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| From | Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> |
|---|---|
| Newsgroups | ger.ct |
| Subject | Re: Was ihr |
| Date | 2022-04-05 07:47 -0400 |
| Organization | A noiseless patient Spider |
| Message-ID | <t2ha7m$4es$1@dont-email.me> (permalink) |
| References | <FrEwdRmUnYB@tipota.de> <jb2bneF14gbU1@mid.individual.net> |
Salve allerseits, Hermann Riemann schrieb: > > der bei Putins Überfall an Hitlers Barbarossa und Hitlers SS denkt. > +--- <hier abknabbern> --- | Westliche Geheimdienstberichte melden, dass Wladimir Putin den | Ukraine-Krieg bis zum 9. Mai beendet haben will. Der russische Präsident | plane für diesen Tag in Moskau eine große Siegesparade. Das Datum ist | für ihn von hoher symbolischer Bedeutung: Am 9. Mai feiert Russland | regelmäßig den Sieg im "Großen Vaterländischen Krieg" über | Nazi-Deutschland mit gewaltigen Aufmärschen, weil der sowjetische | Marschall Georgi Schukow am 9. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation | aller deutschen Wehrmachtsteile erwirken konnte. Putin hat seinen | Angriffskrieg auf die Ukraine von Anfang an in das Narrativ der | Faschismusbekämpfung gestellt. Nun will er den "Siegestag" mit einer | Triumph-Feier über die Ukraine feiern. Bis dahin soll - so das angeblich | neu justierte Kriegsziel - die russische Armee den Landgürtel von der | Krim bis nach Luhansk erobert haben. Der von ihm als "Neu-Russland" | bezeichnete Landstreifen solle militärisch abgesichert und | perspektivisch Russland eingegliedert werden. Sein | Waffenstillstandsinteresse orientiere sich an der Frontlinie im Donbass | und der Breite des Landgürtels. Er wolle in den kommenden Wochen dort | möglichst große Gebietsgewinne erzielen, um "harte Friedensbedingungen | diktieren" zu können. Dann könne er sich am 9. Mai als Befreier und | Sieger inszenieren. | | Die Berichte der Geheimdienste mögen stimmen. Das Kalkül Putins | allerdings stimmt gar nicht mehr. Denn in Wahrheit hat er den Krieg | bereits desaströs verloren. | | *Die militärische Niederlage* | | Putins Armee hat nach sechs Wochen Krieg eine katastrophale | Zwischenbilanz. Mehr als 10.000 eigene gefallene Soldaten, selbst hohe | Generäle darunter, viele Tausend Verwundete, Hunderte von zerstörten | oder verlorenen Panzern, mehr als 200 abgeschossene Hubschrauber und | Flugzeuge. Die halbe Armee wirkt aufgerieben. Und trotzdem hat man aus | russischer Sicht immer noch keine Großstadt eingenommen, ist über | Grenzgebiete kaum hinaus gekommen. Die Ukraine ist weder erobert noch | destabilisiert. Nicht einmal die Regierung in Kiew konnte gestürzt | werden. Im Gegenteil. Die große Schlacht um Kiew hat die russische Armee | spektakulär verloren. | | Damit ist eingetreten, was die Weltöffentlichkeit nicht für möglich | gehalten hatte. Die größte Atommacht der Welt mit einer Armee, die laut | Global Firepower Index das stärkste Panzer-Heer weltweit befehligt, ist | mit seinem Blitzkrieg an tapferen Ukrainern schlichtweg gescheitert. | | Der Rückzug russischer Truppen aus dem Norden der Ukraine geschieht | nicht freiwillig, er passt in keinen strategischen Plan des Kreml, denn | er schwächt Putins Verhandlungsposition in Friedensgesprächen. Dieser | Rückzug ist ein Verzweiflungsakt, um die dezimierten Kräfte im Osten zu | bündeln und dort wenigstens noch etwas zu erreichen. Wie groß die | militärische Niederlage für die Russen ist, lässt sich auch daran | erkennen, dass der Rückzug über den gesamten Frontverlauf von 400 | Kilometern (von Malyn über Kiew und Tschernihiw bis Sumy) nicht nur | schnell erfolgt, er verläuft chaotisch und überstürzt. Putins | Streitkräfte lassen bei ihrem überhasteten Abzug militärisches Gerät in | großem Umfang zurück, ja sogar Dutzende von eigenen Soldaten werden in | Wäldern im Stich gelassen, die es nicht mehr rechtzeitig in die Konvois | zurück nach Belarus geschafft haben. Das alles sind eher | Auflösungserscheinungen als geordnetes