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Beschneidung - wann tut der GesetzGeber endlich etwas?

Started byHerwig <herwig.huener@t-online.de>
First post2022-05-21 02:46 -0700
Last post2022-05-22 15:35 -0400
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  Beschneidung - wann tut der GesetzGeber endlich etwas? Herwig <herwig.huener@t-online.de> - 2022-05-21 02:46 -0700
    Re: Beschneidung - wann tut der GesetzGeber endlich etwas? Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2022-05-21 11:56 +0200
      Re: Beschneidung - wann tut der GesetzGeber endlich etwas? Herwig <herwig.huener@t-online.de> - 2022-05-22 14:15 -0700
    Re: Beschneidung - wann tut der GesetzGeber endlich etwas? Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2022-05-21 12:01 +0200
    Re: Beschneidung - wann tut der GesetzGeber endlich etwas? Thomas Hochstein <thh@thh.name> - 2022-05-21 12:29 +0200
      Re: Beschneidung - wann tut der GesetzGeber endlich etwas? Andreas Bockelmann <xotzil@gmx.de> - 2022-05-21 14:41 +0200
        Re: Beschneidung - wann tut der GesetzGeber endlich etwas? Herwig <herwig.huener@t-online.de> - 2022-05-22 14:22 -0700
    Re: Beschneidung - wann tut der GesetzGeber endlich etwas? Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2022-05-21 14:57 +0200
      Re: Beschneidung - wann tut der GesetzGeber endlich etwas? Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2022-05-21 15:50 +0200
        Re: Beschneidung - wann tut der GesetzGeber endlich etwas? Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2022-05-22 12:54 +0200
        Re: Beschneidung - wann tut der GesetzGeber endlich etwas? Herwig <herwig.huener@t-online.de> - 2022-05-22 14:23 -0700
      Re: Beschneidung - wann tut der GesetzGeber endlich etwas? Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2022-05-21 17:29 +0200
      Re: Beschneidung - wann tut der GesetzGeber endlich etwas? Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2022-05-22 13:15 +0200
    Re: Beschneidung - wann tut der GesetzGeber endlich etwas? Gerrit Heitsch <gerrit@laosinh.s.bawue.de> - 2022-05-21 18:48 +0200
    Re: Beschneidung - wann tut der GesetzGeber endlich etwas? Gerhard Hoffmann <dk4xp@arcor.de> - 2022-05-21 21:23 +0200
    Re: Beschneidung - wann tut der GesetzGeber endlich etwas? Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2022-05-22 13:38 +0200
      Re: Beschneidung - wann tut der GesetzGeber endlich etwas? Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2022-05-22 15:35 -0400

#555466 — Beschneidung - wann tut der GesetzGeber endlich etwas?

FromHerwig <herwig.huener@t-online.de>
Date2022-05-21 02:46 -0700
SubjectBeschneidung - wann tut der GesetzGeber endlich etwas?
Message-ID<61b1de2f-f2ab-410f-a174-7b52468c61cen@googlegroups.com>
2022-05-21 11:47:00 +0200

Da gibt es von Philip Möller das Buch

   Gottlos glücklich
   Warum wir ohne Religion besser dran wären

viel autobiographisches, eine präzise Einkreisung
des Themas ist das Ganze eher nicht - aber
Position wird schon bezogen, nicht nur im
BuchTitel. Und stellenweise kocht bei so einem
Thema einem die Galle hoch.

Da ist zum Beispiel ein Bericht über eine
"RedaktionsKonferenz" einer Iniative zur Bekämpfung
der Beschneidung bei Säuglingen. Daber werden
alle möglichen Argumente und GegenArgumente,
die da kommen könnten, abgeklopft. Eines der
Argumente der GegenSeite:

"Bei den Juden ist die Beschneidung doch Teil
ihrer Kultur/Religion - habt ihr denn gar keine
Angst, dass euch Antisemitismus vorgeworfen
wird?"

