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| From | "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> |
|---|---|
| Newsgroups | ger.ct |
| Subject | Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. |
| Date | 2024-05-14 08:46 +0200 |
| Message-ID | <v1v1ba$8upi$2@solani.org> (permalink) |
| References | (12 earlier) <l9nramFl963U1@mid.individual.net> <v174b7$18tc$2@solani.org> <l9orfpFpqmjU1@mid.individual.net> <v17hqq$1foi$1@solani.org> <20240505120951.278f09a9.dietz.usenet@rotfl.franken.de> |
Am 05.05.24 um 12:09 schrieb Dietz Proepper: > Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> wrote: >> Wir haben noch nie ein Papierrezept von einer Apotheke zurückbekommen, >> scheint auch die haben kein Problem damit. >> Wir hatten übrigens auch noch nie ein Problem mit einem E-Rezept. > > Naja, dass es die ersten paar Wochen stellenweise ein wenig gehakt > haben soll - Anlaufschwierigkeiten, nix besonderes. > >> Die Schwierigkeiten in der Medizin liegen gerade woanders. Eben hat >> Herr Lauterbach eine Auftragsarbeit von einer Experten-Kommission >> entgegengenommen, die wunschgemäß empfohlen hat niedergelassen >> Fachärzte komplett abzuschaffen. > > Umm. Kannst Du für die These einer Gefälligkeitsstudie Belege > beibringen? > >> Die soll es nur noch in >> Zusammenarbeit mit Kliniken geben. > > Lustigerweise steht in den von Dir angegebenen Quellen etwas komplett > anderes. Ich hab's Dir im Folgenden mal ein wenig zusammen gestelt. > >> BFAV-Sprecher Holler >> „Jetzt wird`s ernst!“ >> Der von der Krankenhauskommission am Freitag in Berlin geforderte >> Abbau der „doppelten Facharztschiene“ bleibt nicht unwidersprochen. > > FUD. > > Was wirklich angedacht werden soll: > >> stationärer Versorgung aufzulösen. Die Kommissionsmitglieder >> empfehlen zu prüfen, ob und wenn ja in welcher Weise langfristig die >> „doppelte Facharztschiene“ in Deutschland überwunden werden soll. > > "Ob und wenn ja [...]". Offensichtlich keine Empfehlung der Abschaffung > von Fachärzten. > >> Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) warb dafür, die >> Sektorengrenzen stärker aufzubrechen. Andernfalls werde man mit der >> Zahl an Fachärztinnen und Fachärzte und Pflegekräfte, die >> Babyboomer-Generation nicht gut versorgen können. > > Klingt erstmal plausibel, findest Du nicht? > >> Lauterbach stellte >> klar, dass nicht angedacht sei, dass künftig Fachärzte ausschließlich >> am Krankenhaus angesiedelt sein müssten. > > Ui. Hat dieser Holler akute Leseschwäche oder akutes Bildzeitungsniveau? > >> Es gebe Regionen, in denen >> es nicht genug Fachärzte gebe, damit ein Nebeneinander von >> Krankenhausfacharzt und niedergelassenem Facharzt bestehen bleiben >> könne. „Und dort müssen wir Möglichkeiten schaffen, dass die >> Fachärzte, die man hat, sowohl im Krankenhaus arbeiten können, wie >> auch im Vertragsbereich“, so Lauterbach. > > Das hört sich irgendwie komplett anders an als das, was Du oben > behauptest. Aber das Du dich sicherlich umfassend schlau gemacht hast, > hast Du sicherlich einen Link zu der Studie inclusive entsprechender > Zitate, welche Deine These, Lauterbach habe eine "Auftragsarbeit von > einer Experten-Kommission entgegengenommen, die wunschgemäß empfohlen > hat niedergelassen Fachärzte komplett abzuschaffen" in /IRGENDEINER/ > Form belegt. > > Ansonsten frage ich mich (mal wieder), weswegen man entsprechende > Behauptungen ernst nehmen sollte. > Schau', zum einen ist Lügen unfein und unchristlich, zum anderen macht > man sich damit halt unglaubwürdig. > Und fun fact, die Ärzte im Bekanntenkreis, welche am lautesten über GKV > und Lauterbach jammern sind jene, die dreimal im Jahr mindestens 6000km > in den Urlaub fliegen und auch so eher nicht den Eindruck erwecken, > sich in irgendeiner Form besonders einschränken zu müssen. > Hier mal eine ausführliche Analyse. Seit 2007 verfolgt Lauterbach seinen Kampf gegen die "doppelte Facharztschiene" bereits, die Regierungskommission hat dies ohne es weiter zu hinterfragen und analysieren als Ziel übernommen. ======================= Vertragsarztsystem: Wird die Sinnkrise zur Existenzkrise? 