Militärhandeln. Dazu passt, dass | sich Berichte über größere Befehlsverweigerungen russischer Soldaten | häufen. | | *Die moralische Niederlage* | | Der Angriffskrieg hatte von Anfang an eine miserable legitimatorische | Grundlage. Der Kreml mühte sich kaum, seine dreiste imperiale Gier zu | kaschieren. Auf die Lügen einer angeblichen Faschismus-Bedrohung folgten | die skrupellosen Bombardements. Das globale Ansehen Putins, ohnedies | nicht besonders groß, ist seither implodiert. | | Die Ereignisse von Butscha fügen dem nun eine grauenhafte Dimension | hinzu. Das Massaker an Zivilisten erinnert an Srebrenica. Massenhaft | exekutierte Zivilisten auf offener Straße, vergewaltigte und getötete | Frauen, die zur kaum tauglichen Verwischung von Spuren auf Autobahnen | verbrannt werden, das Hinschlachten von ganzen Familien - all das | verbannt Putin in die Abgrund-Kategorie des Kriegsverbrechers. | US-Präsident Biden nennt ihn treffend einen "Schlächter". Als solcher | wird Putin nie mehr auf einem Gipfelfoto neben Staatenlenkern stehen, | wahrscheinlich nicht einmal mehr das eigene Land verlassen können, da | ihm sonst Verhaftung und Anklage vor dem Internationalen | Strafgerichtshof in Den Haag drohte. | | *Die politische Niederlage* | | Putin hat durch diesen Krieg außenpolitischen Einfluss in | Zeitraffer-Geschwindigkeit verloren. Die übergroße Mehrheit der Staaten | will mit seinem Russland keine konstruktiven Beziehungen mehr pflegen, | sanktioniert ihn und seine Führungsclique. Russland ist sogar aus dem | Europarat ausgeschlossen worden. Politische Interessen kann Moskau kaum | mehr irgendwo auf der Welt durchsetzen. Selbst in Deutschland, wo es vor | dem Krieg eine erstaunlich breite Russland-Sympathie gegeben hat, wo der | politische Resonanzboden für russische Interessen bis ins Kanzler- und | Präsidialamt reichte, wo Putin-Versteher sich in Talkshows vielfach | ausbreiten konnten, ist jeder Rückhalt verschwunden. Russland wird es | auf Jahre hinaus schwer haben, auch nur harmlose politische Interessen | auf der internationalen Bühne durchsetzen zu können. Selbst sport- und | kulturpolitisch ist das Land isoliert. Russland darf nicht einmal mehr | am Eurovision Song Contest 2022 teilnehmen. | | *Die wirtschaftliche Niederlage* | | Die westlichen Sanktionen treffen die Wirtschaft Russlands hart. Sie | wirken auf die Volkswirtschaft schon jetzt wie ein verlorener Krieg. Das | Bruttoinlandsprodukt Russlands wird Prognosen zufolge um zehn Prozent | einbrechen. Der weiträumige Verlust von Absatzmärkten, die | technologische Isolation, das Ausbleiben von Investitionen schwächen | Russland strategisch. Das Land wird um mindestens ein Jahrzehnt | zurückgeworfen. Diese Niederlage trifft ein Russland, das ohnedies viel | schwächer ist als die Weltöffentlichkeit das denkt. Das | Bruttosozialprodukt Russlands ist nicht einmal halb so groß wie das von | Deutschland. Die Wirtschaftskraft von Putins vermeintlicher Weltmacht | entspricht in etwa der des kleinen Südkorea. Selbst Italien stellt die | russische Volkswirtschaft klar in den Schatten. Ein NATO-Diplomat bringt | es auf den Punkt: "Russland ist in Wahrheit ein armer Mann auf einem | Riesengrundstück, der sich zu teure Waffen leistet." Und diesem armen | Mann wird nun auch noch der Sparstrumpf entrissen. | | Die real verfügbaren Einkommen der Russen sinken und liegen derzeit etwa | 10 Prozent niedriger als 2013. Inflation und steigende Arbeitslosigkeit | drücken auf die Konsumlaune. Die Steuereinnahmen stocken und legen | offen, wie schwach Russlands Finanzkraft tatsächlich ist: Der gesamte | Staatshaushalt des größten Flächenlands der Erde ist nämlich nur so groß | wie der deutsche Sozialetat von Hubertus Heil. | | Russland ist obendrein viel zu abhängig von Öl und Gas. Sie machen zwei | Drittel von Russlands Exporten aus. Dazu kommen weitere Rohstoffe wie | Metalle, Holz und Mineralien. Rohstoffe insgesamt bilden sogar | Dreiviertel der gesamten Ausfuhren. Nun