Groups | Search | Server Info | Keyboard shortcuts | Login | Register [http] [https] [nntp] [nntps]
| From | Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> |
|---|---|
| Newsgroups | ger.ct |
| Subject | Re: CNN anmachen |
| Date | 2021-01-06 17:09 -0500 |
| Organization | A noiseless patient Spider |
| Message-ID | <rt5cek$8ls$1@dont-email.me> (permalink) |
| References | <rt566j$mma$1@solani.org> <rt59m3$9ra$1@news-1.m-online.net> |
Salve allerseits, Christian Schumacher schrieb: > Dr. Joachim Neudert schrieb: > >> Siehe Topic. Live. > > https://pbs.twimg.com/media/ErExOZmU0AkmQyP?format=jpg&name=small > +--- <hier abknabbern> --- | Diesen 6. Januar werden die USA nicht so bald vergessen. Bereits am | Mittwochmorgen ist klar: Die Demokraten haben mindestens einen | Senatssitz in Georgia geholt. Raphael Warnock wird der erste schwarze | Senator des Bundesstaats. Auch beim zweiten Sitz liegen die Demokraten | vorne – das Rennen ist aber zu knapp, um bereits einen Sieger | auszurufen. Gewinnen die Demokraten beide Nachwahlen, sichern sie dem | neuen Präsidenten Joe Biden eine knappe Mehrheit im Senat. | Davon unabhängig wird sich am Mittag (Ortszeit) der Kongress in | Washington versammeln, um die Wahl Bidens formell zu bestätigen und | Donald Trump endgültig aus dem Weißen Haus zu verbannen. In all den | Jahren war dies eine feierliche, aber gleichzeitig altmodisch wirkende | Tradition. In zwei Kisten aus Mahagoniholz werden die Umschläge mit den | zertifizierten Wahlergebnissen hereingetragen, in alphabetischer | Reihenfolge der einzelnen Bundesstaaten verlesen und von Abgeordneten | beider Parteien noch einmal offiziell gezählt. | | So will es der sogenannte Electoral Count Act von 1887. Der | Vizepräsident als Vorsitzender des Senats verkündet anschließend, was | schon vorher feststand: Der Kandidat mit der Mehrheit der Wahlleute ist | der Sieger. So hat es das Wahlleutekollegium auch diesmal entschieden – | und Joe Biden bereits Mitte Dezember zum 46. Präsidenten der USA | gewählt. Und doch ist aus der Formalität ein Politikum, aus dem | zeremoniellen Rahmen der Schauplatz eines erbitterten Showdowns | geworden. Er legt offen, wie tief Donald Trump die republikanische | Partei in die Spaltung getrieben hat. | | Ein Teil der Abgeordneten auf dem "Hügel", wie der Kongress in | Washington gerne umschrieben wird, will die Wahl Joe Bidens nicht | anerkennen. Bislang haben 13 Senatorinnen und Senatoren sowie zwei | Drittel der republikanischen Mitglieder des Repräsentantenhauses | angekündigt, das Ergebnis an diesem Mittwoch im Kongress nicht zu | akzeptieren. Statt zu bestätigen, wollen sie bei einzelnen Bundesstaaten | Einspruch erheben. | | *Zwei Lager, die sich immer feindseliger gegenüberstehen* | | Obwohl der noch amtierende US-Präsident nach anfänglicher Weigerung Ende | November den Weg für die offizielle Übergabe der Amtsgeschäfte an Joe | Biden frei machte, hat er seine Niederlage noch immer nicht | eingestanden. Ganz im Gegenteil. In den vergangenen Wochen hat Trump | immer aggressiver seine – durch keinerlei Fakten belegte – Behauptung | verbreitet, die Demokraten hätten die Wahl "gestohlen" und er selbst sei | der rechtmäßige Wahlsieger. Nachdem er mit zahlreichen Klagen vor | Gericht gescheitert war, griff er immer stärker auch Mitglieder der | eigenen Partei an, die sich weigerten, genügend Stimmen für ihn zu | "finden", wie Trump es sich in einem vor wenigen Tagen öffentlich | gewordenen Telefonat mit dem Staatssekretär von Georgia wünschte. | | Es ist ein offensichtlicher Fall von Amtsmissbrauch. Donald Trump | lieferte damit eine Steilvorlage für eine mögliche Strafverfolgung nach | dem Ende seiner Amtszeit. Das kümmert ihn aber scheinbar wenig. | Allerdings erhöhte das Telefonat den Druck auf den Rest der Partei, sich | entweder