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Kürbisse ausverkauft ...

Started byHerwig AQSR <herwig.huener@t-online.de>
First post2017-10-29 18:12 -0700
Last post2017-11-06 12:45 -0800
Articles 14 on this page of 34 — 13 participants

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Contents

  Kürbisse ausverkauft ... Herwig AQSR <herwig.huener@t-online.de> - 2017-10-29 18:12 -0700
    Re: Kürbisse ausverkauft ... Frank Hucklenbroich <Hucklenbroich01@aol.com> - 2017-10-30 14:00 +0100
      Re: Kürbisse ausverkauft ... Herwig AQSR <herwig.huener@t-online.de> - 2017-10-30 06:21 -0700
      Re: Kürbisse ausverkauft ... Diedrich Ehlerding <diedrich.ehlerding@t-online.de> - 2017-10-30 16:13 +0100
        Re: Kürbisse ausverkauft ... Ulrich Witte <u.witte@gmx.de> - 2017-10-30 22:24 +0100
          Re: Kürbisse ausverkauft ... Diedrich Ehlerding <diedrich.ehlerding@t-online.de> - 2017-10-31 10:08 +0100
            Re: Kürbisse ausverkauft ... "Alex S." <alexs.nospam@yahoo.com> - 2017-10-31 10:23 +0000
              Re: Kürbisse ausverkauft ... Herwig AQSR <herwig.huener@t-online.de> - 2017-10-31 05:45 -0700
              Re: Kürbisse ausverkauft ... Diedrich Ehlerding <diedrich.ehlerding@t-online.de> - 2017-10-31 11:30 +0100
              Re: Kürbisse ausverkauft ... Frank Hucklenbroich <Hucklenbroich01@aol.com> - 2017-10-31 19:45 +0100
              Re: Kürbisse ausverkauft ... Frank Hucklenbroich <Hucklenbroich01@aol.com> - 2017-11-02 08:19 +0100
                Re: Kürbisse ausverkauft ... spamfalle2@arcor.de (Marc Stibane) - 2017-11-02 09:27 +0100
                  Re: Kürbisse ausverkauft ... Matthias Eißing <meissing@gmx.de> - 2017-11-02 09:52 +0100
                    Re: Kürbisse ausverkauft ... spamfalle2@arcor.de (Marc Stibane) - 2017-11-02 12:05 +0100
            Re: Kürbisse ausverkauft ... Lothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de> - 2017-11-02 04:50 -0700
        Re: Kürbisse ausverkauft ... Heinz Lohmann <gomi@sofort-mail.de> - 2017-10-31 19:20 +0800
          Re: Kürbisse ausverkauft ... Lothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de> - 2017-11-02 05:01 -0700
            Re: Kürbisse ausverkauft ... Heinz Lohmann <gomi@sofort-mail.de> - 2017-11-02 21:45 +0800
              Re: Kürbisse ausverkauft ... Lothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de> - 2017-11-02 13:12 -0700
            Re: Kürbisse ausverkauft ... Frank Boehm <fraboehm@gmx.de> - 2017-11-02 16:43 +0000
              Re: Kürbisse ausverkauft ... Lars Gebauer <lars.gebauer@yahoo.de> - 2017-11-02 18:37 +0000
                Re: Kürbisse ausverkauft ... Lothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de> - 2017-11-02 13:16 -0700
                Re: Kürbisse ausverkauft ... Frank Boehm <fraboehm@gmx.de> - 2017-11-03 13:33 +0000
                  Re: Kürbisse ausverkauft ... Lars Gebauer <lars.gebauer@yahoo.de> - 2017-11-03 14:44 +0000
                    Re: Kürbisse ausverkauft ... Heinz Lohmann <gomi@sofort-mail.de> - 2017-11-03 23:31 +0800
                    Re: Kürbisse ausverkauft ... Bernd Ullrich <ullrich_bernd@hotmail.com> - 2017-11-03 16:40 +0100
                    Re: Kürbisse ausverkauft ... Frank Boehm <fraboehm@gmx.de> - 2017-11-03 18:45 +0000
                      Re: Kürbisse ausverkauft ... Lars Gebauer <lars.gebauer@yahoo.de> - 2017-11-03 19:37 +0000
                        Re: Kürbisse ausverkauft ... Herwig AQSR <herwig.huener@t-online.de> - 2017-11-03 13:30 -0700
                        Re: Kürbisse ausverkauft ... Bernd Ullrich <ullrich_bernd@hotmail.com> - 2017-11-03 22:19 +0100
                Re: Kürbisse ausverkauft ... Wolfgang  Εnzinger <we_usenet@nurfuerspam.de> - 2017-11-04 02:06 +0100
                  Re: Kürbisse ausverkauft ... Lars Gebauer <lars.gebauer@yahoo.de> - 2017-11-04 11:53 +0000
                  Re: Kürbisse ausverkauft ... Heinz Lohmann <gomi@sofort-mail.de> - 2017-11-04 22:59 +0800
                    Re: Kürbisse ausverkauft ... Lothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de> - 2017-11-06 12:45 -0800

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#327371

FromLars Gebauer <lars.gebauer@yahoo.de>
Date2017-11-02 18:37 +0000
Message-ID<slrnovmpfu.bo0.lars.gebauer@yenni.elke-albrecht.com>
In reply to#327358
* Frank Boehm:
> Lothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de> wrote:
>> Sag bloß. "Süßes, sonst gibt's Saures"
>> ist die viel bessere Übersetzung des
>> "Trick or treat". Zumal "sonst gibt's"
>> auch noch das Versmaß von "oder" einhält. 
>> Das Problem ist, daß der Ami-Kinderquatsch [*]
>> in Deutschland keine Tradition hat und 
>
> Egal wie die alten Saecke hier in ger.ct dazu stehen (und ja, ich
> fuerchte, ich muss mich auch zu alt dazuzaehlen). Seit weit ueber 
> 10 Jahren wird hier in den Kindergaerten auch bereits mit den Kindern
> Halloween vorbereitet. Gespenster gebastelt, Gruselgeschichten
> erzaehlt, Kuerbisse geschnitzt. Die wachsen also mit mehr Traditionen
> auf als noch unsere Generation.

