Groups | Search | Server Info | Keyboard shortcuts | Login | Register [http] [https] [nntp] [nntps]


Groups > ger.ct > #482444 > unrolled thread

weiter 2 Impf-Dosen pro Patient

Started byDr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org>
First post2021-01-08 21:13 +0000
Last post2021-01-11 16:53 +0100
Articles 4 — 4 participants

Back to article view | Back to ger.ct


Contents

  weiter 2 Impf-Dosen pro Patient Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2021-01-08 21:13 +0000
    Re: weiter 2 Impf-Dosen pro Patient Ulrich Weise <ulrich.weise@t-online.de> - 2021-01-09 11:18 +0100
      Re: weiter 2 Impf-Dosen pro Patient Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2021-01-09 11:31 +0100
    Re: weiter 2 Impf-Dosen pro Patient "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2021-01-11 16:53 +0100

#482444 — weiter 2 Impf-Dosen pro Patient

FromDr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org>
Date2021-01-08 21:13 +0000
Subjectweiter 2 Impf-Dosen pro Patient
Message-ID<rtaht7$i3n$1@solani.org>
"Der Abstand zwischen der ersten und zweiten Corona-Impfung soll nach
Ansicht der Ständigen Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut (RKI)
nicht vergrößert werden. Das teilte die Stiko in einer Aktualisierung ihrer
Impfempfehlung am Freitag mit. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)
hatte die Behörde prüfen lassen, ob ein solches Vorgehen sinnvoll ist, um
mit den derzeit begrenzten Impfstoff-Mengen möglichst schnell möglichst
viele Menschen impfen zu können. Hintergrund ist, dass ein gewisser Schutz
vor einer Covid-19-Erkrankung bereits nach der ersten Impfung gegeben ist.

„Die Gabe der 2. Impfstoffdosis soll innerhalb des durch die
Zulassungsstudien abgedeckten Zeitraumes (derzeit 42 Tage) erfolgen“, heißt
es in der Aktualisierung der Impfempfehlung nun. Zur Begründung erläutern
die Stiko-Experten, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt unsicher sei, ob man
durch eine Verschiebung der zweiten Impfstoffdosis auf einen späteren
Zeitpunkt tatsächlich mehr schwere Erkrankungen und Todesfälle verhindere
als durch eine zeitnahe zweite Impfung der Hochrisikogruppen, welche dann
zu einem nahezu vollständigen Schutz vor Erkrankung führt. Sollte der
empfohlene Abstand zwischen der ersten und der zweiten Impfstoffdosis
überschritten worden sein, könne die Impfserie jedoch fortgesetzt werden
und müsse nicht neu begonnen werden.

Damit folgt die Stiko der Einschätzung vieler anderer Experten. So hatte
die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) in Amsterdam bereits darauf
hingewiesen, dass eine Änderung des Abstandes zwischen beiden Impfdosen
eine Änderung der Bedingten Marktzulassung und mehr klinische Daten
notwendig machen würde. Auch die amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA
hatte davor gewarnt, von der vorgeschriebenen Verabreichung der zwei Dosen
abzuweichen. Änderungen könnten erst erwogen werden, wenn es dazu
wissenschaftlich fundierte Daten gebe. Der Hersteller Biontech hatte darauf
hingewiesen, dass in der Phase-III-Studie Sicherheit und Wirksamkeit des
Impfstoffs nur für den Fall untersucht wurden, dass die zweite Dosis 21
Tage nach der ersten erfolgt."

