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Groups > ger.ct > #327337 > unrolled thread

Fallon zurückgetreten

Started byDr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org>
First post2017-11-02 09:04 +0000
Last post2017-11-06 12:36 -0800
Articles 16 — 8 participants

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Contents

  Fallon zurückgetreten Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2017-11-02 09:04 +0000
    Re: Fallon zurückgetreten Shinji Ikari <shinji@gmx.net> - 2017-11-02 10:47 +0100
      Re: Fallon zurückgetreten Matthias Hanft <mh@hanft.de> - 2017-11-02 13:21 +0100
    Re: Fallon zurückgetreten Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> - 2017-11-04 10:58 +0100
      Re: Fallon zurückgetreten Lothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de> - 2017-11-06 12:33 -0800
    Re: Fallon zurückgetreten Peter Mc Donough <mcd-mail-lists@gmx.net> - 2017-11-04 12:38 +0100
      Re: Fallon zurückgetreten Lothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de> - 2017-11-06 22:14 -0800
        Re: Fallon zurückgetreten Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de> - 2017-11-07 14:01 +0100
        Re: Fallon zurückgetreten Peter Mc Donough <mcd-mail-lists@gmx.net> - 2017-11-09 11:23 +0100
          Re: Fallon zurückgetreten Frank Hucklenbroich <Hucklenbroich01@aol.com> - 2017-11-09 15:44 +0100
            Re: Fallon zurückgetreten Peter Mc Donough <mcd-mail-lists@gmx.net> - 2017-11-10 00:02 +0100
              Re: Fallon zurückgetreten Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2017-11-10 13:56 +0100
                Re: Fallon zurückgetreten Lothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de> - 2017-11-10 05:10 -0800
                Re: Fallon zurückgetreten Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2017-11-10 14:11 +0000
    Re: Fallon zurückgetreten Lothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de> - 2017-11-06 12:31 -0800
    Re: Fallon zurückgetreten Lothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de> - 2017-11-06 12:36 -0800

#327337 — Fallon zurückgetreten

FromDr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org>
Date2017-11-02 09:04 +0000
SubjectFallon zurückgetreten
Message-ID<oten20$gts$1@news.albasani.net>
London, am 2.11.2017. 

In der Stadt in der ich gerade bin ist was passiert. Vor 15 Jahren.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/britischer-verteidigungsminister-michael-fallon-tritt-nach-belaestigungsvorwuerfen-zurueck-a-1176022.html#js-article-comments-box-pager

https://www.theguardian.com/politics/2017/nov/01/michael-fallon-quits-as-defence-secretary


Ich hatte schon ein grosses Posting dazu geschrieben.
Wieder gelöscht. 
Sicher ist sicher, die Gedankenpolizei...

Daher nur die Links.

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#327340

FromShinji Ikari <shinji@gmx.net>
Date2017-11-02 10:47 +0100
Message-ID<2eqlvctc5nulk32aq6rh340pn45kr1o2bn@4ax.com>
In reply to#327337
Guten Tag

Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> schrieb

>In der Stadt in der ich gerade bin ist was passiert. Vor 15 Jahren.

https://www.youtube.com/watch?v=bWLXpi8ixws

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#327347

FromMatthias Hanft <mh@hanft.de>
Date2017-11-02 13:21 +0100
Message-ID<6d4a8731-adb4-0438-50b4-f0266100d15e@hanft.de>
In reply to#327340
Shinji Ikari schrieb:
> 
> https://www.youtube.com/watch?v=bWLXpi8ixws

Kam auch schon auf CNN :-)
http://feisar.de/stuff/breakingnews.jpg

Gruß Matthias.

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#327537

FromFidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de>
Date2017-11-04 10:58 +0100
Message-ID<otk302$t2h$1@dont-email.me>
In reply to#327337
Salve allerseits,

Dr. Joachim Neudert schrieb:
> London, am 2.11.2017. 
> 
> In der Stadt in der ich gerade bin ist was passiert. Vor 15 Jahren.
> 
Laut The Telegraph¹ (Paywall) ist er einer Intrige in der Regierung zum
Opfer gefallen – die Chefin des britischen Unterhauses, Andrea Leadsom,
hat scheinbar aus Selbstschutz einen Präventivschlag gegen ihn
durchgeführt, da Fallon ihre Entlassung plante...

	M.f.G.


