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Groups > ger.ct > #344446 > unrolled thread
| Started by | Herwig AQSR <herwig.huener@t-online.de> |
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| First post | 2018-03-17 13:20 -0700 |
| Last post | 2018-03-19 11:30 +0100 |
| Articles | 14 — 9 participants |
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Wie benimmt man sich in der Gegenwart eines Hobbits? Herwig AQSR <herwig.huener@t-online.de> - 2018-03-17 13:20 -0700
Re: Wie benimmt man sich in der Gegenwart eines Hobbits? Gerrit Heitsch <gerrit@laosinh.s.bawue.de> - 2018-03-17 21:24 +0100
Re: Wie benimmt man sich in der Gegenwart eines Hobbits? Herwig AQSR <herwig.huener@t-online.de> - 2018-03-17 14:23 -0700
Re: Wie benimmt man sich in der Gegenwart eines Hobbits? Frank Boehm <fraboehm@gmx.de> - 2018-03-18 12:43 +0000
Re: Wie benimmt man sich in der Gegenwart eines Hobbits? Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2018-03-18 13:03 +0000
Re: Wie benimmt man sich in der Gegenwart eines Hobbits? Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2018-03-18 13:26 +0000
Re: Wie benimmt man sich in der Gegenwart eines Hobbits? Frank Boehm <fraboehm@gmx.de> - 2018-03-18 15:28 +0000
Re: Wie benimmt man sich in der Gegenwart eines Hobbits? Herwig AQSR <herwig.huener@t-online.de> - 2018-03-18 17:43 -0700
Re: Wie benimmt man sich in der Gegenwart eines Hobbits? "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2018-03-19 10:42 +0100
Re: Wie benimmt man sich in der Gegenwart eines Hobbits? Dietz Proepper <dietz-news@rotfl.franken.de> - 2018-03-18 12:18 +0100
Re: Wie benimmt man sich in der Gegenwart eines Hobbits? Alex S <alexs.nospam@yahoo.com> - 2018-03-18 12:09 +0000
Re: Wie benimmt man sich in der Gegenwart eines Hobbits? Rainer Knaepper <rainerk@smial.prima.de> - 2018-03-19 10:09 +0100
Re: Wie benimmt man sich in der Gegenwart eines Hobbits? Lothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de> - 2018-03-19 02:57 -0700
Re: Wie benimmt man sich in der Gegenwart eines Hobbits? Dietz Proepper <dietz-news@rotfl.franken.de> - 2018-03-19 11:30 +0100
| From | Herwig AQSR <herwig.huener@t-online.de> |
|---|---|
| Date | 2018-03-17 13:20 -0700 |
| Subject | Wie benimmt man sich in der Gegenwart eines Hobbits? |
| Message-ID | <060d5d05-6685-440a-9d4c-54c0b114d482@googlegroups.com> |
2018-03-17 21:21:21 +0100 Oder gar in der Gegenwart Gandalfs himself? Wie mir jetzt erst aufgeht, ist Tolkien mit 19 Jahren im LauterbrunnenTal und am AletschGletscher gewandert und hat daher einige seiner Inspirationen bezogen. Das ist in ziemlicher Nähe unseres SommerUrlaubsDomizils in diesem Jahr. Und da gibt es Leute, die reisen nach Neuseeland, um Hobbits zu sehen! Die Motivation steigt, den Herrn der Ringe endlich mal zu Ende zu lesen - nachdem ich 1979 damit angefangen habe ... Herwig
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| From | Gerrit Heitsch <gerrit@laosinh.s.bawue.de> |
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| Date | 2018-03-17 21:24 +0100 |
