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Nord Stream 2: was dauert so lange?

Started by"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org>
First post2021-10-07 11:46 +0200
Last post2021-10-10 22:53 +0200
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Contents

  Nord Stream 2: was dauert so lange? "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2021-10-07 11:46 +0200
    Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? "Wendelin Uez" <wuez@online.de> - 2021-10-07 17:47 +0200
    Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Wilhelm Ernst <newstrap@t-online.de> - 2021-10-07 19:53 +0200
      Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2021-10-07 18:07 +0000
      Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Stephan Bumberger <bumberger@gmail.com> - 2021-10-07 20:16 +0200
        Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Stephan Bumberger <bumberger@gmail.com> - 2021-10-08 20:15 +0200
          Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Gerrit Heitsch <gerrit@laosinh.s.bawue.de> - 2021-10-08 21:12 +0200
            Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Stephan Bumberger <bumberger@gmail.com> - 2021-10-08 21:26 +0200
          Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Frank Klingenhoefer <frank.private@t-online.de> - 2021-10-08 19:17 +0000
            Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Frank Hucklenbroich <hucklenbroich@gmx.net> - 2021-10-08 20:36 +0200
              Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2021-10-09 15:58 +0200
                Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Gerrit Heitsch <gerrit@laosinh.s.bawue.de> - 2021-10-09 16:02 +0200
            Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Stephan Bumberger <bumberger@gmail.com> - 2021-10-08 22:35 +0200
              Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Frank Hucklenbroich <hucklenbroich@gmx.net> - 2021-10-09 19:58 +0200
          Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Stephan Bumberger <bumberger@gmail.com> - 2021-10-08 21:36 +0200
            Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Stephan Bumberger <bumberger@gmail.com> - 2021-10-08 22:20 +0200
            Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Jörg Tewes <jogi1964@gmx.net> - 2021-10-08 22:54 +0200
            Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Stephan Bumberger <bumberger@gmail.com> - 2021-10-08 23:13 +0200
              Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Stephan Bumberger <bumberger@gmail.com> - 2021-10-09 09:29 +0200
                Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Bernd Ullrich <ullrich_bernd@hotmail.com> - 2021-10-09 10:48 +0200
                  Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Stephan Bumberger <bumberger@gmail.com> - 2021-10-09 11:47 +0200
                    Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Bernd Ullrich <ullrich_bernd@hotmail.com> - 2021-10-09 15:10 +0200
                      Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Stephan Bumberger <bumberger@gmail.com> - 2021-10-09 15:47 +0200
                        Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Bernd Ullrich <ullrich_bernd@hotmail.com> - 2021-10-09 15:53 +0200
                          Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2021-10-09 16:49 +0200
                            Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Martin Ebert <mx300@gmx.net> - 2021-10-14 19:18 +0200
                        Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Jörg Tewes <jogi1964@gmx.net> - 2021-10-10 21:37 +0200
                          Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Stephan Bumberger <bumberger@gmail.com> - 2021-10-10 22:39 +0200
            Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2021-10-09 01:46 -0700
          Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2021-10-09 01:44 -0700
    Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2021-10-08 05:06 +0000
      Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2021-10-08 05:11 +0000
        Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Stephan Bumberger <bumberger@gmail.com> - 2021-10-08 08:11 +0200
          Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2021-10-08 08:17 +0200
            Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Diedrich Ehlerding <diedrich.ehlerding@t-online.de> - 2021-10-08 10:08 +0200
          Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2021-10-08 04:51 -0700
          Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? spamfalle2@arcor.de (Marc Stibane) - 2021-10-08 18:50 +0200
      Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2021-10-08 11:36 +0200
        Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Wilhelm Ernst <newstrap@t-online.de> - 2021-10-08 20:18 +0200
    Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2021-10-08 11:28 +0200
      Re: Nord Stream 2: was dauert so lange? Gunter Kühne <kuehne-g@freenet.de> - 2021-10-10 22:53 +0200

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#522488

FromStephan Bumberger <bumberger@gmail.com>
Date2021-10-09 11:47 +0200
Message-ID<sjrog7$ds3$3@tota-refugium.de>
In reply to#522483
Am 09.10.2021 um 10:48 schrieb Bernd Ullrich:
> Am 09.10.2021 um 09:29 schrieb Stephan Bumberger:
>> Am 08.10.2021 um 23:54 schrieb Bernd Ullrich:
>>> Am 08.10.2021 um 23:13 schrieb Stephan Bumberger:
>>>> Am 08.10.2021 um 22:47 schrieb Bernd Ullrich:
>>>>> Am 08.10.2021 um 21:36 schrieb Stephan Bumberger:
>>>>>> Am 08.10.2021 um 21:20 schrieb Michael Bode:
>>>>>>> Stephan Bumberger <bumberger@gmail.com> writes:
>>>>>>>
>>>>>>>> Doch, doch. Es geht ja gar nicht darum, welche Werte er vertritt. Erst
>>>>>>>> haben sie ihn mit Nowitschok fast umgebracht und als der Deutschland
>>>>>>>> dann wieder verlassen hatte mit der absurdesten Begründung aller Zeiten
>>>>>>>> in Haft genommen. Seither sitzt er unschuldig in Haft; eingesperrt von
>>>>>>>> dem lupenreinen Demokraten Putin. Jetzt seit mittlerweile 265 Tagen.
>>>>>>>>
>>>>>>>> Das darf nie in Vergessenheit geraten, wenn man mit Putin Geschäfte
>>>>>>>> machen will.
>>>>>>>
>>>>>>> Ja, man sollte ihn nicht ärgern und dann nach Russland reisen.
>>>>>>
>>>>>> Das "ärgern" bestand darin, dass er Oppositionspolitik in Russland
>>>>>> betrieben hat. Wenn man dafür vergiftet wird, und weil das nicht
>>>>>> geklappt hat, dann verhaftet wird, dann ist das nicht hinzunehmen. Ein
>>>>>> glasklarer Verstoß gegen das Völkerrecht.
>>>>>>
>>>>>>>> Und das ist natürlich sogar der Hauptgrund, warum die
>>>>>>>> Inbetriebnahme nicht genehmigt wird im Moment.
>>>>>>>
>>>>>>> Dann sollt man aber auch konsequent sein und ganz auf russisches Gas
>>>>>>> verzichten. Sonst ist es einfach nur lächerlich.
>>>>>>
>>>>>> Wir sind doch gerade dabei. ;)
>>>>>>
>>>>>> Geht halt nicht von jetzt auf gleich, sonst wird es etwas frisch im Winter.
>>>>>>
>>>>> https://www.anwalt.de/rechtstipps/voelkerrecht
>>>>>
>>>>>
>>>>> Nawalny hat mit Vlkrrecht nichts zu tun.
>>>>
>>>> Aber sicher doch.
>>>>
>>>> https://www.dw.com/de/russland-ignoriert-den-europ%C3%A4ischen-menschenrechtsgerichtshof/a-56618588
>>>>
>>>> "...Russland halte sich an seine Verfassung und denke gar nicht daran,
>>>> der Forderung des EGMR nachzukommen. Gemäß einer Verfassungsänderung vom
>>>> Sommer 2020 hat in Russland nationales Recht jetzt Vorrang vor
>>>> internationalen Gerichten und dem Völkerrecht.
>>>>
>>>> Welche Folgen könnte die Weigerung, Nawalny aus der Haft zu entlassen,
>>>> für Moskau haben? Die DW hat dazu europäische Experten befragt.
>>>> Kanstantsin Dzehtsiarou, Professor an der School of Law and Social
>>>> Justice der University of Liverpool, der auf den Bereich Menschenrechte
>>>> spezialisiert ist, kritisiert die Argumente der russischen Seite, mit
>>>> denen sie die Forderung des EGMR nach einer sofortigen Freilassung
>>>> Nawalnys ablehnt.
>>>>
>>>> "In Übereinstimmung mit dem Wiener Übereinkommen über das Recht der
>>>> Verträge kann ein Staat sein innerstaatliches Recht nicht als Grundlage
>>>> dafür nehmen, internationale Verpflichtungen nicht zu erfüllen. Daher
>>>> ist in diesem Fall die Bezugnahme auf das innerstaatliche Recht
>>>> zumindest problematisch", so der Experte gegenüber der DW."
>>>
>>>
>>> Immer noch nicht...die DW def. nicht das Völkerrecht.
>>
>> Definiert es nicht, aber berichtet drüber. Der Europäische Gerichtshof
>> für Menschenrechte verhandelt überhaupt nur nach Völkerrecht. Denn die
>> Europäische Menschenrechtskonvention ist ein solcher internationaler
>> Vertrag. Russland ist diesem am 5.5.1998 beigetreten.
>>
> Europäische Menschenrechtskonvention...
> 
> NEIN

Doch
https://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Menschenrechtskonvention

"Die Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten
enthält einen Katalog von Grundrechten und Menschenrechten (Konvention
Nr. 005 des Europarats). Über ihre Umsetzung wacht der Europäische
Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg."