setzen aber im Gefolge des | Krieges, der Sanktionen und der dadurch beschleunigten globalen | Energiewende immer mehr Kunden auf regenerative Energien und Atomkraft. | Wovon lebt Russland aber, wenn das Öl- und Gasgeschäft einbricht? Putin | hat mit diesem Krieg seine Kundschaft verprellt, seinen Hauptmarkt | ruiniert, den Zugang zu Zukunftstechnologien verbaut und damit die | wirtschaftlichen Perspektiven Russlands schwer beschädigt. +--- </hier abknabbern> --- ©<https://www.n-tv.de/politik/politik_person_der_woche/Vier-Gruende-warum-Putin-den-Krieg-verloren-hat-article23247171.html> M.f.G. -- Diese E-Mail-Adresse wird nur aus nostalgischen Gründen verwendet. Sie wird praktisch nie gelesen. Das MausNet ist nicht tot – es riecht nur etwas komisch... ;-)
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Was ihr "Siegfrid Breuer" <point@tipota.de> - 2022-04-04 15:41 +0200
Re: Was ihr noebbes <noebbes@gmx.de> - 2022-04-04 15:48 +0200
Re: Was ihr Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2022-04-04 16:13 +0000
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Re: Was ihr Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2022-04-04 16:56 +0000
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Re: Was ihr Hartmut Kraus <hartmut.melina@web.de> - 2022-04-04 21:31 +0200
Re: Was ihr "Siegfrid Breuer" <point@tipota.de> - 2022-04-04 22:33 +0200
Re: Was ihr Hartmut Kraus <hartmut.melina@web.de> - 2022-04-05 00:45 +0200
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Re: Was ihr Kim Jong Hippo <me@privacy.net> - 2022-04-04 16:07 +0200
Re: Was ihr Marco Moock <mo01@posteo.de> - 2022-04-04 17:07 +0200
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Re: Was ihr Hartmut Kraus <hartmut.melina@web.de> - 2022-04-04 21:33 +0200
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Re: Was ihr Hergen Lehmann <hlehmann.expires.5-11@snafu.de> - 2022-04-04 18:30 +0200
Re: Was ihr "Siegfrid Breuer" <point@tipota.de> - 2022-04-04 19:05 +0200
Re: Was ihr Kim Jong Hippo <me@privacy.net> - 2022-04-04 19:09 +0200
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Re: Was ihr Gerrit Heitsch <gerrit@laosinh.s.bawue.de> - 2022-04-04 20:01 +0200
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Re: Was ihr klaus reile <klaus.reile@no-more-mail-to.zr> - 2022-04-04 20:22 +0200
Re: Was ihr Jochen Kremer <jochen.news@kremerweb.de> - 2022-04-04 20:34 +0200
Re: Was ihr Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2022-04-04 15:10 -0400
Re: Was ihr Hermann Riemann <nospam.ng@hermann-riemann.de> - 2022-04-05 10:08 +0200
Re: Was ihr Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2022-04-05 07:47 -0400
Re: Was ihr Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2022-04-05 19:49 +0000
Re: Was ihr Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2022-04-05 17:59 -0400
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Re: Was ihr Fidel Sebastián Hunrichse-Lara <Fidel-Sebastian_Hunrichse_Lara@b.maus.de> - 2022-04-06 07:55 -0400
Re: Was ihr Martin Ebert <mx300@gmx.net> - 2022-04-06 14:44 +0200
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Re: Was ihr Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2022-04-06 07:10 +0000
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Re: Was ihr Stefan+Usenet@Froehlich.Priv.at (Stefan Froehlich) - 2022-04-06 11:30 +0000
Re: Was ihr Martin Ebert <mx300@gmx.net> - 2022-04-06 15:13 +0200
Re: Was ihr Martin Ebert <mx300@gmx.net> - 2022-04-08 05:49 +0200
Re: Was ihr Martin Ebert <mx300@gmx.net> - 2022-04-06 15:34 +0200
Re: Was ihr "Siegfrid Breuer" <point@tipota.de> - 2022-04-05 16:35 +0200
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Re: Was ihr "Siegfrid Breuer" <point@tipota.de> - 2022-04-05 18:47 +0200
Re: Was ihr Karl Schippe <Karl.Schippe@mail.invalid> - 2022-04-05 20:33 +0200
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Re: Was ihr Peter McD <peter.posts@gmx.net> - 2022-04-05 12:42 +0200
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