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| From | Dorothee Hermann <DorotheeHermann@gmx.net> |
|---|---|
| Newsgroups | ger.ct, de.soc.senioren |
| Subject | Re: Das Gedicht zur Weihnacht? |
| Date | 2021-11-23 20:30 +0100 |
| Message-ID | <j04tptFn1ddU1@mid.individual.net> (permalink) |
| References | <snj9rg$mvj$1@solani.org> |
Cross-posted to 2 groups.
Am 23.11.21 um 18:53 schrieb Wilhelm Ernst:
> Gerade gefunden:
Oh! Ich hab es in der Süddeutschen Zeitung vom Dezember 2020 gelesen.
> Als Würger zieht im Land herum mit Trommel und mit Hippe,
> Mit schauerlichem Bum, bum, bum, tief schwarz verhüllt die Grippe.
> Sie kehrt in jedem Hause ein und schneidet volle Garben -
> Viel rosenrote Jungfräulein und kecke Burschen starben.
> Es schrie das Volk in seiner Not laut auf zu den Behörden:
> «Was wartet ihr? Schützt uns vorm Tod - Was soll aus uns noch werden?
> Ihr habt die Macht und auch die Pflicht - Nun zeiget eure Grütze -
> Wir raten euch: Jetzt drückt euch nicht. Zu was seid ihr sonst nütze!
> 's ist ein Skandal, wie man es treibt. Wo bleiben die Verbote?
> Man singt und tanzt, juheit und kneipt. Gibt's nicht genug schon Tote?»
> Die Landesväter rieten her und hin in ihrem Hirne.
> Wie dieser Not zu wehren wär', mit sorgenvoller Stirne:
> Und sieh', die Mühe ward belohnt. Ihr Denken ward gesegnet:
> Bald hat es, schwer und ungewohnt, Verbote nur geregnet.
> Die Grippe duckt sich tief und scheu und wollte sacht verschwinden –
> Da johlte schon das Volks aufs Neu' aus hunderttausend Mündern:
> «Regierung, he! Bist du verrückt – Was soll dies alles heissen?
> Was soll der Krimskrams, der uns drückt, Ihr Weisesten der Weisen?
> Sind wir denn bloss zum Steuern da, was nehmt ihr jede Freude?
> Und just zu Fastnachtszeiten – ha!» So gröhlt und tobt die Meute.
> «Die Kirche mögt verbieten ihr, das Singen und das Beten –
> Betreffs des andern lassen wir jedoch nicht nah uns treten!
> Das war es nicht, was wir gewollt. Gebt frei das Tanzen, Saufen.
> Sonst kommt das Volk – hört, wie es grollt, stadtwärts in hellen
> Haufen!»
> Die Grippe, die am letzten Loch schon pfiff, sie blinzelt leise
> Und spricht: «Na endlich – also doch!» und lacht auf häm'sche Weise.
> «Ja, ja – sie bleibt doch immer gleich die alte Menschensippe!»
> Sie reckt empor sich hoch und bleich und schärft aufs neu die Hippe.
> Ist zwar hundert Jahre alt - könnte aber auch von heute sein...
Ja, stand auch /so/ Ende letzten Jahres in anderen Zeitschriften und im
Internet.
> Signiert ist das Gedicht, das am 6. März 1920 im Nebelspalter erschien,
> mit «A.Z.». Mit grösster Wahrscheinlichkeit stehen die Initialen für den
> Zürcher Arzt und Mundartschriftsteller Arthur Zimmermann (1864-1948, der
> in jenen Jahren immer wieder Gedichte zum Nebelspalter beisteuerte.
Es sind auch seriöse "Vergleiche" der Spanischen Grippe mit Covid 19 und
der Delta-Variante zu lesen.
25.12.2020:
https://www.sueddeutsche.de/bayern/pandemien-bayern-historie-spanische-grippe-1.4878530
("Dieser Text erschien ursprünglich in der SZ vom 17.04.2020")
15.12.2020:
https://www.rnz.de/kultur-tipps/kultur-regional_artikel,-corona-pandemie-die-verblueffende-aktualitaet-eines-gedichts-ueber-spanische-grippe-_arid,595501.html
Dorothee
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Das Gedicht zur Weihnacht? Wilhelm Ernst <newstrap@t-online.de> - 2021-11-23 18:53 +0100
Re: Das Gedicht zur Weihnacht? Martin Ebert <mx300@gmx.net> - 2021-11-23 19:35 +0100
Re: Das Gedicht zur Weihnacht? Dorothee Hermann <DorotheeHermann@gmx.net> - 2021-11-23 20:30 +0100
Re: Das Gedicht zur Weihnacht? Herwig <herwig.huener@t-online.de> - 2021-11-24 00:37 -0800
Re: Das Gedicht zur Weihnacht? Dorothee Hermann <DorotheeHermann@gmx.net> - 2021-11-24 13:01 +0100
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