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Groups > de.sci.electronics > #294632 > unrolled thread

Recyclingmethode zu gefährlich?

Started byReinhard Zwirner <reinhard.zwirner@t-online.de>
First post2020-12-01 17:37 +0100
Last post2020-12-02 14:06 -0800
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Contents

  Recyclingmethode zu gefährlich? Reinhard Zwirner <reinhard.zwirner@t-online.de> - 2020-12-01 17:37 +0100
    Re: Recyclingmethode zu gefährlich? Sebastin Wolf <invaild@invaild.net> - 2020-12-01 17:39 +0100
    Re: Recyclingmethode zu gefährlich? Gerrit Heitsch <gerrit@laosinh.s.bawue.de> - 2020-12-01 17:53 +0100
      Re: Recyclingmethode zu gefährlich? Rainer Knaepper <rainerk@smial.prima.de> - 2020-12-02 10:36 +0100
    Re: Recyclingmethode zu gefährlich? Tante Emma <invalid@invalid.invalid> - 2020-12-01 17:56 +0100
      Re: Recyclingmethode zu gefährlich? Sebastin Wolf <invaild@invaild.net> - 2020-12-01 18:12 +0100
    Re: Recyclingmethode zu gefährlich? Joerg <news@analogconsultants.com> - 2020-12-01 10:25 -0800
      Re: Recyclingmethode zu gefährlich? Holger <invalid@invalid.invalid> - 2020-12-01 22:22 +0100
        Re: Recyclingmethode zu gefährlich? Joerg <news@analogconsultants.com> - 2020-12-01 21:53 -0800
          Re: Recyclingmethode zu gefährlich? Holger <invalid@invalid.invalid> - 2020-12-02 08:47 +0100
            Re: Recyclingmethode zu gefährlich? Gerrit Heitsch <gerrit@laosinh.s.bawue.de> - 2020-12-02 08:55 +0100
    Re: Recyclingmethode zu gefährlich? Hanno Foest <hurga-news2@tigress.com> - 2020-12-02 10:38 +0100
      Re: Recyclingmethode zu gefährlich? "Chr. Maercker" <Zweistein@gmx-topmail.de> - 2020-12-02 13:08 +0100
        Re: Recyclingmethode zu gefährlich? Hartmut Kraus <hartmut.melina@web.de> - 2020-12-02 14:01 +0100
          Re: Recyclingmethode zu gefährlich? "Chr. Maercker" <Zweistein@gmx-topmail.de> - 2020-12-03 12:31 +0100
            Re: Recyclingmethode zu gefährlich? Hartmut Kraus <hartmut.melina@web.de> - 2020-12-03 15:48 +0100
              Re: Recyclingmethode zu gefährlich? "Chr. Maercker" <Zweistein@gmx-topmail.de> - 2020-12-03 17:57 +0100
                Re: Recyclingmethode zu gefährlich? Hartmut Kraus <hartmut.melina@web.de> - 2020-12-03 18:05 +0100
                  Re: Recyclingmethode zu gefährlich? "Chr. Maercker" <Zweistein@gmx-topmail.de> - 2020-12-04 08:16 +0100
                  Re: Recyclingmethode zu gefährlich? Rolf Bombach <rolfnospambombach@invalid.invalid> - 2020-12-16 21:29 +0100
      Re: Recyclingmethode zu gefährlich? Marcel Mueller <news.5.maazl@spamgourmet.org> - 2020-12-02 17:55 +0100
        Re: Recyclingmethode zu gefährlich? Joerg <news@analogconsultants.com> - 2020-12-02 14:06 -0800

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#294632 — Recyclingmethode zu gefährlich?

FromReinhard Zwirner <reinhard.zwirner@t-online.de>
Date2020-12-01 17:37 +0100
SubjectRecyclingmethode zu gefährlich?
Message-ID<i2n9qeF3tqpU1@mid.individual.net>
Hi,

vermutlich hat der eine oder die andere daheim Dinge rumliegen, die
nicht weggeworfen wurden, weil "man" sie ja noch mal gebrauchen
könnte. Bzgl. von Netztrafos hätte ich da mal 'ne Frage.

Die älteren Typen sind in der Regel für eine Primärspannung von 220 V
ausgelegt. Bei der heutigen Nenn-Netzspannung von 230 V, die durchaus
auch öfter höhere Werte annehmen kann, scheint es - zumindest bei
kleineren Trafoausführungen - nicht allzu abwegig zu befürchten, daß
der Kern solcher Trafos dann auch mal in die Sättigung kommt. Oder
ist diese Angst abwegig?

Eine Abhilfe könnte sein, ggf. eine nicht benötigte Sekundärwicklung,
die um die 10 V liefert, (naatürlich phasenrichtig) in Reihe zur
Primärwicklung zu schalten, um möglicher Sättigung entgegenzuwirken.
Dagegen könnte sprechen, daß die nötige Isolation zwischen Primär-
und Sekundärwicklung dann nicht mehr gegeben ist. Oder sind auch die
Sekundärwicklungen untereinander ausreichend isoliert?

