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Groups > ger.ct > #609388 > unrolled thread

The Beatles - Now And Then

Started byMike Grantz <invalid@invalid.invalid>
First post2023-11-03 20:08 +0100
Last post2023-11-06 13:55 +0100
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Contents

  The Beatles - Now And Then Mike Grantz <invalid@invalid.invalid> - 2023-11-03 20:08 +0100
    Re: The Beatles - Now And Then Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2023-11-03 20:57 +0100
      Re: The Beatles - Now And Then Mike Grantz <invalid@invalid.invalid> - 2023-11-03 21:39 +0100
        Re: The Beatles - Now And Then Andreas Bockelmann <xotzil@gmx.de> - 2023-11-04 09:07 +0100
          Re: The Beatles - Now And Then Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2023-11-04 10:13 +0100
            Re: The Beatles - Now And Then Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2023-11-04 10:34 +0000
              Re: The Beatles - Now And Then Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2023-11-04 12:30 +0100
                Re: The Beatles - Now And Then Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2023-11-04 13:08 +0000
                  Re: The Beatles - Now And Then Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2023-11-04 15:32 +0100
                    Re: The Beatles - Now And Then Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2023-11-04 20:52 +0000
                      Re: The Beatles - Now And Then Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2023-11-05 00:01 +0100
                      Re: The Beatles - Now And Then Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2023-11-05 00:03 +0100
                      Re: The Beatles - Now And Then Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2023-11-05 00:07 +0100
                        Re: The Beatles - Now And Then Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2023-11-05 17:15 +0100
                          Re: The Beatles - Now And Then Dietz Proepper <dietz.usenet@rotfl.franken.de> - 2023-11-05 17:49 +0100
                            Re: The Beatles - Now And Then Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2023-11-06 18:59 +0100
                      Re: The Beatles - Now And Then Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2023-11-05 00:00 +0100
            Re: The Beatles - Now And Then Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2023-11-05 17:02 +0100
    Re: The Beatles - Now And Then Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2023-11-05 16:57 +0100
    Re: The Beatles - Now And Then "F. W." <me@home.invalid> - 2023-11-06 08:51 +0100
      Re: The Beatles - Now And Then Goetz Schultz <ng.expire1225@goetz.co.uk> - 2023-11-06 08:26 +0000
        Re: The Beatles - Now And Then "F. W." <me@home.invalid> - 2023-11-06 13:55 +0100

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#609388 — The Beatles - Now And Then

FromMike Grantz <invalid@invalid.invalid>
Date2023-11-03 20:08 +0100
SubjectThe Beatles - Now And Then
Message-ID<ui3gfv$2t5eu$2@dont-email.me>
https://www.youtube.com/watch?v=Opxhh9Oh3rg

Wundert mich, dass das hier noch nicht erwähnt wurde. Oder es ist unter 
all den Hasspostings untergegangen.

Der neueste und letzte Beatles Song ever.

Dank Machine Learning (manche nennen es KI) und extra entwickelter 
Audiosoftware, ist es gelungen, John Lennons Stimme von einer alten 
Audiokassette zu extrahieren und von den Hintergrundgeräuschen zu trennen.

Sogar heise hat darüber berichtet: 
https://www.heise.de/news/Mit-Hilfe-von-KI-Neuer-Song-der-Beatles-erschienen-9352024.html

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#609390

FromRuediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de>
Date2023-11-03 20:57 +0100
Message-ID<ui3ms1.88.1@privat.lahls.de>
In reply to#609388
*Mike Grantz* schrieb:

> https://www.youtube.com/watch?v=Opxhh9Oh3rg
>
> Der neueste und letzte Beatles Song ever.
>
> Dank Machine Learning (manche nennen es KI) und extra entwickelter
> Audiosoftware, ist es gelungen, John Lennons Stimme von einer alten
> Audiokassette zu extrahieren und von den Hintergrundgeräuschen zu trennen.

Das "Hintergrundrauschen" war seine eigene Klavierbegleitung. Das als
Hintergrundrauschen zu betrachten, ist vielleicht etwas despektierlich.

> Sogar heise hat darüber berichtet:
> https://www.heise.de/news/Mit-Hilfe-von-KI-Neuer-Song-der-Beatles-erschienen-9352024.html

Ich finde es schön, das Yoko Ono das Band George Harrison gab. Sie hätte
es auch selbst verwerten können.
-- 
bis denne

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#609393

FromMike Grantz <invalid@invalid.invalid>
Date2023-11-03 21:39 +0100
Message-ID<ui3lpg$2u9tf$1@dont-email.me>
In reply to#609390
On 03.11.2023 20:57, Ruediger Lahl wrote:

>> Audiokassette zu extrahieren und von den Hintergrundgeräuschen zu trennen.
> 
> Das "Hintergrundrauschen" war seine eigene Klavierbegleitung. Das als
> Hintergrundrauschen zu betrachten, ist vielleicht etwas despektierlich.

Es gab wohl auch Rauschen welches Probleme bereitete, aber ich schrub 
von Geräuschen und auf die Vocals bezogen ist alles andere ein 
Hintergrundgeräusch.

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#609399

FromAndreas Bockelmann <xotzil@gmx.de>
Date2023-11-04 09:07 +0100
Message-ID<ui51l2.amk.1@wxp-nb-pm.local>
In reply to#609393
Mike Grantz schrieb:
> On 03.11.2023 20:57, Ruediger Lahl wrote:
> 
>>> Audiokassette zu extrahieren und von den Hintergrundgeräuschen zu trennen.
>>
>> Das "Hintergrundrauschen" war seine eigene Klavierbegleitung. Das als
>> Hintergrundrauschen zu betrachten, ist vielleicht etwas despektierlich.
> 
> Es gab wohl auch Rauschen welches Probleme bereitete, aber ich schrub von 
> Geräuschen und auf die Vocals bezogen ist alles andere ein Hintergrundgeräusch.

Ja, dem Signal/Rauschverhältnis ist die Herkunft des Rauschens egal.

Solche Experimente machen mir Angst. Neben Beatles-Songs kann man damit 
mittlerweile alles mögliche nachmachen, auch gerichtsverwertbare Beweise.



-- 
  Mit freundlichen Grüßen
    Andreas Bockelmann

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#609405

FromLars Gebauer <lgebauer@live.de>
Date2023-11-04 10:13 +0100
Message-ID<ui51vh$399ti$1@dont-email.me>
In reply to#609399
Am 04.11.2023 um 09:07 schrieb Andreas Bockelmann:
> Mike Grantz schrieb:
>> Es gab wohl auch Rauschen welches Probleme bereitete, aber ich schrub 
>> von Geräuschen und auf die Vocals bezogen ist alles andere ein 
>> Hintergrundgeräusch.
> 
> Ja, dem Signal/Rauschverhältnis ist die Herkunft des Rauschens egal.
> 
> Solche Experimente machen mir Angst. Neben Beatles-Songs kann man damit 
> mittlerweile alles mögliche nachmachen,

Das ist gut so. Gerade Fotos oder Videos wurde in der Vergangenheit 
allzu oft völlig blind geglaubt. Selbst wenn das Foto aus dem Kontext 
gerissen, gestellt oder (oft plump) verfälscht war. Für viele Menschen 
war kaum vorstellbar, daß ein Foto gar nicht das zeigt, was es zu zeigen 
vorgibt.

Das ändert sich gerade. Die offensichtlichen Fähigkeiten der generativen 
KI sorgen für mehr Sensibilisierung bei der Bewertung von Fotos oder 
Videos. Schon heute wird sehr viel genauer hingeschaut und es ist jetzt 
schon schwerer geworden, mit einem Fake irgendetwas zu "beweisen".

> auch gerichtsverwertbare Beweise.

