Groups | Search | Server Info | Keyboard shortcuts | Login | Register [http] [https] [nntp] [nntps]


Groups > ger.ct > #536277 > unrolled thread

Re: Vitamin D

Started byHans Korn <hansko@mailinator.com>
First post2022-01-01 20:19 +0100
Last post2022-01-05 10:58 +0000
Articles 20 on this page of 35 — 11 participants

Back to article view | Back to ger.ct

This discussion starts older than the indexed window; earlier articles aren't shown. The article labeled Started by below is the oldest one visible, not the original post.


Contents

  Re: Vitamin D Hans Korn <hansko@mailinator.com> - 2022-01-01 20:19 +0100
    Re: Vitamin D Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2022-01-01 19:28 +0000
      Re: Vitamin D Bernd Ohm <invalid@invalid.invalid> - 2022-01-01 20:55 +0100
        Re: Vitamin D Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2022-01-01 20:01 +0000
          Re: Vitamin D Hans Korn <hansko@mailinator.com> - 2022-01-01 21:18 +0100
          Re: Vitamin D Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2022-01-02 08:40 +0000
            Re: Vitamin D "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2022-01-02 09:55 +0100
              Re: Vitamin D Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2022-01-02 10:27 +0100
              Re: Vitamin D Bernd Ohm <invalid@invalid.invalid> - 2022-01-02 11:37 +0100
                Re: Vitamin D Markus Luft <01-2021@news.marquee-moon.de> - 2022-01-02 12:24 +0000
              Re: Vitamin D Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2022-01-02 19:59 +0000
                Re: Vitamin D "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2022-01-03 08:33 +0100
                  Re: Vitamin D "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2022-01-03 08:46 +0100
              Re: Vitamin D "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2022-01-03 08:12 +0100
                Re: Vitamin D Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2022-01-02 23:25 -0800
            Re: Vitamin D Markus Luft <01-2021@news.marquee-moon.de> - 2022-01-02 11:30 +0000
    Re: Vitamin D Markus Luft <01-2021@news.marquee-moon.de> - 2022-01-02 11:19 +0000
      Re: Vitamin D Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2022-01-02 20:02 +0000
        Re: Vitamin D Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2022-01-02 12:23 -0800
        Re: Vitamin D Markus Luft <01-2021@news.marquee-moon.de> - 2022-01-02 22:10 +0000
        Re: Vitamin D Hartmut Ott <hottm@arcor.de> - 2022-01-03 15:01 +0100
          Re: Vitamin D "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2022-01-03 15:15 +0100
            Re: Vitamin D Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2022-01-03 15:20 +0100
            Re: Vitamin D Markus Luft <01-2021@news.marquee-moon.de> - 2022-01-03 15:01 +0000
              Re: Vitamin D "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2022-01-03 16:04 +0100
                Re: Vitamin D Markus Luft <01-2021@news.marquee-moon.de> - 2022-01-03 16:27 +0000
                  Re: Vitamin D "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2022-01-03 17:31 +0100
                    Re: Vitamin D Markus Luft <01-2021@news.marquee-moon.de> - 2022-01-04 10:16 +0000
                      Re: Vitamin D "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2022-01-04 11:41 +0100
                        Re: Vitamin D Andreas Quast <bu3ro.kratz@fr33n3t.de> - 2022-01-05 11:08 +0000
                        Re: Vitamin D Markus Luft <01-2021@news.marquee-moon.de> - 2022-01-05 14:36 +0000
                          Re: Vitamin D "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2022-01-05 16:10 +0100
                      Re: Vitamin D Hartmut Ott <hottm@arcor.de> - 2022-01-04 14:34 +0100
                        Re: Vitamin D Markus Luft <01-2021@news.marquee-moon.de> - 2022-01-05 14:38 +0000
                    Re: Vitamin D Andreas Quast <bu3ro.kratz@fr33n3t.de> - 2022-01-05 10:58 +0000

Page 1 of 2  [1] 2  Next page →


#536277 — Re: Vitamin D

FromHans Korn <hansko@mailinator.com>
Date2022-01-01 20:19 +0100
SubjectRe: Vitamin D
Message-ID<5p91tg52vf71ne58popf51q5kr53pd4vv6@4ax.com>
 Stefan Ram schrieb am 1 Jan 2022 18:04:10 GMT:

>  Es läuft immer auf eines hinaus: Vitamin D. Ich konnte nicht
>  anders als zu denken, daß da ein Vitamin-D-Fabrikant eine
>  Nachrichtenseite gekauft hat.

Da ich immer zuhause bin und nie in die Sonne komme , habe ich beim
Hausarzt vor ca. 5 Jahren den Vitaminspiegel bestimmen lassen, und nach
täglicher Einnahme 1.000 IE täglich bin ich im Normbereich. Vor ein paar
Wochen nach einer Kontrolle, die übrigens jedes mal die Krankenkasse
übernahm, derselbe Wert im Normbereich. Also ohne Sonne reichen bei mir
1.000 IE pro Tag. Spinner nehmen bis zu 10.000 IE, mein Arzt würde da
vom Stuhl fallen.

H.K.

[toc] | [next] | [standalone]


#536279

FromDr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org>
Date2022-01-01 19:28 +0000
Message-ID<sqqa1d$emgf$1@solani.org>
In reply to#536277
Hans Korn <hansko@mailinator.com> wrote:
>  Stefan Ram schrieb am 1 Jan 2022 18:04:10 GMT:
> 
>> Es läuft immer auf eines hinaus: Vitamin D. Ich konnte nicht
>> anders als zu denken, daß da ein Vitamin-D-Fabrikant eine
>> Nachrichtenseite gekauft hat.
> 
> Da ich immer zuhause bin und nie in die Sonne komme , habe ich beim
> Hausarzt vor ca. 5 Jahren den Vitaminspiegel bestimmen lassen, und nach
> täglicher Einnahme 1.000 IE täglich bin ich im Normbereich. Vor ein paar
> Wochen nach einer Kontrolle, die übrigens jedes mal die Krankenkasse
> übernahm, derselbe Wert im Normbereich. Also ohne Sonne reichen bei mir
> 1.000 IE pro Tag. Spinner nehmen bis zu 10.000 IE, mein Arzt würde da
> vom Stuhl fallen.
> 
> H.K.
> 

https://www.endokrinologie.net/aktuelles-details/stellungnahme-vitamin-d-corona-pandemie.php

