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Groups > ger.ct > #603629 > unrolled thread

Grüne Unbeliebtheit

Started byLars Gebauer <lgebauer@live.de>
First post2023-09-06 10:50 +0200
Last post2023-09-07 21:39 +0200
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Contents

  Grüne Unbeliebtheit Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2023-09-06 10:50 +0200
    Re: Grüne Unbeliebtheit Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2023-09-06 02:01 -0700
      Re: Grüne Unbeliebtheit Gunter Kühne <kuehne-g@freenet.de> - 2023-09-06 12:02 +0200
    Re: Grüne Unbeliebtheit Andreas Bockelmann <xotzil@gmx.de> - 2023-09-06 11:58 +0200
      Re: Grüne Unbeliebtheit Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2023-09-06 12:31 +0200
        Re: Grüne Unbeliebtheit Andreas Bockelmann <xotzil@gmx.de> - 2023-09-06 17:07 +0200
          Re: Grüne Unbeliebtheit Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2023-09-06 17:37 +0200
          Re: Grüne Unbeliebtheit Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2023-09-06 18:20 +0200
            Re: Grüne Unbeliebtheit Martin Ebert <mx300@gmx.net> - 2023-09-07 21:48 +0200
              Re: Grüne Unbeliebtheit Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2023-09-07 22:11 +0200
            Re: Grüne Unbeliebtheit Andreas Bockelmann <xotzil@gmx.de> - 2023-09-10 11:34 +0200
              Re: Grüne Unbeliebtheit Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2023-09-10 12:34 +0200
                Re: Grüne Unbeliebtheit Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2023-09-27 11:42 +0200
              Re: Grüne Unbeliebtheit Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2023-09-27 11:33 +0200
          Re: Grüne Unbeliebtheit Dietz Proepper <dietz.usenet@rotfl.franken.de> - 2023-09-07 08:04 +0200
        Re: Grüne Unbeliebtheit Frank Hucklenbroich <hucklenbroich@gmx.net> - 2023-09-07 12:41 +0200
          Re: Grüne Unbeliebtheit Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2023-09-07 12:58 +0200
            Re: Grüne Unbeliebtheit Frank Hucklenbroich <hucklenbroich@gmx.net> - 2023-09-08 21:18 +0200
            Re: Grüne Unbeliebtheit Andreas Bockelmann <xotzil@gmx.de> - 2023-09-12 17:57 +0200
              Re: Grüne Unbeliebtheit Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2023-09-12 09:04 -0700
          Re: Grüne Unbeliebtheit Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2023-09-07 14:35 +0200
            Re: Grüne Unbeliebtheit Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2023-09-07 14:53 +0200
              Re: Grüne Unbeliebtheit Frank Hucklenbroich <hucklenbroich@gmx.net> - 2023-09-08 21:20 +0200
    Re: Grüne Unbeliebtheit "DER GELAeUTERTE" <dergelaeuterte@web.de> - 2023-09-07 21:39 +0200

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#603629 — Grüne Unbeliebtheit

FromLars Gebauer <lgebauer@live.de>
Date2023-09-06 10:50 +0200
SubjectGrüne Unbeliebtheit
Message-ID<ud9ehb$2d28o$1@dont-email.me>
https://twitter.com/ErikMarquardt/status/1699025837268336693

| Die populistische Strategie der Union, die Grünen für quasi alle
| Probleme der Republik verantwortlich zu machen, führt bei uns
| natürlich zu einer Zunahme von Hasskommentaren und Drohungen.
| Mancherorts kann man keine Wahlkampfstände mehr aufstellen, weil es zu
| gefährlich ist.

Es ist nicht etwa die grüne Politik, die die Leute gegen die Grünen 
aufbringt und die die Grünen unbeliebt macht. Nein. Es ist einfach die 
(populistische) Kritik an der grünen Politik, die das verursacht.

Chapeau! Die SED hätte so einen Move auch nicht besser hingekriegt.
-- 
"Meine Bitte an Sie: den Klimawandel ernst nehmen, die ruhigen Stimmen 
in der Wissenschaft anhören und nicht jenen folgen, die für sich in 
Anspruch nehmen, für „die“ Wissenschaft zu sprechen. Politische 
Maßnahmen mit weltweiter Wirkung vorbereiten – und dafür auf 
klimaneutrale Technologie setzen. Nicht denen auf den Leim gehen, die 
Klimakatastrophe predigen und Panik als Grundlage der Klimapolitik 
propagieren." (Hans von Storch, 2023)

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#603631

FromUlf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de>
Date2023-09-06 02:01 -0700
Message-ID<efcce924-d2f5-4750-ae78-6a9aad1167den@googlegroups.com>
In reply to#603629
Lars Gebauer schrieb am Mittwoch, 6. September 2023 um 10:50:54 UTC+2:
> https://twitter.com/ErikMarquardt/status/1699025837268336693 
> 
> | Die populistische Strategie der Union, die Grünen für quasi alle 
> | Probleme der Republik verantwortlich zu machen, führt bei uns 
> | natürlich zu einer Zunahme von Hasskommentaren und Drohungen. 
> | Mancherorts kann man keine Wahlkampfstände mehr aufstellen, weil es zu 
> | gefährlich ist. 
> 
> Es ist nicht etwa die grüne Politik, die die Leute gegen die Grünen 
> aufbringt und die die Grünen unbeliebt macht. Nein. Es ist einfach die 
> (populistische) Kritik an der grünen Politik, die das verursacht. 
> 
> Chapeau! Die SED hätte so einen Move auch nicht besser hingekriegt. 

Schrieb ein gewisser Gebauer nicht, Kritik an einer
bestimmten Partei könnte politische Umwälzungen
verursachen?

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#603640

FromGunter Kühne <kuehne-g@freenet.de>
Date2023-09-06 12:02 +0200
Message-ID<ud9ioe$2ercm$2@dont-email.me>
In reply to#603631
Am 06.09.23 um 11:01 schrieb Ulf Kutzner:
> Lars Gebauer schrieb am Mittwoch, 6. September 2023 um 10:50:54 UTC+2:
>> https://twitter.com/ErikMarquardt/status/1699025837268336693
>>
>> | Die populistische Strategie der Union, die Grünen für quasi alle
>> | Probleme der Republik verantwortlich zu machen, führt bei uns
>> | natürlich zu einer Zunahme von Hasskommentaren und Drohungen.
>> | Mancherorts kann man keine Wahlkampfstände mehr aufstellen, weil es zu
>> | gefährlich ist.
>>
>> Es ist nicht etwa die grüne Politik, die die Leute gegen die Grünen
>> aufbringt und die die Grünen unbeliebt macht. Nein. Es ist einfach die
>> (populistische) Kritik an der grünen Politik, die das verursacht.
>>
>> Chapeau! Die SED hätte so einen Move auch nicht besser hingekriegt.
> 
> Schrieb ein gewisser Gebauer nicht, Kritik an einer
> bestimmten Partei könnte politische Umwälzungen
> verursachen?
Vorwärts immer, rückwärts nimmer. Oder?
-- 
Kleinmut und Stolz, aus diesem Holz
Schuf der Mensch sich am sechsten Tag Gott.

