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| From | Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> |
|---|---|
| Newsgroups | ger.ct |
| Subject | Re: Dorf abgehaengt |
| Date | 2023-11-14 18:10 +0100 |
| Organization | A noiseless patient Spider |
| Message-ID | <uj09n1$1agej$1@dont-email.me> (permalink) |
| References | (3 earlier) <luvuki126041dpj6ol9d39cd53sare7ubn@4ax.com> <uiqa9p$2d2s$1@dont-email.me> <j7g1li946buf3s2emk952ospm1du15bsik@4ax.com> <uiu8tl$tma1$1@dont-email.me> <1t65534a5ai20e1cdn3e8%sfroehli@Froehlich.Priv.at> |
Salve allerseits, Stefan Froehlich schrieb: > On Mon, 13 Nov 2023 23:18:53 Wendelin Uez wrote: > >> Marktwirtschaft bedeutet halt nicht zwangsläufig auch billiger >> durch Konkurrenz, sondern ggfs. auch unbezahlbar wegen Abstinenz, >> wenn sich was nicht lohnt. > > Marktwirtschaft bedeutet im Grund genommen doch nur, dass die > von Eigeninteressen der Entscheider getriebene, mögliche > Misswirtschaft ersetzt wird durch eine von Eigeninteressen > getriebene, über den Wettbewerb garantierte Profitmaximierung der > Marktteilnehmer. Es wird also nicht besser, aber man macht > gewissermaßen den Weg zum Ziel und freut sich darüber. > +--- <hier abknabbern> --- | Fangen wir für einmal am Ende an, kurz vor der Kasse: Ist Ihnen | aufgefallen, wie oft dort Duftkerzen stehen? Ob in Möbelhäusern, | Luxusboutiquen oder Kleiderläden – überall warten in Glas oder Plastik | gegossene Portionen Wachs darauf, just vor dem Bezahlen von Ihnen | gesehen zu werden. | | Duftkerzen sind der Inbegriff eines hedonistischen Guts, überflüssig, | noch bevor sie sich verflüssigen. Niemand muss seine Wohnung | parfümieren, trotzdem hat die Menschheit 2022 mehr als 10 Milliarden | Dollar dafür ausgegeben. Modefirmen wie H & M und Zara unterhalten | Wohnabteilungen, in denen Raumdüfte einen Grossteil der Fläche | einnehmen. Warenhäuser widmen den Duftkerzen, Sprays und Zerstäubern | halbe Geschosse, Dutzende von Start-ups drängen online in den Markt. Und | in Zukunft wird noch viel mehr Geld in Rauch aufgehen oder sich in Luft | auflösen. Bis 2030 werde sich der jährliche Umsatz des Heimduftmarkts | auf 20 Milliarden Dollar verdoppeln, sagt die Marktforschungsfirma Grand | View Research voraus. | | Warum geben wir solche Summen aus für etwas, das wir nicht brauchen? Die | Antwort lieferte der britische Ökonomieprofessor John O’Shaughnessy | bereits vor vier Jahrzehnten: «Kaufen ist ein zielgerichtetes Handeln, | dem unausgesprochen der Glaube zugrunde liegt, das Leben sei mit dem | Kauf schöner als ohne.» Das ist das Grundprinzip unseres Konsums. | | Wahrscheinlich haben Sie beim Betreten des Ladens keine Sekunde gedacht, | eine Duftkerze würde ihr Leben verschönern. Aber jetzt vor der Kasse | könnten der Anblick und Duft ein Begehren wecken, von dem Sie nicht | wussten, dass es in Ihnen schlummert. Gerüche lösen Erinnerungen und | Gefühle aus, dagegen können Sie sich nicht wehren. Jede Duftkerze ist | ein Versprechen: Wäre es nicht wundervoll, mit Ikeas «Hedersam» 40 | Brennstunden lang in der frisch gemähten Wiese Ihrer Kindheit zu liegen? | Täte es nicht gut, dank Diors «Jardin d’orangers» durch einen | mediterranen Orangenhain zu spazieren? Würde mit «Sundried Linen» von | H & M nicht auch die stickigste Wohnung duften, als hätte Grossmutter | gerade ihre Leintücher von der Wäscheleine geholt? | | Für eine Kaufentscheidung brauche es ein inneres Motiv und einen | äusseren Anreiz, sagt Georg Felser. «Und je schwächer das Motiv ist, | desto stärker muss der Reiz sein.» Felser untersucht als | Konsumpsychologe an der deutschen Fachhochschule Harz das Innenleben von | Kunden; mit «Werbe- und Konsumentenpsychologie» hat er ein Standardwerk | geschrieben. Er erklärt das Prinzip gern am Beispiel des Motivs | «Hunger». Knurrt der Magen, kann uns selbst der schwache Anreiz eines | trockenen Brötchens zum Kauf verleiten. Verspüren wir nur den Hauch | eines Hüngerchens, müsste schon ein Stück Schwarzwäldertorte vor uns | liegen. | | Nun ist Hunger ein mächtiges Motiv, ein biologisches Bedürfnis wie | Schlaf oder Sexualität. Der Drang nach einer Duftkerze hingegen ist uns | nicht angeboren, sondern erlernt. Solch psychogene Motive bricht man in | der Psychologie oft auf «die grossen Drei» herunter, auf die sich alles | menschliche Streben zurückführen lässt: den Drang nach Leistung, nach | Macht und nach Zugehörigkeit. Wir wollen etwas erreichen, Einfluss | gewinnen und uns mit anderen verbunden fühlen. Im Marketing hat sich | eine etwas andere Einteilung verbreitet: Stimulanz, Dominanz und | Balance. Wir kaufen, weil wir Neues erleben wollen, uns überlegen fühlen | möchten oder nach Geborgenheit und Sicherheit streben. | | Wie ausgeprägt diese Motive sind, unterscheidet sich von Person zu | Person, aber auch von Moment zu Moment. Und der gleiche Anreiz kann | unterschiedliche Bedürfnisse ansprechen. Zum Beispiel Stimulanz, wenn | Sie daran denken, die Kerze in erotischen Stunden anzuzünden; oder | Balance, wenn Sie sich vorstellen, wie die Kerze beim Entspannen hilft. | | Doch bevor Sie die Duftkerze kaufen, müssen Sie noch den Verstand | überlisten und sich gute Gründe zurechtlegen. Eine beduftete Wohnung | könne ja tatsächlich einen Nutzen haben, sagt Felser. «Es gibt durchaus | vernünftige Gründe, warum ich mir eine solche Kerze kaufen könnte.» | Allerdings: Wir neigen dazu, die Zukunft zugunsten unseres Wunschs zu | verzerren. Sobald wir überlegen, eine Duftkerze zu kaufen, fallen uns | lauter Situationen ein, in denen wir sie anzünden würden – nicht aber | jene, in denen wir das dann eben doch nicht tun. Die Nutzungssituation | werde im Moment der Kaufentscheidung meist total überbetont, sagt | Felser. «Ich könnte zur Veranschaulichung unser eigenes Lager an | ungebrauchten Kerzen zeigen. Meine Kinder versuchen gerade, sie | einzuschmelzen und neue daraus zu machen.» | | Ob Sie die Kerze einpacken, hat aber auch mit Ihrer Stimmung zu tun. | Wobei es einerlei ist, ob Sie gerade gut oder schlecht gelaunt sind. In | positiver Stimmung neigen wir dazu, impulsiv zu kaufen, um das | Hochgefühl aufrecht zu halten. In negativer Stimmung kaufen wir, um uns | aufzuheitern. Das funktioniert, weil beim Kaufen das Belohnungszentrum | im Hirn angeregt wird. Die Kerze verschafft uns ein Glücksmomentchen, | lang bevor wir sie anzünden. | | Am wenigsten anfällig für Impulskäufe sind wir, wenn wir uns okay fühlen | – und noch nichts im Einkaufskorb ist. Beim ersten Kauf liege die | Schwelle höher, da brauche es gute Gründe, sagt Felser. «Aber wenn unser | Verhalten eine Richtung genommen hat, ändern wir diese nicht ohne | Grund.» Wir sind im «Einkaufsmodus» und legen auch Sachen in den Korb, | von denen wir weniger überzeugt sind. Diesen «Shopping Momentum»-Effekt | beobachtet der Konsumpsychologe auch an sich selbst, etwa auf dem | Flohmarkt: Stosse er gleich zu Beginn auf eine Trouvaille, kehre er | meist mit prall gefüllten Taschen heim. «Finde ich lange nichts wirklich | Interessantes, gehe ich an den gleichen Sachen vorbei, ohne sie zu | kaufen.» | | *Der Fernseher: Wie uns Dinge verleiden* | | Haben Sie sich die Duftkerze spontan gegönnt? Dann buchen Sie das | vermutlich als Ausnahme ab, weil Sie die meisten Ihrer Käufe für | wohlüberlegt halten. Leider ist das ein Irrtum. Wir lügen uns gern in | die Einkaufstasche, wenn es ums Shoppen geht. | | Die Konsumforschung arbeitet mit einer Matrix, die all unsere | Kaufentscheidungen nach Herz und Kopf vermisst. Die vertikale Achse gibt | an, wie intensiv unsere Gefühle involviert sind, die horizontale, wie | stark der Verstand eingeschaltet ist. Im Feld «Impulskauf», in dem die | Duftkerze landet, ist die Emotion stark und der Verstand schwach. Beim | «Gewohnheitskauf», also wenn wir nach dem immergleichen Toilettenpapier | oder Deo greifen, sind weder Herz noch Kopf dabei. Wohlüberlegt ist | einzig der «extensive Kauf», bei dem wir uns informieren, Vor- und | Nachteile abwägen und Preise vergleichen. Er