Ich habe hier schon in anderen Kontexten
erwähnt, dass ich zunehmend leichter mit dem
VorWurf "Antisemit" umgehen kann. Dabei kenne
ich persönlich gar keine Juden, im Gegensatz zu
PassivRauchern, HundeBesitzern und Zeugen
Jehovas - eine DirektBefeuerung der Antipathie
gibt es gar nicht.

Trotzdem stelle ich hier öffentlich fest: Die
Beschneidung von Babies ohne medizinische
Indikation ist ethisch dem KindesMissbrauch
gleichzustellen. Auch, wenn das nicht der
wahre rechtsstaatliche Geist ist: Die Römer
hatten da ein StrafInstrument, das ich für
angemessen hielte - ein Instrument, das
zusätzlich noch KohlenStoff dem Kreislauf
entzieht, weil Konstruktionen aus senkrechten
und waagerechten Balken lange in der
Landschaft stehen.

Das o.a. Buch diszipliniert durchzulesen fällt
mir schwer - ich besitze gar nicht so viele
StahlNägel, wie ich dann kauen möchte.

Ich denke, wenn wir das aufsummieren, was
Religionen im Laufe der Geschichte angerichtet
haben, dann kann man daraus schon eine ethische
Forderung ableiten, Religionen mit etwas mehr
Nachdruck in die Schranken zu verweisen. Das
ist ein viel grösseres und langfristigeres Thema
als der UkraineKrieg.

Herwig

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#555471

FromHermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de>
Date2022-05-21 11:56 +0200
Message-ID<jerr9hFaj7nU1@mid.individual.net>
In reply to#555466
Am 21.05.22 um 11:46 schrieb Herwig:

> "Bei den Juden ist die Beschneidung doch Teil
> ihrer Kultur/Religion - habt ihr denn gar keine
> Angst, dass euch Antisemitismus vorgeworfen
> wird?"

Also wenn Du nach Abneigung gegen einen Teil der Juden suchst:
Orthodoxe Juden sollen im Mittel 6 Kinder haben.

Hermann
    fragend, wohin damit,
    wenn das auf die Dauer so weiter geht?

-- 
http://www.hermann-riemann.de

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#555637

FromHerwig <herwig.huener@t-online.de>
Date2022-05-22 14:15 -0700
Message-ID<e1232b11-81d4-4342-a5db-edcf48122a54n@googlegroups.com>
In reply to#555471
2022-05-22 23:15:00 +0200

> ...

> Also wenn Du nach Abneigung gegen einen Teil der Juden suchst: 
> Orthodoxe Juden sollen im Mittel 6 Kinder haben. 

Steht das in der Tora? Das Auffinden und die
Angabe von Quellen ist manchmal ein Problem.

Habe ich es nicht schon öfter gesagt: "Kinderkriegen
ist KriegsVorbereitung". Ist das schon AntiSemitismuns?

Dann soll es so sein.

Herwig

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#555473

FromLars Gebauer <lgebauer@live.de>
Date2022-05-21 12:01 +0200
Message-ID<t6ad5b$mgr$1@dont-email.me>
In reply to#555466
Am 21.05.2022 um 11:46 schrieb Herwig:
> Ich habe hier schon in anderen Kontexten
> erwähnt, dass ich zunehmend leichter mit dem
> VorWurf "Antisemit" umgehen kann. Dabei kenne
> ich persönlich gar keine Juden, im Gegensatz zu
> PassivRauchern, HundeBesitzern und Zeugen
> Jehovas - eine DirektBefeuerung der Antipathie
> gibt es gar nicht.

Das ist ein fast schon kennzeichnendes Merkmal sehr vieler Antisemiten: 
Die kennen gar keine Juden persönlich. Antisemitismus speist sich fast 
ausschließlich über Gerüchte, Erzählungen etc. - nicht durch 
persönlichen Kontakt.
-- 
Primo Levi: „Monsters exist, but they are too few in number to be truly 
dangerous. More dangerous are the common men, the functionaries ready to 
believe and to act without asking questions.“

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#555480

FromThomas Hochstein <thh@thh.name>
Date2022-05-21 12:29 +0200
Message-ID<gc.20220521122952.883@scatha.ancalagon.de>
In reply to#555466
Herwig schrieb:

> Subject: Beschneidung - wann tut der GesetzGeber endlich etwas?

