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| From | Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> |
|---|---|
| Newsgroups | ger.ct |
| Subject | Re: Wärmstes Jahr |
| Date | 2023-11-16 19:01 +0100 |
| Organization | A noiseless patient Spider |
| Message-ID | <uj5le9$2c98u$1@dont-email.me> (permalink) |
| References | (8 earlier) <uj2sbi$1qdnk$2@dont-email.me> <uj2trd$1qr01$1@dont-email.me> <5t6554fe4ai24b16dn3e8%sfroehli@Froehlich.Priv.at> <uj3069$1r64h$2@dont-email.me> <7t65552ee5i251637n3e8%sfroehli@Froehlich.Priv.at> |
Salve allerseits, Stefan Froehlich schrieb: > On Wed, 15 Nov 2023 18:46:55 Goetz Schultz wrote: >> >>> mir will noch immer nicht ganz in den Kopf, wie man das als heute >>> 20-jährige überhaupt wird, aber offenbar geht es), macht das ihre >>> Ausführungen zum Klimakollaps nicht unrichtig. >> >> Du wirst erstaunt sein wie viele radikalisiert werden in der >> Altersgruppe. > > Zum Antisemitismus? Heutzutage? *Warum*? > +--- <hier abknabbern> --- | *SPIEGEL*: Herr Gross, das Deutsche Historische Museum soll eine | neue Institution aufbauen: ein Dokumentationszentrum zum Zweiten | Weltkrieg. Es soll daran erinnern, mit welchem Vernichtungswillen die | Deutschen über Europa hergefallen sind und welche Gewaltexzesse sie | zu verantworten haben. Kommt das nicht reichlich spät? | | *Gross*: Zunächst muss man festhalten: Das ist ein Projekt, welches vom | Deutschen Bundestag ausgeht. Die Frage, ob etwas zu früh, zu spät | oder doch rechtzeitig kommt, kann man der historischen Forschung | immer stellen. Ich finde vor allem wichtig, dass es kommt, und ich weiß, | dass nicht jeder so denkt. Es gab auch Widerstände. | | *SPIEGEL*: Welcher Art? | | *Gross*: Gedenkstätten empfanden das Projekt als Konkurrenz. Manch | einer meint, die bestehende Gedenkstättenlandschaft reiche doch. Als | wir an dem Konzept arbeiteten, wurde aber immer deutlicher, wie | wichtig das ist: die genaue Aufarbeitung dessen, was außerhalb von | Deutschland, nämlich im besetzten Europa, zwischen 1939 und 1945 | passiert ist. | | *SPIEGEL*: Sie meinen, gerade heute? | | *Gross*: Die Deutschen haben wirklich sehr viele Formen von | Verbrechen, von Gewalt ausgeübt. In den damals besetzten Ländern ist | das enorm präsent. Und es wäre wichtig, dass man dort sieht: | Deutschland ignoriert diese Geschichte nicht länger. Für einen starken | Zusammenhalt in Europa, den wir mehr denn je brauchen, ist das | geradezu eine Voraussetzung. Übrigens ist es auch wichtig für die neue | Bedeutung Deutschlands, auch als militärische Macht. | | *SPIEGEL*: Warum das? | | *Gross*: Wenn Deutschland eine stärkere Rolle in Europa spielen will, | muss es signalisieren: Wir wissen, was dieses Land zwischen 1939 und | 1945 angerichtet hat. | | *SPIEGEL*: Das letzte große erinnerungspolitische Projekt der | Bundesrepublik war das Dokumentationszentrum zu Flucht, Vertreibung, | Versöhnung. Das handelt aber eher von den Traumata der Deutschen als von | denen der Menschen in den besetzten Ländern. Was sagt das über die | Deutschen aus? | | *Gross*: Die von Ihnen erwähnte »Stiftung Flucht, Vertreibung, | Versöhnung« ist formal eine Unterstiftung von uns. Sie beschäftigt sich | mit den Deutschen als Opfern von Vertreibungen in Folge des Zweiten | Weltkriegs. | | *SPIEGEL*: Und bezeichnenderweise war diese Stiftung, die sich | schwerpunktmäßig mit den Deutschen beschäftigt, zuerst da. | | *Gross*: Das