13.05.2024, 09:38, Autor/-in: js Drabinski-Analyse Vertragsarztsystem: Wird die Sinnkrise zur Existenzkrise? Primärarztsystem, Zentrenbildung und Budgetveränderung: Das Vertragsarztsystem steuert angesichts der vielschichtigen politischen Pläne auf große Strukturveränderungen zu, meint Prof. Thomas Drabinski. In einem Gastbeitrag für den änd analysiert der Leiter des Institut für Mikrodaten-Analyse (IfMDA) die derzeitige Lage des Systems – und skizziert die kommenden Herausforderungen. ©IfMDA Gesundheitsökonomische Analyse der geplanten Veränderung des Vertragsarztsystems Von Prof. Dr. Thomas Drabinski (Kiel, 12.05.2024) Einleitung Das Vertragsarztsystem wird durch die Kassenärztlichen Vereinigungen in den Bundesländern (KVen) und durch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) als ärztliche Selbstverwaltung verwaltet und bildet neben der Selbstverwaltung der Sozialversicherung (gesetzliche Krankenkassen), neben der berufsständischen Selbstverwaltung (Ärzte- und Apothekerkammern) und neben der gemeinsamen Selbstverwaltung (u.a. Gemeinsamer Bundesausschuss) die Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitssystem ab. Verwaltungskosten des Vertragsarztsystems Die Verwaltungskosten des Vertragsarztsystems für die zahlungspflichtigen KV-Mitglieder („Vertragsärzte“) beliefen sich im Jahr 2022 auf rund 1,818 Mrd. € (vgl. Bundesanzeiger, 2024). In den 1,818 Mrd. € sind 0,079 Mrd. € Verwaltungskostenumlage der KBV enthalten. Werden die 1,818 Mrd. € auf die 182.121 KV-Mitglieder umgelegt, so zahlt jedes KV-Mitglied im Durchschnitt 9.982 € pro Jahr für die Dienstleistungen des KV-Systems (832 € im Monat). Werden die 1,818 Mrd. € bezogen auf den in den KBV-Honorarberichten dokumentierten Honorarumsatz von 42,087 Mrd. € (2022, Q1-Q4, vgl. KBVa, 2024), so liegt der Verwaltungskostenanteil des Vertragsarztsystems bei 4,32 % des dokumentierten Honorarumsatzes. Sinnkrise Neben den Kosten ist der Nutzen des Vertragsarztsystems zu bestimmen: Welchen Outcome bekommen Vertragsärzte, GKV-Patienten und Krankenkassen für 1,818 Mrd. €? Betrachtet man die aktuelle Diskussion zum Vertragsarztsystem, so scheint die vertragsärztliche Versorgung in einer Sinnkrise zu stecken: Vertragsärzte beklagen im Allgemeinen eine zu geringe Vergütung je Behandlungsfall, zu hohe Patientenzahlen je Arzt und Praxis, eine ansteigende Morbidität ihrer Patienten und eine überbordende Bürokratielast zur Erfüllung der Vorgaben aus der Selbstverwaltung. Vertragsärzte bemängeln schlechte finanzielle Perspektiven: Honorarsteigerungen sind nicht kostendeckend, da vor allem die Kostensteigerungen der Praxis-Produktionsfaktoren (Gehälter, Mieten, Praxisbedarf, Diagnostik, Technik und Energie) nicht konsequent refinanziert werden. Willkürliche politische Änderungen wie z.B. Wegfall der Neupatientenregelung, die Einführung von Terminservicestellen (TSS) und die Erhöhung der Sprechstundenzeit stören die Vertragsärzte ebenso wie die exekutierte Anbindung der Arztpraxen an die Telematikinfrastruktur, verbunden mit technischen, nutzerbezogenen und datenschutzrechtlichen (Übermittlung von höchstsensiblen, individuellen Patientendaten ohne Zustimmung der Patienten) Problemen. Zudem führt ein Wildwuchs bei Honorarverteilung und Honorarverteilungsmaßstäben (HVM) zu Unmut bei den Vertragsärzten: Variierende