| Message-ID | <p8jthg$pjd$1@news.bawue.net> |
| In reply to | #344446 |
On 03/17/2018 09:20 PM, Herwig AQSR wrote: > 2018-03-17 21:21:21 +0100 > > Oder gar in der Gegenwart Gandalfs himself? > > Wie mir jetzt erst aufgeht, ist Tolkien mit > 19 Jahren im LauterbrunnenTal und am > AletschGletscher gewandert und hat daher > einige seiner Inspirationen bezogen. Das > ist in ziemlicher Nähe unseres > SommerUrlaubsDomizils in diesem Jahr. > > Und da gibt es Leute, die reisen nach > Neuseeland, um Hobbits zu sehen! > > Die Motivation steigt, den Herrn der > Ringe endlich mal zu Ende zu lesen > - nachdem ich 1979 damit angefangen > habe ... Lies ihn im englischen Original, die Übersetzung ist ziemlich sicher Mist. Gerrit
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| From | Herwig AQSR <herwig.huener@t-online.de> |
|---|---|
| Date | 2018-03-17 14:23 -0700 |
| Message-ID | <5337514c-3925-4e12-8c46-8fc5fe416397@googlegroups.com> |
| In reply to | #344447 |
2018-03-17 22:24:00 +0100 > ... > > Die Motivation steigt, den Herrn der > > Ringe endlich mal zu Ende zu lesen > > - nachdem ich 1979 damit angefangen > > habe ... > > Lies ihn im englischen Original, die Übersetzung ist ziemlich sicher Mist. I did. Ich hörte, dass in letzter Zeit eine bessere Übersetzung rausgekommen sein soll - aber vielleicht war es Nils Holgerson und seine Gänse ... Herwig
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| From | Frank Boehm <fraboehm@gmx.de> |
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| Date | 2018-03-18 12:43 +0000 |
| Message-ID | <p8lmss$84b$1@tyr.baldar.de> |
| In reply to | #344449 |
Herwig AQSR <herwig.huener@t-online.de> wrote: > 2018-03-17 22:24:00 +0100 > > > > Die Motivation steigt, den Herrn der > > > Ringe endlich mal zu Ende zu lesen > > > - nachdem ich 1979 damit angefangen > > > habe ... > > > > Lies ihn im englischen Original, die Übersetzung ist ziemlich sicher Mist. > > I did. > > Ich hörte, dass in letzter Zeit eine bessere Übersetzung > rausgekommen sein soll - aber vielleicht war es > Nils Holgerson und seine Gänse ... Beides in einem Atemzug zu nennen ist eher ein schlechter Versuch zu trollen. Was "die Übersetzung ist ziemlich sicher Mist" angeht, die erste de Uebersetzung hat noch zu Lebzeiten Tolkiens stattgefunden und er war an der Uebersetzung selbst beteiligt. Die zweite neuere de Uebersetzung war IMHO nur Versuch alten Wein in neuen Schlaeuchen zu verkaufen und dem modernen Publikum angeblich gefaelligere und leichter zu lesende Kost zu bieten. Wenn Du Dich bis jetzt nicht dazu aufraffen konntest den Tolkien zu Ende zu lesen, wieso sollte zu Erwarten sein, dass es Dir jetzt auf einmal besser gefaellt? Eher selten aendert sich ein etablierter Geschmack spaeter noch. Lass es sein. So sehr ich ihn selbst auch schaetze. (Und als eBook seit Palm Zeiten dabei hab, weil die Papierbaende im Regal daheim so unhandlich mitzunehmen sind.) cu Frank -- Wirklich reich ist, wer mehr Traeume in seiner Seele hat, als die Realitaet zerstoeren kann.
