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KI-Spam und "clanker"

Started by"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org>
First post2025-11-06 07:46 +0100
Last post2025-11-07 16:48 +0100
Articles 11 — 6 participants

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Contents

  KI-Spam und "clanker" "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2025-11-06 07:46 +0100
    Re: KI-Spam und "clanker" Shinji Ikari <shinji@gmx.net> - 2025-11-06 08:48 +0100
    Re: KI-Spam und "clanker" Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2025-11-06 12:29 +0100
    Re: KI-Spam und "clanker" Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2025-11-06 15:02 +0100
      Re: KI-Spam und "clanker" Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2025-11-06 15:05 +0100
      Re: KI-Spam und "clanker" "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2025-11-06 18:06 +0100
        Re: KI-Spam und "clanker" Carla Schneider <carla_schn@proton.me> - 2025-11-07 01:19 +0100
          Re: KI-Spam und "clanker" Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2025-11-07 12:52 +0100
            Re: KI-Spam und "clanker" Carla Schneider <carla_schn@proton.me> - 2025-11-07 13:09 +0100
            Re: KI-Spam und "clanker" Carla Schneider <carla_schn@proton.me> - 2025-11-07 15:19 +0100
        Re: KI-Spam und "clanker" Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2025-11-07 16:48 +0100

#650147 — KI-Spam und "clanker"

From"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org>
Date2025-11-06 07:46 +0100
SubjectKI-Spam und "clanker"
Message-ID<10ehg85$vot$1@solani.org>
Netter Artikel, und den Begriff kann man sich schon mal vormerken. Wir 
haben hier leider wohl auch ein paar "Clanker"

Der KI-Spam nervt einfach nur noch, insbesondere auch KI-Videos.



https://www.sueddeutsche.de/medien/ki-ueberdruss-slop-kennzeichnung-li.3328551

=============================================


Überdruss mit KI-Web-Content: Voll und müde

5. November 2025, 15:55 Uhr
Die KI produziert am Fließband Texte, Bilder und Podcasts. Dass Inhalte 
menschengemacht sind, wird zum neuen Gütesiegel.


Von Michael Moorstedt

Penny Power spricht aufgeregt über Nebeneinkünfte, Claire Delish über 
raffinierte Kräutermixturen und Nigel Thistledown über einen akkuraten 
Heckenschnitt. Wer jetzt meint, diese Namen klingen wie ausgedacht, hat 
natürlich recht. Bei den drei Podcastmoderatoren handelt es sich um 
virtuelle Persönlichkeiten, zusammengestellt von einer künstlichen 
Intelligenz. Aber nicht nur die Hosts stammen aus dem Generator, sondern 
auch die Skripte, die Teasertexte und die Artworks.

Mit Tausenden KI-generierten Podcasts überflutet das Medien-Start-up 
Inception Point AI die gängigen Downloadportale. Zur Auswahl stehen 
Hunderte Shows, die von der Bewältigung von Midlife-Crisis und Menopause 
über Finanztipps und Gartenpflege bis hin zu Koch- und Mysteryshows so 
gut wie jede nur denkbare Interessensphäre abdecken. Durchstöbert man 
den Fundus, wirkt es fast, als käme die Auswahl der Themen direkt aus 
den Suchmaschinen-Trends zu aktuell gefragten Begriffen.

Künstliche Intelligenz

Die ratlose Spezies

KI werde uns lästige Aufgaben abnehmen, so lautete das Versprechen. 
Inzwischen aber lagern immer mehr Leute nicht nur das Denken, sondern 
auch Gefühle an Chat-GPT aus. Doch was bleibt vom Menschen, wenn die KI 
alles entscheidet?

Komplettiert werden die am KI-Fließband produzierten Podcasts, die im 
Schnitt eine Länge von 20 Minuten haben, von synthetischen Gastgebern 
und entsprechenden Websites. Produktionskosten pro Folge: weniger als 
ein US-Dollar. Mehrere Tausend Folgen kann Inception Point AI auf diese 
Weise wöchentlich herauspumpen. Ein Teil der produzierten Podcasts möge 
„chaotisch oder experimentell“ sein, heißt es auf dem Unternehmensblog, 
aber das gehöre nun mal „zur Innovation dazu“. Mehr als 400 verschiedene 
Podcast-Reihen hat Inception Point AI allein auf Apples Podcast-Portal 
veröffentlicht. Liest man dort die Selbstbeschreibung durch, wirkt alles 
schon wesentlich weniger selbstbewusst. Die KI-Nutzung wird schamvoll 
verschwiegen.

