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Re: Vitamin-D Hype

From Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org>
Newsgroups ger.ct
Subject Re: Vitamin-D Hype
Date 2022-05-01 05:27 +0000
Message-ID <t4l5o6$1mhak$1@solani.org> (permalink)
References (2 earlier) <t1so89$v9h$1@news.bawue.net> <jaglv9FjcgoU1@mid.individual.net> <Vitamin-D-20220329162413@ram.dialup.fu-berlin.de> <Vitamin-D-20220410184700@ram.dialup.fu-berlin.de> <Vitamin-D-20220430153100@ram.dialup.fu-berlin.de>

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Stefan Ram <ram@zedat.fu-berlin.de> wrote:
> ram@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) writes:
>> Wenn man nur die Knochendichte verbessern will, sollte 
>> man nicht unbedingt über die Dosis von 800 I.E. hinausgehen,
>> da eine weitere Steigerung der Vitamin-D-Aufnahme für die
>> Knochendichte sogar schädlich sein könnte:
> 
>   Durup et al. 2015 in The Journal of Clinical Endocrinology &
>   Metabolism haben Vitamin D im Blut von 247.574 Dänen gemessen
>   und festgestellt, daß sowohl zu hohe (mehr als 100 Nanomol
>   pro Liter) als auch zu niedrige Blutwerte (weniger als 50)
>   mit erhöhter Sterblichkeit einhergehen. Sie sehen 70 Nanomol
>   pro Liter als Optimum an. 
> 
>   Natürlich ist Korrelation noch keine Kausalität, aber ein
>   Indiz. Um die Wirkung von Vitamin-D-Einnahme zu messen,
>   müßte man eigentlich nicht Blutwerte messen, sondern eben
>   Leute, die Vitamin D(3) als Nahrungsergänzungsmittel oder
>   Medikament einnehmen, mit solchen vergleichen, die dies nicht
>   tun.
> 
>   Da gab es 2018 eine Untersuchung, die genau das gemacht hat.
>   Es soll eine Meta-Studie an 179 Studien gewesen sein, die
>   sowohl Vitamin D als auch Multivitaminpräparate mit Stoffen
>   wie Zink und Selen untersucht hat. Nachzulesen in der
>   Ausgabe des Journal of the American College of Cardiology
>   vom 5. Juni 2018 von Dr. David Jenkins.
> 
>   Das Ergebnis war, daß all diese Präparate weder nutzen noch
>   schaden¹. Der einzige Stoff, der sich günstig auswirkte, war
>   Folsäure oder Vitamin-B-Präparate mit B6, B12 und Folsäure,
>   welche Herzprobleme und Schlaganfälle reduziert habe sollen.
> 
>   Ein andere Studie findet man in Clinical Nutrition ESPEN,
>   wohl vom Januar 2022. Der Name des Berichts beginnt wohl
>   mit "A comprehensive systematic review and meta-analysis". 
>   Demnach senkt die Einnahme von Vitamin D, Vitamin C oder 
>   Zink die Mortalität bei Covid /nicht/.
> 
>   Normalerweise würde man denken, daß es bei solchen
>   Präparaten wenigstens einen Plazebo-Effekt geben sollte,
>   aber der wirkt anscheinend nicht bei den untersuchten
>   Auswirkungen!

Doppelblind randomisierte Studien kürzen den Plazebo Effekt doch raus.
Weder Arzt noch Patient wissen was in den Tabletten drin ist. Erst am
Schluß wird die Studie gebrochen und aufgedeckt.
> 
>   ¹ Ich glaube mich aber an Schäden durch Vitamin-E-Einnahme 
>   zu erinnern, wegen derer sogar eine Studie abgebrochen wurde.

Jupp. 

Faustregel: niemand in Mitteleuropa braucht zusätzlich zugeführte Vitamine.
Nur Eisen ist für menstruierende Frauen zu wenig in der Nahrung. 

Gruß 

Joachim 


-- 
please forgive my iPhone typos

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Re: Vitamin-D Hype Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2022-05-01 05:27 +0000
  Re: Vitamin-D Hype Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2022-05-01 08:23 +0200
    Re: Vitamin-D Hype Dr. Joachim Neudert <neudert@5sl.org> - 2022-05-01 06:29 +0000
      Re: Vitamin-D Hype Wolfgang Kynast <wky@gmx.de> - 2022-05-01 08:41 +0200
      Re: Vitamin-D Hype Lars Gebauer <lgebauer@live.de> - 2022-05-01 08:46 +0200

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