Das hat er mit dem Gesetz vom 20.12.2012 (BGBl. I S. 2749) bereits getan.

> Trotzdem stelle ich hier öffentlich fest: Die
> Beschneidung von Babies ohne medizinische
> Indikation ist ethisch dem KindesMissbrauch
> gleichzustellen.

Du triffst keine Feststellung, sondern äußerst eine Meinung.

Meine Meinung, dass Deine Beiträge hier nahezu ausschließlich
überflüssiger Dummschwatz sind, ist ja gleichfalls keine Feststellung
einer Tatsache.

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#555489

FromAndreas Bockelmann <xotzil@gmx.de>
Date2022-05-21 14:41 +0200
Message-ID<t6atng.968.1@wxp-nb-pm.local>
In reply to#555480
Thomas Hochstein schrieb:
> Herwig schrieb:

> Meine Meinung, dass Deine Beiträge hier nahezu ausschließlich
> überflüssiger Dummschwatz sind, ist ja gleichfalls keine Feststellung
> einer Tatsache.
> 

Dennoch tippe ich persönlich auf eine Mehrheitsfähigkeit.

-- 
  Mit freundlichen Grüßen
    Andreas Bockelmann

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#555639

FromHerwig <herwig.huener@t-online.de>
Date2022-05-22 14:22 -0700
Message-ID<ae2371f5-35df-4561-959c-7516e7000a24n@googlegroups.com>
In reply to#555489
2022-05-22 23:22:21 +0200

> ...

> Dennoch tippe ich persönlich auf eine Mehrheitsfähigkeit.

Was herauszufinden ja eine der Intentionen ist. Die andere
Intention ist, niemals im Usenet zu langweilen. GegenWind
vermeiden - das kann ja jeder.

Herwig

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#555492

FromLars Gebauer <lgebauer@live.de>
Date2022-05-21 14:57 +0200
Message-ID<t6anjj$qvt$1@dont-email.me>
In reply to#555466
Am 21.05.2022 um 12:44 schrieb Heiko Rost:
> Herwig schrieb:
>> Ich denke, wenn wir das aufsummieren, was
>> Religionen im Laufe der Geschichte angerichtet
>> haben, dann kann man daraus schon eine ethische
>> Forderung ableiten, Religionen mit etwas mehr
>> Nachdruck in die Schranken zu verweisen.
> 
> Der Meinung war ich auch einmal, habe diese aber revidiert: Die Menschen
> hätten irgendeinen anderen Grund gefunden, sich gegenseitig die Köpfe
> einzuschlagen.

Das ist der alles entscheidende Punkt: Nicht Religionen haben 
irgendetwas "angerichtet" (wie sollten sie auch?) sondern es waren immer 
noch deren Protagonisten. Also Menschen wie Du und ich. Und Herwig.

Es ist aber ein typisches "Argument" der Vulgäratheisten, die sich 
selbst irgendwie für "immun" halten, in Religiösen aber "schwache 
Geschöpfe" sehen. Grotesk.


-- 
Primo Levi: „Monsters exist, but they are too few in number to be truly 
dangerous. More dangerous are the common men, the functionaries ready to 
believe and to act without asking questions.“

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#555497

FromLars Gebauer <lgebauer@live.de>
Date2022-05-21 15:50 +0200
Message-ID<t6aqna$gc3$1@dont-email.me>
In reply to#555492
Am 21.05.2022 um 15:38 schrieb Hermann Riemann:
> Am 21.05.22 um 14:57 schrieb Lars Gebauer:
>>> Der Meinung war ich auch einmal, habe diese aber revidiert: Die Menschen
>>> hätten irgendeinen anderen Grund gefunden, sich gegenseitig die Köpfe
>>> einzuschlagen.
> 
>> Das ist der alles entscheidende Punkt: Nicht Religionen haben 
>> irgendetwas "angerichtet" (wie sollten sie auch?) sondern es waren 
>> immer noch deren Protagonisten.
> 
> U.a. Religionen können Brandbeschleuniger sein.

