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Fahrrad-Infarkt in Amsterdam

Started byDr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org>
First post2017-08-04 05:21 +0000
Last post2017-08-09 10:25 +0200
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Contents

  Fahrrad-Infarkt in Amsterdam Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2017-08-04 05:21 +0000
    Re: Fahrrad-Infarkt in Amsterdam "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2017-08-04 09:42 +0200
      Re: Fahrrad-Infarkt in Amsterdam "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2017-08-04 09:51 +0200
        Re: Fahrrad-Infarkt in Amsterdam "Peter Heitzer" <peter.heitzer@rz.uni-regensburg.de> - 2017-08-04 10:36 +0000
          Re: Fahrrad-Infarkt in Amsterdam "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2017-08-04 12:41 +0200
            Re: Fahrrad-Infarkt in Amsterdam Holger Marzen <holger@marzen.de> - 2017-08-04 11:04 +0000
              Re: Fahrrad-Infarkt in Amsterdam "Ralph A. Schmid, dk5ras" <ralph@schmid.xxx> - 2017-08-04 13:39 +0200
                Re: Fahrrad-Infarkt in Amsterdam Lothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de> - 2017-08-04 04:46 -0700
                  Re: Fahrrad-Infarkt in Amsterdam "Ralph A. Schmid, dk5ras" <ralph@schmid.xxx> - 2017-08-04 13:50 +0200
                    Re: Fahrrad-Infarkt in Amsterdam Lothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de> - 2017-08-04 04:56 -0700
                Re: Fahrrad-Infarkt in Amsterdam Holger Marzen <holger@marzen.de> - 2017-08-04 12:07 +0000
                  Re: Fahrrad-Infarkt in Amsterdam "Ralph A. Schmid, dk5ras" <ralph@schmid.xxx> - 2017-08-07 09:34 +0200
            Re: Fahrrad-Infarkt in Amsterdam Lothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de> - 2017-08-04 04:45 -0700
              Re: Fahrrad-Infarkt in Amsterdam Gerald Gruner <gerald314@yahoo.de> - 2017-08-04 19:33 +0200
          Re: Fahrrad-Infarkt in Amsterdam Martin Gerdes <martin.gerdes@gmx.de> - 2017-08-07 21:57 +0200
            Re: Fahrrad-Infarkt in Amsterdam Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2017-08-07 20:38 +0000
              Re: Fahrrad-Infarkt in Amsterdam "Peter Heitzer" <peter.heitzer@rz.uni-regensburg.de> - 2017-08-08 10:48 +0000
                Re: Fahrrad-Infarkt in Amsterdam Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2017-08-08 11:05 +0000
                Re: Fahrrad-Infarkt in Amsterdam Martin Gerdes <martin.gerdes@gmx.de> - 2017-08-08 18:54 +0200
    Re: Fahrrad-Infarkt in Amsterdam Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2017-08-04 18:27 +0200
      Re: Fahrrad-Infarkt in Amsterdam Matthias Eißing <meissing@gmx.de> - 2017-08-04 16:31 +0000
        Re: Fahrrad-Infarkt in Amsterdam Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2017-08-08 05:06 +0200
          Re: Fahrrad-Infarkt in Amsterdam Herwig AQSR <herwig.huener@t-online.de> - 2017-08-08 23:16 -0700
          Re: Fahrrad-Infarkt in Amsterdam Matthias Eißing <meissing@gmx.de> - 2017-08-09 10:25 +0200

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#319607 — Fahrrad-Infarkt in Amsterdam

FromDr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org>
Date2017-08-04 05:21 +0000
SubjectFahrrad-Infarkt in Amsterdam
Message-ID<om1093$d23$1@news.albasani.net>
Das ist der Titel eines Artikels der Süddeutschen Zeitung heute auf Seite
8. In Amsterdam gibt es jetzt 800 000 Fahrräder, und 1,3 pro Niederländer.
Und jetzt kamen noch 6 Start-ups die Leihfahrräder in der Stadt verteilen,
per Handy App zu entsperren für 0,50 € für eine halbe Stunde, und die alles
zustopfen und herumstehen. Die werden jetzt verboten. Genutzt wird das
Angebot angeblich kaum.
Ziel müsse es sein, die Zahl der Fahrräder in der Stadt zu verringern.

Na bitte, geht doch.

-- 
please forgive my iPhone typos -sent via Newstap

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#319620

From"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org>
Date2017-08-04 09:42 +0200
Message-ID<om18hs$qe4$1@news.albasani.net>
In reply to#319607
Am 04.08.17 um 07:21 schrieb Dr. Joachim Neudert:
> Das ist der Titel eines Artikels der Süddeutschen Zeitung heute auf Seite
> 8. In Amsterdam gibt es jetzt 800 000 Fahrräder, und 1,3 pro Niederländer.
> Und jetzt kamen noch 6 Start-ups die Leihfahrräder in der Stadt verteilen,
> per Handy App zu entsperren für 0,50 € für eine halbe Stunde, und die alles
> zustopfen und herumstehen. Die werden jetzt verboten. Genutzt wird das
> Angebot angeblich kaum.
> Ziel müsse es sein, die Zahl der Fahrräder in der Stadt zu verringern.
> 
> Na bitte, geht doch.
> 
Das Problem scheint weniger technisch zu sein. Die Menschen sind sich
selber zunehmend überdrüssig. Wenn auch Fahrräder verboten werden
müssen- was soll dann noch helfen? Auflösung der Städte ist dann der
zwangsläufig nächste Schritt?

