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| From | Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> |
|---|---|
| Newsgroups | ger.ct |
| Subject | Re: Meinungsfreiheit! Fuerchtet Euch nicht vor der neuen Zensur! |
| Date | 2023-05-26 11:40 +0200 |
| Organization | A noiseless patient Spider |
| Message-ID | <u4pups$3ug1s$2@dont-email.me> (permalink) |
| References | <u4o5og$khf0$1@news.nnpt4.net> <kdavgcFhdo7U4@mid.individual.net> <u4pmff$gfgo$1@solani.org> <u4pp48$3tvtv$1@dont-email.me> <u4ptjt$gl3d$1@solani.org> |
Salve allerseits, Heinz Tauer schrieb: > Am 26.05.2023 um 10:03 schrieb Der Habakuk.: >> Am 26.05.2023 um 09:18 schrieb Marco: >>> Am 26.05.2023 schrieb Erika Ciesla <abc@xyz.invalid>: >>>> Am 25.05.23 um 19:26 Uhr Fred.Alph schrieb: >>>> >>>>> Seit einiger Zeit durchleben wir ein neues Zeitalter der Zensur. >>>> Nö! Eine Zensurbehörde gibt es nicht, also ist auch keiner da der die >>>> Zensur durchführen kann. >>> >>> Ersteres stimmt, Letzteres nicht. Zensur gibt es trotzdem in Form >>> von DNS-Sperren. Lutz Donnerhacke hat dazu was geschrieben. >>> >>>>> Mit Begriffen wie „Schwurbler“, „Leugner“ oder „rechts“ sind >>>>> mediale Mauern um ganze Gruppen von Menschen errichtet worden, >>>> >>>> Das sind Meinungen, und die sind rechtens. Aber wo ist da die Zensur? >>>> Niemand hindert Euch daran zu schwurbeln und zu lügen. >>> >>> Das wollen manche aber ändern. Nur bestimmte Institutionen wie die >>> Kirche sollen diese Möglichkeit haben, wenn es nach so manchen Leuten >>> geht. >> >> Ja aber dafür sollte man etwas Verständnis aufbringen. Was bliebe denen >> denn noch, wenn man Schwurbelei und Lügen streichen würde? So gut wie >> nichts. > > Auch das ist keine Zensur! > +--- <hier abknabbern> --- | Vor mehr als drei Jahrzehnten gab sich der saarländische SPD-Vorsitzende | Lafontaine frech wie Oskar: «Helmut Schmidt spricht weiter von | Pflichtgefühl, Berechenbarkeit, Machbarkeit, Standhaftigkeit. Das sind | Sekundärtugenden. Ganz präzise gesagt: Damit kann man auch ein KZ | betreiben.» | | Die Empörung war damals, im Sommer 1982, riesig, innerhalb wie | ausserhalb der SPD. So gehe man nicht mit einem Bundeskanzler und | Parteivorsitzenden um, lautete der Tenor. Nur kam niemand auf die Idee, | Lafontaine vorzuwerfen, er verharmlose die Naziherrschaft und | relativiere damit den Holocaust. Altkanzler Schmidt revanchierte sich | sechzehn Jahre später ebenso knallhart. Er verglich den inzwischen zur | Linkspartei gewechselten Lafontaine mit «Adolf Nazi»: Beide seien | charismatische Redner gewesen. | | *Boris Palmers Judenstern-Vergleich* | | Nun sind Nazi-Vergleiche meistens völlig unangebracht. Entweder sie | verharmlosen das NS-Regime, wenn sie irgendeine Äusserung oder Handlung | von heute mit den Verbrechen der Nazis gleichsetzen, oder sie plustern | eine Verfehlung des politischen Gegners zur monströsen Untat auf. | Gleichwohl werden solche billigen Vergleiche immer wieder angestellt. | Wer aus Sicht der deutschen Links-Grünen und der Mainstream-Medien nicht | links genug ist, der wird schnell als Nazi gebrandmarkt. | | Das war erst kürzlich an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main zu | beobachten. Die Professorin Susanne Schröter, Direktorin des | Forschungszentrums Globaler Islam, hatte es gewagt, den Tübinger | Oberbürgermeister Boris Palmer zu einer Tagung über Integration | einzuladen. Der hat sich mit seiner Partei, den Grünen, längst | überworfen. Palmer provoziert gerne, statt im politisch korrekten | Mainstream mitzuschwimmen. Zu allem Übel hatte Palmer vor einiger Zeit | einen schwarzen Fussballer im