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#603639

FromAndreas Bockelmann <xotzil@gmx.de>
Date2023-09-06 11:58 +0200
Message-ID<ud9phn.814.1@wxp-nb-pm.local>
In reply to#603629
Lars Gebauer schrieb:
> https://twitter.com/ErikMarquardt/status/1699025837268336693
> 
> | Die populistische Strategie der Union, die Grünen für quasi alle
> | Probleme der Republik verantwortlich zu machen, führt bei uns
> | natürlich zu einer Zunahme von Hasskommentaren und Drohungen.
> | Mancherorts kann man keine Wahlkampfstände mehr aufstellen, weil es zu
> | gefährlich ist.
> 
> Es ist nicht etwa die grüne Politik, die die Leute gegen die Grünen 
> aufbringt und die die Grünen unbeliebt macht. Nein. Es ist einfach die 
> (populistische) Kritik an der grünen Politik, die das verursacht.
> 
> Chapeau! Die SED hätte so einen Move auch nicht besser hingekriegt.

Tja nun, die Grüne im Westen sind ein Produkt der "Friedensbewegung" und der 
"Anti-Atomkraft-Bewegung". Beiden gemeinsam ist, dass sie in 
Studentenkreisen durch Mitarbeiter des MfS losgetreten und durch die SED aus 
der DDR finanziert wurden.

Da wird man doch ein wenig Parteirhetorik übernehmen dürfen.

-- 
  Mit freundlichen Grüßen
    Andreas Bockelmann

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#603648

FromLars Gebauer <lgebauer@live.de>
Date2023-09-06 12:31 +0200
Message-ID<ud9kea$2d28o$2@dont-email.me>
In reply to#603639
Am 06.09.2023 um 11:58 schrieb Andreas Bockelmann:
> Lars Gebauer schrieb:
>> Es ist nicht etwa die grüne Politik, die die Leute gegen die Grünen 
>> aufbringt und die die Grünen unbeliebt macht. Nein. Es ist einfach die 
>> (populistische) Kritik an der grünen Politik, die das verursacht.
>>
>> Chapeau! Die SED hätte so einen Move auch nicht besser hingekriegt.
> 
> Tja nun, die Grüne im Westen sind ein Produkt der "Friedensbewegung" und 
> der "Anti-Atomkraft-Bewegung". Beiden gemeinsam ist, dass sie in 
> Studentenkreisen durch Mitarbeiter des MfS losgetreten und durch die SED 
> aus der DDR finanziert wurden.

Das ist so nicht ganz richtig. Richtig ist, daß beide Bewegungen bei 
Gelegenheit gerne mal vom MfS vor die eigene Karre gespannt wurden. Aber 
das wars auch schon. Weder wurden diese Bewegungen vom MfS ins Leben 
gerufen noch finanziell unterstützt.

Ganz im Gegenteil waren beide Bewegungen der Partei- und Staatsführung 
hochgradig suspekt. Da war eine unüberbrückbare ideologische Divergenz. 
Deswegen wurden auch etwaige Kontakte von DDR-Bürgern in dieses Millieu 
mit äußerstem Mißtrauen betrachtet.

DDR-seitig unterstützt wurden die DKP und die SEW (Berlin). Über die SEW 
weiß ich nichts weiter aber die DKP galt auch nicht als völlig 
stubenrein und sorgte regelmäßig für Kopfschütteln.

-- 
"Meine Bitte an Sie: den Klimawandel ernst nehmen, die ruhigen Stimmen 
in der Wissenschaft anhören und nicht jenen folgen, die für sich in 
Anspruch nehmen, für „die“ Wissenschaft zu sprechen. Politische 
Maßnahmen mit weltweiter Wirkung vorbereiten – und dafür auf 
klimaneutrale Technologie setzen. Nicht denen auf den Leim gehen, die 
Klimakatastrophe predigen und Panik als Grundlage der Klimapolitik 
propagieren." (Hans von Storch, 2023)

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#603689

FromAndreas Bockelmann <xotzil@gmx.de>
Date2023-09-06 17:07 +0200
Message-ID<udabl8.b20.1@wxp-nb-pm.local>
In reply to#603648
Lars Gebauer schrieb:
> Am 06.09.2023 um 11:58 schrieb Andreas Bockelmann:
>> Lars Gebauer schrieb:
>>> Es ist nicht etwa die grüne Politik, die die Leute gegen die Grünen 
>>> aufbringt und die die Grünen unbeliebt macht. Nein. Es ist einfach die 
>>> (populistische) Kritik an der grünen Politik, die das verursacht.
>>>
>>> Chapeau! Die SED hätte so einen Move auch nicht besser hingekriegt.
>>
>> Tja nun, die Grüne im Westen sind ein Produkt der "Friedensbewegung" und 
>> der "Anti-Atomkraft-Bewegung". Beiden gemeinsam ist, dass sie in 
>> Studentenkreisen durch Mitarbeiter des MfS losgetreten und durch die SED 
>> aus der DDR finanziert wurden.
> 
> Das ist so nicht ganz richtig. Richtig ist, daß beide Bewegungen bei 
> Gelegenheit gerne mal vom MfS vor die eigene Karre gespannt wurden. Aber das 
> wars auch schon. Weder wurden diese Bewegungen vom MfS ins Leben gerufen 
> noch finanziell unterstützt.

Dann kann man sich allerdings fragen, auf welchen Wegen in den beiden 
Bewegungen (laut Bundesverfassungsschutzberichten Anfang der 1980er Jahre) 
registrierte D-Mark Banknoten auftauchten, die die BRD-Regierung zwhalte um 
politische Gefangene aus den DDR-GEfängnissen freizukaufen.


> 
> Ganz im Gegenteil waren beide Bewegungen der Partei- und Staatsführung 
> hochgradig suspekt. Da war eine unüberbrückbare ideologische Divergenz. 
> Deswegen wurden auch etwaige Kontakte von DDR-Bürgern in dieses Millieu mit 
> äußerstem Mißtrauen betrachtet.
> 
> DDR-seitig unterstützt wurden die DKP und die SEW (Berlin). Über die SEW 
> weiß ich nichts weiter aber die DKP galt auch nicht als völlig stubenrein 
> und sorgte regelmäßig für Kopfschütteln.
> 

Von der DKP selbst habe ich nicht allzu viel mitbekommen. Ein Schulfreund 
war zuerst "nur" in der SDAJ (Jugendorganisation der DKP) Deren ZEitung 
UZ-Unsere Zeit, hatte als einzige Werbung immer ein- zweiseitige 
Werbeanzeigen für das Volkseigene Kombinat Plaste und Elaste.

Ich denke mal, man hatte dieses Kombinat als "Werbekunden" gewählt, da es 
damals auch über die Autobahnbrücken auf der Transitstrecke zwischen 
Grenzübergang Helmstedt/Marienborn und West-Berlin beworben wurde.

-- 
  Mit freundlichen Grüßen
    Andreas Bockelmann

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#603691

FromFidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de>
Date2023-09-06 17:37 +0200
Message-ID<uda6c1$2i6rm$1@dont-email.me>
In reply to#603689
Salve allerseits,

Andreas Bockelmann schrieb:
> Lars Gebauer schrieb:
> 
>> DDR-seitig unterstützt wurden die DKP und die SEW (Berlin). Über die SEW 
>> weiß ich nichts weiter aber die DKP galt auch nicht als völlig stubenrein 
>> und sorgte regelmäßig für Kopfschütteln.
> 
> Von der DKP selbst habe ich nicht allzu viel mitbekommen. Ein Schulfreund 
> war zuerst "nur" in der SDAJ (Jugendorganisation der DKP)
> 
Wird im Verfassungsschutzbericht BTW immer noch unter linksextremistischen
Bestrebungen und Verdachtsfällen aufgeführt... ╰(❛∀❛ )

	M.f.G.

