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Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch

Started by"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org>
First post2022-04-07 07:52 +0200
Last post2022-04-09 17:33 +0200
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  Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2022-04-07 07:52 +0200
    Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Matthias Eißing <meissing@gmx.de> - 2022-04-07 08:53 +0200
    Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Dietz Proepper <dietz-usenet@rotfl.franken.de> - 2022-04-07 09:08 +0200
      Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Peter Veith <veith@snafu.de> - 2022-04-07 10:54 +0200
        Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Dietz Proepper <dietz-usenet@rotfl.franken.de> - 2022-04-07 11:03 +0200
          Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Peter Veith <veith@snafu.de> - 2022-04-07 11:24 +0200
            Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2022-04-07 02:47 -0700
              Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Peter Veith <veith@snafu.de> - 2022-04-07 11:59 +0200
            Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Dietz Proepper <dietz-usenet@rotfl.franken.de> - 2022-04-07 12:03 +0200
              Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Wolfgang Kynast <wky@gmx.de> - 2022-04-07 12:38 +0200
              Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch hc.ahlmann@gmx.de (HC Ahlmann) - 2022-04-07 17:20 +0200
            Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2022-04-07 05:21 -0700
          Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2022-04-07 02:43 -0700
            Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Dietz Proepper <dietz-usenet@rotfl.franken.de> - 2022-04-07 12:14 +0200
          Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2022-04-07 11:09 +0000
            Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2022-04-11 05:15 +0000
              Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2022-04-11 07:42 +0200
              Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2022-04-11 06:52 +0000
                Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Martin Ebert <mx300@gmx.net> - 2022-04-11 09:55 +0200
                  Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Martin Gerdes <martin.gerdes@gmx.de> - 2022-04-11 20:13 +0200
                  Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2022-04-11 19:16 +0000
    Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Martin Kobil <MartinKobil@epost.de> - 2022-04-07 04:31 -0700
      Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2022-04-07 11:41 +0000
        Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2022-04-07 04:47 -0700
        Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Martin Kobil <MartinKobil@epost.de> - 2022-04-07 06:02 -0700
          Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch spamfalle2@arcor.de (Marc Stibane) - 2022-04-07 20:30 +0200
            Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2022-04-07 19:14 +0000
              Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2022-04-07 12:25 -0700
            Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Martin Gerdes <martin.gerdes@gmx.de> - 2022-04-09 15:49 +0200
          Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Martin Gerdes <martin.gerdes@gmx.de> - 2022-04-09 15:49 +0200
      Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2022-04-07 04:44 -0700
        Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Martin Kobil <MartinKobil@epost.de> - 2022-04-07 05:51 -0700
          Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Hartmut Ott <hottm@arcor.de> - 2022-04-08 14:37 +0200
            Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Ulrich Weise <ulrich.weise@t-online.de> - 2022-04-11 09:39 +0200
              Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Hartmut Ott <hottm@arcor.de> - 2022-04-11 15:21 +0200
                Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Wolfgang Kynast <wky@gmx.de> - 2022-04-11 17:58 +0200
                  Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Hartmut Ott <hottm@arcor.de> - 2022-04-12 13:52 +0200
                    Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Wolfgang Kynast <wky@gmx.de> - 2022-04-12 18:41 +0200
      Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2022-04-07 05:24 -0700
        Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Dietz Proepper <dietz-usenet@rotfl.franken.de> - 2022-04-07 17:41 +0200
          Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2022-04-07 08:52 -0700
      Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Martin Kobil <MartinKobil@epost.de> - 2022-04-07 05:56 -0700
        Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Bernd Ohm <invalid@invalid.invalid> - 2022-04-07 15:48 +0200
        Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Wolfgang Kynast <wky@gmx.de> - 2022-04-07 17:28 +0200
        Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Dietz Proepper <dietz-usenet@rotfl.franken.de> - 2022-04-07 17:40 +0200
    Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Ulrich Weise <ulrich.weise@t-online.de> - 2022-04-08 12:31 +0200
      Re: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2022-04-09 17:33 +0200

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#550682 — Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch

From"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org>
Date2022-04-07 07:52 +0200
SubjectFinanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch
Message-ID<t2lu7e$hhtq$1@solani.org>
https://www.br.de/nachrichten/bayern/arztpraxen-finanzinvestoren-treiben-behandlungskosten-hoch,T2ErBM2

Arztpraxen: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch
In investorengeführten Arztpraxen sind Behandlungen teurer als bei 
selbstständigen Medizinern. Das geht aus einer Studie der 
Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) hervor, die BR und NDR 
exklusiv vorliegt.

