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Groups > ger.ct > #546056 > unrolled thread

Wir schaffen das

Started by"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org>
First post2022-03-03 19:30 +0100
Last post2022-03-04 12:29 +0100
Articles 17 — 8 participants

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Contents

  Wir schaffen das "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2022-03-03 19:30 +0100
    Re: Wir schaffen das Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2022-03-03 10:34 -0800
    Re: Wir schaffen das Shinji Ikari <shinji@gmx.net> - 2022-03-04 00:09 +0100
    Re: Wir schaffen das Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2022-03-04 06:36 +0100
      Re: Wir schaffen das Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2022-03-03 23:16 -0800
      Re: Wir schaffen das Dietz Proepper <dietz-usenet@rotfl.franken.de> - 2022-03-04 20:11 +0100
        Re: Wir schaffen das Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2022-03-04 11:36 -0800
    Re: Wir schaffen das Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2022-03-04 06:37 +0100
      Re: Wir schaffen das Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2022-03-04 06:36 +0000
        Re: Wir schaffen das Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2022-03-04 07:51 +0100
          Re: Wir schaffen das "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2022-03-04 08:17 +0100
        Re: Wir schaffen das Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2022-03-06 18:12 -0500
      Re: Wir schaffen das Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2022-03-04 06:46 +0000
        Re: Wir schaffen das Shinji Ikari <shinji@gmx.net> - 2022-03-04 10:28 +0100
          Re: Wir schaffen das "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2022-03-04 10:33 +0100
            Re: Wir schaffen das Shinji Ikari <shinji@gmx.net> - 2022-03-04 12:21 +0100
              Re: Wir schaffen das Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2022-03-04 12:29 +0100

#546056 — Wir schaffen das

From"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org>
Date2022-03-03 19:30 +0100
SubjectWir schaffen das
Message-ID<svr1g7$ucm2$1@solani.org>
Ein Artikel über die EU in dieser Krise:

https://www.theguardian.com/world/commentisfree/2022/mar/03/vladimir-putin-war-eu-ukraine-european-project

Unter anderem steht da ganz zurecht folgendes drin:

"Poland and Hungary, until now unwilling to welcome refugees, have 
suddenly opened border crossings to – admittedly –white, Christian ones. 
Polish workers in Belgium jump in their cars and drive east to help out 
as Ukrainians flee the fighting. A week of Russian bombardment has 
driven more than a million people from Ukraine into neighbouring 
countries of the EU. The UN Refugee Agency, UNHCR, expects another 4 to 
5 million to come. In 2015, the arrival of a million Syrian refugees led 
to political turmoil across Europe; now there is no panic at all. 
Rather, according to Hugo Brady of the International Centre for 
Migration Policy Development in Vienna: “Eastern European countries are 
having their "Wir schaffen das Moment”."

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#546057

FromUlf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de>
Date2022-03-03 10:34 -0800
Message-ID<d0402d5e-e302-45cc-8a38-938d4a260dccn@googlegroups.com>
In reply to#546056
Ländiärzti schrieb am Donnerstag, 3. März 2022 um 19:30:32 UTC+1:
> Ein Artikel über die EU in dieser Krise: 
> 
> https://www.theguardian.com/world/commentisfree/2022/mar/03/vladimir-putin-war-eu-ukraine-european-project 
> 
> Unter anderem steht da ganz zurecht folgendes drin: 
> 
> "Poland and Hungary, until now unwilling to welcome refugees, have 
> suddenly opened border crossings to – admittedly –white, Christian ones. 

Für die, die auch vorher für 90 Tage visafrei kommen konnten,
nun aber wohl auch die mit alten Paß oder Personalausweis.

Wer als nichtukrainischer Student kam, wurde jedenfalls bis zuletzt abgewiesen.

