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Groups > ger.ct > #639652 > unrolled thread
| Started by | Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) |
|---|---|
| First post | 2025-06-09 09:53 +0000 |
| Last post | 2025-06-10 17:55 +0200 |
| Articles | 20 on this page of 38 — 11 participants |
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Re: April, April Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2025-06-09 09:53 +0000
Re: April, April Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2025-06-09 12:06 +0200
Re: April, April Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2025-06-09 11:31 +0000
Re: April, April Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2025-06-09 16:02 +0200
Re: April, April Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2025-06-09 20:26 +0000
Re: April, April "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2025-06-10 07:57 +0200
Re: April, April Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2025-06-10 08:14 +0200
Re: April, April Dietz Proepper <dietz.usenet@rotfl.franken.de> - 2025-06-10 08:21 +0200
Re: April, April "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2025-06-10 08:37 +0200
Re: April, April Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2025-06-10 09:48 +0000
Re: April, April Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2025-06-10 13:14 +0200
Re: April, April Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2025-06-10 11:55 +0000
Re: April, April Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2025-06-10 16:11 +0200
Re: April, April "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2025-06-10 16:24 +0200
Re: April, April Ulf Kutzner <user2991@newsgrouper.org.invalid> - 2025-06-11 08:25 +0000
Re: April, April Peter Veith <veith@snafu.de> - 2025-06-10 16:30 +0200
Re: April, April Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2025-06-10 13:33 +0200
Re: April, April Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2025-06-10 17:15 +0200
Re: April, April "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2025-06-10 17:48 +0200
Re: April, April Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2025-06-10 18:21 +0200
Re: April, April "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2025-06-10 18:31 +0200
Re: April, April Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2025-06-10 20:40 +0200
Re: April, April Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2025-06-11 14:25 +0200
Re: April, April Peter Veith <veith@snafu.de> - 2025-06-11 14:35 +0200
geheime Cliquen (was:Re: April, April) Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2025-06-11 15:49 +0200
Re: geheime Cliquen Peter Veith <veith@snafu.de> - 2025-06-11 15:55 +0200
Re: geheime Cliquen "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2025-06-11 16:03 +0200
Re: geheime Cliquen Gunter Kühne <kuehne-g@freenet.de> - 2025-06-11 16:34 +0200
Re: April, April Peter McD <peter.posts@gmx.net> - 2025-06-11 20:46 +0200
Re: April, April Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2025-06-11 19:18 +0000
Re: April, April Dietz Proepper <dietz.usenet@rotfl.franken.de> - 2025-06-11 22:25 +0200
Re: April, April Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2025-06-10 21:22 +0000
Re: April, April Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2025-06-11 08:45 +0200
Re: April, April Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2025-06-11 14:29 +0200
Re: April, April Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2025-06-11 15:31 +0200
Re: April, April "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2025-06-11 16:05 +0200
Re: April, April Peter McD <peter.posts@gmx.net> - 2025-06-11 20:49 +0200
Re: April, April Peter Veith <veith@snafu.de> - 2025-06-10 17:55 +0200
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| From | Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) |
|---|---|
| Date | 2025-06-09 09:53 +0000 |
| Subject | Re: April, April |
| Message-ID | <1t6846aee3i1d0aadn3e8%sfroehli@Froehlich.Priv.at> |
On Sat, 22 Mar 2025 11:55:22 Stefan Froehlich wrote: > Gibt es hier eigentlich (abseits von den paar Trollen wie Dir) > noch jemanden, der den Faschismus noch nicht erkennt? Und wer immer da aufgezeigt hat: Immer noch nicht? Hinterher haben es dann bekanntlich immer alle gewusst, langsam wär's also Zeit, um nicht zu den Nachzüglern zu gehören. Servus, Stefan -- http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike Stefan - was für ein verschmierter Gedanke. (Sloganizer)
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| From | Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> |
|---|---|
| Date | 2025-06-09 12:06 +0200 |
| Message-ID | <1026bmo$faok$3@dont-email.me> |
| In reply to | #639652 |
Salve allerseits, Stefan Froehlich schrieb: > On Sat, 22 Mar 2025 11:55:22 Stefan Froehlich wrote: > >> Gibt es hier eigentlich (abseits von den paar Trollen wie Dir) >> noch jemanden, der den Faschismus noch nicht erkennt? > > Und wer immer da aufgezeigt hat: Immer noch nicht? > +--- <hier abknabbern> --- | Die Frage „Ist Trump ein Faschist?“ ist in den USA so alt wie Donald | Trumps politische Karriere. „So kommt Faschismus nach Amerika“, schrieb | der konservative Kommentator Robert Kagan schon 2016, als Trumps | Aufstieg gerade begann. „Wir sollten zögern, bevor wir diese toxischste | aller politischen Bezeichnungen auf Trump anwenden“, mahnte demgegenüber | der renommierte Faschismusforscher Robert Paxton 2017: Trump sei einfach | „eine autoritäre Persönlichkeit bar jeder Verpflichtung zum Rechtsstaat, | zu politischer Tradition oder gar Ideologie“. | | Der Sturm rechtsradikaler Trump-Anhänger auf das Kapitol am 6. Januar | 2021, um den Machtwechsel zu verhindern, sorgte für einen Umschwung. | Gleich in der nächsten Ausgabe des Magazins Newsweek übte Paxton | öffentlich Selbstkritik und gab den Faschismusbegriff für Trump frei: | „Die Bezeichnung erscheint heute nicht nur akzeptabel, sondern notwendig.“ | | Trumps Gegner griffen das dankbar auf. Kurz vor den Wahlen 2024 | beantwortete Kamala Harris, Präsidentschaftskandidatin der | US-Demokraten, die Frage, ob sie Trump für einen Faschisten halte, mit | „Ja“. Seit seiner erneuten Amtsübernahme am 20. Januar 2025 checken | US-Linke Trumps Worte und Taten gegen ihre Listen der Merkmale des | Faschismus – Autoritarismus, extremer Nationalismus, Militarismus und | „Othering“, also Ausgrenzung, lautet eine der beliebtesten – und kommen | zum Schluss: Ja. Trump ist ein Faschist. | | In Ländern, die Faschismus selbst erlebt haben, ist er Teil der eigenen | Geschichte. In den USA ist es ein abstrakter Begriff, um dessen | Definition sich die historische Wissenschaft streitet, vor allem in | Bezug auf Europa zwischen den Weltkriegen. Vielleicht nicht ganz | zufällig entwickelte sich in den Jahren der Verhärtung in den USA nach | den Terroranschlägen des 11. September 2001 eine Kontroverse darüber, ob | Faschismus eine „revolutionäre“ oder eine „konterrevolutionäre“ Bewegung | sei, also mit einer eigenen positiven Vision oder lediglich mit dem | Negativziel, unerwünschte Entwicklungen zu zerstören. | | Für erstere Annahme stand der in den USA lehrende britische Soziologe | Michael Mann, für letztere Robert Paxton. Mann definiert Faschismus in | seinem Buch „Fascists“ als eine Form von Staatsumbau, als „das | Bestreben, eine transzendente und säubernde Nationalstaatlichkeit durch | paramilitärische Organisation zu schaffen“; er unterdrückt zunächst | seine Gegner und unterwirft nach dem Sieg alle Klassen und Gruppen einem | korporatistischen Einheitsstaat. | | Paxton hingegen definiert Faschismus in „The Anatomy of Fascism“ als | eine Art Abwehrkampf, nämlich „eine Form politischen Verhaltens, die | durch eine obsessive Beschäftigung mit dem Niedergang der eigenen | Gemeinschaft, ihrer Demütigung oder Opferrolle sowie durch | kompensatorische Kulte von Einheit, Stärke und Reinheit gekennzeichnet | ist, in denen eine Partei nationalistischer Kämpfer, die in loser, aber | effektiver Zusammenarbeit mit den traditionellen Eliten arbeitet, | demokratische Freiheiten aufgibt und mit messianischer Gewalt und ohne | ethische oder rechtliche Beschränkungen Ziele der internen Säuberung und | externen Expansion verfolgt“. | | Als die Öffentlichkeit diese vergleichende historische Forschung für die | Analyse des Phänomens Trump ausschlachtete, war die Wissenschaft | entsetzt. Denn nun konnte man sich aus unterschiedlichen | Faschismusdarstellungen die jeweils passende selbst zusammenstricken und | auf die Gegenwart projizieren. Der Politologe Dylan Riley warnte 2018, | so missbrauche man „die Vergangenheit als Lagerstätte zusammenhangloser | Beispiele“. | | Als aber Paxton 2021 Trump dann doch als Faschisten bezeichnete, zog er | selbst den historischen Bogen. Wenn man, wie Paxton, Faschismus als | organisierte Konterrevolution begreift, ist der Sturm auf das Kapitol | ein faschistischer Akt und „Make America Great Again“ eine faschistische | Parole. Schon Italiens Benito Mussolini hatte 1919 beim | Gründungskongress der faschistischen Bewegung gesagt: „Wir Faschisten | haben keine vorgefertigte Doktrin, unsere Doktrin ist die Tat.“ | | *Faschismus ist mehr als nur Gefuchtel* | | Aber genügt ein Aufstand, genügt eine Attitüde, um Faschist zu sein? Im | Laufe der Jahre wurden solche Debatten in linken Zirkeln zu einer Art | Reinlichkeitstest für Trump-Gegner, „ein Proxy dafür, wie man zu anderen | Fragen steht“, bemerkte der New Yorker im März 2024 in dem Essay „Wieso | wir nicht aufhören können, darüber zu streiten, ob Trump ein Faschist | ist“, und schlussfolgerte: „Um zu wissen, wann wir Panik kriegen sollen, | müssen wir wissen, wonach wir Ausschau halten.“ | | Wonach also hält man Ausschau? Hitlergrüße? Hakenkreuze? NS-Reizwörter? | Rufe nach „Remigration“? | | Vielen genügt das. Faschismus ist aber nicht auf Gesten und Worte zu | reduzieren. Faschismus ist keine Show und auch keine bloße Haltung. Es | ist ein politisches und gesellschaftliches Organisationsprinzip. In | zeitgenössischen Schilderungen des Faschismus aus den 1930er Jahren | fällt auf, dass an erster Stelle immer die Massenorganisationen und | ihre rohe Gewalt stehen, die allen Konkurrenten den Rang streitig | machen. Mit der Machtergreifung rücken sie selbst an die Schaltstellen | der Macht. Staatliche Institutionen sind fortan nur noch ausführende | Organe des durch den Faschismus ausgedrückten Volkswillens. Man gehört | dazu – oder man ist Volksfeind. Der gesunde Volkskörper muss von kranken | Elementen gesäubert werden, Gewalt gegen Abweichende und Andersdenkende | ist systemisch und unbarmherzig. | | „Die faschistische Diktatur findet das nächste Moment für ihr Handeln in | der Notwendigkeit, jede Kritik, jede gegnerische Organisation zu | vernichten, die gesamte gesellschaftliche Tätigkeit ihrer Kontrolle und | Leitung zu unterwerfen“, hieß es in einem der letzten Manifeste der | nicht stalinistischen deutschen Linken vom Mai 1933, bevor sie alle ins | KZ wanderten oder in die Emigration zogen. „Der Faschismus treibt die | bürgerliche Staatsgewalt auf die höchste Spitze. Er reduziert sie auf | die nackte Gewalt. Zugleich setzt er an seine Spitze den Abschaum der | bürgerlichen Gesellschaft, eine Bande von Abenteurern, Dieben, | Meuchelmördern, Banditen.“ | | Es gibt viele Länder, auf die all dies heute zumindest teilweise | zutrifft: Wladimir Putins Russland mit seiner Dauerhysterie und seinen | Dauerkriegen, Xi Jinpings China mit seiner totalen sozialen Kontrolle | und der Dominanz der Partei gegenüber dem Staat, Assads Syrien und Kims | Nordkorea ebenso. | | Aber die USA? Trumps Politik mag zu Recht Widerstand hervorrufen. Aber | die USA bleiben ein Land, in dem die Opposition frei tätig bleibt, die | Gewaltenteilung funktioniert, Justiz und Medien unabhängig arbeiten und | wo man den Präsidenten ungestraft einen Verbrecher nennen darf. | | Eine Faschismusdefinition, die ohne die Praxis faschistischer | Machtausübung auskommt, die nicht von der Gewalterfahrung von | Faschismusopfern ausgeht, degradiert Faschismus von Herrschaft zu | Performance, vom Terror zum Habitus. Man läuft dabei Gefahr, wahre | Faschisten zu verkennen. | | *Eine Worthülse als Kampfbegriff* | | Putin etwa einen Faschisten zu nennen ist in den USA verpönt. Zwar | führte der russische Kommentator Wladislaw Inosemzew 2022 sorgfältig | Parallelen zwischen Putin und Mussolini auf und wies darauf hin, mit dem | Krieg gegen die Ukraine sei diese Frage jetzt von „mehr als | theoretischem Interesse“. Aber in Deutschland sträubt man sich dagegen. | In der taz meinte der deutsche Historiker Ulrich Herbert: „Faschismus | ist in Bezug auf Russland ein rhetorischer Kampfbegriff, der das Böse | und Gegnerschaft assoziieren soll. Analytisch taugt er nicht. In dieser | Logik könnten wir auch China als faschistisch bezeichnen.“ | | Worauf man antworten könnte: Ja, warum eigentlich nicht? Und es ist vor | allem Russland selbst, das den Faschismusvorwurf ungeniert als | rhetorischen Kampfbegriff gegen den „kollektiven Westen“ im Allgemeinen | und die Ukraine im Besonderen missbraucht. Rechte Israelis und radikale | Palästinenser bezeichnen sich gegenseitig als Nazis. Weltweit gehört | „Faschist“ zu den beliebtesten politischen Beschimpfungen. | | Das ist nicht neu, wie man im Essay „Was ist Faschismus?“ des britischen | Schriftstellers George Orwell aus dem Jahr 1944 feststellt. Aus heutiger | Sicht waren damals, zum Höhepunkt des Zweiten Weltkrieges und des | Kampfes gegen Hitler, die Dinge eigentlich eindeutig. Aber Orwell führt | aus, dass „Faschist“ im Alltag vor allem als Schimpfwort diente, das in | Großbritannien schon alles und jeden traf: „Konservative, Sozialisten, | Kommunisten, Trotzkisten, Katholiken, Kriegsgegner, Kriegsbefürworter, | Nationalisten“. Seine Schlussfolgerung: „Das Wort Faschismus ist fast | komplett bedeutungslos.“ | | Auch heute dient der Faschismusvorwurf vor allem der Abgrenzung. Es ist | die Definition eines Bösen, mit dem man unter keinen Umständen etwas | zu tun haben darf. Es ist eine Negativdefinition ohne eigenen Inhalt. | Der Faschismusvorwurf gegen Donald Trump sollte, wie linke Kritiker | während des US-Wahlkampfs bemängelten, in erster Linie Kamala Harris | zum Sieg verhelfen, denn er stilisierte die Präsidentschaftswahl zu | einer Entscheidung zwischen Gut und Böse. Aber regiert heute das Böse? | Müssen die US-Demokraten nach der Wahlniederlage in den Untergrund? | | Was Trump heute als Faschismus vorgeworfen wird, trifft auf so gut wie | alle autoritären Regime der Welt zu: Eine personalisierte Staatsmacht | ohne Achtung für Rechtsstaat, Tradition und Ideologie schützt eine | oligarchische Klüngelwirtschaft. Bleibt man dabei, sind die meisten | Länder der Welt faschistisch. Das banalisiert den Begriff, es führt | geopolitisch in die Isolation – und es ist eine Diagnose der | Hoffnungslosigkeit. | | [...] | | Nie wieder ist jetzt? Dann braucht es jetzt neue Analysen. +--- </hier abknabbern> --- ©<https://taz.de/Donald-Trump-und-das-F-Wort/!6065634/> M.f.G. -- Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie wird praktisch nie gelesen. Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur etwas komisch... ;-)
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| From | Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) |
|---|---|
| Date | 2025-06-09 11:31 +0000 |
| Message-ID | <1t6846c43ei1f941dn3e8%sfroehli@Froehlich.Priv.at> |
| In reply to | #639655 |
On Mon, 09 Jun 2025 12:06:16 Fidel Sebastián Hunrichse-Lara wrote: >> On Sat, 22 Mar 2025 11:55:22 Stefan Froehlich wrote: >>> Gibt es hier eigentlich (abseits von den paar Trollen wie Dir) >>> noch jemanden, der den Faschismus noch nicht erkennt? >> Und wer immer da aufgezeigt hat: Immer noch nicht? > +--- <hier abknabbern> --- > | Die Frage „Ist Trump ein Faschist?“ ist in den USA so alt wie Donald > | Trumps politische Karriere. [...] > | [...] > | > | Nie wieder ist jetzt? Dann braucht es jetzt neue Analysen. > +--- </hier abknabbern> --- > ©<https://taz.de/Donald-Trump-und-das-F-Wort/!6065634/> Tja nun, leider stammt der Artikel von Anfang Februar, und die die meinten, "nie wieder" wäre irgendwann, aber noch nicht jetzt, haben inzwischen ein paar Probleme mehr am Hals. Der im Jänner so positiv gestimmte Dominic Johnson (er hat seinen Tories empfohlen, ganz genau hinzusehen und sich das als Vorbild zu nehmen), scheint mir inzwischen ein wenig abgeklärter: <https://taz.de/USA-vs-Afrika/!6082079/> | Trumps Politikstil – Ahnungslosigkeit, Selbstüberschätzung, | Sprunghaftigkeit, Skrupellosigkeit, Geringschätzung formalisierter | Verfahren und Institutionen – ist dem vieler afrikanischer | Präsidenten dennoch näher als der seines Amtsvorgängers. [...] | Alles, was die bestehende Weltordnung kaputthaut, stößt bei sich | progressiv gebenden Kräften in Afrika auf Zustimmung. Sie haben | bisher Putin zugejubelt, nun gibt es Trump. Über Faschismus habe ich hingegen keinen aktuelleren Beitrag von ihm gefunden; er wird seine Gründe dafür haben. Aber *eigentlich* frug ich, ob es *hier* jemanden gibt. Also, Fidel, wie hält's Du es denn mit Trump? Eine Wohltat für die USA, ein lupenreiner Demokrat, der am besten Weg ist, das Land zu seiner alten Größe zu führen? Oder vielleicht doch erste, leise Zweifel? Servus, Stefan -- http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike Stefan - Für junge Schlingel: Suchen damit es lutscht! (Sloganizer)
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| From | Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> |
|---|---|
| Date | 2025-06-09 16:02 +0200 |
| Message-ID | <1026phn$irut$1@dont-email.me> |
| In reply to | #639660 |
Salve allerseits,
Stefan Froehlich schrieb:
> On Mon, 09 Jun 2025 12:06:16 Fidel Sebastián Hunrichse-Lara wrote:
>>> On Sat, 22 Mar 2025 11:55:22 Stefan Froehlich wrote:
>>>
>>>> Gibt es hier eigentlich (abseits von den paar Trollen wie Dir) noch
>>>> jemanden, der den Faschismus noch nicht erkennt?