Russland ist dieser beigetreten, hat allerdings 2014 gesagt - sinngemäß
- Urteile des EGMR gelten für Russland nur, wenn sie Putin auch gefallen.

-- 
Stephan
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Rainer Maria Rilke, 21.9.1902

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#522500

FromBernd Ullrich <ullrich_bernd@hotmail.com>
Date2021-10-09 15:10 +0200
Message-ID<isdillFq51rU1@mid.individual.net>
In reply to#522488
Am 09.10.2021 um 11:47 schrieb Stephan Bumberger:

[...]

Der Fall N. hat mit der MRK im konkreten Urteil nichts zu tun.

BU


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#522503

FromStephan Bumberger <bumberger@gmail.com>
Date2021-10-09 15:47 +0200
Message-ID<sjs6hm$lcc$3@tota-refugium.de>
In reply to#522500
Am 09.10.2021 um 15:10 schrieb Bernd Ullrich:
> Am 09.10.2021 um 11:47 schrieb Stephan Bumberger:
> 
> [...]
> 
> Der Fall N. hat mit der MRK im konkreten Urteil nichts zu tun.

Nawalny hatte sich an den EGMR gewandt und Recht bekommen.
https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/egmr-nawalny-unverzuegliche-haftentlassung-einstweilige-massnahme-russland/

"Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat Russland
aufgefordert, Oppositionsführer Alexej Nawalny unverzüglich aus der Haft
zu entlassen. Wie das Gericht am Mittwoch mitteilte, gab es damit einem
Antrag Nawalnys auf Erlass einstweiliger Maßnahmen statt. Diese
Entscheidung ist laut Gericht verbindlich, solche stattgebenden
Entscheidungen würden nur selten und bei unmittelbarer Gefahr eines
irreparablen Schaden getroffen (Art. 39 der Verfahrensordnung des EGMR).
Die Art und das Ausmaß der Gefahr für Nawalnys Leben seien in der
Entscheidung berücksichtigt worden, hieß es."

Seither sitzt er völkerrechtswidrig in Haft und Putin ist persönlich
verantwortlich dafür.

-- 
Stephan
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Rainer Maria Rilke, 21.9.1902

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#522504

FromBernd Ullrich <ullrich_bernd@hotmail.com>
Date2021-10-09 15:53 +0200
Message-ID<isdl6rFqhhlU1@mid.individual.net>
In reply to#522503
Am 09.10.2021 um 15:47 schrieb Stephan Bumberger:
> Am 09.10.2021 um 15:10 schrieb Bernd Ullrich:
>> Am 09.10.2021 um 11:47 schrieb Stephan Bumberger:
>>
>> [...]
>>
>> Der Fall N. hat mit der MRK im konkreten Urteil nichts zu tun.
> 
> Nawalny hatte sich an den EGMR gewandt und Recht bekommen.
> https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/egmr-nawalny-unverzuegliche-haftentlassung-einstweilige-massnahme-russland/
> 
> "Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat Russland
> aufgefordert, Oppositionsführer Alexej Nawalny unverzüglich aus der Haft
> zu entlassen. Wie das Gericht am Mittwoch mitteilte, gab es damit einem
> Antrag Nawalnys auf Erlass einstweiliger Maßnahmen statt. Diese
> Entscheidung ist laut Gericht verbindlich, solche stattgebenden
> Entscheidungen würden nur selten und bei unmittelbarer Gefahr eines
> irreparablen Schaden getroffen (Art. 39 der Verfahrensordnung des EGMR).
> Die Art und das Ausmaß der Gefahr für Nawalnys Leben seien in der
> Entscheidung berücksichtigt worden, hieß es."
> 
> Seither sitzt er völkerrechtswidrig in Haft und Putin ist persönlich
> verantwortlich dafür.
> 
Du hast das mit der Politik verstanden...?

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#522509

FromFidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de>
Date2021-10-09 16:49 +0200
Message-ID<sjsa5i$atg$1@dont-email.me>
In reply to#522504
Salve allerseits,

