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Österreich und Portugal im Sicherheitsrat als Vertreter Europas

Started by"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org>
First post2026-06-04 08:30 +0200
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  Österreich und Portugal im Sicherheitsrat als Vertreter Europas "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2026-06-04 08:30 +0200
    Re: Österreich und Portugal im Sicherheitsrat als Vertreter Europas Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2026-06-04 09:35 +0200
      Re: Österreich und Portugal im Sicherheitsrat als Vertreter Europas Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-06-04 09:48 +0200
        Re: Österreich und Portugal im Sicherheitsrat als Vertreter Europas Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2026-06-04 10:09 +0200
          Re: Österreich und Portugal im Sicherheitsrat als Vertreter Europas Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-06-04 10:31 +0200
            Re: Österreich und Portugal im Sicherheitsrat als Vertreter Europas Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2026-06-04 11:07 +0200
              Re: Österreich und Portugal im Sicherheitsrat als Vertreter Europas Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-06-04 19:14 +0200
            Re: Österreich und Portugal im Sicherheitsrat als Vertreter Europas "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2026-06-04 12:43 +0200
              Re: Österreich und Portugal im Sicherheitsrat als Vertreter Europas Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-06-04 19:23 +0200
            Re: Österreich und Portugal im Sicherheitsrat als Vertreter Europas Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-07-31 08:18 +0200
              Re: Österreich und Portugal im Sicherheitsrat als Vertreter Europas Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2026-07-31 17:31 +0200
                Re: Österreich und Portugal im Sicherheitsrat als Vertreter Europas Peter Veith <veith@snafu.de> - 2026-07-31 17:40 +0200
                Re: Österreich und Portugal im Sicherheitsrat als Vertreter Europas Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-07-31 21:21 +0200
        Re: Österreich und Portugal im Sicherheitsrat als Vertreter Europas Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2026-06-05 13:26 +0200
      Re: Österreich und Portugal im Sicherheitsrat als Vertreter Europas Alfred <Juni.2026@anon.invalid> - 2026-06-04 11:18 +0200
      Re: Österreich und Portugal im Sicherheitsrat als Vertreter Europas "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2026-06-04 12:41 +0200
        Re: Österreich und Portugal im Sicherheitsrat als Vertreter Europas Goetz Schultz <ng.expire1230@goetz.co.uk> - 2026-06-04 11:48 +0100
        Re: Österreich und Portugal im Sicherheitsrat als Vertreter Europas Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2026-06-04 12:54 +0200
          Re: Österreich und Portugal im Sicherheitsrat als Vertreter Europas Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2026-06-04 11:45 +0000
            Re: Österreich und Portugal im Sicherheitsrat als Vertreter Europas Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2026-06-04 13:55 +0200
              Re: Österreich und Portugal im Sicherheitsrat als Vertreter Europas Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2026-06-04 12:03 +0000
              Re: Österreich und Portugal im Sicherheitsrat als Vertreter Europas Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2026-06-04 15:16 +0200
        Re: Österreich und Portugal im Sicherheitsrat als Vertreter Europas Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-06-04 19:31 +0200
      Re: Österreich und Portugal im Sicherheitsrat als Vertreter Europas Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2026-06-04 17:55 +0000
        Re: Österreich und Portugal im Sicherheitsrat als Vertreter Europas Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-06-04 21:01 +0200
          Re: Österreich und Portugal im Sicherheitsrat als Vertreter Europas Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2026-06-04 19:31 +0000
            Re: Österreich und Portugal im Sicherheitsrat als Vertreter Europas Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2026-06-04 22:36 +0200
    Re: Österreich und Portugal im Sicherheitsrat als Vertreter Europas Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2026-06-04 17:42 +0200

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#664987 — Österreich und Portugal im Sicherheitsrat als Vertreter Europas

From"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org>
Date2026-06-04 08:30 +0200
SubjectÖsterreich und Portugal im Sicherheitsrat als Vertreter Europas
Message-ID<10vr61t$93mk$1@solani.org>
Immerhin muß jetzt der Sicherheitsrat nicht auf die Beratung des 
Koalitionsausschusses und das Ergebnis der SPD-Mitgliederbefragung 
warten vor einer Abstimmung.



-- 
Ammersee
Meer braucht's ned

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#664989

FromMichael Bode <m.g.bode@web.de>
Date2026-06-04 09:35 +0200
Message-ID<n8co5rF9imkU1@mid.individual.net>
In reply to#664987
"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> writes:

> Immerhin muß jetzt der Sicherheitsrat nicht auf die Beratung des
> Koalitionsausschusses und das Ergebnis der SPD-Mitgliederbefragung
> warten vor einer Abstimmung.

Ich verstehe auch da das Problem nicht. Vielleicht kann es mir ja jemand
erklären. Welches bedeutende Ereignis ist denn in den letzten Jahren
unter Aufsicht der UNO abgelaufen? Krim-Invasion? Ukraine-Invasion?
Einladung von Maduro in ein US-Gefängnis? Angriff der Palis auf Israel?
Israelische Antwort darauf? Angriffe von Iran auf Israel? Angriffe von
Israel auf Iran? Manöver der Chinesen vor Taiwan? Irgendwas?

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#664991

FromFidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de>
Date2026-06-04 09:48 +0200
Message-ID<10vrakk$7rhk$1@dont-email.me>
In reply to#664989
Salve allerseits,

