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| From | Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> |
|---|---|
| Newsgroups | ger.ct |
| Subject | Re: 65% Energieanteil mit Solarthermie & Gastherme ggfls. H2ready? |
| Date | 2023-04-05 13:40 +0200 |
| Organization | A noiseless patient Spider |
| Message-ID | <u0jmnj$3sdud$1@dont-email.me> (permalink) |
| References | <u0ennt$30d4c$1@dont-email.me> <u0h51h.bvg.1@mid.maikkoenig.de> <u0hgkg$3flli$1@dont-email.me> <u0hh4e$31eqe$1@solani.org> |
Salve allerseits, Dr. Joachim Neudert schrieb: > Am 04.04.23 um 17:44 schrieb Tobias Schuster: >> Am 04.04.2023 um 12:26 schrieb Maik Koenig: >> >>>> Schaffe ich mit heutigen Solarkollektoren den geforderten 65% >>>> erneuerbaren Energieanteil? Den Rest soll eine Brennwert-Gasheizung >>>> liefern. >>> >>> F: "Schaffe ich mit 3 Litern Benzin 100 Kilometer?" >>> A: "Im kleinen Fiat vielleicht, im 40-Tonner eher nicht." >>> Sprich: Ohne das Haus zu kennen unmöglich zu sagen. >> >> Es geht mir um das Verhältnis, ob bei entsprechender Aufrüstung der >> Solarthermie die Heizleistung einer Gasheizung auf geringer 35% >> erreicht und die Vorgaben somit erfüllt werden können. Bislang ist >> in den Schemata die Gasheizung als primärer Wärmeerzeuger genannt. >> Im Sommerhalbjahr und etwas länger dürfte die Solarthermie einen >> 100% Anteil haben. Werden dann die 65/35% über das Jahr gemittelt? > > Ich würde mal sagen Du kannst Gift darauf nehmen, daß die Rechenkünstler > nun überall zur Hochform auflaufen werden. Allerdings auf beiden > Seiten. > +--- <hier abknabbern> --- | Man kann Robert Habeck nicht vorwerfen, dass es ihm an Visionen mangele. | Im Gegenteil. Die grösste europäische Volkswirtschaft will der deutsche | Wirtschaftsminister innert kurzer Zeit klimafreundlich umbauen. | Kleinbetriebe und Grosskonzerne sollen gleichermassen verpflichtet | werden, ihren CO2-Ausstoss auf null zu senken. Und auch die Bürger | sollen ihren Beitrag leisten, etwa beim Heizen. «Wärmewende» heisst das | Zauberwort. | | Wirtschaftsexperten haben allerdings Zweifel, ob sich Habecks Plan vom | klimaneutralen Heizland wirklich umsetzen lässt. Denn einerseits wären | die Kosten für Staat und Bürger hoch, anderseits fehlt es an | Facharbeitern, die das Grossprojekt stemmen könnten. | | Tatsächlich zeigt sich Habeck bei der Wärmewende sehr ambitioniert. Vom | kommenden Jahr an müssen neu eingebaute Heizungen in Deutschland zu 65 | Prozent mit erneuerbaren Energien gespeist werden. So sieht es ein | Gesetzesentwurf seines Ministeriums vor, der diese Woche veröffentlicht | wurde. Faktisch bedeutet das Vorhaben ein Verbot von Öl- und | Gasheizungen zugunsten elektrischer Wärmepumpen. Wohneigentümer dürfte | diese Umrüstung teuer zu stehen kommen. Fast jeder zweite Deutsche heizt | heute mit Erdgas, jeder vierte mit Öl. | | *Rechnet sich das Ministerium die Kosten schön*? | | Den Beamten in Habecks Ministerium ist der Kostenaufwand durchaus | bewusst. Den Bürgern entstünde durch das Gesetz bis 2028 ein jährlicher | «Erfüllungsaufwand» von rund 9,1 Milliarden Euro, heisst es in dem | Entwurf. Danach soll der Jahresaufwand sinken, auf fünf Milliarden. Das | Ministerium beeilte sich angesichts solcher Summen anzumerken, dass es | für Härtefälle und Senioren Ausnahmen sowie für alle Bürger staatliche | Zuschüsse geben solle. | | Dabei scheint Habeck die Kosten noch konservativ bemessen zu haben. Zum | Vergleich: Der Bundesverband der Verbraucherzentralen taxiert die Kosten | für eine Wärmepumpe inklusive Installation auf bis zu 25 000 Euro. Bei | den von Habeck jährlich geplanten 500 000 Neuinstallationen würden | demnach mindestens 12,5 Milliarden Euro zu Buche schlagen – zumindest zu | Beginn. Die zu erwartende hohe Nachfrage dürfte den technologischen | Fortschritt befeuern, und die Preise für Wärmepumpen dürften in der | Folge fallen. Wie schnell und in welchem Umfang das geschieht, lässt | sich allerdings noch nicht seriös abschätzen. | | Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft, | zweifelt an Habecks Zahlen. Von dessen Ressort würden