"Zusammenfassend bleibt die Datenlage auch 2/2021 ohne eindeutigen Beweis
für einen Vorteil von Vitamin D außerhalb der belegten Wirkung auf den
Knochen. Darüber hinaus mehren sich die Hinweise dafür, dass viel nicht
unbedingt viel hilft und möglicherweise sogar eher nachteilig sein könnte
(Appel et al., 2021, Pham et al., 2021), sodass nach Ansicht des Vorstands
der DGE auch weiterhin eine routinemäßige Bestimmung der Vitamin D-Spiegel
oder eine hochdosierte Behandlung der Allgemeinbevölkerung mit Vitamin D
außerhalb der gesicherten Indikationen zu Lasten der Krankenkassen nicht
gerechtfertigt erscheint. "

-- 
please forgive my iPhone typos

[toc] | [prev] | [next] | [standalone]


#536291

FromBernd Ohm <invalid@invalid.invalid>
Date2022-01-01 20:55 +0100
Message-ID<j3bpt7Fec8eU1@mid.individual.net>
In reply to#536279
Am 01.01.2022 um 20:28 schrieb Dr. Joachim Neudert:

> https://www.endokrinologie.net/aktuelles-details/stellungnahme-vitamin-d-corona-pandemie.php

Dass Vitamin D nicht bei COVID-19 hilft, ist ziemlich sicher.
Aber darin steht auch das, was ich oben schon anmerkte:

"Allerdings betonten die Herausgeber der Leitlinie die allgemeine 
Empfehlung von NICE zur Sicherstellung einer ausreichenden Vitamin 
D-Versorgung in der Gesamtbevölkerung mit der Gabe von 400 IE Vitamin D 
über die Wintermonate und einer dauerhaften Substitution von 
Risikogruppen, welche sich nicht ausreichend im Freien bewegen können 
oder eine zu geringe Sonnenlichtexposition aufweisen."

-- 
bis denn, BEN


[toc] | [prev] | [next] | [standalone]


#536293

FromDr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org>
Date2022-01-01 20:01 +0000
Message-ID<sqqbu2$eno2$1@solani.org>
In reply to#536291
Bernd Ohm <invalid@invalid.invalid> wrote:
> Am 01.01.2022 um 20:28 schrieb Dr. Joachim Neudert:
> 
>> https://www.endokrinologie.net/aktuelles-details/stellungnahme-vitamin-d-corona-pandemie.php
> 
> Dass Vitamin D nicht bei COVID-19 hilft, ist ziemlich sicher.
> Aber darin steht auch das, was ich oben schon anmerkte:
> 
> "Allerdings betonten die Herausgeber der Leitlinie die allgemeine 
> Empfehlung von NICE zur Sicherstellung einer ausreichenden Vitamin 
> D-Versorgung in der Gesamtbevölkerung mit der Gabe von 400 IE Vitamin D 
> über die Wintermonate und einer dauerhaften Substitution von 
> Risikogruppen, welche sich nicht ausreichend im Freien bewegen können 
> oder eine zu geringe Sonnenlichtexposition aufweisen."
> 

Ich habe noch eine weitere generelle Stellungnahme (ohne Covid) zu Vitamin
D der US Fachgesellschaften. Solange kein Therapievorteil nachgewiesen ist,
wird von der Bestimmung des Spiegels generell abgeraten.

Hab ich aber nur in der Praxis.

-- 
please forgive my iPhone typos

[toc] | [prev] | [next] | [standalone]


#536297

FromHans Korn <hansko@mailinator.com>
Date2022-01-01 21:18 +0100
Message-ID<kfd1tglu0s3v5i35c6vhovulm4rn96m91o@4ax.com>
In reply to#536293
 Dr. Joachim Neudert schrieb am Sat, 1 Jan 2022 20:01:06 -0000 (UTC):

>Solange kein Therapievorteil nachgewiesen ist,
>wird von der Bestimmung des Spiegels generell abgeraten.

Dagegen steht das, womit ich mich auch mit meinem Hausarzt vor 5 Jahren
geinigt habe:

> "Allerdings betonten die Herausgeber der Leitlinie die allgemeine 
> Empfehlung von NICE zur Sicherstellung einer ausreichenden Vitamin 
> D-Versorgung <.......> und einer dauerhaften Substitution von 
> Risikogruppen, welche sich nicht ausreichend im Freien bewegen können ...

[toc] | [prev] | [next] | [standalone]


#536328

FromStefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich)
Date2022-01-02 08:40 +0000
Message-ID<9t61d16493i3c9dfbn3e8%sfroehli@Froehlich.Priv.at>
In reply to#536293
On Sat, 01 Jan 2022 21:01:06 Dr. Joachim Neudert wrote:
> Bernd Ohm <invalid@invalid.invalid> wrote:
>> "Allerdings betonten die Herausgeber der Leitlinie die allgemeine
>> Empfehlung von NICE zur Sicherstellung einer ausreichenden
>> Vitamin D-Versorgung in der Gesamtbevölkerung mit der Gabe von
>> 400 IE Vitamin D über die Wintermonate und einer dauerhaften
>> Substitution von Risikogruppen, welche sich nicht ausreichend im
>> Freien bewegen können oder eine zu geringe Sonnenlichtexposition
>> aufweisen."

> Ich habe noch eine weitere generelle Stellungnahme (ohne Covid) zu
> Vitamin D der US Fachgesellschaften. Solange kein Therapievorteil
> nachgewiesen ist, wird von der Bestimmung des Spiegels generell
> abgeraten.

Hm. Bei mir wurde der Spiegel vor Jahren einmal routinemäßig
mitbestimmt, und war von 0 praktisch nicht unterscheidbar. Soll ich
jetzt lieber etwas dagegen tun, oder warten, bis sich Schäden so
deutlich bemerkbar machen, dass ich einen Therapievorteil lukrieren
könnte?

Mit Covid hat das nichts zu tun, aber es gibt ja noch andere
Problemstellen auf dieser Welt.