Sind Arztpraxen oder Praxisketten in Besitz von Finanzinvestoren, müssen 
Krankenkassen mehr für die Behandlung von Patienten bezahlen: Das 
abgerechnete Honorar liegt im Durchschnitt um 10,4 Prozent höher als bei 
Einzelpraxen – bei vergleichbaren Patienten und Erkrankungen. Das geht 
aus einer Studie hervor, die die Kassenärztliche Vereinigung Bayern 
(KVB) heute veröffentlicht und die BR Recherche und das ARD-Magazin 
Panorama (NDR) vorab einsehen konnten. In der Studie heißt es: "Die 
Unterschiede im Honorarvolumen sind allein auf das Merkmal der 
Eigentümerschaft zurückzuführen."
Wissenschaftler des IGES Instituts haben für die KVB die 
Abrechnungsdaten von 12,9 Millionen gesetzlich versicherten Patienten 
aus den Jahren 2018 und 2019 ausgewertet. Sieben medizinische 
Fachbereiche wurden dabei untersucht – unter anderem Internisten, 
Gynäkologen und Augenärzte.
KVB warnt vor Folgen für Patienten
KVB-Vorstand Wolfgang Krombholz sieht Risiken für Versicherte: Es könnte 
dazu führen, dass lukrative Operationen stattfänden, die medizinisch 
nicht notwendig seien, so Krombholz auf Nachfrage. Er schränkt ein, dass 
man konkrete Folgen für Patienten nicht im Einzelfall benennen könne. 
Für investorengeführte Arztpraxen fordert Krombholz rechtliche 
Änderungen: "Wir müssen die finanziellen Einflüsse in der medizinischen 
Versorgung begrenzen." Die Versorgung und Betreuung der Patienten müsse 
im Mittelpunkt stehen – und nicht die Orientierung an Umsätzen, so 
Krombholz.
Nach Recherchen des ARD-Magazins Panorama hat der Vormarsch der 
Finanzinvestoren bereits konkrete Folgen für Patienten: Lukrative 
Operationen – wie etwa die Augenoperation des Grauen Stars – nahmen 
demnach deutschlandweit zu. In manchen Fällen wurden den Recherchen 
zufolge zu unnötigen und medizinisch nicht indizierten Operationen geraten.
Immer mehr investorengeführte Arztpraxen in Bayern
Finanzinvestoren dürfen eigentlich keine Arztpraxen kaufen. Allerdings 
können sie Krankenhäuser erwerben, die wiederum Praxen besitzen und 
betreiben dürfen - in Form von sogenannten Medizinischen 
Versorgungszentren (MVZ). Diese Art von Zentren gibt es seit 2004. Seit 
2015 müssen in MVZ jedoch nicht mehr Ärzte verschiedener Fachrichtungen 
gemeinsam unter einem Dach arbeiten. Sie unterscheiden sich also von 
anderen Praxen in der Regel nur in der Gesellschaftsform. Die Ärzte 
arbeiten dort nicht selbständig, sondern als Angestellte. In den 
vergangenen Jahren hat die Zahl dieser Art von Praxen deutlich 
zugenommen. Inzwischen existieren im Freistaat laut 
Gesundheitsministerium mehr als 900 MVZ.
In dem Untersuchungszeitraum - 2018 bis 2019 - ist die Anzahl von 
investorengeführten Praxisstandorten in Bayern laut Studie um 72 Prozent 
gestiegen.
Holetschek: "Der Bund ist am Zug"
Die Bundesländer haben bereits mehrfach Initiativen gestartet, um den 
Aufkauf weiterer Praxen zu beschränken. Doch bisher sei das Thema nicht 
zum Tragen gekommen, so der bayerische Gesundheitsminister Klaus 
Holetschek (CSU) im Interview mit BR und NDR. Nun aber lägen mit der 
KVB-Studie erstmals Daten vor, auf deren Grundlage eine 
Bund-Länder-Arbeitsgruppe diskutieren werde. Für bestehende MVZ gelte 
Bestandsschutz, so Holetschek, aber Fehlentwicklungen müsse man 
gegensteuern: "Aus meiner Sicht ist jetzt der Bund am Zug. Die Studie 
ist da – wir sollten kein

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#550692

FromMatthias Eißing <meissing@gmx.de>
Date2022-04-07 08:53 +0200
Message-ID<t2m1pb$hjts$1@solani.org>
In reply to#550682
Am 07.04.22 um 07:52 schrieb Dr. Joachim Neudert:
> Die Studie ist da – wir sollten kein

<Plötzliches EOF>

Ach ja: Wir sollten kein OT posten und nicht so jammern :-)

-- 
cu://Matthias.Eißing.de

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#550702

FromDietz Proepper <dietz-usenet@rotfl.franken.de>
Date2022-04-07 09:08 +0200
Message-ID<20220407090831.34175aac.dietz-usenet@rotfl.franken.de>
In reply to#550682
"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> wrote:

> https://www.br.de/nachrichten/bayern/arztpraxen-finanzinvestoren-treiben-behandlungskosten-hoch,T2ErBM2
> 
> Arztpraxen: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch
> In investorengeführten Arztpraxen sind Behandlungen teurer als bei 
> selbstständigen Medizinern. Das geht aus einer Studie der 
> Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) hervor, die BR und NDR 
> exklusiv vorliegt.
> 
> Sind Arztpraxen oder Praxisketten in Besitz von Finanzinvestoren,
> müssen Krankenkassen mehr für die Behandlung von Patienten bezahlen:
> Das abgerechnete Honorar liegt im Durchschnitt um 10,4 Prozent höher
> als bei Einzelpraxen – bei vergleichbaren Patienten und Erkrankungen.

Interessant. Ibs. wenn man die Klagen niedergelassener Ärzte über die
knappen Etats bei Kassenschweinchen hört.

Vielleicht sind die investorengefühten Praxen einfach besser darin,
Ausnahmen zu begründen und vielleicht werden von den 10,4% ja 8,4%
tatsächlich in bessere Behandlungsqualität investiert.

Wer weiß das schon.

> In manchen Fällen wurden den Recherchen 
> zufolge zu unnötigen und medizinisch nicht indizierten Operationen
> geraten.

Interessant. Sind unnötige Eingriffe eigentlich juristisch gedeckt oder
schwere Körperverletzung?

-- 
Wenn im Mai die Sonne lacht, hat's die CDU gemacht,
gibt's im Winter Eis und Schnee, war's die böse SPD!

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#550732

FromPeter Veith <veith@snafu.de>
Date2022-04-07 10:54 +0200
Message-ID<t2m8sv$ppb$2@dont-email.me>
In reply to#550702
Am 07.04.2022 um 09:08 schrieb Dietz Proepper:

> "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> wrote:
>> https://www.br.de/nachrichten/bayern/arztpraxen-finanzinvestoren-treiben-behandlungskosten-hoch,T2ErBM2
>>
>> Arztpraxen: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch
>> In investorengeführten Arztpraxen sind Behandlungen teurer als bei
>> selbstständigen Medizinern. 
> 
> (...) 
> Vielleicht sind die investorengefühten Praxen einfach besser darin,
> Ausnahmen zu begründen und vielleicht werden von den 10,4% ja 8,4%
> tatsächlich in bessere Behandlungsqualität investiert.

Nö, die Investoren wollen auch (zusätzlich zum Arzt) Rendite sehen, 
eigentlich logo.

Der Trend geht naheliegend Richtung USA: Das teuerste aber für die Masse 
beschissenste Gesundheitssystem der Welt.

Willkommen im Kapitalismus, ohne Sozialklimbim!

Veith
-- 
Die Menschen sind heute in zwei Lager geteilt: Die Einen wollen seit 
acht Jahren Frieden, die anderen seit reichlich einem Monat.
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com

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#550733

FromDietz Proepper <dietz-usenet@rotfl.franken.de>
Date2022-04-07 11:03 +0200
Message-ID<20220407110334.3102bfe5.dietz-usenet@rotfl.franken.de>
In reply to#550732
Peter Veith <veith@snafu.de> wrote:

> Am 07.04.2022 um 09:08 schrieb Dietz Proepper:
> 
> > "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> wrote:  
> >> https://www.br.de/nachrichten/bayern/arztpraxen-finanzinvestoren-treiben-behandlungskosten-hoch,T2ErBM2
> >>
> >> Arztpraxen: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch
> >> In investorengeführten Arztpraxen sind Behandlungen teurer als bei
> >> selbstständigen Medizinern.   
> > 
> > (...) 
> > Vielleicht sind die investorengefühten Praxen einfach besser darin,
> > Ausnahmen zu begründen und vielleicht werden von den 10,4% ja 8,4%
> > tatsächlich in bessere Behandlungsqualität investiert.  
> 
> Nö, die Investoren wollen auch (zusätzlich zum Arzt) Rendite sehen, 
> eigentlich logo.

Belege?

-- 
Wenn im Mai die Sonne lacht, hat's die CDU gemacht,
gibt's im Winter Eis und Schnee, war's die böse SPD!

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#550736

FromPeter Veith <veith@snafu.de>
Date2022-04-07 11:24 +0200
Message-ID<t2mal9$ven$1@dont-email.me>
In reply to#550733
Am 07.04.2022 um 11:03 schrieb Dietz Proepper:

> Peter Veith wrote:
>> Nö, die Investoren wollen auch (zusätzlich zum Arzt) Rendite sehen,
>> eigentlich logo.
> 
> Belege?