Bernd Ullrich schrieb:
> Am 09.10.2021 um 15:47 schrieb Stephan Bumberger:
>> Am 09.10.2021 um 15:10 schrieb Bernd Ullrich:
>>> Am 09.10.2021 um 11:47 schrieb Stephan Bumberger:
>>>
>>> Der Fall N. hat mit der MRK im konkreten Urteil nichts zu tun.
>> 
>> Nawalny hatte sich an den EGMR gewandt und Recht bekommen. https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/egmr-nawalny-unverzuegliche-haftentlassung-einstweilige-massnahme-russland/
>> 
>>| Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat Russland
>>| aufgefordert, Oppositionsführer Alexej Nawalny unverzüglich aus der Haft
>>| zu entlassen. Wie das Gericht am Mittwoch mitteilte, gab es damit einem
>>| Antrag Nawalnys auf Erlass einstweiliger Maßnahmen statt. Diese
>>| Entscheidung ist laut Gericht verbindlich, solche stattgebenden
>>| Entscheidungen würden nur selten und bei unmittelbarer Gefahr eines
>>| irreparablen Schaden getroffen (Art. 39 der Verfahrensordnung des EGMR).
>>| Die Art und das Ausmaß der Gefahr für Nawalnys Leben seien in der
>>| Entscheidung berücksichtigt worden, hieß es.
>> 
>> Seither sitzt er völkerrechtswidrig in Haft und Putin ist persönlich
>> verantwortlich dafür.
>> 
> Du hast das mit der Politik verstanden...?
> 
+--- <hier abknabbern> ---
| Das oberste Gericht der EU, der EuGH, hält Polens Justizreform für
| rechtswidrig und verlangt die Auflösung der umstrittenen
| Disziplinarkammer. Nun hat Polens Verfassungstribunal entschieden, das
| EuGH-Urteil sei nicht maßgeblich. Nationales Recht habe in dieser Frage
| Vorrang vor EU-Recht. Zerstört Polen damit die Rechtseinheit der EU und
| auf Dauer den Zusammenhalt der Union? Ein Pro und Contra aus der
| Tagesspiegel-Redaktion:
|
| *Polen könnte die Auflösung der EU einläuten*
|
| Ein Pro von Albrecht Meier
|
| Europa im Jahr 2021: Die Ära Merkel geht zu Ende und damit der
| moderierende Einfluss der Kanzlerin auf europäischer Ebene. Die EU
| bewältigt immer noch ihr Post-Brexit-Trauma. Und jetzt kommt noch ein
| neues Problem hinzu: Polen. Oder besser gesagt: Die nationalkonservative
| Regierung in Warschau, die den Anfang vom Ende der EU besiegeln könnte.
|
| Es ist ein Trauerspiel, was derzeit in Warschau passiert. Die
| Vorsitzende Richterin des Verfassungsgerichts, Julia Przylebska, hat ein
| Urteil verkündet, an dem die EU noch lange zu knacken haben wird.
| Przylebska, eine Gefolgsfrau der Warschauer Regierung, hat Teile der
| EU-Verträge für verfassungswidrig erklärt.
|
| Im Kern besagt das Urteil des Verfassungsgerichts, dass die Organe der
| EU nicht über nötige Kompetenz verfügen, um auf Änderungen der
| polnischen Justizreform zu pochen. Im Streit um die Rechtsstaatlichkeit
| spricht das oberste Warschauer Gericht dem Europäischen Gerichtshof in
| Luxemburg schlicht das Recht ab, sich einzumischen.
|
| *Ein Rauswurf Polens ist nicht möglich*
|
| Angesichts des Urteils bekommt man das ungute Gefühl, das im Verhältnis
| zwischen Polen und der EU endgültig etwas ins Rutschen gekommen ist. Die
| Auseinandersetzung um die Rechtsstaatlichkeit zwischen Brüssel und
| Warschau tobt schon seit Jahren – mit ständig neuen Eskalationsstufen.
| Ähnlich war es auch beim Brexit. Der fing ebenfalls scheinbar harmlos
| an: Erst kündigte der damalige Premierminister Cameron ein Referendum
| über die EU an. Dann ließ er sich eine europäische Extrawurst bei den
| Sozialleistungen für EU-Migranten braten. Geholfen hat es ihm dennoch
| nichts – die Briten stimmten für den Brexit.
|
| So wie noch Anfang 2016 niemand den Brexit voraussah, sollte man sich
| mit Prognosen über einen möglichen „Polexit“ zurückhalten. Zum Glück
| lässt sich Großbritannien nicht mit Polen und seiner EU-freundlichen
| Bevölkerung vergleichen. Und wer nicht wie die Briten aus freien Stücken
| aus der Gemeinschaft austreten will, kann auch nicht hinausgeworfen
| werden. So besagen es die Regeln der EU.
|
| *Angriff auf den EuGH als stärkste Bastion der EU*
|
| Wo liegt also die Gefahr, wenn Polen – zumindest nach bisherigem
| Ermessen – Bestandteil der EU bleiben wird? Das Warschauer Urteil ist
| deshalb so brisant, weil es die entscheidende Bastion der EU zu
| schleifen droht – den Europäischen Gerichtshof. Wie kein anderes
| EU-Organ setzt der EuGH den Willen der EU durch. Er verhängt Bußgelder
| gegen Staaten, die den Auflagen beim Umweltschutz nicht nachkommen und
| gegen Firmen, die illegale Preisabsprachen treffen. Oder er erklärt eben
| wie im Fall Polens die Drangsalierung von Richtern und Staatsanwälten
| als rechtswidrig.
|
| Dem Warschauer Urteil liegt ein großer Irrtum zugrunde. Die Regierung in
| Warschau denkt offenbar, dass jedes EU-Land nach eigenem Belieben
| Entscheidungen der Luxemburger Richter für null und nichtig erklären
| kann. Wenn sich diese Einschätzung in der EU durchsetzt, käme das der
| Auflösung der Gemeinschaft gleich.
|
| *Brüssel ruiniert die EU mit seiner Übergriffigkeit*
|
| Ein Contra von Christoph von Marschall
|
| Polen ruiniert die EU? Von wegen. Brüssel ruiniert die EU mit seiner
| Übergriffigkeit. Genauer: die Kommission und das Europäische Parlament,
| assistiert vom Europäischen Gerichtshof (EuGH). Sie verfolgen einen Weg,
| der die Lähmung der EU nicht mindert, sondern verschärft. Das dritte
| Machtzentrum, der Europäische Rat als Gremium der Staats- und
| Regierungschefs, sucht zum Glück weiter Kompromisse, so schwer die oft
| zu finden sind.
|
| Selbstverständlich ist das Verhalten der rechtspopulistischen
| PiS-Regierung in Polen ein ernstes Problem. Die Unabhängigkeit der
| Richter und die Freiheit der Medien sind bedroht. Doch: Wie lässt sich
| dem effektiv begegnen? Die Brüsseler Institutionen kommen einer Lösung
| nicht näher, wenn sie Rechte reklamieren, die sie nicht haben. Sie
| behaupten, das EU-Recht habe generellen Vorrang vor nationalem Recht,
| und ziehen dabei an einem Strang mit dem EuGH, der seine Macht ebenfalls
| ausweiten möchte, auf Kosten der nationalen Justiz.
|
| *Der Vorrang für EU-Recht ist eine Wunschvorstellung*
|
| Der generelle Vorrang des EU-Rechts ist eine Wunschvorstellung und nicht
| Realität. Vorrang hat es nur in den Bereichen, in denen die
| Nationalstaaten die Zuständigkeit an die EU abgetreten haben. Die
| Organisation der Gerichte gehört nicht dazu, der Grenzschutz auch nicht.
|
| Das Bundesverfassungsgericht urteilt EU-freundlicher als Polens
| Verfassungstribunal. Es akzeptiert aber auch keinen generellen
| Rechtsvorrang, nur einen Anwendungsvorrang europäischen Rechts in
| Bereichen geteilter Zuständigkeit. Wo die EU hingegen weder allein noch
| teilweise zuständig ist, besteht auch Karlsruhe auf dem Vorrang
| nationalen Rechts. Im „Ultra Vires“-Urteil zu den Anleihekäufen der
| Europäischen Zentralbank werfen die Karlsruher ihren Luxemburger
| EuGH-Kollegen Kompetenzüberschreitung vor; deren Argumente seien „nicht
| mehr nachvollziehbar“.
|
| Kommission, Parlament und EuGH tendieren zu einer bedenklichen
| Selbstermächtigung. Mit ihrem Übereifer, sich Zuständigkeiten anzumaßen,
| die ihnen die Nationalstaaten als eigentliche Quelle der Souveränität
| nicht gegeben haben, unterminieren sie den Zusammenhalt der EU.
|
| *Der Weg zu mehr EU: Änderung der Verträge*
|
| Ja doch, die EU muss handlungsfähiger werden, um europäische Interessen
| gegen China, Russland und die USA zu behaupten. Dies muss jedoch auf
| rechtlich einwandfreiem Weg geschehen: mehr Macht für die EU und den
| EuGH durch Änderung der Europäischen Verträge. Weil die erforderliche
| Einstimmigkeit für diesen legalen Weg fehlt, greift Brüssel zum
| illegalen Mittel der Selbstermächtigung. Das ist ein Irrweg.
|
| Die Kommission und das Parlament gewinnen nicht mehr Macht, wenn sie die
| Kompetenzkonflikte mit den Mitgliedern eskalieren. Sie schwächen den
| Zusammenhalt und stärken entgegen ihren Interessen den Rat der
| Regierungschefs. Die werden den Streit, den Kommission, Parlament und
| EuGH aus eigener Kraft nicht gewinnen können, befrieden müssen.
+--- </hier abknabbern> ---

©<https://www.tagesspiegel.de/politik/pro-und-contra-zum-rechtsstreit-ruiniert-polen-jetzt-die-eu/27690268.html>

	M.f.G.


P.S.: Wieder im Flieger über den Atlantik! War ja klar, dass am letzten
Tag die Sonne scheinen würde... (`∀´)ゝ”
-- 
Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie
wird praktisch nie gelesen.  Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur
etwas komisch... ;-)

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#523154

FromMartin Ebert <mx300@gmx.net>
Date2021-10-14 19:18 +0200
Message-ID<sk9ooq$bj0$1@dont-email.me>
In reply to#522509
Am 09.10.21 um 16:49 schrieb Fidel Sebastián Hunrichse-Lara:
> Bernd Ullrich schrieb:

Ach je, das Berndchen.

>>> Nawalny hatte sich an den EGMR gewandt und Recht bekommen. https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/egmr-nawalny-unverzuegliche-haftentlassung-einstweilige-massnahme-russland/
...
>>> Seither sitzt er völkerrechtswidrig in Haft und Putin ist persönlich
>>> verantwortlich dafür.
>>>
>> Du hast das mit der Politik verstanden...?

Du hast da wohl das typische Missverständnis. Siehe unten.

> +--- <hier abknabbern> ---
> | Das oberste Gericht der EU, der EuGH, [...]

Das ist ein völlig anderes Gericht.

Ok, politische Bildung ist angesagt:
Der EuGH ist das oberste Gericht der EU. Remember: Der EU.

Ein völlig anderes Gericht ist der EGMR, Gerichtshof für
Menschenrechte. Dieser Gerichtshof hat mit der EU genau *nichts*
zu tun: Er ist der Gerichtshof des Europarats.

Der Europarat wiederum hat auch nichts mit der EU zu tun. Im
Europarat sitzen 47 Mitglieder, weit mehr als in der EU. Unter
anderem auch Russland.