Nö. Als Kind bin ich noch mit der Tradition des "Rüwebötz"
aufgewachsen. Da wurden im Oktober Rüben ausgehöhlt und ein (möglichst
gruseliges) Gesicht hineingeschnitzt. Abends wurde dann eine brennende
Kerze hinein- und das Kunstwerk an passender Stelle ausgestellt. Auch
da ging es um irgendwelche Gespenster um Allerheiligen.

Merkwürdigerweise wurde diese Tradition so etwa ab der 70er zunehmend
vernachläßigt und so ab etwa der 80er komplett ignoriert. Jedenfalls in
meiner Gegend.

Umso erstaunter war ich vor Jahren, als ich eine Zunahme dieser
Kürbissachen bemerkte.

So furchtbar neu erscheint mir das also alles nicht - und irgendwie
wurde lediglich die Rübe gegen den Kürbis getauscht.

Warum? - Gute Frage! In meiner Gegend spielte der Kürbis als
Speisegemüse so gut wie keine Rolle. Es gab freilich Kürbisse aber ich
könnte mich nicht entsinnen, in meiner Kindheit oder Jugend jemals
"Kürbiscremesüppchen" gegessen oder auch nur gesehen zu haben.
Manchmal wurden Witze über "Kürbismarmelade mit ganzen Früchten"
gemacht - aber auch derartige Marmelade ohne ganze Früchte bekam ich
nie zu Gesicht.

Vielleicht liegt da der Schlüssel zum Verständnis: Seit einigen Jahren
fallen mir zunehmend Kürbisgerichte auf Speisekarten auf. Erzeuger &
Handel scheinen bei deren Propagierung recht erfolgreich zu sein - und
dieser Helloween-Mulch ist eine Art Kollateralschaden.

> Ich weiss noch, dass ich als Kind gar nicht so viel mit den Geschichten
> der Peanuts rund um "den grossen Kuerbis" anfangen konnte.

Kann ich bis heute noch nicht.

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#327388

FromLothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de>
Date2017-11-02 13:16 -0700
Message-ID<f9b4a8b8-748d-44dd-a788-f562dd3a9263@googlegroups.com>
In reply to#327371
Lars Gebauer tat kund:

> * Frank Boehm:
> > Lothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de> wrote:
> >> Sag bloß. "Süßes, sonst gibt's Saures"
> >> ist die viel bessere Übersetzung des
> >> "Trick or treat". Zumal "sonst gibt's"
> >> auch noch das Versmaß von "oder" einhält. 
> >> Das Problem ist, daß der Ami-Kinderquatsch [*]
> >> in Deutschland keine Tradition hat und 
> >
> > Egal wie die alten Saecke hier in ger.ct dazu stehen (und ja, ich
> > fuerchte, ich muss mich auch zu alt dazuzaehlen). Seit weit ueber 
> > 10 Jahren wird hier in den Kindergaerten auch bereits mit den Kindern
> > Halloween vorbereitet. Gespenster gebastelt, Gruselgeschichten
> > erzaehlt, Kuerbisse geschnitzt. Die wachsen also mit mehr Traditionen
> > auf als noch unsere Generation.
> 
> Nö. Als Kind bin ich noch mit der Tradition des "Rüwebötz"
> aufgewachsen. Da wurden im Oktober Rüben ausgehöhlt und ein (möglichst
> gruseliges) Gesicht hineingeschnitzt. Abends wurde dann eine brennende
> Kerze hinein- und das Kunstwerk an passender Stelle ausgestellt. Auch
> da ging es um irgendwelche Gespenster um Allerheiligen.
> 
> Merkwürdigerweise wurde diese Tradition so etwa ab der 70er zunehmend
> vernachläßigt und so ab etwa der 80er komplett ignoriert. Jedenfalls in
> meiner Gegend.
> 
> Umso erstaunter war ich vor Jahren, als ich eine Zunahme dieser
> Kürbissachen bemerkte.
> 
> So furchtbar neu erscheint mir das also alles nicht - und irgendwie
> wurde lediglich die Rübe gegen den Kürbis getauscht.
> 
> Warum? - Gute Frage! In meiner Gegend spielte der Kürbis als
> Speisegemüse so gut wie keine Rolle. Es gab freilich Kürbisse aber ich
> könnte mich nicht entsinnen, in meiner Kindheit oder Jugend jemals
> "Kürbiscremesüppchen" gegessen oder auch nur gesehen zu haben.
> Manchmal wurden Witze über "Kürbismarmelade mit ganzen Früchten"
> gemacht - aber auch derartige Marmelade ohne ganze Früchte bekam ich
> nie zu Gesicht.
> 
> Vielleicht liegt da der Schlüssel zum Verständnis: Seit einigen Jahren
> fallen mir zunehmend Kürbisgerichte auf Speisekarten auf. Erzeuger &
> Handel scheinen bei deren Propagierung recht erfolgreich zu sein - und
> dieser Helloween-Mulch ist eine Art Kollateralschaden.
> 
> > Ich weiss noch, dass ich als Kind gar nicht so viel mit den Geschichten
> > der Peanuts rund um "den grossen Kuerbis" anfangen konnte.
> 
> Kann ich bis heute noch nicht.

Ich kenne es seit der Kindheit, finde die 
Geschichten von Linus und dem "Great Pumpkin"
heute wie damals so lahm, daß ich es noch nicht
ausgegooglet habe.

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#327460

FromFrank Boehm <fraboehm@gmx.de>
Date2017-11-03 13:33 +0000
Message-ID<othr7j$1vt$1@tyr.baldar.de>
In reply to#327371
Lars Gebauer <lars.gebauer@yahoo.de> wrote:
> * Frank Boehm:
> >
> > Egal wie die alten Saecke hier in ger.ct dazu stehen (und ja, ich
> > fuerchte, ich muss mich auch zu alt dazuzaehlen). Seit weit ueber 
> > 10 Jahren wird hier in den Kindergaerten auch bereits mit den Kindern
> > Halloween vorbereitet. Gespenster gebastelt, Gruselgeschichten
> > erzaehlt, Kuerbisse geschnitzt. Die wachsen also mit mehr Traditionen
> > auf als noch unsere Generation.
> 
> Nö. Als Kind bin ich noch mit der Tradition des "Rüwebötz"
> aufgewachsen. Da wurden im Oktober Rüben ausgehöhlt und ein (möglichst
> gruseliges) Gesicht hineingeschnitzt. Abends wurde dann eine brennende
> Kerze hinein- und das Kunstwerk an passender Stelle ausgestellt. Auch
> da ging es um irgendwelche Gespenster um Allerheiligen.