-- 
Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie
wird praktisch nie gelesen.  Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur
etwas komisch... ;-)

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#603693

FromLars Gebauer <lgebauer@live.de>
Date2023-09-06 18:20 +0200
Message-ID<uda8t5$2ijaa$1@dont-email.me>
In reply to#603689
Am 06.09.23 um 17:07 schrieb Andreas Bockelmann:
> Lars Gebauer schrieb:
>> Am 06.09.2023 um 11:58 schrieb Andreas Bockelmann:
>>> Lars Gebauer schrieb:
>>>> Chapeau! Die SED hätte so einen Move auch nicht besser hingekriegt.
>>>
>>> Tja nun, die Grüne im Westen sind ein Produkt der "Friedensbewegung" 
>>> und der "Anti-Atomkraft-Bewegung". Beiden gemeinsam ist, dass sie in 
>>> Studentenkreisen durch Mitarbeiter des MfS losgetreten und durch die 
>>> SED aus der DDR finanziert wurden.
>>
>> Das ist so nicht ganz richtig. Richtig ist, daß beide Bewegungen bei 
>> Gelegenheit gerne mal vom MfS vor die eigene Karre gespannt wurden. 
>> Aber das wars auch schon. Weder wurden diese Bewegungen vom MfS ins 
>> Leben gerufen noch finanziell unterstützt.
> 
> Dann kann man sich allerdings fragen, auf welchen Wegen in den beiden 
> Bewegungen (laut Bundesverfassungsschutzberichten Anfang der 1980er 
> Jahre) registrierte D-Mark Banknoten auftauchten, die die BRD-Regierung 
> zwhalte um politische Gefangene aus den DDR-GEfängnissen freizukaufen.

Wer weiß. Vielleicht hat ein IM (des Mfs) die Scheine dort unbewußt 
eingeschleppt oder es wurde tatsächlich mal irgendwer für irgendwas bezahlt.

Von systematischer Unterstützung kann dennoch keine Rede sein.

MfS-seitig unter Beobachtung stand die Sache freilich. Denn a) handelte 
es sich um politische Bewegungen innerhalb des Operationsgebietes und b) 
ging es natürlich auch darum, ein etwaiges Übergreifen auf die DDR 
frühzeitig zu erkennen und möglichst zu unterbinden.

-- 
"Meine Bitte an Sie: den Klimawandel ernst nehmen, die ruhigen Stimmen 
in der Wissenschaft anhören und nicht jenen folgen, die für sich in 
Anspruch nehmen, für „die“ Wissenschaft zu sprechen. Politische 
Maßnahmen mit weltweiter Wirkung vorbereiten – und dafür auf 
klimaneutrale Technologie setzen. Nicht denen auf den Leim gehen, die 
Klimakatastrophe predigen und Panik als Grundlage der Klimapolitik 
propagieren." (Hans von Storch, 2023)

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#603806

FromMartin Ebert <mx300@gmx.net>
Date2023-09-07 21:48 +0200
Message-ID<udd9ds$33j1r$4@dont-email.me>
In reply to#603693
Am 06.09.23 um 18:20 schrieb Lars Gebauer:

>>>> Tja nun, die Grüne im Westen sind ein Produkt der
>>>> "Friedensbewegung" und der "Anti-Atomkraft-Bewegung".

> MfS-seitig unter Beobachtung stand die Sache freilich. Denn a)
> handelte es sich um politische Bewegungen innerhalb des
> Operationsgebietes und b) ging es natürlich auch darum, ein etwaiges
> Übergreifen auf die DDR frühzeitig zu erkennen und möglichst zu
> unterbinden.

Die Friedensbewegung der DDR beteiligte sich am Olof-Palme-Gedenkmarsch,
die Umweltbewegung der DDR fand im Wesentlichen unter dem Dach der
ev. Kirche statt; bei beiden spielte Wittenberg eine nicht unwesentliche
Rolle. Von daher sah die DDR beide BRD-Bewegungen durchaus *auch* kritisch.

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#603809

FromFidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de>
Date2023-09-07 22:11 +0200
Message-ID<uddap9$34204$1@dont-email.me>
In reply to#603806
Salve allerseits,