Diese Befürchtungen gab es schon bei der Einführung der Daktyloskopie 
und erst recht nochmal bei der Einführung von DNA-Tests. War aber 
weitestghend unbegründet. Denn materielle Beweise bedürfen immer der 
Interpretation. Und wenn die Interpretation in sich nicht schlüssig ist, 
dann ist der Beweis einfach kein Beweis. Dann handelt es sich um eine 
Fehl- oder Trugspur, die weiß der Fuchs wie entstanden ist.

Das ist bei Fotos oder Videos nicht anders. Auch da kann es nur besser 
sein, wenn im Bewußtsein der Möglichkeiten generativer KI genauer 
hingeschaut wird. Für den Verwender kann das sehr schnell zum Bumerang 
werden.

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#609411

FromStefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich)
Date2023-11-04 10:34 +0000
Message-ID<1t65461d95i3d772n3e8%sfroehli@Froehlich.Priv.at>
In reply to#609405
On Sat, 04 Nov 2023 10:13:22 Lars Gebauer wrote:
> Schon heute wird sehr viel genauer hingeschaut und es ist jetzt
> schon schwerer geworden, mit einem Fake irgendetwas zu "beweisen".

Bis dato sieht es mir eher nach dem Gegenteil aus. Es wird nicht
keineswegs weniger geglaubt, sondern allenfalls von mehr Menschen
mit Fälschungen irgendetwas "bewiesen".

Das wird sich alles schon wieder einrenken, aber wenn ich mir
ansehe, wie lange die gesellschaftlichen Verwerfungen durch den
vergleichsweise harmlosen Buchdruck gedauert haben, werden wir das
leider nicht mehr mitbekommen.

Servus,
   Stefan

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Glück wo noch nie ein Mensch gewesen: Stefan!
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#609417

FromLars Gebauer <lgebauer@live.de>
Date2023-11-04 12:30 +0100
Message-ID<ui5a0n$3966i$1@dont-email.me>
In reply to#609411
Am 04.11.2023 um 11:34 schrieb Stefan Froehlich:
> On Sat, 04 Nov 2023 10:13:22 Lars Gebauer wrote:
>> Schon heute wird sehr viel genauer hingeschaut und es ist jetzt
>> schon schwerer geworden, mit einem Fake irgendetwas zu "beweisen".
> 
> Bis dato sieht es mir eher nach dem Gegenteil aus.

Mir nicht. Denn das Grundproblem hat sich gar nicht verändert: Menschen 
glauben, was sie glauben *wollen*. Das ist nach wie vor so, generative 
KI hin oder her.

Dennoch wird genauer hingeschaut. Das ist halt kein Prozeß von heute auf 
morgen sondern eine ziemlich langwierige Angelegenheit. Schnelle Erfolge 
gibt es da nicht.

> Es wird nicht
> keineswegs weniger geglaubt, sondern allenfalls von mehr Menschen
> mit Fälschungen irgendetwas "bewiesen".

Masse nicht mit Klasse verwechseln. Nur weil etwas einfacher geworden 
ist heißt das nicht, daß es auch qualitativ besser wurde. Die Masse der 
Bilder stumpft auch die Rezipienten ab.

> Das wird sich alles schon wieder einrenken, aber wenn ich mir
> ansehe, wie lange die gesellschaftlichen Verwerfungen durch den
> vergleichsweise harmlosen Buchdruck gedauert haben,

Das ist witzig. Denn diese "Verwerfungen" haben ja keineswegs ab- 
sondern deutlich zugenommen. Erst recht, wenn man nicht nur den 
Buchdruck sonderan alle seitdem neuen Massenmedien betrachtet. Der 
Buchdruck steht ja nur für den Anfang einer Entwicklung.

Dennoch fällt es heute schwerer, mit einem Fake Punkte zu machen. Der 
Verfallszeitraum ist deutlich kürzer geworden.

> werden wir das leider nicht mehr mitbekommen.

Das sowieso nicht. Der Hunger nach Geschichten ist ein menschliches 
Grundbedürfnis. Der Unterschied liegt nur in der Form der Geschichten. 
Die, die in 500 Jahren erzählt werden, unterscheiden sich halt von 
jenen, die vor 500 Jahren erzählt wurden. Aber nur äußerlich.

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#609429

FromStefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich)
Date2023-11-04 13:08 +0000
Message-ID<1t65464139i44d3an3e8%sfroehli@Froehlich.Priv.at>
In reply to#609417
On Sat, 04 Nov 2023 12:30:32 Lars Gebauer wrote:
> Am 04.11.2023 um 11:34 schrieb Stefan Froehlich:
>> On Sat, 04 Nov 2023 10:13:22 Lars Gebauer wrote:
>>> Schon heute wird sehr viel genauer hingeschaut und es ist jetzt
>>> schon schwerer geworden, mit einem Fake irgendetwas zu "beweisen".

>> Bis dato sieht es mir eher nach dem Gegenteil aus.

> Mir nicht. Denn das Grundproblem hat sich gar nicht verändert:
> Menschen glauben, was sie glauben *wollen*. Das ist nach wie vor
> so, generative KI hin oder her.

Es gibt aber jetzt halt mehr, das man glauben kann, wenn man es nur
glauben will. Das alleine führt noch längst nicht automatisch zu
mehr Vorsicht. Ganz im Gegenteil, guck Dir doch an, wie viele
Menschen lieber einem x-beliebigen, privat ins Netz gestellten Foto
glauben, als einem recherchierten Beitrag etablierter Medien. Diese
Menschen waren früher vermutlich auch nicht sorgfältiger, es gab
aber schlicht weniger, mit dem sie gefüttert wurden.

> Dennoch wird genauer hingeschaut.

Sagt wer?

> Das ist halt kein Prozeß von heute auf morgen sondern eine
> ziemlich langwierige Angelegenheit.

Eben. Wir sprechen da von Generationen; nichts, was man "schon
heute" bemerken würde.

>> Es wird nicht keineswegs weniger geglaubt, sondern allenfalls von
>> mehr Menschen mit Fälschungen irgendetwas "bewiesen".
 
> Masse nicht mit Klasse verwechseln. Nur weil etwas einfacher
> geworden ist heißt das nicht, daß es auch qualitativ besser wurde.

Ich habe nicht behauptet, dass es *beser* geworden wäre, aber man
kann auch mit Masse den Umsatz vergrößern.

>> Das wird sich alles schon wieder einrenken, aber wenn ich mir
>> ansehe, wie lange die gesellschaftlichen Verwerfungen durch den
>> vergleichsweise harmlosen Buchdruck gedauert haben,

> Das ist witzig. Denn diese "Verwerfungen" haben ja keineswegs ab-
> sondern deutlich zugenommen. Erst recht, wenn man nicht nur den
> Buchdruck sonderan alle seitdem neuen Massenmedien betrachtet. Der
> Buchdruck steht ja nur für den Anfang einer Entwicklung.

Ich denke schon, dass man den Buchdruck seit einiger Zeit als
etabliert annehmen kann; und von dort bis heute sind dann ein paar
Jahrhunderte vergangen. Fotografie und Film liegen nicht in der
gleichen Größenordnung, weil ursprünglich nicht von jedermann
verwend- und noch weniger manipulierbar.

> Dennoch fällt es heute schwerer, mit einem Fake Punkte zu machen.

Ich sehe mich um und bin schwer geneigt das Gegenteil anzunehmen.
Möchtest Du Deine Aussage vielleicht belegen?