Augewachsen bin ich als Kind in einem kleinen Dorf mitten im
Nichts^WEggegebirge. Das ist ein Ruebenland. Dort haben wir auch Rueben
ausgehoelt, mit Fratzen versehen und mit Teelichtern erleuchtet.

An einen besonderen folkloristischen Hintergrund kann ich mich heute
nach all den Jahren aber nicht mehr erinnern.

Suessigkeiten gab es damals jedenfalls nicht. Streiche haben wir
trotzdem gespielt. Dummerweise wusste auf einem kleinen Dorf trotzdem
jeder, wer der Verursacher war.

> Merkwürdigerweise wurde diese Tradition so etwa ab der 70er zunehmend
> vernachläßigt und so ab etwa der 80er komplett ignoriert. Jedenfalls in
> meiner Gegend.

Als wir spaeter nach Köln zogen, hier war das vollkommen unbekannt und
zu meiner Zeit gab es damals auch noch kein Halloween. Inzwischen sieht
das anders aus.

> Umso erstaunter war ich vor Jahren, als ich eine Zunahme dieser
> Kürbissachen bemerkte.
> 
> So furchtbar neu erscheint mir das also alles nicht - und irgendwie
> wurde lediglich die Rübe gegen den Kürbis getauscht.

Die urspruengliche Idee war vermutlich dieselbe, und ich vermute
Auswanderer in den USA hatten halt mehr Kürbisse als Rüben zur Auswahl,
als sie im Herbst Gesichter schnitzen wollten. Deswegen der Wechsel des
Gemueses. Fuer mich hatte der eher pragmatische Gruende, was gab es.

Ich hab auch oft gesehen, dass Auswanderergruppen die sich eine
Identitaet der alten Heimat bewahrt haben mehr an alte Traditionen
klammerten als die Heimatlaender. In brasilianischen Gemeinden hatte
ich immer den Eindruck im Verhalten und der Sprache Jahrzehnte zurueck 
zu reisen.

> Warum? - Gute Frage! In meiner Gegend spielte der Kürbis als
> Speisegemüse so gut wie keine Rolle. Es gab freilich Kürbisse aber ich
> könnte mich nicht entsinnen, in meiner Kindheit oder Jugend jemals
> "Kürbiscremesüppchen" gegessen oder auch nur gesehen zu haben.
> Manchmal wurden Witze über "Kürbismarmelade mit ganzen Früchten"
> gemacht - aber auch derartige Marmelade ohne ganze Früchte bekam ich
> nie zu Gesicht.

Ich hab sehr leckeres Rezept fuer Kürbismarmelade mit Mandarine und
Ingwer. Sehr zu empfehlen. Oder von Tim Mälzer etwas Herzhaftes.
Hokkaido wuerfeln, mit Kraeuterbutter und Speck vermischen und im
Backofen so lange bei 180 Grad Umluft, bis der Kürbis weich ist.
Dauert je nach Ofen und Menge so ca. 20-40 Minuten. Super lecker und
einfach.

An alte Rezpete /zu Omas Zeiten/ kann ich mich nicht erinnern.
Ueberhaupt war die Auswahl der Zutaten fuer meine Grosseltern doch extrem
eingeschraenkt und die Rezepte eher einfach. Meine Mutter kann sich noch
heute daran erinnern, dass sie mal auf einer Fahrt mit dem Kanuklub
in einem Restaurante einen Salat mit einem leckeren Dressing bekam:
Olivenöl mit Balsamico Essig. Das war mal etwas wirklich besonderes.
lange hat sie nichtmal gewusst, was das ueberhaupt war und erst Jahrzehnte
spaeter einordnen koennen.

Also ich glaube, dass die /guten alten Zeiten/ kulinarisch gesehen gar
nicht so gut waren. Da lebe ich lieber heute.

Die Britten werden da nach dem Brexit auch ein Lied von singen koennen.

> Vielleicht liegt da der Schlüssel zum Verständnis: Seit einigen Jahren
> fallen mir zunehmend Kürbisgerichte auf Speisekarten auf. Erzeuger &
> Handel scheinen bei deren Propagierung recht erfolgreich zu sein - und
> dieser Helloween-Mulch ist eine Art Kollateralschaden.

Das kann gut sein. Aber ich hab einige der Rezpete ausprobiert, war
wirklich lecker. Also kann ich mit diesen Neuerungen leben.
Und die Kinder sehen hier in ihren Kostuemen wirklich niedlich aus.
Dann koennen sie die wenigstens auch ausserhalb der 5. Jahreszeit
anziehen. Gefaellt mir. Ein Grund mehr zum Feiern ist immer gut.

Ich freue mich schon auf den Sankt Martins Zug hier am 9. Dann stehen
wir mit Nachbarn traditionell alle draussen, von Laternen umgeben, bei
Glühwein und Brötchen und warten auf Kinder die Suessigkeiten sammeln
wollen. Natuerlich muessen sie singen. Und einige koennen das sogar.
Ist hier seit ueber 20 Jahren so ueblich. Die geschmueckte Strasse
hier hat sogar schon mal der WDR gefilmt.

> > Ich weiss noch, dass ich als Kind gar nicht so viel mit den Geschichten
> > der Peanuts rund um "den grossen Kuerbis" anfangen konnte.
> 
> Kann ich bis heute noch nicht.

Inzwischen hab ich genuegend ueber Amerika gelernt, um mehr der
dortigen gelebten Traditionen zu kennen. Und die alten Peanuts Comics 
hab ich IIRC mal als ebook bei Humble Bumble gekauft. Dann brauche ich
nicht mehr im Schrank die alten Comics zu suchen.

