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Groups > ger.ct > #622942 > unrolled thread
| Started by | Peter Veith <veith@snafu.de> |
|---|---|
| First post | 2024-07-04 16:06 +0200 |
| Last post | 2024-07-13 02:37 +0200 |
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Wenn die Ob’ren vom Frieden reden (was: Wärmstes Jahr) Peter Veith <veith@snafu.de> - 2024-07-04 16:06 +0200
Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden Friedrich Karl Siebert <f.k.siebert@online.de> - 2024-07-04 16:48 +0200
Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden Peter Veith <veith@snafu.de> - 2024-07-04 17:10 +0200
Re: Wenn die Ob'ren vom Frieden reden "DER GELAeUTERTE" <dergelaeuterte@web.de> - 2024-07-05 03:47 +0200
Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2024-07-04 17:00 +0200
Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden Peter Veith <veith@snafu.de> - 2024-07-04 17:23 +0200
Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2024-07-04 17:47 +0200
Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden Peter Veith <veith@snafu.de> - 2024-07-04 17:59 +0200
Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2024-07-04 18:04 +0200
Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden Peter Veith <veith@snafu.de> - 2024-07-04 19:11 +0200
Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2024-07-04 19:22 +0200
Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden Peter Veith <veith@snafu.de> - 2024-07-04 20:44 +0200
Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2024-07-07 00:01 +0200
Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden Peter Veith <veith@snafu.de> - 2024-07-27 15:52 +0200
Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2024-07-04 18:24 +0200
Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden Peter Veith <veith@snafu.de> - 2024-07-04 19:22 +0200
Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2024-07-04 18:10 +0000
Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden Peter Veith <veith@snafu.de> - 2024-07-04 21:09 +0200
Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden Ulf_Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2024-07-05 07:17 +0000
Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden Peter Veith <veith@snafu.de> - 2024-07-05 09:46 +0200
Re: Wenn die Ob'ren vom Frieden reden "DER GELAeUTERTE" <dergelaeuterte@web.de> - 2024-07-05 03:47 +0200
Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2024-07-05 23:25 +0200
Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden Peter Veith <veith@snafu.de> - 2024-07-04 17:41 +0200
Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden Andreas Bockelmann <xotzil@gmx.de> - 2024-07-06 12:44 +0200
Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2024-07-06 13:07 +0200
Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden Nomen Nescio <nobody@dizum.com> - 2024-07-06 22:21 +0200
Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden Wolf gang P u f f e <remail@gmx.com> - 2024-07-11 20:31 +0200
Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2024-07-12 10:04 +0200
Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden Georg Gruber <g.gruber_hauwech@gmx.net> - 2024-07-12 10:53 +0200
Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden Peter Veith <veith@snafu.de> - 2024-07-12 16:13 +0200
Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden Nomen Nescio <nobody@dizum.com> - 2024-07-12 22:40 +0200
Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2024-07-13 01:20 +0200
Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2024-07-13 02:37 +0200
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| From | "DER GELAeUTERTE" <dergelaeuterte@web.de> |
|---|---|
| Date | 2024-07-05 03:47 +0200 |
| Subject | Re: Wenn die Ob'ren vom Frieden reden |
| Message-ID | <GhG6fOY3NnB@dergelaeuterte> |
| In reply to | #622955 |
neudert@5sl.org (Dr. Joachim Neudert) schrieb: > Gasspeicher ganu ohne Russenpipeline schon wieder bei 82% Füllung. Und reicht - wenn voll - DREI WOCHEN, wenn Habeck nicht wieder einen milden Winter macht, wie eine bekannte tagesschaubesoffene Monnemer dumme Toele nicht muede wird, allen einreden zu wollen. -- Ich kann mir aber gut vorstellen, daß der Neger auf dem Umweg über den in den USA gebräuchlichen Nigger (dort ein übles Schimpfwort (hört sich auch schon so aggressiv an (Dieses Doppel-g in der Mitte klingt wie das Feuer eines Maschinengewehrs))) beschädigt wurde. [Schnatterliese Erika Ciesla in <bcfmgrFsp9lU1@mid.individual.net>] -> das Wahrheitsministerium raet: <http://www.hinterfotz.de/boese.html> <- und immer nur ARD+ZDF gucken: <https://www.youtube.com/watch?v=W2l2kNQhtlQ>
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| From | Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> |
|---|---|
| Date | 2024-07-05 23:25 +0200 |
| Subject | Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden |
| Message-ID | <v69obr$3eip7$1@dont-email.me> |
| In reply to | #622952 |
Salve allerseits, Dr. Joachim Neudert schrieb: > Am 04.07.24 um 17:23 schrieb Peter Veith: >> Dr. Joachim Neudert schrieb am 04.07.2024 um 17:00: >> >> Putin, dieser Wilde, hat nach seiner Auffassung tatsächlich das >> Kosovo-Szenario der USA nachvollzogen: Separatisten anerkannt und >> denen nunmehr lediglich helfen, der Drecksack! Er meinte wohl: "Wir >> führen keinen Krieg, aber wir sind aufgerufen, eine friedliche >> Lösung im Donbas auch mit militärischen Mitteln durchzusetzen." > > Er ist schon ein echter Friedensfürst, so wie Du, gell... Die Panzer > gehen ihm gerade aus. https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/politik/russland-ukraine-panzer-materialmangel-satellitenbilder-e168870/?reduced=true > +--- <hier abknabbern> --- | Ein Abnutzungskrieg ist eine Art der Kriegführung, bei der es nicht in | erster Linie um die Eroberung feindlichen Territoriums geht. Ein | Eroberungskrieg wird auch als Manöverkrieg bezeichnet, bei dem es darum | geht, durch schnelle Angriffe mit gepanzerten Fahrzeugen möglichst viel | Raum zu erobern und zu halten. | | *Was ist ein Abnutzungskrieg*? | | Beim Abnutzungskrieg hingegen geht es darum, dem Gegner möglichst viel | Schaden zuzufügen und dabei die eigene Kampfkraft und Ausrüstung | möglichst umfassend zu schonen. Dem Wesen des Abnutzungskrieges | widerspricht z. B. jeder Versuch, riskante Gebietseroberungen zu | unternehmen, die geeignet sind, eigene hohe Verluste herbeizuführen. | | Ein Abnutzungskrieg hat daher den Charakter eines Stellungskrieges, in | dem scheinbar nicht viel passiert, in dem messbare militärische Erfolge | auf dem Schlachtfeld, messbar in Gebietseroberungen, ausbleiben. | | In der Ukraine haben wir es seit Monaten mit einem Abnutzungskrieg zu | tun, in dem sich die Fronten nur langsam und zäh bewegen. Es scheint, | als befänden sich beide Kriegsparteien in einer Art Pattsituation. Doch | der Schein trügt, denn die Zeit arbeitet für die russischen Armeen. Denn | dem kollektiven Westen unter Führung der USA gelingt es nicht, mehr | Rüstungsgüter zu produzieren als Russland. | | Dies behauptet Gustav Gressel vom European Council on Foreign Relations | (ECFR) in einem Strategiepapier vom Januar dieses Jahres. Das Papier ist | zwar schon etwas älter, verdient aber Beachtung, weil es die | Rüstungszahlen der Nato mit denen Russlands vergleicht, die sich seitdem | nicht wesentlich verändert haben. Gressel geht in seiner | Schlussfolgerung davon aus, dass, wenn der bisherige Trend so | weitergeht, Russland den Abnutzungskrieg für sich entscheiden wird. | | *Rüstungsproduktion: Russland und Nato im Vergleich* | | Das