Michael Bode schrieb:
> "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> writes:
> 
>> Immerhin muß jetzt der Sicherheitsrat nicht auf die Beratung des
>> Koalitionsausschusses und das Ergebnis der SPD-Mitgliederbefragung
>> warten vor einer Abstimmung.
> 
> Ich verstehe auch da das Problem nicht. Vielleicht kann es mir ja jemand
> erklären. 
> 
+--- <hier abknabbern> ---
| Die deutsche Niederlage ging im Jubel unter. Als Annalena Baerbock, die
| Präsidentin der Uno-Generalversammlung, am Mittwoch um 11.25 Uhr
| Ortszeit im großen Saal der Weltorganisation am New Yorker East River
| das Wahlergebnis verkündete, reckten die Delegationen aus Portugal und
| Österreich die Hände in die Höhe, johlten, fielen sich in die Arme. Sie
| hatten es geschafft, sie werden zwei Jahre lang als nicht ständige
| Mitglieder im Uno-Sicherheitsrat vertreten sein.
|
| Dann verkündete die ehemalige deutsche Außenministerin das deutsche
| Ergebnis; es schien, als mühte sich Baerbock dabei um einen
| ausdruckslosen Ton: 104 Stimmen, weit von der nötigen
| Zweidrittelmehrheit entfernt. Aus der Traum von einem Sitz am Tisch der
| Großen.
|
| Dabei schienen Wadephul und seine Leute in den vergangenen Tagen recht
| sicher zu sein, dass es klappen würde. Dass all die Besuche, Telefonate
| und Aufmerksamkeiten, mit denen sie in der Vergangenheit um die Stimmen
| großer und kleiner Länder gebuhlt hatten, sich auszahlen würden. Aber
| der Optimismus der Deutschen war offensichtlich verfrüht. Und die
| Ernüchterung hinterher umso größer. »Das Ergebnis ist eine echte
| Enttäuschung«, sagte Wadephul nach der Sitzung. »Es ist eine herbe
| Niederlage.«
|
| Deutschland begreift sich gern als ehrlichen Makler in Konflikten, als
| Instanz bei der Verteidigung internationalen Rechts. Das gilt für die
| Merz-Regierung und für die Regierungen vor ihr. Doch offenbar stimmen
| Selbstbild und Außenwahrnehmung nicht mehr überein. Die Abstimmung in
| New York ist ein Gradmesser für das Ansehen der Bundesrepublik in der
| Welt. Es hat Risse bekommen.
|
| »*Von Beginn im Nachteil*«
|
| Jahrzehntelang galt es als Selbstverständlichkeit, dass Deutschland sich
| alle acht Jahre um einen der nicht ständigen Sitze in dem 15-köpfigen
| Gremium bewarb und gewählt wurde. Weil Berlin einer der größten Zahler
| von Entwicklungshilfe ist, weil es zu den größten Finanzierern des
| Uno-Systems zählt. Doch diese Argumente haben nun an Kraft verloren.
| Womöglich kam der oft geäußerte Verweis auf den gut gefüllten deutschen
| Geldbeutel zu großspurig daher.
|
| Als Wadephul nach der Wahl vor die Kameras trat, begründete er die
| Niederlage damit, dass Berlin seine Kandidatur später als die beiden
| europäischen Mitbewerber verkündet hatte. Der Vorsprung Portugals und
| Österreichs sei nicht mehr aufzuholen gewesen. »Wir waren von Beginn im
| Nachteil«, sagte der CDU-Politiker. »In einem Staffellauf wäre ich
| sozusagen der Schlussläufer gewesen.« Was man halt so sagt, um sich
| selbst ein wenig Trost zu spenden.
|
| Eine Mehrheit der Staaten nutzte die Abstimmung in New York offenbar, um
| ihren Unmut über die deutsche Außenpolitik der vergangenen Jahre zu
| dokumentieren. Etwa die klare Unterstützung der Ukraine in ihrem
| Abwehrkampf gegen Russland und die Solidarität mit Israel nach den
| Massakern der Hamas, trotz des Krieges in Gaza.
|
| In anderen Konflikten aber bezog Deutschland nicht so klar Position. Den
| Ländern des Globalen Südens dürfte nicht entgangen sein, dass sich
| Berlin lange um die Frage drückte, ob der US-Überfall auf Venezuela
| Anfang Januar völkerrechtswidrig war. Oder auch der
| amerikanisch-israelische Angriff auf Iran Ende Februar. Diese deutsche
| Unbestimmtheit dürfte für viele Staaten ein Grund dafür gewesen sein,
| Deutschland ihre Stimme zu verweigern. Sie passt auch nicht so recht zur
| Kampagne Deutschlands für den Sitz im Sicherheitsrat. »Respekt –
| Gerechtigkeit – Frieden« – so lautete ihr Titel. In den Ohren mancher
| Staatenvertreter dürfte das geheuchelt geklungen haben.
|
| *Merz’ Niederlage*
|
| Vor der Abstimmung hatte Berlin offenbar von zahlreichen Staaten
| schriftliche Wahlzusagen eingesammelt. Im Gegenzug versprach die
| Bundesregierung, deren Kandidaten in internationalen Organisationen zu
| wählen. Internationale Diplomatie ist eben auch ein Tauschgeschäft. Aber
| die Abstimmung im Saal der Generalversammlung war geheim. Da dürfte es
| manch einem nicht schwergefallen sein, zuvor erteilte Zusagen zu brechen.
|
| Deutschlands Kandidatur dürfte die größte Prüfung in der laufenden
| Amtszeit von Minister Wadephul sein, er hat sie nicht bestanden. Welche
| Konsequenzen zieht er daraus, tritt er zurück? »Ich habe mir persönlich
| nichts vorzuwerfen, aber ich stelle mich jeder Diskussion zu diesen
| Fragen«, sagte er in New York. Seine Überzeugungskraft werde in Berlin
| »natürlich nicht größer durch dieses Ergebnis«, schob er noch hinterher.
| Seine Enttäuschung sitzt tief, die Selbstzweifel dem Anschein nach auch.
|
| Wadephul betonte noch, dass er bis zur allerletzten Minute gekämpft
| habe. Auf ihn und sein Ministerium trifft das vielleicht zu. Auf Kanzler
| Friedrich Merz aber wohl kaum. Im vergangenen September, als sich die
| internationale Staatengemeinschaft zur Uno-Generalversammlung in New
| York traf, hätte der Kanzler die Gelegenheit gehabt, für Deutschland im
| Sicherheitsrat zu werben. Doch Merz verzichtete, sparte sich die Reise
| nach New York. Es ist auch seine Niederlage.
|
| Merz trat mit dem Versprechen als Kanzler an, das Ansehen Deutschlands
| in der Welt zu verbessern, dem Land mehr internationale Geltung zu
| verschaffen.
+--- </hier abknabbern> ---

©<https://www.spiegel.de/politik/deutschland/die-portugiesen-jubeln-die-oesterreicher-feiern-und-deutschland-ist-blamiert-a-d44b9636-a0fa-4ef3-b4b4-a56061563779>

	M.f.G.

-- 
Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie
wird praktisch nie gelesen.  Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur
etwas komisch... ;-)

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#664993

FromMichael Bode <m.g.bode@web.de>
Date2026-06-04 10:09 +0200
Message-ID<n8cq68F9imkU2@mid.individual.net>
In reply to#664991
Fidel Sebastián Hunrichse-Lara
<Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> writes:

> Salve allerseits,
>
> Michael Bode schrieb:
>> "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> writes:
>> 
>>> Immerhin muß jetzt der Sicherheitsrat nicht auf die Beratung des
>>> Koalitionsausschusses und das Ergebnis der SPD-Mitgliederbefragung
>>> warten vor einer Abstimmung.
>> 
>> Ich verstehe auch da das Problem nicht. Vielleicht kann es mir ja jemand
>> erklären. 
>> 
> +--- <hier abknabbern> ---

> | Deutschland begreift sich gern als ehrlichen Makler in Konflikten, als
> | Instanz bei der Verteidigung internationalen Rechts. Das gilt für die
> | Merz-Regierung und für die Regierungen vor ihr. Doch offenbar stimmen
> | Selbstbild und Außenwahrnehmung nicht mehr überein.

Gut, dann korrigiert man das blauäugige Selbstbild.


> | Jahrzehntelang galt es als Selbstverständlichkeit, dass Deutschland sich
> | alle acht Jahre um einen der nicht ständigen Sitze in dem 15-köpfigen
> | Gremium bewarb und gewählt wurde. Weil Berlin einer der größten Zahler
> | von Entwicklungshilfe ist, weil es zu den größten Finanzierern des
> | Uno-Systems zählt. Doch diese Argumente haben nun an Kraft verloren.
> | Womöglich kam der oft geäußerte Verweis auf den gut gefüllten deutschen
> | Geldbeutel zu großspurig daher.

Auch gut, da kann man ja die Ausgaben senken.

> | Eine Mehrheit der Staaten nutzte die Abstimmung in New York offenbar, um
> | ihren Unmut über die deutsche Außenpolitik der vergangenen Jahre zu
> | dokumentieren. Etwa die klare Unterstützung der Ukraine in ihrem
> | Abwehrkampf gegen Russland und die Solidarität mit Israel nach den
> | Massakern der Hamas, trotz des Krieges in Gaza.

Hier gibt es eine Brandmauer, sich nicht von unliebsamen Parteien wählen
zu lassen oder mit ihnen abzustimmen. Da müsste es uns ja unangenehm
sein, uns von Befürwortern der russischen Invasion wählen zu lassen.

> | In anderen Konflikten aber bezog Deutschland nicht so klar Position. Den
> | Ländern des Globalen Südens dürfte nicht entgangen sein, dass sich
> | Berlin lange um die Frage drückte, ob der US-Überfall auf Venezuela
> | Anfang Januar völkerrechtswidrig war.

Der globale Süden schert sich auch einen Scheißdreck um den Krieg in Europa.

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#664995

FromFidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de>
Date2026-06-04 10:31 +0200
Message-ID<10vrd4h$8ip8$1@dont-email.me>
In reply to#664993
Salve allerseits,