Servus,
   Stefan

-- 
http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich
Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Stefan - die irrsinnigste Herausforderung, die es je geben wird.
(Sloganizer)

[toc] | [prev] | [next] | [standalone]


#536331

From"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org>
Date2022-01-02 09:55 +0100
Message-ID<sqrpaj$p8o$1@solani.org>
In reply to#536328
Am 02.01.22 um 09:40 schrieb Stefan Froehlich:
> On Sat, 01 Jan 2022 21:01:06 Dr. Joachim Neudert wrote:
>> Bernd Ohm <invalid@invalid.invalid> wrote:
>>> "Allerdings betonten die Herausgeber der Leitlinie die allgemeine
>>> Empfehlung von NICE zur Sicherstellung einer ausreichenden
>>> Vitamin D-Versorgung in der Gesamtbevölkerung mit der Gabe von
>>> 400 IE Vitamin D über die Wintermonate und einer dauerhaften
>>> Substitution von Risikogruppen, welche sich nicht ausreichend im
>>> Freien bewegen können oder eine zu geringe Sonnenlichtexposition
>>> aufweisen."
> 
>> Ich habe noch eine weitere generelle Stellungnahme (ohne Covid) zu
>> Vitamin D der US Fachgesellschaften. Solange kein Therapievorteil
>> nachgewiesen ist, wird von der Bestimmung des Spiegels generell
>> abgeraten.
> 
> Hm. Bei mir wurde der Spiegel vor Jahren einmal routinemäßig
> mitbestimmt, und war von 0 praktisch nicht unterscheidbar. Soll ich
> jetzt lieber etwas dagegen tun, oder warten, bis sich Schäden so
> deutlich bemerkbar machen, dass ich einen Therapievorteil lukrieren
> könnte?
> 
> Mit Covid hat das nichts zu tun, aber es gibt ja noch andere
> Problemstellen auf dieser Welt.
> 
> Servus,
>     Stefan
> 


Wenn Du nicht krank bist, gibt es keinen Grund den Spiegel zu bestimmen. 
Also wenn du keine Osteoporose mit Spontanfrakturen hast, keine 
Niereninsuffiozienz mit sekundärem Hyperparathyreoidismus (den man mit 
1.25-Dihydroxycholecalciferol etwas supprimieren kann). Keine 
hypocalcämischen Krämpfe.


Vitamin D ist wirklich eine Industrie geworden, voller pekuniärer 
Interessen. Wenn Du irgendetwas dazu liest- schau immer wer das 
geschrieben hat. Wenn es sich nur annähernd liest wie der (frei von mir 
eben erfundene) "Fachverband zur Förderung der Vitaminspiegel" dann sei 
äußerst skeptisch. Versuche im Winter hin und wieder etwas Haut an die 
Sonne zu bekommen. Kein Mensch weiß wie die Spiegel tatsächlich sein 
sollten, niemand hat bei sonst gesunden Leuten nachgewiesen 
(doppelblind-randomisiert) daß die zusätzliche Gabe etwas faßbares bringt.

Hingegen sind mit Vitamin D klare Intoxikationen bekannt.

Verkalkungen existieren auch. Ist ja nicht so daß das Calcium immer nur 
in die Knochensubstanz geht.

Ich such das Paper noch raus, das ich in der Praxis aufgehoben habe, in 
dem von der Bestimmung des Vitamin D Spiegels als Routinemaßnahme 
abgeraten wird. War von 2021.

[toc] | [prev] | [next] | [standalone]


#536333

FromLars Gebauer <lgebauer@live.de>
Date2022-01-02 10:27 +0100
Message-ID<sqrr32$c7o$1@dont-email.me>
In reply to#536331
Am 02.01.2022 um 09:55 schrieb Dr. Joachim Neudert:
> Am 02.01.22 um 09:40 schrieb Stefan Froehlich:
>> On Sat, 01 Jan 2022 21:01:06 Dr. Joachim Neudert wrote:
>>> Ich habe noch eine weitere generelle Stellungnahme (ohne Covid) zu
>>> Vitamin D der US Fachgesellschaften. Solange kein Therapievorteil
>>> nachgewiesen ist, wird von der Bestimmung des Spiegels generell
>>> abgeraten.
>>
>> Hm. Bei mir wurde der Spiegel vor Jahren einmal routinemäßig
>> mitbestimmt, und war von 0 praktisch nicht unterscheidbar. Soll ich
>> jetzt lieber etwas dagegen tun, oder warten, bis sich Schäden so
>> deutlich bemerkbar machen, dass ich einen Therapievorteil lukrieren
>> könnte?
>>
>> Mit Covid hat das nichts zu tun, aber es gibt ja noch andere
>> Problemstellen auf dieser Welt.
> 
> Wenn Du nicht krank bist, gibt es keinen Grund den Spiegel zu bestimmen. 
> Also wenn du keine Osteoporose mit Spontanfrakturen hast, keine 
> Niereninsuffiozienz mit sekundärem Hyperparathyreoidismus (den man mit 
> 1.25-Dihydroxycholecalciferol etwas supprimieren kann). Keine 
> hypocalcämischen Krämpfe.

Aber aber. Liest/hört man nicht immer "Vorbeugen ist alles" und 
"Handeln, bevor es zu spät ist"?

So, wie bei Corona auch: Maßnahmen kommen immer "zu spät". Wir[sic!] 
müssen *sofort* handeln, bevor es "zu spät" ist. "Man hätte es ja wissen 
können" und dergl. mehr.

Corona-Bekämpfung und Vitamin-D-Schluckerei haben größere Schnittmengen, 
als man glaubt.
-- 
هرگز گربه خود را مجبور به معاشرت با انسان‌ها، سگ‌ها یا سایر گربه‌ها نکنید

[toc] | [prev] | [next] | [standalone]


#536343

FromBernd Ohm <invalid@invalid.invalid>
Date2022-01-02 11:37 +0100
Message-ID<j3ddiiFnidbU1@mid.individual.net>
In reply to#536331
Am 02.01.2022 um 09:55 schrieb Dr. Joachim Neudert:

> Vitamin D ist wirklich eine Industrie geworden, voller pekuniärer
> Interessen. Wenn Du irgendetwas dazu liest- schau immer wer das
> geschrieben hat.