Hier weiterlesen:
<https://de.wikipedia.org/wiki/Europarat>

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#522645

FromJörg Tewes <jogi1964@gmx.net>
Date2021-10-10 21:37 +0200
Message-ID<d8e527b4-b4b0-0ba2-c208-dc03674e3d3b@jtewes.my-fqdn.de>
In reply to#522503
Stephan Bumberger schrieb:
> Am 09.10.2021 um 15:10 schrieb Bernd Ullrich:
>> Am 09.10.2021 um 11:47 schrieb Stephan Bumberger:
>> 
>> [...]
>> 
>> Der Fall N. hat mit der MRK im konkreten Urteil nichts zu tun.
> 
> Nawalny hatte sich an den EGMR gewandt und Recht bekommen.
> https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/egmr-nawalny-unverzuegliche-haftentlassung-einstweilige-massnahme-russland/
> 
> "Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat Russland
> aufgefordert, Oppositionsführer Alexej Nawalny unverzüglich aus der Haft
> zu entlassen. Wie das Gericht am Mittwoch mitteilte, gab es damit einem
> Antrag Nawalnys auf Erlass einstweiliger Maßnahmen statt. Diese
> Entscheidung ist laut Gericht verbindlich, solche stattgebenden
> Entscheidungen würden nur selten und bei unmittelbarer Gefahr eines
> irreparablen Schaden getroffen (Art. 39 der Verfahrensordnung des EGMR).
> Die Art und das Ausmaß der Gefahr für Nawalnys Leben seien in der
> Entscheidung berücksichtigt worden, hieß es."
> 
> Seither sitzt er völkerrechtswidrig in Haft und Putin ist persönlich
> verantwortlich dafür.

Wenn Putin das bei einem Juden gemacht hätte, hätte der Israelische
Geheimdienst ihn schon abgeholt. Aber bei einem "Russen" ist keiner
zuständig. Traurig.
-- 

        Bye Jörg


Religionskriege sind Konflikte zwischen erwachsenen Menschen, bei
denen es darum geht, wer den cooleren, imaginären Freund hat. Wenn
Jesus gevierteilt worden wäre, hätten wir heute dann Mobiles über der
Tür hängen?

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#522650

FromStephan Bumberger <bumberger@gmail.com>
Date2021-10-10 22:39 +0200
Message-ID<sjvj1o$8f0$1@tota-refugium.de>
In reply to#522645
Am 10.10.2021 um 21:37 schrieb Jörg Tewes:
> Stephan Bumberger schrieb:
>> Am 09.10.2021 um 15:10 schrieb Bernd Ullrich:
>>> Am 09.10.2021 um 11:47 schrieb Stephan Bumberger:
>>>
>>> [...]
>>>
>>> Der Fall N. hat mit der MRK im konkreten Urteil nichts zu tun.
>>
>> Nawalny hatte sich an den EGMR gewandt und Recht bekommen.
>> https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/egmr-nawalny-unverzuegliche-haftentlassung-einstweilige-massnahme-russland/
>>
>> "Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat Russland
>> aufgefordert, Oppositionsführer Alexej Nawalny unverzüglich aus der Haft
>> zu entlassen. Wie das Gericht am Mittwoch mitteilte, gab es damit einem
>> Antrag Nawalnys auf Erlass einstweiliger Maßnahmen statt. Diese
>> Entscheidung ist laut Gericht verbindlich, solche stattgebenden
>> Entscheidungen würden nur selten und bei unmittelbarer Gefahr eines
>> irreparablen Schaden getroffen (Art. 39 der Verfahrensordnung des EGMR).
>> Die Art und das Ausmaß der Gefahr für Nawalnys Leben seien in der
>> Entscheidung berücksichtigt worden, hieß es."
>>
>> Seither sitzt er völkerrechtswidrig in Haft und Putin ist persönlich
>> verantwortlich dafür.
> 
> Wenn Putin das bei einem Juden gemacht hätte, hätte der Israelische
> Geheimdienst ihn schon abgeholt. Aber bei einem "Russen" ist keiner
> zuständig. Traurig.

Das weiß ich nicht, was der Mossad gemacht hätte. Die EU kann jedenfalls
nichts machen, außer in aller Form zu protestieren und Sanktionen
auszupacken. Da gibt es in Deutschland auch eine ganz breite Allianz von
SPD, Grünen, FDP und Union, die das genau so sieht. Die 2 Parteien, die
ich nicht nannte sehen das anders.

https://www.spd-europa.de/nachrichten/alexei-nawalny-freilassen-sanktionen-gegen-die-attentaeter
https://www.gruene-hessen.de/partei/presse/mahnwache-fuer-die-f/
https://www.fdp.de/nawalny-muss-freigelassen-werden
https://www.cducsu.de/presse/pressemitteilungen/alexej-nawalny-sofort-freilassen

Ich weiß es wirklich nicht, was man jetzt noch mehr machen könnte.

-- 
Stephan
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Rainer Maria Rilke, 21.9.1902

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#522482

FromUlf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de>
Date2021-10-09 01:46 -0700
Message-ID<07e3113d-f905-4637-852f-3b344d3c1186n@googlegroups.com>
In reply to#522466
Michael Bode schrieb am Freitag, 8. Oktober 2021 um 21:45:21 UTC+2:

> Haben wir jetzt Prinzipien oder nicht?

Hast Du, und welche wären das?

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#522481

FromUlf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de>
Date2021-10-09 01:44 -0700
Message-ID<018b171b-4f7f-4541-9137-cc4eb09b0da9n@googlegroups.com>
In reply to#522457
bumb...@gmail.com schrieb am Freitag, 8. Oktober 2021 um 20:15:45 UTC+2:
> Am 08.10.2021 um 16:37 schrieb Matthias Wendt: 
> > On Thu, 7 Oct 2021 20:16:02 +0200, Stephan Bumberger 
> > <bumb...@gmail.com> wrote: 
> > 
> >> Am 07.10.2021 um 19:53 schrieb Wilhelm Ernst: 
> >>> Am Thu, 7 Oct 2021 11:46:23 +0200hat "Dr. Joachim Neudert" 
> >>> <neu...@5sl.org> geäußert: 
> >>> 
> >>>> https://www.theguardian.com/business/2021/oct/07/nord-stream-2-approval-may-cool-gas-prices-europe-russia 
> >>>> 
> >>>> Russland übt nun Druck aus. Das bringt "uns" (D) in eine peinliche Lage. 
> >>>> Warum hat man sich jahrelang den Ärger mit der EU, dem UK und den USA 
> >>>> angetan, wenn man die verdammte Pipeline jetzt wo sie endlich fertig ist 
> >>>> nicht zügig genehmigt? 
> >>> Feines britisches Russen-bashing, besser als Nowitschok. 
> >> 
> >> Alexei Anatoljewitsch Nawalny sitzt mittlerweile seit 264 in Haft. 
> >> #FreeNawalny 
> > Na blos nicht, nicht den.
> Doch, doch. Es geht ja gar nicht darum, welche Werte er vertritt. Erst 
> haben sie ihn mit Nowitschok fast umgebracht und als der Deutschland 
> dann wieder verlassen hatte mit der absurdesten Begründung aller Zeiten 
> in Haft genommen. Seither sitzt er unschuldig in Haft; eingesperrt von 
> dem lupenreinen Demokraten Putin. Jetzt seit mittlerweile 265 Tagen. 
> 
> Das darf nie in Vergessenheit geraten, wenn man mit Putin Geschäfte 
> machen will. Und das ist natürlich sogar der Hauptgrund, warum die 
> Inbetriebnahme nicht genehmigt wird im Moment.

Dann ist ja gut, daß die anderen Fossilenergielieferstaaten allesamt lupenrein
einwandfrei sind, in jeglicher Hinsicht.

