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FORSCHER: "E-Autos werden schnell wieder verschwinden"

From Manfred <harakiri.sanktionen@mail1a.de>
Newsgroups de.etc.fahrzeug.auto, de.soc.politik.misc, ger.ct
Subject FORSCHER: "E-Autos werden schnell wieder verschwinden"
Date 2023-01-03 18:01 +0100
Organization Aioe.org NNTP Server
Message-ID <tp1n0b$v48$1@gioia.aioe.org> (permalink)

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3. Jänner 2023
Interview - Andreas Danzer

Energiewende
Forscher: "E-Autos werden schnell wieder verschwinden"

Wasserstoff wird in der Energiewende eine wichtige Rolle spielen,
findet der emeritierte Professor der TU Graz, Georg Brasseur.
E-Autos haben ihm zufolge aber keine große Zukunft,
er würde lieber am Verbrenner festhalten. (....)

STANDARD:
Verkehr verursacht viele Treibhausgase, die Zahl der E-Autos
nimmt zu, wenn momentan auch hauptsächlich durch Firmenwagen.
Kann sich das in Zukunft ändern?

Brasseur:
Woher sollen wir genug Strom nehmen, um E-Autos sinnvoll zu
betreiben? Es ist unverantwortlich von der Politik, ein
System durchsetzen zu wollen, von dem klar ist, dass
der Vollausbau nicht funktionieren kann, und das
die Energiewende verzögert, da mehr Stromverbraucher
ans Netz kommen, als grüne Kraftwerke gebaut werden.

E-Autos werden genauso schnell verschwinden, wie sie gekommen
sind. Ein unkontrollierter Zugang zu allen geplanten Ladesta-
tionen würde das Netz zusammenbrechen lassen. Mehr Elektro-
fahrzeuge bedeuten außerdem wieder mehr Abhängigkeit von
China, das möchte schließlich auch niemand. In Nischen
wird es E-Fahrzeuge geben, aber nicht in der breiten Masse.

STANDARD: Also am Verbrenner festhalten?

Brasseur:
Unbedingt. Der hohe Wirkungsgrad eines E-Autos kommt vom e-
lektrischen Antriebsstrang, nicht von der Batterie. Das wird
leicht vergessen. Die Mitnahme der Energie muss von Kraftstof-
fen kommen, die eine höhere Energiedichte haben als Batterien.

In Schwellen- und Entwicklungsländern könnte das Konzept E-Auto
noch weniger funktionieren als in Industrieländern. Deren Strom-
versorgung im Land ist viel zu gering, und diese Länder brauchen
Strom genauso zur Defossilisierung der Wirtschaft und Haushalte.
Ohne transportfähige Energieträger geht es nicht, und das sind
eben Kohlenwasserstoffe wie Diesel, Benzin, Petroleum, Methanol
oder Methan. Wir können es uns nicht leisten, eine parallele
Welt für neue Energieträger aufzubauen, weil die Errichtung
neuer Energievektoren viel mehr fossiles CO2 freisetzt als
im Endeffekt eingespart würde.

STANDARD:
Die Regierung hat den Ausstieg aus Öl und Gas beschlossen, kön-
nen wir diese beiden Rohstoffe für unsere Heizsysteme kompensieren?

Brasseur:
Der Ausstieg aus Öl ist wichtig und richtig. Aus Gas rauszugehen,
finde ich wenig sinnvoll. Gas ist der am einfachsten synthetisch
herzustellende Energieträger und setzt in einem Kraftwerk bei
gleicher freigesetzter Energiemenge im Vergleich zu anderen fos-
silen Energieträgern deutlich weniger CO2 frei. Außerdem gibt es
in Europa für Methan bereits gut ausgebaute Speicher und Trans-
portsysteme. (...)

STANDARD:
Das bringt uns aber wieder zum Problem der nicht ausreichenden
Stromproduktion in Europa.

Brasseur:
Deswegen sollte grüne Energie auch dort hergestellt werden, wo
sie gut "geerntet" werden kann. Die gleichen Solarzellen würden
bei gleichem Ressourceneinsatz etwa in Nordafrika oder Australien
zwei- bis dreimal so viel Energie erzeugen wie in Mitteleuropa.
Baut man Kraftwerke in wirtschaftlich schwachen Regionen, ent-
stehen neue Arbeitsplätze, die den lokalen Wohlstand steigern.
Ein Teil der gewonnenen Energie muss im Land bleiben, um den
wachsenden Energiebedarf der Bevölkerung zu decken.

STANDARD: Die Idee klingt nach modernem Kolonialismus.

Brasseur:
Das darf auf keinen Fall passieren. Es braucht gut geregelte,
friedenssichernde Standortverträge. Staaten werden die Energie-
wende nicht selbst finanzieren können. Sie brauchen Risikokapi-
talgeber, die nur dann große Summen investieren, wenn es Rechts-
und Planungssicherheit für Jahrzehnte gibt. Nur die Politik kann
diese Rahmenbedingungen schaffen.

Die Wahl der gegen die Klimakrise am besten geeigneten Energie-
träger sollte die Politik der Wissenschaft, Industrie und Wirt-
schaft überlassen. Man kann der Politik nicht fehlendes Fach-
wissen vorwerfen, sehr wohl aber die Ignoranz, sich in Techno-
logiefragen einzumischen, ohne die eigene Unzulänglichkeit
zu erkennen und dadurch vieles zu blockieren. (...)
mehr: 
https://www.derstandard.at/story/2000141094353/forscher-e-autos-werden-schnell-wieder-verschwinden 


_Meine Meinung_:

Gute Argumente gegen das Batterie-Auto, aber warum ignoriert
der Herr Prof. Georg Brasseur die Kernkraft als Problemlöser?