Dafür, daß ein Investor sein eingesetztes Kapital "verzinst" haben 
möchte und somit die Arztpraxis nicht nur das "Gehalt" des Arztes, 
sondern auch Rendite erwirtschaften muß?

Ernsthaft?

Aber aus "alter Freundschaft": Natürlich hat die Gesundheitsindustrie 
zwei Möglichkeiten, diesen zusätzlich "notwendigen" Profit zu 
erwirtschaften:

1. Kosten senken (i.d.R. die Löhne und Gehälter) und
2. Preise erhöhen (die in der BRD grds. gedeckelt sind).

Natürlich wird beides getan, die Kassenvertreter beschweren sich hier 
über das Zweite.

Veith
-- 
Die Menschen sind heute in zwei Lager geteilt: Die Einen wollen seit 
acht Jahren Frieden, die anderen seit reichlich einem Monat.
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com

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#550745

FromUlf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de>
Date2022-04-07 02:47 -0700
Message-ID<955d1653-ab6a-4b61-9c42-a71982da7354n@googlegroups.com>
In reply to#550736
Peter Veith schrieb am Donnerstag, 7. April 2022 um 11:24:58 UTC+2:

> Natürlich hat die Gesundheitsindustrie 
> zwei Möglichkeiten, diesen zusätzlich "notwendigen" Profit zu 
> erwirtschaften: 
> 
> 1. Kosten senken (i.d.R. die Löhne und Gehälter) und 
> 2. Preise erhöhen (die in der BRD grds. gedeckelt sind). 
> 
> Natürlich wird beides getan, die Kassenvertreter beschweren sich hier 
> über das Zweite.

3. Sich und den Laden auf besonders profitträchtige Behandlungen einrichten
und Wünsche oder Notwendigkeiten nach anders gearteten ärztlichen
Leistungen unauffällig von sich weisen.

Gruß, ULF

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#550750

FromPeter Veith <veith@snafu.de>
Date2022-04-07 11:59 +0200
Message-ID<t2mcm4$mdl$2@dont-email.me>
In reply to#550745
Am 07.04.2022 um 11:47 schrieb Ulf Kutzner:

> Peter Veith schrieb am Donnerstag, 7. April 2022 um 11:24:58 UTC+2:
>> Natürlich hat die Gesundheitsindustrie
>> zwei Möglichkeiten, diesen zusätzlich "notwendigen" Profit zu
>> erwirtschaften:
>>
>> 1. Kosten senken (i.d.R. die Löhne und Gehälter) und
>> 2. Preise erhöhen (die in der BRD grds. gedeckelt sind).
>>
>> Natürlich wird beides getan, die Kassenvertreter beschweren sich hier
>> über das Zweite.
> 
> 3. Sich und den Laden auf besonders profitträchtige Behandlungen einrichten
> und Wünsche oder Notwendigkeiten nach anders gearteten ärztlichen
> Leistungen unauffällig von sich weisen.

Richtig und diese Liste erhebt noch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Veith
-- 
Inzwischen sind mehr Menschen an Corona verblödet, als gestorben.
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com

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#550751

FromDietz Proepper <dietz-usenet@rotfl.franken.de>
Date2022-04-07 12:03 +0200
Message-ID<20220407120359.6bbcee37.dietz-usenet@rotfl.franken.de>
In reply to#550736
Peter Veith <veith@snafu.de> wrote:

> Am 07.04.2022 um 11:03 schrieb Dietz Proepper:
> 
> > Peter Veith wrote:  
> >> Nö, die Investoren wollen auch (zusätzlich zum Arzt) Rendite sehen,
> >> eigentlich logo.  
> > 
> > Belege?  
> 
> Dafür, daß ein Investor sein eingesetztes Kapital "verzinst" haben 
> möchte und somit die Arztpraxis nicht nur das "Gehalt" des Arztes, 
> sondern auch Rendite erwirtschaften muß?

Belege?

-- 
Wenn im Mai die Sonne lacht, hat's die CDU gemacht,
gibt's im Winter Eis und Schnee, war's die böse SPD!

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#550755

FromWolfgang Kynast <wky@gmx.de>
Date2022-04-07 12:38 +0200
Message-ID<jb7t8mF3b91U1@mid.individual.net>
In reply to#550751
On Thu, 7 Apr 2022 12:03:59 +0200, "Dietz Proepper" posted:

>Peter Veith <veith@snafu.de> wrote:
>
>> Am 07.04.2022 um 11:03 schrieb Dietz Proepper:
>> 
>> > Peter Veith wrote:  
>> >> Nö, die Investoren wollen auch (zusätzlich zum Arzt) Rendite sehen,
>> >> eigentlich logo.  
>> > 
>> > Belege?  
>> 
>> Dafür, daß ein Investor sein eingesetztes Kapital "verzinst" haben 
>> möchte und somit die Arztpraxis nicht nur das "Gehalt" des Arztes, 
>> sondern auch Rendite erwirtschaften muß?
>
>Belege?