doch noch schnell von Trump zu distanzieren oder sich endgültig | hinter ihm zu versammeln. | | Trump hat die Partei mit seinem Gebaren in eine tiefe Krise gestürzt. | Sie traf in dieser Woche die republikanischen Senatskandidaten in | Georgia, die Schwierigkeiten hatten, bei der Stichwahl ausreichend | Wählerinnen zu mobilisieren. Zu groß war offenbar das Misstrauen in | Wahlsystem und Verantwortliche, das Trump vorab gesät hatte. Die treue | Trump-Unterstützerin Kelly Loeffler hat ihren Sitz bereits verloren. | David Perdue, ebenfalls auf dem Trump-Ticket unterwegs, muss noch bangen. | | *Trump hat seine Partei erpressbar gemacht* | | Nur wenige Republikaner haben es bislang gewagt, Trump öffentlich für | seine Falschbehauptungen über den vermeintlichen Wahlbetrug zu | kritisieren. Je deutlicher sich abzeichnete, dass Donald Trump auch vor | Gericht keine Chance haben würde, desto leiser wurde die Parteiprominenz | – bis auf wenige, lautstarke Ausnahmen wie Ted Cruz, ein möglicher | Präsidentschaftskandidat 2024, der sich als Trumps eifrigster | Unterstützer zu profilieren versucht. | | Inzwischen hat aber auch Mitch McConnell, einflussreicher | Mehrheitsführer im Senat, seine Loyalität zu Trump aufgekündigt und die | republikanischen Abgeordneten aufgefordert, Störmanöver bei der Sitzung | des Kongresses zu unterlassen. Dass nun so viele von ihnen drohen, sich | nicht daran zu halten, untergräbt nicht nur McConnells Autorität. Es | zeigt auch, wie erpressbar Trump seine Partei gemacht hat. | | Wer bereit sei, ein betrügerisches Wahlergebnis anzunehmen, werde "in | Schande niedergehen", twitterte der Präsident am Montag. Sogar auf | seinen Vizepräsidenten Mike Pence begann er, Druck auszuüben. Denn | dieser, behauptete Trump ebenfalls auf Twitter, habe "die Macht, | unrechtmäßig ernannte Wahlleute abzulehnen". Und bei einer | Wahlkampfveranstaltung in Georgia sagte Trump am Montag, er hoffe, dass | Pence sich bei der Versammlung des Kongresses durchsetze. "Denn wenn er | sich nicht durchsetzt, dann werde ich ihn nicht mehr so gernhaben." Ein | klassischer Trump: Durch die öffentliche Drohung wird die Basis | aufgewiegelt – und der Parteifreund in Windeseile zum potenziellen | Parteiverräter. | | *Einige Minuten Ruhm* | | Tatsächlich hat Pence diese Macht nicht, denn die Entscheidung obliegt | laut Verfassung den Abgeordneten, und die sind mehrheitlich dafür, Biden | als Sieger anzuerkennen. Obwohl Pence sein – und Trumps – Gesicht wahrte | und offiziell verlauten ließ, er "begrüße" den Aufstand der | Abgeordneten, heißt es aus seinem Umfeld, er werde seine | verfassungsmäßige Pflicht befolgen und Biden bestätigen. Das soll er | auch Trump bereits gesagt haben. | | Natürlich gehen auch die meuternden Republikanerinnen und Republikaner | nicht ernsthaft davon aus, dass sich aus den Mahagonikisten noch ein | paar Stimmen hervorzaubern ließen, die Trump den rechtmäßigen Sieg | bescheren würden. Ihnen ist klar, dass sie das Unvermeidliche lediglich | um ein paar Stunden herauszögern können. Für jeden der sechs | Bundesstaaten, für deren Wahlergebnisse die Abgeordneten Einspruch | angekündigt haben, fallen zwei Stunden separater Aussprache an, sofern | dies schriftlich von je einem Mitglied beider Kammern gefordert wird. | | Es handelt sich um einen letzten, öffentlichkeitswirksamen Aufstand – | und um eine Art Glaubensbekenntnis für den scheidenden Präsidenten. | Angesichts des Rückhalts, den Trump bei der republikanischen Basis noch | immer genießt, haben Loyalisten im Zweifelsfall die besseren Chancen, | noch einmal gewählt zu werden. Loeffler hingegen hatte das Pech, dass | ihr Wahlkampf mitten in Trumps Feldzug fiel, Georgia doch noch für sich | zu reklamieren, wenn nötig auch auf Kosten seiner eigenen Partei. Sie | nahm lieber in Kauf, ihr Amt