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#522382

FromDr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org>
Date2021-10-08 05:06 +0000
Message-ID<sjojli$1rf$1@solani.org>
In reply to#522273
HC Ahlmann <hc.ahlmann@gmx.de> wrote:
> Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> wrote:
> 
>> 
> <https://www.theguardian.com/business/2021/oct/07/nord-stream-2-approval
> -may-cool-gas-prices-europe-russia>
>> 
>> Russland übt nun Druck aus. Das bringt "uns" (D)  in eine peinliche Lage.
>> Warum hat man sich jahrelang den Ärger mit der EU, dem UK und den USA
>> angetan, wenn man die verdammte Pipeline jetzt wo sie endlich fertig ist
>> nicht zügig genehmigt?
> 
> Es fehlt zum einen noch die Zertifizierung, zum anderen ist noch ein
> Streit wegen der Gasmarkt-Richtlinie anhängig (Trennung von Netzbetrieb
> und Gasvertrieb; freie Einspeisung); der NDR ist näher dran als Guardian
> und BR:
> <https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Keine-Betriebserlaubnis-fuer-Nordstream-2-mehr-in-diesem-Jahr,nordstream638.html>

Wie ich sage: selbst auferlegte bürokratische Hürden und Verzögerungen. 
Man könnte also auch den sofortigen Betrieb mit einer vorläufigen Erlaubnis
gestatten. An der Technik der Pipeline wird sich nichts mehr ändern, ob
zertifiziert oder nicht. Ein politisches Manöver. Herr Bütikofer droht
schon an sie bei fehlender Zertifizierung zur „Investitionsruine“ auf dem
Grund der Ostsee zu machen. Das ist ja wohl ganz klar sein Ziel.

Die Pipeline ist ein politisches Minenfeld, ganz klar. Man hat sich schon
sehr viele Feinde damit gemacht.

Friends come and go.
Enemies accumulate.

-- 
please forgive my iPhone typos

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#522383

FromDr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org>
Date2021-10-08 05:11 +0000
Message-ID<sjojto$s5a$1@solani.org>
In reply to#522382
Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> wrote:
> HC Ahlmann <hc.ahlmann@gmx.de> wrote:
>> Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> wrote:
>> 
>>> 
>> <https://www.theguardian.com/business/2021/oct/07/nord-stream-2-approval
>> -may-cool-gas-prices-europe-russia>
>>> 
>>> Russland übt nun Druck aus. Das bringt "uns" (D)  in eine peinliche Lage.
>>> Warum hat man sich jahrelang den Ärger mit der EU, dem UK und den USA
>>> angetan, wenn man die verdammte Pipeline jetzt wo sie endlich fertig ist
>>> nicht zügig genehmigt?
>> 
>> Es fehlt zum einen noch die Zertifizierung, zum anderen ist noch ein
>> Streit wegen der Gasmarkt-Richtlinie anhängig (Trennung von Netzbetrieb
>> und Gasvertrieb; freie Einspeisung); der NDR ist näher dran als Guardian
>> und BR:
>> <https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Keine-Betriebserlaubnis-fuer-Nordstream-2-mehr-in-diesem-Jahr,nordstream638.html>
> 
> Wie ich sage: selbst auferlegte bürokratische Hürden und Verzögerungen. 
> Man könnte also auch den sofortigen Betrieb mit einer vorläufigen Erlaubnis
> gestatten. An der Technik der Pipeline wird sich nichts mehr ändern, ob
> zertifiziert oder nicht. Ein politisches Manöver. Herr Bütikofer droht
> schon an sie bei fehlender Zertifizierung zur „Investitionsruine“ auf dem
> Grund der Ostsee zu machen. Das ist ja wohl ganz klar sein Ziel.
> 
> Die Pipeline ist ein politisches Minenfeld, ganz klar. Man hat sich schon
> sehr viele Feinde damit gemacht.
> 
> Friends come and go.
> Enemies accumulate.
> 

Aus deinem NDR Link:"Der Grünen-Europaabgeordnete Reinhard Bütikofer
spricht davon, dass das Triumphgeschrei des Kreml verfrüht gewesen sei und
die Ostseepipeline bei fehlender Zertifizierung zur Investitionsruine auf
dem Meeresgrund werden könnte. Denn auch ein Rechtsstreit muss noch geklärt
werden. In der Auseinandersetzung zwischen Nord Stream 2 und der
Bundesnetzagentur geht es um die Frage, ob die Pipeline unter die aktuelle
Gasmarkt-Richtlinie fällt. Falls ja, müsste Gazprom die Gaslieferung und
den Betrieb der Pipeline voneinander trennen und in verschiedene Hände
legen. Außerdem, so Bütikofer, müsse Gazprom eine Lösung dafür finden, wie
Drittanbietern nach EU-Recht die Einspeisung von Erdgas in die Pipeline
möglich gemacht werden könne - eine Regel, die bereits bei Strom- oder
Datennetzen gilt. Bei einer durchgängigen Pipeline aber ist das nicht so
einfach."

ich sehe nicht, warum man alle diese Rechtsstreitigkeiten nicht mit einer
vorläufigen Betriebserlaubnis überbrücken und nachher en Detail regeln
könnte. Offenbar will man halt nicht.

-- 
please forgive my iPhone typos

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#522386

FromStephan Bumberger <bumberger@gmail.com>
Date2021-10-08 08:11 +0200
Message-ID<sjoneu$sp0$1@tota-refugium.de>
In reply to#522383
Am 08.10.2021 um 07:11 schrieb Dr. Joachim Neudert:

> ich sehe nicht, warum man alle diese Rechtsstreitigkeiten nicht mit einer
> vorläufigen Betriebserlaubnis überbrücken und nachher en Detail regeln
> könnte. Offenbar will man halt nicht.

Ich verstehe Dein Problem gar nicht. Gas ist schlecht für die Umwelt.
Kein Gas zu verheizen ist die Zielvorgabe. FFF hat neben dem
*sofortigem* Kohleausstieg auch den *sofortigen* Gasausstieg gefordert.
Claudia Kemfert findet das gut.

Also, wo ist das Problem? Dafür hat die gesamte Jugend demonstriert,
jetzt wird nicht gemosert.

-- 
Stephan
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Rainer Maria Rilke, 21.9.1902

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#522387

From"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org>
Date2021-10-08 08:17 +0200
Message-ID<sjonps$3f7$1@solani.org>
In reply to#522386
Am 08.10.21 um 08:11 schrieb Stephan Bumberger:
> Am 08.10.2021 um 07:11 schrieb Dr. Joachim Neudert:
> 
>> ich sehe nicht, warum man alle diese Rechtsstreitigkeiten nicht mit einer
>> vorläufigen Betriebserlaubnis überbrücken und nachher en Detail regeln
>> könnte. Offenbar will man halt nicht.
> Ich verstehe Dein Problem gar nicht. Gas ist schlecht für die Umwelt.
> Kein Gas zu verheizen ist die Zielvorgabe. FFF hat neben dem
> *sofortigem*  Kohleausstieg auch den*sofortigen*  Gasausstieg gefordert.
> Claudia Kemfert findet das gut.
> 
> Also, wo ist das Problem? Dafür hat die gesamte Jugend demonstriert,
> jetzt wird nicht gemosert.

Ja das stimmt schon. Ich bin auch ganz gespannt wie die grüne und rote 
Regierungsfraktion reagiert wenn es gleich im ersten Winter knapp wird 
für die etwas frierende  Bevölkerung.

Wahrscheinlich wird das dann weniger dogmatisch gesehen.

-- 
Bitt um Vrzihung, di Tast " " klmmt manchmal...

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#522447

FromDiedrich Ehlerding <diedrich.ehlerding@t-online.de>
Date2021-10-08 10:08 +0200
Message-ID<mta53ix454.ln2@diedrich.ddnssec.de>
In reply to#522387
Dr. Joachim Neudert meinte:

>> Ich verstehe Dein Problem gar nicht. Gas ist schlecht für die Umwelt.
>> Kein Gas zu verheizen ist die Zielvorgabe. FFF hat neben dem
>> *sofortigem*  Kohleausstieg auch den*sofortigen*  Gasausstieg
>> gefordert. Claudia Kemfert findet das gut.
>>
>> Also, wo ist das Problem? Dafür hat die gesamte Jugend demonstriert,
>> jetzt wird nicht gemosert.
> 
> Ja das stimmt schon. Ich bin auch ganz gespannt wie die grüne und rote
> Regierungsfraktion reagiert wenn es gleich im ersten Winter knapp wird
> für die etwas frierende  Bevölkerung.
> 
> Wahrscheinlich wird das dann weniger dogmatisch gesehen.

