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| From | Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> |
|---|---|
| Newsgroups | ger.ct |
| Subject | Re: Apotheken verkauften geschenkte Arzneimittel |
| Date | 2024-01-16 16:41 +0100 |
| Organization | A noiseless patient Spider |
| Message-ID | <uo6840$1gf4j$1@dont-email.me> (permalink) |
| References | <uo2iab$gk7o$1@solani.org> <l0l3hdFne4uU5@mid.individual.net> <uo3sl2$hc9g$1@solani.org> |
Salve allerseits, Ned Kelly schrieb: > Am 15.01.2024 um 17:07 schrieb Walter Brill: > >> Da ist ein Leerzeichen vor "corona". > > Kommt vor beim Umbruch. Danke für den Spiegel Link. Vielleicht liest > ja noch jemand die SZ und zitiert den Artikel? > +--- <hier abknabbern> --- | Als das Coronavirus auch Karl Lauterbach befiel, griff der | Bundesgesundheitsminister von der SPD im vorvergangenen Sommer zu einer | Art Wundermittel: Binnen fünf Tagen schluckte er insgesamt 30 Tabletten | des Medikaments Paxlovid. Die Wirkung sei durchschlagend gewesen, | berichtete Lauterbach hinterher. „Nach 24 Stunden konnte ich sogar schon | wieder arbeiten“, zitierte ihn der Spiegel. | | Inzwischen aber beschäftigt Lauterbachs Wundermittel nach Recherchen von | Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR mehrere Staatsanwaltschaften quer | durch Deutschland. Etliche Apotheken stehen unter Verdacht, sich auf | kriminelle Weise an Paxlovid bereichert zu haben, bei den | Ermittlungsbehörden ist von mutmaßlich illegalen Profiten in | Millionenhöhe die Rede. In Bayern waren Ende vergangenen Jahres 70 | Einsatzkräfte zu einer Razzia ausgerückt, bei den Durchsuchungen wurden | auch größere Mengen Bargeld gefunden. Eine Razzia gab es auch in Berlin. | Die dortige Staatsanwaltschaft filzte sechs Läden mit dem roten | Apotheken-A. | | Das Bundesgesundheitsministerium hatte Paxlovid in großem Stil beschafft | und vielen Apotheken kostenlos überlassen – zur ebenfalls kostenlosen | Weitergabe an Corona-Kranke. Das Präparat soll bei einer bereits | erfolgten Corona-Infektion schwere Krankheitsverläufe verhindern. Eine | Reihe von Apotheken aber soll zahlreiche der Paxlovid-Packungen gar | nicht an Kunden abgegeben, sondern unter der Hand verkauft haben, vor | allem ins Ausland. | | Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete vor einem Jahr, auf dem | Schwarzmarkt in China koste eine Packung mehr als 2000 Euro. Im | vergangenen Jahr hatte das Bundesgesundheitsministerium bei insgesamt 25 | Staatsanwaltschaften Anzeige erstattet. Ermittelt wird deshalb außer in | Bayern und Berlin unter anderem auch in Frankfurt, Hamburg, Köln und | Wuppertal. In Baden-Baden liegt bereits eine erste Anklage vor. | | Eine Million Packungen des teuren Medikaments hatte die Bundesregierung | im Verlauf der Pandemie beim Pharmakonzern Pfizer geordert, zum Preis | äußern sich weder das Ministerium noch der Pharmakonzern, weil man | Vertraulichkeit vereinbart habe. Nach Informationen von SZ, NDR und WDR | kostete eine Packung aber rund 650 Euro – das Ministerium hätte demnach | bis zu 650 Millionen Euro gezahlt. Nun steht der Verdacht im Raum, dass | manche Apotheken das viele Steuergeld nicht für den Kampf gegen die | Folgen der Pandemie nutzten, sondern um damit ein so lukratives wie | verbotenes Geschäft zu machen. | | Laut Ministerium gingen insgesamt 560 000 Packungen Paxlovid an | Apotheken. Dort sprachen allerdings kaum Kranke vor, die das Medikament | haben wollten – obwohl es sie nichts kostete. Maximilian Wilke, | leitender Apotheker bei einem Verbund von vier Apotheken in Berlin, | berichtet von einem schwachen Interesse. In seinem Filialverbund seien | zwischen fünf und 30 Packungen im Jahr die „übliche Abgabemenge“. | | Als das Bundesgesundheitsministerium später Bilanz zog, stellte man im | Hause Lauterbach verwundert fest, dass einzelne Apotheken enorm große | Mengen Paxlovid bestellt hatten. Manche orderten Hunderte, andere sogar | Tausende Packungen. Spitzenreiter soll eine Apotheke in Frankfurt am | Main mit 10 000 Stück sein. Dass eine einzelne Apotheke ihren Kunden | mehr als 1000 Paxlovid-Packungen ausgereicht habe, erscheine ihm | „unrealistisch hoch“, sagt Apotheker Wilke. Dazu muss man wissen, dass | viele Arztpraxen zögern, Paxlovid zu verschreiben. Lauterbachs | Wundermittel soll nicht gemeinsam mit vielen gängigen Medikamenten | eingenommen werden, um Wechselwirkungen zu vermeiden. | | Im Ministerium war und ist man deshalb überzeugt, dass es mancherorts | nicht mit rechten Dingen zugegangen sein könne. Und auch etliche | Staatsanwaltschaften wurden stutzig. Die ersten Ermittlungsergebnisse | nähren nun den Verdacht, dass etwas an der Sache tatsächlich nicht | gestimmt haben kann: Die Staatsanwaltschaft Baden-Baden geht in ihrer | Anklage davon