Martin Ebert schrieb:
> Am 06.09.23 um 18:20 schrieb Lars Gebauer:
> 
>>>>> Tja nun, die Grüne im Westen sind ein Produkt der
>>>>> "Friedensbewegung" und der "Anti-Atomkraft-Bewegung".
> 
>> MfS-seitig unter Beobachtung stand die Sache freilich. Denn a)
>> handelte es sich um politische Bewegungen innerhalb des
>> Operationsgebietes und b) ging es natürlich auch darum, ein etwaiges
>> Übergreifen auf die DDR frühzeitig zu erkennen und möglichst zu
>> unterbinden.
> 
> Die Friedensbewegung der DDR beteiligte sich am Olof-Palme-Gedenkmarsch,
> die Umweltbewegung der DDR fand im Wesentlichen unter dem Dach der
> ev. Kirche statt; bei beiden spielte Wittenberg eine nicht unwesentliche
> Rolle. Von daher sah die DDR beide BRD-Bewegungen durchaus *auch* kritisch.
> 
+--- <hier abknabbern> ---
| *DIE ZEIT*: Herr Hofreiter, nach der Bundestagswahl 2021 wurden Sie
| bereits als neuer Minister gehandelt, im Ressort Landwirtschaft oder
| Verkehr oder Umwelt. Aber daraus wurde dann nichts. Seit dem russischen
| Überfall auf die Ukraine haben Sie so viel Wissen über Kriegswaffen
| angehäuft, dass Sie inzwischen auch für das Verteidigungsministerium
| infrage kämen, oder?
|
| *Anton Hofreiter*: Ich habe mich auf diesem Gebiet sehr, sehr tief
| eingearbeitet, ja. Das war eine Folge des russischen Überfalls, außerdem
| eine Folge meiner neuen Rolle als Vorsitzender des Europaausschusses im
| Bundestag. Und auch eine Folge der heftigen Auseinandersetzungen, die
| wir in Europa, in Deutschland und innerhalb der Regierungskoalition
| geführt haben. Eine zentrale Frage war von Beginn an: Wie viele und
| welche Waffen bekommt die Ukraine? Ich habe mich intensiv mit
| Militärtechnik beschäftigt, aber das habe ich ja nicht gern gemacht. Ich
| sah mich gezwungen, mich damit auseinanderzusetzen.
|
| *ZEIT*: Lassen Sie uns einen Schritt zurückgehen, in den November 2021:
| Hatten Sie sich im Geiste schon darauf vorbereitet, dass Sie
| Bundesminister werden?
|
| Hofreiter: Ja, ich hatte mich darauf vorbereitet, dass es sehr gut
| möglich ist, Teil des Kabinetts zu werden.
|
| *ZEIT*: Dann ging Ihnen schon das Bild durch den Kopf: Minister
| Hofreiter steigt aus dem Fond einer gepanzerten Regierungslimousine?
|
| *Hofreiter*: Nein, überhaupt nicht. Ich interessiere mich für
| inhaltliche Details der Politik. Ich hatte mir überlegt, wie man ein
| Ministerium strukturiert. Ich hatte Gespräche mit Fachleuten in
| Ministerien geführt.
|
| *ZEIT*: Warum sind Sie denn als Minister-Kandidat ausgeschieden?
|
| *Hofreiter*: Ich habe wohl nicht mehr in die Konstellation gepasst. Es
| gab viele Argumente, von Quoten bis zu persönlichen Dingen.
|
| *ZEIT*: Persönliche Dinge? Ihr Charakter?
|
| *Hofreiter*: In allen Parteien gibt es ganz unterschiedliche Quoten zu
| beachten. Bei CDU und SPD spielt der Regionalproporz eine starke Rolle,
| bei uns die Frauenquote.
|
| *ZEIT*: Dann sind Sie an der Frauenquote gescheitert?
|
| *Hofreiter*: Das weiß ich nicht. Aber letztlich werden Posten in der
| Politik auch stark nach Verteilungsschlüsseln vergeben. Am Ende muss das
| Amt zum Menschen kommen – und nicht umgekehrt.
|
| *ZEIT*: Es hieß, dass Ihnen die Parteispitze in einem nächtlichen
| Telefonat angeboten habe, Sie könnten Tierschutzbeauftragter der
| Bundesregierung werden. Das hätten Sie entrüstet abgelehnt.
|
| *Hofreiter*: Das kann ich weder bestätigen noch dementieren. Das
| Telefonat fand unter sechs Ohren statt. Das ist nichts für die
| Öffentlichkeit.
|
| *ZEIT*: Die anderen vier Ohren waren die von Robert Habeck und Annalena
| Baerbock, den damaligen Parteichefs. Wie sehr hat es Sie geärgert, dass
| Sie den Kürzeren zogen?
|
| *Hofreiter*: Am Anfang hat es mich schon geärgert. Aber ich hatte nicht
| lange Zeit, mich zu ärgern. Erst war Weihnachtspause, und schon im
| Januar letzten Jahres bin ich als Ausschussvorsitzender viel in Europa
| herumgereist.
|
| *ZEIT*: Als Ihnen schon klar war, dass Sie nicht Minister werden, saßen
| Sie in einer Halle in Berlin, in der die Grünen tagten. Sie trugen eine
| Lederjacke und einen Pullover mit einer Comic-Möwe. Sollte das bedeuten:
| Ihr könnt mich mal?
|
| *Hofreiter*: Das war eine Art Zufall. Ich war den ganzen Tag mit dem
| Fahrrad unterwegs gewesen, und ich kam nicht mehr dazu, in einen Anzug
| zu steigen. Was von außen ausschaut wie geplant, ist in der Politik oft
| Zufall. Wenn die Lederjacke ein Symbol war, dann nur dafür, dass alles
| zeitlich dicht getaktet war.
|
| "*Ich wollte Druck machen – insbesondere auf den Kanzler*"
|
| *ZEIT*: Eine Zeitung schrieb über Sie, Sie seien zu grün für die Grünen.
|
| *Hofreiter*: Ja, den Autor kenne ich, das waren Sie.
|
| *ZEIT*: Und, sind Sie zu grün für die Grünen?
|
| *Hofreiter*: Ich hoffe nicht. Aber natürlich bin ich in der Wahrnehmung
| ganz vieler Grüner und auch vieler Leute außerhalb der Partei der
| klassische Öko. Lange Haare und den Kopf voller Ökothemen: Dieses Image
| haftet an mir.
|
| *ZEIT*: Im Jahr 2005, als Sie neu in den Bundestag kamen, stimmten Sie
| gegen den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr – anders als die Mehrheit
| Ihrer Fraktion. Warum?
|
| *Hofreiter*: Aus prinzipiellen Gründen. Das Afghanistan-Mandat war
| fehlerhaft. Ich habe nicht daran geglaubt, dass dieser Einsatz zu einem
| guten Ende führen könne. Das Prinzip Search and Kill der amerikanischen
| Soldaten brachte einen viel zu hohen Anteil sogenannter
| Kollateralschäden mit sich. Mit den afghanischen Warlords wurde viel zu
| nachsichtig umgegangen, der demokratische Teil der afghanischen
| Gesellschaft zu stark vernachlässigt. Ich habe aus meiner Ablehnung
| dieses Militäreinsatzes öffentlich nie eine große Sache gemacht.
|
| *ZEIT*: Im Jahr 2014 waren Sie dagegen, den kurdischen
| Peschmerga-Kämpfern im Nordirak Waffen zu liefern. Schon wieder ein
| Nein. Beim Krieg in der Ukraine jedoch waren Sie einer der ersten
| deutschen Politiker, die sich lautstark für die Lieferung schwerer
| Waffen eingesetzt haben. Wundern Sie sich manchmal über sich selbst?
|
| *Hofreiter*: Im Fall des Nordirak war ich mir unsicher und musste
| abwägen. Es war kein demokratischer Staat, dem Deutschland damals Waffen
| lieferte – keine leichte Entscheidung. Bei der Ukraine ist die Sache
| einfacher: Eine Diktatur überfällt einen demokratischen Staat. Eine
| Diktatur versucht, ein anderes Land zu unterjochen, seine Kultur und
| Sprache auszumerzen. Diese Konstellation ist seit dem Zweiten Weltkrieg
| fast einzigartig in ihrer Eindeutigkeit – moralisch und völkerrechtlich.
| Wenn wir Waffen an die Ukraine liefern, liefern wir sie an eine
| demokratisch kontrollierte Armee.
|
| *ZEIT*: Wie hat Ihre Fraktion reagiert, als Sie mit Ihrer Forderung nach
| schweren Waffen für die Ukraine vorgeprescht sind?
|
| *Hofreiter*: Zunächst war da nur eine große Zurückhaltung. Verärgerung
| in der Fraktionsführung kam erst hinzu, als ich meine Position
| öffentlich gemacht habe. Ich hatte es viele Wochen lang intern probiert,
| aber als ich den Eindruck bekam, dass ich intern nicht weiterkomme, habe
| ich mich an die Öffentlichkeit gewandt.
|
| *ZEIT*: Das hatten Sie Ihren Fraktionsvorsitzenden angekündigt?
|
| *Hofreiter*: Ja, natürlich.
|
| *ZEIT*: Und wie haben Ihre Kolleginnen reagiert?
|
