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| From | Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> |
|---|---|
| Newsgroups | ger.ct |
| Subject | Re: OT: Essay: Güner Balci zu Islamismus |
| Date | 2025-11-22 15:07 +0100 |
| Message-ID | <modudfFqa37U1@mid.individual.net> (permalink) |
| References | <10fmuho$am2a$1@solani.org> <mo8mvdFtpr0U4@mid.individual.net> <10fnhca$32n8g$2@dont-email.me> |
Am 20.11.25 um 17:58 schrieb Fidel Sebastián Hunrichse-Lara: > Salve allerseits, > > Walter Brill schrieb: >> Am 20.11.25 um 12:37 schrieb Dr. Joachim Neudert: >> >>> Ekrem Imamoğlu war die Hoffnung für Millionen Menschen in der Türkei. >> >> Ist heute Deine neues "Ölkännchen" eingetroffen;-) >> > +--- <hier abknabbern> --- > | Der Westen steckt in einer Krise und die Frage ist, wie er da wieder > | herauskommt. Ich weiß es auch nicht im Detail, aber vermutlich wäre eine > | Besinnung auf die eigenen Stärken ein guter Anfang. Was konkret heißt: > | Er muss wieder christlich werden. Ja, das mag so manchen Leser > | irritieren, aber ich kann all die Millionen Menschen beruhigen, die > | längst aus der Kirche ausgetreten sind: Da muss niemand wieder rein, der > | schon raus ist. Christlich werden bezieht sich auf die Selbstbezeichnung > | als Kulturchrist. > | > | Uns ist das Wissen verloren gegangen, dass unsere westlichen Werte > | weitestgehend christliche Werte sind. Tatsächlich hat diese Religion > | einige beeindruckende Erfolge vorzuweisen: Sie gründete die ersten > | Universitäten, verbot die Ehe unter nahen Verwandten, predigte Vergebung > | statt Rache, baute prachtvolle Kathedralen und prägte nebenbei noch > | unser Gefühl für Ästhetik. Ach ja, und ohne Christentum auch keine > | universellen Menschenrechte und damit kein Artikel 1 des Grundgesetzes, > | dass die Würde des Menschen unantastbar ist – keine schlechte Bilanz > | nach 2.000 Jahren Christentum. > | > | Diese Verdienste werden auch nicht dadurch geschmälert, dass es daneben > | auch reichlich Verbrechen im Namen der Kirche gab. Verbrechen sind keine > | christliche Besonderheit, sondern der weltgeschichtliche Normalfall, > | während die oben erwähnten Ideen tatsächlich einzigartig sind. Dschingis > | Khan, Kaiser Nero oder der Aztekenkönig Tizoc hinterließen allesamt > | Leichenberge, aber keinen Wertekanon, der lehrt, dass jeder Mensch > | gleich viel wert ist. > | > | Die europäischen Aufklärer übernahmen schließlich die kirchlichen > | Moralvorstellungen, kritisierten aber gleichzeitig umso lauter die real > | existierende Kirche. Sie gingen dabei so geschickt vor, dass viele > | Menschen bis heute denken, die Aufklärung hätte uns die liberalen > | Freiheiten im unerbittlichen Kampf gegen das Christentum erstritten. > | Dabei hat sie die „christlichen Werte“ lediglich in „universelle Werte“ > | umgewidmet und die Vergangenheit Europas kurzerhand zum „finsteren > | Mittelalter“ erklärt, damit möglichst keinem der eigene > | Taschenspielertrick auffällt. Aber das ist lange her und spielt an > | dieser Stelle auch keine weitere Rolle. > | > | In unserer Zeit jedenfalls sind die Kirchen leer und das Christentum in > | atemberaubendem Tempo auf dem Rückzug. Andere Weltanschauungen treten an > | ihren Platz in Gesellschaft und Stadtbild und genau da beginnt das > | Problem. Wenn das Christentum verschwindet, verschwindet mit ihm auch > | der Westen. Umso wichtiger wäre ein Aufstieg des Kulturchristentums als > | Bewahrer unserer westlichen Werte, ohne die es keine freie Gesellschaft > | geben kann. > | > | Sie sind noch nicht überzeugt? Dann würde ich Ihnen gerne Richard > | Dawkins vorstellen. Er ist der berühmteste Evolutionsbiologe der Welt, > | der außerdem auch als wortgewandter Atheist von sich reden machte. Seine > | religionskritischen Werke tragen Titel wie „Der Gotteswahn“ oder „Die > | Schöpfungslüge“ und sind globale Bestseller geworden. Dieser Richard > | Dawkins sagt über sich: „Ich bin ein kultureller Christ.