Um Meinungen dazu bittet

Reinhard

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#294633

FromSebastin Wolf <invaild@invaild.net>
Date2020-12-01 17:39 +0100
Message-ID<rq5rku$17es$2@gioia.aioe.org>
In reply to#294632
Am 01.12.2020 um 17:37 schrieb Reinhard Zwirner:
> Die älteren Typen sind in der Regel für eine Primärspannung von 220 V
> ausgelegt. Bei der heutigen Nenn-Netzspannung von 230 V, die durchaus
> auch öfter höhere Werte annehmen kann, scheint es - zumindest bei
> kleineren Trafoausführungen - nicht allzu abwegig zu befürchten, daß
> der Kern solcher Trafos dann auch mal in die Sättigung kommt. Oder
> ist diese Angst abwegig?

Einfach messen.


> Eine Abhilfe könnte sein, ggf. eine nicht benötigte Sekundärwicklung,
> die um die 10 V liefert, (naatürlich phasenrichtig) in Reihe zur
> Primärwicklung zu schalten, um möglicher Sättigung entgegenzuwirken.
> Dagegen könnte sprechen, daß die nötige Isolation zwischen Primär-
> und Sekundärwicklung dann nicht mehr gegeben ist. Oder sind auch die
> Sekundärwicklungen untereinander ausreichend isoliert?

Letzteres, aber man kann ja einen separaten 12V Trafo nehmen.

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#294634

FromGerrit Heitsch <gerrit@laosinh.s.bawue.de>
Date2020-12-01 17:53 +0100
Message-ID<rq5sel$63u$1@news.bawue.net>
In reply to#294632
On 12/1/20 5:37 PM, Reinhard Zwirner wrote:
> Hi,
> 
> vermutlich hat der eine oder die andere daheim Dinge rumliegen, die
> nicht weggeworfen wurden, weil "man" sie ja noch mal gebrauchen
> könnte. Bzgl. von Netztrafos hätte ich da mal 'ne Frage.
> 
> Die älteren Typen sind in der Regel für eine Primärspannung von 220 V
> ausgelegt. Bei der heutigen Nenn-Netzspannung von 230 V, die durchaus
> auch öfter höhere Werte annehmen kann, scheint es - zumindest bei
> kleineren Trafoausführungen - nicht allzu abwegig zu befürchten, daß
> der Kern solcher Trafos dann auch mal in die Sättigung kommt. Oder
> ist diese Angst abwegig?

Ziemlich abwegig. Ich benutze hin und wieder alte Computer aus den 80ern 
und dort sind die Netzteile alle für 220V gedacht. Bisher gab es damit 
noch keine Probleme obwohl hier 235V an der Steckdose anliegen.

Da ist eher die höhere Sekundärspannung ein Problem da damals meist 
Linearregler verbaut wurden die jetzt mehr Leistung verbraten müssen.


> Eine Abhilfe könnte sein, ggf. eine nicht benötigte Sekundärwicklung,
> die um die 10 V liefert, (naatürlich phasenrichtig) in Reihe zur
> Primärwicklung zu schalten, um möglicher Sättigung entgegenzuwirken.
> Dagegen könnte sprechen, daß die nötige Isolation zwischen Primär-
> und Sekundärwicklung dann nicht mehr gegeben ist. Oder sind auch die
> Sekundärwicklungen untereinander ausreichend isoliert?

Nicht so gut wie zwischen Primär und Sekundärseite. Schau dir einen 
Trafo an, die Primärseite hat üblicherweise eine eigene Wicklungskammer 
während sich alle Sekundärwicklungen eine weitere teilen. Würde ich 
nicht machen.

  Gerrit

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#294680

FromRainer Knaepper <rainerk@smial.prima.de>
Date2020-12-02 10:36 +0100
Message-ID<FM7qccWirLB@smial.prima.de>
In reply to#294634
gerrit@laosinh.s.bawue.de (Gerrit Heitsch)  am 01.12.20 um 17:53:
> On 12/1/20 5:37 PM, Reinhard Zwirner wrote:
>> Hi,
>>
>> vermutlich hat der eine oder die andere daheim Dinge rumliegen,
>> die nicht weggeworfen wurden, weil "man" sie ja noch mal
>> gebrauchen könnte. Bzgl. von Netztrafos hätte ich da mal 'ne
>> Frage.
>>
>> Die älteren Typen sind in der Regel für eine Primärspannung von
>> 220 V ausgelegt. Bei der heutigen Nenn-Netzspannung von 230 V, die
>> durchaus auch öfter höhere Werte annehmen kann, scheint es -
>> zumindest bei kleineren Trafoausführungen - nicht allzu abwegig zu
>> befürchten, daß der Kern solcher Trafos dann auch mal in die
>> Sättigung kommt. Oder ist diese Angst abwegig?

> Ziemlich abwegig. Ich benutze hin und wieder alte Computer aus den
> 80ern und dort sind die Netzteile alle für 220V gedacht. Bisher gab
> es damit noch keine Probleme obwohl hier 235V an der Steckdose
> anliegen.

