Groups | Search | Server Info | Keyboard shortcuts | Login | Register [http] [https] [nntp] [nntps]
Groups > de.soc.politik.misc > #1199079
| From | Dieter Intas <dieterintas@gmail.com> |
|---|---|
| Newsgroups | de.soc.politik.misc, de.talk.tagesgeschehen, ger.ct |
| Subject | Re: Die Tagesschau |
| Date | 2022-05-07 22:16 +0200 |
| Organization | TOTA |
| Message-ID | <20220507221659.107f86c7@clickpro.de> (permalink) |
| References | <FtQ$dT2EnYB@tipota.de> |
Cross-posted to 3 groups.
Am Sat, 7 May 2022 22:01:00 +0200 schrieb "Siegfrid Breuer" <point@tipota.de>: > > ...sagt ja nichtmal, wie das genau weitergehen soll, wenn die > Ukraine gewinnt, sondern trommelt nur, DASS die gewinnen muss, > weil die Besatzer das so vorgeben. Da lohnt es doch, sich die > diversen Moeglichkeiten mal aus anderer Quelle anzuschauen: Die Tagesschau sagt so gut wie gar nichts - sie hält es einfach nur für möglich! :-)) > |Wie geht es weiter nach der militaerischen Konfrontation in der > |Ukraine? Das wird in den ueblichen Medien nicht diskutiert, > |sollte aber doch die Frage sein, die jeder politischen > |Entscheidung vorausgeht. Was passiert weiter mit den Sanktionen, > |und wie sind die Aussichten fuer Westeuropa und Deutschland? > | > |Nach mehr als zwei Monaten des russischen Militaereinsatzes in > |der Ukraine und immer weiter steigender Kriegshysterie im Westen > |sollte man sich einmal die Zeit nehmen und betrachten, welche > |moeglichen Ausgaenge welche Folgen haetten und wie wahrscheinlich > |es sein duerfte, dass sie eintreten. Und dabei vielleicht ein > |wenig Augenmerk auf die hiesige Lage legen. > | > |Wenn man der Medienerzaehlung folgt, also der Variante fuer das > |gemeine Volk, dann besteht das Ziel des Westens in einem Sieg der > |Ukraine ueber Russland; einer Ukraine, die dann auch in die NATO > |eintreten darf. Tun wir einmal so, als waere das eine > |realistische Variante. Welche Folgen haette das? > | > |Wuerde damit auch das Sanktionsregime aufgehoben, bliebe > |zumindest die Oekonomie in Westeuropa funktionstuechtig, sofern > |man die Schaeden, die die Gruenen anrichten, ausklammert. > |Politisch wuerde sich die ukrainische Version des Nazismus, die > |jetzt schon immer schneller einsickert, im Westen Europas und > |insbesondere in Deutschland immer weiter ausbreiten; schliesslich > |laesst sich deutlich erkennen, dass der manische Russenhass hier > |auf fruchtbaren Boden faellt. > | > |Die oekonomische Krise, die ein wichtiger Teil der ganzen Lage > |ist, waere nach wie vor ungeloest; die momentane Inflation bliebe > |zum Teil erhalten, da sie nicht zur Gaenze Sanktionsfolge ist, > |sondern auch die Konsequenz der Geldpolitik seit 2008. Die > |Vereinigten Staaten wuerden in dieser Konstellation zwar auf der > |einen Seite scheinbar gewonnen haben, auf der anderen aber einen > |Hauptteil der oekonomischen Verwerfungen abbekommen und bald > |damit beschaeftigt sein, ihre inneren Widersprueche irgendwie in > |den Griff zu bekommen. Die deutsche Exportindustrie wuerde > |einbrechen, weil das naechste Angriffsziel auf der Liste der USA > |China heisst und die deutschen Wirtschaftsverbindungen dorthin > |noch staerker sind als jene nach Russland. Eine deutsche Politik, > |die sich auf eine massive Staerkung der Binnennachfrage verlegt, > |koennte