stimmt. Natürlich stellt sich die Frage nach der | Vorgeschichte der Vertreibung: Die neue Einrichtung wird sehr konkret | über die Verbrechen informieren, die bis 1945 von Deutschen | ausgehend in Europa stattgefunden haben. | | *SPIEGEL*: Warum ist es so wichtig, auf konkrete Ereignisse zu sprechen | zu kommen? | | *Gross*: Weil diese konkreten Ereignisse vielfach gar nicht bekannt sind. | »Nie wieder« kann man nur sagen, wenn man Kenntnis davon hat, was | tatsächlich war. Nur die Fokussierung auf das Gewesene gibt uns eine | Grundlage, im Sinne historischer Urteilskraft ein Nachdenken | entwickeln zu können. Wer weiß zum Beispiel, dass in Polen oder dem | ukrainischen Teil der Sowjetunion Tausende Patienten in | psychiatrischen Kliniken ermordet wurden? Wer in Deutschland kennt | die Geschichte des Kinderheims im belarussischen Damatschawa, | südlich von Brest, an der heutigen Grenze zu Polen. Hier ermordeten | deutsche Einheiten am 20. September 1942 im jüdischen Ghetto | tausend Menschen, überwiegend Alte, Frauen und Kinder. Wenige Tage | später wurden aus dem Kinderheim von Damatschawa 54 belarussische, | polnische und ukrainische Kinder von Beamten der Sicherheitspolizei | abgeholt und im nahe liegenden Wald erschossen. Das Heim war für | volksdeutsche Kinder vorgesehen. Wer weiß von dem Überfall 1944 auf ein | jüdisches Waisenhaus in der Nähe von Lyon? In diesen Ländern spielen | genau diese konkreten Taten noch heute eine große Rolle, und die | Menschen erinnern sich an sie. | | *SPIEGEL*: Auch in einer für viele einfach nur malerischen Stadt wie | Venedig findet man, wenn man genauer hinschaut, lauter Denkmäler, | die an die erschossenen Partisanen erinnern, an jene, die zur | Zwangsarbeit weggeschafft wurden. | | *Gross*: Es gibt ungezählte Beispiele. Da sind die Verbrechen an Sinti | und Roma oder – auch das sollten wir heute nicht vergessen – die fast | drei Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen, die die Wehrmacht vor | allem hat verhungern lassen. In den Herkunftsländern der Opfer sind | mit diesen Erinnerungen Gefühle verbunden, die immer noch abrufbar | sind und Einfluss auf die europäische Politik haben. | | *SPIEGEL*: Inwiefern? | | *Gross*: Während der griechischen Staatsschuldenkrise ab 2009 war die | Wut auf die EU groß, auch wegen des großen Einflusses Deutschlands. | Man hat die Maßnahmen der EU beinahe als Fortsetzung der einstigen | deutschen Besatzungspolitik verstanden. Sogar der Brexit lässt sich | nicht ohne die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg erklären. | Großbritannien war zwar nicht besetzt, aber die Bombardierung durch | Deutschland war fürchterlich, und noch heute kann man Schäden dieser | Zeit selbst im Zentrum von London sehen, wenn man sie nicht | ausblendet. Die Forderung, aus der EU auszuscheren, wurde auch mit | antideutschem Populismus befördert. Mir geht es aber beim Thema | Gewalt noch um etwas anderes, was für die Gegenwart gleichfalls von | großer Bedeutung ist. | | *SPIEGEL*: Um was? | | *Gross*: Wir müssen bei Verbrechen grundsätzlich genauer hinschauen, | müssen verschiedene Formen von Gewalt genau unterscheiden und | unterschiedliche Begriffe dafür finden. Die Sprache verstehen, die ein | Verbrechen ausdrückt. Das sage ich auch vor dem Hintergrund des | Massakers vom 7. Oktober in Israel. | | *SPIEGEL*: Können Sie den Zusammenhang erklären? | | *Gross*: Zwischen 1939 und 1945 übten