Die Frage ist nur, welche Kröte die Grünen dann schlucken, wenn der 
>Strtom, eng wird  - werdn sie trotz CO2 die Gaskraftwerke weiterlaufen 
lasen oder die CO2-sparsamen Kernkraftwerke doch länger laufen lassen?

-- 
 gpg-Key (DSA 1024) D36AD663E6DB91A4
 fingerprint = 2983 4D54 E00B 8483 B5B8  C7D1 D36A D663 E6DB 91A4
 HTML-Mail wird ungeleſen entſorgt.

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#522429

FromUlf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de>
Date2021-10-08 04:51 -0700
Message-ID<27eb9f30-0b77-4bbc-8d81-be8e1ebac264n@googlegroups.com>
In reply to#522386
bumb...@gmail.com schrieb am Freitag, 8. Oktober 2021 um 08:11:43 UTC+2:
> Am 08.10.2021 um 07:11 schrieb Dr. Joachim Neudert: 
> 
> > ich sehe nicht, warum man alle diese Rechtsstreitigkeiten nicht mit einer 
> > vorläufigen Betriebserlaubnis überbrücken und nachher en Detail regeln 
> > könnte. Offenbar will man halt nicht.
> Ich verstehe Dein Problem gar nicht. Gas ist schlecht für die Umwelt. 
> Kein Gas zu verheizen ist die Zielvorgabe.

Es hilft allerdings wohl auch nicht, zuzuwarten, bis das Gas, wie teils schon geschehen,
spontan aus dem Tundraboden ploppt.

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#522455

Fromspamfalle2@arcor.de (Marc Stibane)
Date2021-10-08 18:50 +0200
Message-ID<1pgquwb.16n3t6vfzph75N@marc.my-fqdn.de>
In reply to#522386
Stephan Bumberger <bumberger@gmail.com> wrote:
> Am 08.10.2021 um 07:11 schrieb Dr. Joachim Neudert:

>> ich sehe nicht, warum man alle diese Rechtsstreitigkeiten nicht mit
>> einer vorläufigen Betriebserlaubnis überbrücken und nachher en Detail
>> regeln könnte. Offenbar will man halt nicht.
> Ich verstehe Dein Problem gar nicht. Gas ist schlecht für die Umwelt.
> Kein Gas zu verheizen ist die Zielvorgabe. FFF hat neben dem
> *sofortigem* Kohleausstieg auch den *sofortigen* Gasausstieg gefordert.

Habe gelesen, dass NS1 ziemlich hohe Verluste hat aufgrund des hohen
Drucks den man braucht um die derzeit gelieferte Gasmenge da durchzu-
pumpen. Wenn man dieselbe Gasmenge parallel durch NS1 und NS2 pumpen
würde, hätte man erheblich weniger Verluste.


-- 
In a world without walls and fences,
   who needs windows and gates?

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#522419

FromFidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de>
Date2021-10-08 11:36 +0200
Message-ID<sjp3et$mp8$1@dont-email.me>
In reply to#522382
Salve allerseits,

Dr. Joachim Neudert schrieb:
> HC Ahlmann <hc.ahlmann@gmx.de> wrote:
>> Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> wrote:
>> 
>>> Russland übt nun Druck aus. Das bringt "uns" (D)  in eine peinliche Lage.
>>> Warum hat man sich jahrelang den Ärger mit der EU, dem UK und den USA
>>> angetan, wenn man die verdammte Pipeline jetzt wo sie endlich fertig ist
>>> nicht zügig genehmigt?
>> 
>> Es fehlt zum einen noch die Zertifizierung, zum anderen ist noch ein
>> Streit wegen der Gasmarkt-Richtlinie anhängig (Trennung von Netzbetrieb
>> und Gasvertrieb; freie Einspeisung); der NDR ist näher dran als Guardian
>> und BR: <https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Keine-Betriebserlaubnis-fuer-Nordstream-2-mehr-in-diesem-Jahr,nordstream638.html>
> 
> Wie ich sage: selbst auferlegte bürokratische Hürden und
> Verzögerungen. Man könnte also auch den sofortigen Betrieb mit einer
> vorläufigen Erlaubnis gestatten. An der Technik der Pipeline wird
> sich nichts mehr ändern, ob zertifiziert oder nicht. Ein politisches
> Manöver. Herr Bütikofer droht schon an sie bei fehlender
> Zertifizierung zur „Investitionsruine“ auf dem Grund der Ostsee zu
> machen. Das ist ja wohl ganz klar sein Ziel. Die Pipeline ist ein
> politisches Minenfeld, ganz klar. Man hat sich schon sehr viele
> Feinde damit gemacht. Friends come and go. Enemies accumulate.
> 
+--- <hier abknabbern> ---
| Der Exekutivdirektor der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih
| Birol, ist überzeugt, Russland habe die Kapazität wesentlich mehr Gas
| nach Europa zu liefern. So könne die Energiekrise in Europa abgemildert
| werden, sagte Birol der Financial Times. Birol sagte, dass die Analyse
| der Agentur darauf hindeute, dass Russland seine Exporte um etwa 15
| Prozent des Spitzenangebots im Winter auf den Kontinent steigern könnte.
| Einen Tag, nachdem Russlands Präsident Wladimir Putin eine Steigerung
| der Lieferungen angedeutet hatte, forderte Birol Russland auf, zu
| beweisen, dass es ein „zuverlässiger Lieferant“ ist, indem es dazu
| beiträgt, die Angebotskrise zu lindern. Es müssten die Energiepreise
| gesenkt werden, und die globale Erholung nach den Pandemie-Lockdowns
| nicht zu gefährden.
|
| Nach Putins Aussagen zur Steigerung der Lieferungen sanken die Gaspreise
| am Mittwoch deutlich, zeigten sich am Donnerstag allerdings wieder
| volatil. Birol sagte: „Wenn Russland tut, was es gestern angekündigt
| hat, und die Mengen nach Europa erhöht, hätte dies eine beruhigende
| Wirkung auf den Markt.“ Russland war vorgeworfen worden, die
| Liefermengen zu drosseln, um schneller eine Genehmigung für die Pipeline
| Nord Stream 2 zu erhalten. Putin erklärte dagegen, dass die Engpässe
| ihren Grund in der Tatsache hätten, dass europäische Staaten ihre
| langfristigen Verträge zugunsten von kurzfristigen Orders aufgegeben
| hätten. Ein Kreml-Sprecher bezeichnete ein solches Verhalten am
| Donnerstag als amateurhaft.
|
| Der serbische Präsident Aleksandar Vucic kündigte am Mittwoch an, dass
| sein Land unmittelbar vor dem Abschluss eines langfristigen
| Liefervertrags mit dem russischen Staatskonzern Gazprom stehe. Das Gas
| soll über die Turkstream-Pipeline auf den Balkan kommen. Vucic sagte,
| sein Land wolle keine Risiken bei der Energieversorgung eingehen und sei
| daher an einer langfristigen Kooperation mit Russland interessiert.
|
| Bundeskanzlerin Angela Merkel schloss sich der Argumentation Putins an
| und sagte in Slowenien: „Russland kann ja nur Gas liefern auf der
| Grundlage von vertraglichen Bindungen und nicht einfach so.“
|
| [...]
|
| Merkel sagte, sie habe mit Putin auch über die Befüllung der Gasspeicher
| in Deutschland und in der EU gesprochen. Merkel verwies allerdings
| darauf, dass eine Genehmigung für Nord Stream 2 noch nicht vorliege.
+--- </hier abknabbern> ---

©<https://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft-verantwortung/nord-stream/gaspreise-keller-wirtschaft-li.187544>

	M.f.G.