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#546100

FromShinji Ikari <shinji@gmx.net>
Date2022-03-04 00:09 +0100
Message-ID<hei22hdjk8b0pdj6a44momj5echq0qvcib@4ax.com>
In reply to#546056
Guten Tag

"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> schrieb

>Ein Artikel über die EU in dieser Krise:
>https://www.theguardian.com/world/commentisfree/2022/mar/03/vladimir-putin-war-eu-ukraine-european-project
>Unter anderem steht da ganz zurecht folgendes drin:
>"Poland and Hungary, until now unwilling to welcome refugees, have 
>suddenly opened border crossings to – admittedly –white, Christian ones.
... 
>Eastern European countries are 
>having their "Wir schaffen das Moment”."

Es ist nur schadem dass dies erst dann passiert, wenn sie befuerchten,
dass der lange gefuerchtete Aggressor aus dem Osten wirklich mal
Grenzen nicht mehr respektiert und mit Truppen einmaschiert.
Wenn sie es aus Menschenfreundlichkeit getan haetten, hätte es die
ablehnende Haltung schon vor Jahren dort nicht gegeben. Jetzt, wo der
Krieg so nah und die Gefahr, dass Putin nicht mit der Ukraine zufriden
ist weitaus besteht jetzt entdeckt man die Hilfsbereitschaft fuer
Fluechtlinge und den europaeischen Zusammenhalt.
Schade, dass es erst soweit kommen musste.

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#546126

FromRuediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de>
Date2022-03-04 06:36 +0100
Message-ID<svsc10.a7g.1@privat.lahls.de>
In reply to#546056
*Stefan Ram* schrieb:

> "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> writes:
>>"Poland and Hungary, until now unwilling to welcome refugees, have
>
>   In anderen Kommentaren wird darauf hingewiesen, daß dies
>   Flüchtlinge sind, welche /direkt/ aus dem Land kommen, aus
>   dem sie vertrieben wurden (Nachbarland, nicht Drittland).
>   Es sind keine Flüchtlinge, die über Drittländer oder weitere
>   Länder gereist sind. Es sind auch keine Menschen, die ihre
>   Heimat verlassen, weil sie sich woanders ein besseres Leben
>   versprechen (höherer Lebensstandard, mehr Sicherheit),
>   sondern denen es um die Rettung ihres nackten Lebens geht,
>   die aber ohne die aktuelle Bedrohung gerne weiter in ihrer
>   Heimat leben wollen würden. Polen und Ungarn unterscheiden
>   Flüchtlinge also vielleicht nach solchen Kriterien.

Polen nimmt schon länger ukrainische Flüchtlinge auf. Gemessen an der
eigenen Bevölkerung durchaus ein erstaunlicher Prozentsatz. Was jetzt
noch rein kommt, geht da noch oben drauf. Respekt.
-- 
bis denne

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#546150

FromUlf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de>
Date2022-03-03 23:16 -0800
Message-ID<9c2c5f2d-2b98-4730-a110-16c5ac5a9f62n@googlegroups.com>
In reply to#546126
Ruediger Lahl schrieb am Freitag, 4. März 2022 um 07:07:34 UTC+1:
 
> Polen nimmt schon länger ukrainische Flüchtlinge auf. Gemessen an der 
> eigenen Bevölkerung durchaus ein erstaunlicher Prozentsatz.

Jein. Sie erteilen schon länger Aufenthaltsgenehmigungen an Ukrainer;
in den wenigsten Fällen wurden Flüchtlingsanerkennungsverfahren
angestoßen.

Aber spiel ruhig weiter Deine Schallplatte ab.

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#546271

FromDietz Proepper <dietz-usenet@rotfl.franken.de>
Date2022-03-04 20:11 +0100
Message-ID<20220304201147.365a5e81.dietz-usenet@rotfl.franken.de>
In reply to#546126
Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> wrote:
> Polen nimmt schon länger ukrainische Flüchtlinge auf. Gemessen an der
> eigenen Bevölkerung durchaus ein erstaunlicher Prozentsatz. Was jetzt
> noch rein kommt, geht da noch oben drauf. Respekt.

Auch in Polen besteht ein Bedarf an billigen Arbeitskräften ...