Sie können dazu *benutzt* werden. Von *Menschen*, übrigens.

Es ist analog zur altbekannten Wahrheit "Waffen töten keine Menschen. 
Menschen töten Menschen."

-- 
Primo Levi: „Monsters exist, but they are too few in number to be truly 
dangerous. More dangerous are the common men, the functionaries ready to 
believe and to act without asking questions.“

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#555560

FromHermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de>
Date2022-05-22 12:54 +0200
Message-ID<jeuj2jFqdbaU1@mid.individual.net>
In reply to#555497
Am 21.05.22 um 15:50 schrieb Lars Gebauer:
> Es ist analog zur altbekannten Wahrheit "Waffen töten keine Menschen. 
> Menschen töten Menschen."

https://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article141711475/Amerika-hat-sich-an-erschossene-Kinder-gewoehnt.html

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#555640

FromHerwig <herwig.huener@t-online.de>
Date2022-05-22 14:23 -0700
Message-ID<0c0ad8ef-4c40-4588-b7e2-6418b87807adn@googlegroups.com>
In reply to#555497
2022-05-22 23:24:00 +0200

> ...

> Es ist analog zur altbekannten Wahrheit "Waffen töten keine Menschen. 
> Menschen töten Menschen."

Sehr gut!

Herwig

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#555501

FromLars Gebauer <lgebauer@live.de>
Date2022-05-21 17:29 +0200
Message-ID<t6b0ga$odb$1@dont-email.me>
In reply to#555492
Am 21.05.2022 um 16:32 schrieb Heiko Rost:
> Hermann Riemann schrieb:
>> z.B. mit einem passenden Hintergrund
>> die den Verstand behindert.
>> Religion ist Theorie bzw software.
> 
> Wahrscheinlich ist der menschliche Verstand gar nicht so gut, wie wir
> ihn einschätzen.

"Der menschliche Verstand ist das am gerechtesten verteilte Gut 
überhaupt. Ich habe jedenfalls noch nie jemanden getroffen der sich 
beschwert hat, daß er zu wenig davon abbekommen hätte."

> Es ist einfach, seine eigenen Ansichten zu irgendeinem
> Thema als gut und vernünftig einzustufen, während die Menschen in der
> Vergangenheit irgendwie ganz seltsam gedacht haben.

Sie waren eben Kinder ihrer Zeit - und genauso haben sie auch gedacht. 
So, wie wir eben Kinder unserer Zeit sind.

> Andererseits bin ich
> mir relativ sicher, daß die Menschen in ein paar tausend Jahren (falls
> es dann noch jemanden gibt, der sich mit der Vergangenheit beschäftigen
> kann), von uns so ähnlich denken.

Das braucht keine 1.000 Jahre. Schon in 2 oder 3 Generationen wird das 
so sein.

> In irgendeinem Film wurde das mal treffend auf den Punkt gebracht,
> sinngemäß: "Was haben Sie denn für altmodische Ansichten?! Wir leben
> nicht mehr im finsteren Mittelalter, sondern im 17. Jahrhundert."

Paßt doch. Die Mär vom "finsteren Mittelalter" ist im Grunde nur eine 
Propaganda-Erzählung der "Aufklärung".