Binsenweisheit!
Setze für Vitamin D etwas beliebiges ein. Im Gesundheitssystem
befindet sich halt unglaublich viel Geld welches von zahlreichen
Marktteilnehmern gern angenommen/abgegriffen wird.

"Was bringt den Doktor um sein Brot?
a) die Gesundheit
b) der Tod
Drum hält der Arzt, auf dass er lebe,
uns zwischen beiden in der Schwebe.“

(Eugen Roth)

-- 
bis denn, BEN

[toc] | [prev] | [next] | [standalone]


#536358

FromMarkus Luft <01-2021@news.marquee-moon.de>
Date2022-01-02 12:24 +0000
Message-ID<pan$2ab44$2cc9fdf1$d6047e43$f8f1192@news.marquee-moon.de>
In reply to#536343
Am Sun, 02 Jan 2022 11:37:06 +0100 schrieb Bernd Ohm:

> Am 02.01.2022 um 09:55 schrieb Dr. Joachim Neudert:
> 
>> Vitamin D ist wirklich eine Industrie geworden, voller pekuniärer
>> Interessen. Wenn Du irgendetwas dazu liest- schau immer wer das
>> geschrieben hat.
> 
> Binsenweisheit!
> Setze für Vitamin D etwas beliebiges ein. Im Gesundheitssystem
> befindet sich halt unglaublich viel Geld welches von zahlreichen
> Marktteilnehmern gern angenommen/abgegriffen wird.
> 
> "Was bringt den Doktor um sein Brot?
> a) die Gesundheit
> b) der Tod
> Drum hält der Arzt, auf dass er lebe,
> uns zwischen beiden in der Schwebe.“
> 
<https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Zweitmeinung-Herzkatheter-zur-Diagnose-oft-unnoetig,zweitmeinung106.html>

[toc] | [prev] | [next] | [standalone]


#536389

FromStefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich)
Date2022-01-02 19:59 +0000
Message-ID<1t61d2034ei3dffa7n3e8%sfroehli@Froehlich.Priv.at>
In reply to#536331
On Sun, 02 Jan 2022 09:55:47 Dr. Joachim Neudert wrote:
> Am 02.01.22 um 09:40 schrieb Stefan Froehlich:
>> On Sat, 01 Jan 2022 21:01:06 Dr. Joachim Neudert wrote:
>>> Ich habe noch eine weitere generelle Stellungnahme (ohne Covid)
>>> zu Vitamin D der US Fachgesellschaften. Solange kein
>>> Therapievorteil nachgewiesen ist, wird von der Bestimmung des
>>> Spiegels generell abgeraten.

>> Hm. Bei mir wurde der Spiegel vor Jahren einmal routinemäßig
>> mitbestimmt, und war von 0 praktisch nicht unterscheidbar. Soll
>> ich jetzt lieber etwas dagegen tun, oder warten, bis sich Schäden
>> so deutlich bemerkbar machen, dass ich einen Therapievorteil
>> lukrieren könnte?

> Wenn Du nicht krank bist, gibt es keinen Grund den Spiegel zu
> bestimmen.

Es gab auch keinen Grund dafür, es ist offenbar einfach der
Routine-Beifang eines kleinen Blutbilds.

> Also wenn du keine Osteoporose mit Spontanfrakturen
> hast, keine Niereninsuffiozienz mit sekundärem
> Hyperparathyreoidismus (den man mit 1.25-Dihydroxycholecalciferol
> etwas supprimieren kann). Keine hypocalcämischen Krämpfe.
 
> Vitamin D ist wirklich eine Industrie geworden, [...]

Zu *dem* Preis? Klar, mit Millionen Kunden läppert sich das auch
zusammen, aber angesichts der Lieferkette - da sollte es doch
lohnendere Marktsegmente geben.

> Versuche im Winter hin und wieder etwas Haut an die Sonne zu
> bekommen.

Ha. Haha.

Neulich wollte ich an einem Tag 3x das Licht abdrehen, bevor ich
festgestellt habe, dass es gar nicht an ist, sondern ausnahmsweise
einmal die Sonne scheint. Wien ist im November/Dezember ein bisschen
fad.

Ansonsten steht das Fläschen Vitamin D halt in der Gegend herum, und
ich vergesse ohnehin meist darauf... 7,60 Euro für einen Winter,
an mir wird kein Pharmakonzern reich :)

Servus,
   Stefan

-- 
http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich
Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Geht nicht!? Geht doch: Stefan.
(Sloganizer)

[toc] | [prev] | [next] | [standalone]


#536404

From"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org>
Date2022-01-03 08:33 +0100
Message-ID<squ8s4$gv34$1@solani.org>
In reply to#536389
Am 02.01.22 um 20:59 schrieb Stefan Froehlich:
>> Vitamin D ist wirklich eine Industrie geworden, [...]
> Zu*dem*  Preis? Klar, mit Millionen Kunden läppert sich das auch
> zusammen, aber angesichts der Lieferkette - da sollte es doch
> lohnendere Marktsegmente geben.
> 

Oh, da hast Du offenbar nicht verstanden an welcher Stelle die 
Zusatz-Umsätze generiert werden und der Gewinn auftritt:

"Vitamin D hat Konjunktur: Seit ungefähr 10 Jahren wird vermehrt 
geforscht, immer mehr Menschen konsumieren entsprechende
Präparate, Labore verzeichnen ein Plus an Aufträgen. So ist das 
Erstattungsvolumen für Vitamin-D-Tests bei der US-
Krankenversicherung Medicare von 2000 bis 2010 mehr als 80-fach 
gestiegen, wie Prof. Dr. Sherri-Ann M. Burnett-Bowie,
[2] "


Die Labortests sind das Geschäft.

-- 
Bitt um Vrzihung, di Tast " " klmmt manchmal...

