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Groups > de.sci.electronics > #230313

Re: Thermoelement ohne OpAmp

From Rolf Bombach <rolfnospambombach@invalid.invalid>
Newsgroups de.sci.electronics
Subject Re: Thermoelement ohne OpAmp
Date 2017-07-20 22:07 +0200
Organization A noiseless patient Spider
Message-ID <okr2ap$nik$1@dont-email.me> (permalink)
References <etbnb3Fai3bU1@mid.individual.net>

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Stefan Krister schrieb:
>
> Hi,
>
> ich stell mir grad die Frage, wie man es "früher" gemacht hat, die
> Spannung eines Thermoelements in die Region so um die 5V zu bringen, als
> es noch keine OpAmps gab.
>
> Kennt jemand noch solche Schaltungen? Sind diese mit modernen
> Schaltungen konkurrenzfähig - also im Sinne von Aufwand/Kosten? Gibt es
> noch tatsächliche Gründe, es auf die alte Tour zu machen?

Schreiber in Röhrentechnik benutzten "Zerhackverstärker", heute
"Chopper", die mit 50/100 Hz liefen. Die Endröhren gingen in Gegentakt
direkt an den Motor, der mit ungleichgerichteter Spannung versorgt
wurde. Der empfindlichste Bereich war 1 mV Vollausschlag. DC-Drift
nicht feststellbar, Verstärkungslinearität und -Konstanz war ein anderes Kapitel.
(Im Labor in Basel hatten wir Messdatenerfassung mit PDP11 der ersten
Stunde mit Röhrenschreiber Seite an Seite. Letzterer hat erstere überlebt.)

Mit Halbleitern wurden ebenfalls Chopperverstärker verwendet, auch
schon mit Geranien hat das funktioniert. Im LTspice gibt es die
P2-Beispielschaltung von G.A. Philbrick, der kannst du ja mal
beim choppen zusehen. Gibt dem PC allerdings einiges zu denken.

Heute gibt es die chopperstabilisierten "Zero-Drift" usw. Opamps,
da stellt sich das Problem nicht mehr. Dafür andere. IIRC gibt
es auch Sigma-Delta-Mess-ADCs, die direkt mit Millivolt umgehen können.
Teure Module von NI oder von diversen SPS haben direkten TC-Eingang.
Oder Reihenklemmen-artige Module für die Hutschiene.

OpAmps speziell für TC mit eingebauter Kaltstellenkompensation gibt
es auch seit fast ewig fertig zu kaufen (teuer), AD595 war wohl Urvater.
(Heute eher AD8495)

Mit selbstgebauten TC-Vorverstärkern kann man dermassen viel falsch
und nur wenig richtig machen, dass ich nur davon abraten kann.
Anders sieht es bei Spezialfällen aus, etwa wenn sehr hohe Geschwindigkeit
im kHz-Bereich nötig ist. Dann wird es wieder spannend. (Ja, es gibt
TC die so schnell sind.)

-- 
mfg Rolf Bombach

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Thermoelement ohne OpAmp Stefan Krister <stefan.krister@creative.chaos.de> - 2017-07-20 14:51 +0200
  Re: Thermoelement ohne OpAmp "MaWin" <me@private.net> - 2017-07-20 15:32 +0200
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