Internet mit dem Wort «Neger» belegt – was | er satirisch gemeint haben wollte. | | So kam, was kommen musste. Auf dem Campus protestierten die | Protagonisten einer lupenreinen Cancel-Culture gegen Palmers Auftritt, | beschimpften ihn lautstark als Nazi. Als Palmer dann die auf ihn | gemünzte Bezeichnung mit dem Judenstern verglich, kannte die Empörung | kein Halten mehr. | | *Willige Helfer in den öffentlichrechtlichen Anstalten* | | Natürlich war dieser Vergleich mehr als deplatziert. Ebenso deplatziert | war die darauffolgende Empörungswelle. Sie gipfelte in der Forderung, | die Institutschefin Schröter mundtot zu machen. Wer da mitmischte, hatte | sogar den Segen des Universitätspräsidenten Enrico Schleiff. Der | verkündete ex cathedra: «Jede explizite oder implizite den Holocaust | relativierende Aussage ist vollkommen inakzeptabel und wird an und von | der Goethe-Universität nicht toleriert.» | | Das zielte auf den Judenstern-Vergleich. Offenkundig toleriert die | Goethe-Universität jedoch die Gleichsetzung von Menschen mit politisch | angeblich nicht korrekten Ansichten mit Nazis. Diese Form der | Verharmlosung des Nationalsozialismus mit seiner kruden Rassentheorie | und seinem mörderischen Charakter ist in linken Kreisen längst gang und | gäbe. Die meisten Medien, allen voran die öffentlichrechtlichen | Rundfunkanstalten, sind dabei willige Helfer. | | Der unterschiedliche Umgang mit Lafontaines KZ-Vergleich und Palmers | Judenstern-Referenz zeigt, wie sehr sich das Meinungsklima in der | Bundesrepublik verändert hat. Heute gleicht der Meinungskorridor einer | zweispurigen Strasse, deren rechte Spur viel schmaler ist als die linke. | Wer gegen eine Frauenquote oder das Gendern argumentiert, wer nicht | unbegrenzt Flüchtlinge aufnehmen möchte, wer sich gegen eine noch höhere | Besteuerung der Reichen ausspricht oder es gar wagt, dem Klimaschutz | nicht eindeutig Priorität gegenüber der Konkurrenzfähigkeit der | Unternehmen und der Sicherung von Arbeitsplätzen einzuräumen, der hat | einen schweren Stand. Schlimmer noch: Er wird von vielen Medien | ausgegrenzt. | | *Die SED-Nachfolgepartei ist willkommen, die AfD nicht* | | Es ist geradezu grotesk. Einerseits haben klassische Medien ihre | Türwächterfunktion weitgehend eingebüsst. Dank den neuen Medien kann | jeder sein eigener Chefredakteur sein. Andererseits klagen immer mehr | Menschen, man dürfe so vieles nicht sagen. Bei einer Allensbach-Umfrage | im Jahr 2021 stimmten nur 45 Prozent der Aussage zu, man könne seine | politische Meinung frei äussern; 44 Prozent waren gegenteiliger Ansicht. | 1991 waren noch 78 Prozent der Auffassung, nicht nur die Gedanken, | sondern auch die Worte seien frei. | | Dabei spielt es keine Rolle, dass das Recht auf freie Meinungsäusserung | verfassungsrechtlich garantiert ist. Entscheidend ist die gefühlte und | erlebte Meinungsfreiheit, die Erfahrung, mit seiner Meinung nicht | angeprangert zu werden. Bezeichnenderweise fühlen sich die Anhänger der | Grünen am freiesten, die AfD-Sympathisanten dagegen am wenigsten frei. | Dies ist ein bedenklicher Befund, und ein höchst gefährlicher obendrein. | Denn ohne Meinungsfreiheit ist keine öffentliche Auseinandersetzung, | kein Ringen um die Meinungsführerschaft mehr möglich – und damit auch | keine liberale Demokratie. | | Dass weniger als die Hälfte der Deutschen noch ihre Meinung zu sagen | wagen, ist ein durchschlagender Erfolg der Cancel-Culture. Diese | Zuspitzung von Political Correctness verfolgt das Ziel, als unangemessen | eingestufte Meinungen aus dem öffentlichen Diskurs herauszuhalten. | Menschen, die «falsche» Ansichten