[toc] | [prev] | [next] | [standalone]


#536405

From"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org>
Date2022-01-03 08:46 +0100
Message-ID<squ9kr$gvko$1@solani.org>
In reply to#536404
Am 03.01.22 um 08:33 schrieb Dr. Joachim Neudert:

> "Vitamin D hat Konjunktur: Seit ungefähr 10 Jahren wird vermehrt 
> geforscht, immer mehr Menschen konsumieren entsprechende
> Präparate, Labore verzeichnen ein Plus an Aufträgen. So ist das 
> Erstattungsvolumen für Vitamin-D-Tests bei der US-
> Krankenversicherung Medicare von 2000 bis 2010 mehr als 80-fach 
> gestiegen, wie Prof. Dr. Sherri-Ann M. Burnett-Bowie,
> [2] "
> 
> 
> Die Labortests sind das Geschäft.
> 


Vor allem in Deutschland, weil sie da keine billige rabattierte 
budgetierte Kassenleistung sind, sondern eine IGEL-Leistung (mit 
Ausnahme bestimmter klarer Indikationen. Screening gehört nicht dazu.).

-- 
Bitt um Vrzihung, di Tast " " klmmt manchmal...

[toc] | [prev] | [next] | [standalone]


#536402

From"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org>
Date2022-01-03 08:12 +0100
Message-ID<squ7l2$guhf$1@solani.org>
In reply to#536331
Am 02.01.22 um 09:55 schrieb Dr. Joachim Neudert:
> Ich such das Paper noch raus, das ich in der Praxis aufgehoben habe, in 
> dem von der Bestimmung des Vitamin D Spiegels als Routinemaßnahme 
> abgeraten wird. War von 2021.