FAZ von 20:52


-- 
please forgive my iPhone typos

[toc] | [next] | [standalone]


#482488

FromUlrich Weise <ulrich.weise@t-online.de>
Date2021-01-09 11:18 +0100
Message-ID<rtbvtn$k40$1@solani.org>
In reply to#482444
Am Fri, 8 Jan 2021 21:13:11 -0000 (UTC) schrieb Dr. Joachim Neudert
zum 
Thema:  weiter 2 Impf-Dosen pro Patient

>"Der Abstand zwischen der ersten und zweiten Corona-Impfung soll nach
>Ansicht der Ständigen Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut (RKI)
>nicht vergrößert werden. Das teilte die Stiko in einer Aktualisierung ihrer
>Impfempfehlung am Freitag mit. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)
>hatte die Behörde prüfen lassen, ob ein solches Vorgehen sinnvoll ist, um
>mit den derzeit begrenzten Impfstoff-Mengen möglichst schnell möglichst
>viele Menschen impfen zu können. Hintergrund ist, dass ein gewisser Schutz
>vor einer Covid-19-Erkrankung bereits nach der ersten Impfung gegeben ist.
>
>„Die Gabe der 2. Impfstoffdosis soll innerhalb des durch die
>Zulassungsstudien abgedeckten Zeitraumes (derzeit 42 Tage) erfolgen“, heißt
>es in der Aktualisierung der Impfempfehlung nun. Zur Begründung erläutern
>die Stiko-Experten, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt unsicher sei, ob man
>durch eine Verschiebung der zweiten Impfstoffdosis auf einen späteren
>Zeitpunkt tatsächlich mehr schwere Erkrankungen und Todesfälle verhindere
>als durch eine zeitnahe zweite Impfung der Hochrisikogruppen, welche dann
>zu einem nahezu vollständigen Schutz vor Erkrankung führt. Sollte der
>empfohlene Abstand zwischen der ersten und der zweiten Impfstoffdosis
>überschritten worden sein, könne die Impfserie jedoch fortgesetzt werden
>und müsse nicht neu begonnen werden.
>
>Damit folgt die Stiko der Einschätzung vieler anderer Experten. So hatte
>die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) in Amsterdam bereits darauf
>hingewiesen, dass eine Änderung des Abstandes zwischen beiden Impfdosen
>eine Änderung der Bedingten Marktzulassung und mehr klinische Daten
>notwendig machen würde. Auch die amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA
>hatte davor gewarnt, von der vorgeschriebenen Verabreichung der zwei Dosen
>abzuweichen. Änderungen könnten erst erwogen werden, wenn es dazu
>wissenschaftlich fundierte Daten gebe. Der Hersteller Biontech hatte darauf
>hingewiesen, dass in der Phase-III-Studie Sicherheit und Wirksamkeit des
>Impfstoffs nur für den Fall untersucht wurden, dass die zweite Dosis 21
>Tage nach der ersten erfolgt."
>
>FAZ von 20:52

Ist denn eigentlich mit der Aussage

"Zweite Impfung: Die Impfung mit dem aktuell verwendeten Impfstoff von
BioNtech/Pfizer muss im Abstand von drei Wochen zweimal durchgeführt
werden. Sonst kann sie nicht den vollen Impfschutz entfalten. Sie
erhalten also direkt bei der Anmeldung *zwei* Impftermine. Der Ablauf
ist dann identisch zur ersten Impfung."
https://www.mags.nrw/coronavirus-impfablauf

nicht alles schon vorgegeben? Wenn man da schon den 2. Impftermin
bekommt, sollte doch zum Zeitpunkt der Terminvergabe alles geklärt
sein.


Gued gohn,
           Ulrich

  

[toc] | [prev] | [next] | [standalone]


#482494

FromMichael Bode <m.g.bode@web.de>
Date2021-01-09 11:31 +0100
Message-ID<i5tf0gFkhmgU1@mid.individual.net>
In reply to#482488
Ulrich Weise <ulrich.weise@t-online.de> writes:

> Am Fri, 8 Jan 2021 21:13:11 -0000 (UTC) schrieb Dr. Joachim Neudert
> zum 
> Thema:  weiter 2 Impf-Dosen pro Patient
>
>>"Der Abstand zwischen der ersten und zweiten Corona-Impfung soll nach
>>Ansicht der Ständigen Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut (RKI)
>>nicht vergrößert werden. Das teilte die Stiko in einer Aktualisierung ihrer
>>Impfempfehlung am Freitag mit. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)
>>hatte die Behörde prüfen lassen, ob ein solches Vorgehen sinnvoll ist, um
>>mit den derzeit begrenzten Impfstoff-Mengen möglichst schnell möglichst
>>viele Menschen impfen zu können. Hintergrund ist, dass ein gewisser Schutz
>>vor einer Covid-19-Erkrankung bereits nach der ersten Impfung gegeben ist.
>>
>>„Die Gabe der 2. Impfstoffdosis soll innerhalb des durch die
>>Zulassungsstudien abgedeckten Zeitraumes (derzeit 42 Tage) erfolgen“, heißt
>>es in der Aktualisierung der Impfempfehlung nun. Zur Begründung erläutern
>>die Stiko-Experten, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt unsicher sei, ob man
>>durch eine Verschiebung der zweiten Impfstoffdosis auf einen späteren
>>Zeitpunkt tatsächlich mehr schwere Erkrankungen und Todesfälle verhindere
>>als durch eine zeitnahe zweite Impfung der Hochrisikogruppen, welche dann
>>zu einem nahezu vollständigen Schutz vor Erkrankung führt. Sollte der
>>empfohlene Abstand zwischen der ersten und der zweiten Impfstoffdosis
>>überschritten worden sein, könne die Impfserie jedoch fortgesetzt werden
>>und müsse nicht neu begonnen werden.
>>
>>Damit folgt die Stiko der Einschätzung vieler anderer Experten. So hatte
>>die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) in Amsterdam bereits darauf
>>hingewiesen, dass eine Änderung des Abstandes zwischen beiden Impfdosen
>>eine Änderung der Bedingten Marktzulassung und mehr klinische Daten
>>notwendig machen würde. Auch die amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA
>>hatte davor gewarnt, von der vorgeschriebenen Verabreichung der zwei Dosen
>>abzuweichen. Änderungen könnten erst erwogen werden, wenn es dazu
>>wissenschaftlich fundierte Daten gebe. Der Hersteller Biontech hatte darauf
>>hingewiesen, dass in der Phase-III-Studie Sicherheit und Wirksamkeit des
>>Impfstoffs nur für den Fall untersucht wurden, dass die zweite Dosis 21
>>Tage nach der ersten erfolgt."
>>
>>FAZ von 20:52
>
> Ist denn eigentlich mit der Aussage
>
> "Zweite Impfung: Die Impfung mit dem aktuell verwendeten Impfstoff von
> BioNtech/Pfizer muss im Abstand von drei Wochen zweimal durchgeführt
> werden. Sonst kann sie nicht den vollen Impfschutz entfalten. Sie
> erhalten also direkt bei der Anmeldung *zwei* Impftermine. Der Ablauf
> ist dann identisch zur ersten Impfung."
> https://www.mags.nrw/coronavirus-impfablauf
>
> nicht alles schon vorgegeben? Wenn man da schon den 2. Impftermin
> bekommt, sollte doch zum Zeitpunkt der Terminvergabe alles geklärt
> sein.

Dann ist halt beim 2. Termin kein Impfstoff da und du gehst wieder
heim. "Rufen sie uns nicht an, wir rufen sie an."

[toc] | [prev] | [next] | [standalone]


#482938

From"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org>
Date2021-01-11 16:53 +0100
Message-ID<rths96$a5c$1@solani.org>
In reply to#482444
https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4909407?nlid=138990_3081&src=WNL_mdplsnews_210111_MSCPEDIT_DE&uac=181545HT&faf=1#vp_1

Kontroverse um das Impfschema – Experten warnen vor Selektierung 
resistenter Varianten