zu verlieren, als sich von Trump | loszusagen. Auch das zeigt, wie sehr er die Partei noch im Griff hat. | | *Schaden nimmt einmal mehr die US-Demokratie* | | Für alle anderen Republikanerinnen und Republikaner, die es Pence | gleichtun und Joe Bidens Wahl bestätigen, gilt das alte, ehrenvolle | Sprichwort "country over party", das Wohl des Landes wiegt stärker als | das der Partei. Das bedeutet aber auch, dass sie womöglich keine Zukunft | in dieser Partei haben. Erst recht nicht, sollten die Gerüchte stimmen, | dass Trump pünktlich zu Joe Bidens Amtseinführung seine erneute | Kandidatur für 2024 bekannt geben will. | | Schaden nimmt einmal mehr die US-amerikanische Demokratie angesichts | Dutzender Abgeordneter, die ihr Mandat benutzen wollen, um ein | Wahlergebnis nachträglich umzuschreiben. Sie sind allerdings nicht die | ersten: Joe Biden saß dem Senat 2017 vor, als der Kongress Donald Trump | als Präsidenten bestätigte, und musste Abgeordnete seiner eigenen Partei | zur Ordnung rufen, die – empört von der Wahl Trumps – ebenfalls den | Aufstand probten. "Es ist vorbei", sagte Biden damals unter dem Applaus | der republikanischen Abgeordneten. Und das war es damit auch. | | Selbst wenn Mike Pence ähnlich deutliche Worte wählen sollte, womit kaum | zu rechnen ist: Vorbei ist es diesmal noch lange nicht, denn die | republikanische Partei ist tiefer gespalten denn je. +--- </hier abknabbern> --- ©<https://www.zeit.de/politik/ausland/2021-01/us-wahl-republikaner-spaltung-donald-trump-wahlergebnis-partei/komplettansicht> M.f.G. -- Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie wird praktisch nie gelesen. Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur etwas komisch... ;-)
Back to ger.ct | Previous | Next — Previous in thread | Next in thread | Find similar | Unroll thread
CNN anmachen Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2021-01-06 20:22 +0000
Re: CNN anmachen Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2021-01-06 15:27 -0500
Re: CNN anmachen Gerrit Heitsch <gerrit@laosinh.s.bawue.de> - 2021-01-06 21:30 +0100
Re: CNN anmachen Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2021-01-06 15:40 -0500
Re: CNN anmachen Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2021-01-07 09:23 -0500
Re: CNN anmachen Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2021-01-07 12:31 -0500
Re: CNN anmachen Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2021-01-08 20:11 +0000
Re: CNN anmachen Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2021-01-08 20:18 +0000
Re: CNN anmachen Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2021-01-08 19:07 -0500
Re: CNN anmachen Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2021-01-08 19:02 -0500
Re: CNN anmachen Christian Schumacher <cs.spam@nurfuerspam.de> - 2021-01-09 00:26 +0000
Re: CNN anmachen Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2021-01-09 01:06 -0800
Re: CNN anmachen Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2021-01-09 00:49 -0800
Re: CNN anmachen Christian Schumacher <cs.spam@nurfuerspam.de> - 2021-01-06 21:22 +0000
Re: CNN anmachen Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2021-01-06 17:09 -0500
Re: CNN anmachen Tobias Schuster <7e0f2510@gmx.de> - 2021-01-06 22:31 +0100
Re: CNN anmachen Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2021-01-06 17:20 -0500
Re: CNN anmachen "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2021-01-07 10:11 +0100
Re: CNN anmachen Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2021-01-07 03:38 -0800
Re: CNN anmachen Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2021-01-07 09:35 -0500
Re: CNN anmachen Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2021-01-07 09:42 -0500
Re: CNN anmachen Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2021-01-07 10:59 -0500
csiph-web