Deutsche auf viele Weisen | Gewalt ausgeübt, die Vernichtung durch Arbeit, die Vernichtung in den | Gaskammern, das Erschießen von Juden am Rande osteuropäischer | Städte, Euthanasie, medizinische Experimente an sogenannten rassisch | Minderwertigen, viele weitere Verbrechensformen. Aber Gewalt ist | nicht gleich Gewalt. Die Form der Gewalt hatte jeweils mit bestimmten | ideologischen Einstellungen der Täter zu tun: Wer wird wie behandelt? | Das wussten die verschiedenen Opfergruppen sehr genau. | | *SPIEGEL*: Was folgt daraus. Und was heißt das für die Situation im | Nahen Osten? | | *Gross*: Das Massaker vom 7. Oktober wurde etwa mit dem Jom-Kippur- | Krieg von 1973 verglichen. Aber das war ein Krieg der Armeen, er | begann als militärischer Überraschungscoup der arabischen Nachbarn | Israels. Im Vergleich dazu waren wir am 7. Oktober 2023 mit einer | anderen Dimension konfrontiert, einer neuen Perversion von Gewalt. | Manche setzen dieses Massaker auch mit dem im ukrainischen Butscha | gleich, aber das ist nicht richtig. | | *SPIEGEL*: Warum? | | *Gross*: Russland hat eine Armee losgeschickt, die Unschuldige | massakriert und nachher sagt, wir waren das nicht, so etwas würden wir | nicht tun. Butscha war also die Schreckenstat eines verbrecherischen | Lügners. Wenn jemand dagegen sogar filmt, wie er Babys tötet und | deren Eltern und Großeltern die Bilder davon über soziale Medien | zuschickt, weltweit verbreitet und wenn sich die Anhängerschaft dieser | Leute darüber freut, dann ist das doch noch etwas anderes. Und auch | die mit dieser Form der genozidalen Gewalt einhergehenden Botschaft: | Wir, die Hamas, werden so mit euch verfahren, wenn wir es können und | die Macht dazu haben. | | *SPIEGEL*: Inwiefern hilft diese Unterscheidung? | | *Gross*: Vielleicht schauen wir uns an, was gerade passiert: Statt die | neue Dimension der Gewalt gegen Bürgerinnen und Bürger Israels zu | begreifen, wird der Fokus verschoben. Statt etwa zu überlegen, ob in | den Kibbutzim und Moshavim ein antisemitischer Genozid versucht | worden ist, wird sofort auf einen angeblich einzig relevanten »Kontext« | verwiesen: Israel als angeblich kolonialer Apartheidstaat. | | *SPIEGEL*: Mit welcher Wirkung? | | *Gross*: Es ist offensichtlich, dass hier mit Gefühlen der oft | berechtigten Empörung und Entrüstung über koloniale Verbrechen von | Ländern wie England, Frankreich, Holland, Belgien, Deutschland, Spanien | und anderen argumentiert und ausgerechnet damit Antisemitismus weltweit | befeuert wird. Man kann auch davon sprechen, dass hier eine | antikoloniale Tradition missbraucht wird, um Antisemitismus zu | schüren. Das steht in einer Verbindung mit dem Versuch, die NS-Zeit als | Kolonialverbrechen zu verstehen. Eine immer stärker verbreitete | Theorieentwicklung führt dazu, dass die Unterscheidungen zwischen | Rassismus und Antisemitismus, zwischen Genozid und Massaker, | zwischen Krieg und Terror verwischt werden. | | *SPIEGEL*: Ist nicht ein Bestreben vieler Wissenschaftler, endlich | anzuerkennen, wie ungeheuerlich die Verbrechen des Kolonialismus | waren? | | *Gross*: Ich teile die Empörung über den Kolonialismus, sie ist | angemessen, die Aufarbeitung wichtig. Aber man darf die Kategorien | nicht immer weiter abschleifen, bis keine Unterscheidungen mehr | möglich sind und nur noch Allgemeinplätze übrig bleiben. Am Schluss | bringt man dann alles nur noch auf den Nenner: Ja, das