40 Prozent aller Beiträge auf Facebook sollen inzwischen KI-Spam sein

Das verspricht einen satten Return on Investment und bietet zugleich 
einen reichlich trostlosen Ausblick auf eine mögliche Zukunft unseres 
Medienkonsums: Belanglosigkeiten und Allgemeinplätze von der KI 
vorgelesen zu bekommen, unterlegt mit einem gefälligen, weil ebenfalls 
künstlich erzeugten Musikbett. Inception Point AI ist nicht das einzige 
Unternehmen, das auf diese Weise Geld verdienen will: Das 
Publishing-Start-up Spines will die Verlagswelt mit Tausenden 
KI-generierten Büchern jährlich beglücken, andere Firmen haben 
Youtube-Videos oder Lokalnachrichten als Ziel der Automatisierung 
auserkoren.

In Österreich startet auf Joyn „kudlmudl.ki“, die erste Satiresendung, 
die komplett durch KI generiert wird. Man sehnt sich schnell nach 
Menschlichkeit.

KI-Spam als Geschäftsmodell, das kannte man bislang eher von 
halbseidenen Social-Media-Accounts, die durch sogenannten Slop – also 
minderwertige und in Massen mit künstlicher Intelligenz erzeugte Inhalte 
– ihre Sichtbarkeit in die Höhe treiben wollen. Hochrechnungen zufolge 
sind inzwischen mehr als 40 Prozent aller Beiträge auf Facebook 
KI-generiert. Längst gehört zur Standardreaktion in einer hinlänglich 
lang genug laufenden User-Debatte, früher oder später den 
Gesprächspartner zu bezichtigen, seine Beiträge ohnehin nur generieren 
zu lassen.

„Die menschliche Note der Originalität in sämtlichen Inhalten ist heute 
ein seltenes und wertvolles Verkaufsargument“

All das führt zunehmend dazu, dass sich langsam eine gewisse 
Desillusionierung in den KI-Hype der vergangenen beiden Jahre 
einschreibt. „Die anfängliche Begeisterung für KI-Tools“, schreibt etwa 
die Unternehmensberatung Ernst & Young in einem Bericht, sei „einer 
zunehmenden Ermüdung gewichen, da automatisierte Inhalte digitale 
Plattformen mit vorhersehbaren und uninspirierten Texten überschwemmen. 
Unternehmen und Privatpersonen automatisieren ihre Kommunikation in 
großem Umfang, aber das Publikum sucht nach Authentizität und 
menschlichen Nuancen.“ Die gefühlte Ernüchterung lässt sich auch 
quantitativ belegen: Mehr als 50 Prozent der Befragten stehen laut einer 
Pew-Studie KI-Inhalten mittlerweile skeptisch bis ablehnend gegenüber. 
Das Technik-Magazin Wired schreibt bereits von einem „KI-Backlash“, die 
Harvard Business Review gibt zu bedenken, dass sogenannter Workslop – 
gedankenlos generierte E-Mails und Konzepte – die Produktivität eher 
mindere, als sie zu erhöhen. Es gibt sogar einen neuen Kampfbegriff: Das 
Wörtchen Clanker – Blechbüchse – dient im Netz-Sprech als abwertendes 
Synonym sowohl für die Technologie selbst als auch für jene, die ohne 
Hilfe von Chat-GPT scheinbar kaum noch einen klaren Gedanken formulieren 
können.

KI

Verlernt der Mensch das Denken?

Wer Google eine Frage stellt, erhält jetzt eine Chatbot-Antwort. Ob KI 
dazu führt, dass wir unsere Gehirne verkümmern lassen, untersucht der 
Medienphilosoph Roberto Simanowski in seinem Buch „Sprachmaschinen“. Mit 
frappierenden Ergebnissen.