https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4909996


  deutsch.medscape.com
US-Gremium und deutsche Experten sind gegen ein Screening auf niedrige 
Vitamin-D-Spiegel – das sind ihre Argumente
Dr. Angela Speth 17. Mai 2021
Vitamin D scheint ein Allroundtalent: Über die gut belegte Stärkung der 
Knochen hinaus legen Studien einen Schutz vor vielen
weiteren Erkrankungen nahe, darunter Infektionen wie neuerdings 
COVID-19. Dennoch hat ein US-Gremium von
Präventivmedizinern sich erneut gegen ein Screening von Erwachsenen ohne 
Mangelsymptome auf einen Vitamin-D-Mangel
[1]
  ausgesprochen
. Eine Überprüfung hatte zu wenig Anhaltspunkte für einen Nutzen gebracht.
„In Deutschland gilt im Wesentlichen das Gleiche. Nach Ansicht der 
Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie DGE ist eine routinemäßige 
Bestimmung der Vitamin-D-Spiegel oder auch eine Behandlung außerhalb der 
gesicherten Indikationen nicht gerechtfertigt“, sagt Prof. Dr. Heide 
Siggelkow, Ärztliche Leiterin des MVZ Endokrinologikum Göttingen, auf 
Nachfrage von Medscape.
Nach Ansicht der DGE ist eine routinemäßige Bestimmung der 
Vitamin-D-Spiegel oder auch eine Behandlung außerhalb der gesicherten 
Indikationen nicht gerechtfertigt. Prof. Dr. Heide Siggelkow
„Retrospektive Studien zeigen zwar, dass bei niedrigen Konzentrationen 
die Häufigkeit vieler Störungen steigt und umgekehrt bei guter 
Versorgung oder gar bei Supplementation sinkt. Aber mit aussagekräftigen 
prospektiven Studien ließ sich das bisher nicht verifizieren.“
Dilemma positiver und negativer Resultate auch bei COVID-19
COVID-19 bildet dabei keine Ausnahme, wie Siggelkow erläutert: 
Zahlreichen Assoziationsstudien zufolge scheint ein schlechter 
Vitamin-D-Status die Patienten zu benachteiligen. So war bei schweren 
Verläufen die Wahrscheinlichkeit eines Mangels um 64% höher als bei 
leichten Verläufen. Anders eine prospektive Studie zu Atemwegsinfekten: 
Hochdosiertes Vitamin D reduzierte im Vergleich zu Placebo hier das 
Risiko in der Allgemeinbevölkerung nicht.
Vitamin D hat Konjunktur: Seit ungefähr 10 Jahren wird vermehrt 
geforscht, immer mehr Menschen konsumieren entsprechende
Präparate, Labore verzeichnen ein Plus an Aufträgen. So ist das 
Erstattungsvolumen für Vitamin-D-Tests bei der US-
Krankenversicherung Medicare von 2000 bis 2010 mehr als 80-fach 
gestiegen, wie Prof. Dr. Sherri-Ann M. Burnett-Bowie,
[2]
„Die Messung ist teuer“, bestätigt Siggelkow. „Für denselben Preis kann 
man 2 Patienten ein Jahr lang behandeln. Das ist ein weiterer Einwand 
gegen ein allgemeines Screening.“
Weil ein niedriger Serumspiegel mit einer langen Liste von Störungen in 
Zusammenhang gebracht wird, war der Organisation US Preventive Services 
Task Force USPSTF an der Frage gelegen, ob es sinnvoll ist, die 
Bevölkerung auf einen Mangel zu untersuchen. Ausdrücklich sind nicht 
gemeint: Schwangere, Menschen, die an Erkrankungen wie Osteoporose, 
Osteomalazie, Malabsorption oder Nephropathien leiden oder in 
Betreuungseinrichtungen leben.
Gab es in den vergangenen 8 Jahren neue Erkenntnisse?
Nein – nicht sinnvoll, lautete das Urteil der USPSTF schon im Jahr 2014. 
Eine Analyse hatte kaum Daten für den Nutzen eines Screenings geliefert. 
Ebenso wenig ließ sich für dessen Ziel, einen diagnostizierten Mangel zu 
behandeln, bevor Schäden auftreten, ein Gewinn entdecken.
Doch ist dieses Verdikt heute noch stichhaltig? Das haben Prof. Dr. 
Leila C. Kahwati von der Universität North Carolina in
  Endokrinologin am Massachusetts General Hospital in Boston, und ihre 
Kollegen in einem Editorial berichten
Die Messung ist teuer. Für denselben Preis kann man 2 Patienten ein Jahr 
lang behandeln. Prof. Dr. Heide Siggelkow
.
  [3]
suchten die Public-Health-Spezialisten nach Studien von Januar 2013 bis 
März 2020 zu folgenden Schlüsselproblemen:
Nutzt das Screening auf Vitamin-D-Mangel der Gesundheit? Gibt es 
Variationen je nach Rasse/ethnischer Zugehörigkeit oder anderen Merkmalen?
Antwort: Dazu wurden keine Studien identifiziert.
Welche Schäden hat das Screening auf Vitamin-D-Mangel? So wäre eine 
Über- oder Unterdiagnose möglich mit der Konsequenz entweder einer 
versäumten oder einer überflüssigen Substitution. Steigen die Spiegel an 
25-Hydroxyvitamin- D (25(OH)D) über 150 ng/ml können Vergiftungssymptome 
auftreten: überhöhte Kalzium- und Phosphatwerte im Blut infolge 
gesteigerter Resorption im Darm. Eine Studie zur Sturzprävention hatte 
ebenfalls Hinweise auf Schäden durch hohe Dosierungen ergeben.
Antwort: Hierzu liegen ebenfalls keine Studien vor.
Eignet sich eine Vitamin-D-Behandlung bei niedrigen Werten zur 
Vorbeugung von Krankheiten? Bestehen dabei Unterschiede zwischen 
Subpopulationen?
Antwort: Die Forscher fanden 26 randomisierte Studien und die 
verschachtelte Fall-Kontroll-Studie der Women's Health Initiative WHI 
mit insgesamt rund 16.200 Teilnehmern in eher höherem Alter mit variabel 
definierten 25(OH)D-Spiegeln bis 30 ng/ml. Das Fazit war ernüchternd: 
Die eingesetzten Dosierungen von täglich 400 IU bis 4.000 IU 
verringerten die Inzidenz der evaluierten Kriterien im Vergleich zu 
Placebo nicht: weder die Gesamtmortalität noch Frakturen, Stürze, 
Diabetes, Infektionen, Krebs oder Depressionen.
Gut zu wissen: Die Substitution ist wohl unbedenklich
Immerhin schadet die Substitution offenbar auch nicht, denn unerwünschte 
Ereignisse wie Muskel-Skelett- oder gastrointestinale Symptome, 
Müdigkeit oder Kopfschmerzen kamen in den Verum- und Placebogruppen von 
36 identifizierten Studien ähnlich häufig vor, wobei die absolute 
Häufigkeit allerdings stark variierte. In 10 Studien zum Auftreten von 
Nierensteinen gab es nur einen Bericht.
Solange nicht feststeht, wer von einer Vitamin-D-Behandlung profitiert, 
sind Studien zum Screening auf einen möglichen Mangel verfrüht. Prof. 
Dr. Sherri-Ann M. Burnett-Bowie und Kollegen
Resümee: Weil sich auch 2021 keine ausreichende Evidenz für einen 
Vorteil ermitteln ließ, wiederholt die USPSTF ihre Ablehnung eines 
Screenings der Allgemeinbevölkerung. Dazu Burnett-Bowie und ihre 
Kollegen: „Solange nicht feststeht, wer von einer Vitamin-D-Behandlung 
profitiert, sind Studien zum Screening auf einen möglichen Mangel verfrüht.“
Statt Test: Check auf Risiken und probatorische Therapie
Die Autoren betonen: Die Empfehlung sage nichts zu Erwachsenen mit 
(vermuteten) Mangelerscheinungen. In diesem Fall, so ihr Vorschlag, 
könnten Ärzte statt eines Tests sicherstellen, dass die Versorgung 
gewährleistet sei, indem sie sich an Risikofaktoren orientieren:
Halten sich die Patienten vorwiegend in Räumen auf, etwa weil sie 
bettlägerig sind, benutzen Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, 
haben sie dunkle Haut oder gehen stark verschleiert?
Nehmen sie nur wenig Vitamin D über die Nahrung zu sich, essen zum 
Beispiel kein Seefisch?
Sind sie in fortgeschrittenem Alter oder haben Übergewicht mit BMI über 30?
Siggelkow erinnert weiterhin daran, dass Erkrankungen von Magen und 
Darm, von Haut oder Nieren ebenfalls oft einen Mangel herbeiführen, 
indem sie Eigensynthese oder Resorption des Vitamins behindern.
Erhärtet sich bei der Anamnese der Verdacht eines Defizits, könnten 
Ärzte empirisch beispielsweise 2.000 IU verordnen, was immer noch unter 
dem Limit von 4.000 IU liege, so die Editorial-Autoren.
Zudem stellen sie klar: Wer sich mit Vitamin D befasst, bewegt sich auf 
vagem Terrain. Die Studien geben wegen der großen Heterogenität der 
Teilnehmer und verwendeten Parameter kein verlässliches Gesamtbild: So 
ist als Mangel mal ein Wert unter 20 ng/ml, mal unter 30 oder 50 ng/ml 
definiert.
Forschungsfeld mit vielen blinden Flecken
Weiter ist unsicher, ob ein Defizit wirklich Störungen auslöst, zum 
Beispiel haben dunkelhäutige Menschen bis zu 10-mal häufiger niedrige 
Werte als hellhäutige, aber seltener Frakturen. Der Bedarf variiert von 
Mensch zu Mensch, und je nach Erhebung wird mal 98% der Bevölkerung, mal 
nur 60% eine ausreichende Versorgung bescheinigt. Es bleibt umstritten, 
ob das in Laboren meist gemessene 25(OH)D im Serum tatsächlich den 
Status widerspiegelt. Und nicht zuletzt sind Genauigkeit und 
Vergleichbarkeit der vielen Tests fraglich.
Das Erstaunliche ist, dass Vitamin D in vitro deutliche positive Effekte 
zeigt, etwa auf die Immunzellen. Das ist der Grund, warum immer wieder 
Studien gestartet werden. Prof. Dr. Heide Siggelkow
„Das Erstaunliche ist, dass Vitamin D in vitro deutliche positive 
Effekte zeigt, etwa auf die Immunzellen. Das ist der Grund, warum immer 
wieder Studien gestartet werden: weil schwer zu glauben ist, dass der 
Nachweis eines klinischen Vorteils scheitert“, so Siggelkow.
Woran diese Diskrepanz liegen könnte? „Ein finnischer Forscher, Carsten 
Carlberg, vermutet epigenetische Phänomene. Vitamin D steuert ja die 
Genexpression und folglich die Enzymausstattung, was wiederum 
beispielsweise das Immunsystem moduliert“, berichtet die Endokrinologin.
Ein finnischer Forscher sucht einen neuen Weg
Prof. Dr. Carsten Carlberg prüft die Hypothese, dass diese Regulation 
individuell abläuft und Menschen darum unterschiedlich auf eine 
Vitamin-D-Zufuhr reagieren, je nachdem ob sie zu den sogenannten High-, 
Medium- oder Low-Respondern gehören. Da sich dies jedoch nicht unbedingt 
in den Serumkonzentrationen widerspiegelt, hat der Wissenschaftler von 
der Universität Kuopio ein Diagnosetool zur Ermittlung des Bedarfs 
entwickelt, den Vitamin-D-Antwortindex.
Je nach Ergebnis schlägt er eine personalisierte Therapie vor, also etwa 
bei schwacher Sensitivität höhere Dosierungen. Siggelkow sagt als 
Prognose: „Ich bin zuversichtlich, dass bis in 10 Jahren viele 
Fragezeichen verschwunden sind, die wir heute leider noch rund ums 
Vitamin D setzen müssen.“
Vitamin D
Vitamin D ist ein Sammelbegriff für die Gruppe der fettlöslichen 
Calciferole, vor allem Vitamin D2 und D3 (Ergo- und Cholecalciferol). 
Nach der epochalen Entdeckung als Heilmittel gegen Rachitis ist die 
bekannteste Funktion die Mineralisation des Skeletts: Vitamin D fördert 
die Aufnahme von Calcium und Phosphat aus dem Darm und deren Einbau in 
die Knochen. Weniger im Fokus steht die Beteiligung an zahlreichen 
weiteren Stoffwechselvorgängen wie die Steuerung von Genen und die 
Bildung von Proteinen.
Da der Bedarf hauptsächlich durch die Produktion in der Haut gedeckt 
wird, empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung, sich täglich 5 
bis 25 Minuten mit unbedecktem Gesicht, Händen und größeren Teilen von 
Armen und Beinen in der Sonne aufzuhalten. Lebensmittel enthalten von 
Natur aus nur wenig Vitamin D. Die Einnahme von Präparaten wird im 
Allgemeinen nur für Risikogruppen empfohlen.
MEHR
Referenzen
1. US Preventive Services Task Force: JAMA 2021;325(14):1436-1442 2. 
Burnett-BowieSM,etal:JAMA2021;325(14):1401-1402
3. KahwatiLC,etal:JAMA2021;325(14):1443-1463
Chapel Hill und ihre Kollegen im Auftrag der USPSTF geprüft
. In Datenbanken wie PubMed, EMBASE oder Cochrane Library
     Das altbekannte Problem von Korrelation versus Kausalität: Vitamin 
D und COVID-19 – im Niemandsland der Evidenz
Wundermittel Vitamin D? Experte der Deutschen Gesellschaft für 
Endokrinologie bewertet die aktuelle Datenlage und gibt Tipps
Vitamin D für jeden über 50 – ließen sich so 30.000 Krebstote 
verhindern? DKFZ-Epidemiologen mit aufsehenerregender Analyse
Wundermittel Vitamin D? Das ist die aktuelle Datenlage
Medscape Nachrichten © 2021 WebMD, LLC
  Diesen Artikel so zitieren: US-Gremium und deutsche Experten sind 
gegen ein Screening auf niedrige Vitamin-D-Spiegel – das sind ihre 
Argumente - Medscape - 17. Mai 2021.