Ist interessant zu lesen. Einfache Zeichnungen, sehr pointierte
Bemerkungen, viele Anspielungen verstehe ich erst in der heutigen Zeit.


cu Frank


-- 
Wirklich reich ist,
wer mehr Traeume in seiner Seele hat,
als die Realitaet zerstoeren kann.

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#327462

FromLars Gebauer <lars.gebauer@yahoo.de>
Date2017-11-03 14:44 +0000
Message-ID<slrnovp07k.72t.lars.gebauer@yenni.elke-albrecht.com>
In reply to#327460
* Frank Boehm:
> Lars Gebauer <lars.gebauer@yahoo.de> wrote:
>> * Frank Boehm:
>>> Egal wie die alten Saecke hier in ger.ct dazu stehen (und ja, ich
>>> fuerchte, ich muss mich auch zu alt dazuzaehlen). Seit weit ueber 
>>> 10 Jahren wird hier in den Kindergaerten auch bereits mit den Kindern
>>> Halloween vorbereitet. Gespenster gebastelt, Gruselgeschichten
>>> erzaehlt, Kuerbisse geschnitzt. Die wachsen also mit mehr Traditionen
>>> auf als noch unsere Generation.
>> 
>> Nö. Als Kind bin ich noch mit der Tradition des "Rüwebötz"
>> aufgewachsen. Da wurden im Oktober Rüben ausgehöhlt und ein (möglichst
>> gruseliges) Gesicht hineingeschnitzt. Abends wurde dann eine brennende
>> Kerze hinein- und das Kunstwerk an passender Stelle ausgestellt. Auch
>> da ging es um irgendwelche Gespenster um Allerheiligen.
>
> Augewachsen bin ich als Kind in einem kleinen Dorf mitten im
> Nichts^WEggegebirge. Das ist ein Ruebenland. Dort haben wir auch Rueben
> ausgehoelt, mit Fratzen versehen und mit Teelichtern erleuchtet.

Also "wie bei uns". Nur an die Teelichter kann ich mich nicht
erinnern. Die kamen bei uns, IIRC, erst später in Mode.

> An einen besonderen folkloristischen Hintergrund kann ich mich heute
> nach all den Jahren aber nicht mehr erinnern.

Irgendwo habe ich mal etwas über einen vorchristlichen Brauch gelesen.
Aber ob es jetzt darum ging, Gespenster anzulocken oder zu vertreiben
weiß ich auch nicht mehr.

> Suessigkeiten gab es damals jedenfalls nicht. Streiche haben wir
> trotzdem gespielt. Dummerweise wusste auf einem kleinen Dorf trotzdem
> jeder, wer der Verursacher war.

Klar. Auch "wie hier". ;)

>> Umso erstaunter war ich vor Jahren, als ich eine Zunahme dieser
>> Kürbissachen bemerkte.
>> 
>> So furchtbar neu erscheint mir das also alles nicht - und irgendwie
>> wurde lediglich die Rübe gegen den Kürbis getauscht.
>
> Die urspruengliche Idee war vermutlich dieselbe, und ich vermute
> Auswanderer in den USA hatten halt mehr Kürbisse als Rüben zur Auswahl,
> als sie im Herbst Gesichter schnitzen wollten. Deswegen der Wechsel des
> Gemueses. Fuer mich hatte der eher pragmatische Gruende, was gab es.

Schon klar. Aber man hat _hier_ eben nicht die Tradition mit der Rübe
einfach fortgesetzt - oder wieder aufgegriffen, sondern man nimmt hier
eben auch einen Kürbis.

> Ich hab auch oft gesehen, dass Auswanderergruppen die sich eine
> Identitaet der alten Heimat bewahrt haben mehr an alte Traditionen
> klammerten als die Heimatlaender. In brasilianischen Gemeinden hatte
> ich immer den Eindruck im Verhalten und der Sprache Jahrzehnte zurueck 
> zu reisen.

Ist mir auch aufgefallen. Streckenweise nimmt das sehr skurrile Formen
an.

Noch skurriler ist allerdings die Geschichte eines deutschen (!)
Japan-Fans, der in den 60ern in Suhl das 1. japanische Restaurant in
der DDR eröffnete. (Entgegen sämtlichen Widerständen.)

Der kannte Japan nur aus Büchern und Filmen. Trotzdem stattete er sein
Restaurant mit sehr viel Liebe zum Detail (und _jeder_ Menge
Improvisation) aus, so daß sogar Japaner, die in der DDR zu tun
hatten, extra noch nach Suhl reisten, nur um in diesem Restaurant zu
speisen. Das hatte sich bis nach Japan herumgesprochen, daß es dort
"japanischer" war, als in Japan.

>> Warum? - Gute Frage! In meiner Gegend spielte der Kürbis als
>> Speisegemüse so gut wie keine Rolle. Es gab freilich Kürbisse aber ich
>> könnte mich nicht entsinnen, in meiner Kindheit oder Jugend jemals
>> "Kürbiscremesüppchen" gegessen oder auch nur gesehen zu haben.
>> Manchmal wurden Witze über "Kürbismarmelade mit ganzen Früchten"
>> gemacht - aber auch derartige Marmelade ohne ganze Früchte bekam ich
>> nie zu Gesicht.
>
> Ich hab sehr leckeres Rezept fuer Kürbismarmelade

Danke. Ist aber, glaube ich, nicht so mein Ding. Marmelade esse ich
nur sehr selten und was Kürbisse allgemein betrifft: Mangels
Alternative aß ich mal so ein "Kürbiscremesüppchen" - aber dieser
lächerliche Papperschmatz ist nichts für mich.

> An alte Rezpete /zu Omas Zeiten/ kann ich mich nicht erinnern.

Wie ich schon schrieb: Kürbis spielte auch in meiner Gegend als
Speisegemüse so gut wie keine Rolle.

> Ueberhaupt war die Auswahl der Zutaten fuer meine Grosseltern doch extrem
> eingeschraenkt und die Rezepte eher einfach.

Was ich, im Grunde, gar nicht mal so schlecht finde. (Erzwungene)
Beschränkung führt oft zu sehr interessanten Ideen.