P.S.: Auch sehr lesenswert:
<https://www.politico.com/magazine/story/2017/11/02/clinton-brazile-hacks-2016-215774>
___
¹<http://www.telegraph.co.uk/women/politics/sir-michael-fallon-has-told-not-blame-downfall/>
-- 
Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie
wird praktisch nie gelesen.  Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur
etwas komisch... ;-)

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#327754

FromLothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de>
Date2017-11-06 12:33 -0800
Message-ID<5dde048c-38f7-46e7-84e7-ae272fb39819@googlegroups.com>
In reply to#327537
Fidel-Sebastian Hunrichse-Lara tat kund:

> Salve allerseits,
> 
> Dr. Joachim Neudert schrieb:
> > London, am 2.11.2017. 
> > 
> > In der Stadt in der ich gerade bin ist was passiert. Vor 15 Jahren.
> > 
> Laut The Telegraph¹ (Paywall) ist er einer Intrige in der Regierung zum
> Opfer gefallen – die Chefin des britischen Unterhauses, Andrea Leadsom,
> hat scheinbar aus Selbstschutz einen Präventivschlag gegen ihn
> durchgeführt, da Fallon ihre Entlassung plante...

Sex sells.

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#327542

FromPeter Mc Donough <mcd-mail-lists@gmx.net>
Date2017-11-04 12:38 +0100
Message-ID<f65n5jF9bj8U1@mid.individual.net>
In reply to#327337
Am 02.11.2017 um 10:04 schrieb Dr. Joachim Neudert:
> London, am 2.11.2017.
> 
> In der Stadt in der ich gerade bin ist was passiert. Vor 15 Jahren.

Aus der New YorkTimes: Will the Harvey Weinstein Effect Derail Brexit?
https://www.nytimes.com/2017/11/02/opinion/fallon-brexit-sex-scandal.html

Gruß
Peter

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#327814

FromLothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de>
Date2017-11-06 22:14 -0800
Message-ID<42bed049-9e69-4416-b583-c5349bc9ded6@googlegroups.com>
In reply to#327542
Peter Mc Donough tat kund:

> Am 02.11.2017 um 10:04 schrieb Dr. Joachim Neudert:
> > London, am 2.11.2017.
> > 
> > In der Stadt in der ich gerade bin ist was passiert. Vor 15 Jahren.
> 
> Aus der New YorkTimes: Will the Harvey Weinstein Effect Derail Brexit?
> https://www.nytimes.com/2017/11/02/opinion/fallon-brexit-sex-scandal.html

Ich weiß nicht, wie "one furious young 
Conservative member" auf die Idee kommt, 
für seine ganze Generation sprechen zu können,
aber ich weiß: In England tritt ein Politiker
zurück, weil er vor 15 Jahren einer Frau
eine Hand aufs Knie gelegt hat. In Deutschland
wird ein Politiker, der vor 15 Jahren einen
Unschuldigen nach Guantanamo gebracht
hat, Bundespräsident. Kein Wunder, daß sich
Großbritannien angewidert von solchen Leuten abwendet.

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#327850

FromFidel-Sebastian Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse-Lara@b.maus.de>
Date2017-11-07 14:01 +0100
Message-ID<otsara$4l2$1@dont-email.me>
In reply to#327814
Salve allerseits,

Lothar Frings schrieb:
> Peter Mc Donough tat kund:
> 
>> Am 02.11.2017 um 10:04 schrieb Dr. Joachim Neudert:
>> > London, am 2.11.2017.
>> > 
>> > In der Stadt in der ich gerade bin ist was passiert. Vor 15 Jahren.
>> 
>> Aus der New YorkTimes: Will the Harvey Weinstein Effect Derail Brexit?
>> https://www.nytimes.com/2017/11/02/opinion/fallon-brexit-sex-scandal.html
> 
> Ich weiß nicht, wie "one furious young 
> Conservative member" auf die Idee kommt, 
> für seine ganze Generation sprechen zu können
> 
--- <hier abknabbern> ---
Vor ziemlich genau einem Jahr saß ich auf der Tribüne einer Sporthalle
in New Hampshire, die angefüllt war mit Wut, Cowboyhüten und dem Willen,
sich das Land zurückzuholen, das ihnen, das war das verbindende Gefühl,
genommen worden war. Von den Linken, den Schwulen, den Juden, den
Mexikanern, den Muslimen, den Schwarzen, den Chinesen, egal von wem.

