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| From | Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> |
|---|---|
| Newsgroups | ger.ct |
| Subject | Re: Wir schaffen das |
| Date | 2022-03-06 18:12 -0500 |
| Organization | A noiseless patient Spider |
| Message-ID | <t03f4l$3uk$1@dont-email.me> (permalink) |
| References | <svr1g7$ucm2$1@solani.org> <svsc33.a7g.1@privat.lahls.de> <svsc28$23c41$1@solani.org> |
Salve allerseits, Dr. Joachim Neudert schrieb: > Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> wrote: >> *Dr. Joachim Neudert* schrieb: >> >>>| Rather, according to Hugo Brady of the International Centre for >>>| Migration Policy Development in Vienna: “Eastern European countries are >>>| having their "Wir schaffen das Moment”. >> >> Guck an, ich dachte das wäre nur bei uns ein geflügeltes Wort geworden. > > Ja das hat mich auch überrascht und das fand ich bemerkenswert. Anscheinend > wurde es doch in manchen Kreisen registriert, was Deutschland gemacht hat. > +--- <hier abknabbern> --- | Am Sonntag musste das diplomatische Korps der EU-Staaten in der Republik | Moldau zu einem Noteinsatz ausrücken. Auf Bitten der moldauischen | Regierung legten die in Chișinău akkreditierten Botschafterinnen und | Botschafter sowie der Leiter der EU-Delegation eine Art Treuebekenntnis | ab: Man werde Moldau nicht im Stich lassen, lautete die Kernbotschaft | sinngemäß. Die Nachricht wurde auf Video aufgenommen, damit sie im | Internet verbreitet werden kann. | | Der Hintergrund ist ein Gerücht, das dieser Tage auf dem in Moldau | besonders populären russischen Netzwerk „Telegram“, aber auch auf | anderen Kanälen die Runde macht. „Telegram“ wird insbesondere (aber | nicht nur) von jüngeren Menschen in Moldau als zentrale | Informationsquelle genutzt. Laut dem Gerücht planen die Mitgliedstaaten | der Europäischen Union, ihre Botschaften in Chișinău zu schließen und | das Personal aus dem Land abzuziehen. Dies sei jedoch nicht der Fall, | versicherten die Diplomaten: „Es gibt Gerüchte, dass wir das Land | verlassen und euch in einem Augenblick der Not im Stich lassen. Das ist | ein verwerflicher Versuch, Panik und Angst unter den moldauischen | Bürgern zu verbreiten.“ Man befinde sich in einem Krieg – auch in einem | Nachrichtenkrieg. | | Zutreffend sei: „Wir sind entschlossener als je zuvor, effizient und | hilfreich zu sein. In den vergangenen Tagen ist der Republik Moldau | kontinuierlich finanzielle und humanitäre Unterstützung durch die EU | und ihre Mitgliedstaaten zugekommen.“ Es sei nun wichtiger denn je, in | Moldau zu sein und sicherzustellen, dass die Hilfe möglichst rasch | Menschen in Not erreiche. Die Europäische Union stehe aufseiten der | Ukraine und sei ebenso mit der Republik Moldau und ihrer Bevölkerung. | | „*Die Tragödie überwältigt uns*“ | | Moldau, ein Staat von etwa zweieinhalb Millionen Einwohnern, ist das | kleinste und wirtschaftlich schwächste Nachbarland der Ukraine, hat aber | nach Angaben der Regierung in Chișinău, gemessen an der eigenen | Bevölkerungszahl, mehr Geflüchtete aus der Ukraine aufgenommen als jeder | andere Staat einschließlich Polens. Die moldauische Innenministerin Ana | Revenco sagte der F.A.Z. dazu am Sonntag: „Dieser Krieg hat uns alle | destabilisiert. Die Tragödie überwältigt uns, und die Zahl jener, die | vor dem Krieg fliehen, ist, gemessen an unserer operativen Kapazität, | riesig.“ | | Derzeit sei es durch die Empathie der Bevölkerung gelungen, viele | Freiwillige zu mobilisieren und so „einen Exodus von 270.000 Menschen“ | zu bewältigen. Doch gerate das Land an die Grenzen der eigenen | Leistungsfähigkeit, so die Ministerin. Die hohe Zahl an Flüchtlingen | stelle das Innenministerium und den Grenzschutz vor große Anforderungen. | „Alle Behörden spüren den Druck, ebenso wie die Bevölkerung ihn spürt.“ | | Längst nicht alle Menschen, die über die verschiedenen Grenzübergänge | zur Ukraine nach Moldau einreisen, bleiben in dem Land. Ein Großteil | reist am gleichen Tag oder nach einem kurzen Zwischenaufenthalt in den | benachbarten EU-Staat Rumänien oder zu anderen Zielen weiter. Doch nach | Angaben der Ministerin macht die Zahl der Geflüchteten, die im Lande | bleibt, schon etwa drei Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Zwar sei die | Regierung weiterhin in der Lage, „den Flüchtlingsstrom | verantwortungsvoll zu bewältigen – aber zusätzlich hat das | Innenministerium auch eine Verpflichtung, ein hohes Niveau der | öffentlichen Ordnung und Sicherheit aufrechtzuerhalten, damit wir die | Kapazität haben, um für die Souveränität und territoriale Integrität | der Republik Moldau einzutreten“. | | Hinter dieser etwas umständlichen Formulierung der Ministerin, die sie | nicht näher ausführen wollte, steht offenkundig die in Chișinău dieser | Tage oft zu hörende Sorge, der Krieg in der Ukraine könne auf das eigene | Land übergreifen. Das muss nicht zwangsläufig in Form einer Besetzung | des ganzen Landes durch russische Truppen geschehen. Am häufigsten ist | die Befürchtung zu hören, Putins Truppen könnten, sollte