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Groups > de.sci.electronics > #186568 > unrolled thread

Re: Bodenfeuchtigkeit messen

Started byVolker Staben <volker.staben@fh-flensburg.de>
First post2015-06-05 15:41 +0200
Last post2015-07-07 01:40 +0200
Articles 5 — 4 participants

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Contents

  Re: Bodenfeuchtigkeit messen Volker Staben <volker.staben@fh-flensburg.de> - 2015-06-05 15:41 +0200
    Re: Bodenfeuchtigkeit messen Gerald Oppen <Gerald.Oppen@web.de> - 2015-06-05 18:59 +0200
      Re: Bodenfeuchtigkeit messen Gerald Oppen <Gerald.Oppen@web.de> - 2015-06-07 22:57 +0200
        Re: Bodenfeuchtigkeit messen Rolf Bombach <rolfnospambombach@invalid.invalid> - 2015-07-06 22:02 +0200
          Re: Bodenfeuchtigkeit messen Sieghard Schicktanz <Sieghard.Schicktanz@SchS.de> - 2015-07-07 01:40 +0200

#186568 — Re: Bodenfeuchtigkeit messen

FromVolker Staben <volker.staben@fh-flensburg.de>
Date2015-06-05 15:41 +0200
SubjectRe: Bodenfeuchtigkeit messen
Message-ID<ctdn8cFqpgtU1@mid.individual.net>
Am 05.06.15 um 14.34 schrieb Gerd Kluger:
> auf der Suche nach einem Bodenfeuchtigkeitsmesser bin ich über
> folgendes Teil beim C gestoßen:
> http://www.conrad.de/ce/de/product/101713/Basetech-BT-235PT-Feuchtewaechter-fuer-Pflanzen-Feuchtemessgeraet
> 
> Hat irgendjemand eine Idee, wie das funktioniert, so ganz
> ohne Batterien? Ich mein, normalerweise wird wohl einfach
> die Leitfähigkeit des Bodens gemessen, aber dafür bräuchte man
> ja eine Stromquelle....

möglicherweise rein mechanisch? Wie die guten, alten Haarhygrometer in
der mechanischen Wetterstation?

"Messen" ist übrigens der zahlenmäßige Vergleich mit einer bekannten
Größe gleicher Dimension. Mit einer Skala von 0 bis 7 für "Moisture"
(was auch immer das sein mag) ist das kein Messgerät...

V.

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#186579

FromGerald Oppen <Gerald.Oppen@web.de>
Date2015-06-05 18:59 +0200
Message-ID<cte2s8FtpfqU1@mid.individual.net>
In reply to#186568
Am 05.06.2015 um 15:41 schrieb Volker Staben:

> "Messen" ist übrigens der zahlenmäßige Vergleich mit einer bekannten
> Größe gleicher Dimension. Mit einer Skala von 0 bis 7 für "Moisture"
> (was auch immer das sein mag) ist das kein Messgerät...

Und wo siehst Du jetzt das Problem?
Ich bilde einen Messwert auf einer Skala ab - alles erfüllt was ich zum 
messen brauche wenn dass Ergebniss unter Einbezug eines Messfehlers 
reproduzierbar ist ...

Gerald

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#186683

FromGerald Oppen <Gerald.Oppen@web.de>
Date2015-06-07 22:57 +0200
Message-ID<ctjpi0FcvsvU1@mid.individual.net>
In reply to#186579
Am 07.06.2015 um 17:45 schrieb Rolf Bombach:

> Du weisst allerdings nicht, was gemessen wurde. Wenn eine elektrochemische
> Spannung respektive -Strom gemessen wurde und das dann als "Feuchtigkeit"
> angezeigt wird, ist das vom Prinzip her schon mal falsch.
Solange sich in diesem Fall "zu feucht", "zu trocken" und "OK" ableiten 
lässt würde das Teil ja messtechnisch seinen Zweck erfüllen.
Wenn es allerdings (wie wohl in diesem Fall hier aus elektrochemischen 
Gründen) nicht für den Dauereinsatz geeignet ist dann ist das Gerät 
schon sehr fragwürdig...

> Andererseits ist das ja die normalste Sache der Welt. Thermometer, welche
> tatsächlich die Temperatur _messen_, sind mehr als selten.
In welchem Bezug?
Häufig scheitert es ja schon am Anwender ein Thermometer richtig 
einzusetzen...


> Hätte jetzt lieber gesagt: Die Feuchte/Temperatur wird "angezeigt".
> Anderer Fall: Wege lassen sich messen, Zeiten lassen sich messen,
> aber die durch Division abgeleitete Grösse Geschwindikteit wird
> "bestimmt".
> Die Mess-und Eichheinis von der PTB wissen sicher mehr.
>

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#188744

FromRolf Bombach <rolfnospambombach@invalid.invalid>
Date2015-07-06 22:02 +0200
Message-ID<mnemps$924$1@dont-email.me>
In reply to#186683
Sieghard Schicktanz schrieb:
> Hallo Rolf,
>
> Du schriebst am Sun, 28 Jun 2015 15:24:20 +0200:
>
>> Nun, übliche Thermometer messen die Ausdehnung von Flüssigkeiten und
>> Festkörpern, Widerstandsänderungen rauf wie runter, je nachdem ob man
> ...
>> Allein schon die unendliche Energie, jahrelang jeden Tag Mist zu bauen,
>> ist faszinierend.
>
> Wo kann man Dein direktmessendes Thermometer denn kaufen?
> Und - hast Du mal ein paar technische Daten dazu?