>>>
>>> Und wer immer da aufgezeigt hat: Immer noch nicht?
>>
>> | Die Frage „Ist Trump ein Faschist?“ ist in den USA so alt wie Donald
>> | Trumps politische Karriere.
>> |
>> | [...]
>> |
>> | Was Trump heute als Faschismus vorgeworfen wird, trifft auf so gut wie
>> | alle autoritären Regime der Welt zu: Eine personalisierte Staatsmacht
>> | ohne Achtung für Rechtsstaat, Tradition und Ideologie schützt eine
>> | oligarchische Klüngelwirtschaft. Bleibt man dabei, sind die meisten
>> | Länder der Welt faschistisch. Das banalisiert den Begriff, es führt
>> | geopolitisch in die Isolation – und es ist eine Diagnose der
>> | Hoffnungslosigkeit.
>> |
>> | [...]
>> |
>> | Nie wieder ist jetzt? Dann braucht es jetzt neue Analysen.
>
> Tja nun, leider stammt der Artikel von Anfang Februar, und die die meinten,
> "nie wieder" wäre irgendwann, aber noch nicht jetzt, haben inzwischen
> ein paar Probleme mehr am Hals.
>
+--- <hier abknabbern> ---
| Es ist unübersehbar, dass die aktuelle US-Regierung unter Trump
| wesentlich autoritärer agiert als jene unter seiner ersten Amtszeit von
| 2017 bis 2021. Besetzte er damals noch viele Posten mit konservativen
| Institutionalisten, die ihm zwar ideologisch nahestanden, aber auch
| grundlegende demokratische Prinzipien wahrten, hat er sich nun mit
| Loyalisten umgeben. Und diese stellen im Zweifel Parteiinteressen vor
| Rechtsstaatlichkeit. Auch ein Grund, warum nun schon mehrfach Gerichte
| eingeschritten sind, deren Anordnungen die Regierung aber kaum mehr als
| halbherzig befolgt.
|
| Doch noch etwas ist anders. Infolge des Sturms auf das Kapitol im Jänner
| 2021 durch eine aufgebrachte und teils bewaffnete Meute, die auf Trumps
| Erzählung vom gestohlenen Wahlsieg hereingefallen war, wurden Trumps
| Auftritte auf diversen großen Social-Media-Plattformen stillgelegt. Vier
| Jahre später saßen deren Chefs bei seiner Angelobung. Manche von ihnen,
| besonders Mark Zuckerberg, schwenkten auch ideologisch auf seinen Kurs
| ein. Und Elon Musk hatte nicht nur mit Geld, sondern mit der Übernahme
| und dem Umbau von Twitter, heute X, bereits seine Kampagne tatkräftig
| unterstützt. Und wurde dafür unter anderem mit dem Posten als
| De-facto-Chef der für massive Kahlschläge verantwortlichen Pseudobehörde
| Doge belohnt.
|
| *Thiels Vision und Musks Nutzen*
|
| Mit J. D. Vance als Vizepräsident bekleidet außerdem ein Zögling des
| libertären Tech-Milliardärs Peter Thiel das zweithöchste Amt im Staat.
| Und Thiel selbst ist offener Demokratieskeptiker. In einem Essay aus
| 2009 formulierte er dazu folgende Aussagen. "Ich bleibe dem Ideal aus
| meiner Jugend verpflichtet, nämlich dass authentische menschliche
| Freiheit die Vorbedingung für das höchste Gut ist. Ich bin gegen
| räuberische Steuern, totalitäre Kollektive und die Ideologie der
| Unausweichlichkeit des Todes jedes Menschen. Aus all diesen Gründen
| nenne ich mich einen 'Libertären'. Aber ich muss gestehen, dass ich
| meine Meinung darüber, wie man diese Ziele erreichen kann, in den
| letzten beiden Jahrzehnten radikal geändert habe. Vor allem denke ich
| nicht mehr, dass Demokratie und Freiheit miteinander kompatibel sind."
|
| Thiels ursprüngliches Ziel: Die Gründung neuer Gesellschaften in diesem
| libertären Geiste, sei es mit ozeanischen Siedlungsprojekten
| ("Seasteading") oder im Weltall, um sowohl "totalitären Katastrophen" zu
| entgehen, als auch Systemen "sozialer Demokratien", die von einem
| "unreflektierten Demos" – gemeint sind die Bürger – geführt wird.
|
| Während die zweite Trump-Regierung für Thiel womöglich ein Mittel zu
| diesem Zweck ist, sehen andere im Umfeld des Präsidenten ebenfalls ein
| Mittel, um ihre eigenen Interessen zu verfolgen. Musk versucht,
| Regulierungsbehörden zu dezimieren, die seinen Unternehmen auf die
| Finger schauen. OpenAI-CEO Sam Altman und andere KI-Konzerne wünschen
| sich eine Aufweichung des Urheberrechts, um mehr Daten für das Training
| ihrer Modelle zu bekommen, ohne teure Lizenzen zahlen oder sich auf
| riskante Gerichtsprozesse einlassen zu müssen.
|
| "*Quid pro quo", fast nach russischem Vorbild*
|
| Es ist das altbekannte "Quid pro quo". Die Regierung bekommt gelockerte
| Moderationsregeln und die Abschaffung von Faktenchecks auf sozialen
| Netzwerken, was der Message-Control und der Reichweite ihrer
| Propagandisten zugute kommt. Die Tech-Firmen bekommen wiederum
| Staatsaufträge und aufgeweichte Regulierungen und Gesetze, die von der
| republikanischen Mehrheit in beiden Häusern mit wenigen Widerworten
| durchgewunken werden.
|
| Und während die demokratische Partei erst in Zeitlupe aus ihrer
| Wahlschlappen-Schockstarre erwacht, kommt der Widerstand derzeit
| hauptsächlich aus der Bevölkerung. Seit Monaten gehen Bürger zahlreich
| auf die Straße, um ihrem Ärger über Trump, Musk und den Rest der
| US-Regierung Luft zu machen. Die Reaktion aus dem Weißen Haus? Eine
| unverhohlene Drohung, Proteste mittels Umdeutung in Terrorismus zu
| illegalisieren. Eine Drohung, die man nicht nur in ihrer Umsetzung aus
| autokratischen Staaten kennt, sondern die man auch ernst nehmen sollte.
| Man darf nicht vergessen, dass Trumps großes Abschiebeprogramm auf Basis
| eines legistisch tot geglaubten Notgesetzes aus 1798 läuft, das
| eigentlich für Kriegszeiten gedacht ist.
|
| Das Gesamtbild erinnert manche Beobachter bereits teilweise an das durch
| Oligarchen gestützte Regime von Wladimir Putin in Russland. Kein Wunder
| also, dass immer wieder der Begriff "Technofaschismus" auftaucht,
| gemeint als Abdriften der USA in ein autoritäres System, kontrolliert
| von einer korrupten Politikerkaste und großen IT-Konzernen, in dem
| Wahlen letztlich nicht mehr stattfinden oder zu einer Farce werden.
|
| Die Texte legen gut dar, dass die Wurzeln des sich lange mit Diversität
| und Gleichstellung brüstenden Silicon Valley eigentlich in der
| Glorifizierung von Reichtum und übertriebener Männlichkeit liegen und
| nun wieder zum Vorschein kommen (Guardian). Oder dass der Traum einer
| Quasi-Einheit von Wirtschaft und Staat gerade in den USA gar nicht so
| neu ist (New Yorker). Und dass es für die Einführung des
| "Cyberfaschismus" nicht unbedingt paramilitärische Strukturen braucht,
| wenn man stattdessen Daten und Narrative mit großen Onlineplattformen
| kontrollieren kann (STANDARD).
|
| *Bestandsaufnahme*
|
| Versuchen wir es also mit einer Bestandsaufnahme. Wie kurz stehen die
| USA nun vor dem Technofaschismus? Die folgenden Charakteristika stammen
| aus dem 2003 vom Historiker Laurence Britt veröffentlichten Text
| Fascism, Anyone?. Sie orientieren sich wiederum an den "14 Merkmalen des
| Ur-Faschismus", die Umberto Eco (1932–2016) im Jahr 1995 definiert hat.
|
| Der italienische Schriftsteller (u. a. Der Name der Rose) wusste, wovon
| er schrieb, denn immerhin erlebte er in seiner Kindheit den
| italienischen Faschismus hautnah – und auch dessen Wirkung und Folgen
| über den Zweiten Weltkrieg hinaus. Britt selbst wiederum hat sich in
| seiner Arbeit vor allem mit autoritären Regimen auseinandergesetzt,
| darunter Nazideutschland, Italien unter Mussolini, Spanien unter Franco
| und auch das Suharto-Regime in Indonesien.
|
| 1. *Starker und anhaltender Nationalismus*
|
| Dass die Bewegung hinter Trump stark nationalistisch orientiert ist,
| dürfte unstrittig sein. Slogans wie "America First" oder "Make America
| Great Again" und Projekte wie die Grenzmauer zu Mexiko oder die
| Umbenennung des Golf von Mexiko in den Golf von Amerika sprechen Bände.
| Auch Maßnahmen wie die derzeit vor dem Supreme Court liegende, geplante
| Abschaffung des Anspruchs auf Staatsbürgerschaft für Menschen, die auf
| US-Staatsgebiet geboren werden, passen (nicht nur) in dieses Bild.
|
| 2. *Verachtung für Menschenrechte*
|
| Nicht nur finden sich im Trump-Lager viele Befürworter der Todesstrafe,
| Menschenrechte per se genießen kein hohes Ansehen. Zumindest nicht, wenn
| man eine akute Bedrohung benennen kann, die deren Aushebelung praktisch
| unumgänglich machen. International haben die USA in Bezug auf Einhaltung
| der Menschenrechte (Stichwort: Guantanamo Bay) ohnehin nicht die
| sauberste Bilanz. Dass nun aber, wie etwa im Fall Abrego Garcia,
| Menschen mit Aufenthaltsbewilligung ohne vorhergehenden Gerichtsprozess
| in ein berüchtigtes Gefängnis in El Salvador gebracht und selbst
| Aufforderungen des Höchstgerichts, Rückkehrmaßnahmen einzuleiten,
| ignoriert werden, ist in der jüngeren Geschichte der USA einzigartig.
|
| 3. *Aeußere Bedrohungen und Sündenböcke als gemeinsame Feinde*
|
| Einen guten Teil der politischen Klaviatur der Trump-Regierung macht der
| beständige Verweis auf Gegner aus, die es auf seine Bewegung als Symbol
| für die gesamten USA abgesehen hätten. Medien wurden bereits als "Feinde
| des Volkes" tituliert, der demokratischen Partei wird unterstellt, eine
| kommunistische Diktatur einführen und das Land mit Migranten fluten zu
| wollen. Für wirtschaftliche Turbulenzen dient hingegen China gerne als
| Begründung – der dazu passende Wirtschaftskrieg läuft bereits seit
| Trumps erster Amtszeit.
|
| 4. *Vorherrschaft des Militärs*
|
| Im Vergleich zu vielen anderen Ländern geben die USA traditionell mehr
| für ihre Armee aus. Militär und Soldaten genießen relativ hohes
| öffentliches Ansehen und sind stark in der (Pop-)Kultur verankert.
| Während die Trump-Regierung in fast allen anderen Bereichen massiv
| einsparen und sogar das Bildungsministerium langfristig abschaffen will,
| ist der Gesamtetat des Verteidigungsministeriums und seiner Abteilungen
| um über 230 Milliarden Dollar gewachsen.
|
| Neu ist allerdings, dass zum Jubiläumstag der Armee am 14. Juni – der
| mit Trumps Geburtstag zusammenfällt – eine Militärparade inklusive
| zahlreicher Panzern durch Washington, D.C., ziehen soll. Ein
| symbolischer Akt, dessen Kosten sich am Ende auf 45 Millionen Dollar
| belaufen könnten. Der letzte große Militärfestzug in den USA fand im
| Juni 1991 anlässlich des gewonnenen Golfkriegs und der Befreiung Kuwaits
| von seiner irakischen Besatzung statt.
|
| 5. *Grassierender Sexismus*
|
| Dass Donald Trump nicht unbedingt ein Vertreter feministischer Werte
| ("Grab 'em by the pussy") ist, weiß man bereits seit seiner Zeit im
| Entertainment-TV. Mittlerweile ist er auch ein verurteilter
| Sexualstraftäter. Das freilich erlaubt noch keine breitere Aussage über
| die ideologischen Züge der Bewegung, jedoch sieht es da nicht besser
| aus. Elon Musk hat mit niedrigen Geburtenraten einen neuen Aufhänger für
| seinen Kreuzzug gegen den vage definierten Feind des "Wokeismus" gefunden.
|
| Die sogenannte "Manosphere" – zu der auch die des Menschenhandels und
| sexueller Ausbeutung verdächtigten Tate-Brüder zählen – harmoniert in
| weiten Teilen ebenfalls mit der Maga-Bewegung. Was hier oft als
| harmloses Selbstwertcoaching für verunsicherte und sich ausgegrenzt
| fühlende junge Männer beginnt, wird schließlich via sogenanntem
| "red-pilling" genutzt, um dem Publikum reaktionäre Werte einzuimpfen:
| Der Platz der Frau sei in der Küche, sie habe dem Mann stets Folge zu
| leisten.