> Also ich glaube, dass die /guten alten Zeiten/ kulinarisch gesehen gar
> nicht so gut waren. Da lebe ich lieber heute.

Tja, und ich vermisse manche Sachen, die ich als Kind oder
Jugendlicher regelmäßig vorgesetzt bekam. Man bekommt sie heute
einfach nicht mehr in der ursprünglichen Art und meine eigenen Kochkünste
sind bestenfalls bescheiden.

Ich kenne eine ältere Frau, die noch das handgeschriebene Rezeptbuch
ihrer Urgroßmutter besitzt. Da stehen sehr viele interessante Sachen
drin.

Nächstes Jahr werde ich hoffentlich dazu kommen, das Ding zu
digitalisieren. Und ich habe schon mit dem Inhaber einer Kochschule
gesprochen, ob und inwieweit ein "Nachbau" solcher Gerichte möglich
sein wird. Er ist ein sehr traditioneller, fast schon orthodoxer Koch
- und sehr interessiert.

> Ein Grund mehr zum Feiern ist immer gut.

Uneingeschränkte Zustimmung.

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#327465

FromHeinz Lohmann <gomi@sofort-mail.de>
Date2017-11-03 23:31 +0800
Message-ID<f63gduFo36rU1@mid.individual.net>
In reply to#327462
Am 03.11.2017 um 22:44 schrieb Lars Gebauer:
> Ich kenne eine ältere Frau, die noch das handgeschriebene Rezeptbuch
> ihrer Urgroßmutter besitzt. Da stehen sehr viele interessante Sachen
> drin.

Auch Maikäfersuppe und Biersuppe? Noch so vergessene kulinarische Schätze.

Einige Neuerungen haben der deutschen Küche durchaus gut getan!

-- 
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat.  W.B.

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#327468

FromBernd Ullrich <ullrich_bernd@hotmail.com>
Date2017-11-03 16:40 +0100
Message-ID<f63gugFo6o6U1@mid.individual.net>
In reply to#327462
Am 03.11.2017 um 15:44 schrieb Lars Gebauer:
> * Frank Boehm:
>> Lars Gebauer <lars.gebauer@yahoo.de> wrote:
>>> * Frank Boehm:
>>>> Egal wie die alten Saecke hier in ger.ct dazu stehen (und ja, ich
>>>> fuerchte, ich muss mich auch zu alt dazuzaehlen). Seit weit ueber
>>>> 10 Jahren wird hier in den Kindergaerten auch bereits mit den Kindern
>>>> Halloween vorbereitet. Gespenster gebastelt, Gruselgeschichten
>>>> erzaehlt, Kuerbisse geschnitzt. Die wachsen also mit mehr Traditionen
>>>> auf als noch unsere Generation.
>>>
>>> Nö. Als Kind bin ich noch mit der Tradition des "Rüwebötz"
>>> aufgewachsen. Da wurden im Oktober Rüben ausgehöhlt und ein (möglichst
>>> gruseliges) Gesicht hineingeschnitzt. Abends wurde dann eine brennende
>>> Kerze hinein- und das Kunstwerk an passender Stelle ausgestellt. Auch
>>> da ging es um irgendwelche Gespenster um Allerheiligen.
>>
>> Augewachsen bin ich als Kind in einem kleinen Dorf mitten im
>> Nichts^WEggegebirge. Das ist ein Ruebenland. Dort haben wir auch Rueben
>> ausgehoelt, mit Fratzen versehen und mit Teelichtern erleuchtet.
> 
> Also "wie bei uns". Nur an die Teelichter kann ich mich nicht
> erinnern. Die kamen bei uns, IIRC, erst später in Mode.

>> An einen besonderen folkloristischen Hintergrund kann ich mich heute
>> nach all den Jahren aber nicht mehr erinnern.

> Irgendwo habe ich mal etwas über einen vorchristlichen Brauch gelesen.
> Aber ob es jetzt darum ging, Gespenster anzulocken oder zu vertreiben
> weiß ich auch nicht mehr.

Es ging darum Gespenter mit was ähnlichen abzuwehren. Da wurden di 
Runkeln vom Feld gemaust, dem entsprechend ausgehöhlt und im Inneren mit 
Haushaltskerzen versehen auf die Zaunsäulen gestellt.
50er bis 60er Jahre.

BU

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#327485

FromFrank Boehm <fraboehm@gmx.de>
Date2017-11-03 18:45 +0000
Message-ID<otidge$rcp$1@tyr.baldar.de>
In reply to#327462
Lars Gebauer <lars.gebauer@yahoo.de> wrote:

> Also "wie bei uns". Nur an die Teelichter kann ich mich nicht
> erinnern. Die kamen bei uns, IIRC, erst später in Mode.

Teelichter war von mir heute eingeworfen. IIRC damals waren es einfache
kleine Kerzen, so wie wir sie im Weihnachtsbaum auch hatten.

> Irgendwo habe ich mal etwas über einen vorchristlichen Brauch gelesen.
> Aber ob es jetzt darum ging, Gespenster anzulocken oder zu vertreiben
> weiß ich auch nicht mehr.

Bestimmt vertreiben. Damals hatte man vor allem Angst.

> > Die urspruengliche Idee war vermutlich dieselbe, und ich vermute
> > Auswanderer in den USA hatten halt mehr Kürbisse als Rüben zur Auswahl,
> > als sie im Herbst Gesichter schnitzen wollten. Deswegen der Wechsel des
> > Gemueses. Fuer mich hatte der eher pragmatische Gruende, was gab es.
> 
> Schon klar. Aber man hat _hier_ eben nicht die Tradition mit der Rübe
> einfach fortgesetzt - oder wieder aufgegriffen, sondern man nimmt hier
> eben auch einen Kürbis.

Den Wechsel finde ich verstaendlich. Kuerbisse machen einfach mehr her.
Eine runzlige Ruebe kann nicht wirklich gegen einen grossen orangen
Kuerbis anstinken, was die beeindruckende Optik betrifft.