Ich wollte auf das Problem hinweisen. Spannungsmessung ist eigentlich
unkompliziert, insbesondere wenn man eine Referenzspannung hat.
Spannungsteiler, fertig. Bei Temperatur geht das eben nicht.
Soweit ich es überblicke, äussert sich die Temperatur in real existierender
Materie nur über die Schwarzkörperstrahlung und deren Spektrum
sowie über die Boltzmannverteilung der Freiheitsgrade. Bei
der Strahlung gibt es Einfarben- und Mehrfarben-Pyrometer, aber alle
haben mehr oder weniger eigene und Anwendungs-Probleme. Sind daher
alles andere als idiotensicher. Genauigkeit und Präzision ziemlich mässig.
Bei der Boltzmannverteilung wird es noch schwieriger, man müsste
Spektren von Teilchen auswerten. Eine Methode so irgendwie dazwischen
wäre sodium line reversal und Abarten. Aber all dies wird nie
so präzis und genau wie die indirekten Methoden. Das ist eben das
Dilemma. Bei der letzten Revision der Temperaturskala, ist schon
Jahrzente her, aber immerhin wurde da im obersten Bereich bei 4000K(?)
um 7 K verschoben, IIRC.
In die Auswertung der Rauschspannung von Widerständen wurde viel
investiert, ich glaube beim damaligen Vorläufer des KIT, kam aber
auch nie so richtig über die Schwelle.
Spektroskopisch hab ich mal CARS angewendet, da kann man schon
praktisch punktförmig die Gastemperatur in 10 Nanosekunden messen,
die Genauigkeit ist allerdings auch dementsprechend, Messwert
wäre z.B. 2000 K +- 30 K. Aber wenns anders nicht geht...
In der Praxis hilft es halt nur, wenn man eben weiterhin Thermoelemente,
IC resp Halbleitersensoren, PT100, NTC und dergleichen verwendet,
jedoch mit geeigneter Software, Brain 1.0 etwa. Daran hapert es
dann auch meistens. Wer misst, misst Mist gilt bei Temperatur
doppelt und dreifach.

-- 
mfg Rolf Bombach

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#188795

FromSieghard Schicktanz <Sieghard.Schicktanz@SchS.de>
Date2015-07-07 01:40 +0200
Message-ID<20150707014054.4cf41cdb@Achmuehle.WOR>
In reply to#188744
Hallo Rolf,

Du schriebst am Mon, 06 Jul 2015 22:02:25 +0200:

> > Wo kann man Dein direktmessendes Thermometer denn kaufen?
> > Und - hast Du mal ein paar technische Daten dazu?
> 
> Ich wollte auf das Problem hinweisen.

Dann hätte eigentlich die Feststellung gereicht, daß Thermometer
grundsätzlich ihre eigene Temperatur messen. Alles weitere ist nur
Extrapolation.

> Ich wollte auf das Problem hinweisen. Spannungsmessung ist eigentlich
> unkompliziert, insbesondere wenn man eine Referenzspannung hat.

Naja, auch bei Spannungsmessung gibt's genug an Problemquellen. Eigentlich
kann man Spannungen allenfalls mit einem Elektrometer "richtig" messen.
Alles andere ist eigentlich eine Strommessung über einen (angenommen)
bekannten, ausreichend großen Widerstand und Rückrechnung auf die dazu
benötigte Spannung.

> Spannungsteiler, fertig. Bei Temperatur geht das eben nicht.
> Soweit ich es überblicke, äussert sich die Temperatur in real
> existierender Materie nur über die Schwarzkörperstrahlung und deren

Eher weniger, es gibt kaum wirklich schwarze Körper, und damit ist schon
eine bedeutsame Fehlerquelle da.

> Spektrum sowie über die Boltzmannverteilung der Freiheitsgrade. Bei

Naja, wie _misst_ man eine Boltzmannverteilung der Freiheitsgrade?
Nee, schonklar, gehtnich.

...
> In die Auswertung der Rauschspannung von Widerständen wurde viel
> investiert, ich glaube beim damaligen Vorläufer des KIT, kam aber
> auch nie so richtig über die Schwelle.

Das wäre noch eine relativ direkte Methode, wird die nicht gelegentlich
für Tieftemperaturpräzisionsmessungen sogar eingesetzt? Da ist der Messwert
wenigstens direkt per thermodynamischer Beziehung von der Temperatur
abhängig.

...
> In der Praxis hilft es halt nur, wenn man eben weiterhin Thermoelemente,
> IC resp Halbleitersensoren, PT100, NTC und dergleichen verwendet,
> jedoch mit geeigneter Software, Brain 1.0 etwa. Daran hapert es
> dann auch meistens. Wer misst, misst Mist gilt bei Temperatur
> doppelt und dreifach.

Das allerdings kann man nur unterstreichen. Dick.

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(Weitergabe von Adressdaten, Telefonnummern u.ä. ohne Zustimmung
nicht gestattet, ebenso Zusendung von Werbung oder ähnlichem)
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Mit freundlichen Grüßen, S. Schicktanz
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