-- 
Primo Levi: „Monsters exist, but they are too few in number to be truly 
dangerous. More dangerous are the common men, the functionaries ready to 
believe and to act without asking questions.“

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#555566

FromHermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de>
Date2022-05-22 13:15 +0200
Message-ID<jeukadFqk86U1@mid.individual.net>
In reply to#555492
Am 21.05.22 um 16:32 schrieb Heiko Rost:
> Hermann Riemann schrieb:
> 
>> Am 21.05.22 um 14:57 schrieb Lars Gebauer:
>>
>>> Das ist der alles entscheidende Punkt: Nicht Religionen haben
>>> irgendetwas "angerichtet" (wie sollten sie auch?) sondern es waren immer
>>> noch deren Protagonisten.
>>
>> U.a. Religionen können Brandbeschleuniger sein.
> 
> Ja, aber da ist kein Alleinstellungsmerkmal von Religionen, irgendein
> Grund findet sich immer. Man braucht für einen gewaltsamen Konflikt nur
> etwas, um einen passenden Unterschied zwischen "wir" und "andere" zu
> konstruieren: Mal ist es die Religion, dann vielleicht die Zivilisation,
> die man den Barbaren (natürlich nur zu ihrem Besten) einbläuen muß oder
> die Hautfarbe, die an sich schon Zweifel aufkommen läßt, ob das
> überhaupt Menschen sind.

Religion, gesellschaftliche Akzeptanz, Alkohol, und einiges anderes
enthemmen und befördern den Gebrauch von Waffen und Gewalt.


>> z.B. mit einem passenden Hintergrund
>> die den Verstand behindert.
>> Religion ist Theorie bzw software.
> 
> Wahrscheinlich ist der menschliche Verstand gar nicht so gut, wie wir
> ihn einschätzen.

Er ist unterschiedlich und oft nur bei Auseinandersetzungen aktiv.

> Es ist einfach, seine eigenen Ansichten zu irgendeinem
> Thema als gut und vernünftig einzustufen,

Geschieht das mit Überlegungen oder mit Vergleich von Vorlagen?

> während die Menschen in der
> Vergangenheit irgendwie ganz seltsam gedacht haben.

Vergangenheit?
https://www.gutefrage.net/frage/jeden-tag-neue-klamotten-anziehen

> Andererseits bin ich mir relativ sicher,
> daß die Menschen in ein paar tausend Jahren (falls
> es dann noch jemanden gibt, der sich mit der Vergangenheit beschäftigen
> kann), von uns so ähnlich denken.

Da muss kein Mensch sein.

Woran erkennt man nach 100 Millionen Jahren
dass Menschen auf der Erde gelebt haben?
Am Abfall, Klimawandel, ausgestorbene Lebensarten,

> In irgendeinem Film wurde das mal treffend auf den Punkt gebracht,
> sinngemäß: "Was haben Sie denn für altmodische Ansichten?! Wir leben
> nicht mehr im finsteren Mittelalter, sondern im 17. Jahrhundert."
Vielleicht denkt man mal so über
soziale Kontakte mit smartphone.

-- 
http://www.hermann-riemann.de

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#555510

FromGerrit Heitsch <gerrit@laosinh.s.bawue.de>
Date2022-05-21 18:48 +0200
Message-ID<t6b55h$fke$3@news.bawue.net>
In reply to#555466
On 5/21/22 12:57, Andreas Karrer wrote:
> 
> Zum Thema: Man muss klar unterscheiden zwischen Beschneidung beim Mann
> (Zirkumzision) und Klitorisentfernung. Letzteres ist klar eine
> Verstümmelung, darum geht es hier nicht.

Vooooorsicht... Bei der Beschneidung der Frau gibt es viele 
unterschiedliche Praktiken. Verboten sind zu Recht alle, aber einige 
sind von den Auswirkungen mit der Beschneidung beim Mann gleichzusetzen. 
Warum ist es also beim Mann noch erlaubt?

  Gerrit


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#555521

FromGerhard Hoffmann <dk4xp@arcor.de>
Date2022-05-21 21:23 +0200
Message-ID<t6be8e$r6gh$1@solani.org>
In reply to#555466
Am 21.05.22 um 21:15 schrieb Martin Gerdes:
....

*1, wenn das reicht.