war auch nicht | gut. Das ist eine Form der Relativierung. Manche gehen ja noch weiter | und sagen, wir brauchen eine Welterinnerung, müssen alles gleich | erinnern. Ich würde sagen, das führt zu einer Weltvergessenheit. Ich | bereite gerade eine Ausstellung zu Nationalsozialismus und | Kolonialismus vor, weil es wichtig ist, sich dem Konkreten auszusetzen | und zu vergleichen. Natürlich müssen wir uns mit Kolonialverbrechen | beschäftigen. Aber man muss verstehen, dass sie nicht identisch sind mit | den Verbrechen des Nationalsozialismus. | | *SPIEGEL*: Die Deutschen haben eine für sie gut auszuhaltende | Beziehung zu ihrer Vergangenheit entwickelt. Vielen erschien | Bewältigung der Naziverbrechen erfolgreich abgeschlossen. Bekommt | die Historie seit einiger Zeit wieder eine erschreckende | Gegenwärtigkeit? | | *Gross*: Es gibt eine neue Abwehr gegen die Erinnerung an den | Holocaust, die immer stärker wird: Vielleicht die wirksamste | antisemitische Äußerung auf der Documenta 15 war das Plakatieren | einer Parole, die heute auf den Berliner Straßen gerufen wird: »Free | Palestine from german guilt«, also befreit Palästina von der deutschen | Schuld. Das ist vielleicht der perfideste Angriff auf die mühsam und | gegen viele Widerstände erkämpfte Auseinandersetzung Deutschlands | mit dem Holocaust. Sie verbinden sich mit merkwürdigen | Konstellationen, wie diejenige von Hubert Aiwanger, der ausgerechnet | heute vor zugewandertem Antisemitismus warnt. Das sind Versuche, | die deutsche Vergangenheit insgesamt zu entsorgen. Dazu gehört auch, | wie wenig über Antisemitismus nachgedacht wird und wenn, in welchen | Klischees. | | *SPIEGEL*: Haben Sie eine Antwort? | | *Gross*: Keine umfassende. Mir fällt auf, dass in vielen Statements zum 7. | Oktober der Begriff Antisemitismus nicht auftaucht. Die Täter sind aber | herumgelaufen und haben nach Juden geschrien, die sie umbringen | wollten, nicht nach Israelis. Dieser Antisemitismus wird in einem | gewissen gesellschaftlichen Spektrum, bei vielen Unterstützern der | Palästinenser, einfach ausgeblendet. Das ist auch daher relevant, da der | blutige Antisemitismus der Hamas in einem Zusammenhang zum | Antisemitismus steht, der erst die historische Notwendigkeit der | Gründung des Staates Israel bedingt hat. | | *SPIEGEL*: Viele Kulturschaffende auf der ganzen Welt schwiegen lange | zu dem Massaker in Israel. | | *Gross*: Ich finde es paradox, wenn Menschen, die gerne viel reden, | angeblich keine Worte finden. | | *SPIEGEL*: Und doch gibt es eben auch die von Israel ausgehende | Gegengewalt, die Zahlen der Opfer im Gazastreifen ist groß. | | *Gross*: Wer solche Horrortaten begeht wie die Hamas in Israel, rechnet | nicht damit, am Ende zu einem Frieden zu kommen, sondern er rechnet | damit, dass jemand in der Sprache der Gewalt antwortet. Diese | Massaker waren möglich, weil die Hamas von Iran und der Hisbollah | ausgerüstet wird. Iran ist eines der reaktionärsten Regime der | Gegenwart. Es ist mir unverständlich, wie Linke das übersehen und | dazu schweigen können. Und es ist erschreckend, wie wenig die | kriegerische Gewalt, die viele Palästinenser erleiden, dazu führt, dass | weltweit auf propalästinensischen Demonstrationen auch die Hamas für | diese Opfer verurteilt wird. | | *SPIEGEL*: Sie machen klar, dass die Gewalt der Hamas deren | Antisemitismus aufzeigt. Ist damit automatisch der schweigende Teil der | Linken