Servus,
   Stefan

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#609439

FromLars Gebauer <lgebauer@live.de>
Date2023-11-04 15:32 +0100
Message-ID<ui5kli$3dcmn$1@dont-email.me>
In reply to#609429
Am 04.11.23 um 14:08 schrieb Stefan Froehlich:
> On Sat, 04 Nov 2023 12:30:32 Lars Gebauer wrote:
>> Am 04.11.2023 um 11:34 schrieb Stefan Froehlich:
>>> On Sat, 04 Nov 2023 10:13:22 Lars Gebauer wrote:
>>>> Schon heute wird sehr viel genauer hingeschaut und es ist jetzt
>>>> schon schwerer geworden, mit einem Fake irgendetwas zu "beweisen".
> 
>>> Bis dato sieht es mir eher nach dem Gegenteil aus.
> 
>> Mir nicht. Denn das Grundproblem hat sich gar nicht verändert:
>> Menschen glauben, was sie glauben *wollen*. Das ist nach wie vor
>> so, generative KI hin oder her.
> 
> Es gibt aber jetzt halt mehr, das man glauben kann, wenn man es nur
> glauben will. Das alleine führt noch längst nicht automatisch zu
> mehr Vorsicht. Ganz im Gegenteil, guck Dir doch an, wie viele
> Menschen lieber einem x-beliebigen, privat ins Netz gestellten Foto
> glauben, als einem recherchierten Beitrag etablierter Medien.

War das jemals anders?

Ab davon ist es /auch/ Ausdruck der allgemeinen Vertrauenskrise 
insbesondere auch in die Medien. An der gerade auch die Medien mit 
Feuereifer und Hingabe gearbeitet haben.

Ich finde das eigentlich ganz gut. Skepsis gegenüber einer 
Mainstream-Meinung war noch nie ein Fehler.

> Diese
> Menschen waren früher vermutlich auch nicht sorgfältiger, es gab
> aber schlicht weniger, mit dem sie gefüttert wurden.

Ja und?

>> Dennoch wird genauer hingeschaut.
> 
> Sagt wer?

Na ich.

>> Das ist halt kein Prozeß von heute auf morgen sondern eine
>> ziemlich langwierige Angelegenheit.
> 
> Eben. Wir sprechen da von Generationen; nichts, was man "schon
> heute" bemerken würde.

Ich bemerke es schon heute. Ob "man" es auch bemerkt, ist mir egal. Aber 
ich glaube schon. Oft sind es nur Nuancen. Aber wenn bspw. Journalisten 
plötzlich beginnen, deutlich vorsichtiger zu formulieren, dann kann das 
der aufmerksame Beobachter schon bemerken.

>>> Das wird sich alles schon wieder einrenken, aber wenn ich mir
>>> ansehe, wie lange die gesellschaftlichen Verwerfungen durch den
>>> vergleichsweise harmlosen Buchdruck gedauert haben,
> 
>> Das ist witzig. Denn diese "Verwerfungen" haben ja keineswegs ab-
>> sondern deutlich zugenommen. Erst recht, wenn man nicht nur den
>> Buchdruck sonderan alle seitdem neuen Massenmedien betrachtet. Der
>> Buchdruck steht ja nur für den Anfang einer Entwicklung.
> 
> Ich denke schon, dass man den Buchdruck seit einiger Zeit als
> etabliert annehmen kann;

Etabliert in Sinne eines Geschäftes. Etabliert im Sinne irgendeiner 
"Wahrheit" ganz bestimmt nicht.

> und von dort bis heute sind dann ein paar
> Jahrhunderte vergangen. Fotografie und Film liegen nicht in der
> gleichen Größenordnung, weil ursprünglich nicht von jedermann
> verwend- und noch weniger manipulierbar.

Ein Foto aus dem Kontext zu reißen ist nun wirklich leicht. Es ein 
bisschen passend zu beschneiden erfordert auch nur mäßiges Geschick. 
Seit dem es digitale Fotografie gibt, wurde das alles nochmal wesentlich 
einfacher.

>> Dennoch fällt es heute schwerer, mit einem Fake Punkte zu machen.
> 
> Ich sehe mich um und bin schwer geneigt das Gegenteil anzunehmen.

Schau' Dir einfach die Community Notes auf Twitter an.

> Möchtest Du Deine Aussage vielleicht belegen?

Wozu? Damit Du es erbittert bestreiten kannst?

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#609462

FromStefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich)
Date2023-11-04 20:52 +0000
Message-ID<1t6546ace4i5684dn3e8%sfroehli@Froehlich.Priv.at>
In reply to#609439
On Sat, 04 Nov 2023 15:32:18 Lars Gebauer wrote:
> Am 04.11.23 um 14:08 schrieb Stefan Froehlich:
>> On Sat, 04 Nov 2023 12:30:32 Lars Gebauer wrote:
>>> Am 04.11.2023 um 11:34 schrieb Stefan Froehlich:
>>>> On Sat, 04 Nov 2023 10:13:22 Lars Gebauer wrote:
>>>>> Schon heute wird sehr viel genauer hingeschaut und es ist
>>>>> jetzt schon schwerer geworden, mit einem Fake irgendetwas zu
>>>>> "beweisen".

>>>> Bis dato sieht es mir eher nach dem Gegenteil aus.

>>> Mir nicht. Denn das Grundproblem hat sich gar nicht verändert:
>>> Menschen glauben, was sie glauben *wollen*. Das ist nach wie vor
>>> so, generative KI hin oder her.

>> Es gibt aber jetzt halt mehr, das man glauben kann, wenn man es
>> nur glauben will. Das alleine führt noch längst nicht automatisch
>> zu mehr Vorsicht. Ganz im Gegenteil, guck Dir doch an, wie viele
>> Menschen lieber einem x-beliebigen, privat ins Netz gestellten
>> Foto glauben, als einem recherchierten Beitrag etablierter
>> Medien.

> War das jemals anders?

Ja, natürlich - und zwar schlicht, weil es keine "x-beliebigen,
privat ins Netz gestellten" Fotos gab, die geseschafftliche Relevanz
gehabt hätten. Ansonsten wäre es selbstverständlich auch früher ganz
genauso gewesen: Ich spreche ja gerade davon, dass sich die
Randbedingungen geändert haben, nicht jedoch die Menschen.

> Ich finde das eigentlich ganz gut. Skepsis gegenüber einer
> Mainstream-Meinung war noch nie ein Fehler.

Wenn jemand den Begriff "Lügenpresse" oder "Systemmedien" verwendet
ist das kein Ausdruck von Skepsis, sondern einer von völliger
Ignoranz und Weltfremdheit.

>>> Dennoch wird genauer hingeschaut.

>> Sagt wer?

> Na ich.

Ok, also niemand von Relevanz.

>>> Das ist halt kein Prozeß von heute auf morgen sondern eine
>>> ziemlich langwierige Angelegenheit.

>> Eben. Wir sprechen da von Generationen; nichts, was man "schon
>> heute" bemerken würde.
 
> Ich bemerke es schon heute. Ob "man" es auch bemerkt, ist mir
> egal. Aber ich glaube schon. Oft sind es nur Nuancen. Aber wenn
> bspw. Journalisten plötzlich beginnen, deutlich vorsichtiger zu
> formulieren, dann kann das der aufmerksame Beobachter schon
> bemerken.

Äh, wir sprechen aber nicht von Journalisten, sondern von deren
Rezipienten. Die Journalisten, das sind die, die schon immer genauer
hingeschaut haben, wenige schwarze Schafe aussen vor. Wenn die
vorsichtiger formulieren, dann ist das weniger ein Zeichen von mehr
Aufmerksamkeit, als eines von Angst (in der Regel um den Job, weil
viele Medien ja von der Masse leben). Das als gutes Zeichen zu
betrachten ist eher absurd.

>>>> Das wird sich alles schon wieder einrenken, aber wenn ich mir
>>>> ansehe, wie lange die gesellschaftlichen Verwerfungen durch den
>>>> vergleichsweise harmlosen Buchdruck gedauert haben,

>>> Das ist witzig. Denn diese "Verwerfungen" haben ja keineswegs
>>> ab- sondern deutlich zugenommen. Erst recht, wenn man nicht nur
>>> den Buchdruck sonderan alle seitdem neuen Massenmedien
>>> betrachtet. Der Buchdruck steht ja nur für den Anfang einer
>>> Entwicklung.

>> Ich denke schon, dass man den Buchdruck seit einiger Zeit als
>> etabliert annehmen kann;

> Etabliert in Sinne eines Geschäftes. Etabliert im Sinne
> irgendeiner "Wahrheit" ganz bestimmt nicht.