Da reicht der gesunde Menschenverstand.

-- 
Schöne Grüße,
Wolfgang

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#550807

Fromhc.ahlmann@gmx.de (HC Ahlmann)
Date2022-04-07 17:20 +0200
Message-ID<1pq1pvq.ptdlu81sf52gmN%hc.ahlmann@gmx.de>
In reply to#550751
Dietz Proepper <dietz-usenet@rotfl.franken.de> wrote:

> Peter Veith <veith@snafu.de> wrote:
> 
> > Am 07.04.2022 um 11:03 schrieb Dietz Proepper:
> > 
> > > Peter Veith wrote:  
> > >> Nö, die Investoren wollen auch (zusätzlich zum Arzt) Rendite sehen,
> > >> eigentlich logo.  
> > > 
> > > Belege?  
> > 
> > Dafür, daß ein Investor sein eingesetztes Kapital "verzinst" haben 
> > möchte und somit die Arztpraxis nicht nur das "Gehalt" des Arztes, 
> > sondern auch Rendite erwirtschaften muß?
> 
> Belege?

Was soll diese wiederholte Frage nach Belegen zu einem grundlegenden
Prinzip der hiesigen Wirtschaftsordnung?
-- 
Munterbleiben
HC

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#550782

FromUlf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de>
Date2022-04-07 05:21 -0700
Message-ID<be745be7-207d-4de0-8575-45de3800e616n@googlegroups.com>
In reply to#550736
HC Ahlmann schrieb am Donnerstag, 7. April 2022 um 13:51:42 UTC+2:
> Peter Veith <ve...@snafu.de> wrote: 

> > Natürlich wird beides getan, die Kassenvertreter beschweren sich hier 
> > über das Zweite.

> Nein, sie beschweren sich nicht über erhöhte Preise (denn die sind ja 
> gedeckelt), 

Sie sind festgelegt. Im Gegensatz dazu sind Honorare für einen
Kassenarztsitz im Quartal gedeckelt. Den Unterschied darfst Du
gern nachschlagen.

Ab zwei halben Kassenarztsitzen kann man ein MVZ gründen,
wobei es weitere Voraussetzungen gibt.

> sondern über die Abrechnung von Leistungen des Katalogs, 
> deren Begründung eher pekuniär statt medizinisch erforderlich erscheint. 

Seit nicht ganz sieben Jahren gehen auch arztgruppengleiche und
kommunale MVZ.

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#550744

FromUlf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de>
Date2022-04-07 02:43 -0700
Message-ID<c2a5efe8-479d-471a-b50a-f18c90c18f2fn@googlegroups.com>
In reply to#550733
Dietz Proepper schrieb am Donnerstag, 7. April 2022 um 11:03:36 UTC+2:
> Peter Veith <ve...@snafu.de> wrote: 
> 
> > Am 07.04.2022 um 09:08 schrieb Dietz Proepper: 
> > 
> > > "Dr. Joachim Neudert" <neu...@5sl.org> wrote: 
> > >> https://www.br.de/nachrichten/bayern/arztpraxen-finanzinvestoren-treiben-behandlungskosten-hoch,T2ErBM2 
> > >> 
> > >> Arztpraxen: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch 
> > >> In investorengeführten Arztpraxen sind Behandlungen teurer als bei 
> > >> selbstständigen Medizinern. 
> > > 
> > > (...) 
> > > Vielleicht sind die investorengefühten Praxen einfach besser darin, 
> > > Ausnahmen zu begründen und vielleicht werden von den 10,4% ja 8,4% 
> > > tatsächlich in bessere Behandlungsqualität investiert. 
> > 
> > Nö, die Investoren wollen auch (zusätzlich zum Arzt) Rendite sehen, 
> > eigentlich logo.

> Belege?

In meinem früher geposteten Ausgangsbeitrag ist eine Zahl für typische
Gewinnerwartungen verlinkt, wenn auch nicht unmittelbar und direkt
belegt.

Der Arzt sieht im MVZ Gehaltszahlungen, in den allermeisten Fällen statt Rendite.

Es wird wohl angedeutet, ein MVZ könne höher liquidieren als
ein niedergelassener Arzt; muß man nicht zwingend so lesen und
muß auch nicht stimmen.

