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| From | Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> |
|---|---|
| Newsgroups | ger.ct |
| Subject | Re: Soviel Hagel wie noch nie |
| Date | 2021-07-02 04:56 +0000 |
| Message-ID | <sbm69t$3ik$1@solani.org> (permalink) |
| References | <sbgt2m$2m4$1@solani.org> <sbj848$m7f$1@dont-email.me> |
Martin Ebert <mx300@gmx.net> wrote: > Am 30.06.21 um 06:48 schrieb Dr. Joachim Neudert: > >> Wir haben tatsächlich eine besondere Si- >> tuation gehabt am 9. Juni in Peiting, als ein >> starker Niederschlag die Grenzen unseres >> Messgerätes gesprengt hat. Da hat es mehr >> als 0,1 Millimeter pro Sekunde (entspricht >> 0,1 Liter pro Quadratmeter) geregnet, > > UiiiUiiiUiiii. > Aber ich nehme das mal als Aufhänger, denn da ärgert mich was. > > Also wir haben Wetter. Und wir haben Klima. Wenn nun das Wetter > nicht völlig gleichförmig, also unerwartet ist, muss das wohl > die Auswirkung von Klima sein. > > Der Denkfehler hängt vermutlich mit den Wetterberichten zusammen. > Die sind ja seit ca. 15 Jahren einigermaßen verlässlich, leider > aber nicht mehr erklärend: Wer kennt noch den alten Wetterbericht > nach der Tagesschau? Da wo der Mann die Wetterlage erklärt, so > mit Byskaja(Spell?)-Hoch und Azorentief? Balearentief - schon > mal gehört? > > Wenn man so will, gibt es zwischen Wetter und Klima noch etwas, > die Großwetterlage. Da gibt es einige, die in Europa immer wieder > auftauchen, teilweise recht lange stabil sind. Aus diesem Grund > sind Regeln wie Siebenschläfer so dumm nicht: Da stellt sich eine > (welche auch immer - langfristige Wetterlage) ein. > > Diese Wetterlagen sind lange bekannt und kategorisiert. Da die > Rheinhochwasser 93/95 erwähnt worden: Alle mitteleuropäischen > Hochwasser gehen auf Vb- (sprich fünf-beh) Wetterlagen[¹] zurück: > Über dem Mittelmeer entsteht im Sommer ein Tiefdruckgebiet und > nimmt riesige Wassermassen auf. Dieser Strudel zieht über > Europa. Nun kommt es darauf an, wo genau der Strudel ein Hoch- > oder Mittelgebirge trifft - dieser Einzugsbereich bestimmt das > Hochwasser: 93, 95 Rhein, 97 Oder, 02, 06, 13 Elbe. > (Interessanterweise scheint da da langfristige Zyklen zu geben, > es gibt Phasen, da passiert das in 10..15 Jahren regelmäßig; > dann ist mal wieder 40 Jahre relative Ruhe.) > > Und da reden wir dann über ganz andere Niederschlagsmengen, > 2002 wurden bei Zinnwald 400mm[¹] gemessen, in wenigen Tagen. Und > selbst das ist historisch gesehen pillepalle: Der geneigte > Leser schlage unter Magdalenenhochwasser[¹] nach. > > Was wir derzeit erleben sind atlantisch entstandene Feucht- > massen. Es spricht einiges dafür, dass wir einen verregneten > Sommer bekommen. Nicht schlimm, ist Wetter. > > [¹] <https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelmeertief> > [²] Jahresdurchschnitt Deutschland: 780mm. > [³] <https://de.wikipedia.org/wiki/Magdalenenhochwasser_1342> > Und nun kommen erste Auswertungen des DWD, daß es eben doch bereits eine signifikante Veränderung ist. Also Klimawandel, nicht Wetter. SZ auf Seite 2: 111,1 Liter Regen pro Stunde und Quadratmeter. Das ist nicht mehr normal Die Frage lautet nun: Ist das alles noch normal? Oder wirkt hier bereits die Erderwärmung? Lange Zeit traute sich die For- schung nicht, Aussagen zu treffen, weil die Datenlage zu dünn war und vor allem loka- le Gewitter von Messgeräten oft nicht ana- lysiert werden konnten. Doch jetzt sagt.An- dreas Friedrich, Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD): „Es gibt eine Tendenz, dass in Deutschland solche Gewitter mit Starkregenereignissen häufiger auftreten.“ Dies zeigten die Werte eines Radarver- bundsystems, das seit 20 Jahren lückenlos die Niederschlagsereignisse im Land aufzeichne. Mehr als 25 Liter pro Stunde pro Quadratmeter gilt als Starkregen, mehr als 40 Liter als extremer Starkregen. „„Auch in der Spitze sind die Unwetter heftiger geworden, sagt Friedrich. In Itzehoe, Schleswig-Holstein, regnete es in der Nacht zu Donnerstag pro Stunde und Quadratmeter- 111,1 Liter - ein Ereignis, das dort statistisch nur einmal in hundert Jahren vor- kommt. Die Entwicklung passt zu den physikalischen Annahmen einer wärmeren Atmosphäre. Diese kann mehr Feuchtigkeit speichern, Gewitterwolken saugen sich gerade im Sommer stärker auf als früher, enthalten potenziell mehr Wasser. Wo es dann abregnet, kann es zu Überflutungen kommen. Nach drei Hitze- und Dürrejahren hat es in den vergangenen Wochen Mitteleuropa getroffen. Ursache ist eine sogenannte Omega-Wetterlage, die sich über dem Nordatlantik gebildet hat. Dort steht ein Hochdruckgebiet, um dieses herum kreisen Tiefdruckgebiete. Da sich der Jet- stream über der Nordhalbkugel durch die Erderwärmung abgeschwächt habe, „,verlangsamen sich die Wetterlagen sagt Pe- ter Hoffmann, Meteorologe am Potsdam- Institut für Klimafolgenforschung. Das Tiefdruckgebiet über Deutschland steht also, statt sich weiterzubewegen, der Wetter- dienst gibt seit Wochen fast täglich Unwet- terwarnungen heraus. Nach einer Pause bis Samstagnachmittag soll es laut Vorhersage im Westen und in Alpennähe wieder losgehen. Gewitter und auch Starkregen sind erneut möglich. THOMAS HUMMEL -- please forgive my iPhone typos
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Soviel Hagel wie noch nie Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2021-06-30 04:48 +0000
Re: Soviel Hagel wie noch nie Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2021-06-29 22:20 -0700
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Re: Soviel Hagel wie noch nie "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2021-06-30 10:26 +0200
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Re: Soviel Hagel wie noch nie Martin Τrautmann <t-usenet@gmx.net> - 2021-06-30 11:48 +0200
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Re: Soviel Hagel wie noch nie Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2021-06-30 22:08 -0700
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