ECFR wird zu einem großen Teil aus US-Mitteln finanziert und kann | als Thinktank bezeichnet werden, der militärische Eskalation | diplomatischen Lösungen vorzieht. Das Papier plädiert daher vorwiegend | für eine deutliche Steigerung der europäischen Rüstungsanstrengungen, | wie sie von den wechselnden US-Administrationen seit Langem gefordert | wird. | | Doch nicht nur der hier präsentierte Vergleich der Rüstungskapazitäten | ist hochinteressant. Gressel geht davon aus, dass Russland derzeit in | der Lage ist, seinen Streitkräften jährlich etwa 1.000 Kampfpanzer und | eine ähnliche Zahl von Schützenpanzern und gepanzerten | Mannschaftstransportwagen zuzuführen. Diese würden überwiegend aus | Altbeständen modernisiert. | | Das britische Royal United Services Institute (RUSI) geht in einer erst | vor 5 Tagen veröffentlichten Studie sogar von noch höheren | Produktionszahlen aus, dort ist von rund 1.500 Panzern und 3.000 | weiteren gepanzerten Kampffahrzeugen für dieses Jahr die Rede. | Allerdings folgt RUSI hier den offiziellen Verlautbarungen des | russischen Verteidigungsministeriums. | | Die brasilianische Militäranalystin Patricia Marins hält niedrigere | Panzerzahlen für wahrscheinlicher. Sie schätzt, dass Russland nur etwa | 560 Kampfpanzer pro Jahr bauen kann. Die Gesamtzahl aller gepanzerten | Fahrzeuge, die bis 2024 in die russische Armee gelangen, schätzt sie | aber noch höher auf 2.500-2.600. Interessant ist auch Marins | Beobachtung, dass die russische Armee die Reparatur beschädigter | Fahrzeuge offenbar erheblich beschleunigt hat. Sie führt aus: | | | Auch wenn die Russen ihren Produktionsbehauptungen nicht gerecht | | werden, so reparieren sie doch rasch ihre Ausrüstung, indem sie | | Reparaturzentren in die Nähe der Grenzen verlegen. | | Denn meist werden Panzerfahrzeuge nur beschädigt und nicht vollständig | zerstört, wie auf den zahlreichen Telegram- und X-Videos deutlich zu | sehen ist. Die Plattform Oryx, die russische und ukrainische | Materialverluste dokumentiert, listet häufig nur beschädigte Fahrzeuge | auf, sodass die tatsächlichen russischen Verluste weit geringer sein | dürften, als von Oryx behauptet. | | Umgekehrt ist es gerade die Reparaturlogistik der Nato, die vielen | Experten Kopfzerbrechen bereitet. So hat Rheinmetall erst kürzlich in | der Ukraine eine Werkstatt eröffnet, die Reparaturen vor Ort durchführen | kann, deren Größe allerdings sehr bescheiden erscheint und wohl eher | eine Art Versuchsballon ist. | | *Reparatur und Logistik: Entscheidender Faktor im Krieg* | | Es bleibt festzuhalten, dass die Möglichkeiten Russlands, Verluste auf | dem Schlachtfeld zu ersetzen, äußerst schwer zu ermitteln sind und die | Zahlen daher zwangsläufig unscharf bleiben. Erschwerend kommt hinzu, | dass die Russische Föderation über erhebliche Hallenkapazitäten verfügt, | in denen geparkte Panzer untergebracht werden können, die von Satelliten | nicht sichtbar sind. Gleiches gilt für unterirdische Lagerkapazitäten, | etwa entlang der Transsibirischen Eisenbahn. | | Gressel resümiert, dass Russland seine Kriegsanstrengungen | aufrechterhalten könnte, wenn es diese Lager aufbrauchen würde. Doch: | | | Das gilt auch für den Westen. Die Partner der Ukraine haben bisher 585 | | Kampfpanzer, 550 Schützenpanzer, 1.180 gepanzerte | | Mannschaftstransportwagen und über 350 Selbstfahrlafetten geliefert. | | Das sind beeindruckende Zahlen, aber bisher stammen diese Fahrzeuge | | überwiegend aus Reservelagern. Dabei handelte es sich größtenteils um | | sowjetische Altbestände, z.B. zahlreiche T- 72-Panzervarianten oder | | BMP-Schützenpanzer aller Art, die bei der Umstellung der neuen NATO- | | Länder auf westliche Ausrüstung übrig geblieben waren. Andere Länder | | lieferten viele leichte gepanzerte Fahrzeuge, die sie für die Kriege | | in Irak und Afghanistan beschafft hatten. | | *Westen am Limit: Altbestände erschöpft* | | Diese Altbestände seien gegen Ende des vorigen Jahres weitestgehend | erschöpft gewesen. | | | Nur die USA verfügen noch über große Reserven an gepanzerten | | Fahrzeugen, aber das Pentagon weigert sich, darauf zurückzugreifen. | | Die kontinuierliche Erosion der industriellen Basis der US- | | Verteidigungsindustrie für gepanzerte Fahrzeuge und schwere Geschütze | | in 30 Jahren Krieg mit geringer Intensität bedeutet nun, dass | | Reparaturen sehr lange dauern. | | Bisherige Beobachtungen und Vergleiche der militärischen Fähigkeiten | Russlands mit denen der Nato haben sich hauptsächlich auf die | schwindenden russischen Reserven konzentriert. Es gibt viele | OSINT-Analysten (Open Source Intelligence), die sich ausschließlich mit | der Auswertung von Bildern entdeckter russischer Militärlager | beschäftigen. Die schwindenden Reserven der Nato werden in der Regel | außer Acht gelassen. | | Und wenn diese Reserven erst einmal aufgebraucht sind, wird der | Nachschub für den kollektiven Westen sehr schwierig, so Gressel weiter. | | | Die europäischen Fabriken produzieren nur 24 Leopard-2-Panzer pro | | Jahr. In Schweden wurden früher im Durchschnitt nur 45 Schützenpanzer | | CV90 pro Jahr gebaut, aber die Aufträge sind weitgehend erfüllt und | | die Produktionsraten sind zurückgegangen. Für die deutschen Lynx- und | | britischen Ajax-Schützenpanzer liegen noch keine Zahlen vor, da sie | | gerade erst in Produktion gehen, aber es werden nicht mehr als ein | | paar Dutzend pro Jahr sein. In den USA haben Verzögerungen und | | Streitigkeiten über Nachfolgeprogramme für bestehende Fahrzeuge die | | Fahrzeugproduktion verlangsamt. Die Produktion des Schützenpanzers M2 | | Bradley läuft auf sehr niedrigem Niveau weiter, um das Werk am Leben | | zu erhalten. Die Produktion des Kampfpanzers M1 Abrams wird durch | | Exportverträge mit Polen am Leben erhalten und kann erst nach der | | Entwicklung einer neuen, leichteren und verbesserten Version wieder | | auf ein höheres Tempo gebracht werden. | | *Russland produziert zehnmal mehr Kampffahrzeuge als der Westen* | | Daraus schließt Gressel in einem bemerkenswerten Satz, dass es aufgrund | dieser relativen Produktionskapazitäten denkbar sei, dass Russland einen | Abnutzungskrieg gewinnen könne. | | | Russlands Reserven gehen zur Neige, aber die europäischen Bestände | | gehen schneller zur Neige, und Russlands Kriegsproduktion ist zwar | | nicht in der Lage, die russischen Verluste vollständig zu ersetzen, | | produziert aber etwa zehnmal mehr Kampffahrzeuge als der Westen. | | Wäre dies der Fall, so würde man von einem dramatischen Ungleichgewicht | in den Rüstungskapazitäten der beiden Blöcke sprechen. Die | Produktionskapazitäten der Verbündeten beider Seiten werden hier | allerdings nicht berücksichtigt. Da hier China zu den Verbündeten | Russlands gezählt werden muss, fällt der Vergleich der | Rüstungskapazitäten beider Blöcke noch deutlicher zuungunsten des | Nato-Blocks aus. | | Gressel beschreibt in seinem Papier mehrfach den Charakter eines | Abnutzungskrieges. So müssten russische Offensiven nicht unbedingt | weitere ukrainische Gebiete erobern, sondern Verluste an Menschen und | Material verursachen. Verluste, die der kollektive Westen nur schwer | kompensieren könne. | | Der US-Thinktank Defence Priorities merkt dazu treffend an, dass viele | der modernen Waffen, die in die Ukraine geschickt wurden, zudem hinter | den Erwartungen zurückgeblieben seien und nicht den Charakter eines | Game-Changers gehabt hätten, wie es viele erwartet hätten. Mehr Waffen | in die Ukraine zu schicken, würde nichts an der Tatsache ändern, dass es | in der modernen Kriegsführung keine Wunderwaffen