| *Hofreiter*: Na ja, die kennen mich ja. Da hieß es: "Der Toni halt, da
| kann man nichts machen."
|
| *ZEIT*: Was wollten Sie erreichen?
|
| *Hofreiter*: Ich wollte Druck machen – insbesondere auf den Kanzler. Ein
| großer Teil der Grünen war zwar insgeheim meiner Meinung, hoffte aber,
| sie könnten es mit dem Kanzler intern regeln. Aber das konnte man nicht.
|
| *ZEIT*: Sind Sie noch heute dieser Ansicht?
|
| *Hofreiter*: Schauen Sie sich jetzt die Debatte um die Marschflugkörper
| Taurus an. Wir führen die gleiche Debatte wie damals, wir führen sie bei
| jedem Waffensystem wieder. Am Ende liefern wir dann doch, aber immer
| Monate zu spät. Ich bin der Meinung: Wir sollten so schnell wie möglich
| Taurus liefern.
|
| *ZEIT*: Sie haben mal gesagt: "Das Problem ist im Kanzleramt." Damit
| meinten Sie Olaf Scholz. Glauben Sie, dass Ihr Versuch, auf ihn Druck
| auszuüben, etwas gebracht hat?
|
| "*Wir dürfen uns nicht direkt in den Krieg einmischen*"
|
| *Hofreiter*: Schwer zu beurteilen. Wenn Sie Olaf Scholz fragen, wird er
| Ihnen wahrscheinlich sagen: Der Druck hat nichts bewirkt. Das sehe ich
| anders. Es war ja keine Kleinigkeit, die mich dazu bewogen hat, in die
| Öffentlichkeit zu gehen, sondern ein Eroberungskrieg in Europa.
| Persönlich bin ich sowieso der Meinung, dass ein Parlamentarier wie ich
| eine andere Rolle haben sollte als ein Mitglied der Regierung.
|
| *ZEIT*: Sollte sich die Bundesregierung den Dänen und Niederländern
| anschließen und der Ukraine Kampfflugzeuge zur Verfügung stellen?
|
| *Hofreiter*: Was Dänemark und die Niederlande machen, finde ich richtig.
| Aber wir haben in Deutschland natürlich gerade gar keine Kampfflugzeuge,
| die wir liefern könnten. Wenn wir sie denn hätten: sofort liefern! Es
| zieht den Krieg bloß in die Länge, wenn wir notwendige Waffenlieferungen
| hinauszögern. Unser Zaudern erzeugt bei Putin die Vorstellung: Er kann
| den Krieg gewinnen, wenn er nur lange genug wartet.
|
| *ZEIT*: Haben Sie keine Angst vor einer Eskalation, die in einem
| Atomkrieg enden könnte?
|
| *Hofreiter*: Weder Putin noch der chinesische Staatspräsident Xi sind
| Selbstmordattentäter. Nach allem, was man weiß, funktioniert die atomare
| Abschreckung. Auch Xi hat Putin offenbar klargemacht, dass der Atomkrieg
| eine rote Linie ist. So schrecklich die atomare Logik ist, sie
| funktioniert hier im positiven Sinne. Diese Logik hindert Putin daran,
| strategische Atomwaffen einzusetzen.
|
| *ZEIT*: Sie sprechen in letzter Zeit auffallend oft von Härte und Macht.
| Hat sich da etwas bei Ihnen gewandelt?
|
| *Hofreiter*: Ja, bei mir selber und bei uns allen im Westen. Wir waren
| naiv im Umgang mit autoritären Regimen. Wir müssen gegenüber Russland
| und China deutlich konfrontativer auftreten. Sonst ermutigen wir diese
| Staaten, weltweit Untaten zu begehen. Deswegen ist es von Olaf Scholz so
| falsch, sich immer auf die USA zu beziehen, wenn er mal wieder
| Waffenlieferungen hinauszögert. Das wird auch in den USA so gesehen.
| Scholz sollte aufhören, jeden Schritt nur dann zu gehen, wenn ihn die
| Amerikaner gegangen sind. Andere europäische Verbündete wie
| Großbritannien treffen eigenständig Entscheidungen.
|
| *ZEIT*: Wo ziehen Sie die Grenze? Welche Waffen würden Sie der Ukraine
| nicht liefern?
|
| *Hofreiter*: Ich war und bin gegen die Lieferung von Streumunition. Und,
| ganz wichtig: Wir dürfen uns nicht direkt in den Krieg einmischen.
|
| *ZEIT*: Also keine eigenen Truppen in die Ukraine schicken?
|
| *Hofreiter*: Auf gar keinen Fall. Völkerrechtlich gesehen dürften wir
| sogar Truppen entsenden: Wird ein UN-Staat von einer anderen Macht
| angegriffen, hat jedes andere UN-Mitglied das Recht, das überfallene
| Land zu unterstützen. Dennoch: Wir dürfen keine eigenen Truppen
| schicken. Das würde den Krieg in der Ukraine zu einem Krieg der Nato
| machen, das geht nicht.
|
| *ZEIT*: Stört es Sie, dass manche Grüne Sie Panzer-Toni nennen?
|
| *Hofreiter*: Panzer-Toni ist natürlich kein schöner Spitzname. Aber es
| ist trotz der Entscheidung des Bundestages, die Ukraine auch mit
| schweren Waffen zu unterstützen, leider nötig, immer wieder die gleiche
| Debatte zu führen.
|
| *ZEIT*: Auch in Ihrer Partei gibt es Stimmen, die Ihnen unterstellen,
| Sie machten sich nur aus einem einzigen Grund so vehement für
| Waffenlieferungen stark: Die Wunde, nicht Minister geworden zu sein, sei
| nicht verheilt. Also eine Art Rachefeldzug.
|
| "*Ich habe gewisse Erfahrungen mit Auseinandersetzungen*"
|
| *Hofreiter*: Mir war von Beginn an klar, dass dieser Vorwurf kommen
| würde. So versucht man in der Politik, ein unbequemes inhaltliches
| Argument als persönliche Schwäche abzutun. Weil ich diesen Mechanismus
| kenne, habe ich lange gewartet, bis ich in die Öffentlichkeit gegangen
| bin. Aber ich denke mir auch: Ey, Leute, es geht um Panzer, es ist ein
| schrecklicher Krieg. Dagegen ist euer Vorwurf an mich arg kleinteilig.
| Für mich als Parlamentarier ist es doch viel einfacher, offen zu
| sprechen, als wenn ich in die Kabinettsdisziplin eingebunden wäre.
|
| *ZEIT*: Kabinett und Disziplin: Bringen Sie diese beiden Wörter beim
| derzeitigen Zustand der Ampelregierung noch zusammen?
|
| *Hofreiter*: Okay, inzwischen ist es wirklich eine Frage, ob es diese
| Disziplin noch gibt.
|
| *ZEIT*: Auch Ihnen wird oft Disziplinlosigkeit vorgehalten, weil Sie
| Kritik an der eigenen Regierung öffentlich äußern, statt sich zu zügeln.
|
| *Hofreiter*: Von einer gewissen Disziplin in der Politik halte ich sehr
| viel, aber die Disziplin hat Grenzen. Bei etwas so Fundamentalem wie
| einem Angriffskrieg wäre es falsch, den Mund zu halten, wenn man intern
| nicht weiterkommt. Sogar einige Abgeordnete der CDU sind zu mir
| gekommen. Sie wünschten sich, sagten sie mir, selbst so konsequent der
| Linie ihrer Partei widersprochen zu haben, als es nach der Annexion der
| Krim um die Verträge mit dem russischen Energiekonzern Gazprom ging.
|
| *ZEIT*: Waren Sie eigentlich bei der Bundeswehr?
|
| *Hofreiter*: Nein, ich wurde ausgemustert. Mein rechtes Bein ist volle
| vier Zentimeter kürzer als das linke.
|
| *ZEIT*: Vier Zentimeter genügten, um als untauglich zu gelten?
|
| *Hofreiter*: Ja. Der Mann von der Musterungskommission sagte zu mir:
| "Sie können ja nicht einmal gerade stehen."
|
| *ZEIT*: Haben Sie jemals eine Schusswaffe in die Hand genommen?
|
| *Hofreiter*: Nein, nie.
|
| *ZEIT*: Nicht mal ein Luftgewehr an der Schießbude auf einer Kirmes?
|
| *Hofreiter*: Nein, ich glaube nicht. Aber ich habe gewisse Erfahrungen
| mit Auseinandersetzungen. Als Student der Botanik war ich monatelang in
| Südamerika unterwegs und wurde mehrmals von Banditen überrascht, die
| mich mit Gewehren bedroht und meine Fotoapparate verlangt haben. Ich
| hatte immer eine Machete dabei und wollte natürlich meine Kameras nicht
| hergeben. Einmal habe ich mein Stemmeisen aus der Tasche genommen und
| auf den Kopf des Anführers gerichtet. Seine Bande war stärker als ich,
| aber dem Anführer war sofort klar: Ihn hätte ich erwischt. So war der
| Konflikt schnell beendet.
|
| *ZEIT*: Dann war es um Ihren Pazifismus nie besonders gut bestellt.
|
| *Hofreiter*: Sich angreifen lassen und sich nicht verteidigen? Das wäre
| nichts für mich. Damit tut man auch dem Pazifismus unrecht.
+--- </hier abknabbern> ---