Gerhard

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#555569

FromHermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de>
Date2022-05-22 13:38 +0200
Message-ID<jeull6FqslkU1@mid.individual.net>
In reply to#555466
Am 21.05.22 um 18:25 schrieb Andreas Karrer:
> * Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de>:
>> Am 21.05.22 um 12:57 schrieb Andreas Karrer:
>>
>>> Wissenschaftler sollte dagegen so gescheit sein, dass er weiss, dass er
>>> nichts weiss; von seinem eigenen Fachgebiet und von anderen.
>> Was soll "weiss" sein.
>> Absolut sicheres Wissen?
>>
>> Wenn "er weiss, dass er nichts weiss"
>> dann wäre das logisch ein Widerspruch,
>> weil das "nichts wissen" ein Wissen ist.
> 
> Boah, du bist da etwas ganz Grossem auf der Spur. Da denken die Leute
> seit zweitausend Jahren über den Satz "Ich weiss, dass ich nichts
> weiss" nach, und endlich kommt im Jahr 2022 einer, der herausfindet:
> Da ist ja ein Widerspruch!


https://apanat.wordpress.com/2015/03/17/ich-weis-dass-ich-nichts-weis-der-satz-stammt-weder-von-sokrates-noch-von-plato/

hinter
c)

>> Ein Naturwissenschaftler sollte annehmen,
>> das seine Kenntnisse denen der Realität entsprechen
>> Bei Geisterwissenschaften reichen virtuelle Realitäten wie z.B. Jenseits
> 
> Ist das r Absicht oder Tippfehler?

Absicht.

Hermann
    nicht an die Erschaffung vom Mathematik
    durch ein Phantasiewesen glaubend.
    Und bei Eindrücken von Wunder nach Fehler suchend.

-- 
http://www.hermann-riemann.de

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#555623

FromFidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de>
Date2022-05-22 15:35 -0400
Message-ID<t6e3au$9uc$1@dont-email.me>
In reply to#555569
Salve allerseits,