-- 
Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie
wird praktisch nie gelesen.  Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur
etwas komisch... ;-)

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#522458

FromWilhelm Ernst <newstrap@t-online.de>
Date2021-10-08 20:18 +0200
Message-ID<sjq21g$i8r$1@solani.org>
In reply to#522419
Am Fri, 8 Oct 2021 11:36:28 +0200hat Fidel Sebastián Hunrichse-Lara
<Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> geäußert:

>Salve allerseits,
>
>Dr. Joachim Neudert schrieb:
>> HC Ahlmann <hc.ahlmann@gmx.de> wrote:
>>> Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> wrote:
>>> 
>>>> Russland übt nun Druck aus. Das bringt "uns" (D)  in eine peinliche Lage.
>>>> Warum hat man sich jahrelang den Ärger mit der EU, dem UK und den USA
>>>> angetan, wenn man die verdammte Pipeline jetzt wo sie endlich fertig ist
>>>> nicht zügig genehmigt?
>>> 
>>> Es fehlt zum einen noch die Zertifizierung, zum anderen ist noch ein
>>> Streit wegen der Gasmarkt-Richtlinie anhängig (Trennung von Netzbetrieb
>>> und Gasvertrieb; freie Einspeisung); der NDR ist näher dran als Guardian
>>> und BR: <https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Keine-Betriebserlaubnis-fuer-Nordstream-2-mehr-in-diesem-Jahr,nordstream638.html>
>> 
>> Wie ich sage: selbst auferlegte bürokratische Hürden und
>> Verzögerungen. Man könnte also auch den sofortigen Betrieb mit einer
>> vorläufigen Erlaubnis gestatten. An der Technik der Pipeline wird
>> sich nichts mehr ändern, ob zertifiziert oder nicht. Ein politisches
>> Manöver. Herr Bütikofer droht schon an sie bei fehlender
>> Zertifizierung zur „Investitionsruine“ auf dem Grund der Ostsee zu
>> machen. Das ist ja wohl ganz klar sein Ziel. Die Pipeline ist ein
>> politisches Minenfeld, ganz klar. Man hat sich schon sehr viele
>> Feinde damit gemacht. Friends come and go. Enemies accumulate.
>> 
>+--- <hier abknabbern> ---
>| Der Exekutivdirektor der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih
>| Birol, ist überzeugt, Russland habe die Kapazität wesentlich mehr Gas
>| nach Europa zu liefern. So könne die Energiekrise in Europa abgemildert
>| werden, sagte Birol der Financial Times. Birol sagte, dass die Analyse
>| der Agentur darauf hindeute, dass Russland seine Exporte um etwa 15
>| Prozent des Spitzenangebots im Winter auf den Kontinent steigern könnte.
>| Einen Tag, nachdem Russlands Präsident Wladimir Putin eine Steigerung
>| der Lieferungen angedeutet hatte, forderte Birol Russland auf, zu
>| beweisen, dass es ein „zuverlässiger Lieferant“ ist, indem es dazu
>| beiträgt, die Angebotskrise zu lindern. Es müssten die Energiepreise
>| gesenkt werden, und die globale Erholung nach den Pandemie-Lockdowns
>| nicht zu gefährden.
>|
>| Nach Putins Aussagen zur Steigerung der Lieferungen sanken die Gaspreise
>| am Mittwoch deutlich, zeigten sich am Donnerstag allerdings wieder
>| volatil. Birol sagte: „Wenn Russland tut, was es gestern angekündigt
>| hat, und die Mengen nach Europa erhöht, hätte dies eine beruhigende
>| Wirkung auf den Markt.“ Russland war vorgeworfen worden, die
>| Liefermengen zu drosseln, um schneller eine Genehmigung für die Pipeline
>| Nord Stream 2 zu erhalten. Putin erklärte dagegen, dass die Engpässe
>| ihren Grund in der Tatsache hätten, dass europäische Staaten ihre
>| langfristigen Verträge zugunsten von kurzfristigen Orders aufgegeben
>| hätten. Ein Kreml-Sprecher bezeichnete ein solches Verhalten am
>| Donnerstag als amateurhaft.
>|
>| Der serbische Präsident Aleksandar Vucic kündigte am Mittwoch an, dass
>| sein Land unmittelbar vor dem Abschluss eines langfristigen
>| Liefervertrags mit dem russischen Staatskonzern Gazprom stehe. Das Gas
>| soll über die Turkstream-Pipeline auf den Balkan kommen. Vucic sagte,
>| sein Land wolle keine Risiken bei der Energieversorgung eingehen und sei
>| daher an einer langfristigen Kooperation mit Russland interessiert.
>|
>| Bundeskanzlerin Angela Merkel schloss sich der Argumentation Putins an
>| und sagte in Slowenien: „Russland kann ja nur Gas liefern auf der
>| Grundlage von vertraglichen Bindungen und nicht einfach so.“
>|
>| [...]
>|
>| Merkel sagte, sie habe mit Putin auch über die Befüllung der Gasspeicher
>| in Deutschland und in der EU gesprochen. Merkel verwies allerdings
>| darauf, dass eine Genehmigung für Nord Stream 2 noch nicht vorliege.
>+--- </hier abknabbern> ---

Sag ich doch die ganze Zeit: Der böse Russe hält das Gas knapp. Das
macht es teuer. Wenn er wöllte, könnte er mehr liefern. Dass wir nicht
mehr bestellt haben, ist doch nicht unser Fehler - der Russe wars!
Und unsere Speicher muss er auch füllen - sowieso. 
Der ganze publizistische Wirbel wird nur veranstaltet, um eigene
politische und wirtschaftliche Fehler den Russen anzulasten.  
Die Wessis verstehen halt nicht, zwischen den Zeilen zu lesen. Aber ihr
Unterbewusstsein wird erfolgreich getriggert.
Willi
-- 
Die Anzahl der Arschlöcher ist überall ungefähr gleich groß
frei nach Lisa Fitz

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#522418

FromFidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de>
Date2021-10-08 11:28 +0200
Message-ID<sjp30l$jhj$1@dont-email.me>
In reply to#522273
Salve allerseits,