©<https://www.zeit.de/2023/38/anton-hofreiter-ukraine-panzer-pazifismus/komplettansicht>

	M.f.G.

-- 
Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie
wird praktisch nie gelesen.  Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur
etwas komisch... ;-)

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#603858

FromAndreas Bockelmann <xotzil@gmx.de>
Date2023-09-10 11:34 +0200
Message-ID<udk9jf.7i0.1@wxp-nb-pm.local>
In reply to#603693
Lars Gebauer schrieb:
> Am 06.09.23 um 17:07 schrieb Andreas Bockelmann:
>> Lars Gebauer schrieb:
>>> Am 06.09.2023 um 11:58 schrieb Andreas Bockelmann:
>>>> Lars Gebauer schrieb:
>>>>> Chapeau! Die SED hätte so einen Move auch nicht besser hingekriegt.
>>>>
>>>> Tja nun, die Grüne im Westen sind ein Produkt der "Friedensbewegung" und 
>>>> der "Anti-Atomkraft-Bewegung". Beiden gemeinsam ist, dass sie in 
>>>> Studentenkreisen durch Mitarbeiter des MfS losgetreten und durch die SED 
>>>> aus der DDR finanziert wurden.
>>>
>>> Das ist so nicht ganz richtig. Richtig ist, daß beide Bewegungen bei 
>>> Gelegenheit gerne mal vom MfS vor die eigene Karre gespannt wurden. Aber 
>>> das wars auch schon. Weder wurden diese Bewegungen vom MfS ins Leben 
>>> gerufen noch finanziell unterstützt.
>>
>> Dann kann man sich allerdings fragen, auf welchen Wegen in den beiden 
>> Bewegungen (laut Bundesverfassungsschutzberichten Anfang der 1980er Jahre) 
>> registrierte D-Mark Banknoten auftauchten, die die BRD-Regierung zwhalte 
>> um politische Gefangene aus den DDR-GEfängnissen freizukaufen.
> 
> Wer weiß. Vielleicht hat ein IM (des Mfs) die Scheine dort unbewußt 
> eingeschleppt oder es wurde tatsächlich mal irgendwer für irgendwas bezahlt.
> 
> Von systematischer Unterstützung kann dennoch keine Rede sein.
> 
> MfS-seitig unter Beobachtung stand die Sache freilich. Denn a) handelte es 
> sich um politische Bewegungen innerhalb des Operationsgebietes und b) ging 
> es natürlich auch darum, ein etwaiges Übergreifen auf die DDR frühzeitig zu 
> erkennen und möglichst zu unterbinden.

Sorry, aber hier hüpfst Du gerade über die Grenze der Glaubwürdigkeit.
Aus allererster Hand weiß ich, dass die SED als auch die FdJ Über die DKP 
und die SDAJ Westdeutsche als offizielle Gäste zu politischen 
Veranstaltungen einluden. Diese bekamen schon ab Grenzübergang Marienborn 
ein Visum locker in den Pass eingelegt und explizit keine Visa-Stempel in 
den Pass um sie von Repressalien im Staat des Klassenfeindes zu schützen. 
(Dabei waren meine DDR-Stempel immer die einzige Zweifarbigen, und damit was 
Besonderes:-))
Und ja, auch Delegierte von "Drüben" reisten auf Einladung in den Westen um 
sich an den Friedenscamps zu beteiligen.

Die Friedensbewegung und Antiatomkraft war damals fest in der Hand der 
Brüder und Schwestern aus dem Osten.

Übrigens: Dass der einstmalige SPD-Kanzlerkandidat Johannes Rau sich im 
Wahlkampf hat finanziell aus der DDR unterstützen lassen, hatte später 
selbst sein Parteigenosse Egon Bahr im Deutschen Bundestag offen zugegeben. 
Dafür bezeichnete er sich selbst später als "Erster gesamtdeutscher 
Bundespräsident".


-- 
  Mit freundlichen Grüßen
    Andreas Bockelmann

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#603861

FromLars Gebauer <lgebauer@live.de>
Date2023-09-10 12:34 +0200
Message-ID<udk63d$gkdv$1@dont-email.me>
In reply to#603858
Am 10.09.2023 um 11:34 schrieb Andreas Bockelmann:
> Lars Gebauer schrieb:
>> Von systematischer Unterstützung kann dennoch keine Rede sein.

(Hier war die bundesdeutsche Friedens- und Anti-AKW-Bewegung gemeint.)

>> MfS-seitig unter Beobachtung stand die Sache freilich. Denn a) 
>> handelte es sich um politische Bewegungen innerhalb des 
>> Operationsgebietes und b) ging es natürlich auch darum, ein etwaiges 
>> Übergreifen auf die DDR frühzeitig zu erkennen und möglichst zu 
>> unterbinden.
> 
> Sorry, aber hier hüpfst Du gerade über die Grenze der Glaubwürdigkeit.

Als ob ich damit jemals ein Problem gehabt hätte. Schließlich hängt das, 
was die Leute als glaubwürdig betrachten ganz zuerst davon ab, was sie 
glauben wollen.

> Aus allererster Hand weiß ich, dass die SED als auch die FdJ Über die 
> DKP und die SDAJ Westdeutsche als offizielle Gäste zu politischen 
> Veranstaltungen einluden.

Nicht nur zu politischen Veranstaltungen sondern auch zu allen möglichen 
politisch-ideologischen Lehrgängen und Schulungen.

Und das weiß ich nicht aus allererster Hand sondern aus persönlichem 
Erleben. Weil ich mehrfach an diesbezüglichen Abschlußveranstaltungen 
teilnahm und dort auch so manchen der bundesdeutschen Genossen 
persönlich kennen lernte.

Das kannst Du jetzt für glaubwürdig halten oder es bleiben lassen. 
Ändert nichts.

> Die Friedensbewegung und Antiatomkraft war damals fest in der Hand der 
> Brüder und Schwestern aus dem Osten.