für die Hälfte der | Bestandsgebäude Mehrkosten für ein bereits erreichtes «Effizienzhaus» | angesetzt, also ein Gebäude, das bereits nach hohen Standards zur | Energieeinsparung errichtet wurde. «Wir würden auf Basis der | Ministeriumsdaten von mindestens 35 Prozent höheren Mehrkosten ausgehen, | also mindestens 13 Milliarden Euro an Mehrkosten pro Jahr», sagt er. | | Eine Pflicht zum Austausch der alten Heizanlagen sieht Habecks | Gesetzesentwurf zwar nicht vor, dennoch scheint der Vorstoss viele | Wohneigentümer verunsichert zu haben. Das hat Helmut Bramann beobachtet, | Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima. «Die | Betriebe erleben gerade einen dramatischen Ansturm von Kunden, die auf | den letzten Metern ihre Heizungsanlage erneuern lassen wollen», sagt er. | Bei schätzungsweise acht von zehn Anfragen gehe es dabei um den Einbau | einer Öl- oder Gasheizung. | | *Wirtschaftsweise: Habeck hat die Bürger überrumpelt* | | Vor dieser Entwicklung warnt auch die Wirtschaftsweise Veronika Grimm. | «Paradoxerweise könnte Habecks Wärmegesetz dazu führen, dass in vielen | Haushalten jahrzehntelang nicht Wärmepumpen, sondern Öl- und | Gasheizungen weiterlaufen werden», sagt die Ökonomin. Die Vision von der | klimaneutralen Wärmewende wäre damit in Gefahr: «Es war falsch, die | Bürger mit diesem Gesetzesentwurf und der kurzen Frist zu überrumpeln.» | Die Folge seien Verunsicherung und Panikkäufe. | | Grimms Kritik hat Gewicht. Die 51-Jährige nimmt den Klimawandel sehr | ernst und publiziert seit Jahren zum Thema. Dem Wirtschaftsminister | vorzuwerfen, dass er grosse Pläne verfolge, sei falsch, sagt sie: «Es | ist richtig und wichtig, dass sich die Bundesregierung ambitionierte | Ziele beim Klimaschutz setzt.» Die Frage ist, was der richtige Weg ist. | | Grimm hätte es begrüsst, wenn die Regierung bei der Wärmewende stärker | auf den Emissionshandel gesetzt hätte, statt den ohnehin geplanten | Ausschluss fossiler Heizungen vorzuziehen. Wenn die Preise für | Energieträger wie Öl und Gas anziehen würden, sei der Anreiz für die | Bürger gross, alte Heizungen gegen Wärmepumpen auszutauschen, sagt sie. | Stattdessen müsse der Staat die Bürger jetzt mit milliardenschweren | Zuschüssen zum Wechsel animieren. Die Ökonomin fürchtet ein neues | «Bürokratiemonster». | | Tatsächlich hatte die «Ampel» genau das im Koalitionsvertrag vereinbart, | was Grimm und andere Experten empfehlen: «Wir setzen auf einen | steigenden CO2-Preis als wichtiges Instrument», heisst es da. Weshalb | sich Habecks Ministerium für den anderen Weg entschlossen hat, kann sich | Grimm nicht erklären: «Da bin ich ratlos», sagt sie. | | Ratlosigkeit herrscht auch in der Wirtschaft darüber, von wem der | Mammutumbau des Landes zur Wärmepumpennation eigentlich bewältigt werden | soll. Denn Habeck ist zwar bereit dazu, viele Steuermilliarden in den | Umbau zu investieren. Ein Problem kann der Minister aber nicht lösen: | den Fachkräftemangel im Land. Und der fällt gerade im Heizungssektor | drastisch aus, wie die Bundesarbeitsagentur auf Nachfrage mitteilte. | | *Tausende Heizungsbauer fehlen* | | Insgesamt zählte die Behörde in der Berufsgruppe Sanitär, Heizung und | Klimatechnik jüngst knapp 10 000 offene Stellen. Durchschnittlich 259 | Tage dauerte es im zurückliegenden März, bis eine dieser Stellen besetzt | werden konnte – das waren 42 Tage mehr als noch vor einem Jahr. Zum | Vergleich: Über alle Branchen hinweg dauerte es jüngst «lediglich» 145 | Tage, bis eine offene Stelle neu besetzt werden konnte. | | Den Grund für die steigende Personalknappheit sieht die politische | Opposition auch in Habecks Umsetzung der Wärmewende. «Der Mangel an | Handwerkern wird durch den Mangel an Handwerk in der ‹Ampel| noch | potenziert», sagte Jens Spahn, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende | der Union im Bundestag, gegenüber der NZZ. So sei Chaos programmiert: | «Habecks Wärmewende wird zur ideologischen Wunschwende. Sie wird eher zu | einem Sanierungs- und Baustopp führen, als dass sie dem Klima hilft.» | | Besserung sei nicht in Sicht, sagt auch