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#550752

FromDietz Proepper <dietz-usenet@rotfl.franken.de>
Date2022-04-07 12:14 +0200
Message-ID<20220407121450.1b625e55.dietz-usenet@rotfl.franken.de>
In reply to#550744
Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> wrote:

> Dietz Proepper schrieb am Donnerstag, 7. April 2022 um 11:03:36 UTC+2:
> > Peter Veith <ve...@snafu.de> wrote: 
> > > > "Dr. Joachim Neudert" <neu...@5sl.org> wrote:   
[https://www.br.de/nachrichten/bayern/arztpraxen-finanzinvestoren-treiben-behandlungskosten-hoch,T2ErBM2]
> > > Nö, die Investoren wollen auch (zusätzlich zum Arzt) Rendite
> > > sehen, eigentlich logo.  
> 
> > Belege?  
> 
> In meinem früher geposteten Ausgangsbeitrag ist eine Zahl für typische
> Gewinnerwartungen verlinkt, wenn auch nicht unmittelbar und direkt
> belegt.

Ich bin mir natürlich auch eher sicher, dass die Gewinne nicht
zugunsten der Patienten geschmälert werden. Aber Peter soll bitte doch
Belege bringen ...

> Der Arzt sieht im MVZ Gehaltszahlungen, in den allermeisten Fällen
> statt Rendite.

Klar. Wobei Boni auch da nicht ausgeschlossen sind.

> Es wird wohl angedeutet, ein MVZ könne höher liquidieren als
> ein niedergelassener Arzt; muß man nicht zwingend so lesen und
> muß auch nicht stimmen.

Nuuuuun. Die Zahnarztpraxis, welche mich behandelt wird von drei
"Eigentümern" betrieben, zudem noch wechselnde Zahlen an
"angestellten" Medizinern. Die behandeln auch Kassenschweinchen. Und
haben (angeblich) für die eine ganz spezielle Dienstleistung - sie
stellen für non-Standard-Behandlungen entsprechende Gutachten(?) aus,
die es ihnen ermöglichen, dann auch manche IGEL (medizinische
Zahnreinigung z.B.) ohne Kostenbelastung für den Patienten zu machen.
Achja, sie haben die hierfür nötige Papierkramerzeugung so optimiert,
dass da der Onkel Doktor nur noch $irgendwo unterschreiben muss.

Daher meine (zugegebenermaßen eher unwahrscheinliche) Vermutung, dass
ein Laden der 20 Praxen betreibt sowas evtl. auch hin bekommen könnte.

-- 
Wenn im Mai die Sonne lacht, hat's die CDU gemacht,
gibt's im Winter Eis und Schnee, war's die böse SPD!

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#550763

FromStefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich)
Date2022-04-07 11:09 +0000
Message-ID<5t624ec570i3b5c55n3e8%sfroehli@Froehlich.Priv.at>
In reply to#550733
On Thu, 07 Apr 2022 11:03:34 Dietz Proepper wrote:
> Peter Veith <veith@snafu.de> wrote:
>> Am 07.04.2022 um 09:08 schrieb Dietz Proepper:
>> > "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> wrote:
>> >> https://www.br.de/nachrichten/bayern/arztpraxen-finanzinvestoren-treiben-behandlungskosten-hoch,T2ErBM2

>> >> Arztpraxen: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch In
>> >> investorengeführten Arztpraxen sind Behandlungen teurer als
>> >> bei selbstständigen Medizinern.

>> > (...)
>> > Vielleicht sind die investorengefühten Praxen einfach besser
>> > darin, Ausnahmen zu begründen und vielleicht werden von den
>> > 10,4% ja 8,4% tatsächlich in bessere Behandlungsqualität
>> > investiert.

>> Nö, die Investoren wollen auch (zusätzlich zum Arzt) Rendite
>> sehen, eigentlich logo.

> Belege?

Das dürfte ausnahmsweise tatsächlich einmal durch gesunden
Menschenverstand hinreichend belegbar sein - in eine Praxis zu
investieren, um damit nachhaltig Verluste zu generieren, dürfte noch
nicht einmal in steuerlichen Sonderfällen interessant sein.

Auf der Gegenseite sind die Investoren aber natürlich auch an
Minimierung der Ausgaben interessiert, d.h. möglicherweise arbeiten
die dort angestellten Ärzte preiswerter, als sie es in ihrer eigenen
Praxis tun würden.

Aus den 10,4% ohne nähere Angaben etwas konkretes herauszulesen ist
insofern ein bisschen gewagt, ein educated guess dürfte aber schon
in Richtung "Gewinnausschüttung" anstatt "bessere Qualität" gehen.
Sollte dem nicht so sein, werden wir demnächst eine Stellungnahme
der Investoren lesen, die sind ja vermutlich an einem gutem Image
interessiert.