Versichertenpauschalen, Punktzahlvolumen, Restpunktewerte, Vergütungsquoten, Arztgruppen mit und ohne Budgets und vieles mehr: Die vertragsärztlichen Honorarverteilungssysteme scheinen am Ende ihrer Akzeptanz angekommen zu sein – und es bestehen Zweifel daran, ob (ohne Strukturbrüche) noch effektive und effiziente Weiterentwickelungen überhaupt möglich sind. Kassenärztliche Vereinigungen sehen sich schwindenden Möglichkeiten zur Durchsetzung ihrer Interessen ausgesetzt, da sie weniger als gestaltender, sondern zunehmend als verhindernder Verhandlungspartner angesehen und behandelt werden. Die KBV legt in engeren zeitlichen Abschnitten Medienkampagnen auf (aktuell: „#RettetdiePraxen“, „Wir sind für Sie nah.“, mit weiteren Slogans wie „Nah am Leben.“ „Und nah am Aufgeben.“), ohne dass diese die gesundheitspolitischen Entscheidungsträger und Patienten nennenswert zu beeindrucken scheinen Gesetzliche Krankenkassen kritisieren lange Wartezeiten für ihre Patienten, sich verknappende Vertragsarztangebote und ein sich verschlechterndes Kosten/Nutzen-Verhältnis im Sinne von „mehr Geld bezahlen, aber weniger Leistung bekommen“ Digitalisierungsangebote treten in unmittelbare Konkurrenz zum personalintensiven Kernbereich der KV-Abrechnungstätigkeit. Dem Krankenhausbereich werden peu à peu lukrative ambulante Behandlungsstrukturen und Vergütungen geöffnet, was als Schwächung des Vertragsarztsystems verstanden wird. Zudem beklagen Krankenhäuser, dass die Notaufnahmen permanent überfüllt sind, weil zu wenige Vertragsarztangebote wahrgenommen werden (können). Aufsichtsbehörden sind mit negativen Rückmeldungen aus der Bevölkerung konfrontiert, z.B. wegen geschlossener Arztpraxen, und beobachten zunehmend Probleme in der ärztlichen Selbstverwaltung bei der Erfüllung ihrer Sicherstellungsaufgaben (z.B. Bereitschaftsdienst). Kommunen bemängeln zu wenig bzw. ein zu bürokratisches Engagement, um wegbrechende Praxisangebote für ihre Einwohner entgegenzuwirken – nicht nur im ländlichen Raum. Und auf Bundesebene werden gesundheitspolitische Maßnahmenpakete für das Vertragsarztsystem diskutiert – zum Teil auch schon in Gesetze und Gesetzesentwürfe überführt – die Strukturbrüche in der ambulanten Versorgungslandschaft zum Ziel haben oder zumindest billigend in Kauf nehmen. Hierzu zählen unter anderem: Abkopplung der Hausärzte aus dem KV-Budgetsystem, Versuch der Etablierung eines Primärarztsystems mit Fokus auf Hausärzte (und eventuell „grundversorgende“ Fachärzte); gleichzeitig Verdrängung spezialisierter ambulanter Fachärzte in stationäre – und zukünftig zentral zu planende – Level 1i Krankenhausstrukturen (integrierte ambulant-stationäre Versorgung). Strukturbruch im Krankenhausbereich Der Strukturbruch des Vertragsarztsystems wird gesundheitspolitisch parallel zum Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) diskutiert. Das KHVVG soll einen Strukturbruch im Krankenhausbereich herbeiführen, indem „systeminkonforme“ Betten- und Krankenhausstrukturen geschlossen werden. Freigesetzes Krankenhauspersonal (Ärzte, Pflege) soll zu systemkonformen Krankenhausstrukturen umverteilt werden. Die Schließungs- und Umwandlungskosten der systeminkonformen Krankenhäuser von 5 Mrd. € jährlich (summiert 50 Mrd. € in den Jahren 2026 bis 2035) sollen dem Gesundheitsfonds abgezweigt werden und stehen damit nicht mehr den Krankenkassen zur Finanzierung der Versorgung zur Verfügung. Da der geplante Strukturbruch im Krankenhausbereich mit Existenz- und Insolvenzängsten bei Anwohnern, Patienten, Krankenhäusern und deren Mitarbeitern vor Ort einhergeht, müssen letztendlich die jeweiligen Landesregierungen die Verantwortung übernehmen, wenn Krankenhäuser, Abteilungen und Betten im Landesplan alternativlos gestrichen werden. Primärarztsystem