ist allerdings die | seltenste Form. Wir durchdenken höchstens zwei von zehn Käufen, drei | weitere sind teilweise überlegt. Bei mehr als der Hälfte unserer | Kaufentscheidungen schalten wir den Verstand so gut wie gar nicht ein. | | Vordergründig gesehen sei ein Fernseher das Gegenteil einer Duftkerze, | sagt Felser, «eine langfristige Anschaffung, was für einen ‹extensiven | Kauf| sprechen würde». In der Realität fällt das Gerät aber oft in die | Kategorie «limitierter Kauf». Fehlt uns die Zeit, die Lust oder das | Vorwissen, um das Angebot zu beurteilen, nehmen wir gedankliche | Abkürzungen und verlassen uns auf Faustregeln, sogenannte | Kauf-Heuristiken. Wir entscheiden nach Glaubenssätzen wie etwa jenem, | ein höherer Preis gehe mit einer besseren Qualität einher. Oder wir | wählen das Produkt einer Marke, die wir kennen – oder die uns in den | Sinn kommt, wenn wir an einen Fernseher denken. | | Fällt Ihnen jetzt der Name Samsung ein? Dann sind Sie in guter | Gesellschaft. Samsung ist hierzulande die mit Abstand beliebteste Marke | bei Fernsehgeräten. Das setzt eine Spirale in Gang, die Ihre | Entscheidung beeinflussen kann, ohne dass Sie es merken. «Wir glauben, | die Leichtigkeit, mit der uns Dinge in den Sinn kommen, habe eine | Bedeutung und sage etwas über diese Dinge aus», sagt Felser. Weil wir | zuerst an Samsung denken, schliessen wir, die Geräte seien die | wichtigsten oder gar die besten. Und weil wir die Samsung-Geräte oft | sehen, greift zusätzlich der Effekt der blossen Darbietung. Dinge, denen | wir häufig begegnen, bewerten wir positiver – bis uns jemand auf diesen | Effekt aufmerksam macht. | | Aber warum brauchen wir überhaupt schon wieder einen neuen Fernseher? | Seit einigen Jahren geistert der Begriff der «geplanten Obsoleszenz» | durch die Medien, mit der uns die Hersteller zwingen würden, Produkte | rascher zu ersetzen. Geplante technische Veraltung bedeutet, dass die | Industrie absichtlich Schwachstellen in Geräte einbaut; das wurde aber | nur selten bewiesen. Die funktionale und die ökonomische Veraltung | hingegen kennen wir aus eigener Erfahrung: Es kann keine neue Software | mehr installiert werden, oder die Reparatur lohnt sich im Vergleich zum | Neupreis nicht. Das ist natürlich alles ärgerlich. Allerdings ist auch | die psychologische Obsoleszenz ein gewaltiger Treiber des Konsums, und | an der sind wir selbst schuld: Der Fernseher läuft noch, aber er ist uns | verleidet, weil es grössere oder technisch fortgeschrittenere Modelle | gibt. Mehr als die Hälfte der Leute, die ein neues Fernsehgerät kaufen, | tun das nicht, weil ihr altes kaputt ist, sondern weil sie ein besseres | haben wollen. | | Einst waren Fernseher langlebige Güter, die gegen andere grosse Wünsche | antraten: die Waschmaschine und den Kühlschrank. Die drei verbreiteten | sich in Westeuropa ab den 1950ern, aber nicht im gleichen Tempo. Nehmen | wir das Jahr 1962 in der Bundesrepublik Deutschland: Damals stand in 51 | von 100 Haushalten ein Kühlschrank, in 33 ein Fernseher, aber nur in 25 | eine Waschmaschine. Die Leute investierten zuerst in sichtbare Dinge. | Kühlschrank und Fernseher standen in der Wohnung und für den | aufkommenden amerikanischen Way of life. Man konnte Freunde mit | eisgekühlten Getränken und Filmabenden beeindrucken. Die Waschmaschine | hingegen schwang im Keller vor sich hin und kam einzig der Hausfrau | zugute. | | Fernsehgeräte verbreiteten sich auch in der Schweiz rasant. 