Vor Jahren ist mir mal ein konventioneller Halogentrafo abgeraucht.
Eine zweite Lampe (anderer Hersteller), ebenfalls für 220V
(Ringkerntrafo), tut bis heute. Ebenso problemlos das Netzteil eines
uralten Kofferradios aus den 1960ern und ein primitiver Bleiakkulader,
den ich irgendwann mal umgebaut hatte, um damit im Bastelkeller ein
ausgemustertes CB-Funk-Autoradio zu betreiben. Einen beinahe ebenso
alten Modellbahntrafo habe ich damals entsorgt, weil der nach der
Umstellung auch ohne Last ziemlich warm wurde. Man kann es also nicht
verallgemeinern, denke ich.

> Da ist eher die höhere Sekundärspannung ein Problem da damals meist
> Linearregler verbaut wurden die jetzt mehr Leistung verbraten
> müssen.

+1

>> Eine Abhilfe könnte sein, ggf. eine nicht benötigte
>> Sekundärwicklung, die um die 10 V liefert, (naatürlich
>> phasenrichtig) in Reihe zur Primärwicklung zu schalten, um
>> möglicher Sättigung entgegenzuwirken. Dagegen könnte sprechen, daß
>> die nötige Isolation zwischen Primär- und Sekundärwicklung dann
>> nicht mehr gegeben ist. Oder sind auch die Sekundärwicklungen
>> untereinander ausreichend isoliert?

> Nicht so gut wie zwischen Primär und Sekundärseite. Schau dir einen
> Trafo an, die Primärseite hat üblicherweise eine eigene
> Wicklungskammer während sich alle Sekundärwicklungen eine weitere
> teilen. Würde ich nicht machen.

Genau: Nicht machen. Auch Einkammertrafos oder Ringkerne haben
gewöhnlich und aus Gründen eine vestärkte Isolierung zwischen Primär-
und Sekundärwicklungen.

Rainer

-- 
DRM ist nichts weiter als die Knute, die das Denk- und Redeverbot
mit allen Mechanismen und aller Härte des Gesetzes bis in das letzte
Haushaltsgerät verbreiten wird. (Benedict Mangelsdorff in ger.ct)

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#294635

FromTante Emma <invalid@invalid.invalid>
Date2020-12-01 17:56 +0100
Message-ID<rq5sjo$1qm0$1@gioia.aioe.org>
In reply to#294632
Am 01.12.20 um 17:37 schrieb Reinhard Zwirner:

> Um Meinungen dazu bittet

Nach meiner Meinung ist das nicht wirklich problematisch, wenn man
ältere Trafos einfach weiterverwendet.

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#294636

FromSebastin Wolf <invaild@invaild.net>
Date2020-12-01 18:12 +0100
Message-ID<rq5tij$981$1@gioia.aioe.org>
In reply to#294635
Am 01.12.2020 um 17:56 schrieb Holger Bruns:
> Nach meiner Meinung ist das nicht wirklich problematisch, wenn man
> ältere Trafos einfach weiterverwendet.



Am 01.12.2020 um 15:29 schrieb Holger Bruns:
 > Ich finde das absolut pervers, wie dummdreist hier über Leute hergezogen
 > wird und habe absolut keinen Grund mehr, hier noch einmal beitragen zu
 > wollen.

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#294640

FromJoerg <news@analogconsultants.com>
Date2020-12-01 10:25 -0800
Message-ID<i2ng43F556bU1@mid.individual.net>
In reply to#294632
On 12/1/20 8:37 AM, Reinhard Zwirner wrote:
> Hi,
> 
> vermutlich hat der eine oder die andere daheim Dinge rumliegen, die
> nicht weggeworfen wurden, weil "man" sie ja noch mal gebrauchen
> könnte. Bzgl. von Netztrafos hätte ich da mal 'ne Frage.
> 
> Die älteren Typen sind in der Regel für eine Primärspannung von 220 V
> ausgelegt. Bei der heutigen Nenn-Netzspannung von 230 V, die durchaus
> auch öfter höhere Werte annehmen kann, scheint es - zumindest bei
> kleineren Trafoausführungen - nicht allzu abwegig zu befürchten, daß
> der Kern solcher Trafos dann auch mal in die Sättigung kommt. Oder
> ist diese Angst abwegig?
> 
> Eine Abhilfe könnte sein, ggf. eine nicht benötigte Sekundärwicklung,
> die um die 10 V liefert, (naatürlich phasenrichtig) in Reihe zur
> Primärwicklung zu schalten, um möglicher Sättigung entgegenzuwirken.
> Dagegen könnte sprechen, daß die nötige Isolation zwischen Primär-
> und Sekundärwicklung dann nicht mehr gegeben ist. Oder sind auch die
> Sekundärwicklungen untereinander ausreichend isoliert?
> 
> Um Meinungen dazu bittet
> 

Einfache Methode zum Test: Regeltrafo nehmen, der bis 240V oder so 
kommt. Wenn nicht vorhanden, mit Spartrafo-Schaltung am Ausgang 
erhoehen. Dann Amperemeter in Serie haengen und die Spannung hochdrehen. 
Dabei sieht man, ob es am oberen Ende zu harter Saettigung kommt und bei 
welcher Spannung.