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| From | Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> |
|---|---|
| Date | 2018-03-18 13:03 +0000 |
| Message-ID | <p8lo3a$pf2$1@solani.org> |
| In reply to | #344482 |
Frank Boehm <fraboehm@gmx.de> wrote: > Herwig AQSR <herwig.huener@t-online.de> wrote: >> 2018-03-17 22:24:00 +0100 >> >>>> Die Motivation steigt, den Herrn der >>>> Ringe endlich mal zu Ende zu lesen >>>> - nachdem ich 1979 damit angefangen >>>> habe ... >>> >>> Lies ihn im englischen Original, die Übersetzung ist ziemlich sicher Mist. >> >> I did. >> >> Ich hörte, dass in letzter Zeit eine bessere Übersetzung >> rausgekommen sein soll - aber vielleicht war es >> Nils Holgerson und seine Gänse ... > > Beides in einem Atemzug zu nennen ist eher ein schlechter Versuch zu > trollen. Was "die Übersetzung ist ziemlich sicher Mist" angeht, die > erste de Uebersetzung hat noch zu Lebzeiten Tolkiens stattgefunden und > er war an der Uebersetzung selbst beteiligt. > > Die zweite neuere de Uebersetzung war IMHO nur Versuch alten Wein in > neuen Schlaeuchen zu verkaufen und dem modernen Publikum angeblich > gefaelligere und leichter zu lesende Kost zu bieten. > > Wenn Du Dich bis jetzt nicht dazu aufraffen konntest den Tolkien zu > Ende zu lesen, wieso sollte zu Erwarten sein, dass es Dir jetzt auf > einmal besser gefaellt? > Eher selten aendert sich ein etablierter Geschmack spaeter noch. Lass > es sein. So sehr ich ihn selbst auch schaetze. (Und als eBook seit Palm > Zeiten dabei hab, weil die Papierbaende im Regal daheim so unhandlich > mitzunehmen sind.) > > > cu Frank > > Wie habe ich unlängst gelesen? Ein Buch, dem das Altern nicht gut getan hat. Ständig ist die Rede von „der Reinheit des Blutes“, alle Charaktere sind bereits durch ihre Abstammung festgelegt. Altenglischer Rassismus in seiner reinsten Form. Adelige und Gewöhnliche. Übrigens, was wenn Orks doch eine Seele haben? Die Verfilmung ist ein aus der Masse der Filme herausragender Film. Das Buch hat schon Längen und Kritikpunkte. Da gibt es schon deutlich besseres. Ja, natürlich sollte man es mal gelesen haben. Mir persönlich haben übrigens gerade die Längen am besten gefallen. Die kleinbürgerlich-engstirnige Idylle der Hobbits in ihrem Shire, die sich hauptsächlich mit Verwandtschaftsbeziehung abtaten während außen herum die Welt in Flammen aufgeht. Hat was von Herrsching, und umgekehrt.
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| From | Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> |
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| Date | 2018-03-18 13:26 +0000 |
| Message-ID | <p8lpe7$qlo$1@solani.org> |
| In reply to | #344484 |
Ergänzung: im Novemver war ich 3 Tage in Oxford, hab auch eine Kneipe besucht in der Tolkien im Rückraum oft saß und schrieb. Für das Verständnis seiner erschaffenen Welten nicht schlecht. Very british. Noch interessanter fand ich allerdings eine Schiefertafel, auf der Albert Einstein mit Kreide in wenigen Zeilen das Alter des Universums (aus der Hubble Konstante, klar, das Reziprok) auf zehn hoch zehn bis 10 hoch 11 Uhr Jahre eingeengt hat. Sie ist im kleinen Physikmuseum ausgestellt. Eine großartige Sammlung ägyptischer Kunst und Artefakte und altgriechischer Kunst gibt es in Oxford auch (zusammengeklaut während des Empires). Ist einen Besuch immer wert. Gruß vom Bauernmarktsonntag Weilheim. Den muss man nicht unbedingt gesehen haben.
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| From | Frank Boehm <fraboehm@gmx.de> |
|---|---|
| Date | 2018-03-18 15:28 +0000 |
| Message-ID | <p8m0j9$ldq$1@tyr.baldar.de> |
| In reply to | #344484 |
Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> wrote: > Wie habe ich unlängst gelesen? Ein Buch, dem das Altern nicht gut getan > hat. Ständig ist die Rede von ,,der Reinheit des Blutes", alle Charaktere Das hat er so formuliert sicher nicht geschrieben und es ist schon sehr boeswillig Tolkien das anzudichten. Selber stand er einer /Vermischung/ zwischen Elben und Menschen sicher nicht entgegen. Bezeichnend auch die Freundschaft zwischen Zwerg und Elb. > sind bereits durch ihre Abstammung festgelegt. Altenglischer Rassismus in > seiner reinsten Form. > Adelige und Gewöhnliche. Das Bild des /ueberlegenen/ Europäer und des /zu belehrenden/ Wilden war ziemlich verbreitet. Robinson Crusoe hatte seinen Freitag. Kara Ben Nemsi sein Hadschi Halef Omar ... . In "Der Glueckner von Notre Dam" wurde ein Maedchen noch als Baby von Zigeunern entfuehrt. Klischees wurden in vielen Erzaehlungen aufegriffen. Populaer zu schreiben, um gelesen zu werden, damit Geld verdient werden kann. Das ist keine neue Erfindung. Tarzan von E.R.Burroughs war sehr rassistisch und er hat nie ein Hehl daraus gemacht, zu schreiben um Geld zu verdienen. Ich lese Tolkien genau wie andere Geschichten nicht reflexionslos. Die Muehe und Liebe zum Detail die er den sprachlichen Elementen seiner Geschichten gegeben hat, weiss ich Wert zu schaetzen. Lieber eine Geschichte im Originalzustand lassen und zeitgenoessische Kritik zusaetzlich anbieten, als alte Texte nach modernen Vorstellungen anzufangen umzuschreiben. Solange ein Autor noch lebt, kann er das selber machen, wenn er findet seine alten Texte seien heute nicht mehr richtig zu verstehen. Es hat Vorteile, wenn ein Boesewicht immer eindeutig als solcher zu erkennen ist. > Übrigens, was wenn Orks doch eine Seele haben? Ein Wesen, das beim ersten Sonnenlicht zu Stein erstarrt, ist leicht zuzuordnen. Aber wenn ein Hobbit entgegen seiner Natuer und dem Hang zur Bequemlichkeit ueber sich hinaus wachsen kann und in die Welt geht, das Boese zu bekaempfen und den Ring zu vernichten. Dann sollte sich doch auch ein Ork finden, der Blumen liebt und Vegan lebt. Wenn Lebewesen zum /boesen/ abfallen, koennen sie auch /gut/ werden? Es ist ein interessanter Gedanke, wie alte Autoren in der heutigen Zeit ihre Ideen und Werte neu formulieren wuerden. Victor Hugo hat sozialkritische Ideen auch wider besseren Wissens verfolgt, was ihn auch immer wieder in Schwierigkeiten brachte. Sicher wuerde heute wie damals oft das Geld und der Zwang gelesen zu werden ueberwiegen, aber wenn es eine bereits gesicherte Existenz gibt, dann haben auch einige Autoren /genug/ und sind freier in der Ausformulierung ihrer Ansichten. Eine kritische Meinung muss man sich leisten koennen. > Die Verfilmung ist ein aus der Masse der Filme herausragender Film. Das Dabei gefaellt mir gerade die Verfilmung weniger. Aber mit dieser Ansicht bin ich schon immer ueberwiegend auf Widerstand gestossen. > Ja, natürlich sollte man es mal gelesen haben. Wenn einen Fantasy interessiert auf jeden Fall. > Mir persönlich haben übrigens gerade die Längen am besten gefallen. Die > kleinbürgerlich-engstirnige Idylle der Hobbits in ihrem Shire, die sich Klingt eher so, als ob Muehsam etwas negatives gefunden werden soll. 100% der Hobbits die wussten um was es geht, haben sich bereit erklaert etwas zu tun und sind mit Bilbo als Freunde mitgekommen. Eine bessere Quote kann man sich doch eigentlich nicht wuenschen. Wenn es ein Beispiel fuer /Ideal ueber Bequemlichkeit/ gibt, dann dieses. > hauptsächlich mit Verwandtschaftsbeziehung abtaten während außen herum die > Welt in Flammen aufgeht. Hat was von Herrsching, und umgekehrt. Was haetten sie den tun sollen und koennen? Den Rest der Welt belehren, wie sie zu leben haben? Wenn man andere in Ruhe laesst ist es nicht in Ordnung und wenn man sich einmischt auch nicht. cu Frank -- Wirklich reich ist, wer mehr Traeume in seiner Seele hat, als die Realitaet zerstoeren kann.