"Lock her up, lock her up", riefen die Leute, Tausende, Blasse, Bärtige,
Starke, Schmächtige, Familien, Stars-and-Stripes-Fahnen um ihre
Schultern, und meinten Hillary Clinton, die Gegnerin von Donald Trump.
Für den waren sie angereist, den wollten sie zum Präsidenten machen, der
würde für ihr Recht kämpfen, wütend und weiß zu sein.

Es war krude, es war ein Klischee, es war kaum zu glauben, dass das
passieren könnte. Aber es kam so, und bis heute ist der Versuch, das zu
verstehen, fast schmerzhaft: Warum das so schwer zu erkennen war, für
viele jedenfalls, ein fataler Fehler, und so nimmt die Tragödie ihren Lauf.

Hätte man früher gesehen, dass sich hier ein Aufstand gegen die
Globalisierung vorbereitet, verbunden mit einem Rassismus, der sich
aufgestaut hat seit dem amerikanischen Bürgerkrieg und gefördert wurde
von der technologisch beförderten manipulativen Macht einiger
Dollar-Bösewichte, dann hätte man Trump damals besser verhindern können.
Und könnte ihn heute besser verstehen.

*Hegel auf Speed*

Aber dieser Umstand ist Teil des Problems: Die Ordnung, die Trump
attackierte, war eben über die Jahre hinweg so allgegenwärtig,
unabwendbar und damit unsichtbar geworden wie die Luft - die
Globalisierung in ihrer scheinbar singulären Gestalt und mit scheinbar
ehernen Gesetzen. Das war der Lauf der Dinge, das war historische
Notwendigkeit, das war Hegel auf Speed.

"Duck and cover", dieser Ratschlag aus dem Atomzeitalter, such dir einen
wackligen Holztisch, und versteck dich darunter, war irgendwie alles,
was die Politiker fast jeder Partei anzubieten hatten. Und besonders
bitter war und ist das immer noch, wenn man das intellektuelle und damit
politische Versagen gerade der Sozialdemokratie anschaut.

Es stellen sich also, ein Jahr nach der Schock- und Schicksalswahl in
den USA, ziemlich viele Fragen, vor allem, weil Trump eben nicht
singulär ist und kein Komet, der aus dem Weltall eingeschlagen ist,
sondern das Produkt sehr realer Vorgänge und Verwerfungen - und wenn man
diese Probleme lösen will, muss man Trump als Symptom sehen und nicht
selbst als das Problem.

Da ist zum einen und vielleicht am wichtigsten die Frage nach der
Globalisierung, gegen die es viele, viele Proteste gab, von Seattle 2001
bis Occupy Wall Street 2011 und darüber hinaus, und die alle - sowohl
medial als auch politisch - ignoriert wurden oder belacht von genau den
Leuten, die nach der Trump-Wahl aufwachten und sich verwundert die Augen
rieben: Ach so, es ist gar nicht alles gut?

Die Zeit also des rationalen Umgangs mit der Frage, wie sich Freihandel
und Wohlstand und nationale Souveränität mit der Demokratie
synchronisieren lassen, ist erst einmal vorbei. Nun findet die
Diskussion über die richtige und gerechte Weltwirtschaftsordnung vor dem
Hintergrund des nationalistischen und identitären und
demokratiefeindlichen Aufstandes statt.

*Die Nichtdiskussion um die Globalisierung*

Dabei gab und gibt es genug kritische und konstruktive Ansätze, den
Welthandel anders zu denken, sie wurden nur ignoriert oder systematisch
unterdrückt: Man kann wie der indische Schriftsteller und Historiker
Pankaj Mishra von der "Propaganda" der Globalisierungs-Automatiker und
-Fanatiker sprechen - eine Stimme, die eher von außen kommt, von
außerhalb des Westens und außerhalb der Wirtschaftswissenschaften.

Oder man kann, wie der amerikanisch-türkische Ökonom Dani Rodrik, der
seit 20 Jahren alternative Modelle von Globalisierungen im Plural
erarbeitet, die große Verweigerung seiner Branche beschreiben, sich der
Wirklichkeit zu stellen und zu erkennen, dass die Globalisierung in der
Einzahl viele vermeidbare Nachteile mit sich bringt, wenn sie wahlweise
wie eine Heilslehre oder wie eine Naturgewalt beschrieben und betrieben
wird.