> > Ich hab auch oft gesehen, dass Auswanderergruppen die sich eine
> > Identitaet der alten Heimat bewahrt haben mehr an alte Traditionen
> > klammerten als die Heimatlaender. In brasilianischen Gemeinden hatte
> > ich immer den Eindruck im Verhalten und der Sprache Jahrzehnte zurueck 
> > zu reisen.
> 
> Ist mir auch aufgefallen. Streckenweise nimmt das sehr skurrile Formen
> an.
> 
> Noch skurriler ist allerdings die Geschichte eines deutschen (!)
> Japan-Fans, der in den 60ern in Suhl das 1. japanische Restaurant in
> der DDR eröffnete. (Entgegen sämtlichen Widerständen.)
> 
> Der kannte Japan nur aus Büchern und Filmen. Trotzdem stattete er sein
> Restaurant mit sehr viel Liebe zum Detail (und _jeder_ Menge
> Improvisation) aus, so daß sogar Japaner, die in der DDR zu tun
> hatten, extra noch nach Suhl reisten, nur um in diesem Restaurant zu
> speisen. Das hatte sich bis nach Japan herumgesprochen, daß es dort
> "japanischer" war, als in Japan.
> 
> >> Warum? - Gute Frage! In meiner Gegend spielte der Kürbis als
> >> Speisegemüse so gut wie keine Rolle. Es gab freilich Kürbisse aber ich
> >> könnte mich nicht entsinnen, in meiner Kindheit oder Jugend jemals
> >> "Kürbiscremesüppchen" gegessen oder auch nur gesehen zu haben.
> >> Manchmal wurden Witze über "Kürbismarmelade mit ganzen Früchten"
> >> gemacht - aber auch derartige Marmelade ohne ganze Früchte bekam ich
> >> nie zu Gesicht.
> >
> > Ich hab sehr leckeres Rezept fuer Kürbismarmelade
> 
> Danke. Ist aber, glaube ich, nicht so mein Ding. Marmelade esse ich
> nur sehr selten und was Kürbisse allgemein betrifft: Mangels
> Alternative aß ich mal so ein "Kürbiscremesüppchen" - aber dieser
> lächerliche Papperschmatz ist nichts für mich.

Das kommt darauf an. Meine Mutter kann die sehr gut zubereiten. Gelingt
Ihr deutlich besser als mir, auch wenn ich langsam aufhole.

> > An alte Rezpete /zu Omas Zeiten/ kann ich mich nicht erinnern.
> 
> Wie ich schon schrieb: Kürbis spielte auch in meiner Gegend als
> Speisegemüse so gut wie keine Rolle.
 
Laengst von Grauen verdraengte Erinnerungen an suess/sauer eingelegtes
Kompott mit Kuerbissen von meiner Oma kommen wieder hervor in diesem 
thread. <grusel>

Heute gibt es *viel* wohlschmeckendere Zubereitungsarten.

> > Ueberhaupt war die Auswahl der Zutaten fuer meine Grosseltern doch extrem
> > eingeschraenkt und die Rezepte eher einfach.
> 
> Was ich, im Grunde, gar nicht mal so schlecht finde. (Erzwungene)
> Beschränkung führt oft zu sehr interessanten Ideen.

Meine einzige Beschraenkung besteht heute gluecklicherweise darin, zu
nehmen was sich im Kuehlschrank befindet, wenn ich vergessen hab vor
einem langen Wochenende ausreichend einzukaufen.

Damit kann ich gut leben. Zu Studentenzeiten kam das haeufiger vor,
aber inzwischen eigentlich auch nicht mehr.

> > Also ich glaube, dass die /guten alten Zeiten/ kulinarisch gesehen gar
> > nicht so gut waren. Da lebe ich lieber heute.
> 
> Tja, und ich vermisse manche Sachen, die ich als Kind oder
> Jugendlicher regelmäßig vorgesetzt bekam. Man bekommt sie heute
> einfach nicht mehr in der ursprünglichen Art und meine eigenen Kochkünste
> sind bestenfalls bescheiden.

Da hab ich mehr Glueck. Inzwischen gibt es hier kein altes Familien Rezept
mehr, dass ich entweder nicht inzwischen besser oder wenigstens gleich gut
zubereiten koennte oder es fallen liess, weil es einfach nicht gut war.

> Ich kenne eine ältere Frau, die noch das handgeschriebene Rezeptbuch
> ihrer Urgroßmutter besitzt. Da stehen sehr viele interessante Sachen
> drin.

Bestimmt. Ohne persoenliche Anmerkungen finde ich viele alte Rezepte
nicht einfach nachzukochen, weil viele damals /selbstverstaendliche/ 
Details oft fehlen.

Oft ist das nur eine Sammlung der Zutaten ohne Mengen/Stueckzahlen.
Zubereitungsart und Dauer mit Glueck angerissen. Aber weit davon
entfernt heute in einem Thermomix nachkochen zu koennen.

Mit etwas eigener Erfahrung aber gut nachzukochen.

> Nächstes Jahr werde ich hoffentlich dazu kommen, das Ding zu
> digitalisieren. Und ich habe schon mit dem Inhaber einer Kochschule
> gesprochen, ob und inwieweit ein "Nachbau" solcher Gerichte möglich
> sein wird. Er ist ein sehr traditioneller, fast schon orthodoxer Koch
> - und sehr interessiert.

Klappt bestimmt, viel Spass beim austuefteln, klingt lecker, wuerde ich
auch machen.

Wenn Dich engl. nicht abschreckt. Ich sehe mir gerne folgen von
Townsends an.
https://www.youtube.com/channel/UCxr2d4As312LulcajAkKJYw

A channel dedicated to exploring the 18th Century lifestyle.
Hundreds of videos on 18th century living, cooking, clothing, 
and much more.
http://townsends.us

> > Ein Grund mehr zum Feiern ist immer gut.
> 
> Uneingeschränkte Zustimmung.



cu Frank


-- 
Wirklich reich ist,
wer mehr Traeume in seiner Seele hat,
als die Realitaet zerstoeren kann.