einiges davon abfangen, aber eine solche Politik ist mit > |dem gegenwaertigen Personal undenkbar. Das Ergebnis waere > |Stagnation und langsamer Abstieg fuer Europa, schnellerer fuer > |die USA. > | > |Wuerden die Sanktionen nicht aufgehoben, hiesse das ein schneller > |oekonomischer Zusammenbruch in Europa, waehrend sich auch in > |diesem Fall die USA dem naechsten Gegner China zuwenden wuerden. > |Die USA wuerden sich auf europaeische Kosten eine Zeit lang > |stabilisieren; sie koennten eine unabhaengige Entwicklung in > |Asien, Afrika und Lateinamerika voruebergehend verlangsamen, > |wuerden letztlich aber dennoch an China scheitern. > | > |Das eigentliche Kriegsziel der USA, das nicht so laut > |ausgesprochen wird, lautet ein endloser Abnutzungskrieg in der > |Ukraine mit dem Ziel eines Regimewechsels in Russland. Klar ist, > |das wuerde die Ukraine in eine Ruinenlandschaft wie den Irak > |verwandeln, sie mindestens ebenso ausbluten wie Russland und als > |dauerhaften Empfaenger humanitaerer Unterstuetzung wie einen > |Betonklotz an die Beine eines sinkenden Europas binden, das mit > |dem gegenwaertigen Sanktionsregime wirtschaftlich nicht > |ueberlebensfaehig ist. > | > |Die USA haetten sich eine kurze Frist verschafft, in der sie den > |Kopf noch ueber Wasser halten vorausgesetzt, der Regimewechsel > |in Russland verlaeuft in ihrem Sinne. Das allerdings ist eher > |unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist, dass ein Regierungschef, > |der sich jahrelang vergeblich um gute Beziehungen zum Westen > |bemueht hat, durch einen ersetzt wird, der ihn von Anbeginn als > |Feind sieht und entsprechend behandelt. Was sich beispielsweise > |im sehr raschen Abschluss eines offiziellen militaerischen > |Buendnisses mit China manifestieren koennte. Phase zwei in der > |US-amerikanischen Planung, erst Russland, dann China anzugehen, > |wuerde an ein schnelles und hartes Ende kommen. > | > |Westeuropa waere nicht nur oekonomisch ruiniert, sondern > |ausserdem noch mit ukrainischen Fluechtlingen geflutet, die ihren > |Buergerkrieg mitsamt Bewaffnung mitbraechten. Das Resultat waere > |ein laengeres politisches Chaos, bis irgendwann genug Vernunft > |nach oben gespuelt wurde, um sich dann aus der Position eines > |Hilfsbeduerftigen wieder um normale Beziehungen in Richtung des > |russisch-chinesischen Blocks zu bemuehen. > | > |Die naechste Variante waere ein Teilerfolg der russischen > |Operation unter Aufspaltung der Ukraine. In dieser Version gaebe > |es zumindest die Moeglichkeit, dass die Sanktionen nach einiger > |Zeit aufgehoben werden und ein langsamer Wiederaufbau einer > |europaeischen Wirtschaft moeglich ist. Der Abstieg der USA wuerde > |sich in diesem Szenario beschleunigen, weil sie selbst dafuer > |gesorgt haben, dass weltweit eine Niederlage der ukrainischen > |Armee als eine Niederlage der USA gesehen wird, die sie sich im > |Grunde nicht leisten koennen. > | > |Dadurch, dass der Mythos der militaerischen Ueberlegenheit des > |Westens demontiert wurde, eroeffnet sich der politische Spielraum > |fuer Westeuropa, sich von den USA zu distanzieren; auch hier > |braeuchte es dafuer allerdings vermutlich einen Wechsel des > |politischen Personals, was heisst, dieser Schritt wuerde erst > |nach einer laengeren