antisemitisch? Und wenn ja, wie kann es dann sein, dass sich da | auch jüdische Intellektuelle einreihen? | | *Gross*: Die israelische Historikerin Shulamit Volkov hat einmal den | Begriff des »Antisemitismus als kultureller Code« geprägt. Um 1900 | wurde es ihr zufolge zu einem Distinktionsmerkmal eher konservativer | Kreise, antisemitisch zu sein. So finden sich etwa selbst bei einem | jüdischen Politiker wie Walther Rathenau, der 1922 bei einem Attentat | ermordet wurde, Aussagen, die man als antisemitisch bezeichnen kann. | Heute findet man das auch auf linker Seite. Unter den Aufrufen, in | denen die Taten der Hamas keine Erwähnung finden, stehen auch | Namen jüdischer Intellektueller. Vielleicht wollen sie weiter | dazugehören, nicht aus dem Netzwerk fallen. Sie würden mir sicher | widersprechen und erklären, dass sie doch nur gegen Israel und | selbstverständlich nicht antisemitisch agierten. Tatsache ist aber, dass | die Hamas Juden weltweit angreift. | | *SPIEGEL*: Könnte man nicht einfach sagen, das sind nur Aufrufe, nur | Worte, man muss das nicht so ernst nehmen? | | *Gross*: Diese Statements sind echte Brandbeschleuniger für das, was | weit weg vom Nahen Osten geschieht, auf Straßen in Europa, selbst in | Australien, wo in Sydney 15.000 Menschen auf die Straße gegangen | sind. Denken Sie an die 90.000, die in London demonstriert haben, | oder an die Messerattacke auf eine Frau in Lyon vor ein paar Tagen. | | *SPIEGEL*: Auch in Deutschland erstarkt der Antisemitismus seit Jahren | wieder, schon seit Jahren. Ist das nicht ein Hinweis darauf, dass die | Aufarbeitung nicht funktioniert hat? Wo haben Museen und | Gedenkstätten versagt? | | *Gross*: Haben sie das? Man muss zuallererst mal anerkennen, was die | Gedenkstätten geleistet haben – gegenüber einer Gesellschaft, die nichts | wissen wollte. In der Nähe meiner Wohnung ist eine Schule, auf deren | Grundstück früher eine Synagoge stand. Diese Synagoge wurde in der | Pogromnacht 1938 angegriffen und im Krieg von einer Bombe | getroffen, aber abgerissen wurde sie erst in den Fünfzigerjahren – weil | sie ihre »Funktion verloren hatte«. Es bricht mir jedes Mal das Herz, | wenn ich an dem kleinen Denkmal vor der Schule vorbeikomme. In den | Fünfzigerjahren war es normal, dass Synagogen abgerissen wurden, | weil sie niemand mehr brauchte. Heute wäre das undenkbar. Es gibt ein | anderes Bewusstsein, zumindest in großen Teilen der Gesellschaft. | | *SPIEGEL*: Wie ordnen Sie es als Historiker ein, dass der | Antisemitismus jetzt wieder sichtbarer wird? | | *Gross*: Der Antisemitismus verändert sich ständig und nimmt | verschiedene Formen an, er ist auch deshalb schwer zu bekämpfen. Es | klingt vielleicht seltsam, aber meiner Meinung nach halten sich | Antisemiten für die moralisch überlegenen Menschen, so war es auch ab | 1933: Die Juden bekämpft man ja, weil man gut ist und sie nicht gut | sind. Weil sie hinterhältig sind und man das von sich selbst nicht glaubt. | Weil sie – angeblich – die Welt kontrollieren und man selbst nur den | Frieden will; aber weil sie die Welt kontrollieren, muss man dann doch | die Welt erobern. Wenn wir zurückblicken auf die Nachkriegszeit, | müssen wir aber auch zwischen West- und Ostdeutschland | unterscheiden. In der DDR gab es einen deutlich stärkeren Ausschluss | der ehemaligen nationalsozialistischen Eliten. Gleichzeitig waren die | politisch Verfolgten unter den Opfern des