Weshalb sollte sich irgendein Medium im Sinn einer "Wahrheit"
etablieren? Darum geht es aber auch gar nicht, sondern um den Umgang
der Gesellschaft mit diesem Medium - und da wird sich nach den
ersten hundert Jahren, wenn alle Aspekte und Reaktionen vertraut
sind, nicht mehr so viel tun.

>> Fotografie und Film liegen nicht in der gleichen Größenordnung,
>> weil ursprünglich nicht von jedermann verwend- und noch weniger
>> manipulierbar.

> Ein Foto aus dem Kontext zu reißen ist nun wirklich leicht. Es ein
> bisschen passend zu beschneiden erfordert auch nur mäßiges
> Geschick.

Das ist halt alles wesentlich weniger interessant, als wenn jeder
Hinz und Kunz selber Fotos generieren (und danach erst recht wieder
aus dem Kontext reißen) kann. Ein mißbrauchtes Pressefoto ist
schnell und leicht identifiziert, eine mißbrauchte Privataufnahme
deutlich schwieriger, und erst durch die Segnungen von Social Media
können sie überhaupt von jedermann unter die Leute gebracht werden.

>>> Dennoch fällt es heute schwerer, mit einem Fake Punkte zu machen.
>> Ich sehe mich um und bin schwer geneigt das Gegenteil anzunehmen.
> Schau' Dir einfach die Community Notes auf Twitter an.

Ja, eben. Nimm eine x-beliebige Aufnahme aus Gaza (nach Aussage des
Senders) und guck Dir die Kommentare an.

Servus,
   Stefan

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Stefan, so lang wie der Schrecken. Da werden Mütterträume wahr!
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#609465

FromLars Gebauer <lgebauer@live.de>
Date2023-11-05 00:01 +0100
Message-ID<ui6ifp$3ji3n$1@dont-email.me>
In reply to#609462
Am 04.11.23 um 21:52 schrieb Stefan Froehlich:
> On Sat, 04 Nov 2023 15:32:18 Lars Gebauer wrote:
>> Am 04.11.23 um 14:08 schrieb Stefan Froehlich:
>>> On Sat, 04 Nov 2023 12:30:32 Lars Gebauer wrote:
>>>> Mir nicht. Denn das Grundproblem hat sich gar nicht verändert:
>>>> Menschen glauben, was sie glauben *wollen*. Das ist nach wie vor
>>>> so, generative KI hin oder her.
> 
>>> Es gibt aber jetzt halt mehr, das man glauben kann, wenn man es
>>> nur glauben will. Das alleine führt noch längst nicht automatisch
>>> zu mehr Vorsicht. Ganz im Gegenteil, guck Dir doch an, wie viele
>>> Menschen lieber einem x-beliebigen, privat ins Netz gestellten
>>> Foto glauben, als einem recherchierten Beitrag etablierter
>>> Medien.
> 
>> War das jemals anders?
> 
> Ja, natürlich - und zwar schlicht, weil es keine "x-beliebigen,
> privat ins Netz gestellten" Fotos gab, die geseschafftliche Relevanz
> gehabt hätten.

Natürlich nicht. Daß das "Netz" größer und breiter geworden ist ändert 
doch nichts daran, daß Menschen immer noch genau das glauben, was sie 
glauben wollen.

>> Ich finde das eigentlich ganz gut. Skepsis gegenüber einer
>> Mainstream-Meinung war noch nie ein Fehler.
> 
> Wenn jemand den Begriff "Lügenpresse" oder "Systemmedien" verwendet
> ist das kein Ausdruck von Skepsis, sondern einer von völliger
> Ignoranz und Weltfremdheit.

Du bist schon klug. Deswegen ist Dir auch aufgefallen, daß ich diese 
Worte gar nicht verwendet habe.

Aber selbst wenn: Sie beschreiben, drastisch verkürzt, genau den 
gleichen Effekt. Eine Diskrepanz zwischen öffentlicher und 
veröffentlichter Meinung.

>>>> Das ist halt kein Prozeß von heute auf morgen sondern eine
>>>> ziemlich langwierige Angelegenheit.
> 
>>> Eben. Wir sprechen da von Generationen; nichts, was man "schon
>>> heute" bemerken würde.
>   
>> Ich bemerke es schon heute. Ob "man" es auch bemerkt, ist mir
>> egal. Aber ich glaube schon. Oft sind es nur Nuancen. Aber wenn
>> bspw. Journalisten plötzlich beginnen, deutlich vorsichtiger zu
>> formulieren, dann kann das der aufmerksame Beobachter schon
>> bemerken.
> 
> Äh, wir sprechen aber nicht von Journalisten, sondern von deren
> Rezipienten.

Ich weiß nicht wovon Du sprichst; ich spreche von Journalisten.

> Die Journalisten, das sind die, die schon immer genauer
> hingeschaut haben, wenige schwarze Schafe aussen vor.

Das wäre schön. Leider trifft das hinten und vorbne nicht zu.

> Wenn die
> vorsichtiger formulieren, dann ist das weniger ein Zeichen von mehr
> Aufmerksamkeit,

Nein. Es gibt tatsächlich einige Unverbesserliche aber es gibt zunehmend 
welche, die ihre Aufgabe tatsächlich hinterfragen.

> als eines von Angst (in der Regel um den Job, weil
> viele Medien ja von der Masse leben).

Ja, das war eines der größeren Probleme. Aber das scheint kleiner zu 
werden. Selbst im ÖRR lese/höre ich heute Kommentare, für die derjenige 
noch vor zwei Jahren der Feme verfallen wäre.

> Das als gutes Zeichen zu betrachten ist eher absurd.

Für Dich, ja. Glaube ich Dir.

>>> Ich denke schon, dass man den Buchdruck seit einiger Zeit als
>>> etabliert annehmen kann;
> 
>> Etabliert in Sinne eines Geschäftes. Etabliert im Sinne
>> irgendeiner "Wahrheit" ganz bestimmt nicht.
> 
> Weshalb sollte sich irgendein Medium im Sinn einer "Wahrheit"
> etablieren?

Eben. Deswegen weiß ich nicht, was Du bezüglich Fehl-/Desinformation 
bezüglich eines "etablierten Buchdrucks" zusammenquatschst.

>>> Fotografie und Film liegen nicht in der gleichen Größenordnung,
>>> weil ursprünglich nicht von jedermann verwend- und noch weniger
>>> manipulierbar.
> 
>> Ein Foto aus dem Kontext zu reißen ist nun wirklich leicht. Es ein
>> bisschen passend zu beschneiden erfordert auch nur mäßiges
>> Geschick.
> 
> Das ist halt alles wesentlich weniger interessant, als wenn jeder
> Hinz und Kunz selber Fotos generieren (und danach erst recht wieder
> aus dem Kontext reißen) kann.

Eben. Florian Gallwitz hat vollkommen Recht: Die einzigen, die durch die 
aktuelle Entwicklung bezüglich KI & Co. wirklich angeschissen sind, das 
sind Journalisten, Politiker etc.pp. Also Leute mit Reichweite. Denn die 
müssen sich jetzt wirklich mehr Mühe geben, als Oma Hiltrud in ihrer 
Whats-App-Gruppe.

>>>> Dennoch fällt es heute schwerer, mit einem Fake Punkte zu machen.
>>> Ich sehe mich um und bin schwer geneigt das Gegenteil anzunehmen.
>> Schau' Dir einfach die Community Notes auf Twitter an.
> 
> Ja, eben. Nimm eine x-beliebige Aufnahme aus Gaza (nach Aussage des
> Senders) und guck Dir die Kommentare an.

Wozu? Menschen glauben, was sie glauben *wollen*. Wer Community Notes 
nicht zur Kentnis nimmt, der nimmt Community Notes nicht zur Kenntnis. 
Aber wenigstens hatte er die Chance. Und manche sind halt doch etwas 
skeptischer, wenn da eine Community Note dranklebt.