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#546284

FromUlf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de>
Date2022-03-04 11:36 -0800
Message-ID<8dfa8688-ab8b-4b5b-a043-0169c63d958fn@googlegroups.com>
In reply to#546271
Dietz Proepper schrieb am Freitag, 4. März 2022 um 20:11:49 UTC+1:
> Ruediger Lahl <ruedig...@gmx.de> wrote: 

> > Polen nimmt schon länger ukrainische Flüchtlinge auf. Gemessen an der 
> > eigenen Bevölkerung durchaus ein erstaunlicher Prozentsatz. Was jetzt 
> > noch rein kommt, geht da noch oben drauf. Respekt.

> Auch in Polen besteht ein Bedarf an billigen Arbeitskräften …

Es wurde eine Zahl kolportiert von zuletzt 300000 ukrainischen Staatsangehörigen
mit Wohnsitz in Polen. Ein Zusatzmehrfaches arbeitet dort semioffiziell, und die
Behörden verzichten auf Beanstandungen?

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#546127

FromRuediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de>
Date2022-03-04 06:37 +0100
Message-ID<svsc33.a7g.1@privat.lahls.de>
In reply to#546056
*Dr. Joachim Neudert* schrieb:

> Ein Artikel über die EU in dieser Krise:
> https://www.theguardian.com/world/commentisfree/2022/mar/03/vladimir-putin-war-eu-ukraine-european-project
>
> Unter anderem steht da ganz zurecht folgendes drin:
[...]
> Rather, according to Hugo Brady of the International Centre for
> Migration Policy Development in Vienna: “Eastern European countries are
> having their "Wir schaffen das Moment”."

Guck an, ich dachte das wäre nur bei uns ein geflügeltes Wort geworden.
-- 
bis denne

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#546129

FromDr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org>
Date2022-03-04 06:36 +0000
Message-ID<svsc28$23c41$1@solani.org>
In reply to#546127
Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> wrote:
> *Dr. Joachim Neudert* schrieb:
> 
>> Ein Artikel über die EU in dieser Krise:
>> https://www.theguardian.com/world/commentisfree/2022/mar/03/vladimir-putin-war-eu-ukraine-european-project
>> 
>> Unter anderem steht da ganz zurecht folgendes drin:
> [...]
>> Rather, according to Hugo Brady of the International Centre for
>> Migration Policy Development in Vienna: “Eastern European countries are
>> having their "Wir schaffen das Moment”."
> 
> Guck an, ich dachte das wäre nur bei uns ein geflügeltes Wort geworden.

Ja das hat mich auch überrascht und das fand ich bemerkenswert. Anscheinend
wurde es doch in manchen Kreisen registriert, was Deutschland gemacht hat.

-- 
please forgive my iPhone typos

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#546141

FromRuediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de>
Date2022-03-04 07:51 +0100
Message-ID<svsget.34o.1@privat.lahls.de>
In reply to#546129
*Dr. Joachim Neudert* schrieb:

> Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> wrote:
>> *Dr. Joachim Neudert* schrieb:
>>> Ein Artikel über die EU in dieser Krise:
>>> https://www.theguardian.com/world/commentisfree/2022/mar/03/vladimir-putin-war-eu-ukraine-european-project
>>>
>>> Unter anderem steht da ganz zurecht folgendes drin:
>> [...]
>>> Rather, according to Hugo Brady of the International Centre for
>>> Migration Policy Development in Vienna: “Eastern European countries are
>>> having their "Wir schaffen das Moment”."
>>
>> Guck an, ich dachte das wäre nur bei uns ein geflügeltes Wort geworden.
>
> Ja das hat mich auch überrascht und das fand ich bemerkenswert. Anscheinend
> wurde es doch in manchen Kreisen registriert, was Deutschland gemacht hat.

Ich staune doch immer wieder, wie uns die Welt betrachtet. Gut, wir sind
die viertgrößte Wirtschaftsnation und unsere Vergangenheit sorgt auch
immer noch für Aufmerksamkeit, aber mich als Inländer wundert diese
Aufmerksamkeit dann doch und oft genug schmeichelt sie mir dann auch.