Rodrik, der in Harvard unterrichtet, ist eine Stimme aus dem Inneren des
Systems - umso gravierender ist seine Darstellung der Verblendung seiner
Branche, etwa in dem gerade erschienenen Buch "Straight Talk on Trade".
Darin schildert er die Nichtdiskussion um die Globalisierung als eine
Sinnestäuschung von globalem und epochalem Ausmaß, eine intellektuelle
Bankrotterklärung für weite Teile der beteiligten
Wirtschaftswissenschaftler.

*Ein Denken, das linke Positionen aufgab*

Alle, so beschreibt es Rodrik, alle haben sie mitgemacht, und die
Niederlage von Hillary Clinton wie auch das generelle Elend der
Sozialdemokraten in Europa etwa hängen mit diesem Fehler oder Verrat
zusammen - eben keine Gegenposition zur Globalisierung entwickelt zu
haben, sondern, wie Sigmar Gabriel für die SPD, die Geheimverhandlungen
über die Freihandelsabkommen verteidigt und vorangetrieben zu haben.

Es war ein Fehler, eben nicht zuletzt der Sozialdemokraten, dass sie das
Feld der Politik aufgegeben haben und sich ganz der Rationalität der
Wirtschaft und der Finanzen hingegeben haben, ein historischer Fehler,
der mehr oder weniger direkt zu Brexit und Trump geführt hat.

Die Ursprünge für dieses politische Versagen in den vergangenen Jahren,
für die die Sozialdemokraten zurecht bestraft wurden, liegen in den
Neunzigern, als sich mit der Rede von der Neuen Mitte und einem Dritten
Weg ein Denken etablierte, das traditionelle linke Positionen aufgab -
und damit auch große Teile des Milieus der Arbeiter etwa, die dann auch
mit der Zeit sehr weit nach rechts gewechselt sind, weil sie dort ihre
Interessen besser vertreten fanden.

*Zu sehr an anderem Spektakel interessiert*

Was also so pauschal als Elitenversagen bezeichnet wird, ist tatsächlich
das Versagen sehr spezifischer Gruppen innerhalb der Gesellschaft. Der
amerikanische Publizist Thomas Frank etwa hat das schon vor der Wahl von
Trump sehr gut in seinem Buch "Listen, Liberal!" beschrieben, diese
Abkehr der - nicht nur amerikanischen - Linken von einer Politik der
ökonomischen Fragen hin zu Kultur, Status und Kosmopolitismus.

All das ging in der Berichterstattung über Trump weitgehend verloren,
Medien wie CBS oder CNN, die ziemlich schamlos von den Werbe-Exzessen
der Parteien profitierten und in gewisser Weise Trump zum Präsidenten
gemacht haben, waren zu sehr an E-Mails und anderem Spektakel
interessiert als an inhaltlichen Fragen, auch an Hillary Clinton.

Sie konnten sich einfach nicht vorstellen, dass er gewählt werden würde,
weil sie die Welt, wie sie sie mit geschaffen hatten, nicht mehr
verstanden. Es war das Problem, dass auch viele Journalisten Trump nicht
lesen konnten, ihn nicht lesen wollten und sich ablenken ließen von all
den Dingen, die sie so scheußlich fanden, der Mauer, dem Rassismus, der
Frauenverachtung.

Im Kern ging es - auch das ist das Verbindende aller westlichen
Demokratien zur Zeit - immer um Ungerechtigkeit. Und das Drama der
Trump-Wahl war, dass die überzeugenden Antworten auf diese Frage nicht
von Clinton kamen, die zu sehr Teil eines Systems war, das sich ganz auf
den eigenen Erhalt konzentriert hatte.

[...]

Was also ist linke Politik unter den Bedingungen der Globalisierung? Was
ist Demokratie in Zeiten der Digitalisierung? Was ist Gerechtigkeit in
einer Welt ohne Arbeit? Und warum redet eigentlich niemand vom Großthema
unserer Tage, dem Klimawandel?

Trump wirkt in manchem wie ein Virus im System, das sich selbst
geschwächt hat durch Fehler, die unter den momentan fragilen Bedingungen
schwerer zu beheben sind als vorher. Wenn das System überlebt, das ist
die Hoffnung, wird es stärker sein und besser als zuvor.
--- </hier abknabbern> ---

©<http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/donald-trump-ein-jahr-spaeter-das-recht-wuetend-und-weiss-zu-sein-a-1176449.html>

	M.f.G.