aus, dass die betreffende Apotheke fast 1400 Packungen des | Medikaments ins Ausland verkauft habe. Die Vorwürfe lauten: Veruntreuung | von Steuergeld und unerlaubter Handel. | | Bei den Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg geht es | derweil um andere Paragrafen: Unterschlagung sowie Verstöße gegen das | Arzneimittelgesetz. Denn mit Paxlovid dürfe „nicht Handel getrieben | werden“, teilen die Ermittler auf Anfrage mit. Es bestehe der Verdacht, | dass das Medikament „unter Missachtung“ der Vorgaben des | Bundesgesundheitsministeriums verkauft und dadurch unterschlagen worden | sei. Sollte sich der Vorwurf erhärten, dann könne man bei der ein oder | anderen Apotheke „über Schäden in Millionenhöhe sprechen“, sagt der | Nürnberger Oberstaatsanwalt Matthias Held. | | Die Berliner Staatsanwaltschaft vermutet für ihre Verfahren einen | Gesamtschaden von mehr als drei Millionen Euro. Allein in der Hauptstadt | sollen demnach mehrere Tausend Packungen verschoben worden sein. | Ermittelt wird wegen gewerbsmäßigem Betrug und anderen möglichen Delikten. | | Die Berliner Staatsanwaltschaft vermutet für ihre Verfahren einen | Gesamtschaden von mehr als drei Millionen Euro. Allein in der Hauptstadt | sollen demnach mehrere Tausend Packungen verschoben worden sein. | Ermittelt wird wegen gewerbsmäßigem Betrug und anderen möglichen Delikten. | | In Berlin hat eine Apothekerin deshalb bereits Selbstanzeige erstattet. | Wer mit den Ermittlungsbehörden kooperiert oder gar ein Geständnis | ablegt, darf auf eine geringere Strafe hoffen. In der Hauptstadt ist | deshalb in den kommenden Monaten ebenfalls mit einer Anklage zu rechnen; | oder zumindest mit einem Vermögens-Arrest. Solch ein Arrest bedeutet, | dass die Behörden sich den Betrag sichern, um den der Staat geschädigt | worden sein soll. | | Andere Staatsanwaltschaften sind noch nicht so weit und wollen auch | nicht, dass ihre Ermittlungen bekannt werden. Der Grund: Apotheken unter | Verdacht sollen nicht gewarnt werden, weil sie sonst mögliche Beweise | verschwinden lassen könnten. | | Das Ergebnis der Ermittlungen bleibt freilich abzuwarten, worauf auch | die Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg ausdrücklich hinweist. Im | derzeitigen Verfahrensstadium gilt für alle Beschuldigten die | Unschuldsvermutung. Die Staatsanwaltschaften in Darmstadt und Hannover | etwa haben ihre Verfahren mangels Tatverdacht bereits wieder | eingestellt. In Verden soll das ebenfalls geschehen. | | Ein illegaler Handel lässt sich wohl auch nur schwer nachweisen. Die | Apotheken könnten einfach erklären, sie hätten abgelaufene Packungen | weggeworfen. „In diesen Fällen können wir wenig machen“, sagt ein | Ermittler. „Es gibt keine Vorschrift, dass die Apotheker die | Paxlovid-Packungen besonders entsorgen oder das dokumentieren müssten.“ | Zuletzt etwa wurde bekannt, dass Hunderttausende Packungen Paxlovid | entsorgt werden müssen, weil ihre Haltbarkeit ausläuft. | | Unter dem Gesichtspunkt der Vorsorge könnte die teure Anschaffung des | Medikaments aber dennoch richtig gewesen sein. Und jetzt wird das | Medikament sogar noch teurer: Der Pharmakonzern Pfizer verlangt in | Deutschland ab sofort 1149,19 Euro pro Packung. Zahlen sollen das die | Krankenkassen. | | Dem Nürnberger Oberstaatsanwalt Held kommt das, was da gerade ermittelt | wird, bekannt vor. Das mutmaßlich strafbare Ausnutzen von Corona-Hilfen | sei „kein Einzelfall“, sagt Held. +--- </hier abknabbern> --- ©<https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/wirtschaft/lauterbach-corona-apotheken-razzia-e696191/> M.f.G. -- Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie wird praktisch nie gelesen. Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur etwas komisch... ;-)
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Apotheken verkauften geschenkte Arzneimittel Ned Kelly <ned.kelly@nefkom.net> - 2024-01-15 07:11 +0100
Re: Apotheken verkauften geschenkte Arzneimittel "Wendelin Uez" <wuez@online.de> - 2024-01-15 13:53 +0100
Re: Apotheken verkauften geschenkte Arzneimittel Bonita Montero <Bonita.Montero@gmail.com> - 2024-01-15 14:36 +0100
Re: Apotheken verkauften geschenkte Arzneimittel Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2024-01-15 17:07 +0100
Re: Apotheken verkauften geschenkte Arzneimittel Ned Kelly <ned.kelly@nefkom.net> - 2024-01-15 19:14 +0100
Re: Apotheken verkauften geschenkte Arzneimittel Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2024-01-16 16:41 +0100
Re: Apotheken verkauften geschenkte Arzneimittel Ned Kelly <ned.kelly@nefkom.net> - 2024-01-16 17:16 +0100
Re: Apotheken verkauften geschenkte Arzneimittel Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2024-01-16 17:22 +0100
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