gibt. | | *Die strategische Luftkampagne* | | Im Zusammenhang mit einem Abnutzungskrieg geht das Gressel-Papier auch | auf die strategischen Luftkampagnen Russlands ein. | | | Trotz der Sanktionen produziert Russland jeden Monat bis zu 100 | | Marschflugkörper und ballistische Raketen, mit denen es strategische | | Luftangriffe auf die ukrainische Infrastruktur und Industrie | | durchführt. | | | | Seit April 2022 bombardierte Russland den ukrainischen | | rüstungsindustriellen Komplex. Ab Oktober 2022 und während des | | gesamten Winters verlagerten sich die russischen Angriffe auf das | | ukrainische Energieversorgungsnetz. Im Sommer 2023 wurden | | Getreidelager und Häfen zu Hauptzielen. | | | | Strom- und Agrarexporte waren die beiden Säulen der ukrainischen | | Kriegswirtschaft, die Deviseneinnahmen und Arbeitsplätze generierten. | | In jüngster Zeit konzentrieren sich die russischen strategischen | | Bombenangriffe auf westukrainische Städte, in denen sich offenbar die | | neuen Fabriken der wiederauferstandenen ukrainischen Rüstungsindustrie | | befinden. | | *Strategische Luftangriffe: Russlands Taktik* | | Seit Redaktionsschluss hat sich der Fokus der strategischen Luftkampagne | der russischen Streitkräfte erneut verändert. Nunmehr sind es vor allem | Energieerzeuger, die mehrmals im Monat Ziel russischer Raketen, | Marschflugkörper und Drohnen werden. | | Einen Überblick über die aktuelle Situation des ukrainischen | Energiesektors gibt die Kyiv Post. Weniger als ein Drittel der | Vorkriegskapazität sei noch vorhanden. Der Verbrauch sei derzeit um 40 | bis 45 Prozent niedriger als im Winter, und selbst jetzt könne der | Bedarf nicht gedeckt werden. | | Mit der strategischen Luftkampagne Russlands gegen die ukrainische | Energieversorgung richtet die russische Führung einen nachhaltigen | Schaden an, dessen Auswirkungen erst im Winter voll zum Tragen kommen | werden. | | Dieser aus russischer Sicht militärische Großerfolg war weniger einem | Mangel an Flugabwehrraketen geschuldet, wie das etwa der oben zitierte | Artikel der Kyiv Post schreibt. Der US-Thinktank Defence Priorities | führt aus: | | | Auch die Luftabwehr ist weniger wirksam geworden. Im April fing die | | Ukraine gerade einmal 30 Prozent der russischen Raketenangriffe ab. | | Die ukrainischen Abfangquoten gehen jedoch seit über einem Jahr stetig | | zurück, was darauf hindeutet, dass Änderungen der russischen Taktiken, | | Techniken und Verfahren (TTP) wie neue Gegenmaßnahmen oder der | | verstärkte Einsatz widerstandsfähigerer Flugkörper und | | Hyperschallraketen höchstwahrscheinlich dafür verantwortlich sind und | | nicht ein Mangel an Luftabwehrmunition. | | *Gleitbomben: Game-Changer an der Front*? | | Ferner hat Russland mit den Bomben der FAB-Serie, die mit einem | Gleitrüstsatz zu billigen Präzisionswaffen umgebaut werden, einen Weg | gefunden, den ukrainischen Verteidigungsgürtel regelrecht zu sprengen. | | Über 800 dieser Bomben sollen inzwischen pro Woche auf die ukrainischen | Verteidiger niedergehen, das sind über 100 pro Tag. So der ukrainische | Präsident Wolodymyr Selenskyj in seinen jüngsten Äußerungen, hier aus | dem britischen Independent. | | Der österreichische Oberst und Beobachter Markus Reisner sieht im | Einsatz von Gleitbomben eines der Hauptprobleme der ukrainischen | Verteidiger und kommentiert gegenüber Telepolis: | | | Vergessen Sie nicht, Russland setzt 800 FAB-Gleitbomben pro Woche ein, | | das sind mehr als 100 Stück jeden Tag. Tag für Tag und Woche für Woche | | und Monat für Monat. Währenddessen diskutieren wir über russische | | Panzerproduktionszahlen. Wir lieben es zu hören, was uns gefällt! | | | | Überlegen Sie mal: Die russischen Streitkräfte verlieren dutzende | | Panzer und Infanterie, um einen ukrainischen Stützpunkt zu erobern. | | Eine FAB mit jetzt 3.000 kg Sprengstoff erledigt dies im Bruchteil | | einer Sekunde. Wir sehen hier eine signifikante Weiterentwicklung der | | russischen Taktik und Operationsführung. | | So ist aufseiten der russischen Kriegsführung in den vergangenen Monaten | ein kontinuierlicher und signifikanter Anstieg von Gleitbombeneinsätzen | gegen ukrainische Verteidigungssysteme zu verzeichnen. | | Diese Einsätze sind sehr effektiv und vermeiden für die Angreifer | verlustreiche Sturmangriffe. Gleichzeitig reduzieren sie den Einsatz der | durch Minen, FPV-Drohnen oder Artillerie gefährdeten Panzerwaffe. Das | bedeutet auch, dass die russische Militärführung den Gesamtbedarf an | Panzern deutlich reduzieren kann. | | Sturmangriffe mit ganzen Truppenwellen, wie sie die New York Times in | einem erst wenige Tage alten Artikel behauptet, haben seit Kriegsbeginn | nicht stattgefunden und lassen sich auch durch kein Video belegen – ein | Beweis, den die ukrainische Propaganda sicher gerne liefern würde. | Stattdessen dürfte der massive Einsatz von Gleitbomben die russischen | Verluste an der Front weiter reduzieren. | | *Ausblick: Frieden oder weitere Eskalation*? | | Eine ähnliche Entwicklung sieht auch Brandon J. Weichert in einem | Artikel für National Interest: | | | Der Ukraine-Krieg ist in eine neue Phase eingetreten, in der die | | Russen beginnen werden, die angespannte ukrainische Luftverteidigung | | zu überwältigen, und die Einführung der FAB-3000 M54 ist ein | | Schlüsselelement der weiterentwickelten Strategie Russlands. | | Er schließt seine in der vergangenen Woche veröffentlichte Analyse mit | den Worten: | | | Die Tragödie, die dem ukrainischen Volk zugefügt wurde, wird sich | | fortsetzen, es sei denn, die Führung entscheidet sich für Frieden | | statt für mehr Krieg. Die Russen haben bewiesen, dass sie scheinbar | | unbegrenzt in der Lage sind, die ukrainische Bevölkerung zu verwüsten. | | | | Hinzu kommt, dass die Russen auf strategischer Ebene nach zwei | | grausamen Kriegsjahren immer noch den größten Teil des Territoriums | | halten, das sie zu Beginn des Krieges besaßen, während die Ukrainer | | immer schwächer werden. +--- </hier abknabbern> --- ©<https://www.telepolis.de/features/Experten-Russland-dominiert-Abnutzungskrieg-aufgrund-ueberlegener-Ruestungsproduktion-9786866.html?seite=all> M.f.G. -- Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie wird praktisch nie gelesen. Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur etwas komisch... ;-)
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| From | Peter Veith <veith@snafu.de> |
|---|---|
| Date | 2024-07-04 17:41 +0200 |
| Subject | Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden |
| Message-ID | <v66frj$2qlsm$1@dont-email.me> |
| In reply to | #622948 |
Peter Veith schrieb am 04.07.2024 um 17:23: > Dr. Joachim Neudert schrieb am 04.07.2024 um 17:00: >> und deren Zivilisten und Umspannwerke zu bombardieren. > > Wir können davon ausgehen, daß das nicht die einzigen Ziele waren und > sind. Und wieder lag ich richtig. Wie meinte unsere schönste Außenministerin aller Zeiten heute Vormittag so eloquent: "Denn Putins Gleitbomben greifen nicht nur jeden Tag ukrainische Kraftwerke und Wohnhäuser an. Sie greifen damit jeden Tag unseren Way of Life in Freiheit in Europa an." Link: https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/-/2665904 Hieß das nicht immer "unsere Lebensart"? Wie hier: https://www.welt.de/print-wams/article145046/ Veith -- "Unter den heutigen politischen Bedingungen, in denen Kriege nicht mehr förmlich erklärt werden, steht eine sukzessive Verstrickung in bewaffnete Auseinandersetzungen dem offiziellen Kriegseintritt gleich." PM 26/2003 des BVerfG der BRD, zum Beschluß vom 25.03.2003, 2 BvQ 18/03.
