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Groups > de.soc.politik.misc > #1249391
| From | Manfred <harakiri.sanktionen@mail1a.de> |
|---|---|
| Newsgroups | de.soc.politik.misc, de.talk.tagesgeschehen, ger.ct |
| Subject | Re: Anfang der 80er |
| Date | 2023-01-08 06:53 +0100 |
| Organization | A noiseless patient Spider |
| Message-ID | <tpdlp2$3pbcs$1@dont-email.me> (permalink) |
| References | <G8PP2oREnYB@tipota.de> |
Cross-posted to 3 groups.
Am 07.01.2023 um 23:38 schrieb Siegfrid Breuer: > > ...als die ersten Ballerspiele in den Spielhallen Fuss fassten, > hatte ich mal einen Text in eine Mailbox geschrieben; der letzte > Absatz gibt moeglicherweise einen vagen Erklaerungsansatz fuer > die aktuell grassierende Kriegsgeilheit, die bei den ab damals > sozialisierten heutigen Politdoedeln zu beobachten ist: > > |Es gibt da in der Koelner Innenstadt einige Spielhallen. Hier > |verkehren z.B. Mitmenschen, die zu Hause keinen Computer haben, > |und jagen fuer teures Geld per Joystick diverse Helden ueber die > |Bildschirme. > | So weit - so gut ! > |Es stimmt mich allerdings etwas nachdenklich, dass nach einer > |Zeit, wo die Kriegsspiele verteufelt wurden und die > |Automatenindustrie vorwiegend auf sogenannte 'Fun-Games' setzte > |(in erster Linie Atari), die Betreiber der Spielhallen heute > |einstimmig berichten, auf dem Unterhaltungssektor sei heute nur > |noch mit den 'Rambo-Automaten' eine Mark zu verdienen. > |Bei den Fun-Games wurde Geschicklichkeit verlangt - ab und zu > |wurden hoechstens ein paar unpersoenliche Monster z.B. durch > |Aufpumpen ausser Gefecht gesetzt. Damit holt man heute keinen > |Spieler mehr hinter dem Ofen hervor, geschweige denn vom > |Home-Computer weg! > |Vor ein paar Jahren noch liess man Froesche von LKWs plattfahren > |(Frogger) und wollte partout nicht auf imaginaere, mit ein paar > |bunten Punkten dargestellte Raumschiffe (Galaga/Super-Cobra/etc.) > |schiessen lassen, da ja der Spieler hier die imaginaeren darin > |befindlichen moeglicherweise humanoiden Insassen gleich mit > |umbrachte. > |Heute ist es ueblich, dass auf den Bildschirmen stahlharte Rambos > |mit unendlich munititionierten Schnellfeuergewehren umherlaufen, > |die in der Realitaet erst garnicht aus den Startloechern kaemen, > |wenn sie die in nur einer Spielrunde verfeuerte Munition > |tatsaechlich mitfuehren muessten. Selbstverstaendlich hat der > |moderne Kaempfer mindestens drei Leben, und wenn das nicht reicht, > |kann man fuer eine Mark drei weitere kaufen und dann wieder drei > |und wieder drei, bis der Kampf gegen den uebermaechtigen Feind > |gewonnen ist (oder die Knete alle ist). > |Geschossen wird auch nicht mehr auf bunte Punkte, sondern auf in > |High-Resolution dargestellte menschliche Gegner, die bei einem > |Treffer selbstverstaendlich filmreif auf der Stelle ins Gras > |beissen. Verwundete gibt es nicht, und die Leichen auf dem > |Schlachtfeld loesen sich nach dem Sterben sofort in Nichts auf, > |wohl um den Spieler nicht zu verunsichern ob des Massakers, das er > |anrichtet. > |Selbstverstaendlich hat der Feind nur seine daemlichsten Rekruten > |ins Feld geschickt, denn der Rambo am Joystick kann ruhig mal an > |seiner Zigarette ziehen, auch wenn ihn der Gegner schon im Visier > |hat. Selbstverstaendlich hinterlaesst der