Gerade eben, als Scholz das 100 Mrd Aufrüstungsprogramm bekannt gab,
wurde das überall ziemlich groß aufgehängt. Deutschland wird endlich die
Militärmacht, die ihm gemäß seines Wirtschaftsrang in der Welt zusteht.

Ich finde es richtig und gut, nicht nur vor dem aktuellen Hintergrund.

So und nun werde ich erstmal meine neue RTX3050 GraKa einbauen. Mein
Beitrag für den persönlichen Seelenfrieden in dieser Zeit. :-)
-- 
bis denne

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#546151

From"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org>
Date2022-03-04 08:17 +0100
Message-ID<svsedv$v2kh$1@solani.org>
In reply to#546141
Am 04.03.22 um 07:51 schrieb Ruediger Lahl:
> *Dr. Joachim Neudert* schrieb:
> 
>> Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> wrote:
>>> *Dr. Joachim Neudert* schrieb:
>>>> Ein Artikel über die EU in dieser Krise:
>>>> https://www.theguardian.com/world/commentisfree/2022/mar/03/vladimir-putin-war-eu-ukraine-european-project
>>>>
>>>> Unter anderem steht da ganz zurecht folgendes drin:
>>> [...]
>>>> Rather, according to Hugo Brady of the International Centre for
>>>> Migration Policy Development in Vienna: “Eastern European countries are
>>>> having their "Wir schaffen das Moment”."
>>>
>>> Guck an, ich dachte das wäre nur bei uns ein geflügeltes Wort geworden.
>>
>> Ja das hat mich auch überrascht und das fand ich bemerkenswert. Anscheinend
>> wurde es doch in manchen Kreisen registriert, was Deutschland gemacht hat.
> 
> Ich staune doch immer wieder, wie uns die Welt betrachtet. Gut, wir sind
> die viertgrößte Wirtschaftsnation und unsere Vergangenheit sorgt auch
> immer noch für Aufmerksamkeit, aber mich als Inländer wundert diese
> Aufmerksamkeit dann doch und oft genug schmeichelt sie mir dann auch.
> 
> Gerade eben, als Scholz das 100 Mrd Aufrüstungsprogramm bekannt gab,
> wurde das überall ziemlich groß aufgehängt. Deutschland wird endlich die
> Militärmacht, die ihm gemäß seines Wirtschaftsrang in der Welt zusteht.
> 
> Ich finde es richtig und gut, nicht nur vor dem aktuellen Hintergrund.

In beispielsweise 9gag- wenig zensiertes Forum- hat mich hingegen 
überrascht, wie viele Leute sofort ein 4. Reich skizzierten Geh mal auf 
9gag, Forum Germany.

Dafür hat ein m.W. israelischer Historiker zu Deutschland gerade laut 
ausgerufen: "Ihr seid keine Nazis, wir wissen das. Ihr müsst es jetzt 
nicht permanent beweisen".


Ah, hier habe ich es gefunden:

https://www.spiegel.de/kultur/yuval-noah-harari-ueber-den-ukraine-krieg-man-darf-die-menschliche-dummheit-nie-unterschaetzen-a-a7fe6a2c-c07e-433b-8d2f-be90898a7f00

"Historiker Harari über den Ukrainekrieg

»Man darf die menschliche Dummheit nie unterschätzen«

Für Yuval Noah Harari geht es in der Ukraine um die Zukunft der 
Menschheit. Den Deutschen ruft er in der Diskussion um die Aufrüstung 
zu: »Wir wissen, dass ihr keine Nazis seid. Ihr braucht das nicht mehr 
zu beweisen.«"

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#546547

FromFidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de>
Date2022-03-06 18:12 -0500
Message-ID<t03f4l$3uk$1@dont-email.me>
In reply to#546129
Salve allerseits,