Michael Bode schrieb:
> Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> writes:
>> Michael Bode schrieb:
>>> "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> writes:
>>> 
>>>> Immerhin muß jetzt der Sicherheitsrat nicht auf die Beratung des
>>>> Koalitionsausschusses und das Ergebnis der SPD-Mitgliederbefragung
>>>> warten vor einer Abstimmung.
>>> 
>>> Ich verstehe auch da das Problem nicht. Vielleicht kann es mir ja jemand
>>> erklären. 
>>
>> | Deutschland begreift sich gern als ehrlichen Makler in Konflikten, als
>> | Instanz bei der Verteidigung internationalen Rechts. Das gilt für die
>> | Merz-Regierung und für die Regierungen vor ihr. Doch offenbar stimmen
>> | Selbstbild und Außenwahrnehmung nicht mehr überein.
> 
> Gut, dann korrigiert man das blauäugige Selbstbild.
> 
+--- <hier abknabbern> ---
| Jahrezehntelang war die deutsche Außenpolitik mit einem klaren Kurs
| erfolgreich: Er bestand darin, sich als Friedensmacht zu geben, das
| humanitäre Völkerrecht zu verteidigen und viel Geld für
| Entwicklungshilfe auszugeben.
|
| Das zahlte sich aus. Unter anderem bescherte es Berlin so etwas wie
| einen ständigen nichtständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten
| Nationen. Alle acht Jahre bewarb sich Deutschland für das wichtigste
| Uno-Gremium, die Wahl schien Formsache. Deutschland war beliebt – wegen
| seiner Prinzipientreue und seinem Geld.
|
| Diese Epoche ist vorbei. Zwischen dem Selbstbild Deutschlands und seinem
| Ansehen in der Welt klafft eine riesige Lücke. Das bekamen die
| Regierenden in Berlin am Mittwoch in New York auf brutale Weise vor
| Augen geführt. Gleich im ersten Wahlgang scheiterte die Bundesregierung
| mit ihrer Kandidatur für den Sicherheitsrat.
|
| Die Überraschung war groß, die Erklärungen seltsam. Deutschland habe
| auch wegen seiner klaren Position Stimmen eingebüßt, mutmaßte
| Außenminister Johann Wadephul. Er meinte die klare Unterstützung der
| Ukraine und die Solidarität mit Israel. Das konnte schon deshalb nicht
| stimmen, weil Österreich in der Uno-Generalversammlung öfter
| antiisraelische Resolutionen ablehnte als Berlin.
|
| *Völkerrechtsverstoß oder nicht*?
|
| Das Gegenteil ist richtig: Vielen Staaten missfällt vielmehr die
| Unklarheit und Prinzipienlosigkeit der deutschen Außenpolitik. Da warb
| die deutsche Sicherheitsratskampagne mit dem Slogan »Respekt –
| Gerechtigkeit – Frieden«, aber die deutsche Außenpolitik der vergangenen
| Monate löste dieses Versprechen nicht ein.
|
| Beispiel Venezuela: Da drückt sich die Bundesregierung bis heute um die
| Frage herum, ob der US-Angriff und die Entführung des Machthabers
| Nicolás Maduro gegen das Völkerrecht verstoßen haben. »Die rechtliche
| Einordnung des US-Einsatzes ist komplex, dazu nehmen wir uns Zeit«,
| sagte Merz im Januar. Bis heute hat die Bundesregierung keine klare
| Sprache gefunden.
|
| Beispiel Iran: Nach den amerikanisch-israelischen Angriffen Ende Februar
| wollte der Kanzler keine völkerrechtliche Einordnung vornehmen. Es sei
| nicht der Moment, »unsere Partner und Verbündete zu belehren«, so Merz.
|
| *Wechselkurs gegenüber Trump*
|
| Beispiel Israel: Der Siedlungsbau und die Gewalt jüdischer Siedler wird
| floskelhaft verurteilt, eine teilweise Aussetzung des
| EU-Assoziierungsabkommen oder andere Sanktionen gegen die Regierung in
| Jerusalem aber nach wie vor in Brüssel blockiert.
|
| Beispiel Gaza: So gerechtfertigt der Krieg Israels gegen die Hamas nach
| dem Terroranschlag des 7. Oktober war, so unklar ist die deutsche
| Position auch hier. Im März verkündete das Auswärtige Amt, dass die
| Bundesregierung doch keine sogenannte Nebenintervention zugunsten
| Israels in dem von Südafrika angestrengten Völkermord-Verfahren vor dem
| Internationalen Gerichtshof einreichen werde. Von möglichen israelischen
| Kriegsverbrechen mag die Bundesregierung aber auch nicht sprechen.
|
| Schließlich der Wackelkurs gegenüber US-Präsident Donald Trump. Mal fast
| unterwürfig mit Demutsgesten und Geschenken, dann wieder betont
| kritisch. Wer soll da noch mitkommen?
|
| Das diplomatische Herumgeeiere, daran muss man fairerweise erinnern, hat
| nicht erst mit der aktuellen schwarz-roten Regierung begonnen. Daher
| sollten sich die Grünen mit ihren Schuldzuweisungen an Merz und Wadephul
| zurückhalten. Schon die Ampel zeigte sich in der Nahostfrage ambivalent.
|
| Sicher: Eine Mittelmacht wie Deutschland kann es sich in vielen Fragen
| nicht so leicht machen wie die kleinen Ländern Portugal oder Österreich.
| Die Abhängigkeiten sind größer, die Gefährdungen auch.
|
| *Beliebtheit ist in Überheblichkeit umgeschlagen*
|
| Die Niederlage in der Uno-Generalversammlung zeigt, dass Deutschlands
| jahrelange Beliebtheit in Überheblichkeit umgeschlagen ist. Es war
| arrogant zu glauben, man habe allein schon als zweitwichtigster
| Finanzierer des Uno-Systems ernsthafte Chancen auf den Einzug in den
| Sicherheitsrat, selbst wenn man erst verspätet in den Wettbewerb
| eintritt. Es darauf anzulegen, einen EU-Partner zu verdrängen, war auch
| nicht besonders europäisch.
|
| Wadephul brach vor einem Jahr bewusst mit der werteorientierten
| Außenpolitik seiner grünen Vorgängerin Annalena Baerbock. Der
| CDU-Politiker stellte die sicherheits- und wirtschaftspolitischen
| Interessen in den Vordergrund. Es ist wahrscheinlich im deutschen
| Interesse, Werte wieder etwas ernster zu nehmen.
+--- </hier abknabbern> ---


©<https://www.spiegel.de/politik/deutschland/uno-niederlage-fuer-deutschland-die-quittung-fuer-arroganz-und-prinzipienlosigkeit-a-f00603cb-e2a7-4cf2-a4dd-674018056dd0>

>> | In anderen Konflikten aber bezog Deutschland nicht so klar Position. Den
>> | Ländern des Globalen Südens dürfte nicht entgangen sein, dass sich
>> | Berlin lange um die Frage drückte, ob der US-Überfall auf Venezuela
>> | Anfang Januar völkerrechtswidrig war.
> 
> Der globale Süden schert sich auch einen Scheißdreck um den Krieg in Europa.
>
Wundert dich das? Außerhalb Europas gibt es aktuell mehrere
schwerwiegende bewaffnete Konflikte, die immense humanitäre Krisen
verursachen! Die interessieren uns auch einen Ѕcнεiß! Die wichtigsten
und intensivsten Brennpunkte sind zurzeit: Gaza, LB, SYR, SUD, MYA, BF,
RMM und natürlich DRK...							(˵¬ᴗ¬˵ )

	M.f.G.

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#664996

FromMichael Bode <m.g.bode@web.de>
Date2026-06-04 11:07 +0200
Message-ID<n8ctjaF9imkU4@mid.individual.net>
In reply to#664995
Fidel Sebastián Hunrichse-Lara
<Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> writes:


>>> | In anderen Konflikten aber bezog Deutschland nicht so klar Position. Den
>>> | Ländern des Globalen Südens dürfte nicht entgangen sein, dass sich
>>> | Berlin lange um die Frage drückte, ob der US-Überfall auf Venezuela
>>> | Anfang Januar völkerrechtswidrig war.
>> 
>> Der globale Süden schert sich auch einen Scheißdreck um den Krieg in Europa.
>>
> Wundert dich das? Außerhalb Europas gibt es aktuell mehrere
> schwerwiegende bewaffnete Konflikte, die immense humanitäre Krisen
> verursachen! Die interessieren uns auch einen Ѕcнεiß! Die wichtigsten
> und intensivsten Brennpunkte sind zurzeit: Gaza, LB, SYR, SUD, MYA, BF,
> RMM und natürlich DRK...							(˵¬ᴗ¬˵ )

Und womit? Mit Recht!

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#665046

FromFidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de>
Date2026-06-04 19:14 +0200
Message-ID<10vsbos$hinl$1@dont-email.me>
In reply to#664996
Salve allerseits,

Michael Bode schrieb:
> Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> writes:
> 
>>>> | In anderen Konflikten aber bezog Deutschland nicht so klar Position. Den
>>>> | Ländern des Globalen Südens dürfte nicht entgangen sein, dass sich
>>>> | Berlin lange um die Frage drückte, ob der US-Überfall auf Venezuela
>>>> | Anfang Januar völkerrechtswidrig war.
>>> 
>>> Der globale Süden schert sich auch einen Scheißdreck um den Krieg in Europa.
>>
>> Wundert dich das? Außerhalb Europas gibt es aktuell mehrere
>> schwerwiegende bewaffnete Konflikte, die immense humanitäre Krisen
>> verursachen! Die interessieren uns auch einen Ѕcнεiß! Die wichtigsten
>> und intensivsten Brennpunkte sind zurzeit: Gaza, LB, SYR, SUD, MYA, BF,
>> RMM und natürlich DRK...							(˵¬ᴗ¬˵ )
> 
> Und womit? Mit Recht!
>
Der Westen bewertet die russische Special Military Operation als eine
existenzielle Bedrohung, in Afrika, Asien und Lateinamerika macht man es
sich da lieber in der strategischen Neutralität bequem! Zuzüglich
zu den wirtschaftlichen Eigeninteressen und einem tiefen
Misstrauen gegenüber der westlichen Außenpolitik!
Für viele Länder im globalen Süden stehen nämlich
lokale und regionale Probleme, wie zB. die Armut, die
Folgen des Klimawandels, die Inflation oder eigene bewaffnete
Konflikte, im Vordergrund! Die russische Special Military Operation wird als
ein europäischer Konflikt wahrgenommen, der tausende Kilometer entfernt
ist und dessen direkte wirtschaftlichen Folgen auch noch den globalen
Süden extrem stark belasten...							(งツ)ว

	M.f.G.