Nicht alle wollen die Automatisierung von Sprache und Kultur einfach 
widerstandslos hinnehmen. Inzwischen gibt es Browser-Erweiterungen wie 
Is Generated, die versuchen, KI-Content automatisch zu blockieren. „Hol 
dir die Kontrolle zurück“ und „Mach das Netz zu einem besseren Ort“, 
schreiben die Programmierer. Auch die, wenn auch nischigen Suchmaschinen 
DuckDuckGo und Kagi haben vor kurzer Zeit eine neue Funktion eingeführt, 
die immerhin KI-generierte Bilder aus den Ergebnislisten ausblendet.

Online-Plattformen sind im Allgemeinen darauf ausgelegt, dass 
menschliche Nutzer dort so viel Zeit wie möglich verbringen. Das 
Versprechen synthetischer Medien besteht darin, dass sie bald über eine 
kostengünstige, reichlich vorhandene Ressource verfügen werden, die ihre 
Produkte attraktiver denn je macht. Immer häufiger jedoch scheint es 
ausgerechnet jener Überfluss zu sein, der das Nutzervertrauen in 
rasantem Tempo erodiert. Selbst große Tech-Konzerne scheinen zu merken, 
dass die Content-Flut nicht unbedingt nachhaltig ist.

Wie enttäuschend, wenn ein Produkt das Kaufinteresse weckt, es aber nur 
herbeihalluziniert und gar nicht echt ist

Zum Beispiel Pinterest. Die Wohlfühl-Bildsharing-Plattform diente vor 
dem KI-Tsunami mehr als 500 Millionen Nutzern als Moodboard für üppige 
Mahlzeiten, Kunst und Inneneinrichtung, zum Entdecken von Modetrends, 
Rezepten und Beautyprodukten sowie als schier endlose Liste von 
DIY-Projekten für das Zuhause und den Urlaub. Weil die Plattform vor 
allem als Kaufinspiration dient, führt das freilich zu einem 
Zielkonflikt, wenn die überwiegende Mehrheit der abgebildeten Produkte 
nicht erhältlich, sondern nur von einem KI-Modell herbeihalluziniert 
wurden. In der vergangenen Woche hat Pinterest nun eine Funktion 
eingeführt, die KI-Bilder blockiert. An anderer Stelle ist ausgerechnet 
Spotify zu nennen, in der Vergangenheit nicht unbedingt dafür bekannt, 
menschliche Kreativität besonders hoch zu würdigen. Allein im 
vergangenen Jahr habe man mehr als 75 Millionen Spam-Tracks entfernt, 
gab der Musikstreamingdienst an und verkündete in der vergangenen Woche 
zudem eine Kooperation mit den Major-Labels Sony, Universal und Warner 
an, um „verantwortungsbewusste“ KI-Produkte zu entwickeln, die das 
Urheberrecht von Künstlern respektierten.

Ein Umdenken im Umgang mit KI-Inhalten wünscht sich auch das 
US-Designkollektiv notbyai.fyi – und bietet konsequenterweise bereits 
eine Art Gütesiegel für menschengemachte Inhalte an. Aspiranten können 
eigene Projekte und Arbeiten einreichen, die anschließend auf Spuren von 
KI untersucht werden. „Die menschliche Note der Originalität in 
sämtlichen Inhalten ist heute ein seltenes und wertvolles 
Verkaufsargument“, schreiben die Macher, und laut eigenen Angaben prangt 
das Logo bereits auf 200 000 Webseiten.

Dass die Begutachtung bei notbyai.fyi wiederum von echten Menschen 
vorgenommen wird und mehrere Tage in Anspruch nimmt, verdeutlicht 
angesichts von weltweit 800 Millionen munter vor sich hin generierenden 
Chat-GPT-Nutzern die inzwischen herrschenden Kräfteverhältnisse. Wer hat 
nun recht? Die Puristen menschlicher Kreativität oder 
Inception-AI-Gründerin Jeanine Wright, die Kritiker als „faule 
Maschinenstürmer“ abkanzelt?

Vor nicht allzu langer Zeit wollten Agenturen, Start-ups und 
Privatpersonen mit ostentativer KI-Nutzung ihre Zukunftsfähigkeit 
beweisen. Vielleicht dauert es gar nicht mehr so lang, bis sie mit 
ebenso viel Stolz darauf verweisen werden, dass ihre Inhalte handgemacht 
sind.

