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Groups > de.sci.physik > #142338
| From | Thomas Heger <ttt_heg@web.de> |
|---|---|
| Newsgroups | de.sci.physik |
| Subject | Re: Leicht OT: Klimawandel |
| Date | 2022-10-21 08:31 +0200 |
| Message-ID | <jresm1Fibl5U1@mid.individual.net> (permalink) |
| References | (22 earlier) <jr1p77Fg3sjU1@mid.individual.net> <jr48jgFt5arU1@mid.individual.net> <634D033B.FD7AC34@yahoo.com> <jr6vo0Fbht8U1@mid.individual.net> <634EC923.DD7A6516@yahoo.com> |
Am 18.10.2022 um 17:41 schrieb Carla Schneider:
> Thomas Heger wrote:
>>
>> Am 17.10.2022 um 09:24 schrieb Carla Schneider:
>>
>>>> Fast hätte ich's vergessen, aber der Übergang von fischreichem
>>>> Binnenmeer zur trockensten Wüste der Welt bedeutet natürlich einen
>>>> Klimawandel.
>>>>
>>>> Das Wetter entsteht primär durch verdunstendes Wasser. Und wenn keines
>>>> mehr da ist, dann ändert sich das Klima.
>>>>
>>>> Das dürfte eigentlich unmittelbar einleuchten und wird hoffentlich nicht
>>>> bestritten.
>>>
>>> Im Prinzip schon, aber das Wasser muss nicht dort verdunsten wo es dann
>>> abregnet, sondern kann durch Luftstroemungen ueber weite Strecken transportiert
>>> werden. In Zentralasien ist es tatsaechlich so trocken weil es mehr als 1000km vom Meer
>>> entfernt ist, das gilt aber fuer Suedamerika nicht. Dass es in Nord Chile so trocken ist
>>> liegt am Gebirge und und an der Meeresstroemung im Pazifik, die
>>> dort kaltes Wasser aus der Tiefe an die Oberflaeche bringt, das fuehrt aber
>>> auch zu Fischreichtum dort.
>>
>> Fischreichtum hat wohl primär mit dem Sauerstoffgehalt des Meerwassers
>> zu tun
>
> Nein hat es nicht, Sauerstoff ist auch draussen im Ozean genug da.
>
>> und mit dem Vorhandensein von Nahrung wie Krill und Plankton.
>
> Genau, und das kommt von den Mineralstoffen, also dem Duenger im Wasser,
> der laesst die Algen wachsen und davon lebt das zooplankton und die Fische.
>
>
>> Aber das war jetzt hier nicht das Theama.
>>
>> Und es stimmt natürlich, dass feuchte Luft unglaublich weit fortgeweht
>> werden kann und dann zu Regen ganz woanders führt als wo das Wasser
>> verdunstet ist.
>>
>> Und auch zutreffend ist, dass die Atacama Wüste so trocken ist, weil sie
>> zwischen den Anden-Kordillieren und den eigentlichen Anden liegt.
>
> Sie ist hauptsaechlich so trocken wegen der niedrigen Wassertemperaturen vor der Kueste,
> aehnlich wie die Namib-Wueste im Sueden Afrikas.
Ich hatte nicht vor, mich über die Frage zu streiten, warum die Atacama
Wüste so trocken ist.
Meiner Ansicht nach regnet es dort so wenig, weil möglicher Regen
entweder davor (in den Kordillieren) oder dahinter (in den Anden) fällt.
Außerdem ist es ingesamt sehr wenig Regen, weil das Wasser im Pazifik
dort so kalt ist und es deshalb nicht so leicht verdunstet.
Da auch Vegetation sehr spärlich ist in der gesamten Region, ist die
Luft dort insgesamt recht trocken. Nur Nebel gibt es wohl viel in der
Atacama Wüste und in der Gegend drum herum.
Aber das war nicht wirklich mein Thema, sondern die Tatsache, dass es
dort extrem trocken ist und zwar seit extrem langer Zeit.
Da auch der Wind eher swchwach ist, fand dort über Millionen jahre wenig
bis garkeine Erosion statt.
Da auch Wasser in flüssiger Form sowie Tiere und Pflanzen rar sind, hat
sich die Region in sehr langer Zeit überhaupt nicht verändert.
Die Atacama Wüste ist daher ein idealer Ort für solche Fragen wie die,
ob es vor 15 Millionen Jahren schon Menschen oder sowas in der Art gab
und ob die Erde nun wächst oder nicht.
>>
>> Aber mir ging es eigentlich um den Bezug von 'Growing Earth' zu
>> 'Klimawandel', was das Thema von diesem thread ist.
