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Groups > de.alt.folklore.computer > #55395 > unrolled thread

Heute vor 75 Jahren

Started byram@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram)
First post2026-06-13 12:38 +0000
Last post2026-07-04 10:42 +0200
Articles 7 — 5 participants

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Contents

  Heute vor 75 Jahren ram@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) - 2026-06-13 12:38 +0000
    Re: Heute vor 75 Jahren debianthree <naitsabes@freenet.de> - 2026-06-15 20:04 +0000
      Re: Heute vor 75 Jahren Ignatios Souvatzis <u502sou@bnhb484.de> - 2026-07-01 08:46 +0000
        Re: Heute vor 75 Jahren ram@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) - 2026-07-01 09:35 +0000
      Re: Heute vor 75 Jahren Marcel Mueller <news.5.maazl@spamgourmet.org> - 2026-07-02 18:57 +0200
      Re: Heute vor 75 Jahren Kay Martinen <usenet@martinen.de> - 2026-07-04 00:31 +0200
        Re: Heute vor 75 Jahren Marcel Mueller <news.5.maazl@spamgourmet.org> - 2026-07-04 10:42 +0200

#55395 — Heute vor 75 Jahren

Fromram@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram)
Date2026-06-13 12:38 +0000
SubjectHeute vor 75 Jahren
Message-ID<Heute-20260613133404@ram.dialup.fu-berlin.de>
  Heute [2026-06-14] vor 75 Jahren [1951-06-14]:

Einweihung des UNIVAC-Rechners des Bundesamt für Statistik der USA.

  Der UNIVAC I (Universal Automatic Computer) war der weltweit 
  erste kommerziell hergestellte elektronische Digitalcomputer.

  Er wurde von J. Presper Eckert und John Mauchly gebaut und war mit
  einem Gewicht von ca. 7,3 Tonnen gewaltig und nutzte zirka 5.000
  Elektronenröhren, um rund 1.900 Operationen pro Sekunde auszuführen.

  Berühmtheit erlangte er während der Präsidentschaftswahlen
  1952, als er im Live-Fernsehen den Erdrutschsieg von Dwight D.
  Eisenhower anhand einer Wahlurne-Stichprobe von nur 1 % präzise
  voraussagte.

  Der UNIVAC I war wegweisend, da er sowohl numerische als auch
  alphabetische Daten verarbeiten konnte und die traditionellen
  Lochkarten durch schnellere Magnetbandspeicher ersetzte.

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#55447

Fromdebianthree <naitsabes@freenet.de>
Date2026-06-15 20:04 +0000
Message-ID<110plsf$vl3e$1@solani.org>
In reply to#55395
Am Sat, 13 Jun 2026 12:38:58 +0000 schrieb Stefan Ram:

> Heute [2026-06-14] vor 75 Jahren [1951-06-14]:
> 
> Einweihung des UNIVAC-Rechners des Bundesamt für Statistik der USA.
> 
>   Der UNIVAC I (Universal Automatic Computer) war der weltweit erste
>   kommerziell hergestellte elektronische Digitalcomputer.

Das war zu der Zeit irgendwie wirklich unerhört, daß das überhaupt 
passiert ist. Also, daß 2 Leute da eine Firma gründen um einen Computer 
zu bauen und für "normales Publikum" anzubieten. Ohne den Vorlauf beim 
Eniac Projekt wäre das bestimmt nicht so schnell geschehen.

>   Er wurde von J. Presper Eckert und John Mauchly gebaut und war mit
>   einem Gewicht von ca. 7,3 Tonnen gewaltig und nutzte zirka 5.000
>   Elektronenröhren, um rund 1.900 Operationen pro Sekunde auszuführen.

Ich finde ja auch interessant, daß anscheinend dann niemand wieder 
Rechner mit Postrelais ausprobiert hat. Ja - die sind ein ganzes Stück 
langsamer; dafür ist so ein Relais aber auch kaum kaputt zu bekommen.
 
>   Berühmtheit erlangte er während der Präsidentschaftswahlen 1952, als
>   er im Live-Fernsehen den Erdrutschsieg von Dwight D. Eisenhower anhand
>   einer Wahlurne-Stichprobe von nur 1 % präzise voraussagte.