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| From | Andreas Bockelmann <xotzil@gmx.de> |
|---|---|
| Date | 2024-07-06 12:44 +0200 |
| Subject | Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden |
| Message-ID | <v6be76.a2c.1@wxp-nb-pm.local> |
| In reply to | #622942 |
Peter Veith schrieb:
> Ingrid schrieb am 10.11.2023 um 09:45:
>
>> Diese Parallelen:
>>
>> Deindustrialisierung ist eine Hoax, so Scholz (wörtlich am 08.11.2023
>> - "Die Kassandrarufe von der vermeintlichen Deindustrialisierung
>> Deutschlands führen in die Irre."
>>
>> Unvergessen seine Version von "Trust me. I know what I'm doing."
>> - "Vertrauen Sie der Regierung! Vertrauen Sie auch mir! Wir treffen
>> Entscheidungen, die immer abgewogen sind und international abgestimmt
>> sind." Olaf Scholz am 28.01.2023. :-D
>
> Wir sind im Arsch:
>
> Der "Friedenskanzler" gab gestern, am 03.07.2024 eine persönliche
> "Garantie" ab, daß die BRD nicht zur Kriegspartei gegen Rußlands wird.
> Er wörtlich:
>
> "Ja, ich gebe diese Garantie - dafür stehe ich als Kanzler."
Blöd nur, dass seine überschminkte Außenmini auf der Sicherheitskonferenz zu
München 2023 völlig andere Aussagen aus ihrem Plappermündchen von sich gab:
"We are fighting a war against Russia...."
--
Mit freundlichen Grüßen | Fußball, Bier und vor allem Glücksspiel
Andreas Bockelmann | erfüllten den Horizont ihres Geistes.
| Sie in Schach zu halten war nicht schwer
| - George Orwell "1984"
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| From | Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> |
|---|---|
| Date | 2024-07-06 13:07 +0200 |
| Subject | Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden |
| Message-ID | <v6b8ha$3pfni$1@dont-email.me> |
| In reply to | #623076 |
Salve allerseits, Andreas Bockelmann schrieb: > Peter Veith schrieb: >> Ingrid schrieb am 10.11.2023 um 09:45: >> >>> Diese Parallelen: Deindustrialisierung ist eine Hoax, so Scholz >>> (wörtlich am 08.11.2023 - "Die Kassandrarufe von der vermeintlichen >>> Deindustrialisierung Deutschlands führen in die Irre." Unvergessen >>> seine Version von "Trust me. I know what I'm doing." - "Vertrauen >>> Sie der Regierung! Vertrauen Sie auch mir! Wir treffen Entscheidungen, >>> die immer abgewogen sind und international abgestimmt sind." Olaf >>> Scholz am 28.01.2023. :-D >> >> Wir sind im Arsch: Der "Friedenskanzler" gab gestern, am 03.07.2024 >> eine persönliche "Garantie" ab, daß die BRD nicht zur Kriegspartei >> gegen Rußlands wird. Er wörtlich: "Ja, ich gebe diese Garantie - >> dafür stehe ich als Kanzler." > > Blöd nur, dass seine überschminkte Außenmini auf der Sicherheitskonferenz zu > München 2023 völlig andere Aussagen aus ihrem Plappermündchen von sich gab: > "We are fighting a war against Russia...." > +--- <hier abknabbern> --- | Langsam, aber stetig rücken die Truppen der Russischen Föderation in der | Ukraine vor. Doch nicht die Geländegewinne der russischen Streitkräfte | sind das eigentlich Beunruhigende für die ukrainischen Verteidiger, | sondern die vermutlich hohen ukrainischen Verluste, die vermutlich um | ein Vielfaches höher liegen als die der russischen Truppen. | | *Russische Truppen rücken vor: Hohe Verluste für die Ukraine* | | Dies liegt primär an der drückenden Überlegenheit der russischen | Artillerie, nicht nur bei der klassischen Rohrartillerie, sondern auch | bei der Raketenartillerie. Hinzu kommt, dass die Verteidiger mit einer | zunehmenden Flut von Gleitbomben zu kämpfen haben. | | Die russischen Streitkräfte haben nun mit der FAB-3000 eine noch | schwerere Variante ihrer FAB mit dem UMPK-Gleitrüstsatz ausgerüstet, bis | zu 3 Tonnen wiegen diese fliegenden Bomben nun und zerstören die | ukrainischen Verteidigungsanlagen. | | Neu sind 1,5 Tonnen schwere Gleitbomben mit thermobarischer Ladung. | Diese auch Aerosolbomben genannten Sprengsätze zielen nicht nur auf die | direkte Zerstörungswirkung ab, sondern entziehen durch ihren immensen | Sauerstoffverbrauch bei der Zündung den Soldaten die Atemluft. In den | sozialen Netzwerken wird der Einsatz dieser neuen ODAB-Gleitbombe | dokumentiert. | | *Neue thermobarische Gleitbomben zerstören ukrainische* | *Verteidigungsanlagen* | | Beunruhigend für Kiew: Die Zahl der Gleitbombeneinsätze steigt stetig, | bereits im April vermutete der britische Guardian, dass die russische | Luftwaffe pro Woche rund 500 dieser zu Präzisionswaffen aufgerüsteten | Freifallbomben einsetzen kann. Diese Zahl dürfte sich in den letzten | beiden Monaten weiter erhöht haben. | | In Fachkreisen und englischsprachigen Medien wird die sich abzeichnende | Niederlage der Ukraine seit Monaten diskutiert. Erst in der vergangenen | Woche veröffentlichte die US-amerikanische Denkfabrik Defence Priorities | ein Papier, in dem sie sich für Verhandlungen mit Russland ausspricht: | | | Anstatt sich weiterhin auf maximalistische Siegesphantasien zu | | versteifen, sollten die USA für einen Wechsel zu einer defensiven | | Strategie und Offenheit für eine Verhandlungslösung zur Beendigung des | | Krieges eintreten, so dass ein souveräner und unabhängiger | | ukrainischer Staat im Angesicht eines bis zum Kollaps geführten | | Kampfes erhalten werden kann. | | *US-Denkfabrik empfiehlt Verhandlungen mit Russland* | | Schaut man sich die Mehrheit der deutschen Medien an, stellt sich die | Situation ganz anders dar: Hier eilen die Kiewer Truppen von Sieg zu | Sieg, die russischen Streitkräfte werden täglich vernichtend geschlagen. | Vorreiter in der Berichterstattung alternativer Realitäten wären hier | etwa die Publikationen der Ippen-Gruppe, deren bekannteste Zeitung die | von ihr übernommene Frankfurter Rundschau ist. Oder das ZDF mit seinem | Dauergast Marcus Keupp. | | *Selenskyj räumt erstmals enorme Verluste ein* | | Doch gestern gab der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, in | Brüssel eine bemerkenswerte Erklärung ab, deren wichtigster Satz es | weder in die deutsch- noch in die englischsprachigen Medien schaffte. | Selenskyj räumte gestern erstmals die enormen Verluste der ukrainischen | Armee ein, die so groß seien, dass der Kampf nicht viel länger | fortgesetzt werden könne. Wörtlich sagte er, hier zitiert nach X: | | | Die Ukraine will den Krieg nicht verlängern. Wir wollen nicht, dass er | | jahrelang andauert. Wir haben viele Verwundete und Tote auf dem | | Schlachtfeld. Wir müssen innerhalb weniger Monate einen Plan zur | | Beilegung des Konflikts auf den Tisch legen. | | Zum ersten Mal hört die Weltgemeinschaft aus dem Munde des sonst so | siegesgewissen Präsidenten, in welch verzweifelter Lage sich seine | Truppen seit der gescheiterten Sommeroffensive im vergangenen Jahr | befinden. Und das, obwohl die von der Ukraine so dringend erwartete | Waffenhilfe seit einigen Wochen im Land eintrifft. | | *Westliche Analysten unterschätzten russische Rüstungsindustrie* | | Die brasilianische Analystin Patricia Marins ist dagegen eine der | verlässlichsten Beobachterinnen im Rückblick. Sie schreibt auf ihrem | X-Account über Selenskyjs gestrige Erklärung in Brüssel: | | | Der