Hermann Riemann schrieb:
>
> nicht an die Erschaffung vom Mathematik durch ein Phantasiewesen glaubend.
>
+--- <hier abknabbern> ---
| Auf wie viele Arten kann man die Ebene mit einem regelmäßigen Muster von
| Fliesen auslegen? Daß die Zahl der Möglichkeiten unendlich ist, zeigt
| nicht nur ein Besuch im Sanitärgroßmarkt, sondern auch ein Blick auf die
| Werke des holländischen Graphikers M.C. Escher: "Fliesen" in Form von
| Reptilien, Vögeln, Menschen und Phantasiewesen aller Art bedecken
| lückenlos das Zeichenblatt, unentwirrbar ineinander verschlungen und
| doch dasselbe Muster mit mathematischer Präzision unausgesetzt
| wiederholend.
|
| Einen vollständigen Katalog aller periodischen Pflasterungen der Ebene
| (so der mathematische Terminus) zusammenzustellen, ist also
| offensichtlich unmöglich. Bielefelder Mathematiker haben jedoch ein
| graphisches Computerprogramm entwickelt, mit dem sich prinzipiell alle
| diese Pflasterungen erzeugen lassen – vom simplen Schachbrettmuster aus
| quadratischen Sanitärkacheln bis zu den Phantasiewelten von Escher und
| den maurischen Ornamenten der Alhambra. "RepTiles" heißt das Programm
| von Daniel Huson und Olaf Delgado, einerseits die Abkürzung für
| repeating tiles (sich wiederholende Fliesen), andererseits eine Reverenz
| an die Eidechsen des holländischen Meisters.
|
| Das Problem der Pflasterungen klingt einfach, hat es aber in sich. So
| entdeckte zum Beispiel vor zwanzig Jahren der englische Physiker und
| Mathematiker Roger Penrose, daß es Paare von rhombenförmigen
| Mosaiksteinchen gibt, mit denen sich die Ebene zwar hübsch verfliesen
| läßt, aber niemals auf periodische Art und Weise (es gibt keine
| Verschiebung, Drehung oder Spiegelung der Ebene, die das Muster mit sich
| selbst zur Deckung bringt). Aber auch die periodischen Muster sind erst
| in den letzten Jahren vollständig klassifiziert worden.
|
| Klassifizieren heißt nicht, alle möglichen Ornamente aufzuzählen,
| sondern sie in Gruppen von äquivalenten Mustern einzuteilen. Stellen wir
| uns vor, ein Muster werde auf ein Gummituch gezeichnet. Dann sind alle
| anderen Muster zu diesem äquivalent, die sich (theoretisch) durch Ziehen
| und Stauchen des Gummis aus dem ersten Muster erzeugen lassen und zudem
| noch dieselben Symmetrien besitzen. Eschers Reptilien zum Beispiel
| lassen sich durch die Verzerrung eines gewöhnlichen Bienenwabenmusters
| aus Sechsecken gewinnen.
|
| Sind als Fliesen nur regelmäßige Vielecke zugelassen, dann ist die Zahl
| der Muster sehr beschränkt: Neben den sogenannten platonischen
| Pflasterungen aus lauter Dreiecken, Quadraten oder Sechsecken kannte
| schon Kepler die elf archimedischen Pflasterungen, in denen verschiedene
| regelmäßige Riesen miteinander kombiniert werden, nämlich Drei-, Vier-,
| Acht-, und Zwölfecke. Mit gleichseitigen Fünf- oder Siebenecken indes
| könnte kein Fliesenleger etwas anfangen – mit ihnen läßt sich kein
| regelmäßiges Muster bilden.
|
| Die nächste interessante Frage ist die nach der Anzahl der Muster, die
| mit einer einzigen – ruhig unregelmäßig geformten – Fliesensorte
| auskommen. Die Antwort: Werden Äquivalenzen nicht mitgezählt, dann gibt
| es immerhin 93 dieser Möglichkeiten. Für Pflasterungen aus zwei
| Kachelsorten wird die Sache dann schon unübersichtlich. Daniel Huson hat
| kürzlich alle 1270 Fälle aufgezählt.
|
| Da stellt sich natürlich die Frage, wie der Flieseninteressierte bei
| dieser Mustervielfalt noch den Überblick behält. Der mathematische
| Hintergrund für diese Untersuchungen und auch für das Programm
| "RepTiles" wurde ebenfalls an der Bielefelder Uni von Professor Andreas
| Dress ersonnen, dem Schöpfer der sogenannten Delaney-Dress-Symbole. Im
| Gegensatz zu den unendlichen Mustern ist ein solches Symbol ein kleines
| Diagramm aus ein paar Kreisen, die durch Linien miteinander verbunden
| sind, und einigen Zahlenwerten. Das Elegante daran: Zu zwei äquivalenten
| Pflasterungen gehört immer dasselbe Delaney-Dress-Symbol, und zu jedem
| Symbol, das gewissen Bedingungen genügt, gibt es auch das entsprechende
| Fliesenmuster. Zur Klassifizierung mußten die Forscher also "nur noch"
| die entsprechenden Symbole vollständig aufzählen – das Zeichnen übernahm
| dann "RepTiles". Die so gewonnenen "Prototypen" lassen sich am
| Bildschirm noch beliebig verändern und bunt einfärben.
|
| Wenn Mathematiker ein Klassifizierungsproblem gelöst haben, läßt ihr
| Interesse für das Thema meist schlagartig nach. Die Bielefelder Forscher
| knobeln folglich schon an der nächsten Frage: Wie sieht es mit
| dreidimensionalen Pflasterungen aus, also der Füllung des Raumes mit
| beliebig geformten Ziegelsteinen? Für dieses Problem interessieren sich
| auch Wissenschaftler anderer Sparten, insbesondere Kristallographen.
+--- </hier abknabbern> ---

©<https://www.zeit.de/1993/15/seltsame-kacheln>

	M.f.G.

-- 
Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie
wird praktisch nie gelesen.  Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur
etwas komisch... ;-)

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