Das ist Dein Irrtum.

Systematisch unterstützt wurden DDR-seitig die DKP (und die SEW). Aber 
nicht die Friedens- und Anti-AKW-Bewegung. Weil diese Bewegungen nicht 
nur als ideologisch hochgradig unzuverlässig sondern in gewisser Weise 
sogar als Gefahr betrachtet wurden. Deswegen auch deren Beobachtung 
durch das MfS.

Dein Irrtum scheint darin zu liegen, daß Du das alles in einen Topf 
schmeißt. Aber DDR-seitig wurde da schon etwas feiner differenziert.

Freilich wird es dabei auch mal zu Überschneidungen gekommen sein. Bspw. 
DKP-Genossen, die an irgendwelchen Friedenscamps teilnahmen. War ja 
DDR-seitig schlecht zu unterbinden.

Das ändert alles nichts am prinzipiellen Sachverhalt. Eine DDR-seitige 
systematische Unterstützung der bundesdeutschen Friedens- und 
Anti-AKW-Bewegung gab es nicht.

Diesen Mischmasch aus Esoterikern, Radikal-Christen, Alt-Völkischen und 
verwirrten Bügersöhnchen und -töchterchen hat sich die BRD schon ganz 
alleine gezüchtet. Ohne fremde Hilfe.

-- 
"Meine Bitte an Sie: den Klimawandel ernst nehmen, die ruhigen Stimmen 
in der Wissenschaft anhören und nicht jenen folgen, die für sich in 
Anspruch nehmen, für „die“ Wissenschaft zu sprechen. Politische 
Maßnahmen mit weltweiter Wirkung vorbereiten – und dafür auf 
klimaneutrale Technologie setzen. Nicht denen auf den Leim gehen, die 
Klimakatastrophe predigen und Panik als Grundlage der Klimapolitik 
propagieren." (Hans von Storch, 2023)

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#605675

FromWalter Brill <WalterBrill@t-online.de>
Date2023-09-27 11:42 +0200
Message-ID<knibnaFrpn2U2@mid.individual.net>
In reply to#603861

Am 10.09.23 um 12:34 schrieb Lars Gebauer:
> Am 10.09.2023 um 11:34 schrieb Andreas Bockelmann:
>> Lars Gebauer schrieb:
>>> Von systematischer Unterstützung kann dennoch keine Rede sein.
..
> Das ändert alles nichts am prinzipiellen Sachverhalt. Eine DDR-seitige 
> systematische Unterstützung der bundesdeutschen Friedens- und 
> Anti-AKW-Bewegung gab es nicht.

Natürlich wurde es auch versucht:
"Westmitarbeiter der Staatssicherheit hatten die Aufgabe, der 
Friedensbewegung einen antiamerikanischen Einschlag zu geben[2] und die 
Meinung zu verbreiten, US-amerikanische Raketen gefährdeten den 
Weltfrieden, während sowjetische Raketen diesem dienten.

Ermittlungen der Bundesanwaltschaft ergaben 1993, dass die Gründung der 
Gruppe auf eine Initiative der Hauptverwaltung Aufklärung der 
Staatssicherheit zurückging.[..."
<https://de.wikipedia.org/wiki/Generale_f%C3%BCr_den_Frieden#cite_note-1>


*GERT BASTIAN: Stasi schrieb die Reden*
"Der grüne Politiker und seine „Generale für den Frieden“ wurden von 
Ostberlin beliefert..."
<https://www.focus.de/politik/deutschland/stasi-schrieb-die-reden-gert-bastian_id_1822298.html>


Ciao
Walter

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#605674

FromWalter Brill <WalterBrill@t-online.de>
Date2023-09-27 11:33 +0200
Message-ID<knib7tFrpn2U1@mid.individual.net>
In reply to#603858
Hallo,

Am 10.09.23 um 11:34 schrieb Andreas Bockelmann:
> Lars Gebauer schrieb:
..
> Übrigens: Dass der einstmalige SPD-Kanzlerkandidat Johannes Rau sich im 
> Wahlkampf hat finanziell aus der DDR unterstützen lassen, hatte später 
> selbst sein Parteigenosse Egon Bahr im Deutschen Bundestag offen 
> zugegeben. Dafür bezeichnete er sich selbst später als "Erster 
> gesamtdeutscher Bundespräsident".

Ein klares Jein!
Dem ging aber eine politische Erpressung der damaligen DDR voraus:

"Als Kanzlerkandidat ließ Rau sich im Wahlkampf 1986/87 von der 
DDR-Regierung unterstützen. Im Jahr 1986 waren an die 100.000 Tamilen, 
Libanesen, Iraner, Inder, Ghanaer und andere Ausländer als Asylsuchende 
in die Bundesrepublik eingereist, überwiegend über den DDR-Flughafen 
Berlin-Schönefeld. Diese Zuwanderung wurde als Belastung empfunden und 
war ein Wahlkampfthema. Die DDR-Führung machte SPD-Präsidiumsmitglied 
Egon Bahr bei dessen Besuch 1986 öffentlich das Zugeständnis, die 
Einreise der Flüchtlinge in die Bundesrepublik künftig zu unterbinden. 
Im Gegenzug versprach Rau, in seinem Regierungsprogramm als erster 
Bundeskanzler die volle Respektierung der DDR-Staatsbürgerschaft zu 
verkünden.[37][38]..."
<https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Rau#Politische_Aff%C3%A4ren>

Ciao
Walter

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#603718

FromDietz Proepper <dietz.usenet@rotfl.franken.de>
Date2023-09-07 08:04 +0200
Message-ID<20230907080437.0afee87c.dietz.usenet@rotfl.franken.de>
In reply to#603689
Andreas Bockelmann <xotzil@gmx.de> wrote:

> Lars Gebauer schrieb:
> > Das ist so nicht ganz richtig. Richtig ist, daß beide Bewegungen
> > bei Gelegenheit gerne mal vom MfS vor die eigene Karre gespannt
> > wurden. Aber das wars auch schon. Weder wurden diese Bewegungen vom
> > MfS ins Leben gerufen noch finanziell unterstützt.  
> 
> Dann kann man sich allerdings fragen, auf welchen Wegen in den beiden 
> Bewegungen (laut Bundesverfassungsschutzberichten Anfang der 1980er
> Jahre) registrierte D-Mark Banknoten auftauchten, die die
> BRD-Regierung zwhalte um politische Gefangene aus den
> DDR-GEfängnissen freizukaufen.

Ach Trottelmann. Überlass' das Denken den Pferden, die haben einen
großen Kopf.

> Ich denke mal, man hatte dieses Kombinat als "Werbekunden" gewählt,

Trottelman denkt. Wie süß.

-- 
+++ATH

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#603759

FromFrank Hucklenbroich <hucklenbroich@gmx.net>
Date2023-09-07 12:41 +0200
Message-ID<1q2pdql2oqm8c$.8fp8yplk0v0w$.dlg@40tude.net>
In reply to#603648
Am Wed, 6 Sep 2023 12:31:38 +0200 schrieb Lars Gebauer:

> DDR-seitig unterstützt wurden die DKP und die SEW (Berlin). Über die SEW 
> weiß ich nichts weiter aber die DKP galt auch nicht als völlig 
> stubenrein und sorgte regelmäßig für Kopfschütteln.

