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| From | Lars Gebauer <lgebauer@live.de> |
|---|---|
| Newsgroups | ger.ct |
| Subject | Re: SZ Interview zu Sex |
| Date | 2021-09-09 11:37 +0200 |
| Organization | A noiseless patient Spider |
| Message-ID | <shckk7$fo0$1@dont-email.me> (permalink) |
| References | <shccd7$bth$1@solani.org> |
Am 09.09.2021 um 09:16 schrieb Dr. Joachim Neudert:
> »Zu jedem Topf passt ein Deckel«, heißt ein Sprichwort. Sie halten das für
> falsch. Warum?
> Meike Stoverock: Das Sprichwort behauptet, dass es für jeden Mann eine
> Partnerin und für jede Frau einen Partner gibt. Aber das ist nicht so.
Doch, das ist so. Nur kann man daraus nicht ableiten, daß jede/r schon
seine/n Partner/in gefunden hat oder auch finden wird. Manche bleiben
halt ihr Leben lang auf der Suche.
> Weibchen wählen nur ganz bestimmte Männchen aus, die Mehrheit kommt nie zum
> Zug. Female Choice heißt dieses Prinzip, wir sehen es bei den meisten
> Tierarten - und beim Menschen.
Soso. Female Choice heißt das also.
Eigentlich[tm] bin ich schon seit sehr vielen Jahren ein Anhänger dieser
Theorie - aber bis eben wußte ich gar nicht, daß es dafür auch einen
Namen gibt. Ger.ct bildet.
Aber auch wenn ich es im Grunde für richtig halte sollte man den Fehler
vermeiden, es zu biologistisch zu sehen. Natürlich spielt die Biologie
auch beim Menschen eine sehr große Rolle - aber es gibt eben auch noch
sozio-kulturelle Faktoren, die ebenfalls ziemlichen Einfluß haben. Es
ist nicht nur "reine" Biologie. (Das unterscheidet Menschen von Tieren.)
> Wann und warum haben die Menschen dann die Ehe erfunden, wenn sie doch so
> gar nicht zu unserer Natur passt?
> Entscheidend waren der Beginn der Sesshaftigkeit und die Erfindung des
> Landbesitzes. Durch Schwangerschaften und Stilltätigkeit waren Frauen nicht
> im selben Maße wie Männer in der Lage, sich diese Ressourcen zu erarbeiten,
> zudem haben Männer es ihnen sehr schnell verboten. Von da an gab es für
> Frauen nur noch eine Möglichkeit, einen gewissen Status zu erhalten: die
> Verbindung mit einem Mann.
Das ist, fast immer, Käse. In früheren Zeiten bedeutete "Arbeit" fast
immer schwere körperliche Arbeit, zu der Frauen einfach nicht in der
Lage waren. Daraus ergab sich ganz zwangsläufig eine ganz natürliche
Arbeitsteilung. Da brauchte niemend etwas "zu verbieten".
> Diese wirtschaftliche Abhängigkeit der Frauen
> sehen wir bis heute und sie ist menschengemacht. Männergemacht.
Nö.
> Warum gehen Männer leer aus? Das Verhältnis ist ungefähr 1:1, egal, wer
> auswählt.
> So funktioniert Evolution. Nur die Männchen mit den besten
> Überlebenschancen, nur starke, geschickte, gesunde Männchen können ihre
> Gene weitergeben, das macht eine Art erfolgreich und widerstandfähig.
Allerdings ist das nicht die alleinige Erklärung. Es gibt viel zu viele
Gegenbeispiele.
> Und wie wird man zum Alphamännchen?
> Keine Frage stellen mir Männer öfter. Aber da gibt es keine gute Antwort,
> zudem vermischen sich beim Menschen biologische, wirtschaftliche,
> kulturelle Faktoren.
E-ben!
> Wollen Sie damit sagen, dass es rechten Parteien um Sex geht?
> Ja! Schauen Sie sich die Parteiprogramme mal an. Im Kern geht es darum, die
> Kontrolle über das Gebärverhalten der Frauen wieder zu erlangen, Verhütung,
> Ehe und Abtreibung sind immer Thema. Rechtspopulistische Parteien
> propagieren ein konservatives Weltbild, halten wenig von sexueller
> Selbstbestimmung, wollen Ehe und Familie stärken und Einwanderung
> begrenzen. Für Incels ist das ein Versprechen auf Sex. Sex, von dem sie
> glauben, dass er ihnen zusteht.
Quatsch. Umgekehrt könnte man argumentieren daß die, die mehr sexuelle
Freiheit propagieren, das in der Hoffnung tun, selbst endlich mal eine/n
abzukriegen.
> Und wie soll das gehen?
> Eine Möglichkeit ist die Entstigmatisierung homosexueller Handlungen. Das
> sieht man tatsächlich auch im Tierreich, dass unterlegene Männchen ihren
> Trieb aneinander befriedigen.
Barer Unsinn. Als ob Homosexualität eine irgendwie geartete
Ersatzhandlung wäre.
--
"Is' ohne Frühstück."
--Sunny
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