Dr. Joachim Neudert schrieb:
> Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> wrote:
>> *Dr. Joachim Neudert* schrieb:
>> 
>>>| Rather, according to Hugo Brady of the International Centre for
>>>| Migration Policy Development in Vienna: “Eastern European countries are
>>>| having their "Wir schaffen das Moment”.
>> 
>> Guck an, ich dachte das wäre nur bei uns ein geflügeltes Wort geworden.
> 
> Ja das hat mich auch überrascht und das fand ich bemerkenswert. Anscheinend
> wurde es doch in manchen Kreisen registriert, was Deutschland gemacht hat.
> 
+--- <hier abknabbern> ---
| Am Sonntag musste das diplomatische Korps der EU-Staaten in der Republik
| Moldau zu einem Noteinsatz ausrücken. Auf Bitten der moldauischen
| Regierung legten die in Chișinău akkreditierten Botschafterinnen und
| Botschafter sowie der Leiter der EU-Delegation eine Art Treuebekenntnis
| ab: Man werde Moldau nicht im Stich lassen, lautete die Kernbotschaft
| sinngemäß. Die Nachricht wurde auf Vi­deo aufgenommen, damit sie im
| Internet verbreitet werden kann.
|
| Der Hintergrund ist ein Gerücht, das dieser Tage auf dem in Moldau
| besonders populären rus­sischen Netzwerk „Telegram“, aber auch auf
| anderen Kanälen die Runde macht. „Telegram“ wird insbesondere (aber
| nicht nur) von jüngeren Menschen in Mol­dau als zentrale
| Informationsquelle genutzt. Laut dem Gerücht planen die Mitgliedstaaten
| der Europäischen Union, ihre Botschaften in Chișinău zu schließen und
| das Personal aus dem Land abzuziehen. Dies sei jedoch nicht der Fall,
| versicherten die Diplomaten: „Es gibt Ge­rüchte, dass wir das Land
| verlassen und euch in einem Augenblick der Not im Stich lassen. Das ist
| ein verwerflicher Ver­such, Panik und Angst unter den moldauischen
| Bürgern zu verbreiten.“ Man befinde sich in einem Krieg – auch in ei­nem
| Nachrichtenkrieg.
|
| Zutreffend sei: „Wir sind entschlossener als je zuvor, effizient und
| hilfreich zu sein. In den vergangenen Tagen ist der Republik Moldau
| kontinuierlich finanzielle und humani­täre Unterstützung durch die EU
| und ihre Mitgliedstaaten zugekommen.“ Es sei nun wichtiger denn je, in
| Moldau zu sein und sicherzustellen, dass die Hilfe möglichst rasch
| Menschen in Not erreiche. Die Europäische Union stehe aufseiten der
| Ukraine und sei ebenso mit der Re­publik Moldau und ihrer Bevölkerung.
|
| „*Die Tragödie überwältigt uns*“
|
| Moldau, ein Staat von etwa zweieinhalb Millionen Einwohnern, ist das
| kleinste und wirtschaftlich schwächste Nachbarland der Ukraine, hat aber
| nach Angaben der Regierung in Chișinău, gemessen an der eigenen
| Bevölkerungszahl, mehr Geflüchtete aus der Ukraine aufgenommen als jeder
| andere Staat einschließlich Polens. Die moldauische In­nenministerin Ana
| Revenco sagte der F.A.Z. dazu am Sonntag: „Dieser Krieg hat uns alle
| destabilisiert. Die Tragödie überwältigt uns, und die Zahl jener, die
| vor dem Krieg fliehen, ist, gemessen an unserer operativen Kapazität,
| riesig.“
|
| Der­zeit sei es durch die Empathie der Bevölkerung gelungen, viele
| Freiwillige zu mobilisieren und so „einen Exodus von 270.000 Menschen“
| zu bewältigen. Doch gerate das Land an die Grenzen der eigenen
| Leistungsfähigkeit, so die Ministerin. Die hohe Zahl an Flüchtlingen
| stelle das Innenministerium und den Grenzschutz vor große Anforderungen.
| „Alle Behörden spüren den Druck, ebenso wie die Bevölkerung ihn spürt.“
|
| Längst nicht alle Menschen, die über die verschiedenen Grenzübergänge
| zur Ukraine nach Moldau einreisen, bleiben in dem Land. Ein Großteil
| reist am gleichen Tag oder nach einem kurzen Zwischenaufenthalt in den
| benachbarten EU-Staat Rumänien oder zu anderen Zielen weiter. Doch nach
| Angaben der Mi­nisterin macht die Zahl der Geflüchteten, die im Lande
| bleibt, schon etwa drei Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Zwar sei die
