Groups | Search | Server Info | Keyboard shortcuts | Login | Register [http] [https] [nntp] [nntps]
Groups > de.sci.electronics > #211127
| From | Marcel Mueller <news.5.maazl@spamgourmet.org> |
|---|---|
| Newsgroups | de.sci.electronics |
| Subject | Re: Positionserkennung |
| Date | 2016-07-17 09:44 +0200 |
| Organization | MB-NET.NET for Open-News-Network e.V. |
| Message-ID | <nmfd3u$j84$1@gwaiyur.mb-net.net> (permalink) |
| References | <duvvvjF8j2vU1@mid.individual.net> |
On 17.07.16 01.57, Hans-Peter Diettrich wrote: > Eben bin ich über einen Vorschlag gestolpert, wie sich ein oder mehrere > mobile Roboter auf einer Fläche orientieren könnten. Dazu werden > Ultraschallsignale von festen Positionen über die Fläche geschickt, und > (jeweils?) ein Infrarotsignal zur Feststellung der Laufzeiten. Geht. Es gab mal Ultraschall 3D bzw. 6D Mäuse, die so gearbeitet haben. Ist bestimmt schon 15-20 Jahre her, wo ich die auf der CeBit in der Hand hatte. Das mit dem IR-Sync für die Laufzeiten schenkt man sich allerdings. Alles, was man braucht, ist ein Ultraschallsender mehr als für die Ortsbestimmung nötig. Also für 2D 3 Sender mit bekannten Koordinaten, für 3D drei. Im Prinzip dasselbe wie bei GPS. > Die Idee ist einleuchtend, aber was ist mit Reflektionen? Üblicherweise nimmt man Signale deren Form man sehr genau kennt und die man per Kreuzkorrelation gut erkennen kann. Die bekommen dann noch die notwendigen Zeit- und Ortsdaten aufmoduliert und fertig. In der Annahme, dass ein Echo immer erstens schwächer und zweitens später kommt, als der Direktschall, kann man es leicht als solches erkennen. Aber, wenn keine freie Bahn herrscht (viele Roboter) und man von einigen Sendern gar keinen Direktschall bekommt, wird die Sache schwierig. Dann macht man die Sache überbestimmt, indem man zusätzliche Sender hinzufügt. Sobald der Direktschall von 3 bzw. 4 Sendern ankommt, ist eine Ortsbestimmung möglich. Wieder dasselbe wie bei GPS. Auf einer 2D Fläche mit fahrenden Robotern wären z.B. 4 Sender, an jeder Ecke des Feldes einer, eine Möglichkeit. Sobald man 3 davon sauber empfängt, hat man die Position. Bei den Sendern gibt es noch die Möglichkeit über ein Waveguide die Abstrahlung auf eine Ebene zu begrenzen. Damit ist man die lästigen Reflexionen am Boden weitgehend los, die bei größerer Entfernung nur mit sehr kurzer Verzögerung hinterherkommen. Alternativ kann man den Empfänger auch so programmieren, dass er damit klar kommt, und das als zusätzliche Information verwendet. Aus dem resultierenden Kammfilter kann man kombinierte Entfernungs- und Höheninformationen zu einem Sender bekommen. So macht es z.B. unser Ohr (bzw. Gehirn) bei der vertikalen Ortung. Den Empfang auf einer 2D Fläche kann man verbessern, indem man die Sender hoch oben anordnet. Dann gibt es weniger Verschattung bei gleichgroßen Robotern. Dann hat man das Bodenecho zwar wieder voll drin, aber dafür kommt es deutlich später. Wenn man am Gerät noch mehrere Ultraschallsensoren verwendet bekommt man zusätzlich die Information zu den Rotationsachsen (6D). Wenn man den Dopplereffekt noch auswertet bekommt man auch noch die Geschwindigkeit. Über die korrelierte Auswertung des zeitabhängigen Dopplereffekts mehrerer Sensoren bekommt man zusätzlich noch die Winkelgeschwindigkeit des Objekts. Da geht also wirklich eine ganze Menge, wenn man nur will. > Hat jemand > Vorschläge für ein praxistaugliches System? Gibt es schon. Aber wer das herstellt, weiß ich jetzt nicht auswendig. Als Bastelprojekt wäre es auch interessant. Da kann man sicher einiges über digitale Signalverarbeitung und Schallausbreitung lernen. Kleiner Tipp noch. In allen möglichen dieser Formeln kommt die Schallgeschwindigkeit als Konstante vor. Böderweise ist die aber alles andere als konstant. Sie ist allen voran Temperaturabhängig. Solange die Lufttemperatur einigermaßen homogen ist, ist das kein Problem. Da braucht man wieder nur einen Sender mehr, und die Sache ist bestimmt. Wenn man also bei einer 2D Ortsbestimmung alle 4 Sender mal gleichzeitig empfängt, dann hat man die Schallgeschwindigkeit. Wenn allerdings das ganze in größeren Dimensionen statt findet (z.B. Bolzplatz) und die Sonne ordentlich darauf brezelt, dann ist die Schallgeschwindigkeit höhenabhängig, also unten am Boden wärmer = schneller. Das hat zur Folge, dass die zeitlich kürzeste Verbindung von Sender zu Empfänger keine Gerade mehr ist, sondern eine nach unten durchgebogene Kurve, und das verfälscht entsprechend die Messwerte. Marcel
Back to de.sci.electronics | Previous | Next — Previous in thread | Next in thread | Find similar | Unroll thread
Positionserkennung Hans-Peter Diettrich <DrDiettrich1@aol.com> - 2016-07-17 01:57 +0200
Re: Positionserkennung usenetmuell@raimund.in-berlin.de (Raimund Nisius) - 2016-07-17 09:02 +0200
Re: Positionserkennung "horst-d.winzler" <horst.d.winzler@web.de> - 2016-07-17 09:24 +0200
Re: Positionserkennung Marcel Mueller <news.5.maazl@spamgourmet.org> - 2016-07-17 09:44 +0200
Re: Positionserkennung Hans-Peter Diettrich <DrDiettrich1@aol.com> - 2016-07-17 14:00 +0200
Re: Positionserkennung Marcel Mueller <news.5.maazl@spamgourmet.org> - 2016-07-17 18:13 +0200
Re: Positionserkennung Hans-Peter Diettrich <DrDiettrich1@aol.com> - 2016-07-17 19:30 +0200
Re: Positionserkennung Volker Bartheld <news2016@bartheld.net> - 2016-07-17 14:30 +0200
Re: Positionserkennung Hans-Peter Diettrich <DrDiettrich1@aol.com> - 2016-07-17 19:13 +0200
csiph-web