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#319622

From"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org>
Date2017-08-04 09:51 +0200
Message-ID<om192o$oue$1@news.albasani.net>
In reply to#319620
Am 04.08.17 um 09:42 schrieb Dr. Joachim Neudert:
> Am 04.08.17 um 07:21 schrieb Dr. Joachim Neudert:
>> Das ist der Titel eines Artikels der Süddeutschen Zeitung heute auf Seite
>> 8. In Amsterdam gibt es jetzt 800 000 Fahrräder, und 1,3 pro Niederländer.
>> Und jetzt kamen noch 6 Start-ups die Leihfahrräder in der Stadt verteilen,
>> per Handy App zu entsperren für 0,50 € für eine halbe Stunde, und die alles
>> zustopfen und herumstehen. Die werden jetzt verboten. Genutzt wird das
>> Angebot angeblich kaum.
>> Ziel müsse es sein, die Zahl der Fahrräder in der Stadt zu verringern.
>>
>> Na bitte, geht doch.
>>
> Das Problem scheint weniger technisch zu sein. Die Menschen sind sich
> selber zunehmend überdrüssig. Wenn auch Fahrräder verboten werden
> müssen- was soll dann noch helfen? Auflösung der Städte ist dann der
> zwangsläufig nächste Schritt?
> 
> 


Jetzt ist der Artikel auf Linie:

"Es ist nicht so, dass Amsterdam dringend mehr Fahrräder gebraucht
hätte. Das legt nicht nur der Augenschein nahe, sondern auch die
Statistik. 800 000 Stück stehen oder fahren nach Schätzungen in der gar
nicht so großen Stadt herum, jedem Niederländer gehören 1,3 Exemplare.
Insofern zog mancher Einwohner im Frühjahr eine Braue hoch, als die
neueste Welle der Sharing Economy heran schwappte: das Fahrrad-Sharing.

Fahrrad-Sharing in Amsterdam? Ja, das war ernst gemeint. Mindestens
sechs Unternehmen, zum Teil aus Dänemark und China, sind inzwischen
tätig im neuen Business. Sie heißen Flickbike, Yellowbike oder Obike,
fahren mit Lastwagen quer durch die Stadt und "kippen", wie es in
Presseberichten mit leichter Abscheu dargestellt wird, ihre
orangeschwarzen, gelben, roten oder grauen "deelfietsen", die Mieträder,
scheinbar auf die Straße. Manche reihen sich dann in Ständer ein, andere
lehnen an Bäumen oder stehen einfach nur herum. Zielgruppe sind
Touristen, Expats, Studenten und alle Radlosen, die dringend irgendwo
hin müssen. Sie laden eine App herunter, die ihnen per GPS das nächst
gelegene Rad anzeigt, zahlen im günstigsten Fall etwa 50 Cent pro halbe
Stunde und können das mit einem "schlauen" Schloss versehene Vehikel
anschließend abstellen, wo sie wollen. Genutzt wird das Angebot bisher:
kaum.

Das Angebot hört sogar gleich wieder auf, denn die Stadtverwaltung hat
auf die Bremse getreten. "Wir wollen nicht, dass Mieträder den knappen
öffentlichen Raum in Beschlag nehmen", sagt Verkehrsstadtrat Peter
Litjens. Man arbeite daran, Platz für Fahrräder zu schaffen, den man
sich nicht von den kommerziellen Anbietern wegnehmen lassen wolle.
Amsterdam hat nämlich andere Sorgen als andere: Ziel aller
Fahrradteilsysteme, sagt Litjens, müsse es sein, die Zahl der Räder in
der Stadt zu reduzieren. "Bisher scheinen es einfach nur mehr zu
werden." Vermutlich im September sollen die Miet-Räder eingezogen
werden. Anschließend will man mit den Anbietern über Regeln reden, die
das Geschäft in verträgliche Bahnen lenken.

Wohin mit den Rädern? Das ist eine dringende Frage in niederländischen
Städten
Wohin mit den Rädern? Das ist eine immer dringlichere Frage in
niederländischen Städten. Die Fahrradständer quellen über. Ständig
werden neue gebaut, riesige Parkhäuser sind in Bau - allein am Bahnhof
in Utrecht sollen bald 20 000 Räder stehen. Und trotzdem reicht es
nicht. Laut dem Bahnverband Prorail werden bis 2020 im ganzen Land 180
000 Stellplätze fehlen. Hinzu kommt, dass viele herumstehende Fahrräder
gar nicht in Gebrauch sind. In Amsterdam schätzt man, dass dies auf
jedes vierte zutrifft, das wären etwa 200 000. Im Jahr 2014 wurden dort
73 745 "Waisenräder" oder Wracks entsorgt, zu Kosten von jeweils 76 Euro.

Rotterdam hat das Fahrrad-Sharing im Gegensatz zur Hauptstadt begrüßt.
Es könne, zusammen mit den teureren Mieträdern, die von der Bahn
betrieben werden, den Parkdruck mindern. Allerdings nur, wenn die Räder
auch von Pendlern benutzt werden. Diese neigen dazu, am Bahnhof ihr
altes Gazelle- oder Sparta-Rad abzustellen. Die seien allemal besser,
werden Nutzer zitiert, als die schwergängigen, klobigen Mieträder, die
vor allem chinesische Firmen im Angebot hätten.