>>
>>> Was die Nasca Linien angeht:
>>> Geh zu Google Maps und gebe "nasca spider" ein und schalte um auf Satellitenbilder,
>>> dann wirst du feststellen, dass es dort tatsaechlich recht trocken aussieht.
>>
>> Die Nasca-Linien sind zwar thematisch verwandt mit den Geoglyphen in der
>> Atacama-Wüste, liegen aber in Peru und nicht in Chile.
>>
>> Das Nasca-Plateu ist auch nicht ganz so hoch wie die Atacama-Wüste,
>> weswegen das in GE-Maßstäben viel jünger sein muß.
> Die Linien sind tagsaechlich etwas aelter.
Das Alter von Steinen läßt sich sehr schlecht messen.
Im Kontext 'Growing Earth' sind höhere Flächen einfach tendenziell
älter. Und da die Atacama viel höher liegt als das Nasca-Plateau, muß
die Atacama Wüste älter sein.
Die Geoglyphen dort sehen aus wie versteinerte 'land-art', die
ursprünglich erzeugt wurde, indem rel. weiches Material ('Matsch')
bearbeitet wurde.
Die so entstandenen Muster haben sich dann im Laufe einiger Millionen
Jahre in Stein verwandelt.
Ähnliches gilt auch für die Nasca-Linien, aber sehr viel später.
>>
>> Diese Linien in Peru wären zwar auch ein interessantes Thema, aber eben
>> ein anderes, weswegen ich hier nicht darauf eingehen möchte.
>
> Diese Zeichnungen in Chile sind im Unterschied zu denen in Peru
> vom Boden aus sichtbar, sie liegen an Bergflanken.
> Die liegen in der naehe des Reserva Nacional Pampa del Tamarugal.
> Schau es dir auf Googel Maps Satellite an.
Das habe ich ganz ausgiebig getan!
Vor allem liegen alle Geoglyphen in der Atacama Wüste höher als der
Wsserstand des ehemaligen Binnenmeeres.
Da es wenig sinn für Mayas oder Inkas gemacht hätte, die Geoglyphen an
einem Gewässer auszurichten, dass es schin Millionen Jahre nicht mehr
gab, müssen die Geoglyphen älter als 15 Mio. Jahre sein.
...
>> Das Vorhandensein von 'land-art' läßt nämlich vermuten, dass die Gegend
>> bewohnt gewesen ist und dass die Bewohner Muße genug hatten um
>> Kunstwerke anzufertigen.
>
> Die Gegend war die ganze Zeit bewohnt, dort ging eine wichtige Karawanenstrasse
> entlang.
>
>>
>> Dazu wäre eine florierende Hochkultur nötig und dafür ausreichende Nahrung.
> Wie z.B. die Inkas und ihre Vorgaenger.
>
>
>>
>> Als deren Quelle kann man nun zwanglos das ehemals dort befindliche
>> Gewässer vermuten.
>
> 15 Mio Jahre sind ein bischen lang, aber der Aquifer dort diente zur
> Bewaesserung in den letzten 2000 Jahren.
Die Zahl 15 Mio. Jahre stammt aus eine geophysikalischen Untersuchung
der Atacama-Wüste.
Diese ist nämlich mit einer dünnen Gipsschicht überzogen, welche beim
Austrockenen des ehemaligen Binnenmeeres entstanden ist.
Deren Alter kann man recht genau bestimmen und das beträgt 15 Mio. Jahre.
Wenn also das Meer vor so langer zeit ausgetrocknet ist, dann gab es
danach keinen Grund mehr, den Wasserstand des ausgetrockneten Meeres
beim Platzieren von 'land-art' zu berücksichtigen.
Da die Geoglyphen das aber tun, müssen sie vor dem Austrocknen des
Meeres entstanden sein.
Das würde auch deren 'Versteinerung' erklären.
>>
>> Aus dieser fruchtbaren Gegend ist durch 'Growing Earth' nun im Laufe von
>> 15 Mio. Jahren die trockenste Wüste der Welt geworden.
>>
>> Und das ist wahscheinlich der drastischste Klimawandel auf diesem
>> Planeten überhaupt.
>
> In der Sahara hat sich das Klima in den letzten 6000 Jahren auf die gleiche
> Weise gewandelt in einer viel kuerzen Zeit.
>
Die Sahara ist bei weitem nicht so trocken und unwirtlich wie die
Atacama Wüste.
Dort kommt nämlich zur Trockenheit noch die dünne Luft und die starke
UV-Strahlung hinzu.
TH
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Re: Leicht OT: Klimawandel Thomas Heger <ttt_heg@web.de> - 2022-11-02 08:05 +0100
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