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Groups > de.alt.folklore.computer > #51058

Re: 1991

From "Peter J. Holzer" <hjp-usenet4@hjp.at>
Newsgroups de.alt.folklore.computer
Subject Re: 1991
Date 2025-07-05 13:50 +0200
Organization LUGA
Message-ID <slrn106i4cs.fpq4.hjp-usenet4@trintignant.hjp.at> (permalink)
References (2 earlier) <103mni8$1cs3d$1@solani.org> <mc9t95Fm2htU1@mid.individual.net> <bvjljlxbob.ln2@diedrich.ddnssec.de> <slrn106gcfj.cgeu.hjp-usenet4@trintignant.hjp.at> <mcse72Fp1rfU1@mid.individual.net>

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On 2025-07-05 12:48, Michael Kraemer <m.kraemer@gsi.de> wrote:
> On 04.07.2025 21:56, Peter J. Holzer wrote:
>> On 2025-07-04 20:43, Diedrich Ehlerding <diedrich.ehlerding@t-online.de> wrote:
>>> Michael Kraemer meinte:
>>>> Witzig ist vielleicht noch, dass executables aus nämlicher Zeit
>>>> (POWER1,AIX 3.2)
>>>> immer noch lauffähig sind (POWER9,AIX 7.2).
>>>
>>> Das ist im Umfeld der (IBM-)Mainframes schon immer so üblich gewesen -
>>> exectutables unter MVS von irrgendwann in den 1970er Jahren, entstanden
>>> auf einer 370/irgendwas,   sind auch heute noch auf den aktuellen
>>> zSeries  unter zOS ablauffähig.
>>
>> Auf unseren HP-UX-Maschinen sind bis zur Außerbetriebnahme 2016 auch
>> noch Binaries aus den frühen 90er-Jahren gelaufen. Allerdings hat es da
>> schon lange keine aktive Weiterentwicklung von HP-UX auf PA-RISC mehr
>> gegeben, also war Inkompatibilität auch nicht zu erwarten - wo hätte die
>> herkommen sollen?
>
> naja, 1991 war HP-UX grossenteils noch auf 68K.

Großteils vielleicht, aber nicht nur.

> Die PA-RISC workstations kamen grade erst raus.

Wir haben den Produktivbetrieb der Datenbank am 1. 1. 1992 von
Unisys/FMS auf HP-UX/Oracle umgestellt. Das war schon PA-RISC, und der
Umstellung gingen natürlich umfangreiche Tests voraus.

> Der passende Vergleich wäre also eher
> HP-UX 8.x/68K vs HP-UX 11.31/Itanic.
> Ich bezweifle mal, dass das funzt.

Ich auch. Insbesondere von 68k auf PA-RISC gab es meiner Erinnerung nach
keine Migrationsmöglichkeit außer "neu kompilieren". Für Itanium war ein
PA-RISC-Emulator angekündigt, aber ich weiß nicht, ob der jemals an
normale Kunden ausgeliefert wurde.

Aber das sind Umstellungen auf eine komplett andere Prozessor-Familie,
während Power eben von Ende der 80er-Jahre bis heute die gleiche
Familie ist - und somit ist das eher vergleichbar mit Intel, wo man
prinzipiell auf aktuellen Prozessoren auch noch Software aus den
80er-Jahren laufen lassen kann.


>> Interessanter ist Linux. Das System-Call-Interface war seit Version 1.0
>> immer aufwärtskompatibel.
>
> Meiner Erinnerung nach hatte sich grade Linux da nicht mit Ruhm bekleckert.
> Ständig war irgendwas anders.

Mit Betonung auf "irgendwas". Linux ist eben nicht das Produkt eines
Herstellers, sondern besteht aus vielen Komponenten, die von den
Distributoren nach eigenem Gutdünken zusammengestellt wurden.

Der Linux-Kernel hatte wie gesagt spätestens ab Version 1.0 diese
Aufwärtskompatibiltätsgarantie. Bei Userland-Komponenten gab es einige
Brüche, z.B. die Umstellung von "a.out"-Format auf ELF, oder diverse
neue Qt- oder GTK-Versionen. Hier konnte man aber typischerweise einfach
alte und neue Applikationen parallel betreiben (denn im Endeffekt greift
ja alles auf den selben Kernel zu, und der war kompatibel).

> Bis zum Ende der 1990er war Linux ein "netter Versuch, aber zu nix
> Ernsthaftem zu gebrauchen".

Ich würde "nix" nicht unterschreiben (es gab da schon einige
Anwendungsbereiche, in denen Linux mit kommerziellen Unixes mithalten
konnte oder sogar besser war), aber in der Breite waren die Unixe noch
vorne. Und für "Ernsthaftes" braucht man die Unterschrift eines
Managers, und die haben da eher auf etablierte Marken gaschaut als auf
technische Vorzüge (ist immer noch so, nur gehört halt Linux
mittlerweile auch zu den etablierten Marken).


> > Eventuell muss man dafür allerdings den Kernel mit der
>> entsprechenden Option (CONFIG_IA32_AOUT) bauen,
>
> jaja, man musste "nur" irgendwas wieder mal wieder selber bauen.

Naja, wie Du selbst geschrieben hast, war Linux in den 1990er-Jahren
noch nicht wirklich ein Massenbetriebssystem. Dass die durchschnittliche
Distribution ein Executable-Format, das nie sehr verbreitet war und seit
einem Vierteljahrhundert obsolet ist, nicht mehr per Default
unterstützt, sehe ich ein. Die drei Hanseln, die das noch brauchen,
wissen vermutlich, was sie zu tun haben. Und Linux ist eben Open Source.
Dass man da selber bauen kann, ist ein Feature, kein Bug.

        hjp

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