1962 gab es | 274000 Empfangsgebührenzahler, zehn Jahre später 1,5 Millionen. Trotzdem | wollte die Anschaffung wohlüberlegt sein: Anfang der 1960er kostete ein | Fernseher um die 1000 Franken. Obwohl sich die Löhne vervielfacht haben, | geben wir heute durchschnittlich nur 626 Franken dafür aus. | | Ein so günstiger Fernseher hat seinen Dienst getan, obwohl er seinen | Dienst noch tut: Das sagt unser innerer Buchhalter. Die | Konsumpsychologie geht davon aus, dass wir beim Bezahlen eines Guts ein | mentales Konto eröffnen und es wieder schliessen, wenn sich das Gut | «bezahlt gemacht hat». «Wir schreiben ein Fernsehgerät im Kopf über die | Zeit ab», sagt Felser. Diese Abschreibungskurve kann steiler oder | flacher verlaufen, je nachdem, wie oft die Hersteller neue Geräte auf | den Markt bringen und welche Erwartung wir selbst an die Lebensdauer | haben. Rechnete man früher mit mindestens 20 Jahren, tauschen wir den | Fernseher nun im Schnitt nach 5 Jahren aus. | | *Das Paar neue Ski: Wie wir Ausgaben umbuchen* | | Angenommen, Sie haben gerade den Fernseher für 626 Franken bestellt – | würden Sie sich in der gleichen Woche eine Stereoanlage für 600 Franken | gönnen? Wohl kaum. Ein Paar Ski für 600 Franken? Gut möglich. Für dieses | Phänomen ist unsere «mentale Buchführung» verantwortlich, ein Konzept, | das auf den Wirtschaftsnobelpreisträger Richard Thaler zurückgeht. Wir | richten nicht nur für einzelne Käufe mentale Konten ein, sondern auch | für übergeordnete Ziele wie Unterhaltung, Gesundheit, Vorsorge oder | Bildung. Ist das Budget für Unterhaltung ausgeschöpft, werden wir dort | eine Zeitlang sparsamer sein. | | Geld ist nicht gleich Geld: Das zeigt das Theater-Ticket-Problem, ein | klassisches Experiment aus der Verhaltensökonomie. In der | Versuchsanordnung hat die erste Gruppe der Studienteilnehmer ein | Theaterticket für 10 Dollar im Voraus gekauft, während die zweite es | erst an der Kasse erstehen wird. Dann passiert allen ein Missgeschick: | Die Probanden der ersten Gruppe verlieren ihr Ticket, jene aus der | zweiten eine 10-Dollar-Note. Wer würde trotzdem ins Theater gehen? Der | Unterschied ist gewaltig: Von den Leuten, denen das Ticket | abhandengekommen war, verzichteten 54 Prozent auf den Besuch. Bei jenen, | die das Bargeld verloren hatten, waren es nur 11 Prozent. Der Grund: Wer | sein Ticket verliert, bucht die 10 Dollar für ein neues aufs mentale | Konto «Theaterabend», der sich so auf 20 Dollar verteuert. Wer Bargeld | verliert, schlägt den Verlust einem anderen Konto zu, etwa dem | «Pech-Konto», auf dem auch Bussen landen. | | Die mentale Buchführung ist eine Selbstregulierungsstrategie der Psyche. | Ohne sie würden wir jedem Bedürfnis sofort nachgeben, statt mehrere | Ziele gleichzeitig zu verfolgen. Aber mindestens genauso oft, sagt Georg | Felser, «nutzen wir mentale Konten, um Dinge zu rechtfertigen, die uns | Spass machen». | | Wir frisieren die interne Buchhaltung gern zu unseren Gunsten. Vergnügen | wir uns an einem Rockkonzert, buchen wir den Opernbesuch in der gleichen | Woche einfach unter «Bildung» ab. Wollen wir Winterkleider shoppen und | unser mentales Budget ist nach dem Kauf eines Mantels bereits | ausgeschöpft, eröffnen wir kurzerhand das Konto «Kleidung fürs Büro», um | neue Schuhe zu rechtfertigen. Die Grenzen zwischen den Konten sind | fliessend, und wir erfinden ad hoc neue. Je weniger typisch ein Produkt | für unser mentales Konto ist, desto flexibler ist unser innerer | Buchhalter. Deshalb ist es schwieriger, den Kauf einer Stereoanlage nach | dem Kauf eines Fernseher zu begründen. Ein neues Paar Ski hingegen | verschieben wir blitzschnell von «Unterhaltung» ins Konto «Sport». | | *Die achte Lesebrille: Wenn Geldausgeben nicht schmerzt* | | Tragen Sie eine Lesebrille, während Sie diesen Text lesen? Dann ist es | wohl nicht Ihre einzige. Bestimmt liegt noch eine im Büro, eine auf dem | Couchtisch, vielleicht haben Sie sogar eine im Badezimmer deponiert. Wie | konnte es zu dieser Brillenschwemme in Ihrer Wohnung kommen? | | Schauen wir nach, was beim Kaufen in Ihrem Kopf passiert. Der Autor Carl | Tillessen erklärt es in seinem Buch «Konsum» so: Sehen wir Bilder eines | Produkts, wird im Mittelhirn das Belohnungszentrum angeregt. Sehen wir | den Preis dazu, aktiviert das den Teil der Grosshirnrinde, der sonst auf | körperlichen Schmerz reagiert. Es ist ein verblüffend einfaches Prinzip: | Wir kaufen ein Produkt, wenn das Gefühl von Belohnung grösser ist als | der Schmerz über den Preis. | | Einst war der