| Regierung weiterhin in der Lage, „den Flüchtlingsstrom
| verantwortungsvoll zu bewältigen – aber zusätzlich hat das
| Innenministerium auch eine Verpflichtung, ein hohes Niveau der
| öffent­lichen Ordnung und Sicherheit aufrechtzuerhalten, damit wir die
| Kapazität ha­ben, um für die Souveränität und territoriale Integrität
| der Republik Moldau einzutreten“.
|
| Hinter dieser etwas umständlichen For­mulierung der Ministerin, die sie
| nicht näher ausführen wollte, steht offenkundig die in Chișinău dieser
| Tage oft zu hörende Sorge, der Krieg in der Ukraine könne auf das eigene
| Land übergreifen. Das muss nicht zwangsläufig in Form ei­ner Besetzung
| des ganzen Landes durch russische Truppen geschehen. Am häufigsten ist
| die Befürchtung zu hören, Putins Truppen könnten, sollte die Einnahme
| der Hafenstadt Odessa oder von deren Ruinen gelingen, von dort aus
| nordwärts marschieren und die von der Republik Moldau abtrünnige Region
| Transnistrien besetzen
|
| Dieser schmale Landstrich ist durchaus prorussisch ge­stimmt und wird
| maßgeblich aus Moskau finanziert. Allerdings haben lokale Macht­haber
| und Geschäftemacher dort in den vergangenen Jahren immer wieder eine
| partielle Eigenständigkeit an den Tag gelegt, die dem Kreml nicht
| gefallen kann. Die Republik Moldau, die einem russischen Angriff
| militärisch nichts entgegenzusetzen hätte, ist laut Verfassung neutral
| und strebt keinen NATO-Beitritt an.
|
| Die derzeitige Staatsführung um Präsidentin Maia Sandu versucht aber,
| das Land an die EU heranzuführen. Sandu hat in der vergangenen Woche
| sogar ei­nen (nach derzeitigem Stand der Dinge aussichtslosen) Antrag
| auf EU-Mitgliedschaft gestellt.
|
| *Kooperation mit Rumänien*
|
| Derzeit benötigt die Regierung aber vor allem kurzfristige Hilfe. „Um so
| ef­fektiv wie möglich zu handeln, versuchen wir, die Unterstützung aller
| Partner zu er­halten. Hilfe für Flüchtlinge trifft mittlerweile ein, und
| mit dem, was wir haben, können wir das Nötigste bereitstellen – aber es
| ist schwierig, mit so einem intensiven Zustrom fertig zu werden“,
| kommentierte Innenministerin Revenco die Lage.
|
| Als Beispiel für wirksame Unterstützung führte sie die Kooperation mit
| Ru­mänien an. Man habe gemeinsame „Flüchtlingskorridore“ geschaffen,
| damit Durchreisende schneller an ihr Ziel ge­langen könnten. In der
| Republik Moldau selbst habe die Regierung bisher drei Übergangslager
| eingerichtet, „damit die Menschen einen Ort haben, um sich auszuruhen
| und ein Stück Brot, heißen Tee und andere Dinge bekommen zu können, die
| nötig sind, um die eigene Würde als Mensch zu bewahren“. Es gebe zwar
| eine wachsende Zahl an Freiwilligen, die bei der Versorgung helfen, doch
| wachse auch die Zahl der Flüchtlinge. „Und die Dynamik zeigt, dass der
| Exodus sogar noch größer werden wird.“
|
| Die Regierung öffnet daher seit Tagen immer wieder den ei­gentlich
| geschlossenen Luftraum für Flüge, die humanitäre Hilfe ins Land bringen.
| Dies gilt laut der Innenministerin auch für Fälle, in denen Geflüchtete
| in andere aufnahmebereite Länder ausgeflogen werden. „Diese Luftbrücken
| be­ginnen zu funktionieren, und wir stehen in ständigem Kontakt mit den
| akkreditierten Botschaften in Chișinău, damit wir so viele Menschen wie
| möglich in kürzester Zeit an die Orte bringen können, die sie erreichen
| möchten.“ Die An­gaben zur Zahl der Flüchtlinge in Moldau variieren je
| nach Quelle. Der moldau­ische Außenminister Nicu Popescu teilte am
| Sonntag mit, derzeit hielten sich 96.000 ukrainische Bürger im Land auf,
| darunter 40.000 Minderjährige. Laut Staatspräsidentin Sandu sind es
| 30.000 Minderjährige.
|
| Die Rolle Moldaus in der Flüchtlingskrise war auch ein Thema von Sandus
| Gesprächen mit dem amerikanischen Außenminister Antony Blinken, der am
| Samstag in Chișinău eingetroffen war.
+--- </hier abknabbern> ---