-- 
Ammersee
Meer braucht's ned

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#650149

FromShinji Ikari <shinji@gmx.net>
Date2025-11-06 08:48 +0100
Message-ID<3ekogktf5md2h015m1qnk7kl3j0dhceadr@4ax.com>
In reply to#650147
Guten Tag

"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> schrieb

>Netter Artikel, und den Begriff kann man sich schon mal vormerken.


Tja, der erste Teil des Artikels erinnert ich mich an die immer
wiederkehrende Debatte, was passiert wenn man von gutwilligem
"Brauchen" zu eigennuetzigem "Missbrauchen" kommt.
Und da ist es egal ob es um KI, Social Media, Waffen, Arzneien oder
sonst etwas geht.

KI kann man bestimmt fuer sinnvolle und der Weltbevoelkerung helfende
Sachen brauchen.
Und dann gibt es Leute die diese Faehigkeiten fuer rein eigennuetzige
bzw. finanzielle oder so Zwecke missbrauchen.

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#650160

FromMichael Bode <m.g.bode@web.de>
Date2025-11-06 12:29 +0100
Message-ID<mn3f41FkmllU2@mid.individual.net>
In reply to#650147
"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> writes:

> Netter Artikel, und den Begriff kann man sich schon mal vormerken. Wir
> haben hier leider wohl auch ein paar "Clanker"
>
> Der KI-Spam nervt einfach nur noch, insbesondere auch KI-Videos.

Mein erster Gedanke, als ich von LLMs und KI-generierten Texten gehört
habe: gut für Marketing-Geschwafel und Politikerreden.

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#650175

FromWalter Brill <WalterBrill@t-online.de>
Date2025-11-06 15:02 +0100
Message-ID<mn3o2uFm01mU5@mid.individual.net>
In reply to#650147
Hallo,