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wird praktisch nie gelesen.  Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur
etwas komisch... ;-)

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#665008

From"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org>
Date2026-06-04 12:43 +0200
Message-ID<10vrks2$9g91$1@solani.org>
In reply to#664995
Am 04.06.26 um 10:31 schrieb Fidel Sebastián Hunrichse-Lara:
> Wundert dich das? Außerhalb Europas gibt es aktuell mehrere
> schwerwiegende bewaffnete Konflikte, die immense humanitäre Krisen
> verursachen! Die interessieren uns auch einen Ѕcнεiß! Die wichtigsten
> und intensivsten Brennpunkte sind zurzeit: Gaza, LB, SYR, SUD, MYA, BF,
> RMM und natürlich DRK...							(˵¬ᴗ¬˵ )
> 
> 	M.f.G.


Ich schrub doch schon im OP: Was für ein Glück daß es jetzt keine 
SPD-Mitgliederbefragung zu all den schwierigen Themen braucht...

-- 
Ammersee
Meer braucht's ned

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#665047

FromFidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de>
Date2026-06-04 19:23 +0200
Message-ID<10vscb7$hinl$2@dont-email.me>
In reply to#665008
Salve allerseits,

Dr. Joachim Neudert schrieb:
> Am 04.06.26 um 10:31 schrieb Fidel Sebastián Hunrichse-Lara:
>
>> Wundert dich das? Außerhalb Europas gibt es aktuell mehrere
>> schwerwiegende bewaffnete Konflikte, die immense humanitäre Krisen
>> verursachen! Die interessieren uns auch einen Ѕcнεiß! Die wichtigsten
>> und intensivsten Brennpunkte sind zurzeit: Gaza, LB, SYR, SUD, MYA, BF,
>> RMM und natürlich DRK...							(˵¬ᴗ¬˵ )
> 
> Ich schrub doch schon im OP: Was für ein Glück daß es jetzt keine 
> SPD-Mitgliederbefragung zu all den schwierigen Themen braucht...
> 
+--- <hier abknabbern> ---
| Deutschland hat die Wahl zum nichtständigen Mitglied im
| Uno-Sicherheitsrat verloren. Stattdessen werden Portugal und Österreich
| in den Jahren 2027 und 2028 die Plätze der westeuropäischen
| Staatengruppe in dem wichtigsten Gremium der Vereinten Nationen einnehmen.
|
| Das ist ein Novum. In der Vergangenheit hatte sich die Bundesrepublik
| bei diesen Wahlen stets durchgesetzt. Für den aussenpolitischen Kurs des
| deutschen Kanzlers Friedrich Merz ist das ein herber Rückschlag.
|
| *Anspruch und Wirklichkeit klaffen auseinander*
|
| Merz ist mit dem Versprechen angetreten, dass Deutschland in der
| Aussenpolitik wieder eine tragende Rolle einnehmen, sich international
| Gehör verschaffen und aktiver zur Lösung von Konflikten beitragen soll.
| Das Ergebnis der Wahl zeigt jedoch schmerzhaft, wie weit Anspruch und
| Wirklichkeit auseinanderklaffen.
|
| Das Ergebnis muss für die Aussenpolitiker des Landes ein Signal sein:
| Viele Staaten sehen Deutschland offenbar noch nicht als jene gestaltende
| Macht, als die es sich selbst zunehmend versteht.
|
| Ganz offensichtlich verfügt das Land international nicht über die nötige
| Strahlkraft, die für die angestrebte Führungsrolle vonnöten wäre. Mehr
| noch: Deutschland wird nicht als der verlässliche Partner gesehen, für
| den es sich selbst so gern hält.
|
| Das ist umso ernüchternder, wenn man bedenkt, welche Rolle Deutschland
| im System der Vereinten Nationen einnimmt. Rechnet man alle Beiträge an
| die unterschiedlichen Uno-Organisationen zusammen, ist die
| Bundesrepublik der zweitgrösste Nettozahler. Doch die jährlichen
| Milliardenbeträge aus Berlin reichten offensichtlich nicht aus, um sich
| Sympathien zu erkaufen.
|
| *Deutschland muss sein Selbstbild korrigieren*
|
| Zudem steckte in der Bewerbung ein enormer Aufwand. Diplomaten im
| Auswärtigen Amt waren über Jahre hinweg damit beschäftigt, hinter den
| Kulissen Stimmen zu mobilisieren. Der Aussenminister Johann Wadephul war
| am Donnerstag nach New York gereist, um noch in letzter Minute
| persönlich für Deutschland zu werben. Der Einsatz des Ministers
| fruchtete jedoch nicht.
|
| Deutschland muss diese Niederlage daher zum Anlass nehmen, sein
| Selbstbild dringend zu korrigieren und in der neuen globalen Ordnung
| endlich seinen Platz zu finden. In der vergangenen unipolaren Ära mag es
| für eine Mittelmacht gereicht haben, sich pflichtbewusst in den
| internationalen Organisationen zu engagieren und zu hoffen, dass die
| Amerikaner schon alles im Sinne Deutschlands regeln werden. Damals war
| das schon reichlich bequem, in der anbrechenden multipolaren Zeit
| rivalisierender Grossmächte wäre es fatal, weiter so passiv zu agieren.
|
| Das Uno-System hat an Bedeutung verloren. Seine grössten Mitglieder
| machen kein Hehl daraus, wie wenig sie auf die Institution geben. Weder
| Sondersitzungen des Sicherheitsrates noch die mahnenden Appelle
| besorgter Staaten konnten Putin im Februar 2022 von seinem Einmarsch in
| der Ukraine abhalten. Selbst die Amerikaner, die dieses System aufgebaut
| haben, halten es für dysfunktional. Trump hat längst seinen eigenen
| Friedensrat gegründet.
|
| *Ansehen muss man sich erarbeiten*
|
| Sicher, Deutschland hat nicht nur aus ideellen, sondern auch aus
| strategischen Gründen ein Interesse daran, dass die Vereinten Nationen
| im Kern funktionieren. In einer Welt, in der nur noch das Recht des
| Stärkeren gilt, könnte das Land nicht überleben.
|
| Deutschland kann sich jedoch nicht mehr darauf verlassen, dass die Uno,
| wie einst intendiert, dauerhaft zu einer friedlichen Welt beitragen
| wird. Würde sich der Sicherheitsrat etwa auf eine Resolution einigen
| können, sollte Russland einmal eines der baltischen Länder angreifen?
| Aufgrund des Vetorechts der fünf permanenten Mitglieder, zu denen auch
| Russland selbst gehört, wohl eher nicht.
|
| Deutschland wird nur dann eine Führungsrolle übernehmen können, wenn es
| wirtschaftlich, militärisch und diplomatisch wieder als handlungsfähiger
| Akteur wahrgenommen wird. Dazu gehören eine konsequente Aufrüstung,
| engere Partnerschaften in Europa und ein nüchterner Blick auf die
| Interessen jener Staaten, mit denen man zusammenarbeiten will.
|
| Erst wenn Deutschland wieder als eigenständiger Machtfaktor wahrgenommen
| wird, wächst auch die Bereitschaft anderer Staaten, dem Land mehr
| Verantwortung zuzutrauen.
+--- </hier abknabbern> ---

©<https://www.nzz.ch/der-andere-blick/uno-sicherheitsrat-deutschland-geht-leer-aus-ld.10009762>

	M.f.G.