|
| 6. *Kontrolle über die Massenmedien*
|
| Während frühere autoritäre Regime in der Regel dazu übergingen,
| unabhängige Medien schlicht zu verbieten und durch staatlich
| kontrollierte Verbreitungsorgane zu ersetzen, läuft die Machtergreifung
| über die öffentliche Meinung heute anders. Zwar gibt es in "illiberalen
| Demokratien" wie Ungarn oder der Türkei noch kritische
| Berichterstattung, deren Arbeit wurde aber nach und nach mit
| Einschränkungen der Pressefreiheit und gezielten gesetzlichen Maßnahmen
| zur Sabotage ihrer Finanzierung erschwert. Gleichzeitig wurden
| öffentlich-rechtliche Sender umgebaut, und es sorgten Verbündete der
| Regierenden aus der Wirtschaft dafür, dass reichweitenstarke private
| Medien unter ihre Kontrolle kamen und auf Linie gebracht wurden.
|
| In den USA ist das aktuell nicht ganz so einfach, denn einerseits gibt
| es umfassende Pressefreiheit und andererseits auch keinen vergleichbar
| reichweitenstarken öffentlichen Rundfunk. Dafür existiert ein wachsendes
| Netzwerk aus willfährigen Helfern in der etablierten Medienlandschaft
| (etwa Fox News) wie auch neuen Sendern und Portalen, die relativ
| unverhohlen Propaganda für Trump betreiben (beispielsweise One America
| News Network oder Newsmax).
|
| Hier kommen auch die Onlineplattformen hinzu, denn das Fernsehen
| verliert in den USA langsam seine Vormachtstellung im Hinblick auf das
| Beziehen von Nachrichten. Beim vergangenen Präsidentschaftswahlkampf
| informierten sich 35 Prozent der Befragten zwar noch primär über die
| "Flimmerkiste", 21 bzw. 20 Prozent nannten laut Pew Research aber auch
| "Webseiten und Apps" bzw. "soziale Netzwerke" als ihre wichtigste
| Informationsquelle zum Thema.
|
| Während Trumps eigenes Netzwerk Truth Social nur für den harten Kern
| seiner Fanbasis relevant ist, gibt es mit X dank Elon Musk eine
| breitenwirksamere Alternative. Dazu spielen Trump auch die bereits
| erwähnten Lockerungen seitens Meta in die Hände, das mit Instagram und
| Facebook zwei Netzwerke kontrolliert, die von einem guten Teil der
| US-Bevölkerung in unterschiedlichsten Altersgruppen genutzt werden.
| Instagram kommt nach Konzernangaben auf fast 170 Millionen monatlich
| aktive US-Nutzer, Facebook sogar auf 197 Millionen – deutlich mehr als
| die Hälfte der Gesamtbevölkerung.
|
| 7. *Obsession mit nationaler Sicherheit*
|
| Auch dieses Merkmal darf man bei der Trump-Regierung als erfüllt
| betrachten, und es passt auch zum prominent gepflegten Nationalismus.
| Als Reaktion auf die ständig behauptete Bedrohungslage an der Südgrenze
| wurde auch der Etat des Innenministeriums aufgestockt, das
| hauptverantwortlich für die Abschiebewellen ist. Gleichzeitig
| unterstellte man auch Kanada, zu wenig gegen den Fentanylschmuggel in
| die USA zu unternehmen – und das, obwohl zwischen 2022 und 2024 nicht
| einmal ein Tausendstel der sichergestellten Lieferungen dieser Droge
| über die Nordgrenze kam (59 versus 61.900 Pfund). Während der
| Gefährdungsbericht 2024 der Drogenbekämpfungsbehörde DEA Mexiko 86-mal
| erwähnte, tauchte Kanada kein einziges Mal darin auf.
|
| Dazu wird "nationale Sicherheit" wieder vermehrt als
| Allerweltsbegründung für fragwürdige Maßnahmen herangezogen,
| beispielsweise für die Inhaftierung von Studenten, die Proteste gegen
| das israelische Vorgehen in Gaza mitorganisierten. Die ständige
| Behauptung von Bedrohungen dient als Mittel zum Zweck, um die eigenen
| Unterstützer in Alarmbereitschaft zu halten. Und unter diesem Mantel
| bringt man dann auch gefährliche Ideen vor - etwa die Aussetzung des
| "Habeas Corpus Act", der von den Behörden festgesetzten Menschen die
| richterliche Haftprüfung und Zugang zu einem Verfahren garantiert.
| Etwas, wozu der Präsident laut Rechtsexperten gar nicht befugt ist,
| sondern der Kongress. Zuletzt wurde Habeas Corpus laut dem National
| Constitution Center im Jahr 1941 in Hawaii ausgesetzt. Dies geschah
| nachdem die japanische Armee den dortigen Militärhafen Pearl Harbor
| angegriffen hatte, was letztlich den Eintritt der USA in den 2.
| Weltkrieg bewirkte.
|
| 8. *Die Vermischung von Staat und Religion*
|
| Die über Jahrzehnte zunehmend politisierten, radikale Protestanten
| (Evangelicals) stehen fest an der Seite der Trump-Regierung. Dass ihr
| politischer Anführer beinahe jedes der zehn Gebote mehrfach gebrochen
| haben dürfte, wird dabei stillschweigend in Kauf genommen. Kein Wunder,
| sorgte er doch für jene Zusammensetzung des Höchstgerichts, die mit der
| De-facto-Aufhebung des Roe-v.-Wade-Urteils den Bundesstaaten freie Hand
| dafür gab, das Recht auf Abtreibung zu beschneiden. Und gerade
| konservativ geprägte Staaten machten auch schon davon Gebrauch, wenn man
| beispielsweise den texanischen Heartbeat Act betrachtet.
|
| Bei Auftritten von Regierungsmitgliedern sind Referenzen an die
| christliche Religion und Gott gelegentlich zu hören. Deutlicher
| erschallt die Botschaft allerdings in den Propagandakanälen, die
| offensiv um den Zuspruch religiöser Christen werben. Dabei geht es
| allerdings um den Ausbau der Machtbasis. Eine direkte Vermengung des
| Staatsapparats mit religiösen Institutionen, wie es in theokratisch
| geprägten Regimen wie etwa dem Iran der Fall ist, ist aktuell aber nicht
| zu erkennen.
|
| 9. *Der Schutz der Macht von Konzernen*
|
| Oft, so schreibt Britt, sei es die "Industrie- und
| Wirtschaftsaristokratie", die in faschistischen Ländern den politischen
| Anführern zur Macht verhelfe. Abseits der in den USA schon lange
| üblichen, großen Parteispenden über PACs und Super-PACs, war dies in
| Ansätzen auch schon hier der Fall – womit sich wieder der Bogen zur
| Tech-Welt spannt. Die großen Netzwerke hoben Trumps Sperre zeitgerecht
| auf, mit der Begründung, man könne ja keinen Präsidentschaftskandidaten
| ausschließen, was sich angesichts der Vorgeschichte durchaus als Hilfe
| interpretieren lässt.
|
| Abseits von Elon Musk und X wurde zwar nicht für Trump kampagnisiert,
| aber durchaus wichtige Grundlagen für seinen Wahlkampf gelegt. Ob daraus
| dauerhaft ein Verhältnis zum gegenseitigen Vorteil wird, ist abzuwarten.
| Anzeichen dafür gibt es allerdings.
|
| 10. *Unterdrückung von Arbeitskräften*
|
| Wenngleich Trump gerne das Gegenteil behauptet und seine Wählerschaft in
| guten Teilen aus der sogenannten "Arbeiterschicht" kommt, gibt es einen
| guten Grund, warum kaum irgendeine Gewerkschaft Wahlempfehlungen für ihn
| ausgesprochen hat. Die republikanische Partei ist schon per se kein
| großer Freund von Angestelltenmitsprache und -rechten, gerade im
| libertären Dunstkreis wird aber besonders energisch das Credo "Wer
| zahlt, schafft an" gepflegt.
|
| Die politischen Maßnahmen fliegen oft unter dem medialen Radar. Trump
| hat schon in seiner ersten Amtszeit das National Labor Board mit
| Gewerkschaftsgegnern besetzt, gewerkschaftsfeindliche Richter nominiert
| und Arbeitsplatzsicherheitsstandards gesenkt. Während des Wahlkampfs
| 2024 machte er sich in einem Livegespräch mit Musk auch gegen das
| Streikrecht stark und meinte, bei Streiks partizipierende Arbeiter
| sollten umgehend entlassen werden.
|
| Auch in seiner aktuellen Amtszeit hat er bereits beim National Labor
| Relations Board umgerührt und die Equal Employment Opportunity
| Commission durch die Absetzung zweier Mitglieder handlungsunfähig
| gemacht. Zudem versucht die Regierung auch, Kollektivverträge für ihre
| Bundesangestellte und deren Recht auf den Beitritt zu einer Gewerkschaft
| für nichtig erklären zu lassen. Ein Bezirksgericht schob dem Ende April
| temporär einen Riegel vor, die Auseinandersetzung läuft jedoch weiter.
|
| Mit ihrer Gegnerschaft zu Gewerkschaften ist die Regierung aber
| jedenfalls auch mit so manchen IT-Entrepreneuren kompatibel. So ist es
| auch nicht verwunderlich, dass Amazon-Gründer Jeff Bezos seit einiger
| Zeit Trumps Nähe sucht. Aber selbst nach außen hin oft progressiv
| erscheinende Firmen wie Google oder Microsoft zeigen sich in den USA in
| der Praxis oft wenig kompromissbereit, wenn etwa Angestellte eine
| Gewerkschaft gründen wollen.
|
| 11. *Verachtung für Wissenschaft und Kunst*
|
| Solange ihre Erkenntnisse und Statements politisch nicht nützlich sind,
| haben Trump und seine Gefolgsleute wenig für Kunst und Wissenschaft
| übrig. Am deutlichsten zeigt sich das bei den Themen Klimawandel und
| Gesundheit. Den menschlichen Anteil und dessen Auswirkungen auf das
| globale Klima haben Trump und seine Verbündete mehrfach infrage
| gestellt. Widerlegen können sie die Erkenntnisse zwar nicht, dafür
| werden diese als "Religion" oder "Ideologie" verunglimpft. Auch Verweise
| auf globale Verschwörungen dürfen nicht fehlen.
|
| Ein ähnliches Bild zeigte sich während der Corona-Pandemie, auf deren
| Ausbruch die erste Trump-Regierung nur lax reagiert hat. Dafür schoss
| man sich auf Wissenschaftler wie den ehemaligen Direktor des National
| Institute of Allergy and Infectious Diseases, Anthony Fauci, ein, die
| sich weigerten, das Regierungsnarrativ zu bestätigen. Das sorgte in
| weiterer Folge für Todesdrohungen gegen Fauci, den Trump kurz nach
| seinem erneuten Amtsantritt auch noch aus dem staatlichen Schutzprogramm
| nahm. Zudem wurde mit Robert Kennedy ein Gesundheitsminister ernannt,
| der bereits zahlreiche Falschbehauptungen verbreitet hat – etwa dass
| Impfungen Autismus hervorrufen können.
|
| Während kritische Künstler und Wissenschaftler aktuell zwar keine
| plötzliche Inhaftierung fürchten müssen, ist damit zu rechnen, dass ihr
| Leben in den USA in den nächsten Jahren nicht einfacher werden wird.
|
| 12. *Obsession mit Verbrechen und Strafe*
|
| Neben beständiger Law-and-Order-Rhetorik ist hier gemeint, dass
| faschistische Regimes gerne Polizeibehörden mit nahezu unumschränkter
| Macht ausstatten und die Anhänger bei Polizeigewalt und Amtsmissbrauch
| im Namen des Patriotismus gerne ein Auge zudrücken. Der Etablierung
| einer solchen Machtfülle stehen die Bundesstaaten im Weg, die in diesem
| Bereich viel Autonomie genießen. Das bedeutet allerdings nicht, dass die
| Regierung es nicht trotzdem versuchen würde. Sie hat sich auf die Fahnen
| geschrieben, sogenannte Sanctuary Cities abzuschaffen. Diese kooperieren
| nicht mit Bundesbehörden auf der Suche nach illegalen Einwanderern und
| gewähren Letzteren auch den Zugang zu manchen Sozialleistungen. Das
| Ziel: die Städte zu verpflichten, mit der Grenzschutzbehörde ICE zu
| kooperieren, die seit wenigen Monaten besonders häufig in Sanctuary
| Cities Durchsuchungen durchführt.
|
| Dem nicht genug, will Trump auch eine Reihe neuer Gefängnisse errichten
| lassen. Eines davon soll – entgegen einem Beschluss der Stadtregierung –
| in Newark (ebenfalls eine Sanctuary City) aufgesperrt werden, um als
| "Abschiebehub" zu fungieren. Der Bürgermeister der Stadt wurde vor
| einigen Tagen potenziell widerrechtlich festgenommen, befindet sich aber
| mittlerweile wieder auf freiem Fuß.
|
| Apropos Gefängnis: Trump hat auch angekündigt, das 1963 geschlossene
| Hochsicherheitsgefängnis Alcatraz vor San Francisco modernisieren und
| wieder öffnen lassen zu wollen. Dabei handelt es sich vor allem um ein
| symbolisches Projekt, denn eine Reihe von Experten hat diesem
| Unterfangen bereits die Sinnhaftigkeit abgesprochen und vor den
| möglichen Kosten für die Wiederherstellung und den laufenden Betrieb
| gewarnt.
|
| 13. *Vetternwirtschaft und Korruption*
|
| Bereits während der ersten Amtszeit zeigte sich, dass Trump kein Problem
| darin sieht, nahe Vertraute und Familienmitglieder in Regierungsdienste
| zu stellen. So machte er etwa seinen Schwiegersohn Jared Kushner zu
| seinem Nahostbeauftragten. Dass man Loyalität über Kompetenz stellt,
| bewies auch die aktuelle Regierung bereits mehrfach. Zuletzt etwa
| eindrucksvoll mit der Signal-Affäre.
|
| Während in dieser Causa eifrig gemauert wurde, sorgt ein verdächtig nach
| Korruption riechendes Geschenk nun sogar für lautere Kritik aus den
| eigenen Reihen. Denn die katarische Königsfamilie beschenkt Trump mit
| einer luxuriös ausgestatteten Boeing 747 im Wert von etwa 400 Millionen
| Dollar. Diese soll bis kurz vor Ende seiner Präsidentschaft als Air
| Force One dienen und danach über eine Stiftung in seinen Privatbesitz
| übergehen.
|
| Ein Vorhaben, das in gewöhnlichen Zeiten die Einleitung einer
| Untersuchung seitens der Regierung selbst nach sich gezogen hätte. Die
| aktuelle Justizministerin Pam Bondi, die einst selbst eingetragene
| Lobbyistin im Auftrag der Interessen Katars war, will allerdings keinen
| Interessenkonflikt erkennen. Zwar ist man noch einige Schritte davon
| entfernt, sich offen an Staatsvermögen zu bereichern, einen schlanken
| Fuß macht die Affäre allerdings nicht.
|
| 14. *Beeinflusste Wahlen*
|
| Die Bandbreite für diesen Punkt ist groß. Sie reicht von gesetzlichen
| Erschwernissen für die Opposition bis hin zu reinen Scheinabstimmungen
| und der Ermordung von Oppositionellen. Hier spielt auch Punkt 6
| (Kontrolle der Massenmedien) hinein. An Fake News hat man sich bereits
| 2016 reichlich bedient, deren Verbreitung fällt aber nun leichter.
| Wahlfälschung hat man zwar bislang nicht betrieben, bis heute pflegt man
| aber die Erzählung, Trump sei 2020 der Sieg durch Manipulation gestohlen
| worden.