Am 06.11.25 um 07:46 schrieb Dr. Joachim Neudert:
> Netter Artikel, und den Begriff kann man sich schon mal vormerken. Wir 
> haben hier leider wohl auch ein paar "Clanker"
> 
> Der KI-Spam nervt einfach nur noch, insbesondere auch KI-Videos.
> 
> 
> 
> https://www.sueddeutsche.de/medien/ki-ueberdruss-slop-kennzeichnung- 
> li.3328551
> 
> =============================================
> 
> 
> Überdruss mit KI-Web-Content: Voll und müde
> 
> 5. November 2025, 15:55 Uhr
> Die KI produziert am Fließband Texte, Bilder und Podcasts. Dass Inhalte 
> menschengemacht sind, wird zum neuen Gütesiegel.
> 
> 
> Von Michael Moorstedt
> 
> Penny Power spricht aufgeregt über Nebeneinkünfte, Claire Delish über 
> raffinierte Kräutermixturen und Nigel Thistledown über einen akkuraten 
> Heckenschnitt. Wer jetzt meint, diese Namen klingen wie ausgedacht, hat 
> natürlich recht. Bei den drei Podcastmoderatoren handelt es sich um 
> virtuelle Persönlichkeiten, zusammengestellt von einer künstlichen 
> Intelligenz. Aber nicht nur die Hosts stammen aus dem Generator, sondern 
> auch die Skripte, die Teasertexte und die Artworks.
> 
> Mit Tausenden KI-generierten Podcasts überflutet das Medien-Start-up 
> Inception Point AI die gängigen Downloadportale. Zur Auswahl stehen 
> Hunderte Shows, die von der Bewältigung von Midlife-Crisis und Menopause 
> über Finanztipps und Gartenpflege bis hin zu Koch- und Mysteryshows so 
> gut wie jede nur denkbare Interessensphäre abdecken. Durchstöbert man 
> den Fundus, wirkt es fast, als käme die Auswahl der Themen direkt aus 
> den Suchmaschinen-Trends zu aktuell gefragten Begriffen.
> 
> Künstliche Intelligenz
> 
> Die ratlose Spezies
> 
> KI werde uns lästige Aufgaben abnehmen, so lautete das Versprechen. 
> Inzwischen aber lagern immer mehr Leute nicht nur das Denken, sondern 
> auch Gefühle an Chat-GPT aus. Doch was bleibt vom Menschen, wenn die KI 
> alles entscheidet?
> 
> Komplettiert werden die am KI-Fließband produzierten Podcasts, die im 
> Schnitt eine Länge von 20 Minuten haben, von synthetischen Gastgebern 
> und entsprechenden Websites. Produktionskosten pro Folge: weniger als 
> ein US-Dollar. Mehrere Tausend Folgen kann Inception Point AI auf diese 
> Weise wöchentlich herauspumpen. Ein Teil der produzierten Podcasts möge 
> „chaotisch oder experimentell“ sein, heißt es auf dem Unternehmensblog, 
> aber das gehöre nun mal „zur Innovation dazu“. Mehr als 400 verschiedene 
> Podcast-Reihen hat Inception Point AI allein auf Apples Podcast-Portal 
> veröffentlicht. Liest man dort die Selbstbeschreibung durch, wirkt alles 
> schon wesentlich weniger selbstbewusst. Die KI-Nutzung wird schamvoll 
> verschwiegen.
> 
> 40 Prozent aller Beiträge auf Facebook sollen inzwischen KI-Spam sein
> 
> Das verspricht einen satten Return on Investment und bietet zugleich 
> einen reichlich trostlosen Ausblick auf eine mögliche Zukunft unseres 
> Medienkonsums: Belanglosigkeiten und Allgemeinplätze von der KI 
> vorgelesen zu bekommen, unterlegt mit einem gefälligen, weil ebenfalls 
> künstlich erzeugten Musikbett. Inception Point AI ist nicht das einzige 
> Unternehmen, das auf diese Weise Geld verdienen will: Das Publishing- 
> Start-up Spines will die Verlagswelt mit Tausenden KI-generierten 
> Büchern jährlich beglücken, andere Firmen haben Youtube-Videos oder 
> Lokalnachrichten als Ziel der Automatisierung auserkoren.
> 
> In Österreich startet auf Joyn „kudlmudl.ki“, die erste Satiresendung, 
> die komplett durch KI generiert wird. Man sehnt sich schnell nach 
> Menschlichkeit.
> 
> KI-Spam als Geschäftsmodell, das kannte man bislang eher von 
> halbseidenen Social-Media-Accounts, die durch sogenannten Slop – also 
> minderwertige und in Massen mit künstlicher Intelligenz erzeugte Inhalte 
> – ihre Sichtbarkeit in die Höhe treiben wollen. Hochrechnungen zufolge 
> sind inzwischen mehr als 40 Prozent aller Beiträge auf Facebook KI- 
> generiert. Längst gehört zur Standardreaktion in einer hinlänglich lang 
> genug laufenden User-Debatte, früher oder später den Gesprächspartner zu 
> bezichtigen, seine Beiträge ohnehin nur generieren zu lassen.
> 
> „Die menschliche Note der Originalität in sämtlichen Inhalten ist heute 
> ein seltenes und wertvolles Verkaufsargument“
> 
> All das führt zunehmend dazu, dass sich langsam eine gewisse 
> Desillusionierung in den KI-Hype der vergangenen beiden Jahre 
> einschreibt. „Die anfängliche Begeisterung für KI-Tools“, schreibt etwa 
> die Unternehmensberatung Ernst & Young in einem Bericht, sei „einer 
> zunehmenden Ermüdung gewichen, da automatisierte Inhalte digitale 
> Plattformen mit vorhersehbaren und uninspirierten Texten überschwemmen. 
> Unternehmen und Privatpersonen automatisieren ihre Kommunikation in 