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#669922

FromFidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de>
Date2026-07-31 08:18 +0200
Message-ID<114heoe$2etgt$1@dont-email.me>
In reply to#664995
Salve allerseits,

Ingrid schrieb:
> Michael Bode schrieb:
>> Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> writes:
>>
>>> | In anderen Konflikten aber bezog Deutschland nicht so klar Position. Den
>>> | Ländern des Globalen Südens dürfte nicht entgangen sein, dass sich
>>> | Berlin lange um die Frage drückte, ob der US-Überfall auf Venezuela
>>> | Anfang Januar völkerrechtswidrig war.
>> 
>> Der globale Süden schert sich auch einen Scheißdreck um den Krieg in Europa.
>>
> Wundert dich das? Außerhalb Europas gibt es aktuell mehrere
> schwerwiegende bewaffnete Konflikte, die immense humanitäre Krisen
> verursachen! Die interessieren uns auch einen Ѕcнεiß! Die wichtigsten
> und intensivsten Brennpunkte sind zurzeit: Gaza, LB, SYR, SUD, MYA, BF,
> RMM und natürlich DRK...							(˵¬ᴗ¬˵ )
> 
+--- <hier abknabbern> ---
| Seit Donald Trump wieder Präsident ist, grübeln Amerikas Verbündete
| darüber, wie mit ihm umzugehen ist: Seine Forderungen erfüllen und
| stillhalten, wenn eine seiner verbalen Attacken kommt? Still und leise
| gegensteuern, wenn man zum Objekt seines Zorns wird? Oder laut
| widersprechen und dagegenhalten?
|
| Eine Alternative wäre, Trumps Politik einfach als vorübergehendes
| Gewitter eines Ex-TV-Showmasters zu sehen, sie weitgehend zu ignorieren
| und sich stattdessen darauf zu konzentrieren, was man für die eigenen
| Interessen für notwendig hält.
|
| Der kanadische Premierminister Mark Carney hat im Januar auf dem
| Weltwirtschaftsforum in Davos eine weitere Idee lanciert: ein Bündnis
| der Mittelmächte. Wenn die USA einem bloss Probleme bereiten, warum sich
| nicht von ihnen lösen und sich mit anderen Gleichgesinnten zusammentun?
| Das würde Trump ins Leere laufen lassen.
|
| *Carneys Mittelmacht-Konzept*
|
| Die heutige Welt, sagte Carney in seiner vielbeachteten Rede in Davos,
| sei durch die schrankenlose Geopolitik der grossen Mächte
| charakterisiert. Die regelbasierte Ordnung befinde sich im Niedergang.
| Als Reaktion darauf würden immer mehr Länder versuchen, sich
| abzuschotten und strategische Autonomie zu erlangen: bei Energie,
| kritischen Mineralien, im Finanzbereich. Doch dieser Weg führe in die
| Isolierung und Selbstschwächung.
|
| Carney schlägt vor, neue Bündnisse jenseits der Grossmächte aufzubauen:
| «Es geht darum, funktionierende Koalitionen zu schmieden – von Thema zu
| Thema, mit Partnern, die genügend Gemeinsamkeiten für ein gemeinsames
| Handeln aufweisen.» Die Grossmächte könnten es sich leisten, alleine zu
| agieren. Mittelmächte könnten dies nicht. Sie müssten sich verbinden, um
| einen «dritten Weg» zu gehen, bei dem sie ihre Macht kombinieren.
|
| Seither wird das Pro und Contra einer solchen Strategie kontrovers
| diskutiert. Jüngst hat sich der Chefstratege des Pentagons, Elbridge
| Colby, auf der Plattform X dazu zu Wort gemeldet. Im amerikanischen
| Verteidigungsministerium glaube man nicht, dass eine solche
| Mittelmacht-Strategie realistisch sei. Die Sorge sei, dass einige
| Alliierte und Partner sich Illusionen hingäben, einem solchen Kurs
| folgten und wertvolle Ressourcen verschwendeten: Zeit, Geld und
| politisches Kapital. Mittelmächte, schrieb Colby, hätten «keine
| kohärente Basis», auf der sie sich zusammenschliessen könnten.
|
| Zudem nehme Washington ein wachsendes Interesse der Mittelmächte an
| einer Vertiefung der Beziehungen zu den USA wahr. Gerade weil die
| Verbündeten angesichts des Verhaltens von Präsident Trump Amerikas
| Unterstützung nicht mehr als selbstverständlich ansehen könnten, würden
| sie sich verstärkt um die amerikanische Militärpräsenz bemühen.
|
| In Europa stiess die Mittelmacht-Strategie von Kanadas Premierminister
| Carney jedoch auf Zustimmung. So schreibt beispielsweise Guillaume Duval
| vom Jacques-Delors-Institut, eine solche Allianz der Mittelmächte könnte
| zum einen entwickelte Länder umfassen, «die sich weigern, sich Donald
| Trump anzuschliessen – im Grunde die G-7 ohne die Vereinigten Staaten».
| Und zum anderen die vielen Länder des «globalen Südens, die weder
| Vasallen von Xi Jinpings China (verbündet mit Russland und Iran) noch
| solche von Donald Trumps Vereinigten Staaten sein wollen».
|
| *Distanz in Asien*
|
| Ende Februar bis Anfang März reiste der kanadische Premierminister nach
| Indien, Australien und Japan, um seinen Mittelmacht-Ansatz in der Praxis
| zu erproben. Das Ergebnis, schreibt die kanadische Aussenpolitikexpertin
| Vina Nadjibulla, sei ernüchternd. Die Gespräche zeigten, dass «Kanadas
| indopazifische Partner das Narrativ eines Bruches mit den Vereinigten
| Staaten nicht teilen».
|
| In den Augen der Länder der Region gehe es nicht darum, die USA zu
| ersetzen, sondern sich gegen Unsicherheit abzusichern und zugleich eine
| starke amerikanische Präsenz im Indopazifik zu bewahren. Für Länder wie
| Japan und Australien sei das amerikanische Engagement angesichts der
| wachsenden militärischen und wirtschaftlichen Macht Chinas essenziell.
|
| In eine ähnliche Richtung geht eine aktuelle Analyse von Garima Mohan
| und Tara Varma über die Partnerschaft zwischen Frankreich und Indien –
| eine typische Mittelmacht-Koalition. Paris sei überrascht gewesen, dass
| Indien sich Frankreich nicht stärker zugewandt habe, nachdem sich die
| Beziehung zu den USA verschlechtert habe. Doch für Indien sei klar,
| schrieben die Analysten vergangene Woche, dass europäische Partner die
| USA nicht ersetzen könnten.
|
| *Die USA bleiben unersetzlich*
|
| Die Realität ist, dass die USA ihren Alliierten und Partnern auch
| weiterhin weitaus mehr bieten, als es selbst die Summe der
| gleichgesinnten Mittelmächte könnte: ihre einzigartige militärische
| Stärke, die Russland und China abschrecken kann; technologische Führung,
| von der Verbündete vielfach profitieren können; einen grossen und weiter
| wachsenden wirtschaftlichen Markt und auch weiterhin, wenn auch mit
| Abstrichen, die Rolle einer Weltordnungsmacht.
|
| Hinzu kommt, dass die regionalen Interessen der mit den USA verbündeten
| mittleren Mächte unterschiedlich sind. Ein zentraler Faktor ist, wie
| bedroht sich Länder von Russland oder China fühlen. Je höher diese
| wahrgenommene Bedrohung, umso wichtiger ist die Allianz mit der
| militärischen Supermacht Amerika – und umso grösser erscheint die
| Toleranz gegenüber Extravaganzen und Fehlern der westlichen Führungsmacht.
|
| Der Konsens heute lautet: Zusammenarbeit der Mittelmächte ist gut und
| wichtig. Sie kann Optionen erweitern und die Mittelmächte stärken. Doch
| die Partnerschaften untereinander haben enge Grenzen. Sie können die
| Rolle der USA nicht ersetzen.
+--- </hier abknabbern> ---

©<https://www.nzz.ch/pro/kann-mark-carneys-mittelmacht-strategie-die-usa-ersetzen-ld.10017534>

	M.f.G.