|
| Für die Sicherung der Integrität von Wahlen ist aber auch unabhängige,
| funktionierende Rechtsprechung notwendig. Diese bestand 2020 und 2021
| ihren Test infolge einer Flut an Einsprüchen und Klagen gegen
| Wahlergebnisse. Allerdings war bereits die erste Trump-Regierung
| besonders fleißig, wenn es um die Nominierung von Bundesrichtern ging.
| Bislang aber urteilten auch einige von diesen nicht im Sinne der
| Regierung, und auch der Supreme Court ließ nicht alles durchgehen.
|
| Ob das so bleibt, wird sich zeigen. Nach jedem nicht genehmen Urteil
| sehen sich die Richter jedenfalls massiven Kampagnen ausgesetzt. Sie
| werden teilweise von Regierungsmitgliedern namentlich genannt und einer
| politischen Agenda beschuldigt. Für die Beschimpfungen,
| Verschwörungstheorien, Drohungen und Verhaftungswünsche sorgt dann ein
| Onlinemob.
|
| *Fazit*
|
| Eine komplett objektive Feststellung ist schwer zu treffen, da jeder
| einzelne Punkt natürlich subjektiven Auslegungsspielraum bietet. Eine
| Tendenz ist aber deutlich zu erkennen. Die zweite Trump-Regierung ist
| klar autoritär orientiert, deutlich mehr noch als im ersten Anlauf. Sie
| setzt einige Mittel ein – sowohl politisch, als auch in der
| Kommunikation – die kennzeichnend für faschistische Machthaber sind. Die
| hohe Autonomie der Bundesstaaten und die aktuell noch funktionierende,
| aber unter Druck kommende Justiz erweisen sich aktuell noch als
| Hemmschuh für verschiedene Vorhaben. Nicht zu übersehen ist aber, dass
| gerade die Kommunikationsarbeit Trumps durch Tech-Firmen erleichtert
| wurde und es eine Reihe überschneidender Interessen gibt. Bisher deutet
| auch alles darauf hin, dass er sich für den Support revanchieren wird.
|
| Angekommen sind die USA im Technofaschismus noch nicht. Dass der
| eingeschlagene Weg beim Versagen der Checks and Balances durchaus dort
| enden könnte, ist aber schwer zu übersehen. Wenn Trump öffentlich von
| einer dritten Amtszeit – was eine Änderung oder Bruch der Verfassung
| voraussetzt – träumt, sollte man also hinhören und dies nicht vorschnell
| als "Trollerei" abtun.
|
| Aber auch wenn das Ziel ultimativ nicht die Errichtung eines autoritären
| Regimes ist, könnte ein solches als "Kollateraleffekt" eines anderen
| Vorhabens durchaus entstehen. Nämlich im Zuge der Vision eines
| reaktionär-libertären Staats- und Gesellschaftsumbaus unter dem Titel
| "Project 2025".
+--- </hier abknabbern> ---
©<https://www.derstandard.at/story/3000000269962/analyse-wie-nahe-sind-die-usa-am-techno-faschismus>
M.f.G.
--
Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie
wird praktisch nie gelesen. Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur
etwas komisch... ;-)
[toc] | [prev] | [next] | [standalone]
| From | Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) |
|---|---|
| Date | 2025-06-09 20:26 +0000 |
| Message-ID | <3t68474316i2e9714n3e8%sfroehli@Froehlich.Priv.at> |
| In reply to | #639665 |
On Mon, 09 Jun 2025 16:02:30 Fidel Sebastián Hunrichse-Lara wrote:
> Salve allerseits,
>
> Stefan Froehlich schrieb:
>> On Mon, 09 Jun 2025 12:06:16 Fidel Sebastián Hunrichse-Lara wrote:
>>>> On Sat, 22 Mar 2025 11:55:22 Stefan Froehlich wrote:
>>>>
>>>>> Gibt es hier eigentlich (abseits von den paar Trollen wie Dir) noch
>>>>> jemanden, der den Faschismus noch nicht erkennt?
>>>>
>>>> Und wer immer da aufgezeigt hat: Immer noch nicht?
>>>
>>> | Die Frage „Ist Trump ein Faschist?“ ist in den USA so alt wie Donald
>>> | Trumps politische Karriere.
>>> |
>>> | [...]
>>> |
>>> | Was Trump heute als Faschismus vorgeworfen wird, trifft auf so gut wie
>>> | alle autoritären Regime der Welt zu: Eine personalisierte Staatsmacht
>>> | ohne Achtung für Rechtsstaat, Tradition und Ideologie schützt eine
>>> | oligarchische Klüngelwirtschaft. Bleibt man dabei, sind die meisten
>>> | Länder der Welt faschistisch. Das banalisiert den Begriff, es führt
>>> | geopolitisch in die Isolation – und es ist eine Diagnose der
>>> | Hoffnungslosigkeit.
>>> |
>>> | [...]
>>> |
>>> | Nie wieder ist jetzt? Dann braucht es jetzt neue Analysen.
>>
>> Tja nun, leider stammt der Artikel von Anfang Februar, und die die meinten,
>> "nie wieder" wäre irgendwann, aber noch nicht jetzt, haben inzwischen
>> ein paar Probleme mehr am Hals.
>>
> +--- <hier abknabbern> ---
> | Es ist unübersehbar, dass die aktuelle US-Regierung unter Trump
> | wesentlich autoritärer agiert als jene unter seiner ersten Amtszeit von
> | 2017 bis 2021. Besetzte er damals noch viele Posten mit konservativen
> | Institutionalisten, die ihm zwar ideologisch nahestanden, aber auch
> | grundlegende demokratische Prinzipien wahrten, hat er sich nun mit
> | Loyalisten umgeben. Und diese stellen im Zweifel Parteiinteressen vor
> | Rechtsstaatlichkeit. Auch ein Grund, warum nun schon mehrfach Gerichte
> | eingeschritten sind, deren Anordnungen die Regierung aber kaum mehr als
> | halbherzig befolgt.
> |
> | Doch noch etwas ist anders. Infolge des Sturms auf das Kapitol im Jänner
> | 2021 durch eine aufgebrachte und teils bewaffnete Meute, die auf Trumps
> | Erzählung vom gestohlenen Wahlsieg hereingefallen war, wurden Trumps
> | Auftritte auf diversen großen Social-Media-Plattformen stillgelegt. Vier
> | Jahre später saßen deren Chefs bei seiner Angelobung. Manche von ihnen,
> | besonders Mark Zuckerberg, schwenkten auch ideologisch auf seinen Kurs
> | ein. Und Elon Musk hatte nicht nur mit Geld, sondern mit der Übernahme
> | und dem Umbau von Twitter, heute X, bereits seine Kampagne tatkräftig
> | unterstützt. Und wurde dafür unter anderem mit dem Posten als
> | De-facto-Chef der für massive Kahlschläge verantwortlichen Pseudobehörde
> | Doge belohnt.
> |
> | *Thiels Vision und Musks Nutzen*
> |
> | Mit J. D. Vance als Vizepräsident bekleidet außerdem ein Zögling des
> | libertären Tech-Milliardärs Peter Thiel das zweithöchste Amt im Staat.
> | Und Thiel selbst ist offener Demokratieskeptiker. In einem Essay aus
> | 2009 formulierte er dazu folgende Aussagen. "Ich bleibe dem Ideal aus
> | meiner Jugend verpflichtet, nämlich dass authentische menschliche
> | Freiheit die Vorbedingung für das höchste Gut ist. Ich bin gegen
> | räuberische Steuern, totalitäre Kollektive und die Ideologie der
> | Unausweichlichkeit des Todes jedes Menschen. Aus all diesen Gründen
> | nenne ich mich einen 'Libertären'. Aber ich muss gestehen, dass ich
> | meine Meinung darüber, wie man diese Ziele erreichen kann, in den
> | letzten beiden Jahrzehnten radikal geändert habe. Vor allem denke ich
> | nicht mehr, dass Demokratie und Freiheit miteinander kompatibel sind."
> |
> | Thiels ursprüngliches Ziel: Die Gründung neuer Gesellschaften in diesem
> | libertären Geiste, sei es mit ozeanischen Siedlungsprojekten
> | ("Seasteading") oder im Weltall, um sowohl "totalitären Katastrophen" zu
> | entgehen, als auch Systemen "sozialer Demokratien", die von einem
> | "unreflektierten Demos" – gemeint sind die Bürger – geführt wird.
> |
> | Während die zweite Trump-Regierung für Thiel womöglich ein Mittel zu
> | diesem Zweck ist, sehen andere im Umfeld des Präsidenten ebenfalls ein
> | Mittel, um ihre eigenen Interessen zu verfolgen. Musk versucht,
> | Regulierungsbehörden zu dezimieren, die seinen Unternehmen auf die
> | Finger schauen. OpenAI-CEO Sam Altman und andere KI-Konzerne wünschen
> | sich eine Aufweichung des Urheberrechts, um mehr Daten für das Training
> | ihrer Modelle zu bekommen, ohne teure Lizenzen zahlen oder sich auf
> | riskante Gerichtsprozesse einlassen zu müssen.
> |
> | "*Quid pro quo", fast nach russischem Vorbild*
> |
> | Es ist das altbekannte "Quid pro quo". Die Regierung bekommt gelockerte
> | Moderationsregeln und die Abschaffung von Faktenchecks auf sozialen
> | Netzwerken, was der Message-Control und der Reichweite ihrer
> | Propagandisten zugute kommt. Die Tech-Firmen bekommen wiederum
> | Staatsaufträge und aufgeweichte Regulierungen und Gesetze, die von der
> | republikanischen Mehrheit in beiden Häusern mit wenigen Widerworten
> | durchgewunken werden.
> |
> | Und während die demokratische Partei erst in Zeitlupe aus ihrer
> | Wahlschlappen-Schockstarre erwacht, kommt der Widerstand derzeit
> | hauptsächlich aus der Bevölkerung. Seit Monaten gehen Bürger zahlreich
> | auf die Straße, um ihrem Ärger über Trump, Musk und den Rest der
> | US-Regierung Luft zu machen. Die Reaktion aus dem Weißen Haus? Eine
> | unverhohlene Drohung, Proteste mittels Umdeutung in Terrorismus zu
> | illegalisieren. Eine Drohung, die man nicht nur in ihrer Umsetzung aus
> | autokratischen Staaten kennt, sondern die man auch ernst nehmen sollte.
> | Man darf nicht vergessen, dass Trumps großes Abschiebeprogramm auf Basis
> | eines legistisch tot geglaubten Notgesetzes aus 1798 läuft, das
> | eigentlich für Kriegszeiten gedacht ist.
> |
> | Das Gesamtbild erinnert manche Beobachter bereits teilweise an das durch
> | Oligarchen gestützte Regime von Wladimir Putin in Russland. Kein Wunder
> | also, dass immer wieder der Begriff "Technofaschismus" auftaucht,
> | gemeint als Abdriften der USA in ein autoritäres System, kontrolliert
> | von einer korrupten Politikerkaste und großen IT-Konzernen, in dem
> | Wahlen letztlich nicht mehr stattfinden oder zu einer Farce werden.
> |
> | Die Texte legen gut dar, dass die Wurzeln des sich lange mit Diversität
> | und Gleichstellung brüstenden Silicon Valley eigentlich in der
> | Glorifizierung von Reichtum und übertriebener Männlichkeit liegen und
> | nun wieder zum Vorschein kommen (Guardian). Oder dass der Traum einer
> | Quasi-Einheit von Wirtschaft und Staat gerade in den USA gar nicht so
> | neu ist (New Yorker). Und dass es für die Einführung des
> | "Cyberfaschismus" nicht unbedingt paramilitärische Strukturen braucht,
> | wenn man stattdessen Daten und Narrative mit großen Onlineplattformen
> | kontrollieren kann (STANDARD).
> |
> | *Bestandsaufnahme*
> |
> | Versuchen wir es also mit einer Bestandsaufnahme. Wie kurz stehen die
> | USA nun vor dem Technofaschismus? Die folgenden Charakteristika stammen
> | aus dem 2003 vom Historiker Laurence Britt veröffentlichten Text
> | Fascism, Anyone?. Sie orientieren sich wiederum an den "14 Merkmalen des
> | Ur-Faschismus", die Umberto Eco (1932–2016) im Jahr 1995 definiert hat.
> |
> | Der italienische Schriftsteller (u. a. Der Name der Rose) wusste, wovon
> | er schrieb, denn immerhin erlebte er in seiner Kindheit den
> | italienischen Faschismus hautnah – und auch dessen Wirkung und Folgen
> | über den Zweiten Weltkrieg hinaus. Britt selbst wiederum hat sich in
> | seiner Arbeit vor allem mit autoritären Regimen auseinandergesetzt,
> | darunter Nazideutschland, Italien unter Mussolini, Spanien unter Franco
> | und auch das Suharto-Regime in Indonesien.
> |
> | 1. *Starker und anhaltender Nationalismus*
> |
> | Dass die Bewegung hinter Trump stark nationalistisch orientiert ist,
> | dürfte unstrittig sein. Slogans wie "America First" oder "Make America
> | Great Again" und Projekte wie die Grenzmauer zu Mexiko oder die
> | Umbenennung des Golf von Mexiko in den Golf von Amerika sprechen Bände.
> | Auch Maßnahmen wie die derzeit vor dem Supreme Court liegende, geplante
> | Abschaffung des Anspruchs auf Staatsbürgerschaft für Menschen, die auf
> | US-Staatsgebiet geboren werden, passen (nicht nur) in dieses Bild.
> |
> | 2. *Verachtung für Menschenrechte*
> |
> | Nicht nur finden sich im Trump-Lager viele Befürworter der Todesstrafe,
> | Menschenrechte per se genießen kein hohes Ansehen. Zumindest nicht, wenn
> | man eine akute Bedrohung benennen kann, die deren Aushebelung praktisch
> | unumgänglich machen. International haben die USA in Bezug auf Einhaltung
> | der Menschenrechte (Stichwort: Guantanamo Bay) ohnehin nicht die
> | sauberste Bilanz. Dass nun aber, wie etwa im Fall Abrego Garcia,
> | Menschen mit Aufenthaltsbewilligung ohne vorhergehenden Gerichtsprozess
> | in ein berüchtigtes Gefängnis in El Salvador gebracht und selbst
> | Aufforderungen des Höchstgerichts, Rückkehrmaßnahmen einzuleiten,
> | ignoriert werden, ist in der jüngeren Geschichte der USA einzigartig.
> |
> | 3. *Aeußere Bedrohungen und Sündenböcke als gemeinsame Feinde*
> |
> | Einen guten Teil der politischen Klaviatur der Trump-Regierung macht der
> | beständige Verweis auf Gegner aus, die es auf seine Bewegung als Symbol
> | für die gesamten USA abgesehen hätten. Medien wurden bereits als "Feinde
> | des Volkes" tituliert, der demokratischen Partei wird unterstellt, eine
> | kommunistische Diktatur einführen und das Land mit Migranten fluten zu
> | wollen. Für wirtschaftliche Turbulenzen dient hingegen China gerne als
> | Begründung – der dazu passende Wirtschaftskrieg läuft bereits seit
> | Trumps erster Amtszeit.
> |
> | 4. *Vorherrschaft des Militärs*
> |
> | Im Vergleich zu vielen anderen Ländern geben die USA traditionell mehr
> | für ihre Armee aus. Militär und Soldaten genießen relativ hohes
> | öffentliches Ansehen und sind stark in der (Pop-)Kultur verankert.
> | Während die Trump-Regierung in fast allen anderen Bereichen massiv
> | einsparen und sogar das Bildungsministerium langfristig abschaffen will,
> | ist der Gesamtetat des Verteidigungsministeriums und seiner Abteilungen
> | um über 230 Milliarden Dollar gewachsen.
> |
> | Neu ist allerdings, dass zum Jubiläumstag der Armee am 14. Juni – der
> | mit Trumps Geburtstag zusammenfällt – eine Militärparade inklusive
> | zahlreicher Panzern durch Washington, D.C., ziehen soll. Ein
> | symbolischer Akt, dessen Kosten sich am Ende auf 45 Millionen Dollar
> | belaufen könnten. Der letzte große Militärfestzug in den USA fand im
> | Juni 1991 anlässlich des gewonnenen Golfkriegs und der Befreiung Kuwaits
> | von seiner irakischen Besatzung statt.