Um einen ausreichenden Schutz gegen SARS-CoV-2-Infektione zu erreichen, 
müssen die bislang zugelassenen Impfstoffe 2-malig verabreicht werden – 
laut Zulassung im Mindestabstand von 21 Tagen (BioNTech) bzw. 28 
(Moderna), aber nicht mehr als 42 Tagen. Britische Behörden wollen den 
Abstand zur 2. Dosis auf bis zu 12 Wochen hinauszögern, was etwa die FDA 
in USA sowie die EMA für Europa ablehnen. Die Ständige Impfkommission 
(STIKO) am Robert Koch-Institut spricht sich in ihrer aktualisierten 
Empfehlung ebenfalls dagegen aus.
Beim Pressebriefing des Science Media Center Germany diskutierten 
Experten über die Hintergründe. Prof. Dr. Florian Krammer von der Icahn 
School of Medicine at Mount Sinai, New York, zufolge habe man in 
Zulassungsstudien gesehen, dass bereits nach der 1. Impfung ein gewisser 
Schutz bestehe. „Wir wissen aber auch, dass der Titer an 
neutralisierenden Antikörpern sehr gering ist“, gibt er zu bedenken. Es 
könne damit vermehrt zu asymptomatischen Infektionen kommen, und 
resistente Varianten würden selektiert.
„Je mehr wir den Abstand zwischen beiden Impfungen hinauszögern, desto 
größer ist das Risiko, dass dies passiert“, so Krammer. Eher noch sieht 
er die Möglichkeit, beim Moderna-Impfstoff die Dosis zu verringern. „In 
Phase-1- und Phase-2-Studien hat bereits ein Viertel der jetzt 
empfohlenen Dosis eine gute Immunantwort induziert“, so der Experte. 
„Allerdings bräuchte wir dafür weitere Daten.“
In seinem Statement machte Prof. Dr. Thomas Mertens, Vorsitzender der 
STIKO, klar, man hüte sich, etwas zu empfehlen, was nicht von 
Zulassungen – und damit von entsprechenden Studiendaten – abgedeckt sei.
„Derzeit stellen wir Personen mit gesicherter SARS-CoV-2-Infektion bei 
der Priorisierung zurück“, so Mertens. Als weitere Neuerung des 
STIKO-Papers nennt er, dass keine Bevorratung der 2. Dosis mehr 
empfohlen werde. Beide derzeit in der EU zugelassenen Vakzine hält er 
für gleichwertig und ärgert sich darüber, dass die Bevölkerung über 
Nachkomma-Stellen diskutiert. „Diese Zahlen werden sich ohnehin ändern, 
sobald wir einige Millionen Menschen weltweit geimpft haben“, sagt der 
Experte.
Kritik an der Verteilung hält er nicht für gerechtfertigt. „Zu Beginn 
dachte ich, 100.000 Impfungen am Tag wären schon ein großer Erfolg.“ 
Hinter den politischen Debatten sieht er eher den herannahenden Wahlkampf.
Vor möglichen Resistenzen warnte auch Prof. Dr. Hartmut Hengel, Leiter 
des Instituts für Virologie, Universitätsklinikum Freiburg: „Durch eine 
nicht stringente Impfpolitik haben wir etwa bei Mumps und bei Masern 
Varianten selektiert, die von Antikörpern nicht mehr neutralisiert 
werden. Wir sollten uns in der Pandemie-Situation stringenter verhalten.“
Dennoch bleibt er optimistisch, was Mutationen betrifft: „Wir können 
mRNA-Impfstoffe schnell anpassen und auch die regulatorischen 
Voraussetzungen gut umsetzen, um ein Wettrennen zu bestreiten.“ 
Herausforderungen sieht er an anderer Stelle: „Wir haben 2009 bei der 
Schweinegrippe gesehen, wie wichtig eine offensive Risikokommunikation 
ist.“ Diese sei auch jetzt wichtig; Forscher müssten sagen, was sie 
nicht wüssten, und diese Ungewissheit eingestehen und aushalten.




[toc] | [prev] | [standalone]


Back to top | Article view | ger.ct


csiph-web