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Groups > de.sci.physik > #142084
| From | Dieter Heidorn <d.heidorn@t-online.de> |
|---|---|
| Newsgroups | de.sci.physik |
| Subject | Re: Skin-Effekt |
| Date | 2022-09-25 18:49 +0200 |
| Message-ID | <jpbf5kFab4qU1@mid.individual.net> (permalink) |
| References | <tgnlju$3215f$1@dont-email.me> <jpamclF6ih5U1@mid.individual.net> <tgp8vn$2ucg$4@solani.org> <jpap9iF70rnU1@mid.individual.net> <tgpek5$2u8h$2@solani.org> |
Leo Baumann schrieb:
> Am 25.09.2022 um 12:36 schrieb Dieter Heidorn:
>>> Hi,
>>>
>>> nach Angaben von Prof. Symonyi, Technische Universität Budapest in
>>> "Theoretische Elektrotechnik" beruht der Skin-Effekt rein auf
>>> ohm'sche Einflüsse.
>>>
>>
>> Das ist falsch, da es um die Ausbreitung elektromagnetischer Wellen in
>> Leitern geht. Die wird nun einmal durch die Materialeigenschaften rho
>> und my beeinflusst.
>>
>> Was du und Simonyi vielleicht meinen: Bei hohen Frequenzen ist die
>> Eindringtiefe sehr klein, sodass die elektrischen und magnetischen
>> Felder bei einem Hohlleiter praktisch auf die isolierenden Räume
>> beschränkt sind. Der Stromfluss wird dann durch die Leitfähigkeit des
>> Leitermaterials beeinflusst.
>>
>> Literatur:
>> * John D. Jackson: Klassische ELektrodynamik
>> * Küpfmüller, Mathis, Reibiger: Theoretische Elektrotechnik
>> * Torsten Fließbach: Elektrodynamik
>> * Detlefsen, Siart: Grundlagen der Hochfrequenztechnik
>
> Was sagst Du denn dazu, was ich in dem Absatz unterhalb Gl. 7b in
> Folgendem geschrieben habe?
>
> www.leobaumann.de/Reflex.pdf
Meinst du das hier:
"eps_0 eps_r ist übrigens der Cosinus des Winkels des fließenden
Stromes zu dem Flächennormalenvektor auf Medium 2 im Raum. Dieser
Winkel wird bei fc 90°. Der Strom fließt also über die Oberfläche des
durch den Skineffektes entstandenen Kondensators C’ an der Grenzfläche
zwischen Medium 1 und 2.
Daraus wiederum kann man folgern, dass der Skin-Effekt keine
elektromagnetische Welle ist, wie einige Wissenschaftler behaupten,
sondern auf einem reinen Verdrängungsprozess von Ladungsträgern
beruht, mit ohm’scher Folge."
Dazu ist zu sagen:
1. "eps_0 eps_r" ist eine einheitenbehaftete Größe und kann daher nicht
der Cosinus eines Winkels sein.
2. Du betrachtest eine ebene elektromagnetische Welle, die aus Medium 1
kommend auf die Trennfläche zu einem Medium 2 trifft, wo sie
reflektiert und transmittiert wird. Der hier interessierende
transmittierte Anteil wird dann an einem Medium 3 total reflektiert.
y | E(x) e_y | || ||
| ^ | || ||
| x | | || ||
|------- |---> | || ||
/ k e_x | || ||
/ | || ||
Z | || ||
Medium 1 2 3
Dass der Strom im Medium 2 parallel zu den Trennflächen der Medien
fliesst, ist wegen der Beziehung
j = sigma E (sigma: el. Leitfähigkeit von Medium 2)
und der Stetigkeit der Tangentialkomponente des elektrischen Feldes
an Materialgrenzen trivial.
3. Daraus kann man also keineswegs folgern, "dass der Skin-Effekt keine
elektromagnetische Welle ist". Abgesehen davon ist die Formulierung
recht unglücklich. Der Skin-Effekt ist eine Stromverdrängung im
Innern eines Leiters, hervorgerufen durch hochfrequente
elektromagnetische Felder.
4. Bei deiner Anordnung breitet sich im Medium 2 die transmittierte
elektromagnetische Welle aus, und diese Welle ist ursächlich dafür,
dass sich eine in x-Richtung abnehmende (gedämpfte) Stromdichte
einstellt:
j(x,t) = sigma E(x,t) e_y .
5. Der Skin-Effekt, der etwa in
https://de.wikipedia.org/wiki/Skin-Effekt
betrachtet wird, geht davon aus, dass ein (z.B. zylindrischer)
metallischer Leiter einen hochfrequenten Wechselstrom führt. Dabei
bildet sich im Leiter ein in achsialer Richtung weisendes
elektrisches Feld aus:
E(x,t) = j(x,t) / sigma.
Da zeitlich veränderliche elektrische und magnetische Felder sich
wechselseitig bedingen, entsteht im Leiter eine geführte
elektromagnetische Welle. Aus den Maxwell-Gleichungen lässt sich dann
eine Diffusionsgleichung für die elektrische Feldstärke ableiten,
in deren Lösung die Skintiefe
delta = sqrt(2 / omega sigma my)
auftritt, welche die Stromverdrängung an den Rand des Leiters
beschreibt.
Noch eine Bemerkung zu deinem Text: Die Gleichung (8) für die
Eindringtiefe
delta = 3 / sqrt(pi f gamma)
kann nicht stimmen, wenn gamma die elektrische Leitfähigkeit sein soll.
delta hat danach nicht die Einheit einer Länge.
Gruß,
Dieter.
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Skin-Effekt Rolf Bombach <rolfnospambombach@invalid.invalid> - 2022-09-24 21:25 +0200
Re: Skin-Effekt Dieter Heidorn <d.heidorn@t-online.de> - 2022-09-25 11:47 +0200
Re: Skin-Effekt Leo Baumann <ib@leobaumann.de> - 2022-09-25 12:02 +0200
Re: Skin-Effekt Dieter Heidorn <d.heidorn@t-online.de> - 2022-09-25 12:36 +0200
Re: Skin-Effekt Leo Baumann <ib@leobaumann.de> - 2022-09-25 13:38 +0200
Re: Skin-Effekt Dieter Heidorn <d.heidorn@t-online.de> - 2022-09-25 18:49 +0200
Re: Skin-Effekt Leo Baumann <ib@leobaumann.de> - 2022-09-25 19:15 +0200
Re: Skin-Effekt Leo Baumann <ib@leobaumann.de> - 2022-09-25 19:31 +0200
Re: Skin-Effekt Leo Baumann <ib@leobaumann.de> - 2022-09-25 19:45 +0200
Re: Skin-Effekt Dieter Heidorn <d.heidorn@t-online.de> - 2022-09-25 20:32 +0200
Re: Skin-Effekt Leo Baumann <ib@leobaumann.de> - 2022-09-25 20:37 +0200
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Re: Skin-Effekt Rolf Bombach <rolfnospambombach@invalid.invalid> - 2022-09-26 22:04 +0200
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