> |
> | 5. *Grassierender Sexismus*
> |
> | Dass Donald Trump nicht unbedingt ein Vertreter feministischer Werte
> | ("Grab 'em by the pussy") ist, weiß man bereits seit seiner Zeit im
> | Entertainment-TV. Mittlerweile ist er auch ein verurteilter
> | Sexualstraftäter. Das freilich erlaubt noch keine breitere Aussage über
> | die ideologischen Züge der Bewegung, jedoch sieht es da nicht besser
> | aus. Elon Musk hat mit niedrigen Geburtenraten einen neuen Aufhänger für
> | seinen Kreuzzug gegen den vage definierten Feind des "Wokeismus" gefunden.
> |
> | Die sogenannte "Manosphere" – zu der auch die des Menschenhandels und
> | sexueller Ausbeutung verdächtigten Tate-Brüder zählen – harmoniert in
> | weiten Teilen ebenfalls mit der Maga-Bewegung. Was hier oft als
> | harmloses Selbstwertcoaching für verunsicherte und sich ausgegrenzt
> | fühlende junge Männer beginnt, wird schließlich via sogenanntem
> | "red-pilling" genutzt, um dem Publikum reaktionäre Werte einzuimpfen:
> | Der Platz der Frau sei in der Küche, sie habe dem Mann stets Folge zu
> | leisten.
> |
> | 6. *Kontrolle über die Massenmedien*
> |
> | Während frühere autoritäre Regime in der Regel dazu übergingen,
> | unabhängige Medien schlicht zu verbieten und durch staatlich
> | kontrollierte Verbreitungsorgane zu ersetzen, läuft die Machtergreifung
> | über die öffentliche Meinung heute anders. Zwar gibt es in "illiberalen
> | Demokratien" wie Ungarn oder der Türkei noch kritische
> | Berichterstattung, deren Arbeit wurde aber nach und nach mit
> | Einschränkungen der Pressefreiheit und gezielten gesetzlichen Maßnahmen
> | zur Sabotage ihrer Finanzierung erschwert. Gleichzeitig wurden
> | öffentlich-rechtliche Sender umgebaut, und es sorgten Verbündete der
> | Regierenden aus der Wirtschaft dafür, dass reichweitenstarke private
> | Medien unter ihre Kontrolle kamen und auf Linie gebracht wurden.
> |
> | In den USA ist das aktuell nicht ganz so einfach, denn einerseits gibt
> | es umfassende Pressefreiheit und andererseits auch keinen vergleichbar
> | reichweitenstarken öffentlichen Rundfunk. Dafür existiert ein wachsendes
> | Netzwerk aus willfährigen Helfern in der etablierten Medienlandschaft
> | (etwa Fox News) wie auch neuen Sendern und Portalen, die relativ
> | unverhohlen Propaganda für Trump betreiben (beispielsweise One America
> | News Network oder Newsmax).
> |
> | Hier kommen auch die Onlineplattformen hinzu, denn das Fernsehen
> | verliert in den USA langsam seine Vormachtstellung im Hinblick auf das
> | Beziehen von Nachrichten. Beim vergangenen Präsidentschaftswahlkampf
> | informierten sich 35 Prozent der Befragten zwar noch primär über die
> | "Flimmerkiste", 21 bzw. 20 Prozent nannten laut Pew Research aber auch
> | "Webseiten und Apps" bzw. "soziale Netzwerke" als ihre wichtigste
> | Informationsquelle zum Thema.
> |
> | Während Trumps eigenes Netzwerk Truth Social nur für den harten Kern
> | seiner Fanbasis relevant ist, gibt es mit X dank Elon Musk eine
> | breitenwirksamere Alternative. Dazu spielen Trump auch die bereits
> | erwähnten Lockerungen seitens Meta in die Hände, das mit Instagram und
> | Facebook zwei Netzwerke kontrolliert, die von einem guten Teil der
> | US-Bevölkerung in unterschiedlichsten Altersgruppen genutzt werden.
> | Instagram kommt nach Konzernangaben auf fast 170 Millionen monatlich
> | aktive US-Nutzer, Facebook sogar auf 197 Millionen – deutlich mehr als
> | die Hälfte der Gesamtbevölkerung.
> |
> | 7. *Obsession mit nationaler Sicherheit*
> |
> | Auch dieses Merkmal darf man bei der Trump-Regierung als erfüllt
> | betrachten, und es passt auch zum prominent gepflegten Nationalismus.
> | Als Reaktion auf die ständig behauptete Bedrohungslage an der Südgrenze
> | wurde auch der Etat des Innenministeriums aufgestockt, das
> | hauptverantwortlich für die Abschiebewellen ist. Gleichzeitig
> | unterstellte man auch Kanada, zu wenig gegen den Fentanylschmuggel in
> | die USA zu unternehmen – und das, obwohl zwischen 2022 und 2024 nicht
> | einmal ein Tausendstel der sichergestellten Lieferungen dieser Droge
> | über die Nordgrenze kam (59 versus 61.900 Pfund). Während der
> | Gefährdungsbericht 2024 der Drogenbekämpfungsbehörde DEA Mexiko 86-mal
> | erwähnte, tauchte Kanada kein einziges Mal darin auf.
> |
> | Dazu wird "nationale Sicherheit" wieder vermehrt als
> | Allerweltsbegründung für fragwürdige Maßnahmen herangezogen,
> | beispielsweise für die Inhaftierung von Studenten, die Proteste gegen
> | das israelische Vorgehen in Gaza mitorganisierten. Die ständige
> | Behauptung von Bedrohungen dient als Mittel zum Zweck, um die eigenen
> | Unterstützer in Alarmbereitschaft zu halten. Und unter diesem Mantel
> | bringt man dann auch gefährliche Ideen vor - etwa die Aussetzung des
> | "Habeas Corpus Act", der von den Behörden festgesetzten Menschen die
> | richterliche Haftprüfung und Zugang zu einem Verfahren garantiert.
> | Etwas, wozu der Präsident laut Rechtsexperten gar nicht befugt ist,
> | sondern der Kongress. Zuletzt wurde Habeas Corpus laut dem National
> | Constitution Center im Jahr 1941 in Hawaii ausgesetzt. Dies geschah
> | nachdem die japanische Armee den dortigen Militärhafen Pearl Harbor
> | angegriffen hatte, was letztlich den Eintritt der USA in den 2.
> | Weltkrieg bewirkte.
> |
> | 8. *Die Vermischung von Staat und Religion*
> |
> | Die über Jahrzehnte zunehmend politisierten, radikale Protestanten
> | (Evangelicals) stehen fest an der Seite der Trump-Regierung. Dass ihr
> | politischer Anführer beinahe jedes der zehn Gebote mehrfach gebrochen
> | haben dürfte, wird dabei stillschweigend in Kauf genommen. Kein Wunder,
> | sorgte er doch für jene Zusammensetzung des Höchstgerichts, die mit der
> | De-facto-Aufhebung des Roe-v.-Wade-Urteils den Bundesstaaten freie Hand
> | dafür gab, das Recht auf Abtreibung zu beschneiden. Und gerade
> | konservativ geprägte Staaten machten auch schon davon Gebrauch, wenn man
> | beispielsweise den texanischen Heartbeat Act betrachtet.
> |
> | Bei Auftritten von Regierungsmitgliedern sind Referenzen an die
> | christliche Religion und Gott gelegentlich zu hören. Deutlicher
> | erschallt die Botschaft allerdings in den Propagandakanälen, die
> | offensiv um den Zuspruch religiöser Christen werben. Dabei geht es
> | allerdings um den Ausbau der Machtbasis. Eine direkte Vermengung des
> | Staatsapparats mit religiösen Institutionen, wie es in theokratisch
> | geprägten Regimen wie etwa dem Iran der Fall ist, ist aktuell aber nicht
> | zu erkennen.
> |
> | 9. *Der Schutz der Macht von Konzernen*
> |
> | Oft, so schreibt Britt, sei es die "Industrie- und
> | Wirtschaftsaristokratie", die in faschistischen Ländern den politischen
> | Anführern zur Macht verhelfe. Abseits der in den USA schon lange
> | üblichen, großen Parteispenden über PACs und Super-PACs, war dies in
> | Ansätzen auch schon hier der Fall – womit sich wieder der Bogen zur
> | Tech-Welt spannt. Die großen Netzwerke hoben Trumps Sperre zeitgerecht
> | auf, mit der Begründung, man könne ja keinen Präsidentschaftskandidaten
> | ausschließen, was sich angesichts der Vorgeschichte durchaus als Hilfe
> | interpretieren lässt.
> |
> | Abseits von Elon Musk und X wurde zwar nicht für Trump kampagnisiert,
> | aber durchaus wichtige Grundlagen für seinen Wahlkampf gelegt. Ob daraus
> | dauerhaft ein Verhältnis zum gegenseitigen Vorteil wird, ist abzuwarten.
> | Anzeichen dafür gibt es allerdings.
> |
> | 10. *Unterdrückung von Arbeitskräften*
> |
> | Wenngleich Trump gerne das Gegenteil behauptet und seine Wählerschaft in
> | guten Teilen aus der sogenannten "Arbeiterschicht" kommt, gibt es einen
> | guten Grund, warum kaum irgendeine Gewerkschaft Wahlempfehlungen für ihn
> | ausgesprochen hat. Die republikanische Partei ist schon per se kein
> | großer Freund von Angestelltenmitsprache und -rechten, gerade im
> | libertären Dunstkreis wird aber besonders energisch das Credo "Wer
> | zahlt, schafft an" gepflegt.
> |
> | Die politischen Maßnahmen fliegen oft unter dem medialen Radar. Trump
> | hat schon in seiner ersten Amtszeit das National Labor Board mit
> | Gewerkschaftsgegnern besetzt, gewerkschaftsfeindliche Richter nominiert
> | und Arbeitsplatzsicherheitsstandards gesenkt. Während des Wahlkampfs
> | 2024 machte er sich in einem Livegespräch mit Musk auch gegen das
> | Streikrecht stark und meinte, bei Streiks partizipierende Arbeiter
> | sollten umgehend entlassen werden.
> |
> | Auch in seiner aktuellen Amtszeit hat er bereits beim National Labor
> | Relations Board umgerührt und die Equal Employment Opportunity
> | Commission durch die Absetzung zweier Mitglieder handlungsunfähig
> | gemacht. Zudem versucht die Regierung auch, Kollektivverträge für ihre
> | Bundesangestellte und deren Recht auf den Beitritt zu einer Gewerkschaft
> | für nichtig erklären zu lassen. Ein Bezirksgericht schob dem Ende April
> | temporär einen Riegel vor, die Auseinandersetzung läuft jedoch weiter.
> |
> | Mit ihrer Gegnerschaft zu Gewerkschaften ist die Regierung aber
> | jedenfalls auch mit so manchen IT-Entrepreneuren kompatibel. So ist es
> | auch nicht verwunderlich, dass Amazon-Gründer Jeff Bezos seit einiger
> | Zeit Trumps Nähe sucht. Aber selbst nach außen hin oft progressiv
> | erscheinende Firmen wie Google oder Microsoft zeigen sich in den USA in
> | der Praxis oft wenig kompromissbereit, wenn etwa Angestellte eine
> | Gewerkschaft gründen wollen.
> |
> | 11. *Verachtung für Wissenschaft und Kunst*
> |
> | Solange ihre Erkenntnisse und Statements politisch nicht nützlich sind,
> | haben Trump und seine Gefolgsleute wenig für Kunst und Wissenschaft
> | übrig. Am deutlichsten zeigt sich das bei den Themen Klimawandel und
> | Gesundheit. Den menschlichen Anteil und dessen Auswirkungen auf das
> | globale Klima haben Trump und seine Verbündete mehrfach infrage
> | gestellt. Widerlegen können sie die Erkenntnisse zwar nicht, dafür
> | werden diese als "Religion" oder "Ideologie" verunglimpft. Auch Verweise
> | auf globale Verschwörungen dürfen nicht fehlen.
> |
> | Ein ähnliches Bild zeigte sich während der Corona-Pandemie, auf deren
> | Ausbruch die erste Trump-Regierung nur lax reagiert hat. Dafür schoss
> | man sich auf Wissenschaftler wie den ehemaligen Direktor des National
> | Institute of Allergy and Infectious Diseases, Anthony Fauci, ein, die
> | sich weigerten, das Regierungsnarrativ zu bestätigen. Das sorgte in
> | weiterer Folge für Todesdrohungen gegen Fauci, den Trump kurz nach
> | seinem erneuten Amtsantritt auch noch aus dem staatlichen Schutzprogramm
> | nahm. Zudem wurde mit Robert Kennedy ein Gesundheitsminister ernannt,
> | der bereits zahlreiche Falschbehauptungen verbreitet hat – etwa dass
> | Impfungen Autismus hervorrufen können.
> |
> | Während kritische Künstler und Wissenschaftler aktuell zwar keine
> | plötzliche Inhaftierung fürchten müssen, ist damit zu rechnen, dass ihr
> | Leben in den USA in den nächsten Jahren nicht einfacher werden wird.
> |
> | 12. *Obsession mit Verbrechen und Strafe*
> |
> | Neben beständiger Law-and-Order-Rhetorik ist hier gemeint, dass
> | faschistische Regimes gerne Polizeibehörden mit nahezu unumschränkter
> | Macht ausstatten und die Anhänger bei Polizeigewalt und Amtsmissbrauch
> | im Namen des Patriotismus gerne ein Auge zudrücken. Der Etablierung
> | einer solchen Machtfülle stehen die Bundesstaaten im Weg, die in diesem
> | Bereich viel Autonomie genießen. Das bedeutet allerdings nicht, dass die
> | Regierung es nicht trotzdem versuchen würde. Sie hat sich auf die Fahnen
> | geschrieben, sogenannte Sanctuary Cities abzuschaffen. Diese kooperieren
> | nicht mit Bundesbehörden auf der Suche nach illegalen Einwanderern und
> | gewähren Letzteren auch den Zugang zu manchen Sozialleistungen. Das
> | Ziel: die Städte zu verpflichten, mit der Grenzschutzbehörde ICE zu
> | kooperieren, die seit wenigen Monaten besonders häufig in Sanctuary
> | Cities Durchsuchungen durchführt.
> |
> | Dem nicht genug, will Trump auch eine Reihe neuer Gefängnisse errichten
> | lassen. Eines davon soll – entgegen einem Beschluss der Stadtregierung –
> | in Newark (ebenfalls eine Sanctuary City) aufgesperrt werden, um als
> | "Abschiebehub" zu fungieren. Der Bürgermeister der Stadt wurde vor
> | einigen Tagen potenziell widerrechtlich festgenommen, befindet sich aber
> | mittlerweile wieder auf freiem Fuß.
> |
> | Apropos Gefängnis: Trump hat auch angekündigt, das 1963 geschlossene
> | Hochsicherheitsgefängnis Alcatraz vor San Francisco modernisieren und
> | wieder öffnen lassen zu wollen. Dabei handelt es sich vor allem um ein
> | symbolisches Projekt, denn eine Reihe von Experten hat diesem
> | Unterfangen bereits die Sinnhaftigkeit abgesprochen und vor den
> | möglichen Kosten für die Wiederherstellung und den laufenden Betrieb
> | gewarnt.
> |
> | 13. *Vetternwirtschaft und Korruption*
> |
> | Bereits während der ersten Amtszeit zeigte sich, dass Trump kein Problem
> | darin sieht, nahe Vertraute und Familienmitglieder in Regierungsdienste
> | zu stellen. So machte er etwa seinen Schwiegersohn Jared Kushner zu
> | seinem Nahostbeauftragten. Dass man Loyalität über Kompetenz stellt,
> | bewies auch die aktuelle Regierung bereits mehrfach. Zuletzt etwa
> | eindrucksvoll mit der Signal-Affäre.