Brasseur will PV und Windradausbau in Europa, gleichzeitig aber
auch nicht, weil zu viel Flächenverbrauch. Sich von Nordafrika
abhängig machen ist dann aber auch wieder völlig in Ordnung.

Wasserstoff in Europa herzustellen geht nicht (Scheuklappen bei
Kernenergie) weil woher den ganzen Strom nehmen. Den aber 20.000
km aus Australien zu importieren, darüber kann man nachdenken ...

Ziemlich undurchdacht, auf die Kernenergie zu verzichten!


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FORSCHER: "E-Autos werden schnell wieder verschwinden" Manfred <harakiri.sanktionen@mail1a.de> - 2023-01-03 18:01 +0100
  Re: FORSCHER: "E-Autos werden schnell wieder verschwinden" Der Choleriker <kohleriker@webkohl.de> - 2023-01-03 19:16 +0200
    Re: FORSCHER: "E-Autos werden schnell wieder verschwinden" Heinrich Pfeifer <nws@pfei.eu> - 2023-01-03 18:21 +0100
      Re: FORSCHER: "E-Autos werden schnell wieder verschwinden" Der Pessimist mit Fallschirm <fallguy@web.de> - 2023-01-03 20:58 +0200
        Re: FORSCHER: "E-Autos werden schnell wieder verschwinden" Erika Ciesla <abc@xyz.invalid> - 2023-02-13 18:35 +0100
          Re: FORSCHER: "E-Autos werden schnell wieder verschwinden" "DER GELAeUTERTE" <dergelaeuterte@web.de> - 2023-02-13 19:11 +0100
    Re: FORSCHER: "E-Autos werden schnell wieder verschwinden" Erika Ciesla <abc@xyz.invalid> - 2023-02-13 18:34 +0100
      Re: FORSCHER: "E-Autos werden schnell wieder verschwinden" "DER GELAeUTERTE" <dergelaeuterte@web.de> - 2023-02-13 19:11 +0100
  Re: FORSCHER: "E-Autos werden schnell wieder verschwinden" Heinrich Pfeifer <nws@pfei.eu> - 2023-01-03 18:16 +0100
    Re: FORSCHER: "E-Autos werden schnell wieder verschwinden" Manfred <harakiri.sanktionen@mail1a.de> - 2023-01-03 18:22 +0100
    Re: FORSCHER: "E-Autos werden schnell wieder verschwinden" "Siegfrid Breuer" <point@tipota.de> - 2023-01-03 18:46 +0100
      Re: FORSCHER: "E-Autos werden schnell wieder verschwinden" René Marquardt <k98mauser@gmail.com> - 2023-01-03 15:50 -0800
        Re: FORSCHER: "E-Autos werden schnell wieder verschwinden" "Siegfrid Breuer" <point@tipota.de> - 2023-01-04 16:43 +0100
          Re: FORSCHER: "E-Autos werden schnell wieder verschwinden" Heinrich Pfeifer <nws@pfei.eu> - 2023-01-05 10:44 +0100
            Re: FORSCHER: "E-Autos werden schnell wieder verschwinden" "Siegfrid Breuer" <point@tipota.de> - 2023-01-05 16:50 +0100
  Re: FORSCHER: "E-Autos werden schnell wieder verschwinden" Nomen Nescio <nobody@dizum.com> - 2023-01-04 00:26 +0100
  Re: FORSCHER: "E-Autos werden schnell wieder verschwinden" "F. W." <me@home.com> - 2023-01-04 08:11 +0100
    Re: FORSCHER: "E-Autos werden schnell wieder verschwinden" Lothar Kimmeringer <news201705@kimmeringer.de> - 2023-01-04 12:02 +0100
    Re: FORSCHER: "E-Autos werden schnell wieder verschwinden" Heinrich Pfeifer <nws@pfei.eu> - 2023-01-04 12:04 +0100
      Re: FORSCHER: "E-Autos werden schnell wieder verschwinden" "F. W." <me@home.com> - 2023-01-04 12:33 +0100
        Re: FORSCHER: "E-Autos werden schnell wieder verschwinden" Heinrich Pfeifer <nws@pfei.eu> - 2023-01-04 16:01 +0100
          Re: FORSCHER: "E-Autos werden schnell wieder verschwinden" Matthias Frank <ciba-frank-news@web.de> - 2023-01-04 16:09 +0100
          Re: FORSCHER: "E-Autos werden schnell wieder verschwinden" Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2023-01-04 15:18 +0000
          Re: FORSCHER: "E-Autos werden schnell wieder verschwinden" "F. W." <me@home.com> - 2023-01-05 11:14 +0100
            Re: FORSCHER: "E-Autos werden schnell wieder verschwinden" Heinrich Pfeifer <nws@pfei.eu> - 2023-01-05 14:13 +0100
        Re: FORSCHER: "E-Autos werden schnell wieder verschwinden" Gerald Gruner <gerald314@yahoo.de> - 2023-01-04 16:14 +0100
      Re: FORSCHER: "E-Autos werden schnell wieder verschwinden" Ralf Koenig <ralfkoenig@xmg.de> - 2023-01-04 17:05 +0100

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