Periode erfolgen, die von oekonomischem > |Stillstand bis Niedergang gepraegt ist. > | > |Russland wuerde in diesem Fall stabil bleiben, und der Angriff > |auf China bliebe aus, weil der Einfluss der USA schneller > |schwaende, als sie ihn geltend machen koennten, um Verbuendete > |fuer diese zweite Phase zu finden. > | > |Und natuerlich gibt es auch die Moeglichkeit eines vollstaendigen > |russischen Erfolgs. Ob im Ergebnis eine neutrale Ukraine in einem > |Stueck oder viele kleinere Staaten bleiben, von denen sich ein > |Teil direkt der russischen Foederation anschliesst, ist global > |gesehen egal. Die Konsequenzen entspraechen jenen eines > |Teilsieges, nur schneller. > | > |Das ist aber noch nicht das volle Spektrum der Moeglichkeiten. > |Denn es gibt noch die maximal negative. Schliesslich wird seitens > |der NATO-Staaten lautstark erklaert, Russland duerfe in der > |Ukraine nicht gewinnen; und das ist aus US-Sicht, wenn man die > |Folgen fuer deren Machtposition betrachtet, tatsaechlich so. Die > |Moeglichkeiten, einen solchen Sieg konventionell militaerisch zu > |verhindern, sind allerdings sehr begrenzt. > | > |Natuerlich, es wird augenblicklich an jeder Stelle gezuendelt, an > |der gezuendelt werden kann, von der Anklage gegen den ehemaligen > |pakistanischen Premierminister bis hin zum Beschluss des > |estnischen Parlaments, die Grenzziehung zu Russland in Frage zu > |stellen (nur als Massstab Estland hat weniger Einwohner als > |Muenchen); aber die relevante Frage lautet, wie hoch ist die > |Wahrscheinlichkeit, dass die USA, wenn ihnen konventionell die > |Felle davonschwimmen, lieber einen nuklearen Konflikt beginnen > |als still unterzugehen? Das ist das Raetsel, das man nicht loesen > |kann, denn die Antwort liegt irgendwo zwischen dem Weissen Haus > |und dem Pentagon. Dass die gegenwaertige US-Regierung dazu bereit > |waere, kann man allein an ihrem Umgang mit Europa sehen, dessen > |wirtschaftliche Perspektiven ohne Zoegern eliminiert wurden. Aber > |es ist zum Glueck nicht gesichert, dass die US-Militaers diesen > |Wahn teilen. > | > |Dann gaebe es noch zwei Versionen eines ploetzlichen Ausbruchs > |von Vernunft. Im ersten kaeme selbst die politische Fuehrung der > |USA zu dem Schluss, dass die Nebenwirkungen des ukrainischen > |Abenteuers zu schwer sind, und faehrt die Sanktionen wieder > |zurueck. Damit bliebe der wirtschaftliche Absturz in Europa aus, > |auch wenn ein langsamer Niedergang auf der gegenwaertigen > |Grundlage nicht zu verhindern waere, und die USA muessten sich > |einen neuen Ansatzpunkt fuer die erste Position auf ihrem > |Speisezettel suchen. Moeglich waere eine solche Kehrtwende aber > |nur vor der sichtbaren militaerischen Niederlage der ukrainischen > |Armee, die spaetestens dann unuebersehbar ist, wenn die Truppen > |im Donbasskessel aufgerieben sind. Das heisst, der Zeitraum zur > |Realisierung dieser Option betraegt wenige Wochen. Das Publikum > |muesste dann natuerlich ebenfalls eine Kehrtwende absolvieren, > |aber das soll das Problem der NATO-Medien sein. > | > |Die europaeische Variante waere eine abrupte Abkehr von den USA > |im Interesse der Souveraenitaet und des eigenen oekonomischen > |Ueberlebens. Sie ist leider nicht nur in Deutschland mit dem > |augenblicklichen Personal sehr