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#609466

FromLars Gebauer <lgebauer@live.de>
Date2023-11-05 00:03 +0100
Message-ID<ui6ike$3jivb$1@dont-email.me>
In reply to#609462
Am 04.11.23 um 21:52 schrieb Stefan Froehlich:
> On Sat, 04 Nov 2023 15:32:18 Lars Gebauer wrote:
>> Am 04.11.23 um 14:08 schrieb Stefan Froehlich:
>>> On Sat, 04 Nov 2023 12:30:32 Lars Gebauer wrote:
>>>> Mir nicht. Denn das Grundproblem hat sich gar nicht verändert:
>>>> Menschen glauben, was sie glauben *wollen*. Das ist nach wie vor
>>>> so, generative KI hin oder her.
> 
>>> Es gibt aber jetzt halt mehr, das man glauben kann, wenn man es
>>> nur glauben will. Das alleine führt noch längst nicht automatisch
>>> zu mehr Vorsicht. Ganz im Gegenteil, guck Dir doch an, wie viele
>>> Menschen lieber einem x-beliebigen, privat ins Netz gestellten
>>> Foto glauben, als einem recherchierten Beitrag etablierter
>>> Medien.
> 
>> War das jemals anders?
> 
> Ja, natürlich - und zwar schlicht, weil es keine "x-beliebigen,
> privat ins Netz gestellten" Fotos gab, die geseschafftliche Relevanz
> gehabt hätten.

Natürlich nicht. Daß das "Netz" größer und breiter geworden ist ändert 
doch nichts daran, daß Menschen immer noch genau das glauben, was sie 
glauben wollen.

>> Ich finde das eigentlich ganz gut. Skepsis gegenüber einer
>> Mainstream-Meinung war noch nie ein Fehler.
> 
> Wenn jemand den Begriff "Lügenpresse" oder "Systemmedien" verwendet
> ist das kein Ausdruck von Skepsis, sondern einer von völliger
> Ignoranz und Weltfremdheit.

Du bist schon klug. Deswegen ist Dir auch aufgefallen, daß ich diese 
Worte gar nicht verwendet habe.

Aber selbst wenn: Sie beschreiben, drastisch verkürzt, genau den 
gleichen Effekt. Eine Diskrepanz zwischen öffentlicher und 
veröffentlichter Meinung.

>>>> Das ist halt kein Prozeß von heute auf morgen sondern eine
>>>> ziemlich langwierige Angelegenheit.
> 
>>> Eben. Wir sprechen da von Generationen; nichts, was man "schon
>>> heute" bemerken würde.
>   
>> Ich bemerke es schon heute. Ob "man" es auch bemerkt, ist mir
>> egal. Aber ich glaube schon. Oft sind es nur Nuancen. Aber wenn
>> bspw. Journalisten plötzlich beginnen, deutlich vorsichtiger zu
>> formulieren, dann kann das der aufmerksame Beobachter schon
>> bemerken.
> 
> Äh, wir sprechen aber nicht von Journalisten, sondern von deren
> Rezipienten.

Ich weiß nicht wovon Du sprichst; ich spreche von Journalisten.

> Die Journalisten, das sind die, die schon immer genauer
> hingeschaut haben, wenige schwarze Schafe aussen vor.

Das wäre schön. Leider trifft das hinten und vorbne nicht zu.

> Wenn die
> vorsichtiger formulieren, dann ist das weniger ein Zeichen von mehr
> Aufmerksamkeit,

Nein. Es gibt tatsächlich einige Unverbesserliche aber es gibt zunehmend 
welche, die ihre Aufgabe tatsächlich hinterfragen.

> als eines von Angst (in der Regel um den Job, weil
> viele Medien ja von der Masse leben).

Ja, das war eines der größeren Probleme. Aber das scheint kleiner zu 
werden. Selbst im ÖRR lese/höre ich heute Kommentare, für die derjenige 
noch vor zwei Jahren der Feme verfallen wäre.

> Das als gutes Zeichen zu betrachten ist eher absurd.

Für Dich, ja. Glaube ich Dir.

>>> Ich denke schon, dass man den Buchdruck seit einiger Zeit als
>>> etabliert annehmen kann;
> 
>> Etabliert in Sinne eines Geschäftes. Etabliert im Sinne
>> irgendeiner "Wahrheit" ganz bestimmt nicht.
> 
> Weshalb sollte sich irgendein Medium im Sinn einer "Wahrheit"
> etablieren?

Eben. Deswegen weiß ich nicht, was Du bezüglich Fehl-/Desinformation 
bezüglich eines "etablierten Buchdrucks" zusammenquatschst.

>>> Fotografie und Film liegen nicht in der gleichen Größenordnung,
>>> weil ursprünglich nicht von jedermann verwend- und noch weniger
>>> manipulierbar.
> 
>> Ein Foto aus dem Kontext zu reißen ist nun wirklich leicht. Es ein
>> bisschen passend zu beschneiden erfordert auch nur mäßiges
>> Geschick.
> 
> Das ist halt alles wesentlich weniger interessant, als wenn jeder
> Hinz und Kunz selber Fotos generieren (und danach erst recht wieder
> aus dem Kontext reißen) kann.

Eben. Florian Gallwitz hat vollkommen Recht: Die einzigen, die durch die 
aktuelle Entwicklung bezüglich KI & Co. wirklich angeschissen sind, das 
sind Journalisten, Politiker etc.pp. Also Leute mit Reichweite. Denn die 
müssen sich jetzt wirklich mehr Mühe geben, als Oma Hiltrud in ihrer 
Whats-App-Gruppe.

>>>> Dennoch fällt es heute schwerer, mit einem Fake Punkte zu machen.
>>> Ich sehe mich um und bin schwer geneigt das Gegenteil anzunehmen.
>> Schau' Dir einfach die Community Notes auf Twitter an.
> 
> Ja, eben. Nimm eine x-beliebige Aufnahme aus Gaza (nach Aussage des
> Senders) und guck Dir die Kommentare an.

Wozu? Menschen glauben, was sie glauben *wollen*. Wer Community Notes 
nicht zur Kentnis nimmt, der nimmt Community Notes nicht zur Kenntnis. 
Aber wenigstens hatte er die Chance. Und manche sind halt doch etwas 
skeptischer, wenn da eine Community Note dranklebt.

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#609467

FromLars Gebauer <lgebauer@live.de>
Date2023-11-05 00:07 +0100
Message-ID<ui6iqm$3jj9s$1@dont-email.me>
In reply to#609462
Am 04.11.23 um 21:52 schrieb Stefan Froehlich:
> On Sat, 04 Nov 2023 15:32:18 Lars Gebauer wrote:
>> Am 04.11.23 um 14:08 schrieb Stefan Froehlich:
>>> On Sat, 04 Nov 2023 12:30:32 Lars Gebauer wrote:
>>>> Mir nicht. Denn das Grundproblem hat sich gar nicht verändert:
>>>> Menschen glauben, was sie glauben *wollen*. Das ist nach wie vor
>>>> so, generative KI hin oder her.
> 
>>> Es gibt aber jetzt halt mehr, das man glauben kann, wenn man es
>>> nur glauben will. Das alleine führt noch längst nicht automatisch
>>> zu mehr Vorsicht. Ganz im Gegenteil, guck Dir doch an, wie viele
>>> Menschen lieber einem x-beliebigen, privat ins Netz gestellten
>>> Foto glauben, als einem recherchierten Beitrag etablierter
>>> Medien.
> 
>> War das jemals anders?
> 
> Ja, natürlich - und zwar schlicht, weil es keine "x-beliebigen,
> privat ins Netz gestellten" Fotos gab, die geseschafftliche Relevanz
> gehabt hätten.

Natürlich nicht. Daß das "Netz" größer und breiter geworden ist ändert 
doch nichts daran, daß Menschen immer noch genau das glauben, was sie 
glauben wollen.