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#327492

FromLars Gebauer <lars.gebauer@yahoo.de>
Date2017-11-03 19:37 +0000
Message-ID<slrnovphc3.1o2.lars.gebauer@yenni.elke-albrecht.com>
In reply to#327485
* Frank Boehm:
> Lars Gebauer <lars.gebauer@yahoo.de> wrote:
>> Irgendwo habe ich mal etwas über einen vorchristlichen Brauch gelesen.
>> Aber ob es jetzt darum ging, Gespenster anzulocken oder zu vertreiben
>> weiß ich auch nicht mehr.
>
> Bestimmt vertreiben. Damals hatte man vor allem Angst.

Gab doch bestimmt auch gute Gespenster. So als Gegengewicht zu den
bösen.

>> Schon klar. Aber man hat _hier_ eben nicht die Tradition mit der Rübe
>> einfach fortgesetzt - oder wieder aufgegriffen, sondern man nimmt hier
>> eben auch einen Kürbis.
>
> Den Wechsel finde ich verstaendlich. Kuerbisse machen einfach mehr her.
> Eine runzlige Ruebe kann nicht wirklich gegen einen grossen orangen
> Kuerbis anstinken, was die beeindruckende Optik betrifft.

Mag sein.

>> Wie ich schon schrieb: Kürbis spielte auch in meiner Gegend als
>> Speisegemüse so gut wie keine Rolle.
>  
> Laengst von Grauen verdraengte Erinnerungen an suess/sauer eingelegtes
> Kompott mit Kuerbissen von meiner Oma kommen wieder hervor in diesem 
> thread. <grusel>

Blieb mir auch erspart. ;)

>>> Ueberhaupt war die Auswahl der Zutaten fuer meine Grosseltern doch extrem
>>> eingeschraenkt und die Rezepte eher einfach.
>> 
>> Was ich, im Grunde, gar nicht mal so schlecht finde. (Erzwungene)
>> Beschränkung führt oft zu sehr interessanten Ideen.
>
> Meine einzige Beschraenkung besteht heute gluecklicherweise darin, zu
> nehmen was sich im Kuehlschrank befindet, wenn ich vergessen hab vor
> einem langen Wochenende ausreichend einzukaufen.

Erzwungene Beschränkung, so wie früher, muß heute nicht mehr sein.
Klar. Aber ein bisschen freiwillige Beschränkung ist gar nicht mal so
schlecht. Man sieht manche Dinge mit anderen Augen.

Früher[tm] habe ich Bücher gesammelt. Hauptsächlich bestimmte Autoren
und bestimmte Krimi-Reihen. In jeder Stadt führte einer der 1. Wege in
die Buchhandlungen - und ich freute mich jedesmal wie ein Schneekönig,
wenn ich wieder etwas bekam, was mir noch fehlte.

Heute, wo man jedes Buch bestellt und geliefert bekommt, ist das für
mich sowas von uninteressant geworden ...

Gut, das war eine erzwungene Beschränkung. Aber trotzdem.

Heute gucken Leute lustig, wenn ich mit einer 50 Jahre alten Praktica
fotografiere. :)

>> Ich kenne eine ältere Frau, die noch das handgeschriebene Rezeptbuch
>> ihrer Urgroßmutter besitzt. Da stehen sehr viele interessante Sachen
>> drin.
>
> Bestimmt. Ohne persoenliche Anmerkungen finde ich viele alte Rezepte
> nicht einfach nachzukochen, weil viele damals /selbstverstaendliche/ 
> Details oft fehlen.

Ich weiß. Diese Erfahrung machte auch die Klassik-Stiftung, als sie
unter dem Label "Essen wie Goethe" versuchte, originale Rezepte aus
dessen Zeiten nachzukochen. Viele Rohstoffe haben heute einfach nicht
mehr den Geschmack von "früher". Da ist Einfallsreichtum gefragt.

> Oft ist das nur eine Sammlung der Zutaten ohne Mengen/Stueckzahlen.
> Zubereitungsart und Dauer mit Glueck angerissen.

Zum Glück beschreibt das Buch die Rezepte sehr detailliert. Einer der
Punkte, der mich sofort daran faszinierte. Die Dame ist sehr akkurat
vorgegangen.

> Aber weit davon
> entfernt heute in einem Thermomix nachkochen zu koennen.

Teufelszeug!

>> Nächstes Jahr werde ich hoffentlich dazu kommen, das Ding zu
>> digitalisieren. Und ich habe schon mit dem Inhaber einer Kochschule
>> gesprochen, ob und inwieweit ein "Nachbau" solcher Gerichte möglich
>> sein wird. Er ist ein sehr traditioneller, fast schon orthodoxer Koch
>> - und sehr interessiert.
>
> Klappt bestimmt, viel Spass beim austuefteln, klingt lecker, wuerde ich
> auch machen.

Danke.

> Wenn Dich engl. nicht abschreckt. Ich sehe mir gerne folgen von
> Townsends an.
> https://www.youtube.com/channel/UCxr2d4As312LulcajAkKJYw
>
> A channel dedicated to exploring the 18th Century lifestyle.
> Hundreds of videos on 18th century living, cooking, clothing, 
> and much more.
> http://townsends.us

Klingt interessant, werde ich mal reinschauen.

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#327497

FromHerwig AQSR <herwig.huener@t-online.de>
Date2017-11-03 13:30 -0700
Message-ID<8aaa5b19-8989-41de-8566-ce23f608783f@googlegroups.com>
In reply to#327492
2017-11-03 21:32:00 +0100

> ...

> Heute gucken Leute lustig, wenn ich mit einer 50 Jahre alten Praktica
> fotografiere. :)

Woran sieht man der Praktika an, ob es eine solche ist?

1972 hatte ich auch mal eine. War übrigens gar nicht so
schlecht - ausser, dass bei der 1/500 sec der hintere
Vorhang des SchlitzVerschluss den vorderen zu überholen
pflegte.

Herwig

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#327503

FromBernd Ullrich <ullrich_bernd@hotmail.com>
Date2017-11-03 22:19 +0100
Message-ID<f644rvFsq5dU1@mid.individual.net>
In reply to#327492
Am 03.11.2017 um 20:37 schrieb Lars Gebauer:

[...]