Das Bundesministerium für Gesundheit greift bei seinen Änderungsplänen zum Vertragsarztsystem auf Inhalte aus Gutachten (Sachverständigenrat Gesundheit) beziehungsweise auf Inhalte der eigenen Regierungskommission zurück. In Bezug auf das Vertragsarztsystem schlägt der Sachverständigenrat Gesundheit als strukturelle Maßnahme die Einführung eines Primärarztsystems vor; vgl. SVR-G, 2024: „Der Rat empfiehlt die flächendeckende Registrierung von Versicherten bei hausärztlichen bzw. kinderärztlichen Praxen sowie die Etablierung eines Primärarztsystems im Rahmen der Regelversorgung zur verbesserten Steuerung der Patientenwege und Vermeidung von Überversorgung. Die Einschreibung in das Primärarztsystem soll für Versicherte monetär incentiviert werden.“ Konzeptionell soll der Primärarzt als erste und verbindliche Anlaufstelle für Patienten dienen, die akut medizinische Hilfe benötigen – und zur dauerhaften Betreuung chronisch erkrankter Patienten. Neben der Funktion als erste Anlaufstelle sollen Primärärzte als Gatekeeper die Gesundheitsversorgung ihrer Patienten koordinieren, indem sie Behandlungspfade identifizieren, an Fachärzte (im Krankenhaus) überweisen und insgesamt die medizinische Versorgung ihrer Patienten managen. Neben der Koordination steht die Aufklärung der Patienten im Zentrum der primärärztlichen Tätigkeit, damit Patienten informiert sind und die Behandlungspfade effizient durchlaufen können. Primärarztsysteme gibt es z.B. im Vereinigten Königreich (National Health Service, NHS), in Skandinavien und in Frankreich. Primärversorgungszentren Um weitere Ressourcen einzusparen, empfiehlt der Sachverständigenrat Gesundheit als weitere strukturelle Maßnahme den Ausbau von Primärversorgungszentren und den faktischen Rückbau von Einzelpraxen, um mit den größeren organisatorischen Zentren Skaleneffekte durch Kostensenkung erzielen zu können. Die Primärversorgungszentren sollen mit sogenannten intersektoralen Zentren organisatorisch verflochten werden und sind vom Wesen her auch mit der ambulant-stationäre Versorgung nach Level 1i (Krankenhausreform) kompatibel. Daneben empfiehlt der Sachverständigenrat Gesundheit die Intensivierung der Nutzung von KI, digitaler Technologien und Telemedizin, um Gesundheitspersonal zu entlasten. „Doppelte Facharztschiene“ Die Regierungskommission setzt in ihrer 10. Stellungnahme am Ausbau des Primärarztsystems an (vgl. BMG-RK, 2024), geht dann aber eigene normative Wege im Bereich der Vertragsfachärzte. Ganz selbstverständlich wird dort von einer „doppelten Facharztschiene“ gesprochen, die definiert ist als „[…] zweifache fachärztliche Vorhaltung außerhalb der hausärztlichen Versorgung (im Sinne von § 73 SGB V) […]“. In diesem Zusammenhang wird weiter zu bedenken gegeben: „[…], ob und wenn ja in welcher Weise langfristig die doppelte Facharztschiene in Deutschland überwunden werden kann mit dem Ziel, dass nicht primärärztliche Fachärztinnen und Fachärzte nur noch an oder in Kooperation mit Krankenhäusern (inkl. Level Ii) tätig sind.“ Weiter heißt es: „Durch eine kluge Reduktion der doppelten Facharztvorhaltung würde eine sektorenverbindende Versorgung deutlich befördert, und vorhandene Strukturen würden effizienter genutzt.