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| From | "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> |
|---|---|
| Newsgroups | ger.ct |
| Subject | Re: weiter 2 Impf-Dosen pro Patient |
| Date | 2021-01-11 16:53 +0100 |
| Message-ID | <rths96$a5c$1@solani.org> (permalink) |
| References | <rtaht7$i3n$1@solani.org> |
https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4909407?nlid=138990_3081&src=WNL_mdplsnews_210111_MSCPEDIT_DE&uac=181545HT&faf=1#vp_1 Kontroverse um das Impfschema – Experten warnen vor Selektierung resistenter Varianten Um einen ausreichenden Schutz gegen SARS-CoV-2-Infektione zu erreichen, müssen die bislang zugelassenen Impfstoffe 2-malig verabreicht werden – laut Zulassung im Mindestabstand von 21 Tagen (BioNTech) bzw. 28 (Moderna), aber nicht mehr als 42 Tagen. Britische Behörden wollen den Abstand zur 2. Dosis auf bis zu 12 Wochen hinauszögern, was etwa die FDA in USA sowie die EMA für Europa ablehnen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut spricht sich in ihrer aktualisierten Empfehlung ebenfalls dagegen aus. Beim Pressebriefing des Science Media Center Germany diskutierten Experten über die Hintergründe. Prof. Dr. Florian Krammer von der Icahn School of Medicine at Mount Sinai, New York, zufolge habe man in Zulassungsstudien gesehen, dass bereits nach der 1. Impfung ein gewisser Schutz bestehe. „Wir wissen aber auch, dass der Titer an neutralisierenden Antikörpern sehr gering ist“, gibt er zu bedenken. Es könne damit vermehrt zu asymptomatischen Infektionen kommen, und resistente Varianten würden selektiert. „Je mehr wir den Abstand zwischen beiden Impfungen hinauszögern, desto größer ist das Risiko, dass dies passiert“, so Krammer. Eher noch sieht er die Möglichkeit, beim Moderna-Impfstoff die Dosis zu verringern. „In Phase-1- und Phase-2-Studien hat bereits ein Viertel der jetzt empfohlenen Dosis eine gute Immunantwort induziert“, so der Experte. „Allerdings bräuchte wir dafür weitere Daten.“ In seinem Statement machte Prof. Dr. Thomas Mertens, Vorsitzender der STIKO, klar, man hüte sich, etwas zu empfehlen, was nicht von Zulassungen – und damit von entsprechenden Studiendaten – abgedeckt sei. „Derzeit stellen wir Personen mit gesicherter SARS-CoV-2-Infektion bei der Priorisierung zurück“, so Mertens. Als weitere Neuerung des STIKO-Papers nennt er, dass keine Bevorratung der 2. Dosis mehr empfohlen werde. Beide derzeit in der EU zugelassenen Vakzine hält er für gleichwertig und ärgert sich darüber, dass die Bevölkerung über Nachkomma-Stellen diskutiert. „Diese Zahlen werden sich ohnehin ändern, sobald wir einige Millionen Menschen weltweit geimpft haben“, sagt der Experte. Kritik an der Verteilung hält er nicht für gerechtfertigt. „Zu Beginn dachte ich, 100.000 Impfungen am Tag wären schon ein großer Erfolg.“ Hinter den politischen Debatten sieht er eher den herannahenden Wahlkampf. Vor möglichen Resistenzen warnte auch Prof. Dr. Hartmut Hengel, Leiter des Instituts für Virologie, Universitätsklinikum Freiburg: „Durch eine nicht stringente Impfpolitik haben wir etwa bei Mumps und bei Masern Varianten selektiert, die von Antikörpern nicht mehr neutralisiert werden. Wir sollten uns in der Pandemie-Situation stringenter verhalten.“ Dennoch bleibt er optimistisch, was Mutationen betrifft: „Wir können mRNA-Impfstoffe schnell anpassen und auch die regulatorischen Voraussetzungen gut umsetzen, um ein Wettrennen zu bestreiten.“ Herausforderungen sieht er an anderer Stelle: „Wir haben 2009 bei der Schweinegrippe gesehen, wie wichtig eine offensive Risikokommunikation ist.“ Diese sei auch jetzt wichtig; Forscher müssten sagen, was sie nicht wüssten, und diese Ungewissheit eingestehen und aushalten.
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weiter 2 Impf-Dosen pro Patient Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2021-01-08 21:13 +0000
Re: weiter 2 Impf-Dosen pro Patient Ulrich Weise <ulrich.weise@t-online.de> - 2021-01-09 11:18 +0100
Re: weiter 2 Impf-Dosen pro Patient Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2021-01-09 11:31 +0100
Re: weiter 2 Impf-Dosen pro Patient "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2021-01-11 16:53 +0100
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