Hauptfehler [des Westens] bestand jedoch darin, dass die | | Fähigkeiten der russischen Rüstungsindustrie nicht richtig analysiert | | wurden und der Zustand der sowjetischen Lagerbestände nicht einmal | | bekannt war. | | | | Die militärischen Vorhersagen vieler westlicher Analysten, Politiker, | | Militärs und Geheimdienste waren, um es vorsichtig auszudrücken, | | unausgereift und fahrlässig. | | | | Ob Halbleiter, Elektronik, Munition, Arbeitskräfte, Geld oder Stahl - | | alle Vorhersagen waren falsch. Zelenskyj räumt eine Niederlage ein, | | spielt aber auch seine letzte Karte aus: eine internationale | | Intervention oder aber die Niederlage. | | Viele Beobachter sind sich einig, dass die neuen Waffenlieferungen den | ukrainischen Streitkräften nicht helfen werden, die drohende Niederlage | abzuwenden. So bleibt nur die Wahl, entweder eine Niederlage der Ukraine | hinzunehmen oder selbst Truppen zu entsenden. | | *USA erwägen Entsendung von Militärtechnikern in die Ukraine* | | Diese von Patricia Marins angesprochene internationale Intervention | durch NATO-Bodentruppen könnte nun bevorstehen. Denn die USA erwägen | einen ersten Schritt in diese Richtung, nämlich die Entsendung von | Militärtechnikern in das Kriegsgebiet. | | In Moskau scheint man darauf bereits reagiert zu haben. Angeblich sollen | symmetrisch zu den US-Ankündigungen schon im nächsten Monat Truppen aus | Nordkorea im Donbass eintreffen, und zwar Pioniere. Das berichtet die | Kyiv Post: | | | Als Reaktion darauf kündigte Pjöngjang Anfang dieser Woche die | | Entsendung von Truppen in Form einer militärtechnischen Einheit an, um | | die russischen Streitkräfte vor Ort in der Region Donezk zu | | unterstützen. Die Truppen sollen bereits im nächsten Monat auf dem | | Schlachtfeld eintreffen. | | *Nordkorea kündigt Entsendung von Truppen an* | | Das ebenfalls in der Ukraine erscheinende Portal Defense Express merkt | an, dass es in den russischen Streitkräften genug Pioniere geben würde. | Und spekuliert stattdessen über eine noch stärkere Beteiligung Nordkoreas: | | | Im Sommer 2022 war die Rede von einer möglichen Beteiligung | | nordkoreanischer Expeditionsstreitkräfte an der Seite Russlands, die | | 100.000 Soldaten umfassen. Wahrscheinlich nimmt dieser Prozess jetzt | | eine konsequente Fortsetzung. | | Bereits jetzt versorgt Nordkorea die russische Armee mit | Artilleriemunition und Raketen. Die oben zitierte Kyiv Post geht davon | aus, dass seit September vorigen Jahres bereits 2 Millionen | nordkoreanische Artillerie-Granaten die russischen Streitkräfte erreicht | hätten. | | Offensichtlich wird den Entscheidungsträgern sowohl in Kiew als auch in | den USA immer deutlicher, in welch aussichtsloser militärischer Lage | sich die Ukraine befindet. Selenskyjs Worte können zu Recht als | historisch bezeichnet werden. Es ist das erste Mal, dass der ukrainische | Präsident eine mögliche Niederlage und untragbare militärische Verluste | eingesteht. Ohne ausländische Truppen wird die Ukraine diesen Krieg also | verlieren. Und das vielleicht schon in wenigen Monaten. | | *Eskalation des Krieges durch ausländische Truppen* | | Sowohl die Überlegungen der USA, eigenes Militärpersonal in die Ukraine | zu entsenden, als auch die mögliche Entsendung nordkoreanischer Truppen | stellen eine beispiellose Eskalation des Krieges in der Ukraine dar. | Moskau macht damit deutlich, dass es in der Lage ist, einen möglichen | Truppenaufmarsch von Nato-Staaten zu kontern, und zwar mit einer | vermutlich größeren Truppenstärke. | | Über die Qualität der nordkoreanischen Truppen kann nur spekuliert | werden. Klar ist aber, dass Nordkorea ein Militärstaat mit intensiv | ausgebildeten Soldaten und einer vergleichsweise großen | Rüstungsindustrie ist. So verfügt das asiatische Land insbesondere bei | den Waffengattungen, die sich im Ukrainekrieg als militärisch | durchsetzungsfähig erwiesen haben, der klassischen Artillerie und den | Mehrfachraketenwerfersystemen, über einen zahlenmäßig beeindruckenden | Bestand. | | Es ist davon auszugehen, dass das Land eine große Zahl von Soldaten in | die Ukraine entsenden könnte. Es ist nicht auszuschließen, dass auch der | Iran irgendwann eigene Truppen in die Ukraine entsendet. | | Und es ist nicht abwegig zu behaupten, dass auch China bereit wäre, die | befreundete Russische Föderation deutlich stärker als bisher zu | unterstützen, sollten die russischen Streitkräfte militärisch in | Bedrängnis geraten. | | *Verhandlungen statt unkontrollierbare Eskalation* | | Die sich abzeichnende Niederlage der Ukraine könnte daher zu einer | militärischen Kettenreaktion, zu einer unkontrollierbaren Eskalation | führen, wenn nicht auf Verhandlungen gesetzt wird. | | Zwar könnten Truppen aus Nato-Staaten kurzfristig den offenbar | bevorstehenden Zusammenbruch der ukrainischen Streitkräfte auffangen. | Mittel- und langfristig gibt es jedoch für die USA und ihre Verbündeten | keinen militärischen Weg, die Streitkräfte der Russischen Föderation zu | besiegen, da Russland von Staaten mit sehr starken Streitkräften und | großen Rüstungskapazitäten unterstützt wird. | | Wenn es also die Vorstellung der mit der NATO verbundenen Strategen sein | sollte, Russland zu besiegen oder auch nur die russischen Streitkräfte | aus dem ehemaligen ukrainischen Staatsgebiet in den Grenzen vor 2014 | zurückzudrängen, so kann dies nur als unseriös bezeichnet werden. Eine | solche Vorstellung ist wohl selbst dann als unrealistisch anzusehen, | wenn Russland keine Unterstützung durch Drittstaaten erhalten würde. +--- </hier abknabbern> --- ©<https://www.telepolis.de/features/Warum-es-ratsam-waere-jetzt-mit-Russland-in-Verhandlungen-zu-treten-9783028.html> M.f.G. -- Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie wird praktisch nie gelesen. Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur etwas komisch... ;-)
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| From | Nomen Nescio <nobody@dizum.com> |
|---|---|
| Date | 2024-07-06 22:21 +0200 |
| Subject | Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden |
| Message-ID | <5aedc5469f9cbb94fd342f821193b97d@dizum.com> |
| In reply to | #623078 |
Fidel Sebastián Hunrichse-Lara zitierte: >©<https://www.telepolis.de/features/Warum-es-ratsam-waere-jetzt-mit-Russland-in-Verhandlungen-zu-treten-9783028.html> Propagandist Lars Lange, wen wundert's. Dann doch besser Nico Lange.
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| From | Wolf gang P u f f e <remail@gmx.com> |
|---|---|
| Date | 2024-07-11 20:31 +0200 |
| Subject | Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden |
| Message-ID | <v6p8ds$2isqn$1@dont-email.me> |
| In reply to | #622942 |
Am 04.07.2024 um 16:06 schrieb Peter Veith: > > Wir sind im Arsch: > > Der "Friedenskanzler" gab gestern, am 03.07.2024 eine persönliche > "Garantie" ab, daß die BRD nicht zur Kriegspartei gegen Rußlands wird. > Er wörtlich: > > "Ja, ich gebe diese Garantie - dafür stehe ich als Kanzler." > Jaja... "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten." "Die Rente ist sicher." usw.