“ Die Regierungskommission hat sich beim Thema Fachärzte die Meinung von Karl Lauterbach aus dem Jahr 2007 zu eigen gemacht, ohne die Gültigkeit dieser Meinung selbst empirisch zu überprüfen. Im Jahr 2007 ging es Karl Lauterbach in seinem Buch „Der Zweiklassenstaat“ letztendlich um die Abschaffung der PKV, als gesundheitspolitisches Instrument dazu wurde die Mono-Facharztschiene im Krankenhaus identifiziert. Im „DER SPIEGEL“ gab Karl Lauterbach begleitend zur Buchveröffentlichung zu Protokoll (vgl. Spiegel, 2007): „Die fachärztliche Versorgung wird in Deutschland quasi doppelt vorgehalten: durch die niedergelassenen Fachärzte und die Krankenhausfachärzte. […] Nicht von ungefähr haben wir die höchste Facharztdichte im europäischen Vergleich. Während die Fachärzte in einer Klinik in der Regel kooperieren, konkurrieren die niedergelassenen Fachärzte um denselben Patienten. […] Die doppelte Facharztschiene ist wahrscheinlich die größte Quelle von Unwirtschaftlichkeit und Ungerechtigkeit im deutschen Gesundheitssystem. Dabei geht es nicht in erster Linie um die sogenannten Doppeluntersuchungen, wenn zwei Ärzte die gleiche Untersuchung machen. […] Eine viel wichtigere Rolle spielen die überflüssigen Krankenhauseinweisungen und die Untersuchungen oder Behandlungen, die überhaupt nicht notwendig sind oder die in zu kurzen Abständen durchgeführt werden. […] Warum wurde die doppelte Facharztschiene dennoch nie beseitigt? Der Hauptgrund ist, dass sie den niedergelassenen Fachärzten bei der Verteidigung eines Einkommensmonopols hilft und gleichzeitig den privat Versicherten nicht so sehr schadet. […] Gleichzeitig sind es die niedergelassenen Fachärzte, die verhindern, dass sich gesetzlich Versicherte auch an Krankenhausspezialisten für eine ambulante Behandlung wenden können. Sie wollen das Monopol auf Patienten, die sie zum Teil nicht zu würdigen wissen und oft schlecht behandeln. […] Der Facharzt am Starnberger See macht mit relativ leichten Fällen ein Vermögen, während der engagierte Arzt in Neukölln manchmal um seine Existenz kämpft. Er hat schwerere Fälle, die sich wegen begleitender sozialer oder sprachlicher Probleme nur mit mehr Aufwand behandeln lassen, erntet oft wenig Dank seiner Patienten, arbeitet länger und verdient nur die Hälfte im Vergleich zu seinen Kollegen. […] Trotzdem muss der engagierte Arzt sich von seinen eigenen Funktionären die Leier von der Notwendigkeit der Zweiklassenmedizin anhören, weil sonst alle Arztpraxen in die Pleite gingen, während es in Wirklichkeit darum geht, dass die Kollegen mit vielen privat Versicherten gut verdienen.“ Level Ii-Krankenhäuser Vor diesem Hintergrund empfiehlt die Regierungskommission zusätzlich eine umfassende Umstrukturierung in der Krankenhauslandschaft hin zu Krankenhäusern, die für eine sektorenübergreifende Versorgung (Level Ii) geöffnet werden; vgl. BMG (2024). Dort sollen vorrangig ambulante Behandlungen angeboten werden. Die Vergütung der Level Ii-Krankenhäuser soll über einen Mix aus (DRG- oder Vorhalte-) Tagespauschalen, KV-Gesamtvergütungen und selektiv verhandelter KV-Budgets erfolgen. Perspektivisch sollen Level Ii-Krankenhäuser damit Primärversorgungszentren mit Bettenbestand sein, deren „Standorte Platz bieten für vielfältige Gesundheitsangebote: Apotheken, Arztpraxen, MVZ, Gesundheitskioske, Sanitätshäuser, andere Gesundheitsberufe“. Begleitet werden soll diese Transformation durch den Aufbau regionaler „Gremien“ (unter politischem oder Selbstverwaltungs-Landesvorsitz), durch den „Aufbau eines Primärarztsystems (aus Allgemeinmedizinern, Internisten, Pädiater, Gynäkologen, Psychiatern) zur Steuerung der Gesundheitsversorgung und Abbau der doppelten Facharztschiene“, durch „flächendeckende Versorgung durch qualifiziertes Pflegefachpersonal mit weitgehenden Kompetenzen (Einschränkung des Arztvorbehalts)“ und durch „Vergabe von Regionalbudgets für Versorgungsaufträge für bestimmte Regionen/Bevölkerungsgruppen“. Diskussion Das Vertragsarztsystem sieht sich aktuell mit existenziellen, aber noch im Planungsstadium befindlichen Strukturbrüchen aus der Gesundheitspolitik konfrontiert. Diese Strukturbrüche werden in der gesundheitspolitischen Diskussion zeitgleich mit den geplanten Strukturbrüchen im stationären Bereich vermengt, die