Helmut Bramann vom Sanitär- und | Heizungsverband warnend. «Die Kunden müssen sich auf deutlich längere | Wartezeiten einstellen – sie liegen schon heute wegen Auftragsbeständen | bei durchschnittlich 15 Wochen, dazu kommen Lieferprobleme und der | Umstand, dass Einzelteile häufig nicht mitgeliefert werden, was die | Ausführung weiter verzögert.» Hype und Panik seien keine guten Ratgeber. | Sie führten derzeit dazu, dass der Aufwand für die Beratung extrem | zunehme und das Fachpersonal an allen Ecken knapp werde. +--- </hier abknabbern> --- ©<https://www.nzz.ch/international/streit-um-die-heizung-experten-kritisieren-habecks-waermewende-ld.1733125> M.f.G. -- Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie wird praktisch nie gelesen. Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur etwas komisch... ;-)
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65% Energieanteil mit Solarthermie & Gastherme ggfls. H2ready? Tobias Schuster <7e0f2510@gmx.de> - 2023-04-03 16:27 +0200
Re: 65% Energieanteil mit Solarthermie & Gastherme ggfls. H2ready? "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2023-04-03 17:04 +0200
Re: 65% Energieanteil mit Solarthermie & Gastherme ggfls. H2ready? Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2023-04-03 08:14 -0700
Re: 65% Energieanteil mit Solarthermie & Gastherme ggfls. H2ready? "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2023-04-04 15:47 +0200
Re: 65% Energieanteil mit Solarthermie & Gastherme ggfls. H2ready? Wolfgang Kynast <wky@gmx.de> - 2023-04-04 18:10 +0200
Re: 65% Energieanteil mit Solarthermie & Gastherme ggfls. H2ready? Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2023-04-05 09:55 +0000
Re: 65% Energieanteil mit Solarthermie & Gastherme ggfls. H2ready? Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2023-04-05 11:25 +0000
Re: 65% Energieanteil mit Solarthermie & Gastherme ggfls. H2ready? Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2023-06-30 04:49 -0700
Re: 65% Energieanteil mit Solarthermie & Gastherme ggfls. H2ready? Bernd Ohm <invalid@invalid.invalid> - 2023-04-04 21:06 +0200
Re: 65% Energieanteil mit Solarthermie & Gastherme ggfls. H2ready? Martin Ebert <mx300@gmx.net> - 2023-04-04 21:44 +0200
Re: 65% Energieanteil mit Solarthermie & Gastherme ggfls. H2ready? Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2023-04-04 22:01 +0200
Re: 65% Energieanteil mit Solarthermie & Gastherme ggfls. H2ready? Peter Veith <veith@snafu.de> - 2023-04-06 06:48 +0200
Re: 65% Energieanteil mit Solarthermie & Gastherme ggfls. H2ready? Martin Ebert <mx300@gmx.net> - 2023-04-03 21:32 +0200
Re: 65% Energieanteil mit Solarthermie & Gastherme ggfls. H2ready? Shinji Ikari <shinji@gmx.net> - 2023-04-03 22:14 +0200
Re: 65% Energieanteil mit Solarthermie & Gastherme ggfls. H2ready? Maik Koenig <usenetspam@maikkoenig.de> - 2023-04-04 12:26 +0200
Re: 65% Energieanteil mit Solarthermie & Gastherme ggfls. H2ready? Tobias Schuster <7e0f2510@gmx.de> - 2023-04-04 17:44 +0200
Re: 65% Energieanteil mit Solarthermie & Gastherme ggfls. H2ready? "Dr. Joachim Neudert" <neudert@5sl.org> - 2023-04-04 17:52 +0200
Re: 65% Energieanteil mit Solarthermie & Gastherme ggfls. H2ready? Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2023-04-05 13:40 +0200
Re: 65% Energieanteil mit Solarthermie & Gastherme ggfls. H2ready? Martin Ebert <mx300@gmx.net> - 2023-04-04 21:46 +0200
Re: 65% Energieanteil mit Solarthermie & Gastherme ggfls. H2ready? Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2023-04-05 08:57 +0200
Re: 65% Energieanteil mit Solarthermie & Gastherme ggfls. H2ready? Martin Ebert <mx300@gmx.net> - 2023-04-05 21:16 +0200
Re: 65% Energieanteil mit Solarthermie & Gastherme ggfls. H2ready? Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2023-04-05 21:46 +0200
Re: 65% Energieanteil mit Solarthermie & Gastherme ggfls. H2ready? Martin Ebert <mx300@gmx.net> - 2023-04-05 23:47 +0200
Re: 65% Energieanteil mit Solarthermie & Gastherme ggfls. H2ready? Maik Koenig <usenetspam@maikkoenig.de> - 2023-04-05 01:11 +0200
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