Faschismus eine höhere | Opferkategorie als jüdische Verfolgte. | | *SPIEGEL*: Und in Westdeutschland? | | *Gross*: In der Bundesrepublik hat dieselbe Elite, die den NS-Staat mit | aufgebaut hat, auch die Demokratie mit aufgebaut. Dieselben Leute, | zwei Staatsgründungen. Es lagen ja auch nur zwölf Jahre dazwischen. +--- </hier abknabbern> --- ©<https://www.spiegel.de/kultur/antisemitismus-es-gibt-eine-neue-abwehr-gegen-die-erinnerung-an-den-holocaust-a-7956f745-fe48-4e7e-8205-0683ddd1514c> M.f.G. -- Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie wird praktisch nie gelesen. Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur etwas komisch... ;-)
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Re: Wärmstes Jahr Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2023-11-10 18:12 +0100
Re: Wärmstes Jahr "DER GELAeUTERTE" <dergelaeuterte@web.de> - 2023-11-10 18:48 +0100
Re: Wärmstes Jahr klaus reile <klaus.reile@no-more-mail-to.zr> - 2023-11-10 20:09 +0100
Re: Wärmstes Jahr Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2023-11-10 23:39 +0100
Re: Wärmstes Jahr Gunter Kühne <kuehne-g@freenet.de> - 2023-11-11 08:23 +0100
Re: Wärmstes Jahr klaus reile <klaus.reile@no-more-mail-to.zr> - 2023-11-11 09:40 +0100
Re: Wärmstes Jahr Friedrich Karl Siebert <f.k.siebert@online.de> - 2023-11-11 10:05 +0100
Re: Wärmstes Jahr "DER GELAeUTERTE" <dergelaeuterte@web.de> - 2023-11-11 23:37 +0100
Re: Wärmstes Jahr Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2023-11-11 10:09 +0100
Re: Wärmstes Jahr Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2023-11-11 10:23 +0100
Re: Wärmstes Jahr Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2023-11-11 10:39 +0100
Re: Wärmstes Jahr klaus reile <klaus.reile@no-more-mail-to.zr> - 2023-11-11 10:32 +0100
Re: Wärmstes Jahr Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2023-11-11 10:40 +0100
Re: Wärmstes Jahr klaus reile <klaus.reile@no-more-mail-to.zr> - 2023-11-11 11:59 +0100
Re: Wärmstes Jahr Goetz Schultz <ng.expire1225@goetz.co.uk> - 2023-11-11 11:09 +0000
Re: Wärmstes Jahr Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2023-11-11 12:29 +0100
Re: Wärmstes Jahr Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2023-11-11 03:32 -0800
Re: Wärmstes Jahr Gunter Kühne <kuehne-g@freenet.de> - 2023-11-11 13:52 +0100
Re: Wärmstes Jahr Peter McD <peter.posts@gmx.net> - 2023-11-11 19:50 +0100
Re: Wärmstes Jahr gunter-kuehne <gunter-kuehne@mail.de> - 2023-11-12 15:47 +0100
Re: Wärmstes Jahr Peter McD <peter.posts@gmx.net> - 2023-11-12 20:04 +0100
Re: Wärmstes Jahr Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2023-11-13 09:13 +0100
Re: Wärmstes Jahr Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2023-11-14 19:41 +0100
Re: Wärmstes Jahr Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2023-11-15 17:26 +0100
Re: Wärmstes Jahr Hans <enosta@chello.at> - 2023-11-15 17:57 +0100
Re: Wärmstes Jahr Wolfgang Kynast <wky@gmx.de> - 2023-11-15 18:28 +0100
Re: Wärmstes Jahr Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2023-11-15 19:45 +0100
Re: Wärmstes Jahr Gunter Kühne <kuehne-g@freenet.de> - 2023-11-13 13:28 +0100
Re: Wärmstes Jahr Peter Veith <veith@snafu.de> - 2023-11-13 05:57 -0800
Re: Wärmstes Jahr Peter McD <peter.posts@gmx.net> - 2023-11-13 17:56 +0100
Re: Wärmstes Jahr Peter Veith <veith@snafu.de> - 2023-11-13 23:07 -0800
Re: Wärmstes Jahr Peter McD <peter.posts@gmx.net> - 2023-11-14 11:23 +0100
