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Groups > de.sci.electronics > #348125
| From | Volker Bartheld <news2024@bartheld.net> |
|---|---|
| Newsgroups | de.sci.electronics |
| Subject | Re: Das E-Auto scheint nun durch ein tiefes Tal gehen zu müssen. |
| Date | 2024-01-16 13:37 +0100 |
| Message-ID | <a54da377cdbdd313ceb2e7f95e910c813d21d76e.camel@bartheld.net> (permalink) |
| References | <uo1s5m$gbb0$1@solani.org> <uo46pn$3qala$1@gwaiyur.mb-net.net> <uo49pm$hjr1$1@solani.org> <uo4fek$3qte3$1@gwaiyur.mb-net.net> |
On Tue, 2024-01-16 at 00:34 +0100, Marcel Mueller wrote:
> Am 15.01.24 um 22:58 schrieb Helmut Schellong:
> > Marcel Mueller wrote:
> > > Am 15.01.24 um 00:53 schrieb Helmut Schellong:
> > > > Auch nicht wird darüber informiert, daß E-Fuels (lokal) nahezu genau
> > > > so schädlich sind wie Fossile.
> > > Lokal?
> > E-Autos haben lokal in den Städten keinen Ausstoß von Gasen, weil kein
> > Auspuff. Verbrenner jedoch verpesten die Städte lokal.
> Ach das meinst du.
> Ja, beim E-Auto kommt es halt aus dem Schornstein des Kraftwerks.
Beim E-Fuel kommen natürlich auch (und ganz genau dieselben) Kohlenmonoxide,
Stickoxide und Feinstäube hintenraus, mit genau derselben madigen Effizienz, die
so ein Verbrennungsmotor nun mal hat. Zumindest wenn wir von
Wasserstoffantrieben absehen (da gibts immer noch NOx und ein bisserl CO wegen
CO2-Gehalt der angesaugten Luft). Du brauchst also auch die/eine Chemiefabrik im
Abgasstrang, wird die DUH sicher auch noch draufkommen.
E-Fuels in PKW sind ohnehin eine ausgemachte Schnapsidee und nur Vorbereitung
für die Ausrede, bivalente Verbrennungsmotoren "ausnahmsweise" noch fossil zu
betanken.
Daß man in Petro-Benzin oder Petro-Diesel irgendwelche Markersubstanzen
füllt, damit so ein e-Fuel-Verbrenner es merkt und brav stehen bleibt,
halte ich für relativ utopisch. Das wäre technisch vermutlich gar
kein Problem (Fluoreszfarbstoffe, dichroitische Filter, LEDs), die Wut
der Bürger ("Ich fuhr schon auf Reserve, wollte brav E-Fuel tanken, in
ganz München aber keine Tankstelle mit dem Zeugs, also nahm ich
zähneknirschend das viel billigere E10 und stehe nun mit einer Immobilie
da, der man die Scheiße kostspielig aus dem Tank pumpen muß!") wird
grenzenlos sein.
Kurz: Ab 2035 gilt auch in Sachen Emissionsreduktion auf dem Mobilitätssektor
gar nix, Herrn Lindner sei Dank und die Bahn wird sich bestimmt noch weiter
kaputtstreiken.
Das Problem ist auch nicht der Wegfall der E-Subvention oder daß der Spaß der
individualmotorisierten Elektromobilität wegen anderer Faktoren teurer wird
(höhere Stromkosten wegen EEG-Reduzierung z. B.), sondern daß der Betrieb von
Verbrenner-PKW erheblich viel zu günstig ist. Ja, sogar noch mit einer Vielzahl
von Subventionen (Agrardiesel, Tankrabatt, Pendlerpauschale, usw.) schmackhaft
gemacht wird.
Da können deutsche Bauern und Lebensmittelhandwerker vor Wut schäumen, wie sie
wollen und der Berufspendler noch so sehr auf sein Auto angewiesen sein. Zur
Landwirtschaftskrise hat fefe übrigens ein bisserl was ausgegraben:
https://blog.fefe.de/?ts=9b5b5b58
https://www.situationsbericht.de/5/52-buchfuehrungsergebnisse
https://magazin.diemayrei.de/storage/media/situ/46722.jpeg
https://magazin.diemayrei.de/storage/media/situ/46730.jpeg
Und https://www.umweltbundesamt.de/daten/umwelt-wirtschaft/umweltschaedliche-subventionen-in-deutschland
habt ihr vielleicht auch schon gelesen. Da gibt es einiges Potential.