Servus,
   Stefan

-- 
http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich
Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Imponierend und doch reizend?! Stefan - gegen den Streß am Morgen.
(Sloganizer)

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#551143

FromDr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org>
Date2022-04-11 05:15 +0000
Message-ID<t30dgl$nnct$1@solani.org>
In reply to#550763
Stefan Froehlich <Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at> wrote:



> Das dürfte ausnahmsweise tatsächlich einmal durch gesunden
> Menschenverstand hinreichend belegbar sein - in eine Praxis zu
> investieren, um damit nachhaltig Verluste zu generieren, dürfte noch
> nicht einmal in steuerlichen Sonderfällen interessant sein.
> 
> Auf der Gegenseite sind die Investoren aber natürlich auch an
> Minimierung der Ausgaben interessiert, d.h. möglicherweise arbeiten
> die dort angestellten Ärzte preiswerter, als sie es in ihrer eigenen
> Praxis tun würden.
> 
> Aus den 10,4% ohne nähere Angaben etwas konkretes herauszulesen ist
> insofern ein bisschen gewagt, ein educated guess dürfte aber schon
> in Richtung "Gewinnausschüttung" anstatt "bessere Qualität" gehen.
> Sollte dem nicht so sein, werden wir demnächst eine Stellungnahme
> der Investoren lesen, die sind ja vermutlich an einem gutem Image
> interessiert.
> 
> Servus,
>    Stefan
> 

eMail des BFAV von heute:

===================

BFAV warnt vor wachsender Marktstellung von gewinnorientierten
Kapital-Investoren  
­
Der Bayerische Facharztverband (BFAV) befürchtet eine gefährliche
Entwicklung durch den gezielten Aufkauf von Facharztpraxen durch
gewinnorientierte Großinvestoren mit Monopolisierungstendenz, während in
eigener Praxis niedergelassenen Kollegen gerade in strukturschwachen
Gebieten nur unter hohem persönlichem Einsatz finanziell noch über die
Runden kommen. Somit wird eine flächendeckende Grundversorgung zugunsten
lukrativer Spezialleistungen gewinngetriebener MVZ-Strukturen aufs Spiel
gesetzt.   

Der Bayerischer Facharztverband schlägt Alarm.
 
So befänden sich "Augenarzt-MVZ- Ketten ausländischer Investoren teilweise
bereits mit über 50 Prozent Marktbeherrschung in einigen Zentren auf dem
Vormarsch.“ Der negative Einfluss dieser auf Umsatz und Gewinn getrimmten
medizinischen Private Equity-MVZ (iMVZ) auf die flächendeckende gute
medizinische Versorgung dürfe nach Meinung von BFAV-Vorsitzende Dr.
Wolfgang Bärtl, Orthopäde aus Neumarkt/Opf. „nicht unterschätzt werden.“
 
Falsche Weichenstellung

Die falsche Weichenstellung in diese Richtung reicht demnach weit zurück.
Der aktuelle Gesundheitsminister, Dr. Karl Lauterbach, der schon unter Ulla
Schmidt, SPD, im Bundesgesundheitsministerium diente, waren damals schon
gemeinsam nach Ansicht des Vorsitzenden Dr. Dirk Potempa, Urologe aus
Garmisch-Partenkirchen, Treiber dieser Entwicklung: Die systematische
Zersetzung der ambulanten Medizin von selbständig eigenverantwortlich
tätige Ärzten hin zu Investoren gestützten MVZs. Statt breit gefächerter
Medizin werden schwerpunktmässig lukrative Leistungen, wie OPs in der
Ophtalmologie und Orthopädie/Chirurgie sowie radiologische Leistungen oder
Labore zur Gewinnmaximierung von anonymen Finanzinvestoren heraus
selektiert. Konservative, wenig invasive Behandlungsstrategien werden
dadurch in der Fläche ausgedünnt. „Und die Politik zeigt jetzt von den
Folgen vollkommen überrascht" wundert sich Potempa. Lauterbach als
Initiator dieser – aus Sicht der Patientenversorgung destruktiven
Entwicklung – zeige sich heute „überrascht vom divergent entwickelnden
Rationierungspotiential.“
 
Eindringliche Warnung

BFAV-Chef Bärtl warnt vor einer Machtverschiebung innerhalb der
Körperschaften. Der Einfluss dieser rapide wachsenden Strukturen auf KV-en
und Kammern als ursprüngliche Interessensvertretung der niedergelassenen
Kollegenschaft darf nicht unterschätzt werden. Deshalb sollte man sich bei
den kommenden Wahlen genau anschauen, welches Klientel sich künftig hinter
welchem Label verbirgt,“ so Bärtls Appell an die Kollegen, „sich in einen
Verband selbständiger Praxisinhaber für die Zukunft zu rüsten, denn nur
gemeinsam sind wir stark!“