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| From | Herwig AQSR <herwig.huener@t-online.de> |
|---|---|
| Date | 2018-03-18 17:43 -0700 |
| Message-ID | <434799de-ab59-4833-a0d6-c892e128e6df@googlegroups.com> |
| In reply to | #344499 |
2018-03-19 01:44:00 +0100 > ... > In einer phantastischen Welt könnten "böse" und "gut" vielleicht auch viel > polarer als in der Realität auftreten. Was bei Märchen vielleicht auch didaktische Gründe hat - Kinder an die Komplexität der Welt heranzuführen muss vielleicht schrittweise erfolgen. Aus genau demselben grunde liesst man erst den Winnetou, und erst dann den LederStrumpf. Wie schaut denn das bei Hänsel und Gretel aus? Diese bösen Kinder, die ein NaturSchutzGebiet durchqueren, dann einer armen alten Frau ihr Häuschen wegessen wollen und sich dann von ihr noch durchfüttern lassen. Kein Wunder, dass die überlieferte Version der Geschichte deutliche Manipulationen aufweist - LügenPresse halt. Herwig
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| From | "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> |
|---|---|
| Date | 2018-03-19 10:42 +0100 |
| Message-ID | <p8o0mc$f4g$1@news.albasani.net> |
| In reply to | #344499 |
Am 18.03.18 um 16:28 schrieb Frank Boehm: > Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> wrote: > >> Wie habe ich unlängst gelesen? Ein Buch, dem das Altern nicht gut getan >> hat. Ständig ist die Rede von ,,der Reinheit des Blutes", alle Charaktere > > Das hat er so formuliert sicher nicht geschrieben und es ist schon sehr > boeswillig Tolkien das anzudichten. > > Selber stand er einer /Vermischung/ zwischen Elben und Menschen sicher > nicht entgegen. > > Bezeichnend auch die Freundschaft zwischen Zwerg und Elb. > >> sind bereits durch ihre Abstammung festgelegt. Altenglischer Rassismus in >> seiner reinsten Form. >> Adelige und Gewöhnliche. > > Das Bild des /ueberlegenen/ Europäer und des /zu belehrenden/ Wilden > war ziemlich verbreitet. > > Robinson Crusoe hatte seinen Freitag. Kara Ben Nemsi sein Hadschi Halef > Omar ... . In "Der Glueckner von Notre Dam" wurde ein Maedchen noch als > Baby von Zigeunern entfuehrt. > > Klischees wurden in vielen Erzaehlungen aufegriffen. Populaer zu > schreiben, um gelesen zu werden, damit Geld verdient werden kann. > Das ist keine neue Erfindung. > > Tarzan von E.R.Burroughs war sehr rassistisch und er hat nie ein Hehl > daraus gemacht, zu schreiben um Geld zu verdienen. > > Ich lese Tolkien genau wie andere Geschichten nicht reflexionslos. > > Die Muehe und Liebe zum Detail die er den sprachlichen Elementen seiner > Geschichten gegeben hat, weiss ich Wert zu schaetzen. > > Lieber eine Geschichte im Originalzustand lassen und zeitgenoessische > Kritik zusaetzlich anbieten, als alte Texte nach modernen Vorstellungen > anzufangen umzuschreiben. Solange ein Autor noch lebt, kann er das > selber machen, wenn er findet seine alten Texte seien heute nicht mehr > richtig zu verstehen. > > Es hat Vorteile, wenn ein Boesewicht immer eindeutig als solcher zu > erkennen ist. > >> Übrigens, was wenn Orks doch eine Seele haben? > > Ein Wesen, das beim ersten Sonnenlicht zu Stein erstarrt, ist leicht > zuzuordnen. Aber wenn ein Hobbit entgegen seiner Natuer und dem Hang > zur Bequemlichkeit ueber sich hinaus wachsen kann und in die Welt geht, > das Boese zu bekaempfen und den Ring zu vernichten. > > Dann sollte sich doch auch ein Ork finden, der Blumen liebt und Vegan > lebt. Wenn Lebewesen zum /boesen/ abfallen, koennen sie auch /gut/ > werden? > > Es ist ein interessanter Gedanke, wie alte Autoren in der heutigen Zeit > ihre Ideen und Werte neu formulieren wuerden. > > Victor Hugo hat sozialkritische Ideen auch wider besseren Wissens verfolgt, > was ihn auch immer wieder in Schwierigkeiten brachte. > > Sicher wuerde heute wie damals oft das Geld und der Zwang