-- 
Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie
wird praktisch nie gelesen.  Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur
etwas komisch... ;-)

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#328039

FromPeter Mc Donough <mcd-mail-lists@gmx.net>
Date2017-11-09 11:23 +0100
Message-ID<f6iolnF9s78U1@mid.individual.net>
In reply to#327814
Am 07.11.2017 um 07:14 schrieb Lothar Frings:
> Peter Mc Donough tat kund:
> 
>> Am 02.11.2017 um 10:04 schrieb Dr. Joachim Neudert:
>>> London, am 2.11.2017.
>>>
>>> In der Stadt in der ich gerade bin ist was passiert. Vor 15 Jahren.
>>
>> Aus der New YorkTimes: Will the Harvey Weinstein Effect Derail Brexit?
>> https://www.nytimes.com/2017/11/02/opinion/fallon-brexit-sex-scandal.html
> 
> Ich weiß nicht, wie "one furious young
> Conservative member" auf die Idee kommt,
> für seine ganze Generation sprechen zu können,
> aber ich weiß: In England tritt ein Politiker
> zurück, weil er vor 15 Jahren einer Frau
> eine Hand aufs Knie gelegt hat. In Deutschland
> wird ein Politiker, der vor 15 Jahren einen
> Unschuldigen nach Guantanamo gebracht
> hat, Bundespräsident. Kein Wunder, daß sich
> Großbritannien angewidert von solchen Leuten abwendet.

Zu recht von denen, die ihren Hände nicht bei sich behalten können.

Der Unterschied: Bei ersterem hat die Person seinen Status ausgenutzt, 
bei letzterem gab Opportunität den Ausschlag. Wäre zu der Zeit Kurnaz 
bekannt gewesen, gäbe es keinen Fall Kurnaz.

Außerdem vergibt und vergisst der Wähler seinen Politikern sehr leicht, 
wenn sie zu augenscheinlich zu seinem Vorteil handeln.

Gruß
Peter

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#328103

FromFrank Hucklenbroich <Hucklenbroich01@aol.com>
Date2017-11-09 15:44 +0100
Message-ID<121swgdcvcz7u$.xiv5lhj2n9qr$.dlg@40tude.net>
In reply to#328039
Am Thu, 9 Nov 2017 11:23:51 +0100 schrieb Peter Mc Donough:

> Der Unterschied: Bei ersterem hat die Person seinen Status ausgenutzt, 
> bei letzterem gab Opportunität den Ausschlag. Wäre zu der Zeit Kurnaz 
> bekannt gewesen, gäbe es keinen Fall Kurnaz.
> 
> Außerdem vergibt und vergisst der Wähler seinen Politikern sehr leicht, 
> wenn sie zu augenscheinlich zu seinem Vorteil handeln.

Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Hätte er Kurnaz heimgeholt, dann hätte
eine gewisse Klientel laut aufgeschrien, er hätte islamistische Terroristen
ins Land geholt.

So hat er sich dann lieber zurückgelehnt, nach dem Motto "die Amis werden
schon wissen, was sie da tun".

Grüße,

Frank

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#328212

FromPeter Mc Donough <mcd-mail-lists@gmx.net>
Date2017-11-10 00:02 +0100
Message-ID<f6k53pFk3b3U1@mid.individual.net>
In reply to#328103
Am 09.11.2017 um 15:44 schrieb Frank Hucklenbroich:
> Am Thu, 9 Nov 2017 11:23:51 +0100 schrieb Peter Mc Donough:
> 
>> Der Unterschied: Bei ersterem hat die Person seinen Status ausgenutzt,
>> bei letzterem gab Opportunität den Ausschlag. Wäre zu der Zeit Kurnaz
>> bekannt gewesen, gäbe es keinen Fall Kurnaz.
>>
>> Außerdem vergibt und vergisst der Wähler seinen Politikern sehr leicht,
>> wenn sie zu augenscheinlich zu seinem Vorteil handeln.
> 
> Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Hätte er Kurnaz heimgeholt, dann hätte
> eine gewisse Klientel laut aufgeschrien, er hätte islamistische Terroristen
> ins Land geholt.
> 
> So hat er sich dann lieber zurückgelehnt, nach dem Motto "die Amis werden
> schon wissen, was sie da tun".