Re: Wärmstes Jahr Peter Veith <veith@snafu.de> - 2023-11-14 04:02 -0800
Re: Wärmstes Jahr Peter McD <peter.posts@gmx.net> - 2023-11-14 15:01 +0100
Re: Wärmstes Jahr Gunter Kühne <kuehne-g@freenet.de> - 2023-11-14 17:10 +0100
Re: Wärmstes Jahr Peter McD <peter.posts@gmx.net> - 2023-11-14 20:11 +0100
Re: Wärmstes Jahr Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2023-11-15 06:13 +0100
Re: Wärmstes Jahr Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2023-11-15 00:26 -0800
Re: Wärmstes Jahr Peter McD <peter.posts@gmx.net> - 2023-11-15 11:23 +0100
Re: Wärmstes Jahr Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2023-11-15 17:41 +0100
Re: Wärmstes Jahr Hans <enosta@chello.at> - 2023-11-15 18:01 +0100
Re: Wärmstes Jahr Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2023-11-15 18:06 +0100
Re: Wärmstes Jahr Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2023-11-15 17:23 +0000
Re: Wärmstes Jahr Hans <enosta@chello.at> - 2023-11-15 18:27 +0100
Re: Wärmstes Jahr Goetz Schultz <ng.expire1225@goetz.co.uk> - 2023-11-15 17:48 +0000
Re: Wärmstes Jahr Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2023-11-15 19:55 +0100
Re: Wärmstes Jahr Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2023-11-15 20:45 +0000
Re: Wärmstes Jahr Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2023-11-15 18:30 +0100
Re: Wärmstes Jahr Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2023-11-15 18:59 +0100
Re: Wärmstes Jahr Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2023-11-15 20:48 +0000
Re: Wärmstes Jahr Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2023-11-15 22:06 +0100
Re: Wärmstes Jahr Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2023-11-15 22:51 +0000
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Re: Wärmstes Jahr Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2023-11-16 13:58 +0000
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Re: Wärmstes Jahr Diedrich Ehlerding <diedrich.ehlerding@t-online.de> - 2023-11-16 18:30 +0100
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Re: Wärmstes Jahr Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2023-11-16 07:34 +0100
Re: Wärmstes Jahr Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2023-11-16 12:09 +0100
Re: Wärmstes Jahr Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2023-11-16 12:41 +0100
Re: Wärmstes Jahr Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2023-11-16 16:59 +0100
Re: Wärmstes Jahr Matthias Eißing <meissing@gmx.de> - 2023-11-16 13:15 +0100
Re: Wärmstes Jahr Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2023-11-16 04:43 -0800
Re: Wärmstes Jahr Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2023-11-16 17:00 +0100
Re: Wärmstes Jahr Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2023-11-16 20:22 +0100
Re: Wärmstes Jahr Rick Szabo <rickszabo@web.de> - 2023-11-16 15:28 +0000
Re: Wärmstes Jahr Dietz Proepper <dietz.usenet@rotfl.franken.de> - 2023-11-16 08:40 +0100
Re: Wärmstes Jahr Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2023-11-16 18:44 +0100
Re: Wärmstes Jahr Gunter Kühne <kuehne-g@freenet.de> - 2023-11-16 18:59 +0100
Re: Wärmstes Jahr Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2023-11-16 18:42 +0100
Re: Wärmstes Jahr Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2023-11-15 18:45 +0100
Re: Wärmstes Jahr Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2023-11-15 20:49 +0000