-- 
please forgive my iPhone typos

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#551145

FromMichael Bode <m.g.bode@web.de>
Date2022-04-11 07:42 +0200
Message-ID<jbhte9FmcvU2@mid.individual.net>
In reply to#551143
Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> writes:


> eMail des BFAV von heute:
>
> ===================
>
> BFAV warnt vor wachsender Marktstellung von gewinnorientierten
> Kapital-Investoren  
> ­
> Der Bayerische Facharztverband (BFAV) befürchtet eine gefährliche
> Entwicklung durch den gezielten Aufkauf von Facharztpraxen durch
> gewinnorientierte Großinvestoren mit Monopolisierungstendenz, während in
> eigener Praxis niedergelassenen Kollegen gerade in strukturschwachen
> Gebieten nur unter hohem persönlichem Einsatz finanziell noch über die
> Runden kommen. Somit wird eine flächendeckende Grundversorgung zugunsten
> lukrativer Spezialleistungen gewinngetriebener MVZ-Strukturen aufs Spiel
> gesetzt.   

Das dürfte genau nach Kaos-Karlchens Geschmack sein.

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#551151

FromStefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich)
Date2022-04-11 06:52 +0000
Message-ID<1t6253cfa7i55a39n3e8%sfroehli@Froehlich.Priv.at>
In reply to#551143
On Mon, 11 Apr 2022 07:15:01 Dr. Joachim Neudert wrote:
> [...] zur Gewinnmaximierung von anonymen Finanzinvestoren [...]

Ein Spielplatz um das gängige Spiel zu spielen: Die "anonymen
Finanzinvestoren" wären, so wird man lesen, doch in Wahrheit die
Pensionsfonds für unser aller privater Vorsorge, und alleine schon
deshalb wäre es nicht nur marktfeindlich und rechtswidrig, sondern
sogar höchst unverantwortlich im Sinn der kleinen Leute, dieser
Entwicklung Einhalt gebieten zu wollen.

Servus,
   Stefan

-- 
http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich
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Stefan - das langste Verklapsen seit Menschengedenken.
(Sloganizer)

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#551163

FromMartin Ebert <mx300@gmx.net>
Date2022-04-11 09:55 +0200
Message-ID<t30mtg$245$1@dont-email.me>
In reply to#551151
Am 11.04.22 um 08:52 schrieb Stefan Froehlich:
> On Mon, 11 Apr 2022 07:15:01 Dr. Joachim Neudert wrote:
>> [...] zur Gewinnmaximierung von anonymen Finanzinvestoren [...]

> Ein Spielplatz um das gängige Spiel zu spielen: Die "anonymen
> Finanzinvestoren" wären,

Ähhmm, ihr meint mich.

Ich bin diese "anonymen Finanzinvestoren", ich hab da MSCI World
im Bestand.

Leute, das fällt doch alles nicht vom Himmel. Die riesigen Share-
holder - das sind Pensionsfonds. Und Versicherungen, die mit einem
Teil der Einlage Geld für diese Lebensversicherungen verdienen
müssen. Oder Leute wie ich.

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#551242

FromMartin Gerdes <martin.gerdes@gmx.de>
Date2022-04-11 20:13 +0200
Message-ID<q8d85hhdjd6oe5gdgglm18pjr5ke3orgdb@4ax.com>
In reply to#551163
Martin Ebert <mx300@gmx.net> schrieb:

>>> [...] zur Gewinnmaximierung von anonymen Finanzinvestoren [...]

>> Ein Spielplatz um das gängige Spiel zu spielen: Die "anonymen
>> Finanzinvestoren" wären,

> Ähhmm, ihr meint mich.

Nein. 

> Ich bin diese "anonymen Finanzinvestoren", ich hab da MSCI World
> im Bestand.

Damit allein bist Du keine Heuschrecke. 

> Leute, das fällt doch alles nicht vom Himmel. Die riesigen Share-
> holder - das sind Pensionsfonds. Und Versicherungen, die mit einem
> Teil der Einlage Geld für diese Lebensversicherungen verdienen
> müssen. Oder Leute wie ich.

Nein :-)

Fürs Gewinnemachen gilt (wie allgemein im Leben) eine Art
Pareto-Prinzip: Mit guter Arbeit erzielt man relativ leicht und auch
sozialverträglich Gewinn. Auch Rationalisierung ist grundsätzlich
positiv zu werten, nicht umsonst beteiligen sich die Mitarbeiter und die
Gewerkschaften daran. Ärgerlich wird es aber für alle Teile, wenn das
rechte Maß überschritten ist -- und just dafür stehen Heuschrecken. 

Beileibe nicht jedes Unternehmen wird von Heuschrecken geführt,
vermutlich nur ein kleiner Prozentsatz.

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