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#669963

FromMichael Bode <m.g.bode@web.de>
Date2026-07-31 17:31 +0200
Message-ID<nd3tdpFkg76U3@mid.individual.net>
In reply to#669922
Fidel Sebastián Hunrichse-Lara
<Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> writes:


> | *Die USA bleiben unersetzlich*
> |
> | Die Realität ist, dass die USA ihren Alliierten und Partnern auch
> | weiterhin weitaus mehr bieten, als es selbst die Summe der
> | gleichgesinnten Mittelmächte könnte: ihre einzigartige militärische
> | Stärke, die Russland und China abschrecken kann; technologische Führung,
> | von der Verbündete vielfach profitieren können; einen grossen und weiter
> | wachsenden wirtschaftlichen Markt und auch weiterhin, wenn auch mit
> | Abstrichen, die Rolle einer Weltordnungsmacht.

Wie weit es mit der einzigartigen militärischen Stärke der USA her ist,
zeigt gerade der Iran. Und die technologische Führung hat China in
... drei ... zwei ... eins ...

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#669966

FromPeter Veith <veith@snafu.de>
Date2026-07-31 17:40 +0200
Message-ID<114ifl8$2r0g1$2@dont-email.me>
In reply to#669963
Michael Bode schrieb am 31.07.2026 um 17:31:

> Fidel Sebastián Hunrichse-Lara writes:
> 
>> | *Die USA bleiben unersetzlich*
>> |
>> | Die Realität ist, dass die USA ihren Alliierten und Partnern auch
>> | weiterhin weitaus mehr bieten, als es selbst die Summe der
>> | gleichgesinnten Mittelmächte könnte: ihre einzigartige militärische
>> | Stärke, die Russland und China abschrecken kann; technologische Führung,
>> | von der Verbündete vielfach profitieren können; einen grossen und weiter
>> | wachsenden wirtschaftlichen Markt und auch weiterhin, wenn auch mit
>> | Abstrichen, die Rolle einer Weltordnungsmacht.
> 
> Wie weit es mit der einzigartigen militärischen Stärke der USA her ist,
> zeigt gerade der Iran. Und die technologische Führung hat China in
> ... drei ... zwei ... eins ...

So ist es.

Jedoch ist es noch zu früh, die Sektkorken knallen zu lassen. Zudem ist
es zuvörderst Aufgabe der Rivalen, die USA sanft fallen zu lassen und
Übergangszeiten sind Krisenzeiten.

Wenn wir das überleben sollten, geht es weiter.

Veith
-- 
"Sobald man mit der Politik zu tun bekommt, kann man nur noch das
kleinere Übel wählen, jede reine Entscheidung hat ein Ende."
Victor Klemperer 14. Juli 1945
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de

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#669990

FromFidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de>
Date2026-07-31 21:21 +0200
Message-ID<114isk0$30kva$1@dont-email.me>
In reply to#669963
Salve allerseits,

Michael Bode schrieb:
> Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> writes:
> 
>> | *Die USA bleiben unersetzlich*
>> |
>> | Die Realität ist, dass die USA ihren Alliierten und Partnern auch
>> | weiterhin weitaus mehr bieten, als es selbst die Summe der
>> | gleichgesinnten Mittelmächte könnte: ihre einzigartige militärische
>> | Stärke, die Russland und China abschrecken kann; technologische Führung,
>> | von der Verbündete vielfach profitieren können; einen grossen und weiter
>> | wachsenden wirtschaftlichen Markt und auch weiterhin, wenn auch mit
>> | Abstrichen, die Rolle einer Weltordnungsmacht.
> 
> Wie weit es mit der einzigartigen militärischen Stärke der USA her ist, zeigt gerade
> der Iran. Und die technologische Führung hat China in ... drei ... zwei ... eins ...
> 
+--- <hier abknabbern> ---
| Während der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in Washington
| eintrifft, deutet vieles darauf hin, dass er nicht länger nur versucht,
| die US-amerikanische Unterstützung für den Krieg gegen Russland
| auszuweiten. Vielmehr scheint er etwas weitaus Folgenreicheres
| anzustreben: die Verschmelzung des Ukrainekriegs mit dem Konflikt
| zwischen den USA und dem Iran zu einem einzigen strategischen Schauplatz.
|
| Dieser Unterschied ist entscheidend. Wenn die beiden Kriege zu einem
| werden, ist die Ukraine nicht länger nur Empfänger amerikanischer
| Militärhilfe, sondern wird zu einem direkten Akteur in Washingtons Krieg
| gegen Teheran. Umgekehrt wären die Vereinigten Staaten nicht mehr
| lediglich der wichtigste Waffenlieferant der Ukraine. Sie würden zu
| einer aktiven Kriegspartei gegen Russland in einem Konflikt, der sich
| vom Schwarzen bis zum Kaspischen Meer erstreckt.
|
| Für Kiew wäre dies der strategische Durchbruch, den es seit der
| russischen Invasion im Jahr 2022 anstrebt.
|
| Von Beginn des Krieges an drängten ukrainische Anführer die Nato
| konsequent dazu, über die Lieferung von Waffen und
| Geheimdienstinformationen hinauszugehen. Selenskyj forderte wiederholt
| eine von der Nato durchgesetzte Flugverbotszone und warnte, alles andere
| komme einer Duldung russischer Bombardierungen ukrainischer Städte gleich.
|
| Er setzte westliche Regierungen früh unter Druck, immer
| fortschrittlichere Waffensysteme zu liefern – lange bevor dies in
| Washington politisch akzeptabel war. Und er argumentierte, ein Sieg
| erfordere, dass der Westen das aufgebe, was er als selbst auferlegte
| Zurückhaltung bei der Eskalation betrachtete.
|
| Die Regierung unter Präsident Joe Biden zeigte Verständnis für die Lage
| der Ukraine, weigerte sich jedoch konsequent, mehrere rote Linien zu
| überschreiten. Präsident Joe Biden lehnte die Entsendung amerikanischer
| Bodentruppen ab, da direkte Kämpfe zwischen US- und russischen
| Streitkräften das Risiko eines größeren Krieges zwischen Atommächten
| bergen würden.
|
| Er schloss die Einrichtung einer Flugverbotszone wiederholt aus, da
| deren Durchsetzung bedeutet hätte, dass US-Piloten russische Flugzeuge
| abschießen müssten. Seine Regierung zögerte zunächst auch,
| F-16-Kampfjets, weitreichende ATACMS-Raketen und andere fortschrittliche
| Systeme bereitzustellen. Sie befürchtete eine unkontrollierte
| Eskalation. Erst nach langen internen Debatten wurden einige dieser
| Beschränkungen schrittweise gelockert.
|
| Bei all diesen Entscheidungen blieb das Leitprinzip Washingtons
| konstant: der Ukraine bei der Selbstverteidigung zu helfen, ohne dass
| die Vereinigten Staaten zu einer direkten Kriegspartei gegen Russland
| werden – und zugleich auf eine Diplomatie zu verzichten, die die Kämpfe
| hätte beenden können.
|
| *Trumps Schwäche als Chance für Kiew*
|
| Heute jedoch hat sich die strategische Lage verändert. Der Krieg der
| Trump-Regierung mit dem Iran hat genau das Dilemma hervorgebracht, das
| viele Kritiker vorhergesagt hatten. Washington verfügt zwar über eine
| überwältigende militärische Überlegenheit, hat jedoch eine strategische
| Niederlage durch Teheran erlitten.
|
| Der Iran hat gezeigt, dass er das Schlachtfeld horizontal ausweiten,
| Kosten über mehrere Schauplätze hinweg auferlegen und die Vereinigten
| Staaten zwingen kann, Verbündete und Ressourcen weit entfernt von den
| ursprünglichen Frontlinien zu verteidigen. Der Iran hat die
| Eskalationsdominanz, während Trump keine gute militärische Option hat
| und ihm die Geduld fehlt, diplomatische Wege diszipliniert zu verfolgen.
|
| Trumps Verwundbarkeit eröffnet Kiew eine historische Chance. Anstatt als
| von US-Hilfe abhängiges Land zu erscheinen, kann sich die Ukraine nun
| als strategischer Vorteil präsentieren, der Washington dabei helfen
| kann, ein militärisches Fiasko in einen glänzenden Sieg zu verwandeln.
| Die ukrainische Drohnenkriegsführung hat sich in den vergangenen drei
| Jahren schneller entwickelt als nahezu jede andere militärische
| Innovation. Ihre Erfahrung bei der Integration kostengünstiger autonomer
| Systeme in die konventionelle Kriegsführung ist einzigartig.
|
| Ebenso wichtig ist, dass die Ukraine etwas bieten könnte, das Washington
| derzeit fehlt: die Möglichkeit, den Konflikt auf einen völlig neuen
| geografischen Schauplatz auszudehnen und somit die horizontale
| Eskalation gegen den Iran zu nutzen.
|
| Das Kaspische Meer stellt in der ukrainischen Argumentation eine solche
| Option dar. Druck auf den Iran aus dem Norden würde Teherans
| militärische Planung verkomplizieren, es zwingen, knappe Ressourcen
| umzuverteilen und seine Fähigkeit verringern, zu bestimmen, wo der
| Konflikt ausgetragen wird.
|
| Aus Kiews Sicht würde dieses Angebot die Ukraine vom Nutznießer
| amerikanischer Hilfe zu deren Retter machen.
|
| *Verschmelzung von Iran und Ukraine-Krieg*
|
| Ein noch größerer strategischer Gewinn für Kiew wäre jedoch die
| Verschmelzung der beiden Konflikte zu einem Einzigen. Eine solche
| Zusammenführung würde die politische Logik beider Kriege grundlegend
| verändern.
|
| Amerikanisches Personal, Geheimdienstressourcen, Logistik und operative
| Planung wären zunehmend über beide Schauplätze hinweg verflochten. Auch
| die militärische Zusammenarbeit zwischen Russland und dem Iran würde
| Washington dazu bewegen, beide als Teile eines einzigen Konflikts und
| nicht als getrennte Krisen zu betrachten.
|
| Sobald diese Schwelle überschritten ist, wird die Unterscheidung
| zwischen der Unterstützung der Ukraine und dem Kampf gegen Russland
| immer schwieriger.
|
| Diese Dynamik würde auch Israel entgegenkommen. Erstens würde sie dem
| Krieg gegen den Iran neues Leben einhauchen. Zweitens würde sie den
| Konflikt weiter internationalisieren, indem europäische Regierungen
| aufgrund ihrer tiefen Verpflichtungen gegenüber der Ukraine in den
| Iran-Schauplatz hineingezogen würden. Und drittens, vielleicht am
| bedeutendsten, würde sich die politische Erzählung verändern. Eine
| Niederlage des Iran würde dann nicht mehr als notwendig zur Verteidigung
| Israels, sondern zur Verteidigung der Ukraine dargestellt werden.
|
| Angesichts der breiten Unterstützung, die die Ukraine sowohl in
| Elitenkreisen als auch in der Öffentlichkeit genießt – schließlich war
| sie Opfer einer illegalen Invasion –, ist eine solche Darstellung
| politisch deutlich leichter vermittelbar als eine Fokussierung auf
| Israel. Dessen Ansehen im Westen ist aufgrund seines Vorgehens in Gaza
| und seiner entscheidenden Rolle beim Beginn des illegalen Krieges mit
| dem Iran stark gesunken.
|
| All dies bedeutet jedoch nicht, dass das Wagnis der Ukraine erfolgreich
| sein wird. Doch angesichts seiner selbstverschuldeten Lage in der Straße
| von Hormus könnte Trump dafür empfänglich sein.
|
| Auch wenn Bidens Ukrainepolitik viel Kritik verdient, widersetzt er sich
| einer solchen Eskalation, da das Risiko einer direkten Konfrontation
| zwischen der Nato und Russland zu einem weitaus größeren und
| katastrophaleren Krieg führen könnte. Diese Bedenken sind nicht
| verschwunden, nur weil sich die Besetzung des Weißen Hauses geändert hat
| oder weil Trump sich in einen unklugen Krieg manövriert hat.
|
| Versuche, ein strategisches Problem durch die Ausweitung eines Konflikts
| zu lösen, haben oft beide Probleme schwerer lösbar gemacht.
+--- </hier abknabbern> ---