> großem Umfang, aber das Publikum sucht nach Authentizität und 
> menschlichen Nuancen.“ Die gefühlte Ernüchterung lässt sich auch 
> quantitativ belegen: Mehr als 50 Prozent der Befragten stehen laut einer 
> Pew-Studie KI-Inhalten mittlerweile skeptisch bis ablehnend gegenüber. 
> Das Technik-Magazin Wired schreibt bereits von einem „KI-Backlash“, die 
> Harvard Business Review gibt zu bedenken, dass sogenannter Workslop – 
> gedankenlos generierte E-Mails und Konzepte – die Produktivität eher 
> mindere, als sie zu erhöhen. Es gibt sogar einen neuen Kampfbegriff: Das 
> Wörtchen Clanker – Blechbüchse – dient im Netz-Sprech als abwertendes 
> Synonym sowohl für die Technologie selbst als auch für jene, die ohne 
> Hilfe von Chat-GPT scheinbar kaum noch einen klaren Gedanken formulieren 
> können.
> 
> KI
> 
> Verlernt der Mensch das Denken?
> 
> Wer Google eine Frage stellt, erhält jetzt eine Chatbot-Antwort. Ob KI 
> dazu führt, dass wir unsere Gehirne verkümmern lassen, untersucht der 
> Medienphilosoph Roberto Simanowski in seinem Buch „Sprachmaschinen“. Mit 
> frappierenden Ergebnissen.
> 
> Nicht alle wollen die Automatisierung von Sprache und Kultur einfach 
> widerstandslos hinnehmen. Inzwischen gibt es Browser-Erweiterungen wie 
> Is Generated, die versuchen, KI-Content automatisch zu blockieren. „Hol 
> dir die Kontrolle zurück“ und „Mach das Netz zu einem besseren Ort“, 
> schreiben die Programmierer. Auch die, wenn auch nischigen Suchmaschinen 
> DuckDuckGo und Kagi haben vor kurzer Zeit eine neue Funktion eingeführt, 
> die immerhin KI-generierte Bilder aus den Ergebnislisten ausblendet.
> 
> Online-Plattformen sind im Allgemeinen darauf ausgelegt, dass 
> menschliche Nutzer dort so viel Zeit wie möglich verbringen. Das 
> Versprechen synthetischer Medien besteht darin, dass sie bald über eine 
> kostengünstige, reichlich vorhandene Ressource verfügen werden, die ihre 
> Produkte attraktiver denn je macht. Immer häufiger jedoch scheint es 
> ausgerechnet jener Überfluss zu sein, der das Nutzervertrauen in 
> rasantem Tempo erodiert. Selbst große Tech-Konzerne scheinen zu merken, 
> dass die Content-Flut nicht unbedingt nachhaltig ist.
> 
> Wie enttäuschend, wenn ein Produkt das Kaufinteresse weckt, es aber nur 
> herbeihalluziniert und gar nicht echt ist
> 
> Zum Beispiel Pinterest. Die Wohlfühl-Bildsharing-Plattform diente vor 
> dem KI-Tsunami mehr als 500 Millionen Nutzern als Moodboard für üppige 
> Mahlzeiten, Kunst und Inneneinrichtung, zum Entdecken von Modetrends, 
> Rezepten und Beautyprodukten sowie als schier endlose Liste von DIY- 
> Projekten für das Zuhause und den Urlaub. Weil die Plattform vor allem 
> als Kaufinspiration dient, führt das freilich zu einem Zielkonflikt, 
> wenn die überwiegende Mehrheit der abgebildeten Produkte nicht 
> erhältlich, sondern nur von einem KI-Modell herbeihalluziniert wurden. 
> In der vergangenen Woche hat Pinterest nun eine Funktion eingeführt, die 
> KI-Bilder blockiert. An anderer Stelle ist ausgerechnet Spotify zu 
> nennen, in der Vergangenheit nicht unbedingt dafür bekannt, menschliche 
> Kreativität besonders hoch zu würdigen. Allein im vergangenen Jahr habe 
> man mehr als 75 Millionen Spam-Tracks entfernt, gab der 
> Musikstreamingdienst an und verkündete in der vergangenen Woche zudem 
> eine Kooperation mit den Major-Labels Sony, Universal und Warner an, um 
> „verantwortungsbewusste“ KI-Produkte zu entwickeln, die das Urheberrecht 
> von Künstlern respektierten.
> 
> Ein Umdenken im Umgang mit KI-Inhalten wünscht sich auch das US- 
> Designkollektiv notbyai.fyi – und bietet konsequenterweise bereits eine 
> Art Gütesiegel für menschengemachte Inhalte an. Aspiranten können eigene 
> Projekte und Arbeiten einreichen, die anschließend auf Spuren von KI 
> untersucht werden. „Die menschliche Note der Originalität in sämtlichen 
> Inhalten ist heute ein seltenes und wertvolles Verkaufsargument“, 
> schreiben die Macher, und laut eigenen Angaben prangt das Logo bereits 
> auf 200 000 Webseiten.
> 
> Dass die Begutachtung bei notbyai.fyi wiederum von echten Menschen 
> vorgenommen wird und mehrere Tage in Anspruch nimmt, verdeutlicht 
> angesichts von weltweit 800 Millionen munter vor sich hin generierenden 
> Chat-GPT-Nutzern die inzwischen herrschenden Kräfteverhältnisse. Wer hat 
> nun recht? Die Puristen menschlicher Kreativität oder Inception-AI- 
> Gründerin Jeanine Wright, die Kritiker als „faule Maschinenstürmer“ 
> abkanzelt?
> 
> Vor nicht allzu langer Zeit wollten Agenturen, Start-ups und 
> Privatpersonen mit ostentativer KI-Nutzung ihre Zukunftsfähigkeit 
> beweisen. Vielleicht dauert es gar nicht mehr so lang, bis sie mit 
> ebenso viel Stolz darauf verweisen werden, dass ihre Inhalte handgemacht 
> sind.