> |
> | Während in dieser Causa eifrig gemauert wurde, sorgt ein verdächtig nach
> | Korruption riechendes Geschenk nun sogar für lautere Kritik aus den
> | eigenen Reihen. Denn die katarische Königsfamilie beschenkt Trump mit
> | einer luxuriös ausgestatteten Boeing 747 im Wert von etwa 400 Millionen
> | Dollar. Diese soll bis kurz vor Ende seiner Präsidentschaft als Air
> | Force One dienen und danach über eine Stiftung in seinen Privatbesitz
> | übergehen.
> |
> | Ein Vorhaben, das in gewöhnlichen Zeiten die Einleitung einer
> | Untersuchung seitens der Regierung selbst nach sich gezogen hätte. Die
> | aktuelle Justizministerin Pam Bondi, die einst selbst eingetragene
> | Lobbyistin im Auftrag der Interessen Katars war, will allerdings keinen
> | Interessenkonflikt erkennen. Zwar ist man noch einige Schritte davon
> | entfernt, sich offen an Staatsvermögen zu bereichern, einen schlanken
> | Fuß macht die Affäre allerdings nicht.
> |
> | 14. *Beeinflusste Wahlen*
> |
> | Die Bandbreite für diesen Punkt ist groß. Sie reicht von gesetzlichen
> | Erschwernissen für die Opposition bis hin zu reinen Scheinabstimmungen
> | und der Ermordung von Oppositionellen. Hier spielt auch Punkt 6
> | (Kontrolle der Massenmedien) hinein. An Fake News hat man sich bereits
> | 2016 reichlich bedient, deren Verbreitung fällt aber nun leichter.
> | Wahlfälschung hat man zwar bislang nicht betrieben, bis heute pflegt man
> | aber die Erzählung, Trump sei 2020 der Sieg durch Manipulation gestohlen
> | worden.
> |
> | Für die Sicherung der Integrität von Wahlen ist aber auch unabhängige,
> | funktionierende Rechtsprechung notwendig. Diese bestand 2020 und 2021
> | ihren Test infolge einer Flut an Einsprüchen und Klagen gegen
> | Wahlergebnisse. Allerdings war bereits die erste Trump-Regierung
> | besonders fleißig, wenn es um die Nominierung von Bundesrichtern ging.
> | Bislang aber urteilten auch einige von diesen nicht im Sinne der
> | Regierung, und auch der Supreme Court ließ nicht alles durchgehen.
> |
> | Ob das so bleibt, wird sich zeigen. Nach jedem nicht genehmen Urteil
> | sehen sich die Richter jedenfalls massiven Kampagnen ausgesetzt. Sie
> | werden teilweise von Regierungsmitgliedern namentlich genannt und einer
> | politischen Agenda beschuldigt. Für die Beschimpfungen,
> | Verschwörungstheorien, Drohungen und Verhaftungswünsche sorgt dann ein
> | Onlinemob.
> |
> | *Fazit*
> |
> | Eine komplett objektive Feststellung ist schwer zu treffen, da jeder
> | einzelne Punkt natürlich subjektiven Auslegungsspielraum bietet. Eine
> | Tendenz ist aber deutlich zu erkennen. Die zweite Trump-Regierung ist
> | klar autoritär orientiert, deutlich mehr noch als im ersten Anlauf. Sie
> | setzt einige Mittel ein – sowohl politisch, als auch in der
> | Kommunikation – die kennzeichnend für faschistische Machthaber sind. Die
> | hohe Autonomie der Bundesstaaten und die aktuell noch funktionierende,
> | aber unter Druck kommende Justiz erweisen sich aktuell noch als
> | Hemmschuh für verschiedene Vorhaben. Nicht zu übersehen ist aber, dass
> | gerade die Kommunikationsarbeit Trumps durch Tech-Firmen erleichtert
> | wurde und es eine Reihe überschneidender Interessen gibt. Bisher deutet
> | auch alles darauf hin, dass er sich für den Support revanchieren wird.
> |
> | Angekommen sind die USA im Technofaschismus noch nicht. Dass der
> | eingeschlagene Weg beim Versagen der Checks and Balances durchaus dort
> | enden könnte, ist aber schwer zu übersehen. Wenn Trump öffentlich von
> | einer dritten Amtszeit – was eine Änderung oder Bruch der Verfassung
> | voraussetzt – träumt, sollte man also hinhören und dies nicht vorschnell
> | als "Trollerei" abtun.
> |
> | Aber auch wenn das Ziel ultimativ nicht die Errichtung eines autoritären
> | Regimes ist, könnte ein solches als "Kollateraleffekt" eines anderen
> | Vorhabens durchaus entstehen. Nämlich im Zuge der Vision eines
> | reaktionär-libertären Staats- und Gesellschaftsumbaus unter dem Titel
> | "Project 2025".
> +--- </hier abknabbern> ---
>
> ©<https://www.derstandard.at/story/3000000269962/analyse-wie-nahe-sind-die-usa-am-techno-faschismus>
Na schau, geht doch. Wobei ein einfaches "ja" kürer als das
umfangreiche Vollzitat gewesen wäre.
Aber *eigentlich* frug ich, ob es *hier* jemanden gibt.
Identifizierst Du Dich mit dem, was Du da zitierst, oder ist
das eher nur so der zufällig ausgewählte, erste Treffer bei Google?
Servus,
Stefan
--
http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich
Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike
Die Lust zu haben! Stefan, damit es gelingt!
(Sloganizer)
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| From | "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> |
|---|---|
| Date | 2025-06-10 07:57 +0200 |
| Message-ID | <1028hg2$kcfa$1@solani.org> |
| In reply to | #639665 |
Am 09.06.25 um 16:02 schrieb Fidel Sebastián Hunrichse-Lara: > | Angekommen sind die USA im Technofaschismus noch nicht. Dass der > | eingeschlagene Weg beim Versagen der Checks and Balances durchaus dort > | enden könnte, ist aber schwer zu übersehen. Wenn Trump öffentlich von > | einer dritten Amtszeit – was eine Änderung oder Bruch der Verfassung > | voraussetzt – träumt, sollte man also hinhören und dies nicht vorschnell > | als "Trollerei" abtun. > | > | Aber auch wenn das Ziel ultimativ nicht die Errichtung eines autoritären > | Regimes ist, könnte ein solches als "Kollateraleffekt" eines anderen > | Vorhabens durchaus entstehen. Nämlich im Zuge der Vision eines > | reaktionär-libertären Staats- und Gesellschaftsumbaus unter dem Titel > | "Project 2025". > +--- </hier abknabbern> --- > > ©<https://www.derstandard.at/story/3000000269962/analyse-wie-nahe-sind-die-usa-am-techno-faschismus> > > M.f.G. > > Faschismus- klar, wahrscheinlich ja. Oder gleich ein neues Imperium und Kaiserreich? Aber auch auf dem Weg zum 2nd Civil War werden grosse und erfolgreiche Anstrengungen übernommen. Der separatistische kalifornische Gouverneur Gavin Newsom wird wohl bald von Trumps Trumpen festgesetzt werden? Neben der Nationalgarde (2000 Mann) werden nun 700 Marines nach Los Angeles geschickt. Imperator Trump auf seinem Weg. Wie würde man seiner Nachfolger in der Erbreihe nennen? "Kaiser" stammt von Caesar und den Caesaren ab. Geht ja gar nicht. Donaldisten gibt es schon. Trumpare? His Trumpness?
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| From | Michael Bode <m.g.bode@web.de> |
|---|---|
| Date | 2025-06-10 08:14 +0200 |
| Message-ID | <maq0q8Fh7jkU1@mid.individual.net> |
| In reply to | #639715 |
"Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> writes: > Faschismus- klar, wahrscheinlich ja. Oder gleich ein neues Imperium > und Kaiserreich? > > Aber auch auf dem Weg zum 2nd Civil War werden grosse und erfolgreiche > Anstrengungen übernommen. > > Der separatistische kalifornische Gouverneur Gavin Newsom wird wohl > bald von Trumps Trumpen festgesetzt werden? Neben der Nationalgarde > (2000 Mann) werden nun 700 Marines nach Los Angeles geschickt. > > Imperator Trump auf seinem Weg. > > Wie würde man seiner Nachfolger in der Erbreihe nennen? "Kaiser" > stammt von Caesar und den Caesaren ab. Geht ja gar nicht. Donaldisten > gibt es schon. Trumpare? His Trumpness? Vielleicht hat er auch einfach nur den Auftrag, die USA zu zerstören.
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| From | Dietz Proepper <dietz.usenet@rotfl.franken.de> |
|---|---|
| Date | 2025-06-10 08:21 +0200 |
| Message-ID | <20250610082120.1d64feab.dietz.usenet@rotfl.franken.de> |
| In reply to | #639716 |
Michael Bode <m.g.bode@web.de> wrote: > "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> writes: > > > Faschismus- klar, wahrscheinlich ja. Oder gleich ein neues Imperium > > und Kaiserreich? > > > > Aber auch auf dem Weg zum 2nd Civil War werden grosse und > > erfolgreiche Anstrengungen übernommen. > > > > Der separatistische kalifornische Gouverneur Gavin Newsom wird wohl > > bald von Trumps Trumpen festgesetzt werden? Neben der Nationalgarde > > (2000 Mann) werden nun 700 Marines nach Los Angeles geschickt. > > > > Imperator Trump auf seinem Weg. > > > > Wie würde man seiner Nachfolger in der Erbreihe nennen? "Kaiser" > > stammt von Caesar und den Caesaren ab. Geht ja gar nicht. > > Donaldisten gibt es schon. Trumpare? His Trumpness? > > Vielleicht hat er auch einfach nur den Auftrag, die USA zu zerstören. Genosse Krasnow? Möglich, beachte aber Hanlon's Razor. -- Lass' uns Freunde bleiben. Oder wie wir hier sagen: Geh' sterben.
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| From | "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> |
|---|---|
| Date | 2025-06-10 08:37 +0200 |
| Message-ID | <1028jru$kfnt$1@solani.org> |
| In reply to | #639716 |
Am 10.06.25 um 08:14 schrieb Michael Bode: > "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> writes: > >> Faschismus- klar, wahrscheinlich ja. Oder gleich ein neues Imperium >> und Kaiserreich? >> >> Aber auch auf dem Weg zum 2nd Civil War werden grosse und erfolgreiche >> Anstrengungen übernommen. >> >> Der separatistische kalifornische Gouverneur Gavin Newsom wird wohl >> bald von Trumps Trumpen festgesetzt werden? Neben der Nationalgarde >> (2000 Mann) werden nun 700 Marines nach Los Angeles geschickt. >> >> Imperator Trump auf seinem Weg. >> >> Wie würde man seiner Nachfolger in der Erbreihe nennen? "Kaiser" >> stammt von Caesar und den Caesaren ab. Geht ja gar nicht. Donaldisten >> gibt es schon. Trumpare? His Trumpness? > > Vielleicht hat er auch einfach nur den Auftrag, die USA zu zerstören. Gut möglich. Für Elon Musks Nachfolgereihe, sollte er der Imperator werden, gäbe es ein schönes Wort: Muskariden! Irgenwoher muß der Gottkaiser der Menschen in Warhammer 40k ja abstammen. (Nein, das spiele ich nicht, davon habe ich nur gehört)
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| From | Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) |
|---|---|
| Date | 2025-06-10 09:48 +0000 |
| Message-ID | <5t6847fecci4a2a6n3e8%sfroehli@Froehlich.Priv.at> |
| In reply to | #639716 |
On Tue, 10 Jun 2025 08:14:32 Michael Bode wrote: > Vielleicht hat [Trump] auch einfach nur den Auftrag, die USA zu > zerstören. Das würde allerdings schon eine handfeste Verschwörungstheorie implizieren. Erscheint mir unwahrscheinlich - viel eher gibt es eine ganze Reihe prominenter Spieler (Trump selbst schon auch, aber vor allem Putin, Musik, Thiel und noch weitere), die einander keineswegs mögen und versuchen, jeweils das Maximum für sich selbst herauszuholen. Unangenehmerweise ist das Ergebnis dank der daraus entstehenden Dynamik zwar für die Beteiligten, nicht aber für den Rest der Welt großartig anders, als das einer Verschwörung. Servus, Stefan -- http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike Geht nicht!? Geht doch: Stefan, denn alles ist kaputter, als grossartig. (Sloganizer)
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| From | Michael Bode <m.g.bode@web.de> |
|---|---|
| Date | 2025-06-10 13:14 +0200 |
| Message-ID | <maqiciFjqgqU4@mid.individual.net> |
| In reply to | #639723 |
Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) writes: > On Tue, 10 Jun 2025 08:14:32 Michael Bode wrote: >> Vielleicht hat [Trump] auch einfach nur den Auftrag, die USA zu >> zerstören. > > Das würde allerdings schon eine handfeste Verschwörungstheorie > implizieren. Die Verschwörungstheorie von gestern kann die Historie von morgen sein. Vor 2 Jahren war es noch eine Verschwörungstheorie, dass die USA ein seniles Gemüse als Präsidenten hätten und eine geheime Präsidentin. Heute nicht mehr so sehr.
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| From | Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> |
|---|---|
| Date | 2025-06-10 11:55 +0000 |
| Message-ID | <10296fm$kr0a$1@solani.org> |
| In reply to | #639727 |
Michael Bode <m.g.bode@web.de> wrote: > Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) writes: > >> On Tue, 10 Jun 2025 08:14:32 Michael Bode wrote: >>> Vielleicht hat [Trump] auch einfach nur den Auftrag, die USA zu >>> zerstören. >> >> Das würde allerdings schon eine handfeste Verschwörungstheorie >> implizieren. > > Die Verschwörungstheorie von gestern kann die Historie von morgen > sein. Vor 2 Jahren war es noch eine Verschwörungstheorie, dass die USA > ein seniles Gemüse als Präsidenten hätten und eine geheime > Präsidentin. Heute nicht mehr so sehr. > Als Arzt war es nicht schwierig, die Maskerade zu durchschauen. Nach der ersten TV Debatte war es auch für Laien offenkundig. Selbst dann hielten die demokratischen Zirkel noch an ihm fest... -- please forgive my iPhone typos
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| From | Michael Bode <m.g.bode@web.de> |
|---|---|
| Date | 2025-06-10 16:11 +0200 |
| Message-ID | <maqspcFlms6U1@mid.individual.net> |
| In reply to | #639733 |
Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> writes: > Michael Bode <m.g.bode@web.de> wrote: >> Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) writes: >> >>> On Tue, 10 Jun 2025 08:14:32 Michael Bode wrote: >>>> Vielleicht hat [Trump] auch einfach nur den Auftrag, die USA zu >>>> zerstören. >>> >>> Das würde allerdings schon eine handfeste Verschwörungstheorie >>> implizieren. >> >> Die Verschwörungstheorie von gestern kann die Historie von morgen >> sein. Vor 2 Jahren war es noch eine Verschwörungstheorie, dass die USA >> ein seniles Gemüse als Präsidenten hätten und eine geheime >> Präsidentin. Heute nicht mehr so sehr. >> > > Als Arzt war es nicht schwierig, die Maskerade zu durchschauen. Nach der > ersten TV Debatte war es auch für Laien offenkundig. Selbst dann hielten > die demokratischen Zirkel noch an ihm fest... Du kennst sicher das Totschlagargument gegen jede Verschwörungstheorie: "Das könnte man niemals geheim halten." Muss man offenbar auch nicht unbedingt. Das gleiche verwunderte Staunen wird man sehen, wenn Trump seine dritte Amtszeit auf Lebenszeit ausdehnt.