>> Ich finde das eigentlich ganz gut. Skepsis gegenüber einer
>> Mainstream-Meinung war noch nie ein Fehler.
> 
> Wenn jemand den Begriff "Lügenpresse" oder "Systemmedien" verwendet
> ist das kein Ausdruck von Skepsis, sondern einer von völliger
> Ignoranz und Weltfremdheit.

Du bist schon klug. Deswegen ist Dir auch aufgefallen, daß ich diese 
Worte gar nicht verwendet habe.

Aber selbst wenn: Sie beschreiben, drastisch verkürzt, genau den 
gleichen Effekt. Eine Diskrepanz zwischen öffentlicher und 
veröffentlichter Meinung.

>>>> Das ist halt kein Prozeß von heute auf morgen sondern eine
>>>> ziemlich langwierige Angelegenheit.
> 
>>> Eben. Wir sprechen da von Generationen; nichts, was man "schon
>>> heute" bemerken würde.
>   
>> Ich bemerke es schon heute. Ob "man" es auch bemerkt, ist mir
>> egal. Aber ich glaube schon. Oft sind es nur Nuancen. Aber wenn
>> bspw. Journalisten plötzlich beginnen, deutlich vorsichtiger zu
>> formulieren, dann kann das der aufmerksame Beobachter schon
>> bemerken.
> 
> Äh, wir sprechen aber nicht von Journalisten, sondern von deren
> Rezipienten.

Ich weiß nicht wovon Du sprichst; ich spreche von Journalisten.

> Die Journalisten, das sind die, die schon immer genauer
> hingeschaut haben, wenige schwarze Schafe aussen vor.

Das wäre schön. Leider trifft das hinten und vorbne nicht zu.

> Wenn die
> vorsichtiger formulieren, dann ist das weniger ein Zeichen von mehr
> Aufmerksamkeit,

Nein. Es gibt tatsächlich einige Unverbesserliche aber es gibt zunehmend 
welche, die ihre Aufgabe tatsächlich hinterfragen.

> als eines von Angst (in der Regel um den Job, weil
> viele Medien ja von der Masse leben).

Ja, das war eines der größeren Probleme. Aber das scheint kleiner zu 
werden. Selbst im ÖRR lese/höre ich heute Kommentare, für die derjenige 
noch vor zwei Jahren der Feme verfallen wäre.

> Das als gutes Zeichen zu betrachten ist eher absurd.

Für Dich, ja. Glaube ich Dir.

>>> Ich denke schon, dass man den Buchdruck seit einiger Zeit als
>>> etabliert annehmen kann;
> 
>> Etabliert in Sinne eines Geschäftes. Etabliert im Sinne
>> irgendeiner "Wahrheit" ganz bestimmt nicht.
> 
> Weshalb sollte sich irgendein Medium im Sinn einer "Wahrheit"
> etablieren?

Eben. Deswegen weiß ich nicht, was Du bezüglich Fehl-/Desinformation 
bezüglich eines "etablierten Buchdrucks" zusammenquatschst.

>>> Fotografie und Film liegen nicht in der gleichen Größenordnung,
>>> weil ursprünglich nicht von jedermann verwend- und noch weniger
>>> manipulierbar.
> 
>> Ein Foto aus dem Kontext zu reißen ist nun wirklich leicht. Es ein
>> bisschen passend zu beschneiden erfordert auch nur mäßiges
>> Geschick.
> 
> Das ist halt alles wesentlich weniger interessant, als wenn jeder
> Hinz und Kunz selber Fotos generieren (und danach erst recht wieder
> aus dem Kontext reißen) kann.

Eben. Florian Gallwitz hat vollkommen Recht: Die einzigen, die durch die 
aktuelle Entwicklung bezüglich KI & Co. wirklich angeschissen sind, das 
sind Journalisten, Politiker etc.pp. Also Leute mit Reichweite. Denn die 
müssen sich jetzt wirklich mehr Mühe geben, als Oma Hiltrud in ihrer 
Whats-App-Gruppe.

>>>> Dennoch fällt es heute schwerer, mit einem Fake Punkte zu machen.
>>> Ich sehe mich um und bin schwer geneigt das Gegenteil anzunehmen.
>> Schau' Dir einfach die Community Notes auf Twitter an.
> 
> Ja, eben. Nimm eine x-beliebige Aufnahme aus Gaza (nach Aussage des
> Senders) und guck Dir die Kommentare an.

Wozu? Menschen glauben, was sie glauben *wollen*. Wer Community Notes 
nicht zur Kentnis nimmt, der nimmt Community Notes nicht zur Kenntnis. 
Aber wenigstens hatte er die Chance. Und manche sind halt doch etwas 
skeptischer, wenn da eine Community Note dranklebt.

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#609526

FromWalter Brill <WalterBrill@t-online.de>
Date2023-11-05 17:15 +0100
Message-ID<kqptd6F6d7nU4@mid.individual.net>
In reply to#609467
Hallo Lars,

hat sich Dein Chat-Bot verselbstständigt?
In 7 Minuten 4 x das gleiche Posting?