> Heute gucken Leute lustig, wenn ich mit einer 50 Jahre alten Praktica
> fotografiere. :)

Ich kenne einen der hat eine Pouva Start mit digitalen Innereien 
ausgestattet, das ergibt bei älteren herumstehenden massive Irritationen...

Auf der Rückseite ist natürlich ein Display.

:-))

BU

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#327526

FromWolfgang Εnzinger <we_usenet@nurfuerspam.de>
Date2017-11-04 02:06 +0100
Message-ID<yubgih06n59r$.5zbgcnpizufo$.dlg@40tude.net>
In reply to#327371
Am Thu, 2 Nov 2017 18:37:40 -0000 (UTC) schrieb Lars Gebauer:

> Vielleicht liegt da der Schlüssel zum Verständnis: Seit einigen Jahren
> fallen mir zunehmend Kürbisgerichte auf Speisekarten auf. Erzeuger &
> Handel scheinen bei deren Propagierung recht erfolgreich zu sein - [...]

In diesem Fall tippe ich darauf, dass es sich primär nicht um eine
Verschwörung dunkler Marktmächte handelt, sondern darum, dass es schlicht
und einfach etwas gedauert hat, bis auch dem europäischen Markt eine
brauchbare und vor allem leicht zu verarbeitende Sorte zugänglich war. Vgl.
https://de.wikipedia.org/wiki/Hokkaidok%C3%BCrbis.

Und nein, ich mag das Zeugs so oder so nicht.

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#327543

FromLars Gebauer <lars.gebauer@yahoo.de>
Date2017-11-04 11:53 +0000
Message-ID<slrnovrahk.1t2.lars.gebauer@yenni.elke-albrecht.com>
In reply to#327526
* Wolfgang Εnzinger:
> Am Thu, 2 Nov 2017 18:37:40 -0000 (UTC) schrieb Lars Gebauer:
>> Vielleicht liegt da der Schlüssel zum Verständnis: Seit einigen Jahren
>> fallen mir zunehmend Kürbisgerichte auf Speisekarten auf. Erzeuger &
>> Handel scheinen bei deren Propagierung recht erfolgreich zu sein - [...]
>
> In diesem Fall tippe ich darauf, dass es sich primär nicht um eine
> Verschwörung dunkler Marktmächte handelt, sondern darum, dass es schlicht
> und einfach etwas gedauert hat, bis auch dem europäischen Markt eine
> brauchbare und vor allem leicht zu verarbeitende Sorte zugänglich war.

Soso. Und diese muß man nicht propagieren? Woher erfährt denn der
potentielle Verbraucher von dieser neuen (!) Sorte? Wie bringt man ihn
dazu, doch mal so 'n Dinx zu kaufen & auszuprobieren?

Wie Du da auf "Verschwörung dunkler Marktmächte" kommst, erschließt
sich mir nicht.

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#327558

FromHeinz Lohmann <gomi@sofort-mail.de>
Date2017-11-04 22:59 +0800
Message-ID<f662v1Fbvr8U1@mid.individual.net>
In reply to#327526
Am 04.11.2017 um 09:06 schrieb Wolfgang Εnzinger:
> Am Thu, 2 Nov 2017 18:37:40 -0000 (UTC) schrieb Lars Gebauer:
> 
>> Vielleicht liegt da der Schlüssel zum Verständnis: Seit einigen Jahren
>> fallen mir zunehmend Kürbisgerichte auf Speisekarten auf. Erzeuger &
>> Handel scheinen bei deren Propagierung recht erfolgreich zu sein - [...]
> 
> In diesem Fall tippe ich darauf, dass es sich primär nicht um eine
> Verschwörung dunkler Marktmächte handelt, sondern darum, dass es schlicht
> und einfach etwas gedauert hat, bis auch dem europäischen Markt eine
> brauchbare und vor allem leicht zu verarbeitende Sorte zugänglich war. Vgl.
> https://de.wikipedia.org/wiki/Hokkaidok%C3%BCrbis.
> 
> Und nein, ich mag das Zeugs so oder so nicht.
> 

Richtig zubereitet sind erstaunlich viele Sachen nicht nur essbar, 
sondern sogar schmackhaft. Kartoffeln habendem deutschen Bauern am 
Anfang auch nicht geschmeckt.

Hokkaido-Kürbis und der deutsche Kürbis meiner Kindheit: Das ist ein 
Unterschied wie zwischen Avocado und Gurke!

-- 
mfg
Heinz Lohmann
Tamsui, Taiwan

Gedanken sind nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat.  W.B.

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#327759

FromLothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de>
Date2017-11-06 12:45 -0800
Message-ID<1baf2e17-2926-404d-a1a3-5c908ab2c267@googlegroups.com>
In reply to#327558
Heinz Lohmann tat kund:

> Am 04.11.2017 um 09:06 schrieb Wolfgang Εnzinger:
> > Am Thu, 2 Nov 2017 18:37:40 -0000 (UTC) schrieb Lars Gebauer:
> > 
> >> Vielleicht liegt da der Schlüssel zum Verständnis: Seit einigen Jahren
> >> fallen mir zunehmend Kürbisgerichte auf Speisekarten auf. Erzeuger &
> >> Handel scheinen bei deren Propagierung recht erfolgreich zu sein - [...]
> > 
> > In diesem Fall tippe ich darauf, dass es sich primär nicht um eine
> > Verschwörung dunkler Marktmächte handelt, sondern darum, dass es schlicht
> > und einfach etwas gedauert hat, bis auch dem europäischen Markt eine
> > brauchbare und vor allem leicht zu verarbeitende Sorte zugänglich war. Vgl.
> > https://de.wikipedia.org/wiki/Hokkaidok%C3%BCrbis.
> > 
> > Und nein, ich mag das Zeugs so oder so nicht.
> > 
> 
> Richtig zubereitet sind erstaunlich viele Sachen nicht nur essbar, 
> sondern sogar schmackhaft. 

Und schmecken nach Hühnchen...

> Kartoffeln habendem deutschen Bauern am 
> Anfang auch nicht geschmeckt.

Vor allem, als man noch die Früchte 
gegessen hat und daran gestorben ist.

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