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| From | Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> |
|---|---|
| Newsgroups | ger.ct |
| Subject | Re: WELT.DE: Bachmut wartet auf die Befreiung durch Russland |
| Date | 2023-03-12 16:19 -0400 |
| Organization | A noiseless patient Spider |
| Message-ID | <tulc56$377sc$1@dont-email.me> (permalink) |
| References | <tuhguo$1u2o0$1@news.nnpt4.net> <tul1cq$35c9c$1@dont-email.me> <87y1o1vj2n.fsf@usenet.ankman.de> |
Salve allerseits, Andreas Kohlbach schrieb: > > Vielleicht hat sie auch einen strategischen Wert. > +--- <hier abknabbern> --- | Russlands Attacken gegen die zivile Infrastruktur gehören für die | Ukrainer zum Kriegsalltag. Der siebenstündige Angriff am | Donnerstagmorgen war der 17. seit September – und mit insgesamt 81 | Marschflugkörpern und Raketen einer der grösseren. Immerhin wachsen die | zeitlichen Intervalle, während deren die grossen Städte etwas zur Ruhe | kommen: Erfolgten die Attacken im Herbst und im Frühwinter mindestens | alle zwei Wochen, vergingen nun drei. | | Das ursprüngliche Ziel, die Ukraine in einen kalten und dunklen Winter | zu stürzen, hat Wladimir Putin bereits verfehlt: Im Gegensatz zum | November waren die grossen Städte im Februar abends wieder hell | erleuchtet, die Strassenlaternen und Schilder von Geschäften sind wieder | an. Die Infrastruktur hat sich als erstaunlich robust erwiesen. | | *Schlechte Abschussquote* | | Auch der jüngste Angriff hinterliess keine katastrophalen Schäden. | Frontnahe Gebiete wie Charkiw litten zwar unter Ausfällen bei der Strom- | und der Wasserversorgung, ebenso die von einem Drohnenangriff hart | getroffene Stadt Schitomir. Zudem musste das AKW Saporischja erneut | vorübergehend vom Netz getrennt werden. Doch im Grossteil des Landes, | auch in Kiew, ist fast wieder Normalität eingekehrt. | | Dies ist nicht selbstverständlich, denn die Bilanz der Verteidiger gegen | die Attacken sieht weniger gut aus, als man erwarten könnte. So zeigt | eine Aufstellung der auf Militärfragen spezialisierten Beratungsfirma | Rochan Consulting, dass die Luftverteidigung seit dem 11. September nur | 651 von 1052 russischen Projektilen abschiessen konnte. Das sind 60 | Prozent, die iranischen Kamikaze-Drohnen nicht eingerechnet. | | Am Donnerstag waren es gar nur 42 Prozent. Das hängt mit einer neuen | Angriffstaktik der Russen zusammen: Diese setzten nicht weniger als 7 | verschiedene Waffentypen ein, darunter 28 luftgestützte | Ch-101-Marschflugkörper, 6 für den Kampf gegen Schiffe entwickelte Ch-22 | sowie 13 modifizierte S-300-Flugabwehrraketen. Am meisten Aufsehen | erregte die Verwendung von 6 Kinschal-Raketen, die zu den modernsten | Waffen im Moskauer Arsenal gehören. Bei diesen handelt es sich um | ballistische Raketen, die laut Angaben des Kremls mit | Hyperschallgeschwindigkeit fliegen, über 3000 Meter pro Sekunde. | | Obwohl Berichte von russischer Seite vorliegen, wonach am Donnerstag | auch mindestens eine Waffenfabrik getroffen wurde, bleibt die Effizienz | eines Einsatzes solch millionenteurer Waffen gegen Kraftwerke und | Generatoren höchst zweifelhaft. Ihr Vorteil liegt darin, dass die | Ukrainer sie nicht abschiessen können: Dies gilt für die Kinschal- | ebenso wie für die Ch-22-Raketen, von denen eine bei einem verheerenden | Angriff auf ein Wohnhaus in Dnipro Mitte Januar über vierzig Zivilisten | in den Tod riss. | | Beide Raketentypen wurden für andere Zwecke entwickelt, vor allem zur | Bekämpfung von feindlichen Schiffen. Damit eignen sie sich nur | beschränkt für den Einsatz an Land. Experten gehen zudem davon aus, dass | Moskau nur über einige Dutzend Kinschal-Raketen verfügt, weshalb ihr | Einsatz seit dem 24. Februar 2022 nur in Einzelfällen erfolgte. Für eine | massenhafte Verwendung zur Ausschaltung des ukrainischen Energiesystems | bieten sie sich nicht an. | | *Keine nachhaltige Strategie* | | Auch der Rückgriff auf umgebaute S-300-Abfangraketen ist kaum das | Resultat einer nachhaltigen Strategie. Sie fliegen zwar schnell, haben | aber eine begrenzte Reichweite von maximal 200 Kilometern, wobei sie | sich nur über 40 Kilometer wirklich durch Radar lenken lassen. | Möglicherweise haben die Russen ihre Präzision durch eine Ausstattung | mit GPS inzwischen erhöht, wirklich