-- 
Bitt um Vrzihung, di Tast " " klmmt manchmal...

[toc] | [prev] | [next] | [standalone]


#536403

FromUlf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de>
Date2022-01-02 23:25 -0800
Message-ID<39223a2c-d26f-44ee-ba50-09bb865342b2n@googlegroups.com>
In reply to#536402
Dr. Joachim Neudert schrieb am Montag, 3. Januar 2022 um 08:12:35 UTC+1:

> Weil ein niedriger Serumspiegel mit einer langen Liste von Störungen in 
> Zusammenhang gebracht wird, war der Organisation US Preventive Services 
> Task Force USPSTF an der Frage gelegen, ob es sinnvoll ist, die 
> Bevölkerung auf einen Mangel zu untersuchen. Ausdrücklich sind nicht 
> gemeint: Schwangere, Menschen, die an Erkrankungen wie Osteoporose, 
> Osteomalazie, Malabsorption oder Nephropathien leiden oder in 
> Betreuungseinrichtungen leben. 

Mir war so, als sei hier Osteoporose als Diagnose erst nach dem ersten
Knochenmorschbruch zulässig. Wie gut so etwas dann heilt...

[toc] | [prev] | [next] | [standalone]


#536350

FromMarkus Luft <01-2021@news.marquee-moon.de>
Date2022-01-02 11:30 +0000
Message-ID<pan$3120a$ddac1328$c237699e$a9e46842@news.marquee-moon.de>
In reply to#536328
Am Sun, 02 Jan 2022 08:40:10 +0000 schrieb Stefan Froehlich:

> On Sat, 01 Jan 2022 21:01:06 Dr. Joachim Neudert wrote:
>> Bernd Ohm <invalid@invalid.invalid> wrote:
>>> "Allerdings betonten die Herausgeber der Leitlinie die allgemeine
>>> Empfehlung von NICE zur Sicherstellung einer ausreichenden
>>> Vitamin D-Versorgung in der Gesamtbevölkerung mit der Gabe von
>>> 400 IE Vitamin D über die Wintermonate und einer dauerhaften
>>> Substitution von Risikogruppen, welche sich nicht ausreichend im
>>> Freien bewegen können oder eine zu geringe Sonnenlichtexposition
>>> aufweisen."
> 
>> Ich habe noch eine weitere generelle Stellungnahme (ohne Covid) zu
>> Vitamin D der US Fachgesellschaften. Solange kein Therapievorteil
>> nachgewiesen ist, wird von der Bestimmung des Spiegels generell
>> abgeraten.
> 
> Hm. Bei mir wurde der Spiegel vor Jahren einmal routinemäßig
> mitbestimmt, und war von 0 praktisch nicht unterscheidbar. Soll ich
> jetzt lieber etwas dagegen tun, oder warten, bis sich Schäden so
> deutlich bemerkbar machen, dass ich einen Therapievorteil lukrieren
> könnte?
> 
Tja, jetzt wurde gegen diesen Rat der Spiegel bestimmt und schon
hattest Du einen eklatanten Mangel.
Das hast Du nun davon! ;-)

> Mit Covid hat das nichts zu tun, aber es gibt ja noch andere
> Problemstellen auf dieser Welt.
> 
Die streiten sich schon darüber ab wann denn ein Mangel vorliegt.
Aber wie kommt man denn auf so einen eklatanten Mangel wie
Deinereiner?

