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Re: Lord Neuberger

From Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de>
Newsgroups ger.ct
Subject Re: Lord Neuberger
Date 2017-01-24 21:02 +0100
Organization A noiseless patient Spider
Message-ID <o68bpm$tj3$1@dont-email.me> (permalink)
References (1 earlier) <37874.22733.1485273972@news.jors.net> <o67uf5$j44$1@news.albasani.net> <eepm4jFouprU1@mid.individual.net> <o688rk$hni$1@dont-email.me> <eepog9Fph9pU1@mid.individual.net>

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Salve allerseits,

Michael Bode schrieb:
> Am 24.01.2017 um 20:12 schrieb Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara:
>> Michael Bode schrieb:
>>> Am 24.01.2017 um 17:13 schrieb Dr. Joachim Neudert:
>>>> Am 24.01.17 um 17:06 schrieb Juergen P. Meier:
>>>>> Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org>:
>>>>>
>>>>>> Das heißt: Never-ending fun im britischen Parlament...
>>>>>
>>>>> Naja, nachdem Trump mit seinen Alternativen Fakten die Briten mit
>>>>> ihrem Brexit fast wieder in das Abseits der Bedeutungslosigkeit
>>>>> gedraengt hat, muessen sie sich doch wieder international ins Rechte
>>>>> Licht ruecken. Oder zumindest laut genug mit den Fuessen stampfen,
>>>>> damit sie vor lauter Trumps etwas abbekommen.
>>>>>
>>>>> So scheint es einem.
>>>>
>>>> Auf die Parlamentsdiskussionen darf man sich auf jeden Fall freuen. Die
>>>> Briten führen da weiter eine scharfe verbale Klinge voller Spitzen und
>>>> Ironie. Die Liberaldemokraten haben sich ja auch nicht sonderlich auf
>>>> den Brexit festgelegt, die werden nachfragen...
>>>
>>> Was soll da groß kommen? Kaum einer wird sich trauen gegen den Brexit zu
>>> stimmen. Die eigene Verhandlungsposition zu untergraben, indem man
>>> vorher im Parlament fein säuberlich herausarbeitet, dass man ohne Hosen
>>> da steht, ist auch nicht sonderlich taktisch clever.
>>>
>>| --- <hier abknabbern> ---
>>| Als Theresa May vergangene Woche in London ans Rednerpult trat, hörten
>>| nicht nur die Regierungen in Kontinentaleuropa gebannt zu. Ganz
>>| besonders gespannt warteten die Iren darauf, was die britische
>>| Regierungschefin in London zu sagen hatte. Und viele von ihnen wurden
>>| ernüchtert: An diesem Tag sicherte sich May endgültig den Titel als neue
>>| "Eiserne Lady" und kündigte selbstbewusst den harten Brexit an. Dass die
>>| Briten wahrscheinlich den EU-Binnenmarkt verlassen, dürfte für die EU
>>| eine schmerzhafte Amputation werden. Für die Iren aber ist es weit mehr
>>| als das. Es ist ein Desaster.
>>| 
>>| Denn die Republik Irland ist eng mit dem Vereinigten Königreich
>>| verbunden. Großbritannien nimmt einen großen Teil der irischen Exporte
>>| auf und ist so der wichtigste einzelne Handelspartner. Gleichzeitig sind
>>| die Bindungen an die EU ebenfalls enorm wichtig. Dank Binnenmarkt und
>>| jahrzehntelangem Geldregen aus EU-Töpfen wurde Irland vom Armenhaus zum
>>| Aufsteiger, der mittlerweile vom Empfänger zum Beitragszahler geworden
>>| ist und dank seiner niedrigen Unternehmenssteuern Apple, Facebook,
>>| Google und andere große US-Unternehmen anlockte. "Heute ist Irland wie
>>| ein Kind, dessen Eltern sich trennen", schreibt ein Kolumnist der
>>| "Sunday Times", Cormac Lucey.
>>| 
>>| Doch die Brexit-Folgen für Irland haben nicht nur mit Wirtschaft,
>>| Steuern und Märkten zu tun. Die EU-Mitgliedschaft Irlands und
>>| Großbritanniens war ein entscheidender Grund für das Ende des
>>| Nordirland-Konflikts. Offene Grenzen und gemeinsamer Binnenmarkt kommen
>>| einer Einheit des Landes recht nahe, zumindest schmerzte die Teilung die
>>| Katholiken im Norden weniger, da sie von den Brüdern in der Republik
>>| fast nur noch auf dem Papier getrennt sind. Das ist der Boden, auf dem
>>| das Karfreitagsabkommen von 1998 gedeihen konnte, das den
>>| jahrzehntealten Konflikt um IRA, Protestanten und Katholiken offiziell
>>| beendete. Dabei spielten auch Zahlungen aus Brüssel eine wichtige
>>| Nebenrolle. 1,5 Milliarden Euro pumpte die EU nach Nordirland und half