Mit ein wenig Nachdenken konntest Du das alles vorhersehen, aber nein... ;-)

Ciao
Walter

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#650176

FromWalter Brill <WalterBrill@t-online.de>
Date2025-11-06 15:05 +0100
Message-ID<mn3o8jFm01mU6@mid.individual.net>
In reply to#650175
Ingrid meint:

Am 06.11.25 um 15:02 schrieb Walter Brill:
> Hallo,
> 
> Am 06.11.25 um 07:46 schrieb Dr. Joachim Neudert:
>> Netter Artikel, und den Begriff kann man sich schon mal vormerken. Wir 
>> haben hier leider wohl auch ein paar "Clanker"
>>
>> Der KI-Spam nervt einfach nur noch, insbesondere auch KI-Videos.
>>
>>
>>
>> https://www.sueddeutsche.de/medien/ki-ueberdruss-slop-kennzeichnung- 
>> li.3328551
>>
>> =============================================
>>
>>
>> Überdruss mit KI-Web-Content: Voll und müde
..
..
> 
> Mit ein wenig Nachdenken konntest Du das alles vorhersehen, aber 
> nein... ;-)

Und:
Uns ist dadurch auch ein wertvolles "Gruppenmitglied" abhanden gekommen 
<grinz>

Ciao
Walter

[toc] | [prev] | [next] | [standalone]


#650186

From"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org>
Date2025-11-06 18:06 +0100
Message-ID<10eikho$1l8k$2@solani.org>
In reply to#650175
Am 06.11.25 um 15:02 schrieb Walter Brill:
>>
>> Vor nicht allzu langer Zeit wollten Agenturen, Start-ups und 
>> Privatpersonen mit ostentativer KI-Nutzung ihre Zukunftsfähigkeit 
>> beweisen. Vielleicht dauert es gar nicht mehr so lang, bis sie mit 
>> ebenso viel Stolz darauf verweisen werden, dass ihre Inhalte 
>> handgemacht sind.
> 
> 
> Mit ein wenig Nachdenken konntest Du das alles vorhersehen, aber nein... 😉
> 
> Ciao
> Walter


Ich bin doch hier derjenige, der von Anbeginn an vor KI warnt.
Die Evolution der KI ist für die Menschheit weit gefährlicher als 1,5° 
oder 3° Erwärmung.

-- 
Ammersee
Meer braucht's ned

[toc] | [prev] | [next] | [standalone]


#650194

FromCarla Schneider <carla_schn@proton.me>
Date2025-11-07 01:19 +0100
Message-ID<690D3B02.194D550E@proton.me>
In reply to#650186
"Dr. Joachim Neudert" wrote:
> 
> Am 06.11.25 um 15:02 schrieb Walter Brill:
> >>
> >> Vor nicht allzu langer Zeit wollten Agenturen, Start-ups und
> >> Privatpersonen mit ostentativer KI-Nutzung ihre Zukunftsfähigkeit
> >> beweisen. Vielleicht dauert es gar nicht mehr so lang, bis sie mit
> >> ebenso viel Stolz darauf verweisen werden, dass ihre Inhalte
> >> handgemacht sind.
> >
> >
> > Mit ein wenig Nachdenken konntest Du das alles vorhersehen, aber nein... ð???
> >
> > Ciao
> > Walter
> 
> Ich bin doch hier derjenige, der von Anbeginn an vor KI warnt.
> Die Evolution der KI ist für die Menschheit weit gefährlicher als 1,5°
> oder 3° Erwärmung.