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| From | Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> |
|---|---|
| Date | 2024-07-12 10:04 +0200 |
| Subject | Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden |
| Message-ID | <v6qv3a.b24.1@privat.lahls.de> |
| In reply to | #623649 |
*Wolf gang P u f f e* schrieb: > Am 04.07.2024 um 16:06 schrieb Peter Veith: >> Der "Friedenskanzler" gab gestern, am 03.07.2024 eine persönliche >> "Garantie" ab, daß die BRD nicht zur Kriegspartei gegen Rußlands wird. >> Er wörtlich: >> >> "Ja, ich gebe diese Garantie - dafür stehe ich als Kanzler." > > Jaja... > "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten." Am Tag der Aussage gab es keine Genehmigung für einen Mauerbau aus Moskau. Richtig für 2 Monate. > "Die Rente ist sicher." Richtig seit 38 Jahren. -- bis denne
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| From | Georg Gruber <g.gruber_hauwech@gmx.net> |
|---|---|
| Date | 2024-07-12 10:53 +0200 |
| Subject | Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden |
| Message-ID | <1739ABF610C67381@ggruber793.news.solani.org> |
| In reply to | #623704 |
Am 12.07.2024 um 10:04 schrieb Ruediger Lahl: > *Wolf gang P u f f e* schrieb: > >> "Die Rente ist sicher." > > Richtig seit 38 Jahren. Lästiges klitzekleines Detail: Niemand bekennt sich zu einer konkreten Rendite für die geleisteten Zahlungen. Insofern sollte "Die" durch "Eine", besser "Irgendeine" ersetzt werden. LG Georg -- Löwen föhnen ist keine TikTok-Challenge.
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| From | Peter Veith <veith@snafu.de> |
|---|---|
| Date | 2024-07-12 16:13 +0200 |
| Subject | Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden |
| Message-ID | <v6rdn3$327tc$1@dont-email.me> |
| In reply to | #623704 |
Ruediger Lahl schrieb am 12.07.2024 um 10:04: > *Wolf gang P u f f e* schrieb: >> Am 04.07.2024 um 16:06 schrieb Peter Veith: >>> Der "Friedenskanzler" gab gestern, am 03.07.2024 eine persönliche >>> "Garantie" ab, daß die BRD nicht zur Kriegspartei gegen Rußlands wird. >>> Er wörtlich: >>> >>> "Ja, ich gebe diese Garantie - dafür stehe ich als Kanzler." >> >> Jaja... >> "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten." > > Am Tag der Aussage gab es keine Genehmigung für einen Mauerbau aus > Moskau. Richtig für 2 Monate. Genialer Hinweis! Am Tag der Aussage gab es keine Aufforderung für eine Kriegsbeteiligung aus Washington. Richtig für 1 Woche. Scholz aktuell zur Stationierung von Langstreckenraketen in der BRD: "Es geht also um Friedenssicherung, und das ist eine notwendige und wichtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt". Schneller, weiter, höher: "Bei den Verteidigungsausgaben, so der [Kriegs-] Minister, werde Deutschland das Zwei-Prozent-Ziel der NATONorth Atlantic Treaty Organization dieses und nächstes Jahr nicht nur erfüllen, sondern sogar überschreiten." https://www.bmvg.de/de/aktuelles/auf-deutschland-ist-verlass-pistorius-botschaft-washington-5816208 >> "Die Rente ist sicher." > > Richtig seit 38 Jahren. Richtig, Sicher ab dem 67. Lebensjahr, ab dem damaligen Renteneintrittsalter nur mit Abschlägen und natürlich versteuert. UnsNobbi hatte nichts vom Zeitpunkt und der Höhe gesagt. Veith -- "Denn wir machen Politik ja nicht, weil wir so viel wissen, (...) wir machen Politik aus Liebe zu Menschen." Ricarda Lang, 24.11.2023 http://ddr-luftwaffe.blogspot.com
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| From | Nomen Nescio <nobody@dizum.com> |
|---|---|
| Date | 2024-07-12 22:40 +0200 |
| Subject | Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden |
| Message-ID | <a995e693b6356c34fa638dab88d137a9@dizum.com> |
| In reply to | #623704 |
Ruediger Lahl schrieb: >*Wolf gang P u f f e* schrieb: > >> Am 04.07.2024 um 16:06 schrieb Peter Veith: >>> Der "Friedenskanzler" gab gestern, am 03.07.2024 eine persönliche >>> "Garantie" ab, daß die BRD nicht zur Kriegspartei gegen Rußlands wird. >>> Er wörtlich: >>> >>> "Ja, ich gebe diese Garantie - dafür stehe ich als Kanzler." >> >> Jaja... >> "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten." > >Am Tag der Aussage gab es keine Genehmigung für einen Mauerbau aus >Moskau. Richtig für 2 Monate. > >> "Die Rente ist sicher." > >Richtig seit 38 Jahren. | February 1, 2022 | | Putin denies planning an invasion and accuses the US of ignoring his | country’s security demands. <https://www.aljazeera.com/news/2022/2/24/timeline-after-months-tensions-russia-attacks-ukraine>
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| From | Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> |
|---|---|
| Date | 2024-07-13 01:20 +0200 |
| Subject | Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden |
| Message-ID | <v6skpo.ago.1@privat.lahls.de> |
| In reply to | #623742 |
*Nomen Nescio* schrieb: > Ruediger Lahl schrieb: >>> "Die Rente ist sicher." >> >>Richtig seit 38 Jahren. > > | February 1, 2022 > | > | Putin denies planning an invasion and accuses the US of ignoring his > | country’s security demands. > > <https://www.aljazeera.com/news/2022/2/24/timeline-after-months-tensions-russia-attacks-ukraine> Richtig für 23 Tage >>> "Die Rente ist sicher." >> >> Richtig seit 38 Jahren ... -- bis denne
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| From | Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> |
|---|---|
| Date | 2024-07-13 02:37 +0200 |
| Subject | Re: Wenn die Ob’ren vom Frieden reden |
| Message-ID | <v6si7c$38l4b$1@dont-email.me> |
| In reply to | #623745 |
Salve allerseits, Ruediger Lahl schrieb: > *Nomen Nescio* schrieb: >> Ruediger Lahl schrieb: >> >>>> "Die Rente ist sicher." >>> >>> Richtig seit 38 Jahren. >> >> | February 1, 2022 >> | Putin denies planning an invasion and accuses the US of ignoring his >> | country’s security demands. > > Richtig für 23 Tage > +--- <hier abknabbern> --- | Markus Reisner ist ein von Medien viel gefragter Militärexperte. Der | Oberst des Generalstabsdienstes des Österreichischen Bundesheers blickt | auf eine lange militärische Karriere zurück: Er war fast ein Jahrzehnt | bei österreichischen Spezialkräften (Jagdkommando) tätig. Zugleich | arbeitet er als Militärhistoriker und ist Vorstandsmitglied des | Clausewitz Netzwerks für Strategische Studien. | | Telepolis-Autor Lars Lange fragte den Experten zum aktuellen Stand des | Kriegsgeschehens in der Ukraine. | | *Die "FAB-Krise" der ukrainischen Streitkräfte* | | ▶ Nach ukrainischen Angaben soll es der russischen Luftwaffe gelingen, | rund 800 Gleitbomben pro Woche gegen Stellungen der ukrainischen Armee | einzusetzen. Was bedeutet dies für die Verteidiger? | | *Markus Reisner*: Präsident Selenskyj hat vor wenigen Tagen seine | westlichen Verbündeten neuerlich eindringlich um die Lieferung von mehr | Fliegerabwehrsystemen mittlerer und hoher Reichweite ersucht. | | Der Hintergrund ist einerseits nicht nur, dass die ukrainische | Stromversorgung durch die laufenden strategischen russischen | Luftangriffe und deren Zerstörungen immer kritischer wird. Seine | Forderung betraf daher nicht nur den zusätzlichen Schutz der | ukrainischen Städte und der kritischen Infrastruktur (v. a. | Stromversorger, Heiz- und Wärmekraftwerke), sondern andererseits vor | allem Fliegerabwehr, welche entlang der gesamten Front eingesetzt werden | muss. | | Gemäß seinen Aussagen setzt die russische Luftwaffe mittlerweile in der | Woche bis zu 800 Stück ihrer Gleitbomben (Typ FAB UMPK) ein. Diese | Bomben mit Gewichtsklassen von 250 bis 3.000 kg treffen laufend | ukrainische Stützpunkte und Truppenansammlungen entlang der gesamten | Front, fügen diesen schwere Schäden zu oder löschen sie aufgrund ihrer | massiven Sprengwirkung bei einem Direkttreffer faktisch aus. | | D. h. die russischen Truppen schießen nicht wie bisher "nur" mit | weitreichender Rohrartillerie und Raketenwerfern, sondern werfen seit | dem Frühjahr 2023 zusätzliche Gleitbomben (v. a. vom Typ FAB-500M62 | UMPK) ab. Man konnte hier Monat für Monat eine Zunahme in der Quantität | (Anzahl der bekämpften Ziele) und Qualität (Treffergenauigkeit) sehen. | | Die Ukraine müsste nun einerseits versuchen, mit Fliegerabwehr die | Kampflugzeuge (v. a. Su-34) der Russen, welche die Träger der | Gleitbomben sind, abzuschießen oder diese bereits vor ihrem Start auf | deren Absprungplätze zu zerstören. D. h. man bräuchte Patriot-Batterien | in Frontnähe und die Möglichkeit, mit Boden-Boden-Raketen vom Typ ATACMS | auf Flugplätze in Russland wirken zu können. | | Passiert dies nicht, bleibt die Ukraine in der Defensive und die | ukrainischen Stellungen werden weiter sturmreif gebombt. Aus meiner | Sicht kann man hier bereits von einer "FAB-Krise" der ukrainischen | Streitkräfte sprechen. | | Die Forderungen Präsident Selenskyjs vor allem nach defensiv wirkenden | Fliegerabwehrbatterien sind daher aus meiner Sicht berechtigt. | | "*In Frontnähe alle festen Strukturen nahezu dem Erdboden gleichgemacht*" | | ▶ Russland greift nur mit wenigen Panzern und gepanzerten Fahrzeugen an | ausgewählten Frontabschnitten an. Rund 50 Prozent aller russischen | Sturmangriffe sollen inzwischen sogar von leichten Geländefahrzeugen und | Motorrädern gänzlich ohne Panzerung durchgeführt werden. Lässt dies den | Schluss zu, dass Russland die Panzer ausgehen? | | Oder handelt es sich um eine Weiterentwicklung der russischen Taktik und | Operationsführung? Wenn letzteres der Fall ist: Wie sieht diese neue Art | der Operationsführung aus und welche Rolle spielen dabei Gleitbomben? | | *Markus Reisner*: Das auf vielen Videos von beiden Seiten dokumentierte | derzeitige Vorgehen der russischen Streitkräfte ist ein Ergebnis des | Umstandes, dass die Russen ihre Gefechtstechnik und Taktik gewechselt | haben. | | Wo möglich, kommt es vor einem Angriff zu einer umfangreichen | Vorbereitung mit Abstandswaffen (v. a. Rohrartillerie, Raketenwerfer, | Gleitbomben) und erst dann zum Sturmangriff. Man muss sich nur die | Bilder der zerstörten Städte und Dörfer entlang der Front ansehen, um | eine Idee hinsichtlich der Intensität des russischen Vorbereitungsfeuers | zu bekommen. Faktisch sind in Frontnähe alle festen Strukturen nahezu | dem Erdboden gleichgemacht. | | Bei den russischen Angriffen kommen seit dem Winter 2023/24 vor allem | kleinere taktische Einheiten zum Einsatz. Diese lassen sich wesentlich | schwerer mittels Drohnen aufklären. Ein Angriff erfolgt durch ein oder | zwei Schützenpanzer, begleitet von einem Kampfpanzer, und parallel dazu | mehrere Gruppen von vier bis fünf Motorrädern oder kleine ungepanzerte, | aber wendige Buggys. | | Während die mechanisierte Gruppe das Feuer auf sich lenkt, versuchen die | leichten mobilen Gruppen die zuvor bombardierten Stellungen der | ukrainischen Verteidiger in Besitz zu nehmen. | | Hier bleiben sie entweder unentdeckt und können weitere Kräfte | nachführen, oder sie geraten ins Kreuzfeuer von ukrainischen | FPV-Drohnen. Wenn erkannt, werden die russischen Angreifer oft bis zum | letzten Soldaten ausgelöscht. | | Trotz hoher russischer Verluste, funktioniert diese russische Taktik | immer wieder, und die Russen rücken langsam, aber stetig vor. Dies ist | vor allem eine Folge des massiven russischen Gleitbombeneinsatzes. Das | russische Vorrücken wird auch von ukrainischer Seite bestätigt. | | Der Preis, welchen die Russen dafür zahlen, ist ein hoher. In Mariupol, | Lyssytschansk, Bachmut, Awdijiwka und ostwärts von Tschassiw Jar fielen | Zehntausende russische Soldaten. Nördlich Charkiw wiederholt sich | derzeit Ähnliches. | | "*Russland hat nach wie vor hohe Verluste an Kampffahrzeugen*" | | ▶ Führt der massive Einsatz von FAB-UMBK-Gleitbomben zu einem | reduzierten Bedarf an gepanzerten Fahrzeugen? Ist eine Veränderung der | Rolle des Panzers als Durchbruchsfahrzeug zu beobachten? | | *Markus Reisner*: Russland hat nach wie vor hohe Verluste an | Kampffahrzeugen, aber diese sind im Umfang nicht mehr vergleichbar mit | den ersten Phasen des Krieges. Hier waren sie verheerend und dieser | Umstand wirkt bis heute nach. | | Vor allem, da viele der besten Modelle (u. a. T-72BM, T80U oder T-90) | inklusive ihrer kostbaren Besatzungen vernichtet wurden. Die Russen | haben jedoch gelernt und der laufende Zufluss an Kampffahrzeugen aus der | Rüstungsproduktion reicht immer noch aus, um die Verbände an der Front | kampfkräftig zu halten. Dies gilt auch für die Soldaten, von denen im | Monat ca. 25.000 bis 30.000 frisch rekrutiert werden. | | Tatsächlich ist eindeutig zu erkennen, dass von russischer Seite der | Vorbereitungsphase vor einem Angriff mehr Raum gegeben wird. Angriffe | von großen mechanisierten Verbänden sind seit dem Sommer 2023 nicht mehr | vorhanden. Ein Ergebnis des transparenten Gefechtsfeldes (d. h. große | Manöver und Bereitstellungen sind kaum noch möglich) und der erlittenen | hohen Verluste. | | Der Kampfpanzer wird oft dazu eingesetzt, um das Feuer auf sich zu | lenken und der Begleitinfanterie in den mitfahrenden | Kampfschützenpanzern die Möglichkeit zu geben, an den intendierten | Einbruchstellen abzusitzen. Fehlende mechanisierte Stoßkraft wird durch | den Einsatz von Gleitbomben kompensiert. | | Russische Kampfpanzer werden zudem durch unterschiedlichste | Schutzanbauten (Stichwort "Schildkröten"-Panzer") möglichst robust gegen | FPV-Drohnenangriffe vorbereitet. So gelingt es beim unmittelbaren | Angriff zusätzliche Treffer zu absorbieren und Zeit zu gewinnen. | | Die Rolle des Panzers ist mit der eines "Sturmgeschützes" zu | vergleichen. Diese eigentlich sowjetische Taktik stammt noch aus der | Zeit des Zweiten Weltkrieges und wurde damals von den sowjetischen | Streitkräften durch den Einsatz u. a. der schwer gepanzerten Typen | ISU-152 und ISU-122 als "Durchbruchswaffe" angewandt. | | "*Der Kampfpanzer bleibt die Speerspitze der russischen Angriffe*" | | ▶ Über die russische Rüstung wird viel diskutiert. Es gibt sehr | unterschiedliche Angaben über die russische Rüstungsproduktion. Ist | Russland derzeit in der Lage, seine Verluste an der Front zu ersetzen? | | *Markus Reisner*: Auf der operativen Ebene ist es unverändert das Ziel | der Russen, die Ukraine zu zwingen, entlang der gesamten Front, vor | allem jedoch im Donbass, ihre kostbaren Reserven einzusetzen. Damit | möchte die russische Seite verhindern, dass die Ukraine neue Kräfte | zusammenzieht, um dann möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt in die | Offensive gehen zu können. | | Eine solche hat die Ukraine für das Jahr 2025 vorgesehen bzw. | angekündigt. Russland bediente sich bei seinen Angriffen einer Reihe von | operativen Gruppierungen, die gemeinsam versuchten, immer wieder | gleichzeitig und an unterschiedlichen Stellen anzugreifen und so die | ukrainischen Streitkräfte zum Einsatz ihrer Kräfte zu zwingen. | | Auf taktischer Ebene werden von diesen operativen Gruppierungen | ununterbrochen