Der spezielle Widerwille in Amsterdam erklärt sich wohl aus dem Gefühl
der Einwohner, von immer mehr Touristen überrannt zu werden. In dieser
Hinsicht geht es der Stadt wie Venedig oder Barcelona. Zu manchen
Zeiten, etwa an Ostern, ist der Andrang in der relativ kleinen
Innenstadt so stark, dass man an den Grachten kaum voran kommt. Wo es so
eng ist, wird jedes Touristen-Rad als störend empfunden.

Experten schlagen vor, die Zahl der erlaubten Mieträder an öffentlichen
Fahrradständern zu beschränken, besondere Parkzonen auszuweisen und
Anbieter über eine Gebühr am Bau neuer Standplätze zu beteiligen. Das
Ungeregelte wird nun also geregelt werden."

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#319673

From"Peter Heitzer" <peter.heitzer@rz.uni-regensburg.de>
Date2017-08-04 10:36 +0000
Message-ID<euj114Fa4dmU1@mid.individual.net>
In reply to#319622
Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> wrote:
>Am 04.08.17 um 09:42 schrieb Dr. Joachim Neudert:
>> Am 04.08.17 um 07:21 schrieb Dr. Joachim Neudert:
>>> Das ist der Titel eines Artikels der Süddeutschen Zeitung heute auf Seite
>>> 8. In Amsterdam gibt es jetzt 800 000 Fahrräder, und 1,3 pro Niederländer.
>>> Und jetzt kamen noch 6 Start-ups die Leihfahrräder in der Stadt verteilen,
>>> per Handy App zu entsperren für 0,50 € für eine halbe Stunde, und die alles
>>> zustopfen und herumstehen. Die werden jetzt verboten. Genutzt wird das
>>> Angebot angeblich kaum.
>>> Ziel müsse es sein, die Zahl der Fahrräder in der Stadt zu verringern.

Ich denke es geht eher um die Zahl der _Stand_räder. Man braucht sich
nur hierzulande mal bei Bahnhöfen und grösseren Radabstellanlagen umsehen.
Gefühlt >70% der Räder werden nie bewegt, sondern stehen nur Monate lang
herum.

-- 
Dipl.-Inform(FH) Peter Heitzer, peter.heitzer@rz.uni-regensburg.de

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#319674

From"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org>
Date2017-08-04 12:41 +0200
Message-ID<om1j0u$3u8$1@news.albasani.net>
In reply to#319673
Am 04.08.17 um 12:36 schrieb Peter Heitzer:
> Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> wrote:
>> Am 04.08.17 um 09:42 schrieb Dr. Joachim Neudert:
>>> Am 04.08.17 um 07:21 schrieb Dr. Joachim Neudert:
>>>> Das ist der Titel eines Artikels der Süddeutschen Zeitung heute auf Seite
>>>> 8. In Amsterdam gibt es jetzt 800 000 Fahrräder, und 1,3 pro Niederländer.
>>>> Und jetzt kamen noch 6 Start-ups die Leihfahrräder in der Stadt verteilen,
>>>> per Handy App zu entsperren für 0,50 € für eine halbe Stunde, und die alles
>>>> zustopfen und herumstehen. Die werden jetzt verboten. Genutzt wird das
>>>> Angebot angeblich kaum.
>>>> Ziel müsse es sein, die Zahl der Fahrräder in der Stadt zu verringern.
> 
> Ich denke es geht eher um die Zahl der _Stand_räder. Man braucht sich
> nur hierzulande mal bei Bahnhöfen und grösseren Radabstellanlagen umsehen.
> Gefühlt >70% der Räder werden nie bewegt, sondern stehen nur Monate lang
> herum.
> 
Die Menschen haben einander dick gekriegt in den Städten. Ihre
Ausdünstungen, ihre Lebensäusserungen, ihre Geräusche ihren Besitz, alles.

Warum drängen sie dann alle in die Städte rein?

Ich werde beim Baden im See heute nachmittag noch länger darüber
nachdenken. Für mich hab ich es jedenfalls anders gelöst. Wenn sie jetzt
noch alle in den Städten blieben und uns Landeier auf dem Land in Ruhe
liessen, wäre wohl allen geholfen. Über mein Rad hat sich hier noch
keiner beschwert, zumindest.

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#319676

FromHolger Marzen <holger@marzen.de>
Date2017-08-04 11:04 +0000
Message-ID<om1kcb$qpj$1@news.marzen.de>
In reply to#319674
* On Fri, 4 Aug 2017 12:41:34 +0200, Dr. Joachim Neudert wrote:

> Am 04.08.17 um 12:36 schrieb Peter Heitzer:
>> Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> wrote:
>>> Am 04.08.17 um 09:42 schrieb Dr. Joachim Neudert:
>>>> Am 04.08.17 um 07:21 schrieb Dr. Joachim Neudert:
>>>>> Das ist der Titel eines Artikels der Süddeutschen Zeitung heute auf Seite
>>>>> 8. In Amsterdam gibt es jetzt 800 000 Fahrräder, und 1,3 pro Niederländer.
>>>>> Und jetzt kamen noch 6 Start-ups die Leihfahrräder in der Stadt verteilen,
>>>>> per Handy App zu entsperren für 0,50 € für eine halbe Stunde, und die alles
>>>>> zustopfen und herumstehen. Die werden jetzt verboten. Genutzt wird das
>>>>> Angebot angeblich kaum.
>>>>> Ziel müsse es sein, die Zahl der Fahrräder in der Stadt zu verringern.
>> 
>> Ich denke es geht eher um die Zahl der _Stand_räder. Man braucht sich
>> nur hierzulande mal bei Bahnhöfen und grösseren Radabstellanlagen umsehen.
>> Gefühlt >70% der Räder werden nie bewegt, sondern stehen nur Monate lang
>> herum.
>> 
> Die Menschen haben einander dick gekriegt in den Städten. Ihre
> Ausdünstungen, ihre Lebensäusserungen, ihre Geräusche ihren Besitz, alles.