©<https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/fluechtlinge-in-moldau-der-exodus-wird-noch-groesser-werden-17856353.html?printPagedArticle=true>

	M.f.G.

-- 
Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie
wird praktisch nie gelesen.  Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur
etwas komisch... ;-)

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#546134

FromDr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org>
Date2022-03-04 06:46 +0000
Message-ID<svscjs$v1q5$1@solani.org>
In reply to#546127
Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> wrote:
> *Dr. Joachim Neudert* schrieb:
> 
>> Ein Artikel über die EU in dieser Krise:
>> https://www.theguardian.com/world/commentisfree/2022/mar/03/vladimir-putin-war-eu-ukraine-european-project
>> 
>> Unter anderem steht da ganz zurecht folgendes drin:
> [...]
>> Rather, according to Hugo Brady of the International Centre for
>> Migration Policy Development in Vienna: “Eastern European countries are
>> having their "Wir schaffen das Moment”."
> 
> Guck an, ich dachte das wäre nur bei uns ein geflügeltes Wort geworden.

https://www.sueddeutsche.de/politik/ukraine-fluechtlinge-putin-europa-1.5540999?reduced=true&ieditorial=3

Leider hinter Paywall. Ich finde unsere Zeitungen könnten in dieser Lage
einmal eine oder zwei Wochen lang ihre  Paywalls abschalten. Das wäre
besser als auf die üblichen obskuren Internetquellen vertrauen zu müssen.

(Vorige Woche erst habe ich das SZ Jahres Abonnement gezahlt, 805 €).

Ein guter Artikel auf Seite 3, die gesamte Seite. Ich lese ihn gerade im
Print. Falls jemand dran kommt könnte  er ihn ja hier bitte posten

-- 
please forgive my iPhone typos

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#546187

FromShinji Ikari <shinji@gmx.net>
Date2022-03-04 10:28 +0100
Message-ID<nhm32h1oh34ris2b3pdku4rlthub8ngklo@4ax.com>
In reply to#546134
Guten Tag

Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> schrieb

>https://www.sueddeutsche.de/politik/ukraine-fluechtlinge-putin-europa-1.5540999?reduced=true&ieditorial=3
>Leider hinter Paywall.

Ich bin zwar kein Fan von Paywalls, aber da die serioesen Journalisten
nicht nur von Luft und Liebe leben, kann ich verstehen, dass man
versucht Geld fuer deren Arbeit zu generieren. Du kannst es ja
boykottieren dem verlag kein Geld zukommen lassen. Vielleicht wird es
dann dahingehend besser.
Schliesslich haben sich Paywalls nur dort durchgesetzt, wo auch genug
Geld damit generiert wurde/wird.

>Ich finde unsere Zeitungen könnten in dieser Lage
>einmal eine oder zwei Wochen lang ihre  Paywalls abschalten.

Machst Du in den naechsten 1-2 Wochen Deinen Job ohne dafuer Geld zu
bekommen?

>Das wäre
>besser als auf die üblichen obskuren Internetquellen vertrauen zu müssen.

Ein interessantes Argument. Koennten Aerzte nicht auf Ihr Geld
verzichten, damit die Patienten nicht zum Wunderbeter, Schamanen oder
so gehen?

