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| From | "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> |
|---|---|
| Newsgroups | ger.ct |
| Subject | Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch |
| Date | 2022-04-07 07:52 +0200 |
| Message-ID | <t2lu7e$hhtq$1@solani.org> (permalink) |
https://www.br.de/nachrichten/bayern/arztpraxen-finanzinvestoren-treiben-behandlungskosten-hoch,T2ErBM2 Arztpraxen: Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch In investorengeführten Arztpraxen sind Behandlungen teurer als bei selbstständigen Medizinern. Das geht aus einer Studie der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) hervor, die BR und NDR exklusiv vorliegt. Sind Arztpraxen oder Praxisketten in Besitz von Finanzinvestoren, müssen Krankenkassen mehr für die Behandlung von Patienten bezahlen: Das abgerechnete Honorar liegt im Durchschnitt um 10,4 Prozent höher als bei Einzelpraxen – bei vergleichbaren Patienten und Erkrankungen. Das geht aus einer Studie hervor, die die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB) heute veröffentlicht und die BR Recherche und das ARD-Magazin Panorama (NDR) vorab einsehen konnten. In der Studie heißt es: "Die Unterschiede im Honorarvolumen sind allein auf das Merkmal der Eigentümerschaft zurückzuführen." Wissenschaftler des IGES Instituts haben für die KVB die Abrechnungsdaten von 12,9 Millionen gesetzlich versicherten Patienten aus den Jahren 2018 und 2019 ausgewertet. Sieben medizinische Fachbereiche wurden dabei untersucht – unter anderem Internisten, Gynäkologen und Augenärzte. KVB warnt vor Folgen für Patienten KVB-Vorstand Wolfgang Krombholz sieht Risiken für Versicherte: Es könnte dazu führen, dass lukrative Operationen stattfänden, die medizinisch nicht notwendig seien, so Krombholz auf Nachfrage. Er schränkt ein, dass man konkrete Folgen für Patienten nicht im Einzelfall benennen könne. Für investorengeführte Arztpraxen fordert Krombholz rechtliche Änderungen: "Wir müssen die finanziellen Einflüsse in der medizinischen Versorgung begrenzen." Die Versorgung und Betreuung der Patienten müsse im Mittelpunkt stehen – und nicht die Orientierung an Umsätzen, so Krombholz. Nach Recherchen des ARD-Magazins Panorama hat der Vormarsch der Finanzinvestoren bereits konkrete Folgen für Patienten: Lukrative Operationen – wie etwa die Augenoperation des Grauen Stars – nahmen demnach deutschlandweit zu. In manchen Fällen wurden den Recherchen zufolge zu unnötigen und medizinisch nicht indizierten Operationen geraten. Immer mehr investorengeführte Arztpraxen in Bayern Finanzinvestoren dürfen eigentlich keine Arztpraxen kaufen. Allerdings können sie Krankenhäuser erwerben, die wiederum Praxen besitzen und betreiben dürfen - in Form von sogenannten Medizinischen Versorgungszentren (MVZ). Diese Art von Zentren gibt es seit 2004. Seit 2015 müssen in MVZ jedoch nicht mehr Ärzte verschiedener Fachrichtungen gemeinsam unter einem Dach arbeiten. Sie unterscheiden sich also von anderen Praxen in der Regel nur in der Gesellschaftsform. Die Ärzte arbeiten dort nicht selbständig, sondern als Angestellte. In den vergangenen Jahren hat die Zahl dieser Art von Praxen deutlich zugenommen. Inzwischen existieren im Freistaat laut Gesundheitsministerium mehr als 900 MVZ. In dem Untersuchungszeitraum - 2018 bis 2019 - ist die Anzahl von investorengeführten Praxisstandorten in Bayern laut Studie um 72 Prozent gestiegen. Holetschek: "Der Bund ist am Zug" Die Bundesländer haben bereits mehrfach Initiativen gestartet, um den Aufkauf weiterer Praxen zu beschränken. Doch bisher sei das Thema nicht zum Tragen gekommen, so der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) im Interview mit BR und NDR. Nun aber lägen mit der KVB-Studie erstmals Daten vor, auf deren Grundlage eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe diskutieren werde. Für bestehende MVZ gelte Bestandsschutz, so Holetschek, aber Fehlentwicklungen müsse man gegensteuern: "Aus meiner Sicht ist jetzt der Bund am Zug. Die Studie ist da – wir sollten kein
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Finanzinvestoren treiben Behandlungskosten hoch "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2022-04-07 07:52 +0200
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