unwahrscheinlich; schliesslich > |haben wir eine Bundesregierung, die gerade erst jedes nationale > |Interesse preisgegeben hat und in der es Teile gibt, die sich > |daran ergoetzen, "dienend zu fuehren." Eine Sprengung statt einer > |Verstaerkung der NATO waere ein erster Schritt, um nach einem > |Ende der US-Hegemonie einen Platz in einer multipolaren Welt zu > |finden. Der Absturz fiele aus; eine Reorientierung hin zum > |Binnenmarkt waere sinnvoll, aber der US-Markt ist leichter zu > |ersetzen als der chinesische, vom Rest des Planeten ganz zu > |schweigen. > | > |Von allen Versionen waere es diese, die fuer die Menschen in > |Europa die sicherste Perspektive boete. Denn der wirtschaftliche > |Schaden, der andernfalls angerichtet wuerde, ist so gross, dass > |es Jahrzehnte dauern duerfte, ihn zu beheben. Jede Variante, die > |das Ende der US-Macht auch nur hinauszoegert, bedeutet auch, dass > |die Verarmungspolitik gegenueber der Bevoelkerung, die die > |letzten Jahrzehnte dominierte, noch verschaerft weiter > |fortgesetzt wird. Der kurzfristige Sieg waere nur einer der > |Milliardaere. > | > |Aus der Sicht der gewoehnlichen Buerger aller beteiligter Laender > |waere eine schnelle Kapitulation der Ukraine wie des > |Puppenspielers USA das Beste. Niemandem kann man ernsthaft > |wuenschen, unter einer Regierung zu leben, die das Leben ihrer > |Buerger so wenig achtet wie die ukrainische. Und ein neues, > |friedliches Gleichgewicht auf der Welt wird es erst wieder geben, > |wenn die USA ein Staat unter vielen sind. Aber dafuer muessten > |diese gewoehnlichen Buerger erst wieder die Buehne betreten und > |zu Subjekten statt zu Objekten der Geschichte werden. > > <https://de.rt.com/meinung/137642-wohin-fuhrt-ganze-auseinandersetzung-in/> >
Back to de.soc.politik.misc | Previous | Next — Previous in thread | Next in thread | Find similar | Unroll thread
Die Tagesschau "Siegfrid Breuer" <point@tipota.de> - 2022-05-07 22:01 +0200
Re: Die Tagesschau Dieter Intas <dieterintas@gmail.com> - 2022-05-07 22:16 +0200
Re: Die Tagesschau Hendrik van der Heijden <hvdh@gmx.de> - 2022-05-08 11:50 +0200
Re: Die Tagesschau "Herbert K." <H.K.@invalid.com> - 2022-05-08 12:08 +0200
Re: Die Tagesschau "Siegfrid Breuer" <point@tipota.de> - 2022-05-08 14:43 +0200
Re: Die Tagesschau "Siegfrid Breuer" <point@tipota.de> - 2022-05-08 14:43 +0200
Re: Die Tagesschau Hergen Lehmann <hlehmann.expires.5-11@snafu.de> - 2022-05-08 13:14 +0200
Re: Die Tagesschau "Siegfrid Breuer" <point@tipota.de> - 2022-05-08 14:43 +0200
Re: Die Tagesschau Hergen Lehmann <hlehmann.expires.5-11@snafu.de> - 2022-05-09 10:02 +0200
Re: Die Tagesschau "Siegfrid Breuer" <point@tipota.de> - 2022-05-09 15:12 +0200
Re: Die Tagesschau Hergen Lehmann <hlehmann.expires.5-11@snafu.de> - 2022-05-09 16:00 +0200
Re: Die Tagesschau "Siegfrid Breuer" <point@tipota.de> - 2022-05-09 20:12 +0200
Re: Die Tagesschau "Peter Heirich" <talk.usenet@info21.heirich.name> - 2022-05-09 15:25 +0000
Re: Die Tagesschau Hergen Lehmann <hlehmann.expires.5-11@snafu.de> - 2022-05-09 18:12 +0200
Re: Die Tagesschau "Peter Heirich" <talk.usenet@info21.heirich.name> - 2022-05-09 18:49 +0000
Re: Die Tagesschau "F. W." <me@home.com> - 2022-05-09 10:41 +0200
Re: Die Tagesschau "Siegfrid Breuer" <point@tipota.de> - 2022-05-09 15:12 +0200
csiph-web