[toc] | [prev] | [next] | [standalone]


#536349

FromMarkus Luft <01-2021@news.marquee-moon.de>
Date2022-01-02 11:19 +0000
Message-ID<pan$4901e$a11c95a3$4cb0611$e8497665@news.marquee-moon.de>
In reply to#536277
Am Sat, 01 Jan 2022 20:19:51 +0100 schrieb Hans Korn:

> Stefan Ram schrieb am 1 Jan 2022 18:04:10 GMT:
> 
>>  Es läuft immer auf eines hinaus: Vitamin D. Ich konnte nicht
>>  anders als zu denken, daß da ein Vitamin-D-Fabrikant eine
>>  Nachrichtenseite gekauft hat.
> 
> Da ich immer zuhause bin und nie in die Sonne komme , habe ich beim
> Hausarzt vor ca. 5 Jahren den Vitaminspiegel bestimmen lassen, und nach
> täglicher Einnahme 1.000 IE täglich bin ich im Normbereich. Vor ein paar
> Wochen nach einer Kontrolle, die übrigens jedes mal die Krankenkasse
> übernahm, derselbe Wert im Normbereich. Also ohne Sonne reichen bei mir
> 1.000 IE pro Tag. Spinner nehmen bis zu 10.000 IE, mein Arzt würde da
> vom Stuhl fallen.
> 
Vielleicht sind die mit 10.000 I.E. gar nicht so idiotisch, weil es
das ist, was der Körper hier im Sommer zur Mittagszeit innerhalb der
ersten 20 min. selbst synthetisiert?

Man muß einfach wissen, daß in den D-A-C-H Ländern 25(OH)-Spiegel als
ausreichend gelten, die anderswo als Mangel betrachtet werden.
Und dann kommt man halt mit den üblichen 800-1000 I.E. auf keinen
grünen Zweig.

Wo lag denn Dein Wert überhaupt und wo jetzt?

Ich hab das mal messen lassen und hatte 22 ng/ml, das hielt dann auch
mein Dorfarzt für einen Mangel und meinte ich solle 800 I.E. nehmen.
Meine Hausärztin in KI meint alles so zwischen 30 und 60 sei OK und
ist mit meinen 5.000 I.E./d sehr zufrieden.
Ich muß das jetzt nach fast zwei Jahren eben mal nachmessen lassen.
Manchmal vergesse ich es auch zu nehmen, darüber mache ich mir auch
keine Sorgen.

[toc] | [prev] | [next] | [standalone]


#536390

FromStefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich)
Date2022-01-02 20:02 +0000
Message-ID<3t61d20499i3dffa7n3e8%sfroehli@Froehlich.Priv.at>
In reply to#536349
On Sun, 02 Jan 2022 12:19:42 Markus Luft wrote:
> Ich hab das mal messen lassen und hatte 22 ng/ml, [...]

Da ich mir ja Zahlen und somit auch Referenzwerte keine 3 Minuten
lang merke, bin ich jetzt neugierig geworden und habe nachgesehen:
In meinem Befund waren es 6,8 ng/ml - wobei das 5 Jahre her ist und
eher nicht mehr geworden sein dürfte.

Servus,
   Stefan

-- 
http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich
Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Stefan - rekordverdächtig, lüstern in allen Nächten!
(Sloganizer)

[toc] | [prev] | [next] | [standalone]


#536394

FromUlf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de>
Date2022-01-02 12:23 -0800
Message-ID<2f43e95e-90ee-4b3e-83d7-8ca53d1f73bcn@googlegroups.com>
In reply to#536390
Stefan Froehlich schrieb am Sonntag, 2. Januar 2022 um 21:02:43 UTC+1:
> On Sun, 02 Jan 2022 12:19:42 Markus Luft wrote: 
> > Ich hab das mal messen lassen und hatte 22 ng/ml, [...] 
> 
> Da ich mir ja Zahlen und somit auch Referenzwerte keine 3 Minuten 
> lang merke, bin ich jetzt neugierig geworden und habe nachgesehen: 
> In meinem Befund waren es 6,8 ng/ml - wobei das 5 Jahre her ist und 
> eher nicht mehr geworden sein dürfte.

Jedenfalls nicht durch bloßes Bestaunen des Vitmaninfläschchens,
zur Häufigkeit müßtest Du mehr wissen.

Gruß, ULF

[toc] | [prev] | [next] | [standalone]


#536397

FromMarkus Luft <01-2021@news.marquee-moon.de>
Date2022-01-02 22:10 +0000
Message-ID<pan$7da76$2e68e678$a1389a95$964a6fcf@news.marquee-moon.de>
In reply to#536390
Am Sun, 02 Jan 2022 20:02:42 +0000 schrieb Stefan Froehlich:

> On Sun, 02 Jan 2022 12:19:42 Markus Luft wrote:
>> Ich hab das mal messen lassen und hatte 22 ng/ml, [...]
> 
> Da ich mir ja Zahlen und somit auch Referenzwerte keine 3 Minuten
> lang merke, bin ich jetzt neugierig geworden und habe nachgesehen:
> In meinem Befund waren es 6,8 ng/ml - wobei das 5 Jahre her ist und
> eher nicht mehr geworden sein dürfte.
> 
Ich fand meinen Wert eigentlich gar nicht mal so übel, weil der im Mai
gemessen wurde und man so 2-3 Monate zurückrechnen muß.
Also ein Winterwert. In Norddeutschland! Und ich meide die pralle
Sonne.
7 ist aber schon echt wenig.
 


[toc] | [prev] | [next] | [standalone]


Page 1 of 2  [1] 2  Next page →

Back to top | Article view | ger.ct


csiph-web