Gegner auch reichlich > |vollgeladene Gewehre, Flammenwerfer und jede Menge Handgranaten, > |bevor er stirbt, und Rambo kann diese dann wieder gegen den Feind > |einsetzen! > |Der absolute Renner ist z.Zt. der 'Operation Wolf': > |Hier hat Rambo nur ein Leben pro Spielrunde, und das kostet auch 2 > |Mark, aber es gibt ja Rabatt: 3 Leben fuer 5 Mark! Da faellt das > |Sterben leicht! Allein in der ersten Runde sind 30 Soldaten, 5 > |Hubschrauber und 6 LKWs zu vernichten. Ein Leichtes, denn Rambo > |findet im Urwald laufend volle Magazine, die zufaellig in sein > |Schnellfeuer-Gewehr passen, und wenn die mitgefuehrten sechs > |Gewehrgranaten, die muehelos einen Panzer knacken, verschossen > |sind, - auch davon liegen genung im Wald rum! > |Mit dreissig Treffern (!) haucht Rambo sein Leben aus; das koennen > |Treffer aus den gegnerischen Karabinern sein (die haben ja > |schliesslich kein Schnellfeuergewehr), auch etliche vor den > |Fuessen detonierende Handgranaten koennen es sein und mit mehreren > |demonstrativ in der Brust steckenden Messern gibt Rambo noch lange > |nicht auf! Klar: Im Vorspann hat man ihm mitgeteilt, dass der > |boese, boese Feind Gefangene in einem Konzentrationslager haelt, > |und seine Aufgabe ist es, diese zu befreien. Da kann er schon mal > |zwei Mark fuer ein weiteres Leben ausgeben, denn es geht ja um > |eine gute Sache! So bekommt er auch einen Punkeabzug, wenn er > |nicht genug Gefangene rettet, denn der Sinn des Spiels ist es ja > |keinesfalls, Menschen zu erschiessen, das bringt der Auftrag halt > |so mit sich! > | > |Frage: Sind wir denn noch normal ? > | > |Den Automaten-Aufstellern kann man keinen Vorwurf machen, die > |bieten das, was der Kunde verlangt; und der Kunde zahlt nur > |ausgiebig, wenn er gewinnt, also muss man ihn gegen Trottel > |kaempfen lassen, aber zuechten wir damit nicht heute die Dummis, > |die morgen bereitwillig in ein Kriegsgeraet steigen, in dem > |Bewusstsein, der Feind sei sowieso daemlich und die ueberhaupt > |keine Vorstellung davon haben, was es heisst, in Wirklichkeit > |Menschen zu toeten, geschweige denn selbst getoetet zu werden, > |oder auch 'nur' ernsthaft verletzt ? > |Ich gehoere zwar auch zu dem Jahrgang, der den Krieg nicht mehr > |erlebt hat, jedoch hat man mir nicht die gaengige Story vom Helden > |erzaehlt, und mir graut es vor dem Tag, wo die Kriegsteilnehmer > |ausgestorben sind und die Automaten-Rambos am (politischen) Ruder > |sitzen! Es liegt am "Deutschen Untertanentum" *), deshalb gingen zwei Weltkriege von Deutschland aus, und nur deshalb konnte in Deutschland eine industrielle Masssenvernichtung wie der "Holocaust" problemlos und ungestört stattfinden. *) Napoleon Bonaparte: "Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden: die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgten sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wahren Feinde. " Winston Churchill: "Man hat sie (die Deutschen) entweder an der Gurgel oder zu Füßen."
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Anfang der 80er "Siegfrid Breuer" <point@tipota.de> - 2023-01-07 23:38 +0100 Re: Anfang der 80er Manfred <harakiri.sanktionen@mail1a.de> - 2023-01-08 06:53 +0100 Re: Anfang der 80er "F. W." <me@home.com> - 2023-01-09 08:22 +0100
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