Gesundheitsminister Lauterbach selbst als „Revolution im Krankenhaussektor“ bezeichnet. Revolutionen sind im Allgemeinen erfolgreich, wenn die Betroffenen (ideologisch) mobilisiert, Machtstrukturen zerstört und Transformationsrisiken finanziell kompensiert werden können. Ob es der Gesundheitspolitik gelingt, die Machtstruktur des Vertragsarztsystems entsprechend der vorgelegten Strukturbrüche zu verändern, hängt auch von den Positionen und von den eigenen Reformideen der ärztlichen Selbstverwaltung ab – und dort insbesondere von der KBV, die auf Bundesebene das Vertragsarztsystem vertritt. Die KBV informiert mittlerweile über die begonnenen Strukturbrüche in der ärztlichen Selbstverwaltung (vgl. KBV, 2024b): „Es ist offenkundig, dass Teile der Politik, und zwar konkret die aktuelle Leitung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG), einen kompletten Systemwechsel wollen. Karl Lauterbach sagt ja auch unverblümt, dass er das ganze Gesundheitssystem umkrempeln will.“ Und man hat in der KBV auch erkannt, dass dies ideologisch und strategisch mit dem Ziel der „[…] Vernichtung der wohnortnahen Grundversorgung in inhabergeführten Praxen.“ erfolgt. Keine fünf Tage später legt die KBV in der Bild (vgl. Bild, 2024) eigene Vorschläge zur Reform des Vertragsarztsystems vor: Patienten sollen sich (mit bis zu 100 € p.a. bonifiziert) bei einem Stammarzt (Primärarzt) einschreiben und ihre freie Arztwahl aufgeben. Denn: „Es ist keine Seltenheit, dass ein Patient zu mehreren Haus- und Fachärzten geht, die ähnliche Untersuchungen durchführen. Das kostet die Praxen Zeit und die Krankenkassen Geld.“ Weiter: „Diese Steuerung könnte verhindern, dass Patienten unnötige Termine oder ungeeignete Behandlungen selbst vereinbaren“. Denn: „Wir können uns in Zukunft nicht mehr leisten, dass jeder Patient macht, was ihm persönlich nötig oder wünschenswert erscheint.“ Es bleibt zu hoffen, dass im Vertragsarztsystem bald bessere Reformansätze vorgelegt werden, da sich sonst die Sinnkrise rasch in eine Existenzkrise umwandeln kann. Literatur Bild (2024). Kassenärzte-Chef fordert: 100 Euro Rückzahlung für Kassenpatienten … wenn sie Termine über EINEN Stammarzt machen (11.05.2024). BMG (2024). Bundesministerium für Gesundheit. Presse-Information vom 03.05.2024. Regierungskommission legt Reformvorschläge für bessere Zusammenarbeit im Gesundheitssystem vor. BMG-RK (2024). Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung. Zehnte Stellungnahme und Empfehlung der Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung, Überwindung der Sektorengrenzen des deutschen Gesundheitssystems. 03. Mai 2024. Bundesanzeiger (2024). Rechnungslegung/Finanzberichte der jeweiligen KV / KBV. Für Sachsen und Hessen liegen nur Werte für 2021 vor. Abgerufen am 11.05.2024. KBV (2024a). Kassenärztliche Bundesvereinigung. Honorarberichte 2022, Quartale Q1-Q4. KBV-Mitteilung zu Honorarumsätzen: keine Selektivverträge enthalten (z.B. in Bayern und Baden-Württemberg), inklusive etwaiger Zuzahlungen, nur zugelassene und angestellte Ärzte, keine Belegärzte und andere Einschränkungen. KBV (2024b). Kassenärztliche Bundesvereinigung. Presse-Mitteilung vom 06.05.2024. KBV-Vorstände warnen: „Teile der Politik wollen einen kompletten Systemwechsel“. Spiegel (2007). DER SPIEGEL. GESUNDHEIT. Unsere Gegner sind die Patienten. Teuer, demütigend und aus Prinzip unsozial: der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach über die Zweiklassenmedizin in Deutschland. 10.06.2007, 13.00 Uhr, aus DER SPIEGEL 24/2007. SVR-G (2024). Sachverständigenrat Gesundheit und Pflege. Fachkräfte im Gesundheitswesen: Nachhaltiger Einsatz einer knappen Ressource, Gutachten 2024. ================= -- Bitt um Vrzihung, di Tast " " klmmt manchmal...