treffsicher dürften sie aber nicht | sein. Sie werden in grosser Zahl in grenznahen Gebieten eingesetzt und | erhöhen so die Reichweite der klassischen Artillerie. Die Schäden in | Charkiw bezeugen dies. | | Auszeichnen dürfte die S-300 ihre Verfügbarkeit: Im Gegensatz zu den | knapper werdenden Beständen an Marschflugkörpern verfügt Moskau laut | Kiewer Schätzungen noch immer über gegen 8000 Stück der | Flugabwehrraketen. Sie werden zudem nicht mehr so dringend benötigt, da | Russland mit dem S-400 ein moderneres System entwickelt hat. Die alten | Raketen können so weiterhin eine gewisse Masse in den Angriffen | erzeugen, zumal iranische Kamikaze-Drohnen nicht mehr in gleicher Zahl | verfügbar zu sein scheinen wie noch vor einigen Monaten. Die | Zerstörungskraft der S-300 ist dennoch deutlich kleiner als jene von | Marschflugkörpern. | | Obschon sich die Frage stellt, welche strategischen Ziele Russland | ausser der Terrorisierung der ukrainischen Bevölkerung mit seinem | Luftkrieg zu erreichen gedenkt, deutet wenig auf dessen Beendigung hin. | Schliesslich verbindet der Kreml damit auch das innenpolitische Ziel, | die Bevölkerung mit Bildern brennender ukrainischer Städte von den | eigenen Erfolgen zu überzeugen, die sich auf dem Schlachtfeld nicht | einstellen wollen. | | Die Ukrainer nutzen den Einsatz neuer Waffen ihrerseits zur | Untermauerung ihrer Forderung nach westlichen Flugabwehrsystemen. Sie | verweisen zu Recht darauf, dass ihre vorwiegend auf sowjetischer | Technologie basierende Verteidigung dringend einer Modernisierung | bedarf, falls sie der Bevölkerung weiterhin Schutz bieten soll. In | Europa ist die Lieferung von rein defensiven Anlagen weniger kontrovers | als jene von Panzern oder Kampfjets. | | Seit dem Spätherbst sind moderne Systeme aus den USA, Deutschland, | Spanien und Norwegen in der Ukraine angekommen, bereits zuvor hatten | Polen und die Slowakei dem Nachbarn ältere Batterien zur Verfügung | gestellt. Dazustossen sollen in naher Zukunft Samp/T-Systeme aus Italien | und Frankreich sowie mehrere Patriot-Batterien aus den USA, Deutschland | und den Niederlanden. | | *Experiment mit offenem Ausgang* | | Ob alle Lieferungen öffentlich gemacht werden, ist dabei ebenso unklar | wie der genaue zeitliche Ablauf. So äusserte sich das polnische | Verteidigungsministerium jüngst widersprüchlich dazu, ob die erste | Batterie des Patriot-Flugabwehrsystems bereits in der Ukraine sei. Die | «Financial Times» ging am Freitag davon aus, schrieb aber auch, diese | sei wohl noch nicht im Einsatz. | | Alle Löcher in der Luftverteidigung werden auch die westlichen Systeme | kaum stopfen, zumal unklar ist, ob ihre Zahl reicht, um die grossen | Städte vollständig zu schützen. Mit dem Einsatz der Kinschal-Raketen | kommt eine weitere Unsicherheit hinzu, denn es ist umstritten, ob die | Patriot-Systeme sie abfangen können. +--- </hier abknabbern> --- ©<https://www.nzz.ch/international/ukraine-krieg-kinschal-raketen-in-russlands-luftkrieg-ld.1729862> M.f.G. -- Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie wird praktisch nie gelesen. Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur etwas komisch... ;-)
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WELT.DE: Bachmut wartet auf die Befreiung durch Russland Fred Alph <test02@anon.invalid> - 2023-03-11 10:17 +0100
Re: WELT.DE: Bachmut wartet auf die Befreiung durch Russland Gunter Kühne <kuehne-g@freenet.de> - 2023-03-11 11:05 +0100
Re: WELT.DE: Bachmut wartet auf die Befreiung durch Russland Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2023-03-11 02:16 -0800
Re: WELT.DE: Bachmut wartet auf die Befreiung durch Russland gunter-kuehne <gunter-kuehne@mail.de> - 2023-03-11 16:40 +0100
Re: WELT.DE: Bachmut wartet auf die Befreiung durch Russland Ulf Kutzner <Ulf.Kutzner@web.de> - 2023-03-12 01:54 -0800
Re: WELT.DE: Bachmut wartet auf die Befreiung durch Russland Bonita Montero <Bonita.Montero@gmail.com> - 2023-03-12 18:17 +0100
Re: WELT.DE: Bachmut wartet auf die Befreiung durch Russland Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2023-03-12 18:53 +0100
Re: WELT.DE: Bachmut wartet auf die Befreiung durch Russland Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2023-03-12 16:19 -0400
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