[toc] | [prev] | [next] | [standalone]
| From | "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> |
|---|---|
| Date | 2025-06-10 16:24 +0200 |
| Message-ID | <1029f75$k7fe$1@solani.org> |
| In reply to | #639737 |
Am 10.06.25 um 16:11 schrieb Michael Bode: > Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> writes: > >> Michael Bode <m.g.bode@web.de> wrote: >>> Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) writes: >>> >>>> On Tue, 10 Jun 2025 08:14:32 Michael Bode wrote: >>>>> Vielleicht hat [Trump] auch einfach nur den Auftrag, die USA zu >>>>> zerstören. >>>> >>>> Das würde allerdings schon eine handfeste Verschwörungstheorie >>>> implizieren. >>> >>> Die Verschwörungstheorie von gestern kann die Historie von morgen >>> sein. Vor 2 Jahren war es noch eine Verschwörungstheorie, dass die USA >>> ein seniles Gemüse als Präsidenten hätten und eine geheime >>> Präsidentin. Heute nicht mehr so sehr. >>> >> >> Als Arzt war es nicht schwierig, die Maskerade zu durchschauen. Nach der >> ersten TV Debatte war es auch für Laien offenkundig. Selbst dann hielten >> die demokratischen Zirkel noch an ihm fest... > > Du kennst sicher das Totschlagargument gegen jede Verschwörungstheorie: > "Das könnte man niemals geheim halten." Muss man offenbar auch nicht > unbedingt. > > Das gleiche verwunderte Staunen wird man sehen, wenn Trump seine dritte > Amtszeit auf Lebenszeit ausdehnt. Der Imperator. Geschichtlicher Rückblick. Anno Trumpini 763. Nachdem Casar nach 200 Jahren die römische Republik beendete und die Zeit der Caesaren und Kaiser mit Augustus an ihre Stelle trat, beobachtetn wir bald ähnliches in den USA. Nach dem zweiten Civil War, der in Los Angeles begann und der mit dem allseits verfügbaren Atomwaffenarsenal zu Ende gebracht wurde, entstand stattdessen die stabile Herrschaft der Trumparen. Der Verlust an High-Tech wurde allenthalben als Schritt in die richtige Richtung betrachtet, nur der Verlust des Geheimnisses der Porzellanherstellung wird am chinesischen Kaiserhof immer noch beklagt. Die weniger dekadenten slawischen Tsaren können gut darauf verzichten und jagen weiter Bären und Wölfe mit der Lanze hinter dem Ural. Die Menschheit, alle 270 Millionen, lebt wieder im Einklang mit der Natur und ihren Gesetzen. Daß die erhoffte Erwärmung des Planeten bis heute ausblieb, wird jedoch besonders in den nördlichen Herzogtümern der Germanei fröstelnd konstatiert. Die verhiessene Prophezeiung wird schon noch erfüllt werden, meint man von Hangover bis Port Kiel. Die Franken fertigen weiter die schönsten Kurzschwerter, robust und solide, die was aushalten. Hm. Sollte ich mal ausbauen... -- Bitt um Vrzihung, di Tast " " klmmt manchmal...
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| From | Ulf Kutzner <user2991@newsgrouper.org.invalid> |
|---|---|
| Date | 2025-06-11 08:25 +0000 |
| Message-ID | <1749630323-2991@newsgrouper.org> |
| In reply to | #639737 |
Bode <m.g.bode@web.de> posted: > [...] Neudert <neudert@5sl.org> writes: > > > [...] Bode <m.g.bode@web.de> wrote: > >> Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) writes: > >> > >>> On Tue, 10 Jun 2025 08:14:32 Michael Bode wrote: > >>>> Vielleicht hat [Trump] auch einfach nur den Auftrag, die USA zu > >>>> zerstören. > >>> > >>> Das würde allerdings schon eine handfeste Verschwörungstheorie > >>> implizieren. > >> > >> Die Verschwörungstheorie von gestern kann die Historie von morgen > >> sein. Vor 2 Jahren war es noch eine Verschwörungstheorie, dass die USA > >> ein seniles Gemüse als Präsidenten hätten und eine geheime > >> Präsidentin. Heute nicht mehr so sehr. > >> > > > > Als Arzt war es nicht schwierig, die Maskerade zu durchschauen. Nach der > > ersten TV Debatte war es auch für Laien offenkundig. Selbst dann hielten > > die demokratischen Zirkel noch an ihm fest... > > Du kennst sicher das Totschlagargument gegen jede Verschwörungstheorie: > "Das könnte man niemals geheim halten." Muss man offenbar auch nicht > unbedingt. > > Das gleiche verwunderte Staunen wird man sehen, wenn Trump seine dritte > Amtszeit auf Lebenszeit ausdehnt. Seit dem eher schnellen Ableben von Pompidou besteht in Frankreich eine Regel, daß zu den Staatschefs regelmäßig ärztliche Bulletins veröffentlicht werden. Für Mitterrand wurden die gründlich verfälscht, Mitterrand ließ sich für eine zweite Amtszeit wählen...
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| From | Peter Veith <veith@snafu.de> |
|---|---|
| Date | 2025-06-10 16:30 +0200 |
| Message-ID | <1029fhq$19oft$2@dont-email.me> |
| In reply to | #639733 |
Dr. Joachim Neudert schrieb am 10.06.2025 um 13:55: > Michael Bode wrote: >> Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) writes: >>> On Tue, 10 Jun 2025 08:14:32 Michael Bode wrote: >>> >>>> Vielleicht hat [Trump] auch einfach nur den Auftrag, die USA zu >>>> zerstören. >>> >>> Das würde allerdings schon eine handfeste Verschwörungstheorie >>> implizieren. >> >> Die Verschwörungstheorie von gestern kann die Historie von morgen >> sein. Vor 2 Jahren war es noch eine Verschwörungstheorie, dass die USA >> ein seniles Gemüse als Präsidenten hätten und eine geheime >> Präsidentin. Heute nicht mehr so sehr. > > Als Arzt war es nicht schwierig, die Maskerade zu durchschauen. Nach der > ersten TV Debatte war es auch für Laien offenkundig. Selbst dann hielten > die demokratischen Zirkel noch an ihm fest... Das mag ein Arzt erkannt haben oder nicht, die "Faktenfinder" haben tapfer geleugnet. Und daß in den USA eine geheime Clique mittels Unterschriftsmaschine die Weltgeschicke lenkte, das geht weit über jede Phantasie einer Verschwörungstheorie hinaus. In anderen Staaten hätte man das als Putsch gewertet. Der eigentliche Knaller: Die hatten Biden als Marionette nochmal aufgestellt, die Clique wollte weitere 4 Jahre auf dieser Weise regieren. Wahnsinn. Freie und demokratische Wahlen und so. Veith -- "Hoch die Freiheit piepsten sie, Freiheit und Democracy." http://ddr-luftwaffe.blogspot.com
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| From | Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> |
|---|---|
| Date | 2025-06-10 13:33 +0200 |
| Message-ID | <maqjh6FjnluU3@mid.individual.net> |
| In reply to | #639716 |
Hallo, Am 10.06.25 um 08:14 schrieb Michael Bode: > "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> writes: > >> Faschismus- klar, wahrscheinlich ja. Oder gleich ein neues Imperium >> und Kaiserreich? >> >> Aber auch auf dem Weg zum 2nd Civil War werden grosse und erfolgreiche >> Anstrengungen übernommen. >> >> Der separatistische kalifornische Gouverneur Gavin Newsom wird wohl >> bald von Trumps Trumpen festgesetzt werden? Neben der Nationalgarde >> (2000 Mann) werden nun 700 Marines nach Los Angeles geschickt. >> >> Imperator Trump auf seinem Weg. >> >> Wie würde man seiner Nachfolger in der Erbreihe nennen? "Kaiser" >> stammt von Caesar und den Caesaren ab. Geht ja gar nicht. Donaldisten >> gibt es schon. Trumpare? His Trumpness? > > Vielleicht hat er auch einfach nur den Auftrag, die USA zu zerstören. Die Vorhut ist schon unterwegs: Errol Musk, father of Elon Musk, has arrived in Moscow to speak at the pro-Kremlin “Future Forum 2055,”... <https://mstdn.social/@noelreports/114646400199934285> ========================= Elon Musk's father called Moscow "the capital of the world"… <https://nitter.poast.org/Maks_NAFO_FELLA/status/1932115526278623370#m> ========================= Ciao Walter
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| From | Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> |
|---|---|
| Date | 2025-06-10 17:15 +0200 |
| Message-ID | <1029i5m$1akit$1@dont-email.me> |
| In reply to | #639715 |
Salve allerseits, Dr. Joachim Neudert schrieb: > Am 09.06.25 um 16:02 schrieb Fidel Sebastián Hunrichse-Lara: > >> | Angekommen sind die USA im Technofaschismus noch nicht. Dass der >> | eingeschlagene Weg beim Versagen der Checks and Balances durchaus dort >> | enden könnte, ist aber schwer zu übersehen. Wenn Trump öffentlich von >> | einer dritten Amtszeit – was eine Änderung oder Bruch der Verfassung >> | voraussetzt – träumt, sollte man also hinhören und dies nicht vorschnell >> | als "Trollerei" abtun. >> | >> | Aber auch wenn das Ziel ultimativ nicht die Errichtung eines autoritären >> | Regimes ist, könnte ein solches als "Kollateraleffekt" eines anderen >> | Vorhabens durchaus entstehen. Nämlich im Zuge der Vision eines >> | reaktionär-libertären Staats- und Gesellschaftsumbaus unter dem Titel >> | "Project 2025". > > Faschismus- klar, wahrscheinlich ja. Oder gleich ein neues Imperium und > Kaiserreich? > +--- <hier abknabbern> --- | Karl Marx erlebte mitten in der Pandemie und der Diskussion über die | Klimakrise ein unerwartetes Comeback, als mein Buch »Systemsturz« in | Japan erschien. Das Buch verkaufte sich mehr als eine halbe Million Mal, | und der »Degrowth Communism« wurde überraschenderweise zu einer | populären Idee. Im Kern geht es darum, dass nur eine ökosozialistische | gesellschaftliche Transformation, die auf das unendliche Wachstum des | Kapitalismus verzichtet, die Lösung für die gegenwärtigen ökologischen | und sozialen Herausforderungen bieten kann. | | Der Wunsch nach einer ökologischen Revolution verblasste jedoch schnell, | was unter anderem zu einer tragischen Überschreitung des 1,5-Grad-Ziels | des Pariser Abkommens führte. Außerdem wurde die Welt von einer Welle | des Rechtspopulismus erfasst. | | Deshalb muss man sich heute fragen: Ist Degrowth, also die Verneinung | von Wachstum, ausgestorben? | | Vielleicht passiert aber gerade wieder etwas völlig Unerwartetes: Denn | der US-amerikanische Präsident Donald Trump setzt mit seinen Zöllen | Degrowth durch – ohne dass er das wahrscheinlich beabsichtigt hatte. In | einem Interview sagte er neulich: »Du brauchst keine 35 Puppen. Du | kannst zwei, drei, vier haben und eine Menge Geld sparen. Wir müssen das | Biest nicht füttern.« Trump wagt es also, den US-amerikanischen | Kapitalismus mit dem Kern des Kommunismus zu konfrontieren. Das hätten | sich sogar Demokraten wie Alexandria Ocasio-Cortez nicht getraut. Die | Geschichte wiederholt sich immer zweimal, das erste Mal als Tragödie, | das zweite Mal als Farce, wie Marx bekanntlich sagte. | | Die Zölle, die Trump am »Tag der Befreiung«, am 2. April 2025, | verkündete, lösten einen weltweiten Schock aus, die Börsen stürzten ab, | und die geopolitischen Spannungen zwischen den USA und China | verschärften sich. Trotz der zwischenzeitlichen Annäherung: Das könnte | das Ende der Globalisierung bedeuten. Und die Folgen können viele bald | spüren, steigende Preise, verlangsamtes Wirtschaftswachstum und größere | Ungleichheit. | | Wo bleibt die Rationalität? »Manchmal muss man eine Medizin nehmen, um | etwas zu heilen«, sagt Trump. Die Pille ist bitter: Degrowth. | | *Konservative sind über die Verschmelzung verärgert* | | In der Tat rechtfertigt der Chef der konservativen Denkfabrik American | Compass Oren Cass diese leidenschaftlich. Er sagte in einem Interview, | dass die vergangenen Jahrzehnte des Offshoring, also die Verlagerung | betrieblicher Aktivitäten ins Ausland, und der Deindustrialisierung | zugunsten einer billigen, effizienten Produktion nun durch eine | Reindustrialisierung ersetzt werden müssten, die den Wert einer starken | industriellen Wirtschaft im Inland ernst nimmt. | | Es sei nicht möglich, gleichzeitig billige Produkte herzustellen und | gute Arbeitsplätze anzubieten. Cass argumentiert daher, dass die | Amerikanerinnen und Amerikaner bereit sein sollten, für teurere | Fernseher made in USA mehr zu zahlen, auch wenn diese »nicht ganz so | groß sind, wie sie es sonst wären«. | | Viele Konservative sind über diese Verschmelzung auch verärgert. Der | Autor und Podcaster Noah Rothman argumentierte in der | konservativ-rechtslibertären Zeitschrift »National Review«, dass Trump | und seine Anhänger nur die linke Anti-Wachstums-Idee übernehmen würden, | weil sie ebenfalls glaubten, dass »Wirtschaftswachstum … auf Kosten der | einkommensschwachen Amerikaner geht«. | | Der »New York Times«-Kolumnist David French vertritt die ähnliche | Ansicht, dass rechte Degrowth-Anhänger wegen der wirtschaftlichen | Stagnation für eine patriotische Akzeptanz des Leidens in den kommenden | Jahren einträten. Aufgrund ihres Hasses auf die liberalen Eliten und | ihrer Fünfzigerjahre-Nostalgie machten die eifrigen MAGA-Anhänger »ein | globales Wirtschaftssystem kaputt, das beispiellosen Wohlstand im In- | und Ausland gebracht hat«. | | Aus einer Mitte-rechts-Perspektive ist Degrowth eine gefährliche | populistische Idee, und die autoritäre Umsetzung wird nicht nur die | Armen noch ärmer machen, sondern auch die US-amerikanische Hegemonie | angesichts des Aufstiegs Chinas erheblich untergraben. | | Gegen Wachstum zu sein, ist politisch unpopulär. Degrowth ist ein | leichtes Ziel für Kritik, weil der Begriff oft vage bleibt. Er bedeutet | lediglich die Ablehnung von Wachstum. Es ist verlockend, alles, was | allgemein in diese Kategorie passt, als utopischen Versuch der | Zerstörung des Kapitalismus zu bezeichnen. | | Deshalb ist es gut, sich daran zu erinnern, worum es wirklich geht. Das | Konzept stammt ursprünglich vom französischen marxistischen Philosophen | André Gorz. In den Siebzigerjahren war es ein Projekt des | Postkapitalismus und der Entkolonialisierung. Es hatte das Ziel, ein | menschenwürdiges und nachhaltiges Leben für alle Menschen auf diesem | Planeten zu schaffen. | | *Trump schafft mehr Probleme, als er löst* | | Warum sind Zölle notwendig? Cass antwortet: Um die Wirtschaft wieder in | die USA zurückzuholen, bessere Arbeitsplätze vor Ort zu schaffen und den | übermäßigen Import billiger Waren aus China zu reduzieren. Sein Argument | für die trumpschen Zölle weist in der Tat einige Parallelen zur linken | Wachstumskritik auf. Fast Fashion, billige Elektroautos und günstige | Spielzeuge seien schlecht für die Menschen in den USA. Die | Lebensqualität steige, wenn die Produkte lokal, bio und handgemacht seien. | | Es ist zudem nicht unbegründet, wenn MAGA-Anhänger beklagen, dass von | der Digitalisierung vor allem Oligarchen in New York und Kalifornien | profitiert haben, während die Mehrheit der Amerikaner täglich darum | kämpft, irgendwie über die Runden zu kommen. Trump ist jedoch eine | pathologische Manifestation des Wunsches nach drastischerem Wandel. | | Pathologisch, weil Trumps Anti-Wachstums-Strategie innerhalb des | Kapitalismus umgesetzt wird, das heißt, es bleibt ein | »Degrowth-Kapitalismus«. Dabei