©<https://www.telepolis.de/article/Neue-Strategie-der-Ukraine-Warum-Kiew-zwei-Konflikte-verknuepfen-will-11385168.html>

	M.f.G.

-- 
Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie
wird praktisch nie gelesen.  Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur
etwas komisch... ;-)

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#665079

FromWalter Brill <WalterBrill@t-online.de>
Date2026-06-05 13:26 +0200
Message-ID<n8fq35Fp0q0U1@mid.individual.net>
In reply to#664991
Hallo,

Am 04.06.26 um 09:48 schrieb Fidel Sebastián Hunrichse-Lara:
> Salve allerseits,
> 
> Michael Bode schrieb:
>> "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> writes:
>>
>>> Immerhin muß jetzt der Sicherheitsrat nicht auf die Beratung des
>>> Koalitionsausschusses und das Ergebnis der SPD-Mitgliederbefragung
>>> warten vor einer Abstimmung.
>>
>> Ich verstehe auch da das Problem nicht. Vielleicht kann es mir ja jemand
>> erklären.
>>
> +--- <hier abknabbern> ---
> | Die deutsche Niederlage ging im Jubel unter. Als Annalena Baerbock, die
> | Präsidentin der Uno-Generalversammlung, am Mittwoch um 11.25 Uhr
> | Ortszeit im großen Saal der Weltorganisation am New Yorker East River
> | das Wahlergebnis verkündete, reckten die Delegationen aus Portugal und
> | Österreich die Hände in die Höhe, johlten, fielen sich in die Arme. Sie
> | hatten es geschafft, sie werden zwei Jahre lang als nicht ständige
> | Mitglieder im Uno-Sicherheitsrat vertreten sein.


Ein dümmlicher "Jammerartikel"!

Spiegel, Spiegel, was ist aus dir nur geworden... :-(

Ciao
Walter

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#665000

FromAlfred <Juni.2026@anon.invalid>
Date2026-06-04 11:18 +0200
Message-ID<10vrft1$9aso$1@dont-email.me>
In reply to#664989
Michael Bode schrieb :
> "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> writes:
>
>> Immerhin muß jetzt der Sicherheitsrat nicht auf die Beratung des
>> Koalitionsausschusses und das Ergebnis der SPD-Mitgliederbefragung
>> warten vor einer Abstimmung.
>
> Ich verstehe auch da das Problem nicht. 

Laotse: „Wer klug ist, weiß sich dumm zu stellen;
wer dumm ist, weiß sich klug zu geben.“

Welcher Koffer will Kriegsgeile im UN-Sicherheitsrat haben?
Eben, denn Deutschland wird von der Weltbevölkerumg als das
gesehen was es ist, und nicht als das was es vorgibt zu sein.

Nicht einmal die US-Amis sind so dämlich und befeuern einen
drohenden Atomkrieg - _in der direkten Nachbarschaft_!
********
(...)
*Julian Adrat schreibt:

Deutschland wurde nicht in den UN–Sicherheitsrat gewählt.
Für die #tagesthemen liegt die Ursache aber nicht bei
Lügenfritze, der sein Volk verklagt, nicht bei einer
Regierung, die uns wirtschaftlich gegen die Wand fährt
und zum Gespött der Welt macht, nicht bei einer UN-Präsidentin,
deren Peinlichkeiten – natürlich -Deutschland angelastet werden.

Nein, schuld soll ausgerechnet eine Abstimmung pro Israel sein.
Der böse JOOODE ist Schuld. Warum werden wir gezwungen, für
so einen Schrott etwas zu zahlen?

*Hans-Georg Maaßen schreibt:

Deutschland bekommt keinen Sitz im UN–Sicherheitsrat. Portugal
und Österreich werden gegenüber Deutschland bevorzugt. Die
Ablehnung Deutschlands für einen Sitz im UN–Sicherheitsrat
ist kein Zufall – sie entspricht exakt dem erbärmlichen
Ansehen, das diese Bundesregierung weltweit genießt. (...)

*Dr. Daniel Stelter schreibt:

Ich finde, ein klareres Feedback der Welt kann es nicht geben.
Der Moralweltmeister, der „Vorbild“ sein will, hat systematisch
die eigene Wirtschaft – und damit die Grundlage überhaupt auf
der Weltbühne eine Rolle zu spielen – kaputt gemacht. ABSTURZ.

*Julian Reichelt schreibt:

Und noch eine bittere Ironie der Merz’schen Führungsunfähigkeit:
Er hat den Grünen Annalena Baerbock als Präsidentin der General-
versammlung geschenkt, ihr damit einen vom Steuerzahler
finanzierten (und aussichtslosen) Englischkurs beschafft,
damit aber leider so viele Länder verprellt, dass es
Deutschland den Sicherheitsrat gekostet hat. (...)
*****
https://journalistenwatch.com/2026/06/04/merz-baerbock-wadephul-blamieren-deutschland-sich-auf-der-ganzen-welt/

-- 
Wir verurteilen jegliche Art von Gewalt und
bevorzugen immer eine diplomatische Lösung.