gelesen zu > werden ueberwiegen, aber wenn es eine bereits gesicherte Existenz > gibt, dann haben auch einige Autoren /genug/ und sind freier in der > Ausformulierung ihrer Ansichten. > > Eine kritische Meinung muss man sich leisten koennen. > >> Die Verfilmung ist ein aus der Masse der Filme herausragender Film. Das > > Dabei gefaellt mir gerade die Verfilmung weniger. Aber mit dieser > Ansicht bin ich schon immer ueberwiegend auf Widerstand gestossen. > >> Ja, natürlich sollte man es mal gelesen haben. > > Wenn einen Fantasy interessiert auf jeden Fall. > >> Mir persönlich haben übrigens gerade die Längen am besten gefallen. Die >> kleinbürgerlich-engstirnige Idylle der Hobbits in ihrem Shire, die sich > > Klingt eher so, als ob Muehsam etwas negatives gefunden werden soll. > 100% der Hobbits die wussten um was es geht, haben sich bereit erklaert > etwas zu tun und sind mit Bilbo als Freunde mitgekommen. > Eine bessere Quote kann man sich doch eigentlich nicht wuenschen. > Wenn es ein Beispiel fuer /Ideal ueber Bequemlichkeit/ gibt, dann dieses. > >> hauptsächlich mit Verwandtschaftsbeziehung abtaten während außen herum die >> Welt in Flammen aufgeht. Hat was von Herrsching, und umgekehrt. > > Was haetten sie den tun sollen und koennen? > Den Rest der Welt belehren, wie sie zu leben haben? > > Wenn man andere in Ruhe laesst ist es nicht in Ordnung und wenn man sich > einmischt auch nicht. > > > cu Frank > > Lieber Frank, sei aber bitte nicht zu sehr eingeschanppt. Als ich zum ersten Mal gehört habe, so mit 17 oder 19 Jahren, mein geliebter Perry Rhodan werde in den USA klar als Faschismus der Krauts erkannt, war ich ziemlich beleidigt und betroffen. Heute weiß ich, gna gna gna- natürlich war das expansive Solare Imperium der PR-Bände bis 500 Faschismus reinsten Wasssers... (und was danach kam war verwässert, ohne Knall-Hart Scheer K.H. Scheer). Und daß Karl May auch nicht das definitiv letzte Wort zu den Religionen der Menschen hatte, hat man später auch erfahren müssen. Also, von der "Reinheit des Butes" schreibt Tolkien nun mal fortwährend, und daß er sich zu seiner Lebenszeit darüber wenig Gedanken gemacht hat ob das nicht doch ebbes rassistisch ist, versteht man historisch ja gut. Aber es ist halt so. Charakterentwicklung bei Uruk-Hai oder Orks war seine Stärke ja auch nicht. Letztlich ist historisch sein Bild vom Lande Mordor doch auch gefärbt von der Empfindung gegenüber dem realen Reich der Finsternis, das da auf der anderen Seite des Kanals gerade wütete als er sein Buch schrieb. Da wurde auch nicht viel Charakterzeichnung gegenüber den Soldaten der anderen Seite betrieben. Auch wenn er oft behauptet hat, der reale Krieg hätte keinen Einfluß auf ihn und seine Schilderung des Ring-Krieges genommen. Das ist mit Verlaub nicht haltbar. Gruß Joachim
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| From | Dietz Proepper <dietz-news@rotfl.franken.de> |
|---|---|
| Date | 2018-03-18 12:18 +0100 |
| Message-ID | <8271317.rMLUfLXkoz@rotfl.franken.de> |
| In reply to | #344447 |
Gerrit Heitsch wrote: > On 03/17/2018 09:20 PM, Herwig AQSR wrote: >> Die Motivation steigt, den Herrn der >> Ringe endlich mal zu Ende zu lesen >> - nachdem ich 1979 damit angefangen >> habe ... > > Lies ihn im englischen Original, die Übersetzung ist ziemlich sicher Mist. Widerspruch. Die Tolkien-Übersetzung, welche ich kenne (müsste die von Carroux sein), ist in weiten Teilen ausgezeichnet, nicht zuletzt, da Tolkien selber da massiv mitmischte. Z.B. die Übersetzung "elves" als "Elben" und nicht etwa als "Elfen" (hat im deutschen Kulturkreis eine andere Bedeutung) geht iirc direkt auf Tolkien zurück. Wobei unabhängig davon das Original in einem sehr ordentlichen Englisch verfasst ist. Die ersten 50 Seiten mit Wörterbuch, um die "Fachsprache" nachzuschlagen, der Rest flutscht dann ganz gut.