Ciao
Walter


Am 05.11.23 um 00:07 schrieb Lars Gebauer:
> Am 04.11.23 um 21:52 schrieb Stefan Froehlich:
>> On Sat, 04 Nov 2023 15:32:18 Lars Gebauer wrote:
>>> Am 04.11.23 um 14:08 schrieb Stefan Froehlich:
>>>> On Sat, 04 Nov 2023 12:30:32 Lars Gebauer wrote:
>>>>> Mir nicht. Denn das Grundproblem hat sich gar nicht verändert:
>>>>> Menschen glauben, was sie glauben *wollen*. Das ist nach wie vor
>>>>> so, generative KI hin oder her.
>>
>>>> Es gibt aber jetzt halt mehr, das man glauben kann, wenn man es
>>>> nur glauben will. Das alleine führt noch längst nicht automatisch
>>>> zu mehr Vorsicht. Ganz im Gegenteil, guck Dir doch an, wie viele
>>>> Menschen lieber einem x-beliebigen, privat ins Netz gestellten
>>>> Foto glauben, als einem recherchierten Beitrag etablierter
>>>> Medien.
>>
>>> War das jemals anders?
>>
>> Ja, natürlich - und zwar schlicht, weil es keine "x-beliebigen,
>> privat ins Netz gestellten" Fotos gab, die geseschafftliche Relevanz
>> gehabt hätten.
> 
> Natürlich nicht. Daß das "Netz" größer und breiter geworden ist ändert 
> doch nichts daran, daß Menschen immer noch genau das glauben, was sie 
> glauben wollen.
> 
>>> Ich finde das eigentlich ganz gut. Skepsis gegenüber einer
>>> Mainstream-Meinung war noch nie ein Fehler.
>>
>> Wenn jemand den Begriff "Lügenpresse" oder "Systemmedien" verwendet
>> ist das kein Ausdruck von Skepsis, sondern einer von völliger
>> Ignoranz und Weltfremdheit.
> 
> Du bist schon klug. Deswegen ist Dir auch aufgefallen, daß ich diese 
> Worte gar nicht verwendet habe.
> 
> Aber selbst wenn: Sie beschreiben, drastisch verkürzt, genau den 
> gleichen Effekt. Eine Diskrepanz zwischen öffentlicher und 
> veröffentlichter Meinung.
> 
>>>>> Das ist halt kein Prozeß von heute auf morgen sondern eine
>>>>> ziemlich langwierige Angelegenheit.
>>
>>>> Eben. Wir sprechen da von Generationen; nichts, was man "schon
>>>> heute" bemerken würde.
>>> Ich bemerke es schon heute. Ob "man" es auch bemerkt, ist mir
>>> egal. Aber ich glaube schon. Oft sind es nur Nuancen. Aber wenn
>>> bspw. Journalisten plötzlich beginnen, deutlich vorsichtiger zu
>>> formulieren, dann kann das der aufmerksame Beobachter schon
>>> bemerken.
>>
>> Äh, wir sprechen aber nicht von Journalisten, sondern von deren
>> Rezipienten.
> 
> Ich weiß nicht wovon Du sprichst; ich spreche von Journalisten.
> 
>> Die Journalisten, das sind die, die schon immer genauer
>> hingeschaut haben, wenige schwarze Schafe aussen vor.
> 
> Das wäre schön. Leider trifft das hinten und vorbne nicht zu.
> 
>> Wenn die
>> vorsichtiger formulieren, dann ist das weniger ein Zeichen von mehr
>> Aufmerksamkeit,
> 
> Nein. Es gibt tatsächlich einige Unverbesserliche aber es gibt zunehmend 
> welche, die ihre Aufgabe tatsächlich hinterfragen.
> 
>> als eines von Angst (in der Regel um den Job, weil
>> viele Medien ja von der Masse leben).
> 
> Ja, das war eines der größeren Probleme. Aber das scheint kleiner zu 
> werden. Selbst im ÖRR lese/höre ich heute Kommentare, für die derjenige 
> noch vor zwei Jahren der Feme verfallen wäre.
> 
>> Das als gutes Zeichen zu betrachten ist eher absurd.
> 
> Für Dich, ja. Glaube ich Dir.
> 
>>>> Ich denke schon, dass man den Buchdruck seit einiger Zeit als
>>>> etabliert annehmen kann;
>>
>>> Etabliert in Sinne eines Geschäftes. Etabliert im Sinne
>>> irgendeiner "Wahrheit" ganz bestimmt nicht.
>>
>> Weshalb sollte sich irgendein Medium im Sinn einer "Wahrheit"
>> etablieren?
> 
> Eben. Deswegen weiß ich nicht, was Du bezüglich Fehl-/Desinformation 
> bezüglich eines "etablierten Buchdrucks" zusammenquatschst.
> 
>>>> Fotografie und Film liegen nicht in der gleichen Größenordnung,
>>>> weil ursprünglich nicht von jedermann verwend- und noch weniger
>>>> manipulierbar.
>>
>>> Ein Foto aus dem Kontext zu reißen ist nun wirklich leicht. Es ein
>>> bisschen passend zu beschneiden erfordert auch nur mäßiges
>>> Geschick.
>>
>> Das ist halt alles wesentlich weniger interessant, als wenn jeder
>> Hinz und Kunz selber Fotos generieren (und danach erst recht wieder
>> aus dem Kontext reißen) kann.
> 
> Eben. Florian Gallwitz hat vollkommen Recht: Die einzigen, die durch die 
> aktuelle Entwicklung bezüglich KI & Co. wirklich angeschissen sind, das 
> sind Journalisten, Politiker etc.pp. Also Leute mit Reichweite. Denn die 
> müssen sich jetzt wirklich mehr Mühe geben, als Oma Hiltrud in ihrer 
> Whats-App-Gruppe.
> 
>>>>> Dennoch fällt es heute schwerer, mit einem Fake Punkte zu machen.
>>>> Ich sehe mich um und bin schwer geneigt das Gegenteil anzunehmen.
>>> Schau' Dir einfach die Community Notes auf Twitter an.
>>
>> Ja, eben. Nimm eine x-beliebige Aufnahme aus Gaza (nach Aussage des
>> Senders) und guck Dir die Kommentare an.
> 
> Wozu? Menschen glauben, was sie glauben *wollen*. Wer Community Notes 
> nicht zur Kentnis nimmt, der nimmt Community Notes nicht zur Kenntnis. 
> Aber wenigstens hatte er die Chance. Und manche sind halt doch etwas 
> skeptischer, wenn da eine Community Note dranklebt.

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#609528

FromDietz Proepper <dietz.usenet@rotfl.franken.de>
Date2023-11-05 17:49 +0100
Message-ID<20231105174924.77479704.dietz.usenet@rotfl.franken.de>
In reply to#609526
Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> wrote:
> hat sich Dein Chat-Bot verselbstständigt?
> In 7 Minuten 4 x das gleiche Posting?
> 
> Ciao
> Walter
> 
> 
> Am 05.11.23 um 00:07 schrieb Lars Gebauer:
[...]

War das, ob TOFU, evtl. als mail gedacht?

-- 
+++ATH

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#609632

FromWalter Brill <WalterBrill@t-online.de>
Date2023-11-06 18:59 +0100
Message-ID<kqsnshFlmvrU3@mid.individual.net>
In reply to#609528

Am 05.11.23 um 17:49 schrieb Dietz Proepper:
> Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> wrote:
>> hat sich Dein Chat-Bot verselbstständigt?
>> In 7 Minuten 4 x das gleiche Posting?
>>
>> Ciao
>> Walter
>>
>>
>> Am 05.11.23 um 00:07 schrieb Lars Gebauer:
> [...]
> 
> War das, ob TOFU, evtl. als mail gedacht?

Nein, ich wollte nur nichts snippen.

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#609468

FromLars Gebauer <lgebauer@live.de>
Date2023-11-05 00:00 +0100
Message-ID<ui6ie0$3ji0f$1@dont-email.me>
In reply to#609462
Am 04.11.23 um 21:52 schrieb Stefan Froehlich:
> On Sat, 04 Nov 2023 15:32:18 Lars Gebauer wrote:
>> Am 04.11.23 um 14:08 schrieb Stefan Froehlich:
>>> On Sat, 04 Nov 2023 12:30:32 Lars Gebauer wrote:
>>>> Mir nicht. Denn das Grundproblem hat sich gar nicht verändert:
>>>> Menschen glauben, was sie glauben *wollen*. Das ist nach wie vor
>>>> so, generative KI hin oder her.
> 
>>> Es gibt aber jetzt halt mehr, das man glauben kann, wenn man es
>>> nur glauben will. Das alleine führt noch längst nicht automatisch
>>> zu mehr Vorsicht. Ganz im Gegenteil, guck Dir doch an, wie viele
>>> Menschen lieber einem x-beliebigen, privat ins Netz gestellten
>>> Foto glauben, als einem recherchierten Beitrag etablierter
>>> Medien.
> 
>> War das jemals anders?
> 
> Ja, natürlich - und zwar schlicht, weil es keine "x-beliebigen,
> privat ins Netz gestellten" Fotos gab, die geseschafftliche Relevanz
> gehabt hätten.

Natürlich nicht. Daß das "Netz" größer und breiter geworden ist ändert 
doch nichts daran, daß Menschen immer noch genau das glauben, was sie 
glauben wollen.

>> Ich finde das eigentlich ganz gut. Skepsis gegenüber einer
>> Mainstream-Meinung war noch nie ein Fehler.
> 
> Wenn jemand den Begriff "Lügenpresse" oder "Systemmedien" verwendet
> ist das kein Ausdruck von Skepsis, sondern einer von völliger
> Ignoranz und Weltfremdheit.

Du bist schon klug. Deswegen ist Dir auch aufgefallen, daß ich diese 
Worte gar nicht verwendet habe.

Aber selbst wenn: Sie beschreiben, drastisch verkürzt, genau den 
gleichen Effekt. Eine Diskrepanz zwischen öffentlicher und 
veröffentlichter Meinung.

>>>> Das ist halt kein Prozeß von heute auf morgen sondern eine
>>>> ziemlich langwierige Angelegenheit.
> 
>>> Eben. Wir sprechen da von Generationen; nichts, was man "schon
>>> heute" bemerken würde.
>   
>> Ich bemerke es schon heute. Ob "man" es auch bemerkt, ist mir
>> egal. Aber ich glaube schon. Oft sind es nur Nuancen. Aber wenn
>> bspw. Journalisten plötzlich beginnen, deutlich vorsichtiger zu
>> formulieren, dann kann das der aufmerksame Beobachter schon
>> bemerken.
> 
> Äh, wir sprechen aber nicht von Journalisten, sondern von deren
> Rezipienten.