So einfach ist es nicht. Die Amis wollten Kurnaz nicht mehr haben. 
Steinmeier hat an der Stelle versagt. Vielleicht nicht er persönlich, 
aber er war der Boss.

Mit anderen Worten, das wird kein "großer" Bundespräsident.

Gruß
Peter

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#328328

FromRuediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de>
Date2017-11-10 13:56 +0100
Message-ID<ou4b78.rg.1@privat.lahls.de>
In reply to#328212
On 10.11.2017 00:02, Peter Mc Donough wrote:

> Am 09.11.2017 um 15:44 schrieb Frank Hucklenbroich:
>> Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Hätte er Kurnaz heimgeholt, dann hätte
>> eine gewisse Klientel laut aufgeschrien, er hätte islamistische Terroristen
>> ins Land geholt.
>>
>> So hat er sich dann lieber zurückgelehnt, nach dem Motto "die Amis werden
>> schon wissen, was sie da tun".

Sie haben ihn erst 4 Jahre später von selbst entlassen. Wahrscheinlich
wussten sie tatsächlich, was sie da tun.

> So einfach ist es nicht. Die Amis wollten Kurnaz nicht mehr haben.
> Steinmeier hat an der Stelle versagt. Vielleicht nicht er persönlich,
> aber er war der Boss.
>
> Mit anderen Worten, das wird kein "großer" Bundespräsident.

Er hat nen guten Kanzleramtschef und einen passablen Außenminister
gegeben. Letzteres ist für einen Bundespräsident schon mal eine gute
Voraussetzung und die 10 Jahre alten Kamellen aus dem Kanzleramt,
interessieren dabei sowieso nicht. Was ihn in seiner Rolle als Präsident
beschränkt, ist seine fehlende Volkesnähe. Der Würde des Amtes, wird er
aber gerecht.

Rued- zündelnd -iger
-- 
bis denne

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#328336

FromLothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de>
Date2017-11-10 05:10 -0800
Message-ID<fb01108a-b0f0-4fb9-b5bb-c0ef243768f6@googlegroups.com>
In reply to#328328
Ruediger Lahl tat kund:

> On 10.11.2017 00:02, Peter Mc Donough wrote:
> 
> > Am 09.11.2017 um 15:44 schrieb Frank Hucklenbroich:
> >> Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Hätte er Kurnaz heimgeholt, dann hätte
> >> eine gewisse Klientel laut aufgeschrien, er hätte islamistische Terroristen
> >> ins Land geholt.
> >>
> >> So hat er sich dann lieber zurückgelehnt, nach dem Motto "die Amis werden
> >> schon wissen, was sie da tun".
> 
> Sie haben ihn erst 4 Jahre später von selbst entlassen. Wahrscheinlich
> wussten sie tatsächlich, was sie da tun.
> 
> > So einfach ist es nicht. Die Amis wollten Kurnaz nicht mehr haben.
> > Steinmeier hat an der Stelle versagt. Vielleicht nicht er persönlich,
> > aber er war der Boss.
> >
> > Mit anderen Worten, das wird kein "großer" Bundespräsident.
> 
> Er hat nen guten Kanzleramtschef und einen passablen Außenminister
> gegeben. Letzteres ist für einen Bundespräsident schon mal eine gute
> Voraussetzung und die 10 Jahre alten Kamellen aus dem Kanzleramt,
> interessieren dabei sowieso nicht. 

Sag ich ja - ein Unschuldiger im Folterknast,
na und? Das ist Deutschland. Eine wesentlich
geringere, geradezu läppische Verfehlung
vor 15 Jahren führte zum Rücktritt. Das ist England.

> Was ihn in seiner Rolle als Präsident
> beschränkt, ist seine fehlende Volkesnähe. Der Würde des Amtes, wird er
> aber gerecht.

Der Würde eines Amtes, das sowas wie
Steinmeier bekommen kann, bestimmt.