vertreten, sollen erst gar nicht zu | Wort kommen dürfen. | | Dies zeigt sich bei der Besetzung der Talkshows der | öffentlichrechtlichen Sender. Vertreter der in Teilen | rechtsextremistischen AfD sind davon praktisch ausgeschlossen, | Repräsentanten der in Teilen linksradikalen Linkspartei alias SED | dagegen stets willkommen. Auch wenn man der Meinung ist, die AfD mit | ihren völkischen und rassistischen Tönen würde vom Wähler am besten | wieder in die Versenkung geschickt, kann man ihre relativ starke | parlamentarische Existenz nicht einfach ausblenden, jedenfalls nicht mit | demokratischen Argumenten. | | Die politischen Tugendwächter sind selbst eine Minderheit, allerdings | dank medialem Rückenwind eine mächtige. Die grosse Mehrheit der | Bevölkerung hält beispielsweise die angeblich geschlechtergerechte | Schluckaufsprache («Mitglieder – Pause – Innen») für Unsinn, ärgert | sich, in Funk und Fernsehen ständig Gender-Sprech anhören zu müssen. | Auch haben mehr als zwei Drittel der Deutschen mit Bezeichnungen wie | «Zigeunerschnitzel» oder «Mohrenkopf» kein Problem. Aber sie achten | darauf, was «man» noch sagen darf. | | Die vielfältigen Bemühungen, die Deutschen in die richtige, links-grüne | Spur zu zwingen, sind nicht das Ergebnis einer grossen Verschwörung, | eines «deep state». Vielmehr bilden unter den Journalisten jene mit | linken und grünen Einstellungen die Mehrheit. Wobei der Begriff | «Journalist» bei vielen Mitarbeitern der Öffentlichrechtlichen an | Etikettenschwindel grenzt. Hier sind häufig politische Aktivisten am | Werk, toleriert von ähnlich gesinnten oder konfliktscheuen Vorgesetzten. | Mögen die rückständigen Zuschauer und Zuhörer sich über diese Umerzieher | auch aufregen – ihre Zwangsgebühren müssen sie dennoch zahlen. | | *Erinnerungen an Viktor Orban* | | Die Strategie, bestimmte Meinungen aus dem politischen Diskurs zu | verbannen, erinnert in gewisser Weise an die «illiberale Demokratie» à | la Viktor Orban. Anders als in Ungarn wird «das Richtige» in Deutschland | nicht von oben verordnet, sondern mehr oder weniger beiläufig | implementiert. Getragen wird das alles keineswegs nur von den Medien | oder Politikern aus den Reihen der Grünen, der SPD und der Linken. Dabei | sind auch staatliche Instanzen hilfreich. | | Eine Errungenschaft von Rot-Grün sind beispielsweise die unzähligen | Frauen- und Gleichstellungsbeauftragt:innen (m/w/d) auf ihren gut | dotierten Stellen. Dass die CDU dabei in vielen Kommunen mitmacht, um | als modern zu gelten, erleichtert den anderen das Geschäft. Vom Staat | ebenso grosszügig gefördert werden Organisationen, die sich offiziell | dem Kampf gegen Rassismus und Antifaschismus verschrieben haben. | | Dem Kampf gegen den Linksradikalismus wird politisch dagegen so gut wie | kein Augenmerk geschenkt. Das ist kein Zufall. Denn viele der staatlich | alimentierten Antifaschisten hängen ihrerseits einem linksradikalen | Weltbild an, was ihre staatlichen Financiers aber kaum stört. Wer gegen | angebliche Nazis kämpft, gehört aus links-grüner Sicht automatisch zu | den Guten. Alle diese Anti-Vereine und Pro-Gleichstellungs-Initiativen | haben einen hübschen Nebeneffekt: Hier lassen sich viele politisch | korrekt Gesinnte auf Staatskosten unterbringen. | | Es ist ein bedenklicher Befund, wenn die Meinungsforscher von Allensbach | feststellen: «Die Mehrheit fühlt sich gegängelt.» Diese Gängelung | erfolgt indes nicht von oben, wie wir das von Ungarn oder gar aus der | Türkei kennen. Der das Meinungsklima prägende links-grüne | politisch-mediale Komplex ist eine Minderheit, die Druck auf die | Mehrheit ausübt. Folglich hat die Mehrheit den Eindruck, ihr werde | vorgeschrieben, was sie zu denken habe und was sie noch sagen dürfe. | | Political Correctness und Cancel-Culture sind mit einer freiheitlichen, | pluralistischen Gesellschaft unvereinbar. +--- </hier abknabbern> --- ©<https://www.nzz.ch/feuilleton/medien/meinungsklima-linksgruene-minderheit-schuechtert-die-mehrheit-ein-ld.1738540> M.f.G. -- Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie wird praktisch nie gelesen. Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur etwas komisch... ;-)
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Meinungsfreiheit! Fuerchtet Euch nicht vor der neuen Zensur! Fred.Alph <test10@anon.invalid> - 2023-05-25 19:26 +0200
Re: Meinungsfreiheit! Fuerchtet Euch nicht vor der neuen Zensur! Lothar Kimmeringer <news201705@kimmeringer.de> - 2023-05-25 20:01 +0200
Re: Meinungsfreiheit! Fuerchtet Euch nicht vor der neuen Zensur! Erika Ciesla <abc@xyz.invalid> - 2023-05-26 07:47 +0200
Re: Meinungsfreiheit! Fuerchtet Euch nicht vor der neuen Zensur! Marco <mo01@posteo.de> - 2023-05-26 09:18 +0200
Re: Meinungsfreiheit! Fuerchtet Euch nicht vor der neuen Zensur! "Der Habakuk." <habakuk@linuxmail.org> - 2023-05-26 10:03 +0200
Re: Meinungsfreiheit! Fuerchtet Euch nicht vor der neuen Zensur! Heinz Tauer <heinztauer@arcor.de> - 2023-05-26 11:18 +0200
Re: Meinungsfreiheit! Fuerchtet Euch nicht vor der neuen Zensur! Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2023-05-26 11:40 +0200
Re: Meinungsfreiheit! Fuerchtet Euch nicht vor der neuen Zensur! Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2023-05-27 02:54 -0700
Re: Meinungsfreiheit! Fuerchtet Euch nicht vor der neuen Zensur! Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2023-05-27 12:29 +0200
Re: Meinungsfreiheit! Fuerchtet Euch nicht vor der neuen Zensur! Goetz Schultz <ng.expire1225@goetz.co.uk> - 2023-05-27 11:34 +0100
Re: Meinungsfreiheit! Fuerchtet Euch nicht vor der neuen Zensur! Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2023-05-27 15:05 +0200
Re: Meinungsfreiheit! Fuerchtet Euch nicht vor der neuen Zensur! Erika Ciesla <abc@xyz.invalid> - 2023-05-27 08:29 +0200
Re: Meinungsfreiheit! Fuerchtet Euch nicht vor der neuen Zensur! "Der Habakuk." <habakuk@linuxmail.org> - 2023-05-27 09:28 +0200
Re: Meinungsfreiheit! Fuerchtet Euch nicht vor der neuen Zensur! "Der Habakuk." <habakuk@linuxmail.org> - 2023-05-27 09:34 +0200
Re: Meinungsfreiheit! Fuerchtet Euch nicht vor der neuen Zensur! "Klaus H." <kl.huller@web.de> - 2023-05-27 09:44 +0200
Re: Meinungsfreiheit! Fuerchtet Euch nicht vor der neuen Zensur! Gerhard Hoffmann <dk4xp@arcor.de> - 2023-05-27 10:17 +0200
Re: Meinungsfreiheit! Fuerchtet Euch nicht vor der neuen Zensur! Erika Ciesla <abc@xyz.invalid> - 2023-05-27 10:44 +0200
Re: Meinungsfreiheit! Fuerchtet Euch nicht vor der neuen Zensur! "Klaus H." <kl.huller@web.de> - 2023-05-27 11:43 +0200
Re: Meinungsfreiheit! Fuerchtet Euch nicht vor der neuen Zensur! Erika Ciesla <abc@xyz.invalid> - 2023-05-27 17:31 +0200
Re: Meinungsfreiheit! Fuerchtet Euch nicht vor der neuen Zensur! "DER GELAeUTERTE" <dergelaeuterte@web.de> - 2023-05-27 18:14 +0200
Re: Meinungsfreiheit! Fuerchtet Euch nicht vor der neuen Zensur! "DER GELAeUTERTE" <dergelaeuterte@web.de> - 2023-05-27 15:33 +0200
Re: Meinungsfreiheit! Fuerchtet Euch nicht vor der neuen Zensur! "DER GELAeUTERTE" <dergelaeuterte@web.de> - 2023-05-27 15:33 +0200
Re: Meinungsfreiheit! Fuerchtet Euch nicht vor der neuen Zensur! "DER GELAeUTERTE" <dergelaeuterte@web.de> - 2023-05-26 15:10 +0200
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