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| From | Alex S <alexs.nospam@yahoo.com> |
|---|---|
| Date | 2018-03-18 12:09 +0000 |
| Message-ID | <1908016$535i$xalex@dev.miranda.or.at> |
| In reply to | #344447 |
On Sat, 17 Mar 2018 21:24, Gerrit Heitsch wrote in
<p8jthg$pjd$1@news.bawue.net>:
>> Die Motivation steigt, den Herrn der
>> Ringe endlich mal zu Ende zu lesen
>> - nachdem ich 1979 damit angefangen
>> habe ...
> Lies ihn im englischen Original, die Übersetzung ist ziemlich sicher Mist.
Nein, eigentlich nicht. Die alte (von Carroux) ist sogar ziemlich gut. Die
neuere Übersetzung versucht aber leider, die Sprache zu modernisieren und das
kommt überhaupt nicht gut an, weil Tolkiens Englisch ist halt auch alles
andere als "modern".
Im Original sollte man ihn natürlich trotzdem lesen.
--
You would if you could but you can't so you won't.
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| From | Rainer Knaepper <rainerk@smial.prima.de> |
|---|---|
| Date | 2018-03-19 10:09 +0100 |
| Message-ID | <ELBQGczirLB@smial.prima.de> |
| In reply to | #344447 |
gerrit@laosinh.s.bawue.de (Gerrit Heitsch) am 17.03.18 um 21:24: > On 03/17/2018 09:20 PM, Herwig AQSR wrote: >> 2018-03-17 21:21:21 +0100 >> >> Oder gar in der Gegenwart Gandalfs himself? >> >> Wie mir jetzt erst aufgeht, ist Tolkien mit >> 19 Jahren im LauterbrunnenTal und am >> AletschGletscher gewandert und hat daher >> einige seiner Inspirationen bezogen. Das >> ist in ziemlicher Nähe unseres >> SommerUrlaubsDomizils in diesem Jahr. >> >> Und da gibt es Leute, die reisen nach >> Neuseeland, um Hobbits zu sehen! >> >> Die Motivation steigt, den Herrn der >> Ringe endlich mal zu Ende zu lesen >> - nachdem ich 1979 damit angefangen >> habe ... > Lies ihn im englischen Original, die Übersetzung ist ziemlich > sicher Mist. Falsch. Die von Carroux ist nach verbreiteter Auffassung nicht ganz schlecht. Sie ist nicht fehlerfrei und kann die Sprachstile bzw. -ebenen zwangsläufig nicht 1:1 vom Englischen ins Deutsche übertragen. Krege hat später versucht, das besser zu machen, ist aber grandios daran gescheitert. Die Übersetzung des "Hobbit" von Krege hingegen ist sehr gelungen. Im Übrigen spricht ja nichts dagegen, den Schinken in beiden Varianten zu genießen. Rainer -- Ganz einfach: 100% Rohlinge für illegale Audio-Kopien, weitere 100% für Moviez und die restlichen 100% für Warez. Wir brennen also das Dreifache der verkauften Rohlinge und natürlich illegal. (Frederick Page in de.comp.hardware.laufwerke.brenner)
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| From | Lothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de> |
|---|---|
| Date | 2018-03-19 02:57 -0700 |
| Message-ID | <6cd90a1c-d663-4110-910a-958cf5c11b0d@googlegroups.com> |
| In reply to | #344446 |
Herwig AQSR tat kund: > 2018-03-17 21:21:21 +0100 > > Oder gar in der Gegenwart Gandalfs himself? Man versucht, nicht zu lachen. Etwas anderes wäre unhöflich.
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| From | Dietz Proepper <dietz-news@rotfl.franken.de> |
|---|---|
| Date | 2018-03-19 11:30 +0100 |
| Message-ID | <11031781.O9o76ZdvQC@rotfl.franken.de> |
| In reply to | #344545 |
Lothar Frings wrote: > Herwig AQSR tat kund: > >> 2018-03-17 21:21:21 +0100 >> >> Oder gar in der Gegenwart Gandalfs himself? > > Man versucht, nicht zu lachen. > Etwas anderes wäre unhöflich. Und ggf. -gesund. Do not meddle with the affairs of Wizards, for you look crunchy and tasty with Ketchup.
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