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#328348

FromDr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org>
Date2017-11-10 14:11 +0000
Message-ID<ou4c24$hob$1@news.albasani.net>
In reply to#328328
Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> wrote:
> On 10.11.2017 00:02, Peter Mc Donough wrote:
> 
>> Am 09.11.2017 um 15:44 schrieb Frank Hucklenbroich:
>>> Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Hätte er Kurnaz heimgeholt, dann hätte
>>> eine gewisse Klientel laut aufgeschrien, er hätte islamistische Terroristen
>>> ins Land geholt.
>>> 
>>> So hat er sich dann lieber zurückgelehnt, nach dem Motto "die Amis werden
>>> schon wissen, was sie da tun".
> 
> Sie haben ihn erst 4 Jahre später von selbst entlassen. Wahrscheinlich
> wussten sie tatsächlich, was sie da tun.
> 
>> So einfach ist es nicht. Die Amis wollten Kurnaz nicht mehr haben.
>> Steinmeier hat an der Stelle versagt. Vielleicht nicht er persönlich,
>> aber er war der Boss.
>> 
>> Mit anderen Worten, das wird kein "großer" Bundespräsident.
> 
> Er hat nen guten Kanzleramtschef und einen passablen Außenminister
> gegeben. Letzteres ist für einen Bundespräsident schon mal eine gute
> Voraussetzung und die 10 Jahre alten Kamellen aus dem Kanzleramt,
> interessieren dabei sowieso nicht. Was ihn in seiner Rolle als Präsident
> beschränkt, ist seine fehlende Volkesnähe. Der Würde des Amtes, wird er
> aber gerecht.
> 
> Rued- zündelnd -iger

Hm...

Einige andere benennen genau ihn, wenn es darum geht wie Politiker mit
Phrasengeschwafel der AfD neue Wähler zutreiben. 
Den Maidan hat er auch zu einem guten Teil zu verantworten. Der Auftritt
hat Hoffnungen geweckt die er nicht zu halten bereit war. Nicht annähernd. 

Er ist ein Opportunist. Wenn schon SPD, dann Nahles und Gabriel, beide sind
ehrlicher und sind an ihren Aufgaben gewachsen. 

-- 
please forgive my iPhone typos -sent via Newstap

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#327753

FromLothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de>
Date2017-11-06 12:31 -0800
Message-ID<e7aba0be-9685-4f1c-9965-a5c029cd8c2c@googlegroups.com>
In reply to#327337
Dr. Joachim Neudert tat kund:

> London, am 2.11.2017. 
> 
> In der Stadt in der ich gerade bin ist was passiert. Vor 15 Jahren.
> 
> http://www.spiegel.de/politik/ausland/britischer-verteidigungsminister-michael-fallon-tritt-nach-belaestigungsvorwuerfen-zurueck-a-1176022.html#js-article-comments-box-pager
> 
> https://www.theguardian.com/politics/2017/nov/01/michael-fallon-quits-as-defence-secretary
> 
> 
> Ich hatte schon ein grosses Posting dazu geschrieben.
> Wieder gelöscht. 
> Sicher ist sicher, die Gedankenpolizei...

Halt dich raus, dann kommst du nicht rein[*].

Wenn eine Frau in Jahr braucht, um ihre
dadurch, daß ein Mann ihr ein Kompliment
gemacht hat, entstandenen Seelenqualen soweit 
zu kompensieren, um sie in einem Buch zu
kommerzialisieren, kann der Mann nicht gewinnen.


-----
[*] Obvious pun not intended.

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#327755

FromLothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de>
Date2017-11-06 12:36 -0800
Message-ID<dad6efaf-e9c1-418a-a4bc-6b34a3566d7a@googlegroups.com>
In reply to#327337
Dr. Joachim Neudert tat kund:

> London, am 2.11.2017. 
> 
> In der Stadt in der ich gerade bin ist was passiert. Vor 15 Jahren.
> 
> http://www.spiegel.de/politik/ausland/britischer-verteidigungsminister-michael-fallon-tritt-nach-belaestigungsvorwuerfen-zurueck-a-1176022.html#js-article-comments-box-pager
> 
> https://www.theguardian.com/politics/2017/nov/01/michael-fallon-quits-as-defence-secretary
> 
> 
> Ich hatte schon ein grosses Posting dazu geschrieben.
> Wieder gelöscht. 
> Sicher ist sicher, die Gedankenpolizei...

Halt dich raus, dann kommst du nicht rein[*].

Wenn eine Frau ein Jahr braucht, um ihre
dadurch, daß ein Mann ihr ein Kompliment
gemacht hat, entstandenen Seelenqualen soweit
zu kompensieren, um sie in einem Buch zu
kommerzialisieren, kann der Mann nicht gewinnen.


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[*] Obvious pun not intended.

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