Was ich nicht wußte: Scholz, Habek und Lindner haben den famosen
Plan mit den Subventionskürzungen im Agrarsektor offenbar ohne
Rücksprache mit und letztlich auch entgegen der Empfehlung von
Landwirtschaftsminister Cem Özdemir geschmiedet:
https://www.agrarheute.com/politik/bund-streicht-agrardiesel-kfz-steuerbefreiung-oezdemirs-niederlage-614212
https://www.sueddeutsche.de/politik/landwirtschaft-kuerzungsplaene-cem-oezdemir-1.6320337
Immer gut, wenn die rechte Hand nicht weiß, was die linke tut. Das gab dann auf
einer Veranstaltung Buhrufe gegen ihn und erhitzte Gemüter. Ist aber sowieso
egal, denn:
Die Kürzungen bei landwirtschaftlichen Betrieben werden größtenteils
zurückgenommen. Mit der etwas peinlichen Ausrede, bei der Erarbeitung
der Details habe sich ein "erheblicher bürokratischer Aufwand" ergeben.
An den Protesten will der Bauernverband aber festhalten. Die Landwirte
fordern die komplette Rücknahme der Kürzungspläne:
https://www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/landwirte-protest-ampel-kuerzungen-100.html
Daraus kann man ungefähr ersehen, was passiert, wenn man sich die
anderen Posten auf der Abschußliste vornähme, um das Haushaltsloch zu stopfen.
Vielleicht eher die Geschichte umdrehen und nicht den größten Batzen beackern
(Dieselvergünstigung: 8Mrd€, steuerfreies Kerosin: 8Mrd€,
Entfernungspauschale: 6Mrd€, private Nutzung von Dienstwägen: 3.1Mrd€,
EEG-Ausgleich für Großverbraucher: 5.4Mrd€, ermäßigte MWSt. auf
tierische Produkte: 5.2Mrd€), sondern die kleinsten Lobbies zuerst:
Baukindergeld z. B. (6M€) und Eigenheimrente (46M€).
Aber dagegen werden Ahnungslos-fickt-Deutschland und die faschistischen
Wutbürger sicher auch in die Schlacht ziehen.
Interessante Beiträge bei Markus Lanz neulich (leider immer noch nicht die GEZ-
Zwangsabgabe wert, die man irgendwann als "Rundfunkbeitrag"
solidarschöneuphemisiert hat):
https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz/markus-lanz-vom-9-januar-2024-100.html
Agrarökonom Sebastian Lakner betonte die wissenschaftliche Evidenz des
anthropogenen Klimawandels und daß die Landwirtschaft - wie auch der Rest der
Gesellschaft - natürlich eine Mitwirkungspflicht hätte, dagegen zu steuern. Der
Präsident des brandenburgischen Landesbauernverbandes Henrik Wendorff (Zitat: Es
sei besser, "einen Galgen im Vorgarten" aufzustellen, als "mit Steinen zu
schmeißen", von dem er sich lebhaft distanzierte) hob auf die bereits
angegangenen Maßnahmen ab und daß man nun vorerst innehalten sollte, um
die Agrarindustrie nicht noch weiter ans Gängelband zu nehmen. Politiker
Anton Hofreiter übte scharfe Kritik am Kommunikationsverhalten der
Regierung und betonte, daß der Kampf gegen den Klimawandel nicht
optional sei, insbesondere, daß man nicht nach Gutdünken die Pause-Taste
drücken könne, weil nach Phasen der Untätigkeit die Konsequenzen nur
noch brutaler kämen.
Je nun. Unsere Demokratie wird entscheiden.