Kritisch wurde das IME fast nur bei Geraeten z.B. amerikanischer 
Herkunft, die noch fuer 110V ausgelegt waren und durch Serienschaltung 
zweier Primaerwicklungen auf 220V geschaltet sind. Denn deren Trafo 
wurde i.d.R. fuer 60Hz ausgelegt.

Das deutsche Netz ist recht stabil und geht selten weit ueber die 
Sollspannung. Australien ist dabei ein ganz anderes und unangenehmes 
Thema, habe ich gerade mal wieder mit zu tun.

-- 
Gruesse, Joerg

http://www.analogconsultants.com/

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#294643

FromHolger <invalid@invalid.invalid>
Date2020-12-01 22:22 +0100
Message-ID<rq6c78$1o5d$1@gioia.aioe.org>
In reply to#294640
Am 01.12.20 um 19:25 schrieb Joerg:

> Das deutsche Netz ist recht stabil und geht selten weit ueber die
> Sollspannung. Australien ist dabei ein ganz anderes und unangenehmes
> Thema, habe ich gerade mal wieder mit zu tun.

Es sind nur 10 Volt mehr, was den Effektivwert betrifft. Das sind gerade
mal 5 Prozent der vorherigen Spannung. Nach meiner Erfahrung mit älteren
Geräten wird das problemlos weggesteckt.

Zum Problem wird das Thema mit dem Netztrafo nur, wenn dieser Trafo für
ungewöhnliche Netzspannungen unter 220 Volt ausgelegt wurde und auch
nicht umschaltbar ist. Da hilft dann nur ein neuer Trafo. Wenn man gerne
bastelt, vielleicht auch eine Vorschaltspule.

Holger


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#294651

FromJoerg <news@analogconsultants.com>
Date2020-12-01 21:53 -0800
Message-ID<i2ooeuFcd94U1@mid.individual.net>
In reply to#294643
On 12/1/20 1:22 PM, Holger wrote:
> Am 01.12.20 um 19:25 schrieb Joerg:
> 
>> Das deutsche Netz ist recht stabil und geht selten weit ueber die
>> Sollspannung. Australien ist dabei ein ganz anderes und unangenehmes
>> Thema, habe ich gerade mal wieder mit zu tun.
> 
> Es sind nur 10 Volt mehr, was den Effektivwert betrifft. Das sind gerade
> mal 5 Prozent der vorherigen Spannung. Nach meiner Erfahrung mit älteren
> Geräten wird das problemlos weggesteckt.
> 
> Zum Problem wird das Thema mit dem Netztrafo nur, wenn dieser Trafo für
> ungewöhnliche Netzspannungen unter 220 Volt ausgelegt wurde und auch
> nicht umschaltbar ist. Da hilft dann nur ein neuer Trafo. Wenn man gerne
> bastelt, vielleicht auch eine Vorschaltspule.
> 

Japanische 100V Geraete? Das habe ich immer per Spartrafo erledigt. Das 
wird dann auch nicht gross oder teuer.

-- 
Gruesse, Joerg

http://www.analogconsultants.com/

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#294655

FromHolger <invalid@invalid.invalid>
Date2020-12-02 08:47 +0100
Message-ID<rq7grd$1mst$1@gioia.aioe.org>
In reply to#294651
Am 02.12.20 um 06:53 schrieb Joerg:
> On 12/1/20 1:22 PM, Holger wrote:
>> Am 01.12.20 um 19:25 schrieb Joerg:
>>
>>> Das deutsche Netz ist recht stabil und geht selten weit ueber die
>>> Sollspannung. Australien ist dabei ein ganz anderes und unangenehmes
>>> Thema, habe ich gerade mal wieder mit zu tun.
>>
>> Es sind nur 10 Volt mehr, was den Effektivwert betrifft. Das sind gerade
>> mal 5 Prozent der vorherigen Spannung. Nach meiner Erfahrung mit älteren
>> Geräten wird das problemlos weggesteckt.
>>
>> Zum Problem wird das Thema mit dem Netztrafo nur, wenn dieser Trafo für
>> ungewöhnliche Netzspannungen unter 220 Volt ausgelegt wurde und auch
>> nicht umschaltbar ist. Da hilft dann nur ein neuer Trafo. Wenn man gerne
>> bastelt, vielleicht auch eine Vorschaltspule.
>>
> 
> Japanische 100V Geraete? Das habe ich immer per Spartrafo erledigt. Das
> wird dann auch nicht gross oder teuer.

Ja, oder Geräte für 180 Volt oder so. Denen kann man dann einen
Spartrafo vorschalten, stimmt. Aber wenn es einem der Kasten wert ist,
schaut man mal nach, ob es vom Hersteller noch Netztrafos für andere
Netzspannungen gibt. US-Versionen und europäische Versionen dürften sich
deutlich häufiger verkaufen.