Gibt es bei Youtube zum Ansehen ... .

>   Der UNIVAC I war wegweisend, da er sowohl numerische als auch
>   alphabetische Daten verarbeiten konnte und die traditionellen
>   Lochkarten durch schnellere Magnetbandspeicher ersetzte.

Und: das Eingabesystem hat eine viel überschaubarere Struktur und scheint 
auch nur ein einzelner Tisch zu sein.

Bei dem Eniac sind das noch so Stecktafeln an der Wand - überall im Raum 
verteilt.

-- 
kork der ork entkorkt den traminer

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#55732

FromIgnatios Souvatzis <u502sou@bnhb484.de>
Date2026-07-01 08:46 +0000
Message-ID<slrn1149kv5.hlg.u502sou@neuserv.bnhb484.de>
In reply to#55447
debianthree wrote: 
> Am Sat, 13 Jun 2026 12:38:58 +0000 schrieb Stefan Ram:
>
>> Heute [2026-06-14] vor 75 Jahren [1951-06-14]:
>> 
>> Einweihung des UNIVAC-Rechners des Bundesamt für Statistik der USA.
>> 
>>   Der UNIVAC I (Universal Automatic Computer) war der weltweit erste
>>   kommerziell hergestellte elektronische Digitalcomputer.
>
> Das war zu der Zeit irgendwie wirklich unerhört, daß das überhaupt 
> passiert ist. Also, daß 2 Leute da eine Firma gründen um einen Computer 
> zu bauen und für "normales Publikum" anzubieten. Ohne den Vorlauf beim 
> Eniac Projekt wäre das bestimmt nicht so schnell geschehen.
>
>>   Er wurde von J. Presper Eckert und John Mauchly gebaut und war mit
>>   einem Gewicht von ca. 7,3 Tonnen gewaltig und nutzte zirka 5.000
>>   Elektronenröhren, um rund 1.900 Operationen pro Sekunde auszuführen.
>
> Ich finde ja auch interessant, daß anscheinend dann niemand wieder 
> Rechner mit Postrelais ausprobiert hat. Ja - die sind ein ganzes Stück 
> langsamer; dafür ist so ein Relais aber auch kaum kaputt zu bekommen.

Normiere das mal bitte auf Anzahl der Operationen, und vergleiche mit

- Vakuumröhren, die auf konstanter Temperatur gehalten werden (also nicht
  dauernd ausgeschaltet und morgens wieder an)

- Halbleiterelektronik, die ordentlich gekühlt ist.

Nein, ich weiss das Ergebnis nicht, aber es würde mich interessieren.

	-is

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#55733

Fromram@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram)
Date2026-07-01 09:35 +0000
Message-ID<MTBF-20260701103250@ram.dialup.fu-berlin.de>
In reply to#55732
Ignatios Souvatzis <u502sou@bnhb484.de> schrieb oder zitierte:
>debianthree wrote: 
>>Ich finde ja auch interessant, daß anscheinend dann niemand wieder 
>>Rechner mit Postrelais ausprobiert hat. Ja - die sind ein ganzes Stück 
>>langsamer; dafür ist so ein Relais aber auch kaum kaputt zu bekommen.
>Normiere das mal bitte auf Anzahl der Operationen, und vergleiche mit
>- Vakuumröhren, die auf konstanter Temperatur gehalten werden (also nicht
>  dauernd ausgeschaltet und morgens wieder an)
>- Halbleiterelektronik, die ordentlich gekühlt ist.
>Nein, ich weiss das Ergebnis nicht, aber es würde mich interessieren.

  Eigenschaft  Mechanische       Vakuumröhren      Halbleiterelektronik
               Relais (z. B.     (konstant         (ideal gekühlt)
               Zuse Z3)          geheizt)          
  ------------ ----------------- ----------------- ---------------------
  Ops/Sek      ~5 bis 20 Hz      ~5 kHz (Ops/Sek)  ~3 bis 5 GHz pro Kern
 
  MTBF         ca. 3 bis 5 h     ca. 48 Stunden    ca. 10 bis 30 Jahre
 
  Operationen  ~100.000 bis      ~1 Milliarde      ~1 Trillion (10¹⁸+)
  ohne Fehler  300.000           (10⁹)             
  