Re: Wärmstes Jahr Dietz Proepper <dietz.usenet@rotfl.franken.de> - 2023-11-16 08:42 +0100
Re: Wärmstes Jahr Goetz Schultz <ng.expire1225@goetz.co.uk> - 2023-11-15 17:46 +0000
Re: Wärmstes Jahr Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2023-11-15 20:50 +0000
Re: Wärmstes Jahr Goetz Schultz <ng.expire1225@goetz.co.uk> - 2023-11-15 21:08 +0000
Re: Wärmstes Jahr Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2023-11-15 23:58 +0100
Re: Wärmstes Jahr Goetz Schultz <ng.expire1225@goetz.co.uk> - 2023-11-16 08:59 +0000
Re: Wärmstes Jahr Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2023-11-16 10:55 +0100
Re: Wärmstes Jahr Goetz Schultz <ng.expire1225@goetz.co.uk> - 2023-11-16 10:48 +0000
Re: Wärmstes Jahr Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2023-11-16 12:31 +0100
Re: Wärmstes Jahr Goetz Schultz <ng.expire1225@goetz.co.uk> - 2023-11-16 12:49 +0000
Re: Wärmstes Jahr Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2023-11-16 14:25 +0100
Re: Wärmstes Jahr Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2023-11-16 19:02 +0100
Re: Wärmstes Jahr Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2023-11-16 14:07 +0000
Re: Wärmstes Jahr Peter Veith <veith@snafu.de> - 2023-11-16 03:03 -0800
Re: Wärmstes Jahr Peter Veith <veith@snafu.de> - 2023-11-16 03:11 -0800
Re: Wärmstes Jahr Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2023-11-16 19:01 +0100
Re: Wärmstes Jahr Heinz Brückner <Ha-He-Brueck@t-online.de> - 2023-11-19 13:54 +0100
Re: Wärmstes Jahr Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2023-11-15 18:13 +0100
Re: Wärmstes Jahr Goetz Schultz <ng.expire1225@goetz.co.uk> - 2023-11-15 17:45 +0000
Re: Wärmstes Jahr Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2023-11-15 18:53 +0100
Re: Wärmstes Jahr Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2023-11-15 20:52 +0000
Re: Wärmstes Jahr Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2023-11-15 22:03 +0100
Re: Wärmstes Jahr Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2023-11-15 22:53 +0000
Re: Wärmstes Jahr Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2023-11-16 00:04 +0100
Re: Wärmstes Jahr Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2023-11-16 14:11 +0000
Re: Wärmstes Jahr Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2023-11-16 16:20 +0100
Re: Wärmstes Jahr Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2023-11-17 11:03 +0000
Re: Wärmstes Jahr Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2023-11-16 19:21 +0100
Re: Wärmstes Jahr Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2023-11-16 19:10 +0100
Re: Wärmstes Jahr Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2023-11-16 01:02 -0800
Re: Wärmstes Jahr Goetz Schultz <ng.expire1225@goetz.co.uk> - 2023-11-16 09:29 +0000
Re: Wärmstes Jahr Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2023-11-16 03:18 -0800
Re: Wärmstes Jahr Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2023-11-14 19:44 +0100
Re: Wärmstes Jahr Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2023-11-15 18:18 +0100
Ich war früher mal das "Wärmste Jahr" Walter Brill <WalterBrill@t-online.de> - 2023-11-16 19:29 +0100
Re: Wärmstes Jahr Peter Veith <veith@snafu.de> - 2023-11-11 10:45 +0100
Re: Wärmstes Jahr Ruediger Lahl <ruediger.lahl@gmx.de> - 2023-11-12 12:01 +0100
Re: Wärmstes Jahr Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2023-11-12 12:29 +0100
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