Holger

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#294656

FromGerrit Heitsch <gerrit@laosinh.s.bawue.de>
Date2020-12-02 08:55 +0100
Message-ID<rq7h97$spg$1@news.bawue.net>
In reply to#294655
On 12/2/20 8:47 AM, Holger wrote:
> Am 02.12.20 um 06:53 schrieb Joerg:
>> On 12/1/20 1:22 PM, Holger wrote:
>>> Am 01.12.20 um 19:25 schrieb Joerg:
>>>
>>>> Das deutsche Netz ist recht stabil und geht selten weit ueber die
>>>> Sollspannung. Australien ist dabei ein ganz anderes und unangenehmes
>>>> Thema, habe ich gerade mal wieder mit zu tun.
>>>
>>> Es sind nur 10 Volt mehr, was den Effektivwert betrifft. Das sind gerade
>>> mal 5 Prozent der vorherigen Spannung. Nach meiner Erfahrung mit älteren
>>> Geräten wird das problemlos weggesteckt.
>>>
>>> Zum Problem wird das Thema mit dem Netztrafo nur, wenn dieser Trafo für
>>> ungewöhnliche Netzspannungen unter 220 Volt ausgelegt wurde und auch
>>> nicht umschaltbar ist. Da hilft dann nur ein neuer Trafo. Wenn man gerne
>>> bastelt, vielleicht auch eine Vorschaltspule.
>>>
>>
>> Japanische 100V Geraete? Das habe ich immer per Spartrafo erledigt. Das
>> wird dann auch nicht gross oder teuer.
> 
> Ja, oder Geräte für 180 Volt oder so. Denen kann man dann einen
> Spartrafo vorschalten, stimmt. Aber wenn es einem der Kasten wert ist,
> schaut man mal nach, ob es vom Hersteller noch Netztrafos für andere
> Netzspannungen gibt. US-Versionen und europäische Versionen dürften sich
> deutlich häufiger verkaufen.

Wenn so ein altes Gerät für 220V einen primärseitig umschaltbaren Trafo 
hat sollte man nachsehen ob 240V selektiert werden können. Das kann 
einiges an Wärmeentwicklung sparen.

  Gerrit

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#294660

FromHanno Foest <hurga-news2@tigress.com>
Date2020-12-02 10:38 +0100
Message-ID<i2p5k2FeschU1@mid.individual.net>
In reply to#294632
Am 01.12.20 um 17:37 schrieb Reinhard Zwirner:

> Die älteren Typen sind in der Regel für eine Primärspannung von 220 V
> ausgelegt. Bei der heutigen Nenn-Netzspannung von 230 V, die durchaus
> auch öfter höhere Werte annehmen kann, scheint es - zumindest bei
> kleineren Trafoausführungen - nicht allzu abwegig zu befürchten, daß
> der Kern solcher Trafos dann auch mal in die Sättigung kommt. Oder
> ist diese Angst abwegig?

Kommt wohl auf den Einzelfall an. Ich meinte mich zu erinnern, daß man 
die Umstellung durch Ausnutzung des erlaubten Toleranzbereichs der alten 
Netzspannung hinbekommen hätte, und gleichzeitige Limitierung der 
Abweichung nach oben. Letzteres ist aber wohl inzwischen nicht mehr der 
Fall:

https://de.wikipedia.org/wiki/Netzspannung#Geschichte

Hanno

-- 
The modern conservative is engaged in one of man's oldest exercises in
moral philosophy; that is, the search for a superior moral justification
for selfishness.
- John Kenneth Galbraith

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#294661

From"Chr. Maercker" <Zweistein@gmx-topmail.de>
Date2020-12-02 13:08 +0100
Message-ID<rq803k$qr0$1@solani.org>
In reply to#294660
Hanno Foest wrote:
> Kommt wohl auf den Einzelfall an. Ich meinte mich zu erinnern, daß man
> die Umstellung durch Ausnutzung des erlaubten Toleranzbereichs der alten
> Netzspannung hinbekommen hätte, und gleichzeitige Limitierung der
> Abweichung nach oben. Letzteres ist aber wohl inzwischen nicht mehr der
> Fall:

> https://de.wikipedia.org/wiki/Netzspannung#Geschichte

Die schreiben, Anno 1987 wäre *europaweit* auf 230V umgestellt worden.
Galt das auch für den Ostblock? In der DDR war das nämlich nie Thema.
Und es gab null Probleme mit alten Geräten, alten Netztrafos,
Glühbirnen, ...
Hierzugegend brennt erst seit gut einem Jahr auffallend viel Glühobst
durch. Da kann es kaum Zusammenhänge mit der erhöhten Netzspannung
geben, es sei denn, es werden noch Restbestände von VEB Narva verheizt.
Muss glatt mal nachsehen, ob das noch solche Relikte sind, falls weitere
durchbrennen. Hab die kaputten leider schon weggeschmissen.
-- 


			CU	Chr. Maercker.

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#294662

FromHartmut Kraus <hartmut.melina@web.de>
Date2020-12-02 14:01 +0100
Message-ID<rq837h$tir$1@solani.org>
In reply to#294661
Am 02.12.20 um 13:08 schrieb Chr. Maercker:
> Die schreiben, Anno 1987 wäre *europaweit* auf 230V umgestellt worden.
> Galt das auch für den Ostblock? In der DDR war das nämlich nie Thema.

