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Groups > de.sci.electronics > #213138
| From | Volker Staben <volker.staben@hs-flensburg.de> |
|---|---|
| Newsgroups | de.sci.electronics |
| Subject | Re: Schrittmotoren |
| Date | 2016-08-29 15:14 +0200 |
| Message-ID | <e2iqppFub2cU1@mid.individual.net> (permalink) |
| References | <e27mgiF9n3eU1@mid.individual.net> <e285mkFd9jjU1@mid.individual.net> <e2aq5kF2b35U1@mid.individual.net> <e2b6qtF5e96U1@mid.individual.net> <e2blppF937sU1@mid.individual.net> |
Am 26.08.16 um 21.28 schrieb Hans-Peter Diettrich: > Hast Du irgendwelche Links zu Informationen über Trajektoriegeneratoren, > die zum Verständnis und Implementierung beitragen können? mit den Suchbegriffen "Trajektoriegenerator" oder "Führungsgrößengenerator" findest Du jede Menge Infos im Netz. Das meiste ist allerdings in Richtung zeitoptimale Regelung in der Antriebstechnik orientiert - also optimales Abfahren von Bremsparabeln o.ä. Das, was mir spontan einfiel, ist ein so alter Hut, dass man kaum Infos darüber findet. Wenn - und das ist auch der Kontext, den ich kenne -, dann im Zusammenhang mit flachheitbasierten Steuerungen und Regelungen. Aber darauf muss man erst einmal kommen :-) Dort "bastelt" man sich ja eine notwendige Stellgröße genau aus gefordertem Eingangssignal einer nichtlinearen Strecke und deren Ableitungen so zusammen, dass die Regelgröße einem gewünschten Zeitverlauf entspricht. Man realisiert also eine gewünschte Trajektorie der Regelgröße, indem man die genau dafür nötige Trajektorie der Stellgröße realisiert. Das Prinzip habe ich mal in folgender PDF skizziert - vereinfacht für den einachsigen linearen Fall: https://cloud.fh-flensburg.de/owncloud/index.php/s/mo7uLfWrtuYtQkc Im Grundsatz ist der Trajektoriegenerator ein im Zustandsraum formuliertes System: eine Kette von Integratoren - im Bild mit ihrer Übertragungsfunktion 1/s bezeichnet. Zeitdiskret funktionierts natürlich genauso. Mit Hilfe der Rückführungskoeffizienten a wird das dynamische Verhalten des Generators auf gewünschte (hinreichend schnelle) Eigenwerte dimensioniert. Das geht mit Hilfe von Standard-Entwurfsverfahren im Zustandsraum ziemlich simpel. Ein Koeffizient k am Eingang sorgt dafür, dass im stationären Fall am Ausgang "Ort" das gleiche Signal ansteht wie am Eingang "Sollwert Ort" vorgegeben. Der Ausgang "Ort" folgt nun dem Eingang "Sollwert Ort" mit einer Dynamik mit den vorgegebenen Eigenwerten, die man ja grundsätzlich beliebig vorgeben kann. Dadurch, dass die Signale für Geschwindigkeit, Beschleunigung und Ruck jeweils aus den vorgelagerten Integratoren herausgezogen werden, stellen diese Signale immer die zum jeweiligen Zeitverlauf des Orts gehörenden zeitlichen Ableitungen des Orts dar, auch bei zeitlich veränderlicher Ortsvorgabe (also dem sich "unterwegs" ändernden Ziel). Deswegen kann man diese Signale für z.B. eine Vorsteuerung einer Kaskadenregelung in der Antriebstechnik verwenden. Und weil alle Signale - auch der Ruck - durch mindestens einen Integrator hindurch müssen, muss auch der Ruck stetig verlaufen, egal, was am Eingang "Sollwert Ort" passiert (endliche Signale vorausgesetzt). Wenn man will, kann man so auch noch die 7. Ableitung stetig realisieren, indem man das Prinzip erweitert. Nachteile hat das Ganze natürlich auch: die Synchronisation von mehreren Achsen ist nicht ganz trivial, wenn man die vorgezogenen Signale Geschwindigkeit etc. nutzen will. Braucht man nur den Ort in x und y und ist Mehrdeutigkeit nicht gefordert, kann man einfach den Ort y als Funktion des Orts x für die zweite Achse verwenden. Hat man Mehrdeutigkeiten, dann muss das Ganze sowieso anders konzipiert werden, vielleicht mit vorgelagerten Splines, die drei Orte x,y,z als drei Funktionen einer Laufvariabe l realisieren - l könnte z.B. der Weg längs des Splines sein. Die Orte x, y, z aus dem Spline können dann in drei Trajektoriegeneratoren wie im Bild verarbeitet werden, um die drei Achsen dann ruckstetig anzusteuern. So kann man dann auch bspw. mit einem Werkzeug mit konstanter Schnittgeschwindigkeit durch ein Werkstück fahren. Zeitoptimal ist das Ganze auch nicht, daher auch der Kontext zur Regelungstechnik. Aber vielleicht ist das immerhin ein geeigneter Denkanstoß. Gruß, V.
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Schrittmotoren Hans-Peter Diettrich <DrDiettrich1@aol.com> - 2016-08-25 09:53 +0200
Re: Schrittmotoren Matthias Weingart <mwnews@pentax.boerde.de> - 2016-08-25 08:40 +0000
Re: Schrittmotoren Marcel Mueller <news.5.maazl@spamgourmet.org> - 2016-08-25 11:53 +0200
Re: Schrittmotoren Matthias Weingart <mwnews@pentax.boerde.de> - 2016-08-25 09:59 +0000
Re: Schrittmotoren w-buechsenschuetz@web.de - 2016-09-02 02:04 -0700
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Re: Schrittmotoren Volker Staben <volker.staben@hs-flensburg.de> - 2016-08-29 15:14 +0200
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Re: Schrittmotoren Volker Staben <volker.staben@hs-flensburg.de> - 2016-08-30 12:33 +0200
Re: Schrittmotoren "MaWin" <me@private.net> - 2016-08-25 14:40 +0200
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Re: Schrittmotoren Edzard Egberts <ed_09@tantec.de> - 2016-08-31 09:53 +0200
Re: Schrittmotoren Hergen Lehmann <hlehmann.expires.5-11@snafu.de> - 2016-08-31 12:16 +0200
Re: Schrittmotoren Stefan <df9bi@arcor.de> - 2016-09-02 15:59 +0200
Re: Schrittmotoren Hans-Peter Diettrich <DrDiettrich1@aol.com> - 2016-08-30 11:31 +0200
Re: Schrittmotoren Rafael Deliano <rafael_deliano@arcor.de> - 2016-08-26 20:18 +0200
Re: Schrittmotoren Hans-Peter Diettrich <DrDiettrich1@aol.com> - 2016-08-26 22:04 +0200
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