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Re: Lord Neuberger

From Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de>
Newsgroups ger.ct
Subject Re: Lord Neuberger
Date 2017-01-24 19:28 +0100
Organization A noiseless patient Spider
Message-ID <o6869d$7rh$1@dont-email.me> (permalink)
References <o677jq$fip$1@news.albasani.net> <37874.22733.1485273972@news.jors.net>

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Salve allerseits,

Juergen P. Meier schrieb:
> Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org>:
>> Das heißt: Never-ending fun im britischen Parlament...
> 
> Naja, nachdem Trump mit seinen Alternativen Fakten die Briten mit
> ihrem Brexit fast wieder in das Abseits der Bedeutungslosigkeit
> gedraengt hat, muessen sie sich doch wieder international ins Rechte
> Licht ruecken. Oder zumindest laut genug mit den Fuessen stampfen,
> damit sie vor lauter Trumps etwas abbekommen.
> 
> So scheint es einem.
> 
--- <hier abknabbern> ---
Noch vor einer Woche gab sich die chinesische Führung stark und
selbstbewusst. Die USA hätten eine "heftige" Reaktion zu erwarten,
sollte Donald Trump seine Drohung umsetzen und Taiwan als eigenen Staat
anerkennen, warnte ein Regierungssprecher. Die englischsprachige
Staatszeitung China Daily, sonst eigentlich um Völkerverständigung
bemüht, bezeichnete die Taiwan-Frage gar als "Büchse der Pandora mit
tödlichem Potenzial".

Auch gegen die Teilnahme einer Delegation aus Taiwan zur Amtseinführung
Trumps am vergangenen Freitag in Washington hatte die Führung in Peking
heftig protestiert. Aus Chinas Sicht ist die vorgelagerte Insel eine
abtrünnige Provinz und kein souveräner Staat – was Taiwan seit dem Ende
des Bürgerkriegs von 1949 de facto aber ist. Die USA folgen bislang
Pekings Ein-China-Politik. Trump ist der erste US-Präsident seit fast 40
Jahren, der an diesem Zustand zu rütteln wagt und sich kurz nach seiner
Wahl von der taiwanischen Präsidentin telefonisch gratulieren ließ.

Der neue Präsident zeigt sich im Gegensatz zu seinen Vorgängern
unbeeindruckt von allen chinesischen Drohungen. Er ließ die elfköpfige
Delegation aus Taiwan an seiner Feier teilnehmen. Eine Provokation. Doch
anstatt den Streit verbal noch stärker eskalieren zu lassen, ist die
chinesische Führung überraschend um versöhnliche Töne bemüht. Von der
Teilnahme der taiwanischen Delegation an Trumps feierlicher
Amtseinführung ist in chinesischen Medien nichts mehr zu lesen.

Geradezu flehentlich bat Chinas amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am
Wochenende in einem Leitartikel den neuen US-Präsidenten darum, die
mühsam aufgebauten Beziehungen nicht einfach über Bord zu werfen.
"Zusammenarbeit ist die beste Option für das US-chinesische Verhältnis",
schreibt Xinhua in einem Leitartikel. Beide Länder sollten auf
Herausforderungen wie Terrorismus, globale Erwärmung und Cybersicherheit
eine gemeinsame Antwort finden.

So überraschend diese Kehrtwendung scheinen mag, verstärkt sie den
Eindruck, dass Chinas Führung auf Trumps Angriffe keine Antwort mehr
weiß. Trump hatte schon im Wahlkampf die Volksrepublik heftig
kritisiert. Er warf den Chinesen Währungsmanipulation vor, um sich auf
dem Weltmarkt mit Billigexporten einen Handelsvorteil zu erschleichen.
Als einer seiner ersten Amtshandlungen kündigte er an, einen
45-prozentigen Strafzoll auf sämtliche chinesische Einfuhren erheben zu
wollen.