Keine KI kann aber toedlich sein... 
Ich kenne einen Fall da musste jemand sterben weil die Aerzte
in Krankenhaus auf dem Roentgenbild die Tuberkulose fuer Lungenkrebs 
hielten, und die Granulome fuer Metastasen - 
Behandlungsvorschlag: Palliativ chemotherapie. 
Dazu kam es aber nicht mehr, die Tuberkulose war schneller.
Die Obduktion mussten die Angehoerigen beantragen, ansonsten waere der 
Fehler gar nicht entdeckt worden.
Ich schaetze mal dass sowas heute nicht mehr passieren würde 
- das war erst vor 7 Jahren in Deutshland.

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#650219

FromHermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de>
Date2025-11-07 12:52 +0100
Message-ID<mn64sjF3veeU1@mid.individual.net>
In reply to#650194
Am 07.11.25 um 01:19 schrieb Carla Schneider:

> Keine KI kann aber toedlich sein...

Da war doch der fFall wo ein KI gesteuertes Fahrzeug
unter einem Lkw fuhr, weil sie den Lkw mit einer Brücke verwechselt hat.

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#650222

FromCarla Schneider <carla_schn@proton.me>
Date2025-11-07 13:09 +0100
Message-ID<690DE164.E107BFB1@proton.me>
In reply to#650219
Hermann Riemann wrote:
> 
> Am 07.11.25 um 01:19 schrieb Carla Schneider:
> 
> > Keine KI kann aber toedlich sein...
> 
> Da war doch der fFall wo ein KI gesteuertes Fahrzeug
> unter einem Lkw fuhr, weil sie den Lkw mit einer Brücke verwechselt hat.

Das war autonomes Fahren, nicht K.I.

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#650230

FromCarla Schneider <carla_schn@proton.me>
Date2025-11-07 15:19 +0100
Message-ID<690DFFEA.538EAABC@proton.me>
In reply to#650219
Hermann Riemann wrote:
> 
> Am 07.11.25 um 01:19 schrieb Carla Schneider:
> 
> > Keine KI kann aber toedlich sein...
> 
> Da war doch der fFall wo ein KI gesteuertes Fahrzeug
> unter einem Lkw fuhr, weil sie den Lkw mit einer Brücke verwechselt hat.

Ich meinte KI nicht zu verwenden kann aber toedlich sein.

Mit LIDAR oder RADAR haette das Hindernis trotzdem erkannt werden muessen,
Autonome Autos verlassen sich normalerweise nicht nur auf Kameras.

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#650234

FromHermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de>
Date2025-11-07 16:48 +0100
Message-ID<mn6imqF69miU1@mid.individual.net>
In reply to#650186
Am 06.11.25 um 18:06 schrieb Dr. Joachim Neudert:

> Die Evolution der KI ist für die Menschheit weit gefährlicher als 1,5° 
> oder 3° Erwärmung.

Momentan sieht es eher nach 5° oder 9° zu Deinen Lebzeiten aus.
Wenn wegen schnellen Klimawandel die Gräser ( Getreide und Reis )
nicht mithalten, könnten 6 Mrd Menschen verhungern.

( Das 1? Mrd wegen Anstieg des Meeresspiegels
   in Kombination mit Mangel an Bausand ist da vielleicht nicht
   so interessant. )

Wenn die Herrscher auf die Planeten ( Xi Putin Trump Modi )
nach ihrer Beseitigung durch ehrgeizige Untertanen
durch KI-Simulationen ersetzt werden,
und es da zwischen diesen Paladinen zu Machtkämpfen kommt..

-- 
<http://www.hermann-riemann.de> bzw.:
<https://www.hermann-riemann.eu/de>

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