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#665007

From"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org>
Date2026-06-04 12:41 +0200
Message-ID<10vrkpg$9g92$1@solani.org>
In reply to#664989
Am 04.06.26 um 09:35 schrieb Michael Bode:
> "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> writes:
> 
>> Immerhin muß jetzt der Sicherheitsrat nicht auf die Beratung des
>> Koalitionsausschusses und das Ergebnis der SPD-Mitgliederbefragung
>> warten vor einer Abstimmung.
> 
> Ich verstehe auch da das Problem nicht. Vielleicht kann es mir ja jemand
> erklären. Welches bedeutende Ereignis ist denn in den letzten Jahren
> unter Aufsicht der UNO abgelaufen? Krim-Invasion? Ukraine-Invasion?
> Einladung von Maduro in ein US-Gefängnis? Angriff der Palis auf Israel?
> Israelische Antwort darauf? Angriffe von Iran auf Israel? Angriffe von
> Israel auf Iran? Manöver der Chinesen vor Taiwan? Irgendwas?


Eigentlich kein Problem, das stimmt natürlich.

Aber Österreich! ÖSTERREICH! Was sagt Stefan F. aus W. jetzt über uns? 
Und das nach der PKW-Maut, die die Schluchtensch...er haben und wir nicht!
Zackelzement aber auch!

Lebt Kurt Waldheim noch, oder hat er Nachkommen für den neuen Wiener 
Kongreß? Irgendwelche Habsburger die übrig sind mit Habsburger-Lippe?

-- 
Ammersee
Meer braucht's ned

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#665010

FromGoetz Schultz <ng.expire1230@goetz.co.uk>
Date2026-06-04 11:48 +0100
Message-ID<070f9418-fc9b-4236-9e7d-7eeb5d377dc5@news.goetz.co.uk>
In reply to#665007
On 04/06/2026 11:41, Dr. Joachim Neudert wrote:
> Am 04.06.26 um 09:35 schrieb Michael Bode:
>> "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> writes:
>>
>>> Immerhin muß jetzt der Sicherheitsrat nicht auf die Beratung des
>>> Koalitionsausschusses und das Ergebnis der SPD-Mitgliederbefragung
>>> warten vor einer Abstimmung.
>>
>> Ich verstehe auch da das Problem nicht. Vielleicht kann es mir ja jemand
>> erklären. Welches bedeutende Ereignis ist denn in den letzten Jahren
>> unter Aufsicht der UNO abgelaufen? Krim-Invasion? Ukraine-Invasion?
>> Einladung von Maduro in ein US-Gefängnis? Angriff der Palis auf Israel?
>> Israelische Antwort darauf? Angriffe von Iran auf Israel? Angriffe von
>> Israel auf Iran? Manöver der Chinesen vor Taiwan? Irgendwas?
> 
> 
> Eigentlich kein Problem, das stimmt natürlich.
> 
> Aber Österreich! ÖSTERREICH! Was sagt Stefan F. aus W. jetzt über uns? 
> Und das nach der PKW-Maut, die die Schluchtensch...er haben und wir nicht!
> Zackelzement aber auch!
> 

Die gilt doch auch für heimische Fahrer? Schau mal bei der M6 bei 
Birmingham vorbei. Da gibt es auch eine Toll-Route, aka Maut. Gut, die 
kann man vermeiden wenn man will .....

> Lebt Kurt Waldheim noch, oder hat er Nachkommen für den neuen Wiener 
> Kongreß? Irgendwelche Habsburger die übrig sind mit Habsburger-Lippe?
> 

Du meinst das Kinn? Erinnert mich an "American Dad" mit einigen Figuren da.

-- 

Cheers,
    G.

Quis custodiet ipsos custodes?
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#665012

FromMichael Bode <m.g.bode@web.de>
Date2026-06-04 12:54 +0200
Message-ID<n8d3qbFavfaU2@mid.individual.net>
In reply to#665007
"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> writes:

> Am 04.06.26 um 09:35 schrieb Michael Bode:
>> "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> writes:
>> 
>>> Immerhin muß jetzt der Sicherheitsrat nicht auf die Beratung des
>>> Koalitionsausschusses und das Ergebnis der SPD-Mitgliederbefragung
>>> warten vor einer Abstimmung.
>> Ich verstehe auch da das Problem nicht. Vielleicht kann es mir ja
>> jemand
>> erklären. Welches bedeutende Ereignis ist denn in den letzten Jahren
>> unter Aufsicht der UNO abgelaufen? Krim-Invasion? Ukraine-Invasion?
>> Einladung von Maduro in ein US-Gefängnis? Angriff der Palis auf Israel?
>> Israelische Antwort darauf? Angriffe von Iran auf Israel? Angriffe von
>> Israel auf Iran? Manöver der Chinesen vor Taiwan? Irgendwas?
>
>
> Eigentlich kein Problem, das stimmt natürlich.
>
> Aber Österreich! ÖSTERREICH! Was sagt Stefan F. aus W. jetzt über uns?
> Und das nach der PKW-Maut, die die Schluchtensch...er haben und wir
> nicht!
> Zackelzement aber auch!

Ich gehe zuversichtlich davon aus, dass Österreich die Verantwortung aus
diesem Sitz annimmt, und seinen Beitrag zum UN-Haushalt soweit anpasst,
dass er über dem der Nichtmitglieder im Sicherheitsrat liegt.

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#665014

FromDr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org>
Date2026-06-04 11:45 +0000
Message-ID<10vroh7$9jnh$1@solani.org>
In reply to#665012
Michael Bode <m.g.bode@web.de> wrote:
> "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> writes:
> 
>> Am 04.06.26 um 09:35 schrieb Michael Bode:
>>> "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> writes:
>>> 
>>>> Immerhin muß jetzt der Sicherheitsrat nicht auf die Beratung des
>>>> Koalitionsausschusses und das Ergebnis der SPD-Mitgliederbefragung
>>>> warten vor einer Abstimmung.
>>> Ich verstehe auch da das Problem nicht. Vielleicht kann es mir ja
>>> jemand
>>> erklären. Welches bedeutende Ereignis ist denn in den letzten Jahren
>>> unter Aufsicht der UNO abgelaufen? Krim-Invasion? Ukraine-Invasion?
>>> Einladung von Maduro in ein US-Gefängnis? Angriff der Palis auf Israel?
>>> Israelische Antwort darauf? Angriffe von Iran auf Israel? Angriffe von
>>> Israel auf Iran? Manöver der Chinesen vor Taiwan? Irgendwas?
>> 
>> 
>> Eigentlich kein Problem, das stimmt natürlich.
>> 
>> Aber Österreich! ÖSTERREICH! Was sagt Stefan F. aus W. jetzt über uns?
>> Und das nach der PKW-Maut, die die Schluchtensch...er haben und wir
>> nicht!
>> Zackelzement aber auch!
> 
> Ich gehe zuversichtlich davon aus, dass Österreich die Verantwortung aus
> diesem Sitz annimmt, und seinen Beitrag zum UN-Haushalt soweit anpasst,
> dass er über dem der Nichtmitglieder im Sicherheitsrat liegt.
> 

Ne ne ne.  Das ist wie im Vereinsleben. Da kann man auch Arbeitsdienste
leisten anstelle von Sonderbeiträgen. Der Platzwart wird finanziell nicht
noch bestraft.

-- 
please forgive my iPhone typos

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#665015

FromMichael Bode <m.g.bode@web.de>
Date2026-06-04 13:55 +0200
Message-ID<n8d7ctFavfaU4@mid.individual.net>
In reply to#665014
Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> writes:

>> Ich gehe zuversichtlich davon aus, dass Österreich die Verantwortung aus
>> diesem Sitz annimmt, und seinen Beitrag zum UN-Haushalt soweit anpasst,
>> dass er über dem der Nichtmitglieder im Sicherheitsrat liegt.
>> 
>
> Ne ne ne.  Das ist wie im Vereinsleben. Da kann man auch Arbeitsdienste
> leisten anstelle von Sonderbeiträgen. Der Platzwart wird finanziell nicht
> noch bestraft.

Wenn du Karnevalsprinz sein willst, ist das nicht nur ne Menge Arbeit
sondern kostet auch ordentlich.

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