren wird? > > Ich hatte eher gehofft, daß die Zeiten vorbei sind, zu denen sich > Staaten nur dann sicher fühlen, wenn sie den Rest der Welt auslöschen > können. > Dein Idealismus in Ehren! Aber deine Hoffnungen sind schnöde Illusionen! Der Mensch ist, wie er ist – und solange sich das nicht ändert, werden deine Illusionen nur im Star-Trek-Universum Realität... M.f.G. -- Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie wird praktisch nie gelesen. Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur etwas komisch... ;-)
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| From | Lothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de> |
|---|---|
| Date | 2017-02-03 02:43 -0800 |
| Message-ID | <08252d6d-fb8e-4e03-97fe-0769f4178d42@googlegroups.com> |
| In reply to | #295547 |
Dr. Joachim Neudert tat kund: > Am 03.02.17 um 10:55 schrieb Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara: > > Salve allerseits, > > > > Dr. Joachim Neudert schrieb: > >> https://www.theguardian.com/world/2017/feb/02/european-union-trump-ambassador-ted-malloch-parliament > >> > >> Der Guardian hat es als erster exclusiv. > >> > >> Sehr gut... die EU will den auserkorenen US Botschafter nicht > >> akkreditieren, sondern zur persona non grata erklären. > >> > > --- <hier abknabbern> --- > > Im Europaparlament formiert sich Widerstand gegen den mutmaßlichen > > Kandidaten von US-Präsident Donald Trump für den Posten des > > US-Botschafters bei der EU. Die Fraktionschefs der Christdemokraten und > > der Liberalen riefen in einem Brief an EU-Ratspräsident Donald Tusk und > > EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker dazu auf, dem > > Wirtschaftsprofessor und Unternehmer Ted Malloch die Akkreditierung zu > > verweigern. > > > > [...] > > > > Damit ein Botschafter bei der Europäischen Union offiziell anerkannt > > wird, sind mehrere Schritte nötig. Hat nur ein EU-Staat Vorbehalte, > > scheitert der Kandidat. Im letzten Schritt wird der Kandidat vom > > Ratspräsidenten eingeladen und schließlich offiziell akkreditiert. > > --- </hier abknabbern> --- > > > > ©<https://www.tagesschau.de/ausland/eu-botschafter-malloch-101.html> > > > > Und Du glaubst ernsthaft, EU-Ratspräsident Donald Tusk, EU-Kommissionschef > > Jean-Claude Juncker oder sonst ein EU-Staat wird sich trauen, gegen den > > mutmaßlichen Kandidaten des US-Präsidenten zu votieren? Wovon träumst > > Du nachts? > > > > M.f.G. > > > > Absolutely werden sie das. Sonst können sie alle Selbstachtung abgegeben. > > Tusk hat in einem Brief an die EU-Staatschef offiziell vor Trump > gewarnt, als eine der Gefahren für den Fortbestand der EU, gleichrangig > mit der Ukraine-Krise. > > Klarer kann man es nicht sagen. > > 460 Millionen EU-Bürger nehmen das Hardball-Spiel nun auf. Sind die Volksentscheide alle gleichzeitig? > > Lies den Guardian-Artikel, was dieser Mr. sagt und plant. Wenn sie DEN > zulassen und ihm die Akkreditierung geben, können sie sich sofort vom > Kliff stürzen. Der US-Botschafters bei der EU kann die EU zerstören? Was ist das denn für ein Laden?
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