Bei uns am Gymnasium (West) wurde regelmäßig eine marxistische
Schülerzeitung verteilt, die DKP-nah war. Irgendein
marxistisch-leninistisches Blättchen, das aber kaum lesbar war, weil es in
der üblichen Partei-Schwurbelrethorik verfasst war.

Das durfte übrigend ausdrücklich nur vor dem Schultor verteilt werden, und
nicht auf dem Schulgelände.

Grüße,

Frank

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#603764

FromLars Gebauer <lgebauer@live.de>
Date2023-09-07 12:58 +0200
Message-ID<udcad7$2tao3$2@dont-email.me>
In reply to#603759
Am 07.09.2023 um 12:41 schrieb Frank Hucklenbroich:
> Am Wed, 6 Sep 2023 12:31:38 +0200 schrieb Lars Gebauer:
>> DDR-seitig unterstützt wurden die DKP und die SEW (Berlin). Über die SEW
>> weiß ich nichts weiter aber die DKP galt auch nicht als völlig
>> stubenrein und sorgte regelmäßig für Kopfschütteln.
> 
> Bei uns am Gymnasium (West) wurde regelmäßig eine marxistische
> Schülerzeitung verteilt, die DKP-nah war.

DKP-nah oder von der DKP offiziell herausgegeben?

War ja eines der Probleme: Im DKP-Umfeld sammelten sich öfters 
Existenzen, die nach Ansicht so mancher SED-Ideologen komplett neben der 
Mütze liefen. Ganz abgesehen von Trotzkisten, Maoisten usw.usf.

-- 
"Meine Bitte an Sie: den Klimawandel ernst nehmen, die ruhigen Stimmen 
in der Wissenschaft anhören und nicht jenen folgen, die für sich in 
Anspruch nehmen, für „die“ Wissenschaft zu sprechen. Politische 
Maßnahmen mit weltweiter Wirkung vorbereiten – und dafür auf 
klimaneutrale Technologie setzen. Nicht denen auf den Leim gehen, die 
Klimakatastrophe predigen und Panik als Grundlage der Klimapolitik 
propagieren." (Hans von Storch, 2023)

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#603840

FromFrank Hucklenbroich <hucklenbroich@gmx.net>
Date2023-09-08 21:18 +0200
Message-ID<xza0dlpyexfn$.56u9akbkykb8.dlg@40tude.net>
In reply to#603764
Am Thu, 7 Sep 2023 12:58:47 +0200 schrieb Lars Gebauer:

> Am 07.09.2023 um 12:41 schrieb Frank Hucklenbroich:
>> Am Wed, 6 Sep 2023 12:31:38 +0200 schrieb Lars Gebauer:
>>> DDR-seitig unterstützt wurden die DKP und die SEW (Berlin). Über die SEW
>>> weiß ich nichts weiter aber die DKP galt auch nicht als völlig
>>> stubenrein und sorgte regelmäßig für Kopfschütteln.
>> 
>> Bei uns am Gymnasium (West) wurde regelmäßig eine marxistische
>> Schülerzeitung verteilt, die DKP-nah war.
> 
> DKP-nah oder von der DKP offiziell herausgegeben?

Nicht offiziell, die waren zwar auf DKP-Linie, gaben sich aber als
marxistische Schülerzeitung. Ohne, daß da irgendeine Partei erwähnt wurde.
 
> War ja eines der Probleme: Im DKP-Umfeld sammelten sich öfters 
> Existenzen, die nach Ansicht so mancher SED-Ideologen komplett neben der 
> Mütze liefen. Ganz abgesehen von Trotzkisten, Maoisten usw.usf.

Ich hatte Anfang der 90er mal das sehr zweifelhafte Vergnügen, eine
PKK-Versammlung in der Kölner Sporthalle sanitätsmäßig zu betreuen, ich
machte das anstatt Wehrdienst. Wir kamen dahin, es waren geschätzt 15.000
Leute vor Ort, an den Wänden (das war eine Radrennbahn) hingen riesige
Banner mit Stalin-Portraits. Wir nahmen Platz auf der Tribüne, es wurde die
Internationale gespielt, wir blieben sitzen, so war es unsere Vorschrift,
wir waren unparteiisch. Das kam bei den Kurden-Fukntionären gar nicht gut
an, und wir wurden von den Plätzen verscheucht und durften die nächsten 10
Stunden stehen.

Und dann gab es da tatsächlich einen Redner der DKP, der den tapferen Kampf
der PKK gelobt hat. Ich glaube es war sogar noch ein Redner der Grünen
dabei.

Der Rest war bizarr, es wurden PKK-Kämpfer in schwarz-weiß-Filmen gezeigt,
die mit WK-1-Karabinern türkischen Panzern nachstellten, und es gab eine
Theater-Vorstellung, wo dann unter lautem Johlen auf der Bühne ein
"türkischer General" gefoltert und hingerichtet wurde. Da war ich dann
emotional raus, was die Sympathie für die PKK angeht.

Meine größte Sorge war damals ein Bombenanschlag, denn da hockten
zehntausende auf engstem Raum, und die kamen mit Kinderwagen herein und
niemand hat die kontrolliert. Ich habe drei Kreuze gemacht, als ich da
unbeschadet raus war (wobei die jungen Kurden sehr nett waren, und uns mit
Essen und Trinken versorgt haben, nur die Funktionäre waren doof).

Grüße,

Frank

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#604046

FromAndreas Bockelmann <xotzil@gmx.de>
Date2023-09-12 17:57 +0200
Message-ID<udq8qa.bvs.1@wxp-nb-pm.local>
In reply to#603764
Lars Gebauer schrieb:
> Am 07.09.2023 um 12:41 schrieb Frank Hucklenbroich:
>> Am Wed, 6 Sep 2023 12:31:38 +0200 schrieb Lars Gebauer:
>>> DDR-seitig unterstützt wurden die DKP und die SEW (Berlin). Über die SEW
>>> weiß ich nichts weiter aber die DKP galt auch nicht als völlig
>>> stubenrein und sorgte regelmäßig für Kopfschütteln.
>>
>> Bei uns am Gymnasium (West) wurde regelmäßig eine marxistische
>> Schülerzeitung verteilt, die DKP-nah war.
> 
> DKP-nah oder von der DKP offiziell herausgegeben?

Bei uns stand öfter ein Kapser mit den "Marxistischen Blättern" vorm 
Schulhof. Wenn wir keinen Bock auf Mathe hatten, lag ein Exemplar auf dem 
Tisch von Oberlehrer Erdman. (Der war so alt, der war noch kein Studienrat, 
sondern Oberlehrer)

Seine Hasstiraden über die linken Marxisten waren interessanter als sein 
Mathe- oder Lateinunterricht :-)

-- 
  Mit freundlichen Grüßen
    Andreas Bockelmann

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#604047

FromUlf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de>
Date2023-09-12 09:04 -0700
Message-ID<1e89b0b2-2fdb-4299-bb8d-f2af646d5cc3n@googlegroups.com>
In reply to#604046
Bockelmann schrieb am Dienstag, 12. September 2023 um 18:00:36 UTC+2:

> Bei uns stand öfter ein Kapser

Siehst Du: Der Kasper war nicht er.

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