Ich weiß nicht wovon Du sprichst; ich spreche von Journalisten.

> Die Journalisten, das sind die, die schon immer genauer
> hingeschaut haben, wenige schwarze Schafe aussen vor.

Das wäre schön. Leider trifft das hinten und vorbne nicht zu.

> Wenn die
> vorsichtiger formulieren, dann ist das weniger ein Zeichen von mehr
> Aufmerksamkeit,

Nein. Es gibt tatsächlich einige Unverbesserliche aber es gibt zunehmend 
welche, die ihre Aufgabe tatsächlich hinterfragen.

> als eines von Angst (in der Regel um den Job, weil
> viele Medien ja von der Masse leben).

Ja, das war eines der größeren Probleme. Aber das scheint kleiner zu 
werden. Selbst im ÖRR lese/höre ich heute Kommentare, für die derjenige 
noch vor zwei Jahren der Feme verfallen wäre.

> Das als gutes Zeichen zu betrachten ist eher absurd.

Für Dich, ja. Glaube ich Dir.

>>> Ich denke schon, dass man den Buchdruck seit einiger Zeit als
>>> etabliert annehmen kann;
> 
>> Etabliert in Sinne eines Geschäftes. Etabliert im Sinne
>> irgendeiner "Wahrheit" ganz bestimmt nicht.
> 
> Weshalb sollte sich irgendein Medium im Sinn einer "Wahrheit"
> etablieren?

Eben. Deswegen weiß ich nicht, was Du bezüglich Fehl-/Desinformation 
bezüglich eines "etablierten Buchdrucks" zusammenquatschst.

>>> Fotografie und Film liegen nicht in der gleichen Größenordnung,
>>> weil ursprünglich nicht von jedermann verwend- und noch weniger
>>> manipulierbar.
> 
>> Ein Foto aus dem Kontext zu reißen ist nun wirklich leicht. Es ein
>> bisschen passend zu beschneiden erfordert auch nur mäßiges
>> Geschick.
> 
> Das ist halt alles wesentlich weniger interessant, als wenn jeder
> Hinz und Kunz selber Fotos generieren (und danach erst recht wieder
> aus dem Kontext reißen) kann.

Eben. Florian Gallwitz hat vollkommen Recht: Die einzigen, die durch die 
aktuelle Entwicklung bezüglich KI & Co. wirklich angeschissen sind, das 
sind Journalisten, Politiker etc.pp. Also Leute mit Reichweite. Denn die 
müssen sich jetzt wirklich mehr Mühe geben, als Oma Hiltrud in ihrer 
Whats-App-Gruppe.

>>>> Dennoch fällt es heute schwerer, mit einem Fake Punkte zu machen.
>>> Ich sehe mich um und bin schwer geneigt das Gegenteil anzunehmen.
>> Schau' Dir einfach die Community Notes auf Twitter an.
> 
> Ja, eben. Nimm eine x-beliebige Aufnahme aus Gaza (nach Aussage des
> Senders) und guck Dir die Kommentare an.

Wozu? Menschen glauben, was sie glauben *wollen*. Wer Community Notes 
nicht zur Kentnis nimmt, der nimmt Community Notes nicht zur Kenntnis. 
Aber wenigstens hatte er die Chance. Und manche sind halt doch etwas 
skeptischer, wenn da eine Community Note dranklebt.

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#609524

FromWalter Brill <WalterBrill@t-online.de>
Date2023-11-05 17:02 +0100
Message-ID<kqpsksF6d7nU3@mid.individual.net>
In reply to#609405
Hallo,

Am 04.11.23 um 10:13 schrieb Lars Gebauer:
> Am 04.11.2023 um 09:07 schrieb Andreas Bockelmann:
>> Mike Grantz schrieb:
..
>> Solche Experimente machen mir Angst. Neben Beatles-Songs kann man 
>> damit mittlerweile alles mögliche nachmachen,
> 
> Das ist gut so. Gerade Fotos oder Videos wurde in der Vergangenheit 
> allzu oft völlig blind geglaubt. Selbst wenn das Foto aus dem Kontext 
> gerissen, gestellt oder (oft plump) verfälscht war. Für viele Menschen 
> war kaum vorstellbar, daß ein Foto gar nicht das zeigt, was es zu zeigen 
> vorgibt.
> 
> Das ändert sich gerade. Die offensichtlichen Fähigkeiten der generativen 
> KI sorgen für mehr Sensibilisierung bei der Bewertung von Fotos oder 
> Videos. Schon heute wird sehr viel genauer hingeschaut und es ist jetzt 
> schon schwerer geworden, mit einem Fake irgendetwas zu "beweisen".
> 
>> auch gerichtsverwertbare Beweise.
> 
> Diese Befürchtungen gab es schon bei der Einführung der Daktyloskopie 
> und erst recht nochmal bei der Einführung von DNA-Tests. War aber 
> weitestghend unbegründet. Denn materielle Beweise bedürfen immer der 
> Interpretation. Und wenn die Interpretation in sich nicht schlüssig ist, 
> dann ist der Beweis einfach kein Beweis. Dann handelt es sich um eine 
> Fehl- oder Trugspur, die weiß der Fuchs wie entstanden ist.
> 
> Das ist bei Fotos oder Videos nicht anders. Auch da kann es nur besser 
> sein, wenn im Bewußtsein der Möglichkeiten generativer KI genauer 
> hingeschaut wird. Für den Verwender kann das sehr schnell zum Bumerang 
> werden.

Da! Er macht's schon wieder.
Mein Gott Lars, schalt doch mal Dein ChatGPT aus ;-)

Ciao
Walter

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#609523

FromWalter Brill <WalterBrill@t-online.de>
Date2023-11-05 16:57 +0100
Message-ID<kqpsc5F6d7nU2@mid.individual.net>
In reply to#609388
Hallo,

Am 03.11.23 um 20:08 schrieb Mike Grantz:
> https://www.youtube.com/watch?v=Opxhh9Oh3rg
> 
> Wundert mich, dass das hier noch nicht erwähnt wurde. Oder es ist unter 
> all den Hasspostings untergegangen.

Ich habe das sehr wohl in den Nachrichten gehört.
Aber ich weigere mich aus prinzipiellen Gründen den Song anzuhören.

Paul kriegt nix mehr auf die Reihe und versündigt sich an seinem 
verstorbenen Freund. Mal wieder in der Presse stehen?

> 
> Der neueste und letzte Beatles Song ever.

Warte doch mal ab auf wievielen Dachböden noch was gefunden wird das man 
zum schnellen Geld machen kann.

> 
> Dank Machine Learning (manche nennen es KI) und extra entwickelter 
> Audiosoftware, ist es gelungen, John Lennons Stimme von einer alten 
> Audiokassette zu extrahieren und von den Hintergrundgeräuschen zu trennen.

Widerlich diese Leichenfledderei!

> 
> Sogar heise hat darüber berichtet: 
> https://www.heise.de/news/Mit-Hilfe-von-KI-Neuer-Song-der-Beatles-erschienen-9352024.html

Jaja, KI.
Mein Gott sind die Menschen manchmal naiv :-(

Letzter Grund: Ich bin Stones-Fan :-)

Ciao
Walter

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#609560

From"F. W." <me@home.invalid>
Date2023-11-06 08:51 +0100
Message-ID<uia5ti$15l2k$3@solani.org>
In reply to#609388
Am 03.11.2023 um 20:08 schrieb Mike Grantz:

> Wundert mich, dass das hier noch nicht erwähnt wurde. Oder es ist 
> unter all den Hasspostings untergegangen.

Wahrscheinlich wird allgemein erwartet, dass der Wahnsinnserfolg der
Wiederbelebung von ABBA wiederholt wird. Bekanntlich läuft deren letzter
Titel das Radio rauf und runter.

:-D

FW

PS: Lasst die Toten ruhen. Auch die toten Noten.

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