Ich wüsste auch nicht. Das wäre mit unserem Netz kaum möglich gewesen. 
Damit haben wir doch ständig an der Grenze des Machbaren gearbeitet. ;) 
Ein Indiz für den Verbraucher waren die netzsynchronisierten 
Digitaluhren aus dem Westen, die bei uns immer so 10min am Tag 
nachgingen. ;)

Ich habe ja auch mal beim Energiekombinat gearbeitet, aber (in den 
Netzleitstellen Erfurt für Strom und Fernwärme) nur mit den Ohren 
geschlackert, als ich sah, was die Dispatcher so veranstalten /mussten/, 
um das Netz stabil zu halten. Einer meinte mal zu mir (Fernwärme, also 
Dampf): "Was ich jetzt hier mache, haben wir erst vor kurzem in einer 
Schulung für Havariefälle gelernt." ;) Da war aber keine Havarie, das 
war der eher "normale" Betrieb. ;)

Die von der Strom-Neko waren nach der Maueröffnung mal zu Besuch bei 
ihren West-Kollegen. Das war wohl als Erfahrungsaustausch geplant, aber 
mit ihrer Frage "wie geht ihr mit Störungen um" ernteten sie nur 
Unverständnis. "Störungen?" Das kannten die gar nicht.

> Und es gab null Probleme mit alten Geräten, alten Netztrafos,
> Glühbirnen, ...

Jo, dass einige Zeit nach der Wende 230V Mode waren, hab' ich auch nur 
gelesen, kein überfordertes Gerät erlebt.

> Hierzugegend brennt erst seit gut einem Jahr auffallend viel Glühobst
> durch. Da kann es kaum Zusammenhänge mit der erhöhten Netzspannung
> geben, es sei denn, es werden noch Restbestände von VEB Narva verheizt.
> Muss glatt mal nachsehen, ob das noch solche Relikte sind, falls weitere
> durchbrennen. 

Musst du nicht. Bei mir waren solche "Relikte" bis vor wenigen Jahren 
noch in Betrieb. Von NARVA habe ich nie so einen Schund erlebt wie das 
Glühobst, das mir heute regelmäßig um die Ohren fliegt. Hauptsächlich in 
der Dunstabzugshaube über dem Herd (dabei koche ich kaum). Und da steht 
ganz groß "Bosch" drauf. ;) Ok, nicht auf den Glühlampen, aber irgendwie 
müssen die Entwickler sich da etwas vertan haben. Ich bin schon von der 
Originalbestückung (40W) auf 25W 'runtergegangen, trotzdem kann ich nach 
dem Auswechseln einer Lampe darauf warten, das die sich auch wieder beim 
Einschalten mit einem Knall verabschiedet.


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#294695

From"Chr. Maercker" <Zweistein@gmx-topmail.de>
Date2020-12-03 12:31 +0100
Message-ID<rqai9n$p64$1@solani.org>
In reply to#294662
Hartmut Kraus wrote:
> Am 02.12.20 um 13:08 schrieb Chr. Maercker:
>> Die schreiben, Anno 1987 wäre *europaweit* auf 230V umgestellt worden.
>> Galt das auch für den Ostblock? In der DDR war das nämlich nie Thema.

> Ich wüsste auch nicht. Das wäre mit unserem Netz kaum möglich gewesen.
> Damit haben wir doch ständig an der Grenze des Machbaren gearbeitet. ;)
> Ein Indiz für den Verbraucher waren die netzsynchronisierten
> Digitaluhren aus dem Westen, die bei uns immer so 10min am Tag
> nachgingen. ;)

So habe ich das DDR-Stromnetz in Erinnerung, allerdings war es WIMRE vor
ca. 1980 noch schlimmer.

> Ich habe ja auch mal beim Energiekombinat gearbeitet, aber (in den
> Netzleitstellen Erfurt für Strom und Fernwärme) nur mit den Ohren
> geschlackert, als ich sah, was die Dispatcher so veranstalten /mussten/,
> um das Netz stabil zu halten. Einer meinte mal zu mir (Fernwärme, also
> Dampf): "Was ich jetzt hier mache, haben wir erst vor kurzem in einer
> Schulung für Havariefälle gelernt." ;) Da war aber keine Havarie, das
> war der eher "normale" Betrieb. ;)

So etwa. Andererseits hatten die Netzwarte einen zwar sehr
verantwortungsvollen, aber ansonsten recht entspannten Job. So
jedenfalls beobachtet ca. 1985 im Gaskraftwerk des CKB.

> Die von der Strom-Neko waren nach der Maueröffnung mal zu Besuch bei
> ihren West-Kollegen. Das war wohl als Erfahrungsaustausch geplant, aber
> mit ihrer Frage "wie geht ihr mit Störungen um" ernteten sie nur
> Unverständnis. "Störungen?" Das kannten die gar nicht.

Erstaunlicherweise hat sich das wenig geändert, allen Unkenrufen betr.
erneuerbaren Energien zum Trotz.

>> Hierzugegend brennt erst seit gut einem Jahr auffallend viel Glühobst
>> durch. Da kann es kaum Zusammenhänge mit der erhöhten Netzspannung
>> geben, es sei denn, es werden noch Restbestände von VEB Narva verheizt.
>> Muss glatt mal nachsehen, ob das noch solche Relikte sind, falls weitere
>> durchbrennen. 