Vor allem der Lärm und die Gerüche. Rücksichtslosigkeit in einer Menge,
die es mangels Bevölkerungsdichte auf dem Land nicht gibt.

Neid? Auf was? Wer Geld hat, wohnt nicht in der Innenstadt. Dessen Haus
sieht man dort nicht. Auf ein dickes Auto, mit dem er/sie im Stau steht?
Ist meist ein Firmenauto oder geleast.

> Warum drängen sie dann alle in die Städte rein?

Arbeitsplatz. Als der Standort meiner Firma im Saarland geschlossen
wurde und ich vor der Wahl stand, bis zur Rente Wochenpendler zu sein
oder mir im Saarland was zu suchen, habe ich mir den saarländischen
Arbeitsmarkt sehr intensiv angeschaut.

Zusammengefasst und auf die Spitze getrieben:
Arbeit gibt es durchaus, die Anforderungen sind hoch, die Flexibilität
niedrig (Arbeitszeiten, Home Office), die Gehälter niedrig, und wer
vorher mehr verdient hat als geboten wird, wird nicht genommen, weil man
sich sicher ist, dass er nicht lange bleibt.

Wenn man dann nicht gerade neben der Arbeit wohnt und täglich 30-60
Entfernungskilometer durchs Outback hat, ist Wochenpendeln zu einem
etwas flexibler aufgestellten Arbeitgeber u.U. die bessere Lösung. Dann
schläft man halt 3x die Woche mit Ohrenstöpseln, und das nicht mal jede
Woche (Urlaub, Brückentage, Überstunden abfeiern).

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#319679

From"Ralph A. Schmid, dk5ras" <ralph@schmid.xxx>
Date2017-08-04 13:39 +0200
Message-ID<f7n8ocl8mq686op7n6mfmsbj64pc2ic3s1@4ax.com>
In reply to#319676
Holger Marzen <holger@marzen.de> wrote:

>> Warum drängen sie dann alle in die Städte rein?
>
>Arbeitsplatz.

Der ist auf dem Land. Meine Vorstellung von Lebensqualität ist es, die
ein Wohnen auf dem Land kategorisch ausschließt. 


-ras

-- 
Ralph A. Schmid
http://www.schmid.xxx/ http://www.db0fue.de/
http://www.bclog.de/ http://www.kabuliyan.de/ http://www.mygargoyles.net/

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#319681

FromLothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de>
Date2017-08-04 04:46 -0700
Message-ID<32add6ef-590d-45ef-9b6b-cd8b06b023dd@googlegroups.com>
In reply to#319679
Ralph A. Schmid, dk5ras tat kund:

> Holger Marzen <holger@marzen.de> wrote:
> 
> >> Warum drängen sie dann alle in die Städte rein?
> >
> >Arbeitsplatz.
> 
> Der ist auf dem Land. 

Nein, der ist meistens in der Stadt.

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#319682

From"Ralph A. Schmid, dk5ras" <ralph@schmid.xxx>
Date2017-08-04 13:50 +0200
Message-ID<gqn8ocdk4otbss7qjlt0nmgsiputagm8pn@4ax.com>
In reply to#319681
Lothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de> wrote:

>> Der ist auf dem Land. 
>
>Nein, der ist meistens in der Stadt.

Meistens schon, aber meiner nicht. Dennoch würde ich hier nichtmal für
geschenkt (mietfrei) hinziehen wollen.


-ras

-- 
Ralph A. Schmid
http://www.schmid.xxx/ http://www.db0fue.de/
http://www.bclog.de/ http://www.kabuliyan.de/ http://www.mygargoyles.net/

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#319684

FromLothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de>
Date2017-08-04 04:56 -0700
Message-ID<d79767d9-762a-4fe8-9d7c-763285cf5410@googlegroups.com>
In reply to#319682
Ralph A. Schmid, dk5ras tat kund:

> Lothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de> wrote:
> 
> >> Der ist auf dem Land. 
> >
> >Nein, der ist meistens in der Stadt.
> 
> Meistens schon, aber meiner nicht. Dennoch würde ich hier nichtmal für
> geschenkt (mietfrei) hinziehen wollen.

Von dir war doch gar nicht die Rede.

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#319687

FromHolger Marzen <holger@marzen.de>
Date2017-08-04 12:07 +0000
Message-ID<om1o23$sbi$1@news.marzen.de>
In reply to#319679
* On Fri, 04 Aug 2017 13:39:55 +0200, Ralph A. Schmid, dk5ras wrote:

> Holger Marzen <holger@marzen.de> wrote:
>
>>> Warum drängen sie dann alle in die Städte rein?
>>
>>Arbeitsplatz.
>
> Der ist auf dem Land. Meine Vorstellung von Lebensqualität ist es, die
> ein Wohnen auf dem Land kategorisch ausschließt. 