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#546189

From"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org>
Date2022-03-04 10:33 +0100
Message-ID<svsmcr$23i90$1@solani.org>
In reply to#546187
Am 04.03.22 um 10:28 schrieb Shinji Ikari:
> Machst Du in den naechsten 1-2 Wochen Deinen Job ohne dafuer Geld zu
> bekommen?
> 
>> Das wäre
>> besser als auf die üblichen obskuren Internetquellen vertrauen zu müssen.
> Ein interessantes Argument. Koennten Aerzte nicht auf Ihr Geld
> verzichten, damit die Patienten nicht zum Wunderbeter, Schamanen oder
> so gehen?


Oh, das ist so oft schon passiert in meinem Leben.

Allein in den ersten 3 Jahren in der Uniklinik habe ich 3350 Überstunden 
geleistet. Für lau. Sind verfallen, wurden nie bezahlt. 40 Überstunden 
pro Monat wurden bezahlt, aber 100 geleistet.

Und bis heute arbeiten die Ärzte massiv für lau. Nach Statistik der KV 
Bayern- die muß es wissen, die bezahlt uns- leistet der Kassenarzt etwa 
24% seiner Leistungen für lau. Werden nicht bezahlt, weil Budget oder 
weil Vollmond ist oder weil der Kardiologe eine Lungenfunktion zwar 
braucht um rauszukriegen wieso sein Patient keine Luft bekommt, aber aus 
Prinzip keine Lungenfunktion abrechnen darf.

Oh mei, Shinji...

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#546209

FromShinji Ikari <shinji@gmx.net>
Date2022-03-04 12:21 +0100
Message-ID<dbt32hhq5g81q89d982q3sloe9ah1fprkg@4ax.com>
In reply to#546189
Guten Tag

"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> schrieb

>Am 04.03.22 um 10:28 schrieb Shinji Ikari:
>> Ein interessantes Argument. Koennten Aerzte nicht auf Ihr Geld
>> verzichten, damit die Patienten nicht zum Wunderbeter, Schamanen oder
>> so gehen?
>Oh, das ist so oft schon passiert in meinem Leben.
>Allein in den ersten 3 Jahren in der Uniklinik habe ich 3350 Überstunden 
>geleistet. Für lau. Sind verfallen, wurden nie bezahlt. 40 Überstunden 
>pro Monat wurden bezahlt, aber 100 geleistet.

Hast Du damit im Angestelltenverhaeltnis also Arbeitszeitbetrug
gestuetzt?

>Und bis heute arbeiten die Ärzte massiv für lau.

Mag sein. sehe ich auf den Rechnungen die bei mir von Aerzten und
Laboren eintrudeln irgendwie nicht.

>Nach Statistik der KV 
>Bayern- die muß es wissen, die bezahlt uns- leistet der Kassenarzt etwa 
>24% seiner Leistungen für lau.

Scheint aber immer noch genug zu sein um sporadisch mal neue + teure
Autos (BMW I4 M50) zu kaufen. Ist das eigentlich ein "deutsches" Auto?

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#546212

FromLars Gebauer <lgebauer@live.de>
Date2022-03-04 12:29 +0100
Message-ID<svst6i$tg7$1@dont-email.me>
In reply to#546209
Am 04.03.2022 um 12:21 schrieb Shinji Ikari:
> "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> schrieb
>> Nach Statistik der KV
>> Bayern- die muß es wissen, die bezahlt uns- leistet der Kassenarzt etwa
>> 24% seiner Leistungen für lau.
> 
> Scheint aber immer noch genug zu sein um sporadisch mal neue + teure
> Autos (BMW I4 M50) zu kaufen. Ist das eigentlich ein "deutsches" Auto?

Iow: "Habt Euch mal nicht so! Anderen geht es noch schlechter."
-- 
Der junge Alexander eroberte Indien. - Er allein?
Cäsar schlug die Gallier. - Hatte er nicht wenigstens einen Koch bei sich?

(Fragen eines lesenden Arbeiters)

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