  Hauptgrund   Mechanischer      Verkippung der    Gitterfehler
  für Ausfall  Verschleiß,       Kathode,          (Elektromigration)
               Funkenflug, Staub Gasentwicklung    

  Siehe auch (Behandlung des Themas nicht von mir verifiziert):

  "Computer Architecture: A Quantitative Approach" von John L. Hennessy
  und David A. Patterson

  Ferner: "The Preparation of Programs for an Electronic Digital 
  Computer" (1951) von Wilkes, Wheeler und Gill

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#55738

FromMarcel Mueller <news.5.maazl@spamgourmet.org>
Date2026-07-02 18:57 +0200
Message-ID<1126591$1ucse$1@gwaiyur.mb-net.net>
In reply to#55447
Am 15.06.26 um 22:04 schrieb debianthree:
> Ich finde ja auch interessant, daß anscheinend dann niemand wieder
> Rechner mit Postrelais ausprobiert hat. Ja - die sind ein ganzes Stück
> langsamer; dafür ist so ein Relais aber auch kaum kaputt zu bekommen.

Das stimmt nicht. Das war ein Problem bei den Zuse-Maschinen. Zwar sind 
die Röhren von Eniac noch öfter verreckt. Aber in Anzahl ausgeführter 
Rechenoperationen bzw. Schaltspiele dreht sich das Bild vmtl. schon wieder.


Marcel

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#55744

FromKay Martinen <usenet@martinen.de>
Date2026-07-04 00:31 +0200
Message-ID<fuplhm-m93.ln1@news.martinen.de>
In reply to#55447
Am 15.06.26 um 22:04 schrieb debianthree:
> Am Sat, 13 Jun 2026 12:38:58 +0000 schrieb Stefan Ram:
> 
>> Heute [2026-06-14] vor 75 Jahren [1951-06-14]:
>>
>> Einweihung des UNIVAC-Rechners des Bundesamt für Statistik der USA.
>>
>>    Der UNIVAC I (Universal Automatic Computer) war der weltweit erste
>>    kommerziell hergestellte elektronische Digitalcomputer.
> 
> Das war zu der Zeit irgendwie wirklich unerhört, daß das überhaupt
> passiert ist. Also, daß 2 Leute da eine Firma gründen um einen Computer
> zu bauen und für "normales Publikum" anzubieten. Ohne den Vorlauf beim
> Eniac Projekt wäre das bestimmt nicht so schnell geschehen.

Konrad Zuse soll seinen Ersten Rechner zuhause am Küchentisch entwickelt 
und gebaut haben. Offenbar allein.

>>    Er wurde von J. Presper Eckert und John Mauchly gebaut und war mit
>>    einem Gewicht von ca. 7,3 Tonnen gewaltig und nutzte zirka 5.000
>>    Elektronenröhren, um rund 1.900 Operationen pro Sekunde auszuführen.
> 
> Ich finde ja auch interessant, daß anscheinend dann niemand wieder
> Rechner mit Postrelais ausprobiert hat. Ja - die sind ein ganzes Stück
> langsamer; dafür ist so ein Relais aber auch kaum kaputt zu bekommen.

Das Relativiert sich ganz schnell wieder aus wenn die Komponenten im 
Längeren Betrieb ihr Schwächen offenbaren. Wenn die Magnet-spule nicht 
durchbrennt (korrekte Dimensionierung der Ansteuerung) dann leiert die 
Mechanik nach etlichen Tausend Schaltspielen irgendwann aus, die Federn 
(die den Anker wieder zurück ziehen und ein "Kleben" der Kontakte 
verhindern sollen) werden irgendwann schwach und das Material der 
Schaltkontakte kann sich ebenfalls verändern oder durch zu häufige 
Funkenbildung entsteht eine Isolierschicht oder ein Klebe-effekt.

Für einen Digitalen Rechner der mit Nullen und Einsen arbeitet ist es 
nicht gut wenn ein Teil plötzlich nur noch Dauernd Nullen oder nur noch 
Einsen liefert.

Bei einer Fernschreib- oder Fernsprech-vermittlung bewirkt so was evtl. 
nur eine Verbindung mit dem Falschen Teilnehmer oder Zeichenfehler die 
im Ausdruck sofort auffallen. Aber bei einem Relais-rechner der 
Prinzipbedingt weder ECC noch andere Fehlerkorrekturen haben dürfte 
rechnet das verdammte Ding evtl. einfach andauernd falsch und keiner 
merkt es.