Kauf einer Lesebrille durchaus schmerzhaft. Bis in die | 1980er musste man dafür weit über 100 Franken hinblättern. Dann boten | Kioske und Warenhäuser Lesebrillen mit fixen Stärken an, für 35 bis 50 | Franken. Eigentlich hätten sie Leselupen heissen müssen, weil Brillen | als Medizinprodukte nur von Optikern verkauft werden durften. Der | Schweizer Optikerverband wehrte sich eine Zeitlang vergeblich und | änderte dann die Strategie. Er flutete den Markt mit Brillen, die nun | nur noch 10 Franken kosteten. | | Damit waren Lesebrillen zum Billigartikel geworden, und solche Artikel | hebeln den mächtigsten Gegenspieler des Konsums aus. «Sie bringen unsere | Verlustaversion zum Schweigen», sagt Georg Felser. | | Wir glauben, dass wir bei einem Kaufentscheid abwägen, ob der Nutzen | eines Produkts seinen Preis wert sei. Aber dieser Erwerbsnutzen macht | nur die Hälfte der Rechnung aus. Die andere Hälfte besteht aus dem | Transaktionsnutzen, bei dem wir überschlagen, ob wir gerade einen guten | Deal machen. Wir vergleichen den angeschriebenen Preis mit dem Preis in | unserem Kopf, dem mentalen Referenzpreis. Kostet die Lesebrille weniger, | empfinden wir das als Gewinn, kostet sie mehr, kommt es uns wie ein | Verlust vor. «Und der Mensch ist stärker motiviert, Verluste zu | vermeiden als Gewinne herbeizuführen», sagt Felser. | | Diese Verlustaversion ist der stärkste Antrieb, etwas nicht zu kaufen. | Doch es gibt Möglichkeiten, sie zu überlisten, zum Beispiel mit einem | Ankerpreis. Schreiben Händler im Ausverkauf einen ursprünglichen Preis | aufs Schild, schraubt dieser unseren mentalen Referenzpreis in die Höhe; | der Kauf wirkt nun wie ein Gewinn. Auch «Nimm 3, zahl 2»-Angebote | vermitteln die wohlige Illusion, wir bekämen etwas gratis mit dazu. | | Manchmal scheint ein Deal so gut zu sein, dass wir Dinge kaufen, die wir | nicht brauchen. Und manchmal liegen Preise so absurd tief, dass ein Kauf | sich nicht wie ein Kauf anfühlt, sondern wie ein Geschenk. Das ist das | Erfolgsgeheimnis der 1-Euro-Shops und Kleiderläden, die Shirts für 3 | Franken anbieten. Im Moment des Bezahlens verschafft uns das | Billigprodukt eine winzige Freude ohne jeden Schmerz. | | Bei der Lesebrille, die einem inzwischen für 2 Franken nachgeworfen | wird, kommt noch unser Hang zur Faulheit dazu. «Convenience schlägt | alles», sagte der Twitter-Mitbegründer Evan Williams einmal. Solange es | unser Leben bequemer macht, greifen wir zu Fertigsalat oder | Einweggrills, obwohl das teurer ist. Aus dieser Sicht habe auch die | achte Lesebrille einen Nutzen, sagt Felser: «Beim Lesen nicht aufstehen | zu müssen, um die Brille aus dem Nebenzimmer zu holen, ist ja ein | verlockender Gedanke.» | | *Der Tesla Modell Y: Wie wir zeigen, dass wir gut sind* | | Natürlich kaufen Sie nicht immer das Billigste, im Gegenteil. Sie legen | Wert auf Qualität und Nachhaltigkeit. Im Supermarkt greifen Sie zum | Biofleisch, im Sportgeschäft zur umweltfreundlich hergestellten Jacke; | vielleicht besitzen Sie ein Elektroauto. Willkommen in der modernen Welt | des Geltungskonsums. | | Geltungskonsum ist ein alter Begriff. Der Soziologe Thorstein Veblen | erklärte 1899 in «Theorie der feinen Leute», wie sich | Gesellschaftsschichten mit Gütern darstellen. Um die Wertschätzung der | Menschen zu erlangen, genüge es nicht, Reichtum oder Macht zu besitzen, | schrieb er. «Der Reichtum oder die Macht müssen unter Beweis gestellt | werden, denn Ansehen wird nur aufgrund von Beweisen verliehen.» | | Erinnern Sie sich an die erlernten Motive Leistung, Zugehörigkeit und | Macht? Mit dem Geltungskonsum stillen wir den Drang nach Letzterem. Wir | kaufen, um zu zeigen, dass wir uns Dinge leisten können, die anderen | versagt bleiben. Das kann zu paradoxen Situationen am Markt führen. | Normalerweise steigt die Nachfrage nach einem Gut, wenn sein Preis | sinkt. Bei sogenannten Veblen-Gütern verläuft die Kurve umgekehrt. Die | Nachfrage steigt, wenn sie teurer werden, und zwar, weil sie teurer | werden. Sie geraten in den Fokus von Leuten, die aus Prestigegründen | kaufen. Der Veblen-Effekt soll die Whiskymarke Chivas Regal gerettet | haben, die mit Absatzproblemen kämpfte. Als man den Flaschen edlere | Etiketten verpasste und den Preis erhöhte, stieg der Umsatz stark an. | Das Gleiche passierte bei den Handtaschen des Lederwarenherstellers | Delvaux: Nachdem sie teurer geworden waren, wurden sie für Frauen | interessant, die Luxusmarken wählen. | | Beim Geltungskonsum kaufen wir, damit andere sehen, was wir haben. Doch | je mehr wir haben, desto wichtiger wird, wer es sieht. Das zeigt sich | etwa bei Sonnenbrillen. Wenn sie 100 bis 500 Dollar kosten, sind die | Logos darauf am grössten, stellte eine Studie fest. Bei noch teureren | Modellen werden die Markennamen wieder diskret; die Hersteller wissen, | dass Eingeweihte sie an der Form erkennen. Die Geschichte von teuren | Dingen, die man nur für sich selbst kaufe, sei ein Mythos, schreibt Carl | Tillessen im Buch «Konsum». Modefirmen wie Bottega Veneta oder Stella | McCartney, die auf Understatement setzen, hätten grösste Mühe, neue | Handtaschenformen einzuführen. Wenn auch die reichen Freundinnen nicht | merken, was für eine teure Tasche man trägt, macht sie keine Freude. | | Seit einigen Jahren lasse sich Geltungskonsum auch bei nachhaltigen | Gütern beobachten, sagt Georg Felser. In den 1980ern war das anders. | «Müll trennen, zur Arbeit radeln oder ein billiges Auto mit tiefem | Verbrauch fahren: Das war natürlich nichts für Menschen, die | prestigemotiviert sind.» Bevor diese Leute auf nachhaltige Produkte | umschwenkten, mussten zwei Bedingungen erfüllt sein. «Erstens: Die | anderen müssen den Konsum von nachhaltigen Produkten sehen können. | Zweitens: Die Produkte dürfen nicht billig sein.» | | Ein klassisches, wenn auch leicht veraltetes Beispiel dafür ist der | Toyota Prius. Der Wagen mit Hybridmotor sah recht bescheiden aus, | kostete ziemlich viel und wurde in den nuller Jahren in den USA zu einem | Bestseller – im Gegensatz zu anderen Hybridmodellen wie dem Honda Civic | oder dem Ford Escape. Der Unterschied: Den Prius gab es nur mit | Hybridmotor, während beim Civic und Escape nur eine winzige Plakette | darauf hinwies, ob dieses Modell hybrid war. Wer einen Prius sah, wusste | also sofort, dass hier jemand umweltfreundlich fuhr. | | Wie wichtig diese Sichtbarkeit war, zeigt die Umfrage, die eine | Marktforschungsfirma 2007 in den USA durchführte. Darin gaben | Prius-Besitzer an, weshalb sie ihr Auto gekauft hatten. Das erwartbare | Argument, die Umwelteffizienz, landete abgeschlagen auf Platz 5. Der mit | Abstand wichtigste Grund war ein anderer: Die Mehrheit fuhr einen Prius, | weil er «etwas über sie aussage». Prius-Besitzer wollten der Welt | zeigen, dass ihnen die Umwelt etwas wert ist. | | Inzwischen ist Prius von einem anderen aussagekräftigen Auto überholt | worden: dem Tesla. Das Modell Y war 2023 das meistverkaufte Auto der Welt. | | Auch bei diesem «kompetitiven Altruismus» kann der Veblen-Effekt | greifen. Verhaltensökonomen haben getestet, welchen Einfluss der Preis | darauf hat, ob wir uns bei Autos, Geschirrspülern oder Rucksäcken für | die nachhaltige Variante entscheiden. Studienteilnehmer, die nicht | prestigemotiviert waren, reagierten ganz normal: Kosteten grüne Produkte | mehr als nichtgrüne, wurden sie eher nicht gekauft, waren sie billiger, | stiegen sie in der Gunst. Bei prestigemotivierten Leuten passiert das | Gegenteil. Sie begehrten die umweltfreundliche Version stärker, wenn sie | teurer war. Mehr noch: Kostete das umweltfreundliche Auto weniger als | die herkömmliche Version, wollten sie es nicht haben. | | *Der Zauberwürfel: Wie ein Hype entsteht* | | Es war im Frühling 1974, als ein ungarischer Architekturdozent in seinem | Zimmer sass und die unzähligen Würfel betrachtete, die er aus Papier, | Karton und Holz gebastelt hatte. Der 29jährige war fasziniert von | Würfeln wie auch von Rätseln, Puzzles und geometrischen