Angriffe durchgeführt. Hier ist und bleibt der | Kampfpanzer die Speerspitze der russischen Angriffe. Alle Ergebnisse | militärischer Anstrengungen und Operationsführung müssen messbar sein. | | Die ukrainischen Abwehrerfolge müssen also zu einem messbaren Effekt auf | russischer Seite führen. Dies wäre im vorliegenden Fall, das messbare | Nachlassen oder optimalerweise Einstellen der russischen Angriffe | entlang der gesamten Front. Dies ist aber nicht der Fall, d. h. dass im | Umkehrschluss die Verluste für die russische Seite nach wie vor | ausgleichbar sind. | | Aus meiner Sicht ist hier zudem die reine quantitative Verfügbarkeit von | Kampffahrzeugen oder Munition nicht entscheidend. Es gibt aber zwei | kritische Bereiche. Es ist dies die Zahl an verfügbaren gut | ausgebildeten russischen Besatzungen sowie die Möglichkeiten einer | kontinuierlichen Instandsetzung (z. B. Tausch von Verschleißteilen wie | z. B. Rohren). | | Derzeit ist Russland in der Lage, eigene Verluste zu ersetzen und | Nachschub zu liefern. Manche westliche Kommentatoren sehen jedoch | trotzdem ein baldiges Versiegen russischer Ressourcen. | | *Die Frage der Ressourcen* | | ▶ Welche Rolle spielt die Reparatur von an der Front beschädigten | Fahrzeugen, hier kenne ich keine Zahlen. Gibt es also Kennzahlen, wie | hoch der Zufluss an reparierten Kampffahrzeugen pro Monat ist, die | bisher nicht in den Produktionszahlen enthalten sind? Also Zahlen, die | weder neu produzierte, noch aufgearbeitete Fahrzeuge aus der | Langzeitkonservierung beinhalten, sondern reparierte Panzerfahrzeuge im | Frontbereich? | | *Markus Reisner*: In einem Abnutzungskrieg ist Frage der Ressourcen die | entscheidende. Hier ist festzustellen, dass die russische Wirtschaft | mittlerweile auf eine Kriegswirtschaft umgestellt wurde. | | Man nimmt an, dass Russland bis zu acht Prozent des | Bruttoinlandsproduktes, bzw. sogar bis zu 35 Prozent der gesamten | Staatsausgaben, für die Produktion von Waffensystemen aufbringt. Dies | gilt vor allem für Systeme der Landstreitkräfte, also Kampfpanzer, | Kampfschützenpanzer, Mannschaftstransportfahrzeuge und Artilleriesysteme. | | Dabei verwendet die russische Rüstung einerseits Systeme, die auf noch | aus der Zeit der Sowjetunion auf Halde liegen und nun instand gesetzt | und modernisiert werden, bzw. andererseits werden neue Systeme in | eigenen Fabriken neu produziert. | | Die uns vorliegenden Satellitenbilder zeigen, dass sich die | Abstellplätze aus der Zeit der Sowjetunion stetig leeren. Hinzu kommt | eine moderarte Neuproduktion. Und das geht relativ einfach. Ein | russischer T-72BM ist z. B. im Bau- und Ressourcenaufwand kein Vergleich | zu einem deutschen Leopard 2A6. | | Erster lässt sich schnell und billig erzeugen und er erfüllt seinen | Zweck. Instandsetzung und Neuproduktion sind auch möglich, weil Staaten | wie China Ersatz- oder Bauteile liefern, die dann als technische | Komponenten verbaut werden. | | Das produzierte Gerät läuft der Front zu und deckt dort die Ausfälle. | Zudem gibt es klare Indizien und Videos in den sozialen Netzwerken, die | zeigen, dass die Russen direkt hinter der Front hochproduktive | Instandsetzungseinrichtungen betreiben. | | Zu den Gesamtzahlen gibt es unterschiedliche Auswertungen und Prognosen. | Man nimmt an, dass z. B. derzeit im Jahr ca. 1.200 Kampfpanzer (davon 20 | Prozent Neuproduktion) zulaufen. Im Kern stimmen die meisten westlichen | Experten überein, dass die russische Seite noch zwei bis drei Jahre | durchhalten kann. | | Die Frage ist, kann dies auch die Ukraine? Die Antwort darauf kennt nur | der Westen. | | "*Russlands Streitkräfte folgen einer völlig anderen Militärkultur als* | *westliche*" | | ▶ Wie verlässlich ist die viel zitierte Oryx-Plattform, die russische | Panzerverluste dokumentiert? Ein oberflächlicher Blick genügt, um dort | intakte Panzerhüllen zu finden, die von Oryx aber als "zerstört" geführt | werden. Zudem sind auf sehr vielen Bildern keine Hoheitsabzeichen zu | erkennen, sodass es sich auch um ukrainische Fahrzeuge handeln könnte. | Die Qualität vieler Bilder ist außerdem so schlecht, dass man überhaupt | nichts erkennen kann. Wie groß ist hier eine mögliche Abweichung von den | tatsächlichen Abschusszahlen? | | *Markus Reisner*: Aus meiner Sicht sind die Angaben und Zählungen von | Think-Tanks wie RUSI, ISW oder auch von Initiativen wie Oryx durchaus | verlässlich und zitierfähig. Betrachten wir als Beispiel Oryx. | | Mit heutigem Tag, also dem 7. Juli 2024, stehen 6.060 Stück ukrainische, | zerstörte, beschädigte und erbeutete Kampf- und Unterstützungsfahrzeuge | insgesamt 16.751 russischen, zerstörten, beschädigten und erbeuteten | Kampf- und Unterstützungsfahrzeugen gegenüber. | | Eine Verhältniszahl von 1:2.8 zugunsten des ukrainischen Verteidigers. | Bei den Kampfpanzern stehen 857 ukrainische 3.197 russischen gegenüber, | also 1:3.7. Hier sind durchaus Abweichungen von bis zu 10 Prozent möglich. | | Wichtig ist aber die Kernaussage dieser Zahlen. In der militärischen | Operationsplanung ist im Angriff eine Verhältniszahl von 1:3 bis 1:4 zu | erreichen. Um die eigenen Verluste als Angreifer auszugleichen und | trotzdem siegreich zu bleiben. | | Aus dieser Sicht sind die Russen noch in der Norm. Russlands | Streitkräfte folgen einer völlig anderen Militärkultur als westliche | Streitkräfte. Um einige Schlagwörter zu nennen: Quantität vs Qualität, | rücksichtsloser Einsatz von Menschenleben vs maximaler Schutz jedes | Einzelnen, Befehlstaktik vs Auftragstaktik. | | Vor kurzem wurde im Economist eine Untersuchung zu den russischen | Personalverlusten veröffentlicht. Man geht davon aus (und hier verwende | ich gerundete Zahlen), dass Russland bis Mitte Juni 2024 zwischen | 100.000 bis 150.000 getötete Soldaten erlitten hat. | | Aus den Erfahrungen der letzten Kriege weiß man, dass auf jeden | Gefallenen zwischen drei und vier Verwundete kommen. D. h. dies wären | noch mal 400.000 bis 600.000 russische Verwundete. Gesamt ergäbe dies | Ausfälle von 500.000 bis 750.000 ausgefallenen russische Soldaten. Das | passt nicht in unseren Kopf, denn in Anbetracht dieser Zahlen müsste der | russische Gegner längst aufgegeben haben. | | Hat er aber nicht, im Gegenteil: Ein britischer Think-Tank berichtete | kürzlich von bis zu 650.000 an der Front in der Ukraine eingesetzten | russischen Soldaten. | | Trotz dieser Verluste und als Ergebnis der eingesetzten Soldaten an der | Front ist das Momentum bei den Russen. Sie bestimmen, wo angegriffen | wird, die Ukraine muss reagieren. Eigentlich müsste aber die Ukraine in | die Offensive gehen und die eroberten Gebiete befreien. Diese | Entwicklungen sollten uns ernsthaft hinsichtlich des weiteren | Kriegsverlaufes nachdenken lassen. | | Denn das, was die Ukraine bis jetzt bekommen hat, hat die Russen nicht | gestoppt, d. h., entweder der Westen liefert signifikant mehr, oder man | versucht zumindest den Konflikt mit einem Waffenstillstand vorläufig | einzufrieren, um der Ukraine die Chance zu einer Erholung oder | Konsolidierung zu geben. +--- </hier abknabbern> --- ¢<https://www.telepolis.de/features/Ukraine-Krieg-Russlands-Gleitbomben-Taktik-zermuerbt-Verteidiger-9793242.html> M.f.G. -- Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie wird praktisch nie gelesen. Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur etwas komisch... ;-)
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