ist das ein Oxymoron, denn der | Kapitalismus ist ein System der unendlichen Akkumulation. | | In Wahrheit handelt es sich nicht um eine gezielte Politik der | Begrenzung von Wachstum, sondern schlicht um eine Rezession. Trump | schafft damit unweigerlich mehr Probleme, als er löst, solange das | gesamte Gesellschaftssystem weiter auf ständigem Wirtschaftswachstum | basiert. Trumps Zölle treffen die armen Menschen stärker, da sie stärker | von billigen Importprodukten abhängig sind. | | Es ist auch unvernünftig, Forschungsgelder an Universitäten zu kürzen, | wenn Trump die Industrie ankurbeln will, denn an den Universitäten | findet genau diese Entwicklung statt. Außerdem kümmert er sich nicht | darum, neue Arbeitsplätze zu schaffen, etwa durch den Ausbau von | Solarpanels, nationalen Stromnetzen oder Hochgeschwindigkeitszügen. | Fremdenfeindliche Angriffe gegen Einwanderer führen dazu, dass wichtige | Arbeitsplätze in der Landwirtschaft und im Baugewerbe möglicherweise | noch schwerer zu besetzen sein werden. | | Kurz gesagt, Trumps Anti-Wachstums-Kapitalismus ist eine Farce. Er wird | scheitern. Diese Art von »Degrowth by disaster« wird wahrscheinlich zu | wirtschaftlichem und industriellem Niedergang führen. | | *Was der Kommunismus mit MAGA-Leuten gemein hat* | | Daraus folgt jedoch nicht, dass die Idee, ohne Wachstum auszukommen, als | solche schlecht sein muss. Deshalb plädiere ich in meinem Buch | »Systemsturz« für einen »Degrowth-Kommunismus«. In gewissem Sinne teilt | dieser mit den MAGA-Leuten die tiefe Wut gegen den heutigen neoliberalen | Kapitalismus. | | Anstatt jedoch willkürliche Zölle zu fordern, öffentliche Investitionen | zu kürzen und gegen Einwanderer zu hetzen, strebt er einen klug | gestalteten Wachstumsverzicht an, der sich darauf konzentriert, Zölle | auf bestimmte Industrien zu erheben, die für die Gesellschaft und die | Umwelt schädlich sind, wie Luxusgüter und Zigaretten. Es wäre | sinnvoller, zuerst Privatjets und Tesla Cybertrucks zu verbieten, statt | Zölle auf erschwingliche chinesische Elektroautos zu erheben. Lassen Sie | uns lieber die Subventionen für fossile Brennstoffe kürzen, statt die | für Entwicklungsorganisationen wie USAID. | | Darüber hinaus plädiert der Anti-Wachstums-Kommunismus dafür, die | Unterstützung für wichtige Arbeitskräfte wie Lehrer, Krankenschwestern | oder Busfahrer auszuweiten, auch durch eine höhere Besteuerung der | Reichen und ihres finanziellen Gewinns. Für die Berechnung des sozialen | Fortschritts sollte künftig nicht mehr das Bruttoinlandsprodukt im | Mittelpunkt stehen, sondern Faktoren wie Wohlbefinden, | Gleichberechtigung der Geschlechter und Ethnien sowie der ökologische | Fortschritt. | | Es ist klar, dass ein solcher Wandel nicht aus Trumps Politik heraus | erfolgen kann. Das heißt nicht, dass die Auswirkungen der trumpschen | Zollpolitik nicht eine Chance sein können. Der ökonomische Schock könnte | zu einer neuen Art des besseren Wirtschaftens führen, vor allem im | Globalen Süden. | | Trumps Zölle sind eine echte Bedrohung für die Menschen dort, denn die | Auswirkungen werden verheerend sein. Es gibt nur einen Weg, das zu | verhindern: Die Regierungen können nicht allein gegen die imperiale | Macht der USA kämpfen, sie müssen neue Allianzen bilden. Das ist die | Gelegenheit, die Produktion stärker auf die Bedürfnisse der Menschen und | die nationalen Entwicklungsziele auszurichten. Die Staaten des Globalen | Südens könnten Importe reduzieren und durch heimische und regionale | Produktion ersetzen. Dieser Wandel erfordert eine neue Industriepolitik | und eine sorgfältige Planung. Aber wenn die Strategie erfolgreich ist, | könnte dies zu echtem ökosozialistischem und dekolonialem Wachstum führen. | | Was sollten die Länder des Globalen Nordens, die ebenfalls das Ziel von | Trumps Zöllen sind, tun? Sie müssen eine solche Transformation im | Globalen Süden unterstützen. +--- </hier abknabbern> --- ©<https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/donald-trumps-zollpolitik-wie-trump-dabei-helfen-koennte-den-kapitalismus-zu-zaehmen-a-99fa581b-98c3-4a18-89da-bd2ca2d0e37f> M.f.G. P.S.: Du machst Dich unbeliebt, wenn du dich nicht anpasst! Ich denke, das ist ein guter Preis... ಠ_ರೃ -- Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie wird praktisch nie gelesen. Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur etwas komisch... ;-)
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| From | "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> |
|---|---|
| Date | 2025-06-10 17:48 +0200 |
| Message-ID | <1029k3h$k7fe$3@solani.org> |
| In reply to | #639745 |
Am 10.06.25 um 17:15 schrieb Fidel Sebastián Hunrichse-Lara: > +--- </hier abknabbern> --- > > ©<https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/donald-trumps-zollpolitik-wie-trump-dabei-helfen-koennte-den-kapitalismus-zu-zaehmen-a-99fa581b-98c3-4a18-89da-bd2ca2d0e37f> > > M.f.G. > > > P.S.: Du machst Dich unbeliebt, wenn du dich nicht anpasst! Ich denke, das > ist ein guter Preis... ಠ_ರೃ Lies erst mein historisches Kurzgeschichten-Fragment "Der Imperator", aus Anno Trumpi 763... -- Bitt um Vrzihung, di Tast " " klmmt manchmal...
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| From | Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> |
|---|---|
| Date | 2025-06-10 18:21 +0200 |
| Message-ID | <1029m1u$1c786$1@dont-email.me> |
| In reply to | #639749 |
Salve allerseits, Dr. Joachim Neudert schrieb: > Am 10.06.25 um 17:15 schrieb Fidel Sebastián Hunrichse-Lara: > >> P.S.: Du machst Dich unbeliebt, wenn du dich nicht anpasst! Ich denke, das >> ist ein guter Preis... ಠ_ರೃ > > Lies erst mein historisches Kurzgeschichten-Fragment "Der Imperator", aus > Anno Trumpi 763... > Ich habe nichts gegen Science-Fiction! Aber Retrofuturismus hat mich bis dato nie wirklich überzeugen können! Und ich glaube auch nicht, dass THE DONALD etwas anderes anstrebt, als durch Klientelismus noch reicher zu werden! Dass er als Caudillo autoritaristisch ist, wundert niemanden, der sich mit dem Caudillismus auskennt! Ansonsten siehe zB. hierzu: +--- <hier abknabbern> --- | US-Präsident Trump nimmt Geschenke von Autokraten an, macht Deals mit | Krypto-Fürsten, verkauft sogar Zeit mit sich selbst. Ungewöhnlich ist | ein Wohlstandszuwachs für Präsidenten zwar nicht. Doch unter Trump | erreicht er eine nie dagewesene Stufe. | | Der Aufstieg der Familie Trump begann mit einem Puff am Ende der Welt. | Im Jahr 1898 eröffnete der Großvater des heutigen US-Präsidenten im | Norden Kanadas, nicht weit vom Polarkreis, das „Arctic Hotel“. Zu jener | Zeit erlebte die Gegend einen Goldrausch, Zehntausende Schürfer aus der | ganzen Welt strömten an den Klondike, alle auf der Jagd nach dem einen | großen Fund. Und Friedrich Trump wusste, was sie nach einem harten Tag | in der Wildnis wollten: Schnaps und Frauen. | | Der alte Trump verbrachte drei Jahre am Rand der Arktis. Mit dem Geld, | das er dort verdiente, kaufte er später Immobilien in New York – und | legte so den Grundstein eines Imperiums. Heute, 127 Jahre später, mehrt | Enkel Donald den Reichtum der Familie schneller als je zuvor. Auch seine | Methoden sind halbseiden, Kritiker sagen sogar: korrupt. | | Vor wenigen Tagen etwa nahm die US-Luftwaffe ein Geschenk aus Katar an: | einen Jumbojet voller Chrom, Leder und Mahagoni, der Präsident Trump | künftig als Regierungsflugzeug dienen soll. Experten schätzen den Wert | auf 400 Millionen Dollar. „Das ist ungeheuerlich“, sagt Michael Waldman, | Chef der New Yorker Denkfabrik Brennan Center for Justice. Im Weißen | Haus herrsche eine neue Geisteshaltung. „Die Grenze zwischen | öffentlichem Amt und privater Bereicherung“, so Waldman, „verschwindet | vollständig.“ | | Das Vermögen der First Family wird auf 5,4 Milliarden Dollar geschätzt | (4,8 Milliarden Euro). Ungefähr die Hälfte davon kam erst in diesem Jahr | zustande, nach dem Beginn von Trumps zweiter Amtszeit. Ungewöhnlich ist | ein Wohlstandszuwachs für Präsidenten nicht. „Wir sollten nicht zu | romantisch auf die Vergangenheit schauen“, warnt Waldman. | | Auch schon früher hätten US-Präsidenten und ihre Angehörigen finanziell | von der Zeit im Weißen Haus profitiert. Dazu zählt wohl auch Joe Bidens | Sohn Hunter, der in der Amtszeit seines Vaters lukrative Geschäfte in | China und der Ukraine betrieben hat. „Neu ist“, sagt Waldman, „dass das | Geld so direkt an einen Amtsträger fließt“. Trump profitiert offener und | dreister als all seine Vorgänger. Es ist ein Akt präsidentieller | Selbstbereicherung, wie ihn Amerika in dieser Form noch nie erlebt hat. | | Nach einem Abendessen in seinem Anwesen Mar-a-Lago soll Amazon-Gründer | Jeff Bezos einen Dokumentarfilm über First Lady Melania versprochen | haben – und die Zahlung von 40 Millionen Dollar an Lizenzgebühren. In | Katar beteiligt sich ein Staatskonzern am Bau eines Trump-Golfplatzes. | In Serbien verpachtet die Regierung das Grundstück des ehemaligen | Verteidigungsministeriums für 99 Jahre an Trumps Schwiegersohn Jared | Kushner, der dort ein Trump-Hotel errichten will. In Washington betreibt | der Präsidenten-Sohn Donald Trump Jr. den Club Executive Branch: Die | Mitgliedschaft kostet 500.000 Dollar – perfekt für Reiche, die ihre | Beziehung zur US-Regierung pflegen wollen. | | *Trump verkauft vor allem eines* | | Lange bevor Donald Trump zum Präsidenten seines Landes aufstieg, war er | eine Marke: der Tycoon aus New York, immer erfolgreich, aber auch | protzig und gierig wie Biff Tannen in „Zurück in die Zukunft“. Überall | begegnete man seinem Namen, an Bürotürmen, Hotels und Casinos, auf | Krawatten, Wodkaflaschen und Matratzen. Viele Unternehmungen | scheiterten, aber Trumps Geschäftsmodell blieb. Bis heute verkauft er | vor allem eines: sich selbst. | | Sein Imperium, die Trump Organization, ist verschachtelt. Es handelt | sich um ein Netz aus Lizenzen, Holdings und Limited Liability Companies, | kurz LLCs, die nur wenigen Berichtspflichten unterliegen. Eine | vollständige Liste der Besitztümer Trumps lässt sich daher kaum | erstellen. Was man aber sagen kann: Das Konglomerat wird von seinen | Söhnen Donald Jr. und Eric geführt, erstreckt sich über vier Kontinente | und umfasst rund 20 Golfplätze und 30 Wolkenkratzer. Der Wert der | Objekte dürfte 2,5 Milliarden Dollar übersteigen. | | *Der Krypto-Präsident* | | Immobilien sind aber nur das eine. Sie stehen für Trumps klassische | Geschäfte, für sein Imperium der 1990er-Jahre. Das neue, von 2025, setzt | auf Krypto-Deals. Im Januar startete der Republikaner $TRUMP, eine | virtuelle Währung ohne echten Wert. Emotionen und Symbolik bestimmen den | Preis, je mehr Menschen die Münze kaufen, etwa aus Begeisterung für den | Präsidenten, desto teurer wird sie. Derzeit notiert ihr Kurs bei rund | zwölf Dollar. Bei jeder Transaktion fallen Gebühren an, Trumps Familie | erhält einen Teil davon. Schätzungen zufolge könnte sie schon mehr als | 100 Millionen Dollar eingenommen haben. | | Besonders heikel ist: Wer will, kann sich mit $TRUMP einen Zugang zur | US-Regierung erkaufen. Vor einigen Tagen richtete der Präsident für die | 220 größten Investoren ein Dinner in einem seiner Golfclubs nahe | Washington aus, es gab Filet Mignon und Heilbutt. Die Top 25 lud er | sogar zu einem VIP-Empfang ein. Unter den Anwesenden war zum Beispiel | Justin Sun, ein in China geborener Krypto-Unternehmer, den die | US-Börsenaufsicht SEC des Betrugs verdächtigt. Von Trump bekam er an | jenem Abend eine goldene Uhr geschenkt, 18 Karat, verziert mit 122 | Diamanten. | | Für ein paar Momente in Trumps Nähe zahlten Sun und die anderen Gäste | Schätzungen zufolge 150 Millionen Dollar. Wohl noch deutlich mehr Geld | dürfte die Familie des Präsidenten mit ihrer Krypto-Plattform World | Liberty Financial einnehmen. Eine Firma aus den Vereinigten Arabischen | Emiraten will über den Handelsplatz zwei Milliarden Dollar investieren. | Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, sagt zu all dem: | Donald Trump habe keine Interessenkonflikte, der Vorwurf, er bereichere | sich, sei absurd. | | Anfang März ordnete der Präsident die Einrichtung einer staatlichen | Reserve aus Kryptowährungen an. Der Wert von $TRUMP nahm daraufhin | sprunghaft zu – und so auch das Vermögen der Familie. Offensichtlicher | kann eine Verquickung von Politik und Geschäft kaum sein. Laut einer | Untersuchung der Gruppe Democracy Defenders Fund (DDF), die der | Demokratischen Partei nahesteht, machten Geschäfte mit virtuellen Münzen | den US-Präsidenten in den vergangenen Monaten um 2,9 Milliarden Dollar | wohlhabender. | | „Statt seine Krypto-Bestände zu veräußern, um Interessenkonflikte zu | vermeiden, scheint Trump maximal von ihnen profitieren zu wollen“, sagt | Virginia Canter, Expertin für Korruptionsbekämpfung des DDF. | | Zudem sorge er dafür, dass virtuelle Währungen weniger streng reguliert | würden als unter seinen Vorgängern. Auch hier, so scheint es, kommen | sich die Interessen des Präsidenten Trump und des Unternehmers Trump | ganz nah. Ausgerechnet der Mann, der einen Wahlkampf gegen Amerikas | angeblich korruptes politisches System führte und den „Sumpf“ in | Washington trockenlegen wollte, bereichert sich nun wie keiner vor ihm. | | Zum neuen Imperium seiner Familie gehört auch die Trump Media & | Technology Group (TMTG), die Truth Social betreibt, ein soziales | Netzwerk, in dem der Präsident nach Lust und Laune seine Botschaften | verbreiten kann, ohne Sperren fürchten zu müssen wie einst von Twitter | und Facebook. TMTG machte im vergangenen Jahr 3,6 Millionen Dollar | Umsatz – und 400 Millionen Dollar Verlust. Zuletzt hatte das Netzwerk | gerade einmal rund 300.000 täglich aktive Nutzer in den USA. Bei X, | ehemals Twitter, sind es nach Unternehmensangaben 90 Millionen. Dennoch | ist Trumps Unternehmen mehr als 4,5 Milliarden Dollar wert. Auch hier | gilt offenbar: Was zählen schon Kennzahlen? Den Investoren genügt | offenbar der Name des Präsidenten. | | Die Marke Trump verwandelt sich in großen Teilen von einer physischen | hin zu einer virtuellen. Nicht mehr Hotels und Golfplätze bringen das | große Geld, sondern Kryptowährungen und soziale Netzwerke. +--- </hier abknabbern> --- ©<https://www.welt.de/wirtschaft/plus256195320/usa-die-beispiellose-selbstbereicherung-des-donald-trump.html> M.f.G. -- Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie wird praktisch nie gelesen. Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur etwas komisch... ;-)
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