Problemen. | Plötzlich kam dem jungen Mann eine Idee: Er wollte mehrere kleine Würfel | so zusammensetzen, dass sie einzeln bewegt werden konnten, aber | verbunden blieben. «Ich hatte nicht die geringste Vorstellung, für wen | ausser mir das interessant sein könnte», schrieb Erno˝ Rubik später in | seiner Biographie. | | 1975 meldete Erno˝ Rubik sein «dreidimensionales Logikspielzeug» beim | ungarischen Patentamt an, bis 1977 wurden in seinem Heimatland 300000 | Exemplare davon verkauft. Die Ungarn waren so verrückt nach dem | «Zauberwürfel», dass das DDR-Fernsehen von einer «Massenkrankheit» | sprach. Ein paar Jahre später hatte sich die Krankheit zu einer | weltweiten Pandemie ausgewachsen, von der wir gerade wieder eine neue | Welle erleben. Bis heute hat eine halbe Milliarde Menschen den | Zauberwürfel gekauft. | | Wie wird ein Produkt zum Hype? In der Ökonomie gilt die Vorstellung, | unsere Bedürfnisse seien in uns drin und müssten nur gefunden werden. | Der Konsumpsychologe Georg Felser hält das für einen Aberglauben. Unsere | Wünsche müssten oft erst ausgebildet werden, zum Beispiel, indem wir | schauen, was es gibt und was zur Wahl steht. «Und manche Wünsche | entstehen erst, wenn die Optionen dafür da sind.» | | Bevor es den Zauberwürfel gab, wusste niemand, dass er ihn haben wollte. | Was ihm beim Siegeszug half, waren die drei menschlichen Grundmotive, | die er alle gleichzeitig ansprach. Unser Bedürfnis nach Zugehörigkeit, | weil sich viele darüber austauschten. Unser Drang nach intellektuellem | Status. Am stärksten aber weckt der Würfel unser Leistungsmotiv, | «geradezu klassisch und auf allen Ebenen», sagt Felser. | | Dieses Motiv braucht einen Standard, der anstachelt; wer ihn erreicht, | wird mit Glücksgefühlen belohnt. Die Messlatte kann persönlich sein, | wenn man besser sein will als am Tag zuvor. Oder sozial, wenn man besser | sein will als andere. Und dann gibt es den absoluten Standard: den | Würfel zu besiegen! | | Konnten Sie ihn jemals lösen? Laut Schätzungen gelang das nur etwa jedem | Zwanzigsten. Für die meisten von uns war der Würfel ein frustrierendes | Produkt. Aber das merkten wir erst lange nach dem Kauf. | | *Die Nacht im Eishotel: Was uns wirklich glücklich macht* | | Konsum ist mit dem Bezahlen nicht abgeschlossen. Nun lauert die Frage: | Hat es sich gelohnt? Wir beantworten sie gleich doppelt. Das erste Mal | ziehen wir Bilanz, wenn wir die Duftkerze anzünden oder den Tesla | ausfahren. Dabei ist unser innerer Buchhalter nicht fair. Überrascht uns | ein Produkt positiv, verbessert das unsere Zufriedenheit kaum, weil wir | nicht darüber nachdenken. Sind wir enttäuscht, grübeln wir über die | Gründe, und die Zufriedenheit sinkt deutlich. | | Menschen sind schlecht darin vorauszusagen, wie glücklich sie ein Kauf | in der Zukunft machen wird. «Wir überschätzen in der Regel die | Intensität als auch die Dauer unserer Gefühle», sagt Georg Felser. | Unsere Freude über das Auto oder sogar das Eigenheim ist weniger gross, | als wir vor dem Kauf erwartet hatten, und sie hält weniger lang an. | | Bei der zweiten Bilanz bewerten wir die Erinnerung an ein | Konsumerlebnis. Dabei schneiden Dinge fast immer schlechter ab als | Erlebnisse wie eine Nacht im Eishotel oder das Taylor-Swift-Konzert. Wir | vergleichen den Fernseher oder das Auto auch noch nach dem Kauf und | ärgern uns, doch nicht das allerbeste Angebot gewählt zu haben. Und wir | gewöhnen uns schnell an Besitz; die Zufriedenheit sinkt stetig, erst | recht, wenn Reparaturen anstehen. Erlebnisse hingegen beurteilen wir in | der Erinnerung sogar positiver als währenddessen; wie jämmerlich wir im | Eishotel gefroren haben, blenden wir später einfach aus. | | Liegt der Schlüssel zum Glück also darin, sein Geld in Erlebnisse statt | Besitz zu investieren? Ja, sagt Felser, aber nicht nur. Man kann die | Zufriedenheit beim Geldausgeben noch anders maximieren: | | Geben Sie Geld für andere aus statt für sich selbst. Das hellt die | Stimmung im Moment stärker