Ich habe im Beruf genug kaputte Leistungschütze und kleinere Relais 
gesehen. Einige gingen drauf weil sie auf einen Kurzschluß schalteten 
und bei 230/380V 3Ph. ihre Leistungs/Stromgrenze dann locker gerissen 
wurden, andere haben so oft unter funken (Induktive/Kapazitive Last) 
geschaltet das die Kontakte total warzig wurden. Und wenn sie nicht 
aneinander klebten dann haben sie sich thermisch selbst zerstört.

Wer glaubt das würde bei DC oder Kleinspannung nicht passieren der macht 
sich was vor.
>>    Der UNIVAC I war wegweisend, da er sowohl numerische als auch
>>    alphabetische Daten verarbeiten konnte und die traditionellen
>>    Lochkarten durch schnellere Magnetbandspeicher ersetzte.

Es gab dazwischen auch noch Lochstreifen, z.b. für Programme.

> Und: das Eingabesystem hat eine viel überschaubarere Struktur und scheint
> auch nur ein einzelner Tisch zu sein.

Kippschalter um einzelne Bits zu schalten (Eingabe) gab es an vielen 
Maschinen, z.b. auch am IMSAI aus "War Games" und der kam später und ist 
deutlich kleiner.

Ansonsten: Fernschreib-Maschinen waren bereits erfunden und boten sich 
als "Interface" zur Maschine quasi an. Ob da nun ASCII oder das 
Fernschreib-alphabet Nr. 2 benutzt wird ist nur eine Anpassungs-frage.

Es ist ja kein Zufall das Serielle Verbindungen zwischen 5 und 8 Bit 
lange Bitmuster haben (Die SDU zwischen Start- und Stop-Bit)

> Bei dem Eniac sind das noch so Stecktafeln an der Wand - überall im Raum
> verteilt.

So weit ich mich erinnere waren diese Stecktafeln Teile des Programms 
das die Maschine benutzen sollte. Neues Programm=Andere Stecktafel.

Die Enigma im WKII hatte auch ein Steckbrett zur Code-einstellung. Im 
Grunde auch teil des Verschlüsselungs-"Programms" - eben in Hardware.

Bye/
   /Kay

-- 
Posted via Leafnode

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#55748

FromMarcel Mueller <news.5.maazl@spamgourmet.org>
Date2026-07-04 10:42 +0200
Message-ID<112ah1n$429$1@gwaiyur.mb-net.net>
In reply to#55744
Am 04.07.26 um 00:31 schrieb Kay Martinen:
>> Ich finde ja auch interessant, daß anscheinend dann niemand wieder
>> Rechner mit Postrelais ausprobiert hat. Ja - die sind ein ganzes Stück
>> langsamer; dafür ist so ein Relais aber auch kaum kaputt zu bekommen.
> 
> Das Relativiert sich ganz schnell wieder aus wenn die Komponenten im 
> Längeren Betrieb ihr Schwächen offenbaren. Wenn die Magnet-spule nicht 
> durchbrennt (korrekte Dimensionierung der Ansteuerung) dann leiert die 
> Mechanik nach etlichen Tausend Schaltspielen irgendwann aus, die Federn 

Hänge nochmal ein ein paar Nullen dran, aber im Prinzip stimmt das 
schon. Releaiskontakte halten nicht ewig. Postrelais waren aber schon 
eher das obere Ende der Qualitätsskala.

> Bei einer Fernschreib- oder Fernsprech-vermittlung bewirkt so was evtl. 
> nur eine Verbindung mit dem Falschen Teilnehmer oder Zeichenfehler die 
> im Ausdruck sofort auffallen. Aber bei einem Relais-rechner der 
> Prinzipbedingt weder ECC noch andere Fehlerkorrekturen haben dürfte 
> rechnet das verdammte Ding evtl. einfach andauernd falsch und keiner 
> merkt es.

In der Vermittlungsstelle kannst du kaputte Relais auch nicht 
gebrauchen. Die hatten auch kein ECC. ;-)


Marcel

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