Klingt für mich nach teuer in der Stadt wohnen, aber billig auf dem Land
arbeiten.

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#319863

From"Ralph A. Schmid, dk5ras" <ralph@schmid.xxx>
Date2017-08-07 09:34 +0200
Message-ID<1u5goctig8jtl1u4f3uo9qi41j61od3uu5@4ax.com>
In reply to#319687
Holger Marzen <holger@marzen.de> wrote:

>Klingt für mich nach teuer in der Stadt wohnen, aber billig auf dem Land
>arbeiten.

Neee, billig in der Stadt wohnen, auf dem Land gutes Geld verdienen,
so machen wir das. Bleibt die Pendelei, aber irgenwas is' halt immer.


-ras

-- 
Ralph A. Schmid
http://www.schmid.xxx/ http://www.db0fue.de/
http://www.bclog.de/ http://www.kabuliyan.de/ http://www.mygargoyles.net/

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#319680

FromLothar Frings <Lothar.Frings@gmx.de>
Date2017-08-04 04:45 -0700
Message-ID<16cee631-adb1-4ac9-ae22-3183207af2f4@googlegroups.com>
In reply to#319674
Dr. Joachim Neudert tat kund:

> Am 04.08.17 um 12:36 schrieb Peter Heitzer:
> > Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> wrote:
> >> Am 04.08.17 um 09:42 schrieb Dr. Joachim Neudert:
> >>> Am 04.08.17 um 07:21 schrieb Dr. Joachim Neudert:
> >>>> Das ist der Titel eines Artikels der Süddeutschen Zeitung heute auf Seite
> >>>> 8. In Amsterdam gibt es jetzt 800 000 Fahrräder, und 1,3 pro Niederländer.
> >>>> Und jetzt kamen noch 6 Start-ups die Leihfahrräder in der Stadt verteilen,
> >>>> per Handy App zu entsperren für 0,50 € für eine halbe Stunde, und die alles
> >>>> zustopfen und herumstehen. Die werden jetzt verboten. Genutzt wird das
> >>>> Angebot angeblich kaum.
> >>>> Ziel müsse es sein, die Zahl der Fahrräder in der Stadt zu verringern.
> > 
> > Ich denke es geht eher um die Zahl der _Stand_räder. Man braucht sich
> > nur hierzulande mal bei Bahnhöfen und grösseren Radabstellanlagen umsehen.
> > Gefühlt >70% der Räder werden nie bewegt, sondern stehen nur Monate lang
> > herum.
> > 
> Die Menschen haben einander dick gekriegt in den Städten. Ihre
> Ausdünstungen, ihre Lebensäusserungen, ihre Geräusche ihren Besitz, alles.
> 
> Warum drängen sie dann alle in die Städte rein?

Da gibt es zwei Möglichkeiten: 1. Sie sind gerne da,
wo etwas los ist. 2. In der Stadt gibt es Arbeit.

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#319705

FromGerald Gruner <gerald314@yahoo.de>
Date2017-08-04 19:33 +0200
Message-ID<1q3fc6m0fk5ok.dlg@10235314.user.individual.de>
In reply to#319680
Lothar Frings schrieb am 4.08.17:

>> Warum drängen sie dann alle in die Städte rein?
> 
> Da gibt es zwei Möglichkeiten: 1. Sie sind gerne da,
> wo etwas los ist. 2. In der Stadt gibt es Arbeit.

3. In der Stadt gibt es eine gute Infrastruktur. Man muss nicht für jedes
Pfund Butter eine "Weltreise" machen. Und auch nicht für einen Facharzt,
einen Optiker, eine Behörde, ein Restaurant, ...

Die unter 3. zieht es allerdings wohl eher in dem Speckgürtel um eine Stadt
als ganz mitten rein.

MfG
  Gerald

-- 
No trees were killed in the sending of this message. However 
a large number of electrons were terribly inconvenienced.	

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#319987

FromMartin Gerdes <martin.gerdes@gmx.de>
Date2017-08-07 21:57 +0200
Message-ID<v0m8octljjvgpru2o25p1hgsbue99drke1@4ax.com>
In reply to#319673
"Peter Heitzer" <peter.heitzer@rz.uni-regensburg.de> schrieb:

>>>> Das ist der Titel eines Artikels der Süddeutschen Zeitung heute auf Seite
>>>> 8. In Amsterdam gibt es jetzt 800 000 Fahrräder, und 1,3 pro Niederländer.
>>>> Und jetzt kamen noch 6 Start-ups die Leihfahrräder in der Stadt verteilen,
>>>> per Handy App zu entsperren für 0,50 € für eine halbe Stunde, und die alles
>>>> zustopfen und herumstehen. Die werden jetzt verboten. Genutzt wird das
>>>> Angebot angeblich kaum.
>>>> Ziel müsse es sein, die Zahl der Fahrräder in der Stadt zu verringern.

>Ich denke es geht eher um die Zahl der _Stand_räder. Man braucht sich
>nur hierzulande mal bei Bahnhöfen und grösseren Radabstellanlagen umsehen.
>Gefühlt >70% der Räder werden nie bewegt, sondern stehen nur Monate lang
>herum.

Ach, bei Euch auch? 

Wer gelegentlich mal nachts um drei vor dem Bahnhof vorbeikommt, dann
stellt er fest, daß praktisch alle Fahrradbügel mindestens doppelt
belegt sind. Räder von Einkaufsbummlern können das nicht sein,
Nachtschwärmer gibts nicht so viele, Anwohner gibts keine.