Volker
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Das E-Auto scheint nun durch ein tiefes Tal gehen zu müssen. Helmut Schellong <var@schellong.biz> - 2024-01-15 00:53 +0100
Re: Das E-Auto scheint nun durch ein tiefes Tal gehen zu müssen. Christoph Müller <chrnewsgroup@astrail.de> - 2024-01-15 12:07 +0100
Re: Das E-Auto scheint nun durch ein tiefes Tal gehen zu müssen. Helmut Schellong <var@schellong.biz> - 2024-01-15 20:52 +0100
Re: Das E-Auto scheint nun durch ein tiefes Tal gehen zu müssen. Christoph Müller <chrnewsgroup@astrail.de> - 2024-01-15 21:49 +0100
Re: Das E-Auto scheint nun durch ein tiefes Tal gehen zu müssen. Helmut Schellong <var@schellong.biz> - 2024-01-17 16:43 +0100
Re: Das E-Auto scheint nun durch ein tiefes Tal gehen zu müssen. Helmut Schellong <var@schellong.biz> - 2024-01-19 17:52 +0100
Re: Das E-Auto scheint nun durch ein tiefes Tal gehen zu müssen. Heinz Schmitz <sch@example.invalid> - 2024-01-16 15:26 +0100
Re: Das E-Auto scheint nun durch ein tiefes Tal gehen zu müssen. Marcel Mueller <news.5.maazl@spamgourmet.org> - 2024-01-15 22:07 +0100
Re: Das E-Auto scheint nun durch ein tiefes Tal gehen zu müssen. Helmut Schellong <var@schellong.biz> - 2024-01-15 22:58 +0100
Re: Das E-Auto scheint nun durch ein tiefes Tal gehen zu müssen. Marcel Mueller <news.5.maazl@spamgourmet.org> - 2024-01-16 00:34 +0100
Re: Das E-Auto scheint nun durch ein tiefes Tal gehen zu müssen. Axel Berger <Spam@Berger-Odenthal.De> - 2024-01-16 09:13 +0100
Re: Das E-Auto scheint nun durch ein tiefes Tal gehen zu müssen. Martin Klaiber <usenet.martinkl@gmx.de> - 2024-01-16 15:06 +0100
Re: Das E-Auto scheint nun durch ein tiefes Tal gehen zu müssen. Helmut Schellong <var@schellong.biz> - 2024-01-16 18:56 +0100
Re: Das E-Auto scheint nun durch ein tiefes Tal gehen zumüssen. Axel Berger <Spam@Berger-Odenthal.De> - 2024-01-16 21:05 +0100
Re: Das E-Auto scheint nun durch ein tiefes Tal gehen zumüssen. Martin Klaiber <usenet.martinkl@gmx.de> - 2024-01-16 22:06 +0100
Re: Das E-Auto scheint nun durch ein tiefes Tal gehen zumüssen. Martin Klaiber <usenet.martinkl@gmx.de> - 2024-01-16 22:12 +0100
Re: Das E-Auto scheint nun durch ein tiefes Tal gehen zumüssen. Helmut Schellong <var@schellong.biz> - 2024-01-16 22:35 +0100
Re: Das E-Auto scheint nun durch ein tiefes Tal gehen zumüssen. Martin Klaiber <usenet.martinkl@gmx.de> - 2024-01-16 22:37 +0100
Re: Das E-Auto scheint nun durch ein tiefes Tal gehen zumüssen. Rolf Bombach <rolfnospambombach@invalid.invalid> - 2024-01-16 22:54 +0100
Re: Das E-Auto scheint nun durch ein tiefes Tal gehen zumüssen. Axel Berger <Spam@Berger-Odenthal.De> - 2024-01-17 02:01 +0100
Re: Das E-Auto scheint nun durch ein tiefes Tal gehen zumüssen. Helmut Schellong <var@schellong.biz> - 2024-01-17 04:07 +0100
Re: Das E-Auto scheint nun durch ein tiefes Tal gehen zumüssen. Stefan <invalid@ignore.invalid> - 2024-01-17 07:02 +0100
Re: Das E-Auto scheint nun durch ein tiefes Tal gehen zumüssen. Helmut Schellong <var@schellong.biz> - 2024-01-17 16:27 +0100
Re: Das E-Auto scheint nun durch ein tiefes Tal gehenzumüssen. Axel Berger <Spam@Berger-Odenthal.De> - 2024-01-17 01:55 +0100
Re: Das E-Auto scheint nun durch ein tiefes Tal gehen zu müssen. Rupert Haselbeck <mein-rest-muell@gmx.de> - 2024-01-16 22:40 +0100
Re: Das E-Auto scheint nun durch ein tiefes Tal gehen zu müssen. Rolf Bombach <rolfnospambombach@invalid.invalid> - 2024-01-16 22:57 +0100
Re: Das E-Auto scheint nun durch ein tiefes Tal gehen zu müssen. Helmut Schellong <var@schellong.biz> - 2024-01-16 18:29 +0100
Re: Das E-Auto scheint nun durch ein tiefes Tal gehen zu müssen. Stefan <invalid@ignore.invalid> - 2024-01-16 19:54 +0100
Re: Das E-Auto scheint nun durch ein tiefes Tal gehen zu müssen. Helmut Schellong <var@schellong.biz> - 2024-01-16 22:29 +0100
Re: Das E-Auto scheint nun durch ein tiefes Tal gehen zu müssen. Rupert Haselbeck <mein-rest-muell@gmx.de> - 2024-01-16 22:50 +0100
Re: Das E-Auto scheint nun durch ein tiefes Tal gehen zu müssen. Helmut Schellong <var@schellong.biz> - 2024-01-17 03:00 +0100
Re: Das E-Auto scheint nun durch ein tiefes Tal gehen zu müssen. Volker Bartheld <news2024@bartheld.net> - 2024-01-16 13:37 +0100
Re: Das E-Auto scheint nun durch ein tiefes Tal gehen zu müssen. Helmut Schellong <var@schellong.biz> - 2024-01-16 17:58 +0100
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