die Einnahme | der Hafenstadt Odessa oder von deren Ruinen gelingen, von dort aus | nordwärts marschieren und die von der Republik Moldau abtrünnige Region | Transnistrien besetzen | | Dieser schmale Landstrich ist durchaus prorussisch gestimmt und wird | maßgeblich aus Moskau finanziert. Allerdings haben lokale Machthaber | und Geschäftemacher dort in den vergangenen Jahren immer wieder eine | partielle Eigenständigkeit an den Tag gelegt, die dem Kreml nicht | gefallen kann. Die Republik Moldau, die einem russischen Angriff | militärisch nichts entgegenzusetzen hätte, ist laut Verfassung neutral | und strebt keinen NATO-Beitritt an. | | Die derzeitige Staatsführung um Präsidentin Maia Sandu versucht aber, | das Land an die EU heranzuführen. Sandu hat in der vergangenen Woche | sogar einen (nach derzeitigem Stand der Dinge aussichtslosen) Antrag | auf EU-Mitgliedschaft gestellt. | | *Kooperation mit Rumänien* | | Derzeit benötigt die Regierung aber vor allem kurzfristige Hilfe. „Um so | effektiv wie möglich zu handeln, versuchen wir, die Unterstützung aller | Partner zu erhalten. Hilfe für Flüchtlinge trifft mittlerweile ein, und | mit dem, was wir haben, können wir das Nötigste bereitstellen – aber es | ist schwierig, mit so einem intensiven Zustrom fertig zu werden“, | kommentierte Innenministerin Revenco die Lage. | | Als Beispiel für wirksame Unterstützung führte sie die Kooperation mit | Rumänien an. Man habe gemeinsame „Flüchtlingskorridore“ geschaffen, | damit Durchreisende schneller an ihr Ziel gelangen könnten. In der | Republik Moldau selbst habe die Regierung bisher drei Übergangslager | eingerichtet, „damit die Menschen einen Ort haben, um sich auszuruhen | und ein Stück Brot, heißen Tee und andere Dinge bekommen zu können, die | nötig sind, um die eigene Würde als Mensch zu bewahren“. Es gebe zwar | eine wachsende Zahl an Freiwilligen, die bei der Versorgung helfen, doch | wachse auch die Zahl der Flüchtlinge. „Und die Dynamik zeigt, dass der | Exodus sogar noch größer werden wird.“ | | Die Regierung öffnet daher seit Tagen immer wieder den eigentlich | geschlossenen Luftraum für Flüge, die humanitäre Hilfe ins Land bringen. | Dies gilt laut der Innenministerin auch für Fälle, in denen Geflüchtete | in andere aufnahmebereite Länder ausgeflogen werden. „Diese Luftbrücken | beginnen zu funktionieren, und wir stehen in ständigem Kontakt mit den | akkreditierten Botschaften in Chișinău, damit wir so viele Menschen wie | möglich in kürzester Zeit an die Orte bringen können, die sie erreichen | möchten.“ Die Angaben zur Zahl der Flüchtlinge in Moldau variieren je | nach Quelle. Der moldauische Außenminister Nicu Popescu teilte am | Sonntag mit, derzeit hielten sich 96.000 ukrainische Bürger im Land auf, | darunter 40.000 Minderjährige. Laut Staatspräsidentin Sandu sind es | 30.000 Minderjährige. | | Die Rolle Moldaus in der Flüchtlingskrise war auch ein Thema von Sandus | Gesprächen mit dem amerikanischen Außenminister Antony Blinken, der am | Samstag in Chișinău eingetroffen war. +--- </hier abknabbern> --- ©<https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/fluechtlinge-in-moldau-der-exodus-wird-noch-groesser-werden-17856353.html?printPagedArticle=true> M.f.G. -- Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie wird praktisch nie gelesen. Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur etwas komisch... ;-)
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Wir schaffen das "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2022-03-03 19:30 +0100
Re: Wir schaffen das Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2022-03-03 10:34 -0800
Re: Wir schaffen das Shinji Ikari <shinji@gmx.net> - 2022-03-04 00:09 +0100
Re: Wir schaffen das Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2022-03-04 06:36 +0100
Re: Wir schaffen das Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2022-03-03 23:16 -0800
Re: Wir schaffen das Dietz Proepper <dietz-usenet@rotfl.franken.de> - 2022-03-04 20:11 +0100
Re: Wir schaffen das Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2022-03-04 11:36 -0800
Re: Wir schaffen das Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2022-03-04 06:37 +0100
Re: Wir schaffen das Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2022-03-04 06:36 +0000
Re: Wir schaffen das Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2022-03-04 07:51 +0100
Re: Wir schaffen das "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2022-03-04 08:17 +0100
Re: Wir schaffen das Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2022-03-06 18:12 -0500
Re: Wir schaffen das Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2022-03-04 06:46 +0000
Re: Wir schaffen das Shinji Ikari <shinji@gmx.net> - 2022-03-04 10:28 +0100
Re: Wir schaffen das "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2022-03-04 10:33 +0100
Re: Wir schaffen das Shinji Ikari <shinji@gmx.net> - 2022-03-04 12:21 +0100
Re: Wir schaffen das Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2022-03-04 12:29 +0100
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