Schaut man sich die Räder näher an, finden sich viele Wracks darunter.
Ob ein Fahrrad im Gebrauch ist, kann man leicht prüfen: keine oder
praktisch keine Luft auf beiden Reifen und verrostete Kette deuten
darauf hin, daß hier Schrott entsorgt wurde, da müssen dann nicht einmal
die Laufräder verbogen sein oder der Sattel fehlen. 

Die Kommunen ignorieren dieses Problem bisher, weil seine Lösung zwar
einfach und naheliegend ist*, aber schlichtweg Geld kostet, das sie
bisher nicht in die Hand nehmen wollen. Auf ewig werden sie das Problem
aber nicht ignorieren können.

*Alle vier Wochen vorbeischauen, am Lenker von ersichtlich alten Rädern
eine Banderole anbringen ("Wird in 4 Wochen abgeholt ... Datum") und all
die Räder mit der Banderole vom letzten Monat abknacken und mitnehmen. 
Bei abgestellten Schrottautos wird das ja genauso gemacht. 

Gerade heute ist das in unserem Lokalblättchen auch Thema. Ich mach mal
den Fidel:

---vvv---
Stadt stockt Radstation auf 
Rund um den Bahnhof fehlen hunderte Radstellplätze

Alle Fahrradbügel besetzt, alle Stellplätze in den Radstationen vergeben
- rund um den Hauptbahnhof sind freie Abstellplätze für Radfahrer
Mangelware. Vor allem Pendler kritisieren, daß sichere
Unterstellmöglichkeiten fehlen. Die Stadt will nun die Radstation mit
100 neuen Plätzen aufstocken.

Artikel veröffentlicht: Donnerstag, 03.08.2017 19:40 Uhr

Hannover. Die Stadt will im Sommer die Radstation hinterm Bahnhof um
eine Etage aufstocken - doch für die 100 neuen Plätze gibt es längst
Interessenten, die Wartezeit beträgt derzeit sechs Monate. Mit einem
Sonderprogramm will die Region 500 zusätzliche Fahrradbügel pro Jahr
schaffen, auch die Stadt will die Zahl aufstocken.

Halbes Jahr Wartezeit

Helga Habermann kommt täglich mit der S-Bahn aus Wunstorf. Sie arbeitet
in Hannover, für die Weiterfahrt zum Büro müßte sie mit Stadtbahnen und
Bussen komplizierte Wege nehmen. „Mit dem Rad fahre ich nur 20 Minuten -
aber dafür brauche ich einen sicheren Unterstellplatz am Hauptbahnhof“,
sagt sie. „Auf öffentlichen Plätzen will man sein Rad nun wirklich nicht
über Nacht abstellen - ich will nicht jeden Morgen hoffen müssen, daß
der Sattel noch dran ist.“

Wie ihr geht es vielen Pendlern: Auf Nachfrage in der Radstation wurde
sie mit langer Wartezeit vertröstet.

800 sichere Fahrradstellplätze finden Pendler in den zwei Radstationen
am Bahnhof. Die Unterstellplätze mit Waschanlage und Werkstatt betreibt
der Suchthilfeverein Step und gibt damit ehemaligen Abhängigen
Beschäftigung. Geschäftsführer Mark Meißner begrüßt, daß die Stadt jetzt
erneut aufstockt, sagt aber auch: „Den Bedarf deckt das aber längst
nicht.“

Viele Interessenten hätten inzwischen die Hoffnung aufgegeben und würden
sich angesichts der Wartezeit gar nicht erst auf eine Liste setzen
lassen. Wenige Plätze gebe es noch für Tagesparker - „aber auch die sind
immer schnell weg“, sagt Meißner. Eine Stadt wie Hannover müsse
eigentlich mindestens 2000 Plätze vorhalten. Sein Wunsch-Standort für
eine weitere Radstation ist der Kiss-and-Ride-Auto-Kurzzeitparkplatz
Rundestraße: „Überdacht, ebenerdig, direkt am Bahnhof - das wäre ideal!“

Kaputte Räder blockieren Plätze

Auch das Radchaos vorm Hauptbahnhof lichtet sich kaum. Vergessene,
kaputte Räder blockieren die Abstellplätze - und das, obwohl Aha und die
Bahn nach eigenen Angaben regelmäßig Hunderte von ihnen auf den
Schrottplatz befördern.

Die Stadt hat rund um den Kröpcke 100 neue Stellplätze geschaffen,
zusätzlich werden derzeit nahe Stadion und Swiss-Life-Hall 600 neue
Stellplätze gebaut. Geplant seien auch mehrere Hundert am Kongreßzentrum
und als Pilotprojekt eine überdachte Fahrradgarage an der Endhaltestelle
Roderbruch.
---^^^---

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#319991

FromStefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich)
Date2017-08-07 20:38 +0000
Message-ID<5t5988cf54ifd1n3e8%sfroehli@Froehlich.Priv.at>
In reply to#319987
On Mon, 07 Aug 2017 21:57:51 Martin Gerdes wrote:
> Schaut man sich die Räder näher an, finden sich viele Wracks
> darunter. Ob ein Fahrrad im Gebrauch ist, kann man leicht prüfen:
> keine oder praktisch keine Luft auf beiden Reifen und verrostete
> Kette deuten darauf hin, daß hier Schrott entsorgt wurde, da
> müssen dann nicht einmal die Laufräder verbogen sein oder der
> Sattel fehlen. 
 