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3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2024-05-04 09:30 +0200
Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2024-05-04 10:22 +0200
Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2024-05-04 10:32 +0200
Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. Tobias Schuster <7e0f2510@gmx.de> - 2024-05-04 10:23 +0200
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Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2024-05-04 15:47 +0200
Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2024-05-04 15:58 +0200
Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2024-05-04 16:08 +0200
Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. Tobias Schuster <7e0f2510@gmx.de> - 2024-05-04 18:46 +0200
Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2024-05-04 18:50 +0200
Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. Tobias Schuster <7e0f2510@gmx.de> - 2024-05-04 20:14 +0200
Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2024-05-04 20:45 +0200
Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. Ulf.Kutzner@web.de (Ulf_Kutzner) - 2024-05-04 19:04 +0000
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Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2024-05-05 07:09 +0200
Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2024-05-05 09:40 +0200
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Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. andreas quast <bu3ro.kratz@fr33n3t.de> - 2024-05-05 09:46 +0000
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Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. Dietz Proepper <dietz.usenet@rotfl.franken.de> - 2024-05-05 12:09 +0200
Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2024-05-05 13:06 +0000
Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. Peter Veith <veith@snafu.de> - 2024-05-05 15:36 +0200
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Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. Peter Veith <veith@snafu.de> - 2024-05-05 16:21 +0200
Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. Dietz Proepper <dietz.usenet@rotfl.franken.de> - 2024-05-05 20:04 +0200
Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2024-05-05 20:31 +0200
Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2024-05-05 18:52 +0000
Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. klaus reile <klaus.reile@no-mail-to.zr> - 2024-05-05 20:55 +0200
Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. Dietz Proepper <dietz.usenet@rotfl.franken.de> - 2024-05-05 22:53 +0200
Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2024-05-06 04:58 +0000
Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2024-05-06 05:30 +0000
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Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. Dietz Proepper <dietz.usenet@rotfl.franken.de> - 2024-05-06 08:22 +0200
Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2024-05-06 08:54 +0200
Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. Dietz Proepper <dietz.usenet@rotfl.franken.de> - 2024-05-06 14:23 +0200
Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2024-05-06 16:11 +0200
Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. Dietz Proepper <dietz.usenet@rotfl.franken.de> - 2024-05-06 17:15 +0200
Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2024-05-06 17:46 +0200
Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. Dietz Proepper <dietz.usenet@rotfl.franken.de> - 2024-05-06 18:12 +0200
Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. Ulf.Kutzner@web.de (Ulf_Kutzner) - 2024-05-06 15:28 +0000
Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. Dietz Proepper <dietz.usenet@rotfl.franken.de> - 2024-05-06 18:13 +0200
Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. Ulf.Kutzner@web.de (Ulf_Kutzner) - 2024-05-06 18:02 +0000
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Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2024-05-06 16:48 +0000
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Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. Nomen Nescio <nobody@dizum.com> - 2024-05-06 17:36 +0200
Re: 3 von 4 Ärzten würden ihr PVS nicht weiterempfehlen. Ulf.Kutzner@web.de (Ulf_Kutzner) - 2024-05-04 18:12 +0000
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