> Musst du nicht. Bei mir waren solche "Relikte" bis vor wenigen Jahren
> noch in Betrieb. Von NARVA habe ich nie so einen Schund erlebt wie das
> Glühobst, das mir heute regelmäßig um die Ohren fliegt. 

Stark anzunehmen. Einer meiner beiden Irrtümer über den Realsozialismus
war, schlechte Qualität, die es auch damals gab, könne nur von Betrieben
produziert werden, die keine Konkurrenz haben. Der andere war, die
realsoz. Bürokratie würde allzu viele Ressourcen fressen und wäre
deshalb ein Hauptgrund für die miserable Wirtschaftsentwicklung.

Hauptsächlich in
> der Dunstabzugshaube über dem Herd (dabei koche ich kaum). Und da steht
> ganz groß "Bosch" drauf. ;) Ok, nicht auf den Glühlampen, aber irgendwie
> müssen die Entwickler sich da etwas vertan haben. Ich bin schon von der
> Originalbestückung (40W) auf 25W 'runtergegangen, trotzdem kann ich nach
> dem Auswechseln einer Lampe darauf warten, das die sich auch wieder beim
> Einschalten mit einem Knall verabschiedet.

Dunstabzüge haben so ihre Tücken. Ich hatte eine, in deren Beleuchtung
reproduzierbar Kurzschlüsse auftraten, die aber mit Ohmmeter absolut
nicht messbar waren. Ein Elektriker erklärte mir das Phänomen: nur bei
220V backen Fettreste etc. in der Glühlampenfassung zu leitfähigen
Kohlen zusammen.

-- 


			CU	Chr. Maercker.

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#294714

FromHartmut Kraus <hartmut.melina@web.de>
Date2020-12-03 15:48 +0100
Message-ID<rqatr2$2tb$1@solani.org>
In reply to#294695
Am 03.12.20 um 12:31 schrieb Chr. Maercker:
> Hartmut Kraus wrote:
>> Von NARVA habe ich nie so einen Schund erlebt wie das
>> Glühobst, das mir heute regelmäßig um die Ohren fliegt.
> 
> Stark anzunehmen. Einer meiner beiden Irrtümer über den Realsozialismus
> war, schlechte Qualität, die es auch damals gab, könne nur von Betrieben
> produziert werden, die keine Konkurrenz haben. 

Naja, gute Qualität als Voraussetzung für lange Lebensdauer wurde aber 
auch nur mehr oder weniger "notgedrungen" produziert. Produktion von 
Wegwerfartikeln konnten wir uns bei der ewigen Materialknappheit einfach 
nicht leisten.

> Der andere war, die
> realsoz. Bürokratie würde allzu viele Ressourcen fressen und wäre
> deshalb ein Hauptgrund für die miserable Wirtschaftsentwicklung.

Das war aber kein Irrtum, das war so.

> Hauptsächlich in
>> der Dunstabzugshaube über dem Herd (dabei koche ich kaum). Und da steht
>> ganz groß "Bosch" drauf. ;) Ok, nicht auf den Glühlampen, aber irgendwie
>> müssen die Entwickler sich da etwas vertan haben. Ich bin schon von der
>> Originalbestückung (40W) auf 25W 'runtergegangen, trotzdem kann ich nach
>> dem Auswechseln einer Lampe darauf warten, das die sich auch wieder beim
>> Einschalten mit einem Knall verabschiedet.
> 
> Dunstabzüge haben so ihre Tücken. Ich hatte eine, in deren Beleuchtung
> reproduzierbar Kurzschlüsse auftraten, die aber mit Ohmmeter absolut
> nicht messbar waren. Ein Elektriker erklärte mir das Phänomen: nur bei
> 220V backen Fettreste etc. in der Glühlampenfassung zu leitfähigen
> Kohlen zusammen.

Hm, ein Kurzschluss in der Fassung dürfte doch aber die Glühlampe nicht 
jucken?



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#294735

From"Chr. Maercker" <Zweistein@gmx-topmail.de>
Date2020-12-03 17:57 +0100
Message-ID<rqb5di$9bs$1@solani.org>
In reply to#294714
Hartmut Kraus wrote:
> Naja, gute Qualität als Voraussetzung für lange Lebensdauer wurde aber
> auch nur mehr oder weniger "notgedrungen" produziert. Produktion von
> Wegwerfartikeln konnten wir uns bei der ewigen Materialknappheit einfach
> nicht leisten.

Bis in die 1969er wurden viele Produkte nach Plänen oder wenigstens
Konzepten konstruiert, die auf Reichszeiten zurückgehen. Später ließ die
Qualität auch in der DDR merklich nach, sie kam aber nie auf den Level
heutiger Schundware.

>> Der andere war, die
>> realsoz. Bürokratie würde allzu viele Ressourcen fressen und wäre
>> deshalb ein Hauptgrund für die miserable Wirtschaftsentwicklung.

> Das war aber kein Irrtum, das war so.