Bernd Ullrich schrieb:
> Am 07.10.2021 um 18:38 schrieb Peter McD:
>> Am 07.10.21 um 11:46 schrieb Dr. Joachim Neudert:
>>
>>> Russland übt nun Druck aus. Das bringt "uns" (D)  in eine peinliche Lage.
>>> Warum hat man sich jahrelang den Ärger mit der EU, dem UK und den USA 
>>> angetan, wenn man die verdammte Pipeline jetzt wo sie endlich fertig 
>>> ist nicht zügig genehmigt?
>> 
>> Das sind Fake news. Wo steht, dass die Lieferungen über die anderen
>> russischen Pipelines reduziert wurden. Die Europäer haben sich auf
>> den Spotmarkt verlassen und zahlen jetzt den Preis. lt. Link
>>
>>| Putin told the meeting that Europe was wrong to reduce the share of 
>>| long-term deals in natural gas trade in favour of the spot market, where 
>>| prices have surged. “We talked to the European Commission’s previous 
>>| lineup, and all its activity was aimed at phasing out of so-called 
>>| long-term contracts,” he said.
>> 
>> Mich würde interessieren, ob die Gasmengen, die Gazprom bei uns lagert, 
>> uns gehören.
>> 
> Wer ist "UnS"...?
> 
+--- <hier abknabbern> ---
| Die Energiepreise in Europa steigen und für viele Menschen könnte das
| Heizen im Winter zum teuren Luxus werden. Einige Länder der Europäischen
| Union haben damit begonnen, die Preise zu deckeln; Deutschland hat
| angekündigt, die Entwicklung weiterhin zu beobachten.
|
| Dass die Energiepreise international steigen, liegt laut dem Institut
| Bruegel vor allem am Gaspreis. Demnach ist der Großhandelspreis von
| Erdgas zwischen Januar und Oktober um rund 440 Prozent gestiegen. Weil
| das Gas auch zur Erzeugung von Strom genutzt wird, hat es auch Einfluss
| auf dessen Preis. In Deutschland ist Strom an der Börse seit Januar um
| rund 140 Prozent teurer geworden, in Italien 340 Prozent und in Spanien
| sogar um 425 Prozent.
|
| An diesem Montagnachmittag treffen sich die Finanz- und
| Wirtschaftsminister der 19 Euro-Länder und beraten über die deutlich
| gestiegenen Verbraucherpreise - vor allem für Energie. Vor allem sie
| sind es, die die Inflation treiben. Weil der Anstieg der Strom- und
| Heizkosten in Ländern wie Spanien, Frankreich und Italien zu spüren ist,
| liegen erste Vorschläge auf dem Tisch, wie dem Problem begegnet werde
| könnte. Verhandelt werden diese wohl aber erst beim nächsten EU-Gipfel
| der Staats- und Regierungschefs am 21. und 22. Oktober.
|
| Der spanische Regierungschef Pedro Sánchez hat der Europäischen Union am
| Freitag vorgeschlagen, den Einkauf des Gases zu bündeln. Die Länder
| sollen gemeinsam als Block mit den Lieferanten verhandeln, um so die
| Verhandlungsmacht aller EU-Staaten zu verbessern. Luxemburg macht
| dagegen Spekulationen am Gasmarkt mitverantwortlich für den Preisanstieg
| und schlägt deshalb vor, die entsprechende EU-Richtlinie zu
| überarbeiten. Polen wittert in der Entwicklung eine Chance, den
| Klimaschutz madig zu machen; das Land fordert nun ein Umdenken im
| EU-Emissionshandel - wohl auch, um die Lebensdauer seiner
| Kohlekraftwerke zu verlängern.
|
| Frankreich und Italien greifen dagegen ihren Bürgern unter die Arme.
| Frankreich hat eine Tarifbremse für Strom und Gas angekündigt und will
| ärmeren Haushalten ja 100 Euro zahlen. Das gilt für die rund 5,8
| Millionen Haushalte, die bereits Energiegutscheine zugeteilt bekommen.
| Italien will rund drei Milliarden Euro ausgeben, um Haushalten einen
| Teil ihrer Strom- und Gasrechnungen zu erlassen. Über das Absenken von
| Steuern soll das umgesetzt werden. Auch die Regierung in Athen hat
| angekündigt, die Kosten für Energie subventionieren zu wollen. Spanien
| hat eine Regelung eingeführt, nach der Energiefirmen "außerordentliche"
| Gewinne zurücküberweisen müssen. Mit dieser Vorschrift soll der Anstieg
| der Energiekosten gedeckelt werden.
|
| Angesichts des Preisanstiegs neigen manche dazu, Russland die
| Verantwortung zuzuweisen. So hat Polen die EU-Kommission aufgefordert,
| die mutmaßliche Marktmanipulation durch den russischen Konzern Gazprom
| genauer unter die Lupe zu nehmen. Außerdem solle die EU ihre Verordnung
| zur Überprüfung ausländischer Investitionen anwenden. Geprüft werden
| solle, ob die Pipeline Nord Stream 2 mit EU-Regeln konform gehe.
|
| In dieses Horn stießen in Deutschland zuletzt auch die Grünen. In einem
| Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland hatte Annalena Baerbock
| gesagt, das "putinsche Spiel" sei es, Druck aufzubauen, um auf diesem
| Wege die Zulassung der Ostsee-Pipeline zu beschleunigen. "Die
| Leidtragenden sind die Kunden in Deutschland, deren Gaspreise steigen
| werden oder im Extremfall sogar im Kalten sitzen müssen", behauptete sie.
|
| Mathias Brüggemann, Auslandschef des Handelsblatts, gab Ende September
| auch wilden Spekulationen Raum. Er zitierte Manuel Sarrazin,
| Osteuropa-Experten der Grünen, der meinte, Gazprom spiele nun seine
| Marktmacht voll aus. Er könne auch verstehen, "dass Gazprom das
| ausnutzt, wenn andere so dumm waren, dem russischen Monopolisten solch
| eine Macht in Europas Energieversorgung zukommen zu lassen".
|
| Eine andere Expertin, die Brüggemann zu Wort kommen ließ, behauptete:
| Putin gehe es im aktuellen "Gaskrieg" nicht darum, mit Nord Stream 2
| noch mehr Druck auf die Ukraine auszuüben. Putin wolle "Proteste gegen
| demokratische Regierungen in der EU" entfachen, behauptete Debra Cagan,
| Energie-Expertin beim Transatlantic Leadership Network und Beraterin des
| ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush. Unter anderem sollen auf so
| die Gelbwesten-Proteste gegen den französischen Präsidenten Emmanuel
| Macron wieder angefacht werden.
|
| *Was Dürren in Brasilien und China mit dem Preisanstieg zu tun haben*
|
| So einfach ist es allerdings nicht: Gazprom hat seine langfristigen
| Verpflichtungen gegenüber den EU-Ländern erfüllt. Aber dem Konzern wird
| es auch zum Vorwurf gemacht, den zusätzlichen Bedarf nicht bedient zu
| haben, obwohl die Preise attraktiv seien.
|
| Ein anderer Grund liegt im Klimawandel. In Brasilien und in China kam es
| zu Dürren, wodurch weniger Energie durch die Wasserkraftwerke erzeugt
| werden konnte. Einspringen mussten dafür Gaskraftwerke, die den Bedarf
| an verflüssigtem Erdgas (LNG) in die Höhe schnellen ließen. Allein in
| China stieg dadurch die LNG-Nachfrage laut dem Brokerhaus Alliance
| Bernstein um 25 Prozent.
|
| Das Problem in Europa ist ein Stück weit hausgemacht. Die Europäische
| Union verfolgt das Ziel, LNG trotz umweltschädlicher Fördermethoden wie
| "Fracking" als Alternative zu russischem Pipeline-Gas zu etablieren.
| Doch dabei hat die EU offenbar die langfristige Entwicklung des
| LNG-Marktes nur unzureichend berücksichtigt. Denn vor allem in Asien
| lassen sich besonders hohe Preise für LNG erzielen, weshalb die Tanker
| aus Russland, den USA oder Katar auch bevorzugt dahin unterwegs sind.
|
| "*Brücke" und Alternative zur Kohleverstromung*
|
| So war es durchaus abzusehen, dass der weltweite Bedarf an LNG steigen
| würde, denn weltweit gilt Erdgas bei der Energiewende als "Brücke" und
| Alternative zur Kohleverstromung während des Ausbaus der Erneuerbaren
| Energien, der in den letzten Jahren in Deutschland nur schleppend
| voranging. In China dürfte der Bedarf weiter steigen, da die Regierung
| nicht nur zunehmend der Kohle den Rücken kehrt, sondern auch LNG auch im
| Transportsektor verstärkt einsetzt. Im vergangenen Jahr verbrauchte
| China rund 13 Millionen Tonnen LNG, um rund 500.000 LKW und Busse damit
| anzutreiben. Im Vergleich zum Jahr 2018 hatte sich hier der Bedarf fast
| verdoppelt.
|
| Laut Handelsblatt rechnen Marktbeobachter inzwischen damit, dass China
| bis Jahresende Japan als weltgrößten LNG-Importeur ablösen wird.
| Gleichzeitig wächst auch in anderen asiatischen Ländern der
| Energiehunger. So gingen Experten zum Beispiel davon aus, dass sich der
| LNG-Bedarf in Bangladesch von derzeit vier Millionen Tonnen bis zum Jahr
| 2023 verdoppeln wird.
|
| Während die Nachfrage wächst, stagniert momentan das Angebot. Die
| Corona-Pandemie hat beim Bau von LNG-Kapazitäten zu Verzögerungen
| geführt. So wurden 2020 lediglich Verflüssigungskapazitäten im Umfang
| von drei Millionen Tonnen in Betrieb genommen. Erwartet worden aber 60
| Millionen Tonnen.
|
| Beim LNG-Export sind die USA weltweit die Nummer eins. Ein besonders
| großer Teil des Exports geht nach Asien. Inzwischen werden aber Stimmen
| lauter, die den Export wegen steigenden Bedarfs im eigenen Land
| einschränken wollen. Die Energieministerin Jennifer Granholm wolle den
| Export zwar nicht einschränken, aber nicht alle Mitglieder der Regierung
| seien ihrer Meinung, hieß es kürzlich im Handelsblatt. Weil bei der
| Förderung von Erdgas klimaschädliches Methan freigesetzt wird, zeigte
| sich der US-Klimabeauftragte John Kerry pessimistisch bezüglich der
| Exporte.
|
| Es deutet viel darauf, dass sich die EU-Länder nicht darauf verlassen
| können, ihren Bedarf an Erdgas über LNG zu decken.
+--- </hier abknabbern> ---

©<https://www.heise.de/tp/features/Steigende-Gaspreise-Warum-nicht-mal-wieder-der-Russe-schuld-ist-6207610.html>

	M.f.G.

-- 
Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie
wird praktisch nie gelesen.  Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur
etwas komisch... ;-)

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