auf, und auch die Erinnerung daran bleibt | positiv. | | Gönnen Sie sich mehrere kleine Dinge statt wenige grosse. Zwar ist der | Autokäufer tatsächlich glücklicher als der Käufer eines Blumenstrausses. | Aber längst nicht um den Faktor, den das Auto mehr gekostet hat. | | Zahlen Sie vor dem Konsum statt danach, zücken Sie keine Kreditkarte, | kaufen Sie nicht auf Raten. Ist der Schmerz des Geldausgebens bereits | vorüber, bleibt Ihnen der ungetrübte Genuss. +--- </hier abknabbern> --- ©<https://www.nzz.ch/folio/warum-brauche-ich-acht-lesebrillen-ld.1762411> M.f.G. -- Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie wird praktisch nie gelesen. Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur etwas komisch... ;-)
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Dorf abgehaengt Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2023-11-11 00:20 -0800
Re: Dorf abgehaengt Shinji Ikari <shinji@gmx.net> - 2023-11-11 10:43 +0100
Re: Dorf abgehaengt Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2023-11-11 12:00 +0100
Re: Dorf abgehaengt "Wendelin Uez" <wuez@online.de> - 2023-11-11 12:26 +0100
Re: Dorf abgehaengt Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2023-11-11 03:31 -0800
Re: Dorf abgehaengt Marco Moock <mm+solani@dorfdsl.de> - 2023-11-11 12:49 +0100
Re: Dorf abgehaengt Shinji Ikari <shinji@gmx.net> - 2023-11-11 14:24 +0100
Re: Dorf abgehaengt Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2023-11-11 14:33 +0100
Re: Dorf abgehaengt Shinji Ikari <shinji@gmx.net> - 2023-11-11 18:40 +0100
Re: Dorf abgehaengt Michael Bode <m.g.bode@web.de> - 2023-11-11 19:34 +0100
Re: Dorf abgehaengt Marco Moock <mm+solani@dorfdsl.de> - 2023-11-11 16:18 +0100
Re: Dorf abgehaengt Shinji Ikari <shinji@gmx.net> - 2023-11-11 18:41 +0100
Re: Dorf abgehaengt Marco Moock <mm+solani@dorfdsl.de> - 2023-11-11 23:02 +0100
Re: Dorf abgehaengt "Wendelin Uez" <wuez@online.de> - 2023-11-11 18:07 +0100
Re: Dorf abgehaengt Shinji Ikari <shinji@gmx.net> - 2023-11-12 13:13 +0100
Re: Dorf abgehaengt Marco Moock <mm+solani@dorfdsl.de> - 2023-11-12 16:48 +0100
Re: Dorf abgehaengt "Wendelin Uez" <wuez@online.de> - 2023-11-13 23:18 +0100
Re: Dorf abgehaengt Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2023-11-14 10:24 +0000
Re: Dorf abgehaengt Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2023-11-14 18:10 +0100
Re: Dorf abgehaengt Goetz Schultz <ng.expire1225@goetz.co.uk> - 2023-11-14 17:27 +0000
Re: Dorf abgehaengt Peter McD <peter.posts@gmx.net> - 2023-11-14 20:02 +0100
Re: Dorf abgehaengt Goetz Schultz <ng.expire1225@goetz.co.uk> - 2023-11-14 19:39 +0000
Re: Dorf abgehaengt Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2023-11-14 22:33 +0000
Re: Dorf abgehaengt Diedrich Ehlerding <diedrich.ehlerding@t-online.de> - 2023-11-12 15:18 +0100
Re: Dorf abgehaengt Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2023-11-12 07:43 -0800
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Re: Dorf abgehaengt Diedrich Ehlerding <diedrich.ehlerding@t-online.de> - 2023-11-13 10:36 +0100
Re: Dorf abgehaengt Marco Moock <mm+solani@dorfdsl.de> - 2023-11-13 11:11 +0100
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Re: Dorf abgehaengt Gunter Kühne <kuehne-g@freenet.de> - 2023-11-22 11:12 +0100
Re: Dorf abgehaengt Marco Moock <mm+solani@dorfdsl.de> - 2023-11-14 09:22 +0100
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Re: Dorf abgehaengt Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2023-11-13 16:18 +0100
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Re: Dorf abgehaengt "F. W." <me@home.invalid> - 2023-11-16 10:30 +0100
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Re: Dorf abgehaengt "F. W." <me@home.invalid> - 2023-11-14 11:09 +0100
Re: Dorf abgehaengt Gunter Kühne <kuehne-g@freenet.de> - 2023-11-14 16:39 +0100
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Re: Dorf abgehaengt Fred Alph <11.2023@anon.invalid> - 2023-11-15 10:24 +0100
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