“ Ihm ist diese > | Erkenntnis gekommen, während er in seiner Heimat Großbritannien den > | Aufstieg des Islams erlebte, dessen Wertvorstellungen sich in > | wesentlichen Punkten von denen des Christentums unterscheiden. Dawkins > | gehört damit zu jenen Menschen, die zwar nicht an Gott glauben, sehr > | wohl aber an die Werte, die jene geschaffen haben, die genau das tun. > | Insgesamt findet gerade dort, wo in Europa der Islam mittlerweile das > | Leben der Menschen mitprägt, eine Rückbesinnung statt. > | > | Tatsächlich ist der Islam eine Herausforderung für den Westen, da er > | dessen Werte ablehnt. Ein Blick in die „Kairoer Erklärung der > | Menschenrechte“ lässt in dieser Hinsicht wenige Fragen offen. Die > | universellen Menschenrechte haben hinter der Scharia zurückzustehen, > | heißt es darin. Die Abkehr vom Islam (und nur von ihm) wird bestraft, > | Körperstrafen sind erlaubt. Kurzum: Die Würde des Menschen ist plötzlich > | Verhandlungssache, sie ist nicht mehr absolut. Damit wird die Idee > | begraben, dass alle Menschen über unteilbare Grundrechte verfügen. > | > | Es gibt aber nicht nur den Islam als Gegenspieler westlicher Werte. Er > | wird auch von der Linken bedroht, die seit dem Zusammenbruch der > | Sowjetunion keine Chance mehr hat, die Welt im eigenen Sinne zu prägen. > | Darum sinkt sie zunehmend auf das Niveau antiwestlicher und > | antisemitischer Extremisten ab. Ihr Beitrag erschöpft sich immer mehr > | darin, dem Westen den Untergang zu wünschen, sich mit dessen Feinden zu > | verbünden und ihn selektiv für vergangene Verbrechen anzuklagen. Auch > | gegenüber dieser gescheiterten Ideologie sollte man wissen, was man > | verliert, wenn man ihr nachgibt. Da sie umso erfolgreicher ist, je > | weniger die Menschen wissen, wofür der Westen eigentlich steht, sollte > | die Beschäftigung mit den eigenen Werten und Wurzeln unbedingt mehr Raum > | in unserer Zivilisation einnehmen. > | > | Kulturchristentum ist dabei ein säkulares Bekenntnis zum freien Westen. > | Was es zugleich nicht ist, ist eine Kampfansage an Linke oder Moslems, > | die Teil des Westens sein wollen. Dieser ist schließlich auch deswegen > | so erfolgreich, weil sich ihm jeder anschließen kann. Dafür reicht es > | schon, dem Individuum den Vorzug vor dem Kollektiv zu geben, schon hat > | man das Ticket in diese Zivilisation gelöst. > | > | Es lohnt sich, diese Werte in einer Welt rivalisierender Kollektivideen > | wie dem chinesischen Kommunismus, der venezolanischen Kleptokratie oder > | dem iranischen Islamismus zu verteidigen. Wo der Einzelne nur noch ein > | Rädchen im Getriebe ist, ist die Unmenschlichkeit zu Hause. > | > | [...] > | > | In diesem Sinne: Amen und Sapere aude. > +--- </hier abknabbern> --- > > ©<https://www.welt.de/debatte/article6919c9bc48c8e4de26557cee/religion-wenn-das-christentum-verschwindet-verschwindet-auch-der-westen.html> Christentum und westliche Werte? Was ist mit den Evangelikale in den USA den Orthodoxen und Russland ( Kyrill und Kreuzzug ) den Katholiken in Ungarn.. -- <http://www.hermann-riemann.de> bzw.: <https://www.hermann-riemann.eu/de>
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OT: Essay: Güner Balci zu Islamismus Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2025-11-20 11:37 +0000
Re: OT: Essay: Güner Balci zu Islamismus Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2025-11-20 15:30 +0100
Re: OT: Essay: Güner Balci zu Islamismus Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2025-11-20 15:37 +0000
Re: OT: Essay: Güner Balci zu Islamismus Goetz Schultz <ng.expire1230@goetz.co.uk> - 2025-11-20 15:55 +0000
Re: OT: Essay: Güner Balci zu Islamismus Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2025-11-21 14:22 +0100
Re: OT: Essay: Güner Balci zu Islamismus Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2025-11-20 17:58 +0100
Re: OT: Essay: Güner Balci zu Islamismus Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2025-11-22 15:07 +0100
Re: OT: Essay: Güner Balci zu Islamismus Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2025-11-22 15:27 +0100
Re: OT: Essay: Güner Balci zu Islamismus Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2025-11-22 14:47 +0000
Re: OT: Essay: Güner Balci zu Islamismus Marte Schwarz <marte.schwarz@gmx.de> - 2025-11-24 13:51 +0100
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