Nö. Die heutige Bürokratie ist um Größenordnungen aufgeblähter. Die
Produktivitiät der Wirschaft liegt lediglich eine weitere Größenordnung
darüber. ;-)

>> Dunstabzüge haben so ihre Tücken. Ich hatte eine, in deren Beleuchtung
>> reproduzierbar Kurzschlüsse auftraten, die aber mit Ohmmeter absolut
>> nicht messbar waren. Ein Elektriker erklärte mir das Phänomen: nur bei
>> 220V backen Fettreste etc. in der Glühlampenfassung zu leitfähigen
>> Kohlen zusammen.

> Hm, ein Kurzschluss in der Fassung dürfte doch aber die Glühlampe nicht
> jucken?

Die brauchtest Du gar nicht reinzudrehen. ;-)
-- 


			CU	Chr. Maercker.

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#294737

FromHartmut Kraus <hartmut.melina@web.de>
Date2020-12-03 18:05 +0100
Message-ID<rqb5tf$9sj$1@solani.org>
In reply to#294735
Am 03.12.20 um 17:57 schrieb Chr. Maercker:
> Hartmut Kraus wrote:
>> Naja, gute Qualität als Voraussetzung für lange Lebensdauer wurde aber
>> auch nur mehr oder weniger "notgedrungen" produziert. Produktion von
>> Wegwerfartikeln konnten wir uns bei der ewigen Materialknappheit einfach
>> nicht leisten.
> 
> Bis in die 1969er wurden viele Produkte nach Plänen oder wenigstens
> Konzepten konstruiert, die auf Reichszeiten zurückgehen. Später ließ die
> Qualität auch in der DDR merklich nach, sie kam aber nie auf den Level
> heutiger Schundware.
> 
>>> Der andere war, die
>>> realsoz. Bürokratie würde allzu viele Ressourcen fressen und wäre
>>> deshalb ein Hauptgrund für die miserable Wirtschaftsentwicklung.
> 
>> Das war aber kein Irrtum, das war so.
> 
> Nö. Die heutige Bürokratie ist um Größenordnungen aufgeblähter. Die
> Produktivitiät der Wirschaft liegt lediglich eine weitere Größenordnung
> darüber. ;-)

Schon, aber warum reichte die Produktivität der DDR-Wirtschaft nie an 
die westliche heran? (Nur mit dem großen Maul: "Überholen ohne 
einzuholen" und so.) ;)

/Das/ war zum Großteil das "Verdienst" der SED-Politbürokratie. Unsere 
Arbeiter waren nicht fauler und unsere Ings. nicht dümmer als die im 
Westen, und mit Rohstoffen war der Westen auch nicht gerade gesegnet.

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#294769

From"Chr. Maercker" <Zweistein@gmx-topmail.de>
Date2020-12-04 08:16 +0100
Message-ID<rqcnnp$d1i$1@solani.org>
In reply to#294737
Hartmut Kraus wrote:
[Die heutige Bürokratie ist um Größenordnungen aufgeblähter als im
Realsozialismus.
Die Produktivitiät der Wirschaft liegt lediglich eine weitere
Größenordnung darüber]

> Schon, aber warum reichte die Produktivität der DDR-Wirtschaft nie an
> die westliche heran? (Nur mit dem großen Maul: "Überholen ohne
> einzuholen" und so.) ;)

DDR = Nilpferd: steht bis zum Hals in der Sch... und reißt das Maul weit
auf. Lansam wird es ein Thema für d.a.f.ddr, dort sitzen die zuständigen
Organe. ;-)

> /Das/ war zum Großteil das "Verdienst" der SED-Politbürokratie. Unsere
> Arbeiter waren nicht fauler und unsere Ings. nicht dümmer als die im
> Westen, und mit Rohstoffen war der Westen auch nicht gerade gesegnet.

Nur die Motivation war ostwärts oft miserabel. Mit politischen
Äußerungen mussten wir uns zurückhalten, aber in den Betrieben gab es
gewisse Freiheiten, um es mal vorsichtig auszudrücken. Hinzu kam,
Innovationen wurden nicht wirklich belohnt, aber streng bestraft, wenn
was schief ging.
-- 


			CU	Chr. Maercker.

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#295671

FromRolf Bombach <rolfnospambombach@invalid.invalid>
Date2020-12-16 21:29 +0100
Message-ID<rrdqns$ket$1@dont-email.me>
In reply to#294737
Hartmut Kraus schrieb:
> 
> Schon, aber warum reichte die Produktivität der DDR-Wirtschaft nie an die westliche heran? (Nur mit dem großen Maul: "Überholen ohne einzuholen" und so.) ;)
> 
> /Das/ war zum Großteil das "Verdienst" der SED-Politbürokratie. Unsere Arbeiter waren nicht fauler und unsere Ings. nicht dümmer als die im Westen, und mit Rohstoffen war der Westen auch nicht gerade 
> gesegnet.

Die Ings waren nicht dümmer, aber die dümmsten haben Dank Partei
durchaus einflussreiche Posten bekommen. Ein paar Groschs und
die Firma ist kaputt.

-- 
mfg Rolf Bombach

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