>>| der Region so auf die Beine. Das dort beim Referendum 56 Prozent gegen
>>| den Brexit stimmten, überrascht daher wenig.
>>| 
>>| *Aus dem Segen könnte Fluch werden*
>>| 
>>| Wie soll es nun weitergehen, wenn an der Grenze zwischen Irland und
>>| Nordirland die EU-Außengrenze verläuft? Was bislang ein Segen war,
>>| könnte sich dann ins Gegenteil verkehren. Die Iren wären wieder getrennt
>>| - das wirke ähnlich traumatisch wie wenn zwischen Thüringen und Hessen
>>| wieder Grenzkontrollen eingeführt würden, hieß es in der "Zeit". Manche
>>| befürchten gar, die IRA könnte wieder aufleben und das Land erneut mit
>>| Bomben und Attentaten terrorisieren. Gäbe es wieder Polizisten an
>>| Grenzposten, würden diese zu "sitzenden Enten", also leichte Ziele für
>>| potenzielle Terroristen, sagte ein Sprecher der Polizeigewerkschaft
>>| Police Federation of Northern Island.
>>| 
>>| Irlands Premierminister Enda Kenny versuchte nach dem Brexit, die Lage
>>| zu beruhigen. Er habe sich bereits mit May darauf verständigt, dass es
>>| nicht wieder eine harte Grenze geben soll. Außerdem solle es keine
>>| Einschränkung für den gemeinsamen Grenzraum geben. Das allerdings sagte
>>| der Regierungschef Anfang Dezember – da gab es noch Hoffnungen, dass die
>>| Briten einen soften Brexit anstreben, also im EU-Binnenmarkt blieben.
>>| Dann wäre es für die Iren halb so schlimm gekommen. Dann hätte man
>>| ähnlich offene Grenzen wie die Nicht-EU-Mitglieder Schweiz oder Norwegen
>>| bekommen können. Doch die sind beide Mitglied des Binnenmarktes, dem May
>>| nun eine Absage erteilt hat. Die beiden Länder fallen als Modell also
>>| aus. Es sei denn, man macht eine Ausnahme für die Briten und Iren. Aber
>>| das wäre dann genau das "Rosinenpicken", das die EU verhindern will.
>>| 
>>| Wäre es da nicht besser, wenn Irland die EU ebenfalls verließe und sich
>>| dann mit den Briten verständigt, die gemeinsame Grenze offen zu halten?
>>| Diese Idee wird tatsächlich diskutiert. Der ehemalige irische
>>| Botschafter in Kanada, Ray Bassett, sagte dem "Belfast Telegraph", es
>>| liege nicht in Irlands Interesse einen Austritt aus der EU, den Irexit,
>>| auszuschließen. "Wir hoffen sicherlich, dass wir ein aktives und
>>| stützendes Mitglied der EU bleiben, aber wir sollten nichts
>>| ausschließen", zitiert ihn die Zeitung. Auch der bereits erwähnte
>>| Kolumnist Cormac Lucey spricht sich dafür aus. Neben der engen Bindung
>>| an Großbritannien ist für ihn auch die derzeitige Wirtschaftskrise in
>>| weiten Teilen der EU ein wichtiges Argument. Dass die Brexit-Partei Ukip
>>| im EU-Parlament den "Irexit" bereits im Oktober ins Spiel brachte, ist
>>| wohl weniger ernst zu nehmen – wobei die Brexit-Krakeeler anfangs auch
>>| in Großbritannien nicht für voll genommen wurden.
>>| 
>>| *Euro-Austritt kaum denkbar*
>>| 
>>| Das Verhältnis der Iren zur EU ist auch nicht frei von Spannungen. Das
>>| zeigte die EU-Strafe für Apple im vergangenen Herbst. 13 Milliarden Euro
>>| sollte der Computergigant wegen Steuervergünstigungen an Irland zahlen,
>>| doch Dublin weigerte sich, das Geld anzunehmen. Man wollte es sich eben
>>| auf keinen Fall mit den großen Playern aus den USA verscherzen. Und was,
>>| wenn Brüssel Apple und die anderen Internet-Giganten mit weiteren
>>| Reglementierungen und Strafzahlungen trietzt? Oder womöglich Irland
>>| verbietet, weiter Dumping-Steuersätze zu erheben? Ob Apple, Facebook und
>>| Google dann doch vielleicht lieber ins von allen Zwängen befreite
>>| Nach-Brexit-Großbritannien flüchten, das überdies ebenfalls mit
>>| niedrigen Unternehmenssteuern liebäugelt? Zugegeben, das wirkt noch weit
>>| entfernt – mit ein paar falschen Entscheidungen kann der Status Quo aber
>>| leicht ins Wanken geraten.
>>| --- </hier abknabbern> ---
> 
> Wieviel Geld glaubt denn Apple in UK alleine zu verdienen? Wollen sie
> die EU dann Samsung überlassen? Nicht, dass mich das stören würde, aber
> ich kenne ein paar Leute...
> 
<http://www.businessinsider.de/eurosceptics-discuss-irexit-ireland-apple-13-billion-eu-tax-bil-brexit-2016-8?r=US&IR=T>

	M.f.G.

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Lord Neuberger "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2017-01-24 10:43 +0100
  Re: Lord Neuberger "Juergen P. Meier" <nospam-1984@jors.net> - 2017-01-24 16:06 +0000
    Re: Lord Neuberger "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2017-01-24 17:13 +0100
      Re: Lord Neuberger Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> - 2017-01-24 19:31 +0100
      Re: Lord Neuberger Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2017-01-24 19:53 +0100
        Re: Lord Neuberger "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2017-01-24 19:54 +0100
          Re: Lord Neuberger Gerrit Heitsch <gerrit@laosinh.s.bawue.de> - 2017-01-24 20:05 +0100
            Re: Lord Neuberger "Juergen P. Meier" <nospam-1984@jors.net> - 2017-01-24 19:22 +0000
          Re: Lord Neuberger Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> - 2017-01-24 20:18 +0100
            Re: Lord Neuberger Gerrit Heitsch <gerrit@laosinh.s.bawue.de> - 2017-01-24 20:23 +0100
              Re: Lord Neuberger Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> - 2017-01-24 20:43 +0100
        Re: Lord Neuberger Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> - 2017-01-24 20:12 +0100
          Re: Lord Neuberger Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2017-01-24 20:33 +0100
            Re: Lord Neuberger Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> - 2017-01-24 21:02 +0100
          Re: Lord Neuberger "Juergen P. Meier" <nospam-1984@jors.net> - 2017-01-24 19:28 +0000
    Re: Lord Neuberger Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> - 2017-01-24 19:28 +0100

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