Die Führung in Peking gab sich selbst dann noch zurückhaltend, als Trump
China der "Vergewaltigung" seines Landes bezichtigte. Im Wahlkampf
würden häufig Dinge gesagt, die dann hinterher nicht so gemeint seien,
versuchte die Regierung die Attacken herunterzuspielen.

*Das Feindbild heißt China*

Inzwischen dämmert es der Führung in Peking allerdings, dass es sich bei
Trumps Attacken keineswegs nur um Wahlkampfgeplärre handelt. Er will
sich ernsthaft mit China anlegen. Denn längst greift er das Land nicht
nur in Handelsfragen an. Er macht die Regierung in Peking auch
verantwortlich für Nordkoreas nukleare Aufrüstung und weltweite
Hacking-Angriffe – während er Russland zugleich in Schutz nimmt. Im
Territorialstreit ums Südchinesische Meer schließt Trump sogar einen
militärischen Konflikt nicht mehr aus.

[...]

"China ist unser Feind. Sie wollen uns zerstören", twitterte Trump schon
im Juli 2011. "Je mehr sich abzeichnet, dass er seine innenpolitischen
Versprechungen nicht erfüllen kann, desto mehr wird er auf
außenpolitische Feindbilder setzen", sagt der Politologe Li Zhao von der
Fudan Universität in Schanghai. Trump wäre nicht der erste, der mit
einem Feindbild im Ausland große Teile der Bevölkerung hinter sich zu
scharen weiß und selbst Menschen gewinnen könnte, die ihn noch nicht
unterstützen. Umgekehrt wird sich auch Chinas Staats- und Parteichef Xi
Jinping nicht ewig zurück halten. Schon mehren sich in Chinas sozialen
Netzwerken die Stimmen, Xi müsse eine härtere Gangart gegen Trump
einschlagen.

Experten empfehlen, dass sich Chinas Staatspräsident Xi Jinping so
schnell wie möglich mit Trump persönlich trifft. Einem Egomanen wie
Trump die Hand zu reichen, könnte sehr viel bewirken, wird Elisabeth
Economy vom New Yorker Council on Foreign Relations in der in Hongkong
erscheinenden South China Morning Post zitiert. Trump könnte Xi
sympathisch finden.

Bislang ist kein Treffen der beiden mächtigsten Staatsmänner der Welt
vorgesehen. Die nächste Gelegenheit könnte sich erst beim G20-Gipfel im
Juli in Hamburg ergeben. Doch auch dort könnte eine persönliche
Begegnung ausbleiben. Die South China Morning Post zitiert Stephen
Yates, einen engen außenpolitischen Berater von Trump. Yates hält es für
möglich, dass Trump dem Gipfel in Deutschland fernbleibt. Der Grund:
"Zeitverschwendung".
--- </hier abknabbern> ---

©<http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-01/china-donald-trump-aussenpolitik-taiwan/komplettansicht>

	M.f.G.

-- 
Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie
wird praktisch nie gelesen.  Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur
etwas komisch... ;-)

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Lord Neuberger "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2017-01-24 10:43 +0100
  Re: Lord Neuberger "Juergen P. Meier" <nospam-1984@jors.net> - 2017-01-24 16:06 +0000
    Re: Lord Neuberger "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2017-01-24 17:13 +0100
      Re: Lord Neuberger Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> - 2017-01-24 19:31 +0100
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          Re: Lord Neuberger Gerrit Heitsch <gerrit@laosinh.s.bawue.de> - 2017-01-24 20:05 +0100
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              Re: Lord Neuberger Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> - 2017-01-24 20:43 +0100
        Re: Lord Neuberger Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> - 2017-01-24 20:12 +0100
          Re: Lord Neuberger Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2017-01-24 20:33 +0100
            Re: Lord Neuberger Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> - 2017-01-24 21:02 +0100
          Re: Lord Neuberger "Juergen P. Meier" <nospam-1984@jors.net> - 2017-01-24 19:28 +0000
    Re: Lord Neuberger Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> - 2017-01-24 19:28 +0100

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