> Die Kommunen ignorieren dieses Problem bisher, weil seine Lösung
> zwar einfach und naheliegend ist*, aber schlichtweg Geld kostet,
> das sie bisher nicht in die Hand nehmen wollen. Auf ewig werden
> sie das Problem aber nicht ignorieren können.
 
> *Alle vier Wochen vorbeischauen, am Lenker von ersichtlich alten
> Rädern eine Banderole anbringen ("Wird in 4 Wochen abgeholt ...
> Datum") und all die Räder mit der Banderole vom letzten Monat
> abknacken und mitnehmen. Bei abgestellten Schrottautos wird das ja
> genauso gemacht. 

Genauso passiert das in Wien auch.

Das ist ein bisschen schwierig, weil es dazu (im Gegensatz zu KfZ)
keine eindeutige gesetzliche Grundlage gibt. Man muss also schon
interpretieren und die nicht fahrbereit abgestellten Räder als
derelinquiert betrachten.

Servus,
   Stefan

-- 
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Stefan konnte immer schon mehr als Vergnügen machen!
(Sloganizer)

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#320031

From"Peter Heitzer" <peter.heitzer@rz.uni-regensburg.de>
Date2017-08-08 10:48 +0000
Message-ID<eutj7pFmuegU1@mid.individual.net>
In reply to#319991
Stefan Froehlich <Stefan+Usenet@froehlich.priv.at> wrote:
>On Mon, 07 Aug 2017 21:57:51 Martin Gerdes wrote:
>> Schaut man sich die Räder näher an, finden sich viele Wracks
>> darunter. Ob ein Fahrrad im Gebrauch ist, kann man leicht prüfen:
... 
>> Die Kommunen ignorieren dieses Problem bisher, weil seine Lösung
>> zwar einfach und naheliegend ist*, aber schlichtweg Geld kostet,
>> das sie bisher nicht in die Hand nehmen wollen. Auf ewig werden
>> sie das Problem aber nicht ignorieren können.
> 
>> *Alle vier Wochen vorbeischauen, am Lenker von ersichtlich alten
>> Rädern eine Banderole anbringen ("Wird in 4 Wochen abgeholt ...
>> Datum") und all die Räder mit der Banderole vom letzten Monat
>> abknacken und mitnehmen. Bei abgestellten Schrottautos wird das ja
>> genauso gemacht. 

>Genauso passiert das in Wien auch.

>Das ist ein bisschen schwierig, weil es dazu (im Gegensatz zu KfZ)
>keine eindeutige gesetzliche Grundlage gibt. Man muss also schon
>interpretieren und die nicht fahrbereit abgestellten Räder als
>derelinquiert betrachten.

Man könnte die Position der Ventile und den Standort vermerken. 
Ein Rad, das an einem anderen Bügel auftaucht, wurde bewegt.
Auch eine abweichende Ventilposition deutet auf Bewegung hin. 
Wer die Abstellanlage zur Entsorgung seines Rades nutzt, macht sich sicher
nicht die Mühe, seinen Schrott regelmässig zu bewegen.
Wahrscheinlich reicht es aber wirklich aus, alle Räder mit intakter Banderole
einzusammeln. 
Solange den Geschäften aber nicht die Umsätze radikal wegbrechen, weil wegen
fehlender Radanschliessanlagen die Kunden wegbleiben, wird sich an der 
Situation wenig ändern. "Radförderung" wird weitgehend mit Radwegebau
assotiiert. Für wesentlich sinnvollere Maßnahmen wird IMO nur weitaus weniger
Geld eingeplant.

-- 
Dipl.-Inform(FH) Peter Heitzer, peter.heitzer@rz.uni-regensburg.de

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#320033

FromStefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich)
Date2017-08-08 11:05 +0000
Message-ID<3t59899a63i2e5cn3e8%sfroehli@Froehlich.Priv.at>
In reply to#320031
On Tue, 08 Aug 2017 12:48:25 Peter Heitzer wrote:
> Stefan Froehlich <Stefan+Usenet@froehlich.priv.at> wrote:
> >On Mon, 07 Aug 2017 21:57:51 Martin Gerdes wrote:
> >> *Alle vier Wochen vorbeischauen, am Lenker von ersichtlich
> >> alten Rädern eine Banderole anbringen ("Wird in 4 Wochen
> >> abgeholt ... Datum") und all die Räder mit der Banderole vom
> >> letzten Monat abknacken und mitnehmen. Bei abgestellten
> >> Schrottautos wird das ja genauso gemacht. 

> >Genauso passiert das in Wien auch.
 
> >Das ist ein bisschen schwierig, weil es dazu (im Gegensatz zu
> >KfZ) keine eindeutige gesetzliche Grundlage gibt. Man muss also
> >schon interpretieren und die nicht fahrbereit abgestellten Räder
> >als derelinquiert betrachten.
> 
> Man könnte die Position der Ventile und den Standort vermerken.
> Ein Rad, das an einem anderen Bügel auftaucht, wurde bewegt. Auch
> eine abweichende Ventilposition deutet auf Bewegung hin. 

Nein, das mit der Banderole ist schon ok. Man *hat* momentan keine
Verpflichtung, sein Rad alle x Tage zu bewegen, und das ist per se
auch noch kein Hinweis auf die Aufgabe des Eigentums - man geht
momentan daovn aus, dass eine zusätzliche Verwahrlosung des Rades
*und* weniger als monatlicher Sichtkontakt als Eigentumsaufgabe zu
werten sind.

> Solange den Geschäften aber nicht die Umsätze radikal wegbrechen,
> weil wegen fehlender Radanschliessanlagen die Kunden wegbleiben,
> wird sich an der Situation wenig ändern.

Wenn tatsächlich mehrere Mietradanbieter auf den Markt drängen und
die öffentliche Infrastruktur zur eigenen Gewinnmaximierung
verwenden, wird sich in dem Bereich relativ schnell etwas ändern, da
bin ich mir ziemlich sicher.

Servus,
   Stefan

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#320075

FromMartin Gerdes <martin.gerdes@gmx.de>
Date2017-08-08 18:54 +0200
Message-ID<klojocphhjhmicklpg11hsbo476b30ej0u@4ax.com>
In reply to#320031
"Peter Heitzer" <peter.heitzer@rz.uni-regensburg.de> schrieb:

>>> Die Kommunen ignorieren dieses Problem bisher, weil seine Lösung
>>> zwar einfach und naheliegend ist*, aber schlichtweg Geld kostet,
>>> das sie bisher nicht in die Hand nehmen wollen. Auf ewig werden
>>> sie das Problem aber nicht ignorieren können.
 
>>> *Alle vier Wochen vorbeischauen, am Lenker von ersichtlich alten
>>> Rädern eine Banderole anbringen ("Wird in 4 Wochen abgeholt ...
>>> Datum") und all die Räder mit der Banderole vom letzten Monat
>>> abknacken und mitnehmen. Bei abgestellten Schrottautos wird das ja
>>> genauso gemacht. 

>>Genauso passiert das in Wien auch.

>>Das ist ein bisschen schwierig, weil es dazu (im Gegensatz zu KfZ)
>>keine eindeutige gesetzliche Grundlage gibt. 

Offensichtlich sind Österreicher so eine Art Deutsche. Bei uns kriegen
die Behörden ob unregististrierter Vermögensgegenstände (vulgo:
Fahrräder) auch immer Gehirnverkrümmung. Angeblich müßten aus
rechtlichen Gründen eingesammelte Schrotträder weitere 6 Monate
aufbewahrt werden, bevor man sie entsorgen dürfe.

>>Man muss also schon interpretieren und die nicht fahrbereit 
>>abgestellten Räder als derelinquiert betrachten.

Das muß man, das kann man aber auch. Ein Fahrrad, bei dem beide Reifen
platt sind (und die Decken vielleicht noch porös), steht seit Monaten am
gleichen Fleck, das kann man durchaus als "Eigentumsaufgabe"
interpretieren.

>Man könnte die Position der Ventile und den Standort vermerken. 
>Ein Rad, das an einem anderen Bügel auftaucht, wurde bewegt.
>Auch eine abweichende Ventilposition deutet auf Bewegung hin. 
>Wer die Abstellanlage zur Entsorgung seines Rades nutzt, macht sich sicher
>nicht die Mühe, seinen Schrott regelmässig zu bewegen.
>Wahrscheinlich reicht es aber wirklich aus, alle Räder mit intakter Banderole
>einzusammeln. 

Vermutlich ja. 

>Solange den Geschäften aber nicht die Umsätze radikal wegbrechen, weil wegen
>fehlender Radanschliessanlagen die Kunden wegbleiben, wird sich an der 
>Situation wenig ändern. "Radförderung" wird weitgehend mit Radwegebau
>assoziiert. Für wesentlich sinnvollere Maßnahmen wird IMO nur weitaus weniger
>Geld eingeplant.

Radwegebau ist Förderung des Autoverkehrs, nicht Förderung des
Radverkehrs. Es geht dabei primärs darum, daß das Rad weg von der
Fahrbahnkommt ("Freie Fahrt für freie Bürger"), nicht etwa darum, daß
Fahrradfahrer ein leichteres Fortkommen hätten. Fahr gelegentlich mal
Radweg, dann spürst Du das in Deinem eigenen Hintern.

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#319699

FromHermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de>
Date2017-08-04 18:27 +0200
Message-ID<eujljjFf6e7U1@mid.individual.net>
In reply to#319607
Am 04.08.2017 um 07:21 schrieb Dr. Joachim Neudert:

> Das ist der Titel eines Artikels der Süddeutschen Zeitung heute auf Seite
> 8. In Amsterdam gibt es jetzt 800 000 Fahrräder,

Und wieviele handys pro Einwohner?

> und 1,3 pro Niederländer.
> Und jetzt kamen noch 6 Start-ups die Leihfahrräder in der Stadt verteilen,
> per Handy App zu entsperren für 0,50 € für eine halbe Stunde, und die alles
> zustopfen und herumstehen.

Und wann verbietet man Taxis?

> Die werden jetzt verboten. Genutzt wird das Angebot angeblich kaum.
> Ziel müsse es sein, die Zahl der Fahrräder in der Stadt zu verringern.

Wenn ich die durch parkende Pkws und parkende Lkws verstopfte Straßen
in München sehe ( und an den Bodenpreise angemessen Parkgebühren
denke) ..

> Na bitte